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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain S
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchenüiche Unterhallungsbellage) und ^andwirtschafiirche Berlage."
Man abonniert auf die täglich erscheinend« „Oberhessisch«
Marburg
Donnerstag, 4. Februar 1909.
„ Leitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitung Sftellen in
.Wo zU Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21.
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Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, llnwersttätSbuchdruckere» ”• Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Handelsbilanz.
■ Der jetzt vorliegende Jahresabschluß über den auswärtigen handel Deutschlands zeigt, -atz der Rückgang unserer Ausfuhr, der ja bei -er allgemein eingetretenen Depression des wirtschaftlichen Lebens mit Sicherheit in Aus» ficht stand, insgesamt nicht so groß gewesen ist, tote wohl vielfach erwartet wurde. Wenn die für das Kalenderjahr 1907 ermittelten Warenwerte auf die Ausfuhrmengen des Jahres 1908 angerechnet werden, so ergibt sich ein Gesamtausfall unseres Exports im Jahre 1908 gegenüber 1907 von nur 97,8 Millionen Mark. Freilich ist diese verhältnismäßig geringe Abnahme unserer Ausfuhr im wesentlichen -urückzuführen auf den verhältnismäßig sehr stark gesteigerten Export von land- und forstwirtschaftlichen Er- zeugnissen, der im Jahre 1908 dem Vorjahre gegenüber um 86,5 Millionen Mark zugenommen hat. Auf dem industriellen Gebiete stehen neben einigen unerheblichen Zunahmen auch Export- ausfälle in wichtigen Industriezweigen. So hat der Exportwert an Erzeugnissen unserer chemischen Industrie um 25,8 Millionen Mark im Jahre 1908 dem Vorjahre gegenüber abgenom- Men. Gesunken ist ferner die Ausfuhr an Texttl- produkten um fast 152 Millionen Mark, gefallen ist um geringere Beträge unse t Export an Flecht- waren, an Besen. Bürsten und Pinseln, an Holz- waren und an Waren aus Steinen. Bedeutender ist wieder der Ausfall an Papier und Papierwaren (4,7 Millionen Mark), an Tonwaren (12,5 Millionen Mk.), am Glas und Elaswaren (10,6 Millionen Mk). Daß der Abgang an Edelmetallwaren sehr beträchtlich war (36,8 Millionen Mk.), kann in Zeiten rückläufiger Konjunktur des gesamten Eeschäftslebens nicht wundernehmen, und auch der erhebliche Ausfall am Export von Feuerwaffen, Uhren, musikalischen Instrumenten und Spielzeug (24,4 Mill. Mk.) erscheint erklärlich.
Demgegenüber sind Zunahmen unserer industriellen Ausfuhr in folgenden Warengruppen zu bemerken. Es stieg die Ausfuhr an Leder und Lederwaren (um 21,4 Mill. Mk), an Büchern, Bildern und Gemälden (um 2 Mill. Mk.) namentlich aber die Ausfuhr an Eisen und anderen unedlen Metallen und Waren daraus (um 35,6 Mill. Mk.), sowie an Maschinen und elek- trorechnischen Erzeugnissen (um 31,2 Mill. Mk.). Unsere Gesamtausfuhr im Spezialhandel bewertete sich 1908 auf 6753 Mill. Mk. gegenüber 6851 Mill. Mk. im Vorjahre, so daß der Ausfall von rund 98 Mill. Mk. nur 1,42 Prozent von der Eesamtausfuhr ausmacht.
Wir behalten uns vor, noch darzulegen, daß wir mit diesem Ergebnis — wenn man es mit den Jahresabschlüssen anderer Länder in Vergleich stellt, — immerhin noch recht zufrieden sein dürften.
Politische Umschau.
Mer Kaiser und das 1. Garde-Regiment z. F.
Jedes Jahr am 9. Februar findet eine Feier zur Erinnerung an den Eintritt des Kaisers zum praktischen Dienst beim 1. Garde-Reg. z. F.
47 । ftacöbrutf verboten.)
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
l Fortsetzung.)
Der Zufall führte eine Bekanntschaft herbei. Der unfreundliche Nordwest hatte dem Mädchen den Hutschleier entrissen, Graf d'Alincourt erhaschte ihn, bevor er ins Meer geweht wurde. Während Desiree den Flüchtling befestigte, nahm er an ihrer Seite Platz. Durch geschickte Fragen hatte er bald ihren Kummer erfahren.
