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J12. 64 ""L°.nund?E""^ _ , 1Qno Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversttätSbuchdruckere' ±4.
Mittwoch, 10. Februar 1909.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 11.
König Eduards Besuch.
Heute morgen wird König Eduard in Berlin eintreffen, um zum ersten Male dem Kaiser in der Reichshauptstadt einen Besuch abzustatten und den Besuch unseres Kaisers in London offi- -lell zu erwidern. Es werden ihn und seine Gemahlin die Vertreter des englischen Heeres und der Flotte, der Eeheimsiegelbewahrer Earl of Lrew und Sir Charles Harting, der Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten begleiten. Ein Staatsbesuch in aller Form also, und in Berlin war man bereits gestern fleißig bei der Arbeit, dem Gaste unseres Kaisers einen würdigen Empfang zu bereiten. Auch das deutsche Volk wird sich der Bedeutung des Tages bewußt sein, werden doch heute die Äugen einer Welt auf Berlin gerichtet sein, wo die Herrscher zweier mächtigen Völker politische Aussprache halten. —
Wir wollen an den Besuch die Hoffnung knüpfen, daß er dazu beitragen möge, die zwischen beiden Ländern bestehende Spannung zu mildern, wenn wir auch weit davon entfernt sind, zu glauben, daß tief eingewurzelte Vorur- tetle zw'^hen zwei Völkern durch Staatsvisiten plötzlich erledigt würden, und daß diese bestehen, können wir leider nicht leugnen.
Das deutsche Volk steht noch immer König Eduard sehr skeptisch gegenüber. Mit seinem Namen bringt man die Einkreisungspolitik Englands gegenüber Deutschland zusammen, die uns sowel Beklemmung verursachte. Jetzt, nachdem diese Politik in der Hauptsache als mißlungen gelten kann, sucht auch König Eduard die Formen des Verkehrs mit uns zu erfüllen, und „korrekte« oder „freundschaftliche" Beziehungen her- zustellen, wie man es nun auch nennen mag. Die deutsche Politik hat stets den Frieden gewollt; ob sie das nicht oft allzu laut ausgesprochen hat, sei dahingestellt. Dennoch malt man in England das Gespenst einer deutschen Invasion an die Wand und „entdeckt" überall Spion«: über die englischen Bühnen geht zur Zeit ein Stück, das in einem Familienaemälde die Wirk- unaen der — deutschen Invasion zeigt. Und — um ja nicht allzu günstige Vorstellungen über bie Wirkung des Besuches in Berlin aufkommen zu taffen — ist noch vor wenigen Tagen die Zusammenziehung einer mächtigen Flotte in der Nordsee und der Plan von IV neuenDread- n o u g h t s für die nächsten beiden Jahre bekannt gegeben worden. Dies alles sind Anzeichen dafür daß in England noch stets eine mächtige Partei dafür sorgt, daß allzufreundschaftliche Stimmungen gegen uns nicht aufkommen. Es wäre demnach unklug von uns, unsere Hoffnungen bei der ietziaen Zusammenkunft in Berlin allzuweit schweifen zu lallen. Wohl fließt die englische Vresie zur Zeit über von Versicher- un.ien. gute Freundschaft in Zukunft zu halten. Mit Bezug auf das Mißtrauen, das bisher auf beiden Seiten bestanden habe, sage man am besten mit dem Fürsten Bismarck: Schwamm drüber? Es sei sicher nicht ausgeschlossen, daß man auf beiden Seiten zu einem Wechsel in den Beziehungen zueinander bereit sei. Ein solcher
"'-irtontd verboten.!
Unter ftehtbfrtt.
Roman von Karl Matthias.
(Sortierung-)
„Demnach ließen Sie die Dame verhaften, Herr Generalkommisiar?"
„Ich nicht, der Polizeihäuptling. Ich ließ das Geschöpf nur zu mir kommen, weil ich ihm selbst auf den Zahn fühlen will."
