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mit dem Kreisblatt für die Kreise Mar-mg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Veuage."

11 u n fl" bei allen Postämtern und unser« Zeitungsstelle« i« chhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21. Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unser« ZeitungSstellen und der Expedition 2 Mk.

Man abonniert auf die täglich erscheinend«Oberhessisch»

HZ 32 851 ...........

Marburg

Sonntag, 7. Februar 1909.

Die JusertivnSgebühr beträgt für die 7g«spalteae Zeile oder deren Rama 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Bug. Koch, Unioersttätsbuchdruckerei Inhaber Dr. 6. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

U. Jahrg.

zweites Blatt.

Eine Rede des deutjcuen Botschafters in Amerika.

Zu Ehren -es deutschen Botschafters Grafen von Bernstorff fand am Donnerstag in den Räumen der Handelskammer in Newyork ein Empfang statt, wobei der Bot­schafter von dem Prästdenten der Handelskammer, Simons, den Mitgliedern mit ein"r äußerst herzlichen Ansprache vorgestellt wurde. Nachdem der Botschafter für die freundliche Begrüßungsansprache gedankt hatte, sagte er, er könne in der an ihn ergangenen Einladung wohl einen Ausdruck der Wertschätz­ung sehen, die Amerika und Newyork für seinen Souverän und das Volk empfänden, die zu ver­treten er die Ehre habe. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, fuhr Graf Bernstorff fort, daß diese freundschaftlichen Gefühle von dem Kaiser und dem ganzen deutschen Volke auf das herzlichste erwidert werden. Seitdem die ameri­kanische Nation existiert, herrschte eine nie un­terbrochene Freundschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. Meine Misston kann in dem Wunsche zusammengefaßt werden, daß diese Freundschaft andauern und sich f^ets vertiefen möge. Die gewaltige Entwickelung des Wohlstandes und der Industrie in den Vereinig­ten Staaten ist an unserer Nord- und Ostsee­küste niemals mit unfreundlichen oder eifer­süchtiger. Augen betrachtet worden. Müßig wäre es, zu leugnen, daß wir danach trachten, gleichen Schritte mit Ihnen zu halten und immer regere Handelsbeziehungen mit Ihnen zu unterhalten. Nichts fördert den Frieden unter den Völkern mehr, als der Austausch ihrer Erzeugniffe. Wenn die Tore des Handels offen stehen, herrscht Frieden, darum hab. ich auch in allen Ländern, die ich besucht habe, finden können, daß die Handelskammern als die ersten ihre Stimme im Interesse des Friedens vernehmen lassen, wenn weniger verantwortliche Leute Zwietracht zwischen den Nationen zu säen such, ten. Möge die Newyorker Handelskammer immer Erfolg haben in ihrem Friedenswerke! Die Newyorker Staatszeitung hat den Wunsch (gehegt, als Vermittler zwischen mir und der hie- igen Presse aufzutreten und mich in den Stand zu setzen, künftig mit ihren Leitern in freund- kichem Verkehr zu stehen. Ich bin überzeugt, daß die amerikanische Presse im allgemeinen wünscht, die große Macht, die sie handhabt, im Interesse des Friedens und des guten Willens zwischen der amerikanischen und den anderen Nationen zu gebrauchen. ' Sicherlich ist dies meinem Lande gegenüber der Fall. Um so wirken zu können, bedarf es eines möglichst direkten, freundschaftlichen Verkehrs zwischen beiden Völkern, für den es viele Kanäle gibt. Ich hoffe, einer dieser zu sein. Besuchen Sie aber auch mein Land. Ich brauche nicht zu sagen, daß Sie dort herzlich willkommen sein und ein

49 1 s?n(tt>r«(f Verboten.)

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias. ' lftortsetzung.)

Was gibt es?" fragte sie.

Stehen Sie auf, Fräulein Bourlier," rief draußen eine scharfe Stimme.Man verlangt nach Ihnen."

Wer ist dort?"

Ich bins, Mademoiselle Antoinette, die Di» rectrice des Pensionats. Bitte, lassen Sie mich ein. Es ist gut, wenn die Nachbarschaft mein« Botschaft nicht hört."