„Sie wollen Ihren Vater suchen, mein gnädiges Fräulein?" sprach er nachdenklich. „Das ist in der jetzigen Kriegsperiode ein höchst gefährliche Unternehmen. Haben Sie auch die Möglichkeit erwogen, daß Ihr Vater als guter Patriot Kriegsdienste genommen haben kann und vielleicht jetzt schon dem Feinde gegenüber« steht?"
Desiree erschrak. Der Gedanke war ihr in der Tat bisher nicht gekommen.'
„Mein Vater ist ein Vierziger, Herr Graf," sagte sie, sich gegen die Idee wehrend, „er ist fern von allen exzentrischen Anwandlungen, obgleich die Vorfälle in Sedan, der Tod meines Bruders —“
„Das Rachegelüst, dem Sohn bet seinem ?feinde Vergeltung zu schaffen, kann auch da» riedfertigste Gemüt zu Ausschreitungen führen. Freilich spricht dagegen, daß Ihr Papa Rückfich-
statt. Diese Veranstaltung wird dieses Jahr im Regimentshause des genannten Regiments und zwar schon am 6. Februar abgehalten, da das englische Königspaar am 9. Februar in Berlin eintrifft. Schon im vorigen Jahre mußte das Fest auf ein anderes Datum verlegt werden infolge des Ablebens des Herzogs von Sachsen- Altenburg ä. la suite des 1. Garde - Regiment» z. F.
Schleswig-Holstein.
Ci» wichtiger Gedenktag war der 1. Februar, denn vor 45 Jahren am 1. Februar 1864 begann der von Preußen und im deutschen Bunde gemeinsam geführte Krieg mit Dänemark. Schon im Dezember 1863 hatte der deutsche Bund die Bundesexekution gegen Dänemark beschlossen, waren 12 000 Hannoveraner und Sachsen in Holstein eingerückt. Bei Hamburg sammelte sich bald darauf eine österreichische und bei Lübeck eine preußische Brigade. Am 16. Januar 1864 richteten Preußen und Oesterreich an Dänemark die Forderung, die Verfassung vom 18. November 1863 aufzuheben. Da Dänemark sich weigerte diese Forderung zu erfüllen, nahmen am 1. Februar vor 45 Jahren die Feindseligkeiten ihren Anfang, indem unter dem Oberbefehl des Feldmarschalls von Wrangel die Eider überschritten wurde. Rechts von Kiel her drang ein preußisches Armeekorps unter Prinz Friedrich Karl von Preußen, links eine aus den neu errichteten preußischen Garderegimentern gebildete Division vor, während in der Mitte von diesen beiden Truppenkörpern von Rendsburg her ein von dem Feldmarschalleutnant von Gab- lenz befehligtes österreichisches Armeekorps sich vorwärts schob zum Angriff der hinter derSchlei und dem Danwerk postierenden, vom General de Moza befehligten Dänen. Schon der nächste Tag, der 2. Februar 1864, brachte den ersten ernsthaften Zusammenstoß. Der Krieg von 1864 sollte nur ein kurzer sein, er brachte, was alle Schleswig-Holsteiner, alle Deutschen schon lange erstrebt hatten die Trennung der meerumrausch- ten deutschen Lande von Dänemarks Herrschaft.
Her, Roske.
Zu dem Bertrauensbruche des „Genossen" Noske wird aus Chemnitz in Sachsen berichtet, daß Noske vor Jahren dort in eine ähnliche Affäre verwickelt war. Es waren damals nämlich aus einer geheimen Stadtverordnetensttzung in Chemnitz vertrauliche Mitteilungen in die sozialdemokratische „Volksstimme" gelangt. Noske war damals Stadtverordneter und zugleich Redakteur der „Volksftimme". Mehr zu bemerken erscheint überflüssig, trotzdem er damals in längeren Ausführungen den „betreffenden" Genossen zu entschuldigen suchte.
Japan und Amerika.