„Dann wird'der Dame Gerechtigkeit werden, die so unschuldig verdächtigt wurde, daß ich mit Freuden jede Bürgschaft übernehme.«
„Tun Sie das nicht, Herr Graf," sagte der Beamte ironisch lächelnd. „Die Dame, welche sehr hübsch sein muß, daß sie einen so vorneh- mei; und heldenmütigen Verteidiger fand, ist stark kompromittiert.«
„Das wäre?"
„Es wurde eine Korrespondenz mit einem deutschen Offizier aufgefangen, die deutlich dafür spricht, daß sie. um zu spionieren, hergekommen ist Wollen Sie den Brief lesen?"
d'Alincourt biß sich auf die Lippen. So war er dennoch von diesem kleinen Mädchen ohne Herzensroman düpiert worden? Was konnte ,in deutscher Offizier der Verstockten anders sein als ein Geliebter?
„Ich habe kein Recht den Brief des Fräulein Bourlier zu lesen," sagte er diskret. „Aber Sie würden mich sehr verbinden, wollten sie die junge Dame in meiner Gegenwart verhören. Ich bin überzeugt, daß fie dann nur di« Wahrheit sprechen wird.«
Wechsel könne unverhofft eintreten. Andererseits aber kommt auch überall die Flottenftage zur Besprechung, in dem Sinne, daß Deutschland hierin doch Vernunft annehmen möge. So meint der „Standard", wenn es möglich wäre, über die Flotte zu einer Verständigung zu kommen, so würde dies von den Nationen beider Länder mit großer Freude begrüßt werden.
Wohl wissen wir, daß in England Leute find die unseren wirtschaftlichen Aufschwung nicht zum Anlaß nehmen, darauf zu denken, wie fie dir geschäftliche Konkurrenz des so plötzlich erwachten deutschen Michels durch polittsche Machi- nation und Drohungen mtt Krieg zurückdrängen, wie sie den Feind beseitigen, ehe er zu mächtig ist, und wir wünschen von Herzen, daß diese Partei des Friedens immer die stärkere bleibe. Im Ernste kann man doch auch in England nicht daran denken, daß die deutsche Flotte jemals ein der englischen ebenbürtiger Gegner werden könnte, sie wird sich stets auf die Defensive beschränken müssen.
Wenn wir aber daran gehen, zum Schutze unseres Landes und unserer Interessen in der Ferne eine genügend starke Flotte zu bauen, welcher Einsichtige — Freund oder Feind — könnte uns schelten oder gar Vorschriften machen? —
Eine Verständigung mit England wünschen wir in ganz Deutschland — allerdings nur auf der Grundlage völliger Gleichberechtigung, nicht auf unsere Kosten. Daß dazu der jetzige Besuch König Eduards beitragen möge, hoffen und wünschen wir.
Zur Begrüßung König Eduards von England schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": „Wir werden in den nächsten Tagen die Freude haben, Ihre Majestäten den König und die Königin von England als Gäste am Berliner Hof verweilen zu sehen. Wir heißen den König Eduard und seine erlauchte Gemahlin ehrerbietig willkommen und wünschen den hohen Anverwandten unseres Kaisers, den Souveränen des britischen Weltreichs in Berlin von Herzen die Gastfreundschaft zu erwidern, die im November 1907 das deutsche Kaiserpaar auf englischem Boden gefunden hat. Auch für die Beziehungen zwischen dem deutschen und englischen Volke versprechen wir uns Gutes von dieser Zusammenkunft. Die Kundgebungen freundwilliger Gesinnung und verwandtschaftlicher Zuneigung, wozu der Besuch willkommenen Anlaß gibt, werden eine neue Ermutigung für alle sein, die Deutschland und England bemüht sind, einer Entfremdung zwischen den beiden Reichen entgegenzuwirken und die deutschenglischen Beziehungen in sichere Bahnen zu lenken. Mehr als je werden sich die Freunde eines guten Einvernehmens diesseits wie jenseits des Kanals davon überzeugen, daß aus dem persönlichen Verhältnis der Monarchen ihren Bestrebungen keine Schwierigkeiten erwachsen. Freilich wird es noch unverdrossener Aufklärungsarbeiten bedürfen, um das Ziel zu erreichen, das in der Sicherung einer auf gegenseitige Wertschätzung begründeten Freundschaft zwischen den beiden großen Kulturvölkern vorgezeichnet ist. Aber auf dem Wege dorthin möge der Besuch des britischen Königspaares und der
„Es freut mich, einem so tapferen Manne, wie Eie, Herr Major, gefällig sein zu können. Huissier," befahl er dem Wachhabenden, führen Sie die Delinquentin vor!"
