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Elftes Blatt
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Berlage.
Ihren Austritt aus der deutschsozialen Pattei und der Fraktton der Wirtschaftlichen Vereinigung anzeigen. Gleichzeitig spreche ich Ihnen persönlich meinen verbindlichsten Dank dafür aus, daß Sie diesen notwendigen Schritt aus freier Entschließung getan und mich dadurch der überaus peinlichen Aufgabe überhoben haben. Ihnen die Bitte um Lösung Ihres Verhältnisses zu uns demnächst im Namen der Fraktion zu übermitteln. Hochachtungsvoll Ihr ergebenster gez. M. Liebermann v. Sonnenberg."
— Gilt Johanniter-Krankenhaus in Siid- westaftika. Berlin, 1. Febr. Ein heute unter Vorsitz des Herrenmeisters des Johanniterorden« Prinz Eitel Friedrich abgehaltenes Kapitel beschloß die Errichtung eines Johanniter-Krankenhauses in Südwestafrika.
«ände, ließ sich aber schließlich von der amtlichen Autorität dazu bewegen, die Depesche zu unterschreiben. Politik ist Sache der „Verantwortlichen" und Wilhelm II. ist ein konstitutioneller Herrscher. So ist das „impulsive" Telegramm Wilhelms II. entstanden — ein konzentrierter Auszug der Weisheit des Auswärttgen Amtes. Das Telegramm ließ in Deutschland die Burenbegeisterung lichterloh aufflammen: es wurde in Pretoria nicht verstanden: und in England wirkt« es wie ein Schlag ins Gesicht der ganzen Nation. Unter unseren Verantwortlichen fand sich nicht ein einziger, der der raienden öffentlichen Meinung in die Zügel gefallen wäre, der auch nur das Quentchen Verstand besesien hätte, zu sagen: Das Telegramm ist ja nur ein avis au lecteur über die Unmöolichkeit bewaffneten deutschen Eingreifens! . . Das graue Elend kam bald nach. Und der Kaiser schwieg und trug die Last und mußte zwölf Jahre lang daran arbeiten, die schlimmsten folgen zu verhüten, ein eigenes Volk wandte sich ab von ihm und re- gfftrierte das Krügertelegramm unter die Temperamentsausbrüche, die er immer hinter dem Rücken der Weiien des Auswärtioen Amtes begebe, so daß st« schon ganz verzweifelt seien und nachgerade kein Kanzler mehr den Kaiser zu „decken" vermöge."
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 9.
tes. — Weitere Nachrichten aus dem Sandschak besagen, die moslemitische Bevölkerung lebe i» der Furcht not einem Einfall von montenegri« scher Seite. Bk» jetzt ist jedoch km Sandschak keine montenegrinische oder serbische Bande ans» getaucht.
Ausland.
** König Eduards Reifepläne. Wenn die neuesten Londoner Meldungen zutreffen, wird das englische Königspar nach dem Besuch in Berlin und Paris nicht, wie ursprünglich in Aussicht genommen war, nach London zurück- kehren. Vielmehr besteht bei König Eduard Und Königin Alexandra die Absicht, zunächst den Besuch zu erwidern, den König Alfonso von Spanien und Gemahlin im vorigen Jahre am englischen Hofe abgestattet haben. Am 18. und 17. d. M. gedenken die englischen Majestäten in Villagarcia einzutreffen, wo die Begegnung stattfinden soll. Die königliche Pacht Victoria and Albert, auf der sich das englische Königspaar nach Villagarcia begibt, wird von einem britischen Kriegsschiffgeschwader begleitet sein. Nach Beendigung des Aufenthalts in Villagarcia. für den mehrere Tage vorgesehen sind, begeben sich die englischen Majestäten nach Biarritz, um dort längere Zeit zu verweilen, während König Alfonso und Königin Victoria Eugenia sich nach Sevilla begeben.
** Aus der französischen Kammer. Paris, 1. Febr. Die Kammer verhandelte heute in ihrer Sitzung über die Einkommensteuer und nahm mit 407 gegen 127 Stimmen den Artikel an, der die Ergänzungssteuer auf das Gesamteinkommen festsetzt. Nach der Erklärung des Finanzministers wird diese Steuer von Ausländern nur gezahlt werden, wenn diese tatsächlich ein« Mobiliarsteuer entrichten.
** Aus dem Balkan. Seraiewo, 1. Februar. Aus Berane kommt die Nachricht, daß Arnauten zwei serbische Dörfer überfallen und in Brand gesteckt hab:,.. In dem sich hierauf entlpinnen- den Kampfe gab es auf beiden Seiten Tote und Verwundete. Türkisches Militär, das ausacrückt war, um die Ruhe wieder herzustllen, stieß auf den Widerstand der Arnauten. Zwei arnautische Dörfer wurden gestLrmt und gingen in Flammen auf. Die betreffenden Ortschaften liegen in der Näh« des montenegrinischen Grenzgebie-
Marburg
Mittwoch, 3. Februar 1909.
Deutsches Reich.