Tokio, 2. Febr. Der Minister des Aus- wätttgen Komura erklätte im Unterlaufe in einet längeren Rede übet die äußere Politik Japans, er hoffe zuversichtlich, daß die antijapanischen Gesetzesvorlagen in Kalifornien nicht zu intetnattonalen Komplikationen führen werden. Japan vertraue auf den Gerechtigkeitssinn des amettkanischen Volkes. Das Ziel der äußeren Poltttk fei die Erhaltung des Fttedens und die Entwicklung der nationalen Hilfsquellen. In Bezug auf die Beziehungen mit Deutschland sagte Komura, die Erklärung des Fürsten Bülow im Reichstage zeige deutlich und offen die fteundliche Haltung und volle Uebeteinstimmung Deutschlands mit Japan int fernen Osten.
ten nehmen mutzte auf feine schöne, liebenswürdige Tochter, die er feines Schutzes nicht berauben darf."
„Dieses Bedenken hat Papa jedenfalls nicht gehabt," bemertte Desiree traurig. „Wir beide schieden nicht als gute Freunde. Papa zürnte mir, und darum gerade reiste er nach Südfrankreich."
„Dann allerdings werden Sie gut tun, in den Bureaux zu Tours, Le Mans und Bourges nachzuforschen und hierauf erst nach dem Süden zu gehen."
Desiree sah die Möglichkeit ein, und diese vergrößerte nur ihre Angst. Als bet Dampfet in den Kanal einlief, erlahmte ihre Widerstandskraft, und die Seekrankheit ergriff sie mit Hef- tigkeit.
Die „Esperance" paffiette die btetagnische Küste, der Wind flaute ab, die See wurde ruhiger und die kranken Passagiere ließen sich wieder auf Deck sehen. Graf d'Alincourt hatte sich unausgesetzt nach dem Befinden Desirees erkundigt, da er für sie ein lebhaftes Interesse fühlte. Et begrüßte Desiree mit aufrichtiger Freude, al» sie ihre Kabine verlassen hatte.
Trotzdem da» Wettet noch hrnnet kalt und von eisigen Regenböen verschlimmert wat, blieben sie doch beide auf Deck und suchten einen warmen Platz übet bet regelmäßig arbeitenden Maschine. Bald war ihr« Unterhaltung in vollem Gang».
Deutsches Reich.
— vom Kaiser. Berlin, 2. Febr. Der „Retchsanzeiget" meldet: Der Kaiser nahm heute Vormittag im Schlosse die Votträge de» Chefs des Militärkabinetts, des Chefs des Admiralstabes der Mattne und des Reichskanzlers entgegen.
— Die „Deutsche Fttedensgesellschaft" ohne staatliche Subvention. Die jährliche Subven- tton, die der Vorstand der „Deutschen Fttedens- gesellschast" in Stuttgart sowohl für seine eigenen Zwecke wie für das Berner „Internationale Friedensbureau" vom Reichstag erbeten hatte, wurde von der Petittonskommisfion nicht gewährt.
— Zur Reichstagsersatzwahl in Bingen-Alzey hat die Vertrauensmännerversammlung des Zentrums in Bingen gestern den hessischen Landtagsabgeordneten Uebel-Dieburg als Kandidaten aufgestellt.
—Hilfsaktionen des roten Kreuzes für Radbod. Die Vereine vom Roten Kreuz in Verbindung mit den Frauenvereinen vom Roten Kreuz haben durch Sammlungen für die Hinterbliebenen der bei dem Grubenunglück bei Rad« bod ums Leben Gekommenen rund 126 000 <M. aufgebracht, welche an das Hilfskomitee in Münster abgesühtt sind. Bon einigen Provinzialvereinen find die Sammelergebnisse noch nicht bekannt.
