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«Nachdruck verboten.)
Behörden ist für die im Dienstbedarf entspre» chende Zahl von Beamten, die den beiden Lan« dessprachen mächtig sind, Sorge zu tragen. Als EruiÄsatz hat zu gelten, daß das Verhältnis der Volkszahl der beiden das Königreich Böhmen bewohnenden Volksstämme für die Austeilung der gesamten Zahl der staatlichen Beamten maßgebend sein soll. Der Gesetzentwurf betr. die Kreisregierungen bestimmt, daß in Böhmen für den Bereich der politischen Verwaltung in unmittelbarer Unterordnung unter die Statthalterei 20 Kreisregierungen errichtet werden und zwar 10 einsprachig tschechische, sechs einsprachig deutsche und vier zweisprachige. Die Kreisregierungen erhalten alle bisher der Statthalterei zugewiesenen Agenden, die sich nicht ausdrücklich die Statthalterei vorbehalten. Außerdem überwacht die Kreisregierung die ihr unterstehenden politischen B^irksbohörden und regelt deren Geschäftsführung. Beide Gesetze können nur glei^eitig in Kraft treten.
Ueber die Verhandlung wird berichtet:
Wien, 3. Febr. Ministerpräsident Bionerth wurde bei seinem Erscheinen von den Tschechisch- Radikalen mit den Rufen „Abzug Bienerth!“ empfangen. Er ergriff sofort nach der Einbringung der Gesetzentwürfe über den Sprachengebrauch, sowie über di« Errichtung von Kreisregierungen in Böhmen das Wort. Während seiner Rede verübten die Tschechisch-Radikalen durch Schreien und Pfeifen einen unaufhörlichen Lärm. Der Abgeordnete Choc läutete fortgesetzt aus einer Fahrradglocke, Lisy setzte eine Schnarre in Bewegung. Die Christlich-Sozialen nahmen di« Rede mit Beifallskundgebungen auf. Der Ministerpräsident wurde schließlich von vielen Seiten beglückwünscht. Utrzal und Kirchmayr beantragten sofortige Eröffnung der Debatte über die Regierungserklärung. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Sitzung wurde darauf behuf» Eintragung der Redner in die Rednerliste eine halbe Stunde unterbrochen. Rach Wiederaufnahme der Sitzung protestierten Choc, Jro und Stransky-Brünn gegen die sofortig« Besprechung der Erklärung des Minister- präfidenten und beantragten Fortsetzung der Verhandlung über die Dringlichkeitsanträge. Der Präsident berief fich auf den einstimmigen Beschluß des Hauses. Seitz protestierte gegen diese Auffassung, erklärte sich aber im Interesse der Wichtigkeit des nationalen Friedens für die Einhaltung de» Beschlusses. Der Präsident erteilte darauf Masaryk als erstem Redner contra das Wort. Die Tschechisch-Radikalen riesen ununterbrochen: Abstimmen lassen! und pfiffen und lärmten unaufhörlich, so daß Masaryk am Sprechen verhindert wurde. Zwischen den Christlich-Sozialen und den Tschechisch-Radikalen kam es zu einem Handgemenge, doch wurden di« Streitenden getrennt. Vizepräsident Steinwender erteilte Bielchlawek einen Ordnungsruf. Der Lärm dauert« fort. Die Tschechisch-Radikalen gebrauchten ununterbrochen Ratschen. Bon Zett zu Zeit ertönten gellende Pfiffe. Der Abgeordnete Lisy stieß ununterbrochen in ein« Trompete. Prochazka und Schmid ver
fertigten Tschakos aus Papier und war- fen sie den Tschechisch-Radikalen zu, die fi« zurückschleudert«».