Desiree öffnete die Tür. Die Dam« trat ein und zeigte eine aufgeregte Miene, die ihr ohne­hin häßliches Gesicht fast zu einer Fratze ver­zerrte.

Vollenden Sie Ihre Toilette, Mademoi­selle," sagte sie in keifendem Tone ohne vorheri­gen Gruß.Zwei Herren von der Polizei sind unten und wünschen Sie zu sprechen. Ich gab ihnen mein Wort daß Sie sich meiner Gesell­schaft nicht entziehen werden."

Die Polizei? Was habe ich mit ihr zu schaffen? Ich bin eine harmlose Reisende, das muß doch jeder sehen."

In dieser Zeit kann man sich in Frankreich nicht genug vor Feinden schützen. Wenn Sie «in gutes Gewissen haben, brauchen Sie die Neugierde der Behörde nicht zu scheuen."

Ich bin eine Französin, Madame?" rief De­siree voll edlen Stolzes.

Bitte, Mademoiselle. Man wird die Rich­tigkeit Ihrer Papiere prüfen. Nun beeilen Sir sich, die Polizei wird ungeduldig."

Desiree fügte sich der Drängenden. Während sie ihr Haar ordnete, fragte sie:

Wissen Sie nicht, wohin der Brief gekom­men ist, der auf meinem Schreibtische lag?"

Volk finden werden, welches mit seinen ameri­kanischen Vettern auf dem besten Fuß« zu stehen wünscht.

Politische Umschau.

Aus der preußische« Einkommensteuer-Statistik.

Nach den soeben veröffentlichten Hauptergeb­nissen der Einkommensteuerveranlagung in Preußen für 1908 beläuft sich die zurEinkommen- steuer veranlagte Bevölkerung bereits auf 47,6 v. H. der Eesamtbevölkerung. Das heißt bei­nahe die Hälfte der preußischen Zensiten mit Einschluß ihrer Angehörigen erfreut sich eines Einkommens von über 900 X Im Jahre 1896 waren nur 29,3 v. H. und auch 1907 nur erst 44,5 v. H. veranlagte Personen vorhanden. Das Durchschnittseinkommen dieser Zensiten betrug 1908: 2177 M. Es ist gegen das Vorjahr mit einem Durchschnittseinkommen von 2182 J*. ge­sunken. Auch im Jahre 1892 war es höher, näm­lich 2342 cW. Demnach ist ein Rückgang des durchschnittlichen Einkommens eingetreten. Aus diesem Umstande darf aber keineswegs auf den Rückgang der wirtschaftlichen Lage der Bevöl­kerung geschlossen werden, denn da von Jahr zu Jahr (wie wir gesehen haben, seit 1892 um fast 20 v. H.) die Zahl der Steuerpflichttgen stark zu­genommen und diese Zunahme begreiflicher­weise sich hauptsächlich auf die untersten Ein­kommenstufen erstreckt hat, erklärt sich der Rück­gang des Durchschnittseinkommens ganz von selbst. Die Durchschnittsrate verringert sich aber desto mehr auch unter sonst günstigen Umstän­den. je mehr Personen daran partizipieren.

Bo« derneuen Demokratie".

Die Gründer der Demokratischen Vereinig­ung, Dr. Barth, Breitscheid und Genossen, sind sehr rührig. Sie halten zahlreiche Versamm­lungen ab und suchen darin ihre früheren frei­sinnigenFreunde" möglichst herabzusetzen. Diese Seite ihrer Tätigkeit aber interessiert, im ganzen genommen, nur wenig. Denn wenn es denechten" Demokraten nicht gelungen ist, dem Freisinn nennenswerten Schaden zuzufügen, als sie noch dessen eingeschriebene Mitglieder waren, so wird es ihnen jetzt als offene Feinde noch weniger glücken. Und dies schon ujn deswillen, weil dieVarthleute" nun endlich ihren wahren politischen Charakter enthüllen und kundgeben, daß die neue demokratische Vereinigung in der Tat nichts weiter ist als ein Stück verschleierter Sozialdemokratte. In einer der letzten Berliner Versammlungen konnte man dies sehr deutlich erkennen. Dort ergriff, nachdem dieFührer" der Vereinigung sich ausgesprochen hatten, der sozialdemokratische Abgeordnete Ledebour das Wort und bemertte:

Das Proletariat wird jederzeit das Bürger­tum unterstützen, wenn das Bürgettum revolu- ttonär auftritt. (Beifall.) Den Führern dieser Bewegung brauche ich es ja nicht zu sagen, aber gegenüber anderen Vertretern des Bürgertums und der Presse ist es nötig, zu sagen, daß revo­lutionär in diesem Sinne heißt: daß jedes Mit-

Keine Antwort.