— Der Dank des Kaiser«. Berlin, 1. Febr. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht nachfolgenden Erlaß des Kaisers: Aus Anlaß der Vollendung meines 50. Lebensjahres sind mir schriftliche und telegraphische Glück- undSeaenswünsche in besonders großer Zahl von nah und fern zugegangen. Mein Geburtstag ist in Stadt und Land, von Behörden. Vereinen und Korporationen. durch Veranstaltungen mannigfacher Art festlich beaangen worden. Auch die im Auslande lebenden Deutschen haben sich vereinigt und mir ihr« Treue und Anhänglichkeit zum Ausdruck gebracht. Diese Kundgebungen vertrauensvoller Zuneigung haben meinem Herzen wohlgetan, und es ist mir eine angenehme Pflicht, allen, welche meiner an diesem Tage mit freundlichen Glückwünschen und treuer Fürbitte gedacht haben. meinen wärmsten Dank auszusprechen.
— vom Grafen Zeppelin. Stuttgart. 1. Febr. Graf Zeppelin ist dem Verwaltungsausschuß des deutsch-englischen Verständigungskomitees als Mitglied beigetreten.
— Abgeordneter Köhler und die Wirtschaftlich« Bereinigung. Die in Friedberg (Hessen) erscheinende „Neue Tageszeitung" veröffentlicht folgenden Brief des Abg Liebermann von Sonnenberg an den Abg. Köhler:
„Charlottenburg, 24. Januar 1909.
Sehr geehrter Herr Köhler'
Ich bestätige Ihnen hiermit den Empfang Ihres Schreibens vom 23. d. M., worin Sie
i'iMrtititurf verboten.)
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
Weigerung führt Dich nur in ein grenzenloses Unglück."
„Damals durste ich nicht bei Papa bleiben, ich hatte Pflichten gegen Waldemar, heute darf ick nicht zu Waldemar halten, denn ich habe Pflichten gegen Papa. Ich bringe ihm die Liebe, die er in der Ferne entbehrt, und Liebe wird Gegenliebe erzeugen, ich weiß es b«fttmmt."
„Schiebe die Reise noch acht Tage auf," bat sie, „vielleicht erhalten wir bis dahin Nachricht von Papa."
„Nein," sagte Desiree, „ich habe das Billet gelöst und dann müßte ich Waldemar betrügen. Das kann ich nicht. Am besten, er erfährt nichts von meiner Reise, so lange ich hier bin. Von Bordeaux aus werde ich ihm die ganze Wahrheit schreiben."
Dabei blieb es. Desiree wurde reichlich mit Geld versehen und mit allem ausgerüstet, was für die halbwinterliche Reise notwendig war. Der 5. November, der Tag der Abfahtt, brachte sehr ungüsttges Wetter, so daß die Fahrt an und für sich schon gefahrvoll war. Aber Desire« war nicht von ihrem Enffchlusie abzubttngen. Gegen dir Tante war sie voll Liebe und Zätt- lichkeit und voll Trauer, wenn diese Tränen vergoß. An Waldemar hatte st« einen überaus zärtlichen Brief geschrieben, der aber über di« Reise Sttllschweigen bewahtte.
Nachdem Frau von Tarandal auch die Paß- angelegenheit, die sich v«rzögette, ins Gleiche gebracht hatte, ging Desiree aufs Schiff.
Um zehn morgens lichtete die „Esperance" di« Anker. Bei heftig wehendem Nordwinde verließ ste den Hafen. Bald war der weiße Rumpf des Schiffes den Augen der zurückbleibenden Nataly entschwunden. Weinend warf ste sich in ihren Wage« und ließ pch nach dem Gut -urüöffahren.
„Esperance heißt das Schiff," schluchzte ste. „Es trägt meine ganze Hoffnung auf ein glückliches Alter mit sich fort. O Desiree, wenn D» mir verloren gingest, ich würde verzweifelnk Und Waldemar? Ich wage gar nicht, an de« Armen zu denken?"
Der Kummer Natalvs kannte keine Grenzen. Sie fühlte sich so verlasien und elend, daß sie in dem einsamen Luekwarden nicht länger bleiben konnte und nach Brüsiel Lberzufiedeln beschloß.
XVIIL
Das Schiff führte eine Menge Passagiere. Trotz der rauhen Jahreszeit waren die meisten Kabinen belegt. Der Hauptteil der Gesellschaft bestand aus französischen Offizieren, welche dasselbe Ziel hatten, wie Desiree. Letztere waren Offiziere der Infanterie. welch« mit ihre« Trupps die belgische Grenze überschritten hatte« und dann entwaffnet worden waren. Ihnen war das Wort abgenommen worden, Belgien nicht zu verlassen. Sie taten es dennoch, um ihren Degen dem Vaterlande wieder zur Verfügung zu stellen. Aber es waren unter den Reisenden auch jene todesmutigen Reiter, welche bei Sedan unter Anführung des Generals Lallifet die schneidige Attacke gegen die preußischen Truppen gemacht und sich glücklich durchgeschlagen hatten, unter ihnen der persönliche Adjutant de» Marschalls Wimpffen, Graf d'Alincourt.