Beide Herren setzten sich wieder, der Generalkommissar mit wichttger Miene hinter seinen attenbedeckten Diplomatentisch, d'Alincourt einigermaßen verborgen in eine Fensternische.
Einige Minuten später trat Desiree ein.
Herr von Soumis betrachtete die schlanke, aristokratische Gestalt nicht ohne Interesse. Er war ein feiner Kenner weiblicher Schönheit. Desirees schönes Auge, welches sich flehend auf ihn richtete, verfehlte feine Wirkung nicht. Er deutete auf einen Stuhl, daß sie sich fetzen möge, und winkte dem Huisster, abzutreten.
„Sie heißen Desiree Bourlier? Haben Sie Papiere?"
„Hier ein belgischer Paß und meinen Heimatschein." Sie legte beides vor den General- kommissar auf den Tisch.
„Vom ftanzösischen Konsul visiert," sagte von Soumis, „ganz schön! In wessen Auftrag reisten Sie hierher?"
„Ich kam in eigener Angelegenheit, um meinen Vater aufzusuchen, der nach Bordeaux gereist und gänzlich verschollen ist. Ich hatte die Abficht, heute bei Malvezin, Rue de Fey 14, Erkundigungen nach ihm einzuziehen. Nach seinen Ratschlägen wollte ich meinen Vater aufsuchen.
„Und unsere Stellungen, Rüstungen, Bewegungen auskundschaften. Ist «s nicht so?«
„Nein, gewiß nicht, Herr Eeneralkommissar. Ich bin ein« gut» Patriotin und denk« gar nicht
Empfang, den Deutschland ihm bereitet, einen Fortschritt bringen. In diesem Sinne wünschen wir den kommenden Festtagen «inen ungettüb- ten Verlauf und eine lange, günstig« Nachwirkung."
Polittsche Umschau.
Eine Reichstagsauflösung
wünschen einige Blätter der extremen Linken, und daher lassen fie sich von den bekannten „maßgebenden" oder „parlamentarischen" Krei-, fen melden, daß sie von der Regierung geplant sein soll angesichts der Schwierigkeiten, die in der Reichsfinanzreform jetzt liegen. Daß die Frage einer Auflösung des Reichstags erst akut wird, falls im Plenum sich keine Möglichkeit ergibt zu einer befriedigenden Lösung zu kommen, ist klar. Interessant ist immerhin, wie die „Franks. Ztg." der Regierung schon jetzt eine Auflösung, natürlich auf Grund des Widerstandes gegen die Erbschaftssteuer, empfiehlt. Sie schreibt: Der neue Reichstag würde jedenfalls eine Mehrheit im Sinne der auch von der Regierung gewünschten Heranziehung des Besitzes ergeben. Wenn der neue Reichstag überhaupt eine Verschiebung nach links zeigen sollte, so wäre das im Sinne der heutigen Politik um so weniger ein Fehler, als alle vorhandenen Schwierigkeiten von rechts ausgehen: die Regierung könnte also noch einen wertvollen dauernden Gewinn erzielen.
Die „Franff. Ztg.« kann sich beruhigen. Vorderhand dürfte zur Zeit die Rechte zeigen, daß sie geneigt ist, die Reichsfinanzreform mitzumachen: st« ist auch mit einer Besteuerung des Besitzes durchaus einverstanden. Die „Kreuzzeitung" betont, daß die konservative Partei eine Erhebung direkter Steuern durch di« Einzelstaaten für das Reich im Sinne der freikon-" servativen Anträge nicht ablehne. Das Blatt meint dabei: Es liegt doch auf der Hand, daß besonders die bezeichnete Farm der Erhöhung der Matrikularbeiträge gerade den Besitz und vornehmlich den Grundbesitz sehr stark für das Reich in Anspruch nehmen würde, daß also nicht die Steuerscheu die Konservativen zur Ablehnung der Nachlaßsteuer bewogen hat, sondern nur die Notwendigkeit, alles zu vermeiden, was einer Vermögenskonfiskation ähnlich sieht.