Mir wurde ein Brief entwendet, verstehen Sie mich, Madame?"

Mademoiselle ich weiß von nichts. Be­eilen Sie sich."

Wenn ich zurückkehre, werde ich der Brief­angelegenheit auf den Grund gehen," sprach das Mädchen, Geld und Schlüssel zu sich steckend. Ich bin bereit?"

Nehmen Sie auch Mantel und Hut mit, meinte Mademoiselle Antoinette.Sie werden mit den Herren einen Spaziergang machen müssen."

Ich bezweifle es," entgegnete Desiree ruhig, indessen wie Sie wünschen. Und mein Koffer?"

Bleibt bei mir, bis das Logis beiablt ist."

.Hier ist das Geld," sagte die junge Dame, zwei Napoleons auf den Tisch legend.Das Ueberschießende ist Ihr Trinkgeld. Gehen wir!"

Die Directrice brümmle etwas und machte den Weg frei. Sie stiegen die Treppe hinab, der Koffer blieb int Zimmer.

Im Salon befanden sich zwei Herren im Zivil, doch sah man ihnen ihr Geschäft auf den ersten Blick an. Es waren Detettives, di« ge­kommen waren, Desiree zu verhaften.

Im Namen der Republik erkläre ich Sie als meine Gefangene," sagte Herr Blichatt, der eine der Polizisten.Folgen Sie uns ohne Aussehen, wenn wir nicht Gewalt anwenden sollen."

Welches Verbrechens klagt man mich an?" fragte Desiree tödlich erschrocken.

Das werden Sie auf dem Stadrhaufe er­fahren," erwiderte der Polizist;wir sind zur Aufklärung nicht befugt."

Keine Umstände. kommen Sie unverzüglich mit!" herrschte sie der andere Detektive an.

3dj bin bereit." entgegnete Desiree, rasch die

tel. welche» einem reifen, tatgewillten Volke zu Gebote steht, benutzt werden muß, um grund- stürzende Aenderunge« der Staats- und Gesell­schaftsordnung durt^uführen."

Dr. Breitscheid antwortete darauf:

Wir können uns freuen über alle wesent­lichen Puntte in den Ausführungen des fozial- demokrattschen Redners. Wir stehen nicht auf dem Standpunkte des Abg. Wiemer, der den Sozialdemokraten zurief:Wir brauchen Sie nicht!" Wir brauchen die sozialdemokratischen Wähler und sie brauchen uns einmal! Wir lassen uns nickt dazu gebrauchen, mit allen Mit­teln, koste es, was es wolle, die heutige Staats-, Gesellschaft!»- und Wirtschaftsordnung zu erhal­ten. Uns gefällt sie auch nicht, wenn wir sie vielleicht durch andre Mittel und in andrer Weise ändern wollen als die Sozialdemokraten."

Zustimmungen aus dem sozialdemokratischen Lager erhielten dieBarthleute" bis jetzt nur von revisionistischer Seite. Wenn jetzt Lede­bour, einer der radikalen Heißsporne, bet De­mokratischen Vereinigung indirekt sozialdemo­kratische Unterstützung verspricht, so ist das ein Zeichen, daß man in der Sozialdemokratie einige Erwartungen auf das Wirken dieser neuen Partei setzt. Breitscheid aber auch hat alles getan, nm das Vertrauen der Sozialdemo­kratie zu verdienen, indem auch er für dieUm­wandlung" der heutigen Staats-, Gesellschafts­und Wirtschaftsordnung sich ausgesprdchen hat. Man wird also zwischen denBarthleuten" und bet Sozialdemokratie fortan keinerlei Unter­schied mehr machen dürfen.

Deutsches Reich.