Von 1—4 Uhr dauerte der Lärm. Di« Tschechisch-Radikalen hatten stählerne Ratschen, Sirenen, Kinderpfeifen, Glocken und ein riesiges Nebelhorn mitgebracht. Zwischen Bielohlawek und dem Tschechisch-Radikalen Lisy, den er Lausbub nennt, kommt es zum Handgemenge. Auch eine Ziehharmonika wurde zu Hilfe genommen. Einen Ri^enspektakel machten vier Ratschenmaschinen, welch« die Tschechisch-Radikalen eigens in Prag fabrizieren ließen. Diese Instrumente sind sogenannt« R«- genmaschinen, mit denen im Theater das Geräusch prasselnden Regens nachgeahmt wird. Sie wurden aus Brücken befestigt und mit Kurbeln in klappernde Bewegung gesetzt. Um 4 Uhr stellten die Tschechisch-Radikalen die Katzenmusik ein. Präsident Weißkirchner ersucht« Masaryk, seine Rede fortzusetzen, dieser wünschte jedoch, seine Rede morgen fortsetzen zu dürfen, und der Präsident erklärte, dem Rechnung tragen zu wollen, worauf er die Verhandlung abbrach. Die Sitzung wurde geschlossen. — In seiner Rede führte Ministerpräsident Frhr. von Bienerth folgendes aus: Wir stehen an einem überaus ernsten Wendepunkt. Es muß sich entscheiden, ob der nationale Zwist in Böhmen, der aus da» gesamte öffentliche Leben in Oesterreich wie ein Alb drückt und nicht nur das politische Getriebe, sondern bereits Handel und Wandel sowie die bürgerliche Arbeit sl^ver schädigt, sich wie eine ewige Krankheit fortschleppen soll, oder ob wir seiner wenigstens soweit Herr werden können, daß eine ungestörte Verwaltung und ein dauerndes, ersprießliches Zusammenarbeiten der Parteien in Parlament und Regierung ermöglicht wird. In der Ueberzeugung, daß nur das Gesetz den Frieden bringen kann und daß di« Klarheit und Unzweideutigkeit eine» Gesetzes an di« Stelle schwankender Verordnungen und willkürlicher Interpretationen treten muß, ruft die Regierung die Gesetzgebung als unanfechtbaren Schiedsrichter auf, indem sie zunächst eine Begrenzung des strittigen Stoffgebiete» dadurch versucht«, daß sie das allerdringendste heraus- griff, das zugleich das allerreifste ist; denn die Fragen, um die es fich in den vorgelegten Gesetzentwürfen handelt, find zur Entscheidung wirklich reif.
Die Sprachenvorlage im österreichischen Abgeordnetenhaus.
Die Regierung brachte im Abgeordnetenhause in der gestrigen Sitzung zwei Gesetzentwürfe ein; sie betreffen erstens: Die Regelundes Sprachengebrauches bei den staatlichen Behörden im Königreich Böhmen und zweitens die Errichtung von Kreisregierungen im Königreich Böhmen, sowie die hierdurch notwendigen Aen- derungen in der Organisation der politischen Verwaltung. Im Wege genauer Arrondierung national geschloffener einsprachiger Berwal- stingsbezirke enthält die Borstige 139 einsprachig tschechische, 95 einsprachig deutsche und fünf Mei- sprachige Bezirksgerichtssprengel. Die Prager Bezirksgerichte gelten als Meisprachige; dadurch wird die Abänderung einer Anzahl von Spren« geln, sowie die Errichtung von 14 neuen Bezirksgerichten notwendig. Die Bezirksgerichtssprengel find bestimmt für den staatlichen Charakter der Verwaltungsbezirke. Die Prager Polizeidirektion gilt als zweisprachig. Die einsprachigen Behörden bedienen sich in der Regel ihrer Amtssprache; um aber auch den anderssprachigen Parteien die Möglichkeit eines unmittelbaren Verkehres mit der Behörde zu geben, ist vorgesehen, daß sie Eingaben in ihrer Sprache machen können; die Erledigung erfolgt sodann in der Sprache der Eingabe. Eintragungen in öffentliche Bücher und Register werden in der Amtssprache vollzogen. Die amtlichen Bekanntmachungen ergehen in der Regel in der Amtssprache. Bei zweisprachigen Behörden erfolgt der mündliche und briefliche Verkehr mit den Parteien in deren Sprache; Entscheidungen und Beschlüsse kommen in der Sprache der ersten Eingabe in» Protokoll; Eintragungen in die öffentlichen Bücher und Register, sowie Auszüge daraus, er- folgen in der Sprache der Eingabe. Im inneren Dienste gebrauchen die einsprachigen Behörden ihre Amtssprache, die Meisprachigen in Partei- fachen, die im äußeren Dienstverkehr in der gleichen Angelegenheit ausschließlich oder vorwiegend zur Verwendung gekommene Sprach« und in allen Nichtparteisachen die der Beschaffenheit des Falles angemeffene Sprache. Ausgenommen find hier wie überhaupt in allen Stücken bei in den Angelegenheiten der bewaffneten Macht geführten Aufzeichnungen, sowie der gesamte Dienstverkehr mit den militärischen Behörden und der Gendarmerie. Bei diesen hat er bei der Anwendung der deutschen Sprache zu verbleiben; ebenso hat es im Verkehr mit den Behörden außerhalb Böhmens bei der Anwendung d«r deutschen Sprache zu verbleiben; dies gilt in»i besondere vom Verkehr Mischen den Landesteilen des Königreichs Böhmen und den Zentralstellen. Für die Landesbehörden gelten die für die Meisprachigen Behörden aufgestellten Grundsätze. Bei einsprachigen Behörden dürfen nur Beamte angestellt werden, welch« die Amtssprache in Wort und Schrift beherrschen und von denen mit Rücksicht auf die Umgangssprache bei der Mehrheit der Bevölkerung entsprechende Verwendung erwartet ist. Bei zweisprachigen s--—■—i,. ----------
Politische Umschau.