— Allgemeiner Bergarbeiterkongretz. Berlin, 2. Febr. Der Allgemeine Bergarbeitetkongreß nahm einstimmig eine Erklärung an, in bet eine einheitliche Regelung der Erubenkonttolle unter voller Sicherung der Unabhängigkeit und Selbständigkeit der Arbeiterkonttolleure verlangt roirb. Die Arbeiterkontrolleure sollen, um ihnen Unabhängigkeit, Selbständigkeit und ständige Aufsicht zu ermöglichen nicht im Arbeitsverhältnis zu den Zechen stehen und aus diretter und geheimer Wahl hervorgehen, sowie allein und jebeijeit eine Grubenbefahrung vornehmen können. Auf je 2000 Mann Belegschaft muß ein vom Staat besoldeter Arbeiterkontrolleur entfallen. Wahlberechtigt ist jeder großjährige Arbeiter, wählbar jeder Arbeiter, der fünf Jahre Hauet und ein Jahr auf einem Werke ober im Bereich eines Jnspektionsbezirkes auf Gruben beschäftigt war. Beschwerben unb Mitteilungen der Arbeiterkonttolleure über Mißstände auf den Zechen müssen von der Bergbehörde jederzeit berücksichfigt werden.
Ausland.
“ Schiebversuche bei de, französischen Marine. Paris, 2. Febr. Unter dem Vorsitz des Contreadmirals Auvert versammelte sich in Varis eine aus Artillerie- und Marineosizieren bestehende Kommission, um das Programm der Schießverfuche festzustellen, bei denen das durch eine Explosion verunglückte Panzerschiff „Jena" als Zielscheibe dienen soll. Die Schießversuche sollen im großen Maßstabe und, in einer der Wirklichkeit möglichst ' nahekommenden Weise durchgeführt werden, ll. a. will man auch die Wirkung der durch die Explosion entwickelten Kohlenoxydgase studieren, indem man in verschiedenen Teilen bet „Jena" für die Schießver-
Die Ereignisse von Sedan bildeten dabei den Hauptstoff des Gespräches. Die Eindrücke waren bei Desiree noch immer sehr lebhaft, schien ihr doch der Aufenthalt in Bazeilles nur als eine Fortsetzung jener Tage. Sie schilderte dem Grafen die Schrecknisse der Belagerung; er sprach von den Gefahren, der Verteidigung, dem Benehmen Napoleons, der Kopflosigkeit des Marschalls Wimpffen.
„Ich kam nach Sedan mit einer grenzenlosen Verehrung für diesen Mann, den ich von Kindheit an kannte," sprach der Etas. „Sein Wunsch attachiette mich ihm als Adjutanten, und dennoch muß ich bekennen, daß ich ihn allein für schuldig halte, die Katastrophe von Sedan herbeigeführt zu haben. Er ist es allein, bei bas Kaiserreich gestürzt hat."
Desiree nickte. Gerade so hatte der Vater gesprochen. Endlich einmal ein Mann, bei nicht von Verkauf und Veuat schwatzte.
„Sie glauben boch nicht, daß bet Marschall den Fall Sedans absichtlich herbei führte?"
„Der ehrliche Polterer? Wo denken Eie hin!" rief bei Eiaf. „In ben Reihen unserer Armee stehen überhaupt keine Verräter. Die französischen Offiziere find alle ehrlich, wenn ihnen auch bet feinere Begriff bet Ehre mangelt. Zum Beispiel Jene dott," sagte er, auf einige Offizier« zeigend. „Sie kamen mit heiler Haut nach Belgien und gaben ihr Wort, nicht mehr in diesem Kriege zu dienen. Nichtsdestoweniger
suche eine Anzahl lebender Tiere unterbringe» wird.
** Dee Casablancastreit. Haag, 2. Febr. Die Gesandten Deutschlands unb Frankreichs tm Haag legten int Bureau bes Schiedsgerichts- Hofes Denkschriften betreffend den Casablanca» streit nieder die für die Parteien, die Schied»- ttchter und den Eettchtshof selbst bestimmt sind. Von einet Vertagung der Angelegenheit, wovon ein Gerücht zu melden wußte, ist also für ben Augenblick nicht bie Rebe.
** Patente iw den Bereinigten Staaten. Newyork, 2. Febr. Das „Journal os Commerce" meloet aus Washington: Der Patentausschuß bes Kongresses hat eine Gesetzesvorlage vorbereitet, durch bie ben auswärtigen Patentinhabern, bie hier ihre Erzeugnisse Herstellen, bie. selben Bringungen auferlegt werben, wie sie von den ousmärttgen Regierungen den dort fabrizierenden amerikanischen Pattnttnhabern vorgeschtteben werden.
Bulgarien und die Türkei.