D. Adolf Stöcker f.
Berlin, 8. Febr. Der frühere Reichstagsabgeordnete a. D. l>. Adolf Stöcker ist in Bozen gestorben. — Adolf Stöcker war am 11. Dezember 1835 In Halberstadt geboren, studierte in Halle und Berlin Theologie und wurde im Jahre 1863 als Pfarrer an gestellt. 1871 wurde er Divisionspfarrer in Metz, drei Jahr» später Hof- und Domprediger in Berlin. Zugleich war er Organisator und Leiter der inneren Mission in Berlin, Mitbegründer des evangelisch-sozialen Kongresses und dann Gründer und Präsident der kirchlich-sozialen Bereinigung. End« der siebziger Jahre rief er die „Berliner Bewe-
an Verrat. In wessen Interesse sollte ich wohl so Schändliches unternehmen?"
„Im Interesse der Prussiens und in Verbindung mit dem Leutnant Waldemar Tyrolt in Reichenbach."
Desirees Mund enffuhr ein Schrei. Das war also der Kern des Verdachtes?
. „Sie wissen?" fragte sie tonlos.
„Bekennen Sie sich schuldig, gestern an den Mann einen Brief geschrieben zu haben?"
„Mein Gott, ja!«
„Ist es dieser?" fragte der Kommissar, ihr ein geöffnetes Schreiben hinhaltend.
„Allerdings, aber wie kam der Brief in Ihre Hand?"
„Sehr einfach. Das Stubenmädchen las die Adresse auf dem Schreiben und benachrichtigte die Directtice des Pensionates, die als eifrige Patttotin bekannt ist. Diese nahm den Bries an sich und lieferte ihn der Polizei aus, die Polizei gab ihn mir, ich öffnete und las ihn, voila! Ich ließ sie verhaften wegen Landesverrat und Spionage. Run wird Ihnen der Verlauf der Angelegenheit wohl klar geworden sein," schloß er mit blitzenden Augen und drohender Handbewegung.
„So hat man mich also bestohlen!« rief bas Mädchen mnttg, „und das Briefgeheimnis verletzt?«
„Gewiß, die Adresse allein ist schon Landesverrat. „An den Leutnant Tyrolt", offenbar «in Offizier der gegen Frankreich gefochten hat, ein Feind des Vaterlandes.«
„Abe, mit welchem Recht« öffnet man de»
gung« ins Leben, 1879 wurde er in das preußische Abgeordnetenhaus und 1881 auch in de» Reichstag gewählt. Dem Abgeordnetenhaus« gehörte et bis 1898 an, dem Reichstage bis 1893 und dann von 1898 ab als Vertreter des Wahl- kreises Siegen - Wittgenstein - Biedenkopf. Bi» Mitte der neunziger Jahre verblieb er in der Deutsch-konservativen Partei, in der er Mitglied des Elferausschusses war: später gründete er eine selbständige christlich - soziale Gruppe, hie sich dann mit den Deutsch-Sozialen zur „Wirffchaftlichen Vereinigung" zusammenschloß. Wegen schwerer Erkrankung leate Stöcker im Spätherbst 1908 sein Mandat nieder.
Da, Pluralwahlrecht für das Eroßherzogtum Oldenburg.