Der Wohnungsgeldzuschuß vor der Kommission.
Berlin, 3. Febr. Die verstärkte Budget- kommisston des Abgeordnetenhauses beriet heute die Novelle zum Wohnungsgeldzuschuß. Der Berichterstatter unterbreitete den Vorschlag, allgemein unter Zugrundelegung des OrtsNaffen- verzeichniffes der Regierungsvorlage 33% Proz. Zuschlag zu gewähren. Die nächste Revision de» Ortsklaffenverzeichniffes soll mit der Wirkung ab 1. April 1919 erfolgen. In der Zwischenzeit soll das Staatsministerium ermächtigt sein, in besonderen Ausnahmefällen einzeln« Orte anders einzureihen. Alle Orte, die einer geringeren Ortsklaffe zugewiesen find, als der, der fie
Die Jnsertioutgebühr beträgt für die 7gffpaltene Zelle oder d«en Raum 16 Pfennig, für Reüamen 80 Pfennig. — Druck nnd Verlag: Joh. Aug. Koch, UnwersitätSbuchdruckere' Inhaber Dr. L. Hitzerot h, Marburg, Markt 2L — Telephon 55.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Berlage
Marburg
Freitag, 5. Februar 1909.
Waffen. Der General und ich, di« Leunant» Cruzat le Hereditere und Gabini traten als Zivilisten in das neutrale Land."
Graf d'Ailncourt schwieg. Die Erzählung des jungen Helden stimmte fie nur noch trüber. Sie sah nicht die französische Großtat, sondern nur die Greuel und Schrecken des Gemetzels, das Blut, das gefloffen, die Schmerzen, welche die Gefallenen erlitten. Sie bebte vor dieser Schlächterei zurück, die fanatische Blutgier erzeugt, — das Verständnis für das Heldentum in der Schlacht war ihr in den Lazaretten verloren gegangen.
„Ich habe Sie erschreckt," sagte der Gras, betroffen, kein Wort der Bewunderung zu hören, indem er ihre Hand zu erhaschen suchte. „Vielleicht habe ich durch meine Schilderung auch schmerzhafte Erinnerungen geweckt? Verzeihen Sie mir!"
„Ich habe nichts zu verzeihen," entgegnete fie schüchtern, „im Gegenteil, Sie müffen mir zürnen, weil ich Ihnen den Zoll meiner Bewunderung vorenthielt. Ich tat es unabsichtlich. Meine Gedanken weilten bei dem entsetzlichen Unglück, das sich allüberall zeigte. O, dies« Wunden, dieses Elend! Wenn ich daran denke, daß ich es wiedersehen soll, erstarrt mir das Blut in den Adern."