Di« neue Armeepistole. Es ist nunmehr endgültig entschieden, daß an Stelle der bisheri­gen Revolver eine Pistole neuester Konstruktion (08) treten wird. Grundsätzlich war die Ein­führung einer Selbstladepistole schon vor Jah­ren entschieden. Man hat aber noch an, den vorhandenen Modellen verbessert, bis nun eine wirklich kriegsbrauchbare Waffe gefunden ist. Im Vergleich zu den bisherigen Revolvern wird die Pistole zunächst leichter sein, denn sie hat eine geringere Laufweite als der Revolver, und es fällt dieTrommel" fort, die für jede ein­zelne Patrone ein besonderes Lager bot. An Stelle des höchst umständlichen Einladens von sechs Pattonen nacheinander wird künftig das Laden eines ganzen Bündels von Patronen (eines Magazins) mit einem einzigen Griff treten. Die Schußleistung wird erheblich besser, denn der Revolver schloß nicht gasdicht zwisechn Trommel und Hinterem Laufende. Dadurch wurde die Leistung ungleich, Patronen neuerer Art mit Spitzgeschoß im Stahlmantel und neues rauchloses Pulver ließen sich nicht verwenden. Der Rückschlag in bet Hanb war verhältnis­mäßig stark. Alle biefe llebelstände dürften bei der neuen Pistole vermieden fein. Die neuen Patronen bedürfen keiner besonderen Einfett­ung; sie sind leichter, was sowohl für den Träger bet Pistole wie für bie Unterbringung einer

Fassung wiedergewinnend.Offenbar handelt es sich hier um ein Mißverständnis, welches sich schnell aufklären wird. Darum lasse ich vorder­hand meinen Koffer hier. Es wird doch keine Schwierigkeiten haben?" fragte sie Mademoi­selle Antoinette.

Wenn die Polizei ihn nicht mit Beschlag belegt, finden Sie ihn jederzeit hier," antwor­tete bie Dame achselzuckend, mit malittös aufge­worfenen Lippen.Aber ich glaube nicht, daß Sie zurückkommen werden, Spione hält man fest."

Spione?!" Desiree fühlte den Boden unter sich wanken. Sie eine Spionin? Woher konnte nur dieser entehrende Verdacht entstanden sein? Vergeblich sann sie nach. Ihre Papiere waren in Ordnung. Niemand kannte sie, niemand hätte sie anklagen können.

Müde folgte sie den Männern und betrat zwischen ihnen die Straße. Hier herrschte ein wildes Treibe« und Gehen. Die Marinesolda­ten, welche man ausgeschifft hatte, marschierten eng geschlossen nach den Depots. An ihre Seite drängten sich Weiber und Kinder, bie sie be­grüßten und ihnen Erfrischungen brachten, be­schäftigungslose Männer, welche, betrunken schon in aller Frühe, die Marseillaise brüllten.

Mademoiselle könnten im Gewühl ent­wischen," meinte Blichart.Ich werde Ihnen Handschellen anlegen und sagen. Sie seien eine Diebin, sonst packt Sie die Kanaille hier. Er zeigt« auf bie Menge hier, welche sie neugierig angaffte.

Ganz recht, meinte Piffard, bet Andere. Halten Sie mal die Pfötchen her, Mademoiselle, es tut nicht weh.

Er zog ein paar eiserne Ringe aus der Tasche und wollte Desiree, die zitternd und un­fähig, sich zu wehren, dastand, fessel«, al» ihn «in kräftiger Arm zurückstieß. ,

größeren Patronenmenge auf ben Fahrzeuge« von Bebeutung ist. Für Offiziere wird bie Pi­stole 08 zum Preise von 47,50 M. geliefert werden.

Ehauffeurmangel tel de« Provinztal-Ar- meekorp». Durch die Vertragbie vo« der Mi­litärverwaltung mit einer großen Anzahl vo« Besitzern von Lastkraftwagen für den Mobil- machungsfall geschlossen sind, ist im Ernstfälle eine Hinreicheiche Anzahl solcher Fahrzeuge ver­fügbar gemacht worden. Dagegen bestehen be­gründete Zwttfel, ob die Zahl der Fahrer aus- reichen wird. Man hat deshalb bereits daran gedacht, mit der Zeit die Krastfahrabteilung, ähnlich wie das Lehrbataillon der Infanterie, in eine Schulabteilung umzuwandeln, zu der zwecks Ausbildung Unteroffiziere und Mann, schäften der Trainbataillone kommandiert wer­den sollen, die ihrerseits später wieder als Un­terweiset im eigenen Truppenteile fungieren können.