Die im letzte!. Landtag von Oldenburg beschlossene Einführung des Reichstagswahlrechts ir.uß dem Pluralwahlrecht weichen, denn am letzten Freitag wurde letzteres mit nur einer Stimme Mehrheit (23 gegen 22) nach überaus stürmischer Debatte angenommen. Der ange. nommene Antrag bestimmt, daß eine zweite Stimme erhalten soll: 1. Jeder, der das vier» zigste Lebensjahr vollendet hat. 2. A) Jeder Wahlberechtigte, der seit mindestens drei Jahren Eigentümer oder Nießbraucher eines im Eroßherzogtum gelegenen Grundstückes mtt darauf befindlichem Wohnhause ist. B) Jeder Wahlberechtigter, der als Beamter des Reiches, des Staates, des Hofes, der Gemeinden oder eines kcmmunalen Verbandes angestellt ist. C) Jeder andere Wahlberechtigte, sofern er im Hauptberufe selbständig wirkt oder Gewerbstreibender ist. Dasselbe gilt für den verantwortlichen Leiter von Betrieben oder Betriebsteilen aller Art. Sind mehrere Eigentümer oder Nießbraucher eines Grundstückes stimmberechtigt und haben diese keine Vereinbarung darüber getroffen und der Gemeindebehörde nicht an« gezeigt, wem die zweite Stimme zustehen soll, so steht diese dem ältesten Stimmberechtigten zu. Bei Gleichheit des Alters entscheidet das vor der Gemeindebehörde zu ziehende Los.
Bon einem deutsch-französischen Abkommen über Marokko
wird der „Frff. Ztg." aus Paris und Berlin gemeldet: Die weiter« Entwicklung in Marokko soll so geregelt sein, daß politische Mißverständnisse, wie sie in den letzten Jahren vorkamen, für die Zukunft nach Möglichkeit ausgeschlossen bleiben. — Die Verhandlungen sollen bald nach ihrem Abschluß veröffentlicht werden.
Aus dem Reichstage.
Der Staatssekretär des Innern Dr. v. Bethmanu- Hollweg sitzt noch immer auf dem Moquierstuhle und nimmt Ausstellungen, Wünsche und Hoffnungen, die sich vorwiegend auf dem Gebiete der staatlichen So- zialpolittk bewegen, mit einer gleichbleibendeu ruhigen Ausgeglichenheit entgegen. Es handelt sich nämlich um den ersten Ausgabetitel seines Etats (Gehalt des Staatssekretärs) und wenn auch dessen Streichung ernstlich noch nicht beantragt worden ist, so nützt man doch die Gelegenheit, seine Gesamttätigkeit zu kritisieren und ihm Richtlinien für die Zukunft geben zu wollen. — Abg. Irl (Ztr.), der die Erörterung heute fortsetzte, fordert bessere Berück- sichttgung des Handwerks bei Submissionen, wendet
Brief?« fragte Desiree, die die Gefahr nicht begriff, in der sie schwebte.
„Mit welchem Rechte?« donnerte Herr von Soumis. „Mit dem Rechte der Justiz, Verrat zu verhindern und zu bestrafen. Es ist ein wertvoller Fund, der in meine Hand fiel. Jede Seite dieses Schreibens klagt Sie an. Hier: „Run bin ich in Bordeaux, der Schwelle des Geheimnisses". Allerdings von hier aus werden alle Rüstungen betrieben. „Ich werde hier alles erfahren und Dir Bericht abstatten." Run, diesmal hoffe ich doch, einen Riegel vorzuschieben. „Ich schwör« Dir, daß ich nicht ohne Nachricht zurückkehren werde." Ich fürchte. Sie werden gar nicht zurückkehren. Mademoiselle. „Denn ich bin klug und werde alles auskundschaften, was uns zu wissen nottut!« Und was sie auskundschaften, erfährt das preußische Hauptquartier. He, so haben Sie sich die Sache gedacht, Abscheuliche? In welchem Verhältnisse stehen Sie mit diesem Tyrolt?«
„Er ist mein Verlobter," entgegnete Desire« mit Festigkeit.
Ein Seufzer schlug an ihr Ohr. Eie wandt« sich um und erblickte den Grafen, welcher aus bet Fensternische getreten war. Erbleichenb senkt« fie ben Blick zu Boden.
„Wie, Sie find verlobt mit einem Prusfien, verlobt mit dem Willen Ihres Vaters, b«t gleichfalls nach Bordeaux kam?" fragte be Sou» mis. „Dann haben wir ja noch mehr Spioat in bet Stadt?« x
i . (Fortsetzung folgtJ