„3a, der Krieg ist schrecklich," nickt« er. »Leider ist er noch lang« nicht zu End«. Es wird noch viel Blut fließen in Frankreich» Auen, bi» der letzt« Preuße unser Land verlasse» IM*.,
’ der Rechten, den Karabiner in der Linken. „Vive la Prange!“ scholl es durch die Reihen, und die Mafien setzten fich in Galopp. Mit wehenden Standarten und flatternden Roßschweifen, die Offiziere weit in der Front, ich dicht neben Eallifet, der seine totgeweihten Scharen zur Attacke führte. Jede andere Truppe, unserem Angriff, als wir wie die Windsbraut dahinstürmten. preisgegeben, wär« wie Spreu auseinandergeflogen. Die Deutschen hielten Stand. Aber da waren wir auch heran. Kattätschen- salven forderten neue Opfer. Weiter gings — der Palasch machte uns Bahn. Ganze Züge stürzten in die quer vorliegenden, tiefen Steinbrüche. Die übrigen rasten weiter, mitten in die preußischen Reserven hinein, welche sich uns entgegenstellten. Fast alle Offiziere fielen — ganze Schwadronen wälzten sich in ihrem Blut. „Vor- wätts!" rief Eallifet, „falle wer fällt. Es leb« Frankreich! Mir nach!" Sein Säbel tötete wie der Blitzstrahl Gottes. Ich hieb nieder, was mir vor die Klinge kam. Durch! Durch! Jenseits der Höhen hielten wir an: Eallifet, drei Offiziere und sechs Kürassiere. Alle anderen waren auf dem Todesritt geblieben. Ich wandt« mein Roß, das wie im Fieber zitterte und ganz mit Blut und weißem Gischt bedeckt war. Mein letzter Blick fiel auf die Stadt. Vom Münster Sedans wehte die weiße Fahne, Kapitulatton! Tränen trübten meinen Blick, aber Eallifet rief: „Vorwärts, vive la Prange!“ und wir trabten langsam der belgischen Grenz« zu» Im letzte» franzöfischen Dorf» bliebe« Pferde »nd
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeituugsstellen in Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21. — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
„Glauben Sie wirklich, daß es gelingen wird, den Feind zu vertreiben?"
„Es muß gelingen. Der Krieg bis aufs Messer wurde proklamiert. Kein Mann in ganz Frankreich wird ehrenvoll leben dürfen, der nicht die Waffe gegen die Invasion erhebt."
„Da ist es freilich nicht zu verwundern, wenn mein Vater Soldat geworden ist."
„Verzweifeln fie deshalb nicht, teures Fräulein. Richt jede Kugel trifft, und dann ist es ja zweifelhaft, ob man ihn unter die Kombattanten eingereiht. Aber oft will es mir scheinen, als ob noch ein anderer in den Reihen unserer Armee stände, dem ihre Seufzer gelten."
„Es ist nicht der Fall, Herr Graf."
„So haben Sie noch Niemanden diese kleine. Hand zugesagt?"
Desiree antwortete nicht. Die Luge wollt« nicht über ihre Lippen, doch hütete fie sich wohl, einem Franzosen ihr Herzensgeheimnis mit. zuteilen. . „ ,. . .
„Nun, ich habe mir in den Kopf gesetzt, daß Sie dennoch für einen anderen Franzosen al» Ihren Papa beten sollen, und deshalb will ich mir um Sie Verdienste erwerben. Ich werde Ihre Schritt« leiten, wenn Sie den Vater suchen; ich werde Sie vor den Gefahren schütze« — kurz, ich werde alles tun, damit Sie mich ei» wenig lieb gewinnen. Und da ich mit Sckrecke« an den Augenblick der Trennung denke, hin ich entschlofien, nicht eher von Ihnen zu weiche^ al» bi» Si« Ihr«« Vater gefunden haben."
.lSiachdrmk berbote».)] j
nach der geltenden Servisklasseneinteilung angehören, sollen in die ihrer bisherigen Stellung in der Servisklafieneinteilung entsprechend« Ortsklaffe kommen. Der Ortsklaffe a sollen alle preußischen Orte zugewiesen werden, bet denen «in durchschnittlicher Einheitszimmerpreis von über 200 M anstatt 220 «M der Regierungsvorlage festgestellt ist. Die Ortsklaffen nichtpreußischer Orte sollen durch den Reffortminister im Einverständnis mit dem Finanzminister bestimmt werden. Die Freisinnigen beantragten überall 50 Prozent Zuschlag. Da» Zentrum will den unverheirateten Staatsbeamten nur die Hälfte des tarifmäßigen Zu- schuffe» gewähren. Ein konservativer Antrag ging dahin, es bei der bisherigen Klassifizierung der Orte zu belassen und für die höheren und mittleren Beamten 33% Prozent Zuschlag zu gewähren; bezüglich der Unterbeamten aber bei der Regierungsvorlage zu verbleiben, so daß sowohl die in der Regierungsvorlage enthaltenen Heraufsetzungen wie Herabsetzungen der einzelnen Orte wegfallen. Die Maßnahme soll nur Mei Jahre Geltung haben. Die Regierung erklärte, der Vorschlag des Berichterstatters koste 800 000 J*. mehr eie der der Regierungsvorlage. Der fteifinnige Antrag sei abzulehnen, da er 6 bi» 7 Millionen mehr koste. Der konservative Vorschlag ergebe zurzeit 1 Million weniger Kosten et ergebe jedoch nach der Revision ein ungünstiges Resultat. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Fottsetzung Sonnabend.