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Ausland.

** Ein Söldner-Heer. Die englische Marine­verwaltung hat soeben, wie derHup." aus Marinekreisen mitgeteilt wird, eine seltsame Verfügung getroffen. Sie hat nämlich verfügt, daß alle Matrose« der Kriegsmarine sich täto­wieren lassen müssen. Bei der Neigung der Seemänner zur Tätowierung, die allgemein ge­funden wird, wird diese Anordnung nickt gerade Unwillen erregen. In Verfolgung dieser Ver­ordnung sind die englischen Konsulate angemie» sen worden, jeden sich melbenben englischen Ma­trosen nach seiner Tätowierungsmarke zu iden­tifizieren. Dieselben Vorschriften sollen übrigen» unserem Vernehmen nach auch für die amerika­nischen Matrosen der Kriegsmarine eingeführt worden fein. Es ist wohl anzunehmen, daß die­ser Tätowierungszwang durch die massenhafte« Desertionen veranlaßt worden ist, welche die amerikanische und englische Marine aufzuweisen haben. Bei der letzten großen Uebungsfahrt de» amerikanischen Geschwaders sind z. V. über 1500 Mann desertiert. Auch die englische Marine hat alljährlich viele Tausende von Deserteuren auf­zuweisen, die jetzt auf ihrer Flucht leicht er­kannt werden können und deren Rücklieferung vom Konsul schnell veranlaßt werden kann.

Handwerkerfraae.

Der geschästsführende Ausschuß des Deutsche« Handwerks- und Gewerbekammertages hat am 15. Januar d. I. in Leipzig eine Sitzung abge­halten, nachdem an den beiden vorhergehende« Tagen seine ständigen Kommissionen für Handel und Verkehr, für soziale Fürsorge, für Ge­werberecht und für bas Unterrichtswesen ge­tagt hatten.

Der Seratungsftoff umfaßte zunächst einige gesetzgeberische Vorlagen; ferner bracht« «r neben kleineren Beratungsgegenständen zwei Anträge für die Verhandlungen des 10. Deut, schen Handwerks- und Eewerbekammertags, bet

Sinb Sie von Sinnen, Mann," fragte ein« donnernde Stimme,was sollen diese Dumm­heiten? Geben Sie die Dame frei!"

Herr d'Alincourt," jauchzte Desiree,schützen Sie mich, Herr Major, diese Menschen wolle« mich verhaften, fesseln.

Der Graf nahm bas Mädchen in seinen Arm. Er war in glänzender Uniform. Die Poliziste« traten bescheiden zurück.

Sie ist eine Spionin, Herr Major, halte« zu Gnaden," berichtete Blichard.Wir habe« den Befehl, sie zu verhaften, und müssen ihn ohne Rücksicht ausführen."

Nun gut, aber doch nicht in dieser brutalen Weise?"

Wir bemerkten keinen Wagen," entschul­digte sich Piffard,und die Zeit drängt."

Treten Sie wieder in das Hotel ein, ent­schied bet Graf;ich werde selbst einen Wagen besorgen und Sie nach der Präfektur begleiten. Diese junge Dame ist unschuldig. Der Verdacht ist ein so ungeheuerlicher, daß ich selbst mit dem Herrn sprechen werde."

Er bat Desiree, Geduld zu haben, und schritt geradeswegs durch die vorüberziehenden Solda­ten, die ihm ehrerbietig Platz machten. Die Po­lizisten führten Desiree in das Hotel zurück, seh» zur rechten Zeit, denn einige Weiber hatten be­reits das WortSpionin aufgeschnappt uni drängten sich drohend herbei.

Hoffentlich wird der Herr Major uns nicht zu lange warten lassen, brummte Piffard un­zufrieden.In zehn Minuten gehen wir los. sonst haben wir bei dem General-Kommissar de« Teufel.

Sie können von Glück sagen, daß Sie solche« Schatz haben," bemertte bet Andere roh.Der macht Sie am End« frei, heut zu Tage kann das Militär alles.-

I - (Fortsetzung folgt.)