Konstantinopel, 1. Febr. Während gestern in Stambul und in den Kreisen der tüt* kischen Presse Kriegsbesorgnisse herrschten, sprechen sich die heuttgen Morgenblätter zuversichtlicher übet die ftiedliche Beilegung bet türkisch- bulgarischen Differenzen aus, deren Regelung sie mit Rücksicht auf die Haltung der Pforte und die Schtttte bet Mächte erwarten. Der „Jkbam" sagt, bie Pforte habe Bulgarien mitgeteilt, daß sie bereit sei, über eine Entschädigung von 125 Millionen Francs in Verhandlungen zu treten. Die Türkei trete vor militärischen Maßregeln Bulgariens nicht ben Rückzug an, sie wolle aber Stieben und wünsche daher, die Frage möglichst schnell zu lösen. Wenn Bulgarien nicht sofort zahlen könne, begnüge sich bie Pforte bamit, von Bulgarien 100 Millionen Francs sofort unb den Rest von 25 Millionen später zu erhalten. Diese Mitteilung bet Pforte spreche von keiner Grenz- rektifikafion. Die „Jeni Eazetta" meldet: Der Großwesier habe erklätt, daß die Kriegswahr« scheinlichkeit gänzlich geschwunden sei. Da» Blatt glaubt ,daß die Frage in einem oder zwei Tagen geregelt fein werde. „Der „Jkbam" führt in seinem Leitartikel aus, das Verlangen nach einer Grenzrektifikation sei keine neue Sache. Die Frage sei vielmehr schon vom Fürsten Alexander diskutiert worden. Die Erenz- rettifikatton sei für die Türkei eine Lebensfrage und viel wichtiger als 125 Millionen Franken. Jedenfalls vertage die Türkei die Frage bis sich bie Gemüter beruhigt haben und akzeptiere die Vermittelung der Mächte, um die Frage mit bet finanziellen Entschädigung zu regeln. Der „Jkbam" ermattet eine Antwort Bulgarien» auf ben Vorschlag bezüglich ber Entschädigungssumme von 125 Millionen Francs und macht darauf aufmerksam, daß das gegenwärtige Kabinett. welches das Vertrauen der Kammer besitze, versöhnlich sei, daß aber ein anderes Kabinett nicht dieselben friedlichen Intentionen haben könne, was die Mächte und Bulgarien nicht vergessen möchten.
Sofia, 2. Febr. Der angekündigte Kol. lektivschtttt der Erotzmächte ist heute nicht er- folgt. Er dürste infolge des neuen russischen Vorschlages, worüber dem hiesigen russischen Agenten bereits Jnstruttionen zugegangen sind, wahrscheinlich gänzlich unterbleiben. Wegen bes neuen Vorschlages nimmt ber russisch»
sind sie auf bem Wege nach Frankreich. Sie täuschen sich mit bei Ansicht, früher hätten sie bem Kaiser gebient, jetzt kämpften sie für die Republik. Gottlob, ich bin Herr meines Entschlusses, benn es gelang uns, Gallifet zu begleiten, als er sich burch die deutschen Reihen schlug und die Grenze als Privatmann überschritt."
„In ganz Sedan sprach man von der Bravour jener Reiter, und auch die Feinde ließen ihnen volle Gerechtigkeit widerfahren."
„Ja, es war ein großer Moment," berichtete d'Alincourt mit blitzenden Augen. „Auf dem Hochplateau bei Calvaire stand eine hohe Pappel, die wie eine -Grabzypresse auf bem ungeheueren Kirchhof hin und her schwantte. Dort» hin lenfte ich mein Pferd, als mich Wimpffen beurlaubt hatte, nachdem er den Parlamentär mit der weißen Fahne gesehen der nach bet Jlly hinabsprengte. Ich wußte, daß ich General Eallifet bei ber Pappel treffen würde. Ich fand den Helden gemütlich eine Zigarette rauchend. An eine Mariensäule gelehnt, welch» dort stand, und einen erträglichen Schutz vor um. herirrenden Geschossen bot, grüßte er mich."
„Was sollen wir tun?“ fragte ich, von meinem Gaul springend. „Der Parlamentär reitet nach dem preußischen Hauptquartier. Kit» droht die Gefangenschaft. Nein, eher den Tobi* i .... . .. (Fortsetzung folAt.j i