Die Preußisch« Zentralgenoffenschaftskasse.
Dem Abgeordnetenhaus« ist ein Gesetzentwurf zugegangen, durch den das Grundkapital de» Zentralgenossenschaftskasse auf 75 Millionen gebracht, also um 25 Millionen erhöht werden soll. Die Preußische Zentralgenofienschafts- kafie ist auf Grund des Gesetzes betreffend di« Errichtung einer Zentralanstalt zur Förderung des genossenschaftlichen Personalkredits vom 1. Oktober 1895 mit einem Grundkapital von 5 Millionen M. ins Leben getreten. Ihr Grund- kapital wurde aus Staatsmitteln durch die Gesetze vom 8. Juni 1896 und vom 20. April 1898 zunächst auf 20, dann auf 50 Millionen <*. erhöht.
Die Kasse begann ihren Geschäftsverkehr mit 11 Verbandskassen mit 786 Genossenschaften und 83 000 Mitgliedern. Am 31. März 1898 er- streckte sich ihr Geschäftsverkehr auf 42 Verbands, lassen mit 6279 Genossenschaften und rund 543 000 Mitgliedern, am 31. März 1907 auf 53 Verbandskassen mit 14 633 Genossenschaften und 1 439 000 Mitgliedern. In derselben Zett ist die Zahl der in Preußen vorhandenen Genossenschaften von rund 5000 auf rund 8000 im Jahr« 1898 und rund 14 500 im Jahre 1907 gewachsen.
Der Umsatz der Preußischen Zentralgenoffem schaftskafie ist von rund 141 Millionen -K im ersten (halben) Geschäftsjahre auf rund 1987 Millionen irn Jahre 1898, auf zirka 12278 Millionen M im Jahre 1905 gestiegen und hat seitdem eine weitere beträchtliche Zunahme erfahren. Der Reservefonds hat bis zum 31. März 1907 den Stand von rund 4 540 000 Jt erreicht. „, „
Aus kleinen Anfängen heraus hat sich als« die Anstalt innerhalb 12 Jahren zu einem wichtigen Eliede des heimischen Wirtschaftslebens entwickelt. Die jetzt angeforderte Erhöhung de» Grundkapitals um 50 v. H. soll dazu
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
(Sortierung.)
„Sie sind mein Mann," sprach Gallffet. „Wenn Sie sterben wollen, könnten wir e» in Gemeinschaft tun."
„Aber wie?"
„Wir schlagen uns durch — wozu ist man Kavallerist? Sehen Sie drüben die blauen Linien? Sobald sie dünn geworden find, lasse ich aufsitzen und reite sie mit meinen Kerlen über den Haufen. Fällt, wer fällt, der Ueberlebend« kanns der Nachwelt erzählen, wie französische Kürassiere zu sterben wissen. Das ist mein - Plan."
Ich nickte und richtete meinen letzten Blick auf das Kriegstheater rings herum, lleberall tobte das vernichtende Einzelgefecht, überall wichen unsere Leute zurück und bedeckten mit ihren Leibern den Boden, der unter dem Kanonendonner wie bei einem Erdbeben schwankte. Soweit mein Auge die nahen Gebirge bestrich, sah ich brüllende Geschütze und dazwischen immer heue Heeressäulen der Deutschen auftauchen und wie die Lava eines Vulkans zu Tal fließen. Endlich war der Moment eingetreten, den Eallifet erwartet hatte: Die Gelände von jenseits waren nur von auseinander gezogenen Schützenzügen besetzt. Drauf und dran! da» Signal ertönte; die Reiter, welche hinter uns gehalten, faßen mit grimmen Miene« auf, den Pallasch i«