Dieser hielt sich ein wenig abseits von den stets schwatzenden, prahlenden und streitenden Kameraden: hauptsächlich von denen, welche mtt falschen Pässen auf das Schiff gekommen waren und es mit ihrem Ehrenworte nicht genau genommen hatten. Gr schien mehr Interesse für die «infam dasitzende und stet» traurige Defirrtz zu empfindea.
. ~ (Fortsetzung folgt.)
l Fortsetzung, s
„Kind," rief sie. „das ist offenbarer Wahnsinn! Wie willst Du Deinen Vater in dem ungeheuren Wirrsal finden? Du hast keinen Anhalt, wohin sich Jean von Burdeaux gewendet bat."
„Mein Herz sagt mit. daß etwas Schlimmes geschehen. Der Groll allein hält Papa nicht ab, uns ein Lebenszeichen zu geben."
„Ich nehme fein Schweigen so tragisch nicht. Aber Deine Reise könnte es werden. Ich denke gar nicht daran, mit Dir dorthin zu gehen, wo der Krieg jetzt wütet, wieder mitten in Blutvergießen und Kugelregen hinein. Nein, Kind, das kannst Du nicht von mir verlangen."
„Ich verlange es nicht, Tante, ich fühle mich kräftig genug, allein die Reise zu wagen."
„Und Waldemar?" Was glaubst Du wohl, was er dazu sagen würde?"
„Gerade seinetwegen habe ich mich zu diesem Schritte entschloffen," erklärte Desiree mit eigentümlicher Logik. „Sollte das Fürchterliche geschehen fein, daß mein Vater tot ist. so existiert kein Grund mehr, mich von Waldemar fern zu halten: lebt aber Papa und ich finde ihn. so muß ich alles aufbieten, um ihn versöhnlich zu stimmen. Meine Kindesliebe, meine Aufopferung wird ihn rühren. Laß mich ziehen, Tante Nataly, ich handle nicht leichthin. — dieser Schritt Ist das Resultat reiflicher Ueberlegung. Ich fterde hier vor Ungeduld und Aufregung."
„Ja, es war unrecht von mir, in dieser Jahreszeit auf Luekwarden zu sitzen, anstatt nach Brüsiel zu ziehen. Das Leben in der Hauptstadt hätte Dich zerstreut. Hier mußt Du ja auf allerlei Torheiten kommen."
„Auch in Brüsiel hätte ich nicht Ruhe gefunden." sagte Desiree. „Laß mich ziehen, Tante. Erlaub« mit, daß ich jetzt nach Antwerpen fahre, oder bester, komme mit."
„Ich sollte Dich bei dieser Torheit unterstützen? Nimmermehr?" rief di« Tante, welche noch immer der Meinung war, daß Desirees Reise nur eine Laune sei. Gehe nur allein, ich beglttte Dich gewiß nicht. Sieh zu, wie Du Deinen Plan selbst in Szene setzest."
„Ich danke Dir." sagte Desire« aufstehend. „Ich werde handeln und nichts vergesten."
Sie ging und eine Viertelstunde später hörte sie die alte Dame allein fortfahren. Als sie gegen Abend aus der Stadt zurückkehrte, war jede Hoffnung, Desiree zurückzuhalten, vergebens.
„Uebermorgen geht der Dampfer Esperance nach Bordeaux," berichtete Desiree mit leuchtenden Augen. „Ich habe die Fahrt bezahlt, war auch bei der Polizei, um meinen Paß visieren zu lasten. Er wird mit rnotgen dutch den ftanzö- sischen Konsul zugesandt weiden. Nun bleibt mir nichts mehr übrig, als meine Garderobe zu wählen und Abschied zu nehmen."
Frau von Tarandal seufzte und schwieg. Die, ser Entschlosienheit gegenüber war sie machtlos. Als st« still und mit Tränen kämpfend dasaß, kniete Desiree vor ihr nieder und sah ihr bittend in die Augen.
„Richt böse fein. Tantchen," schmeichelte Re. „Ich will Dich wahrhaftig nicht betrüben, aber ich kann ja nicht anders. Fürchte nichts für mich. Mein Weg führt mich jedenfalls nach Süden, Marseille. Nizza. Toulon. In Bordeaux erfahre ich sicher Papas Aufenthalt, und dann soll die Versöhnung erfolgen."
„Mein armes Kind," antwortete die Dame traurig. „Ich wollt«. Du wärest mit Deinem Vater gegangen, al» er e» verlangte. Deine
Marburg und Umgegend.
lRachdruck aller Originalartikel ist gemäß st 18 de» Urheberrecht» nur mit der deutlichen Ouellenangcch« .Oberhest. Ztg" gestattet.)
Marburg, 2. Februar.
)( Universität. Die Gesuche um Zulassung zur ärztlichen Vorprüfung sind laut Anschlag am schwarzen Brett bis zum 6. Februar einzureichen.
* Gefechtsschießen. Das Kurhessische Jäger- Bataillon Nr. 11 wird am 4., 5. u. 6. d. M. von 10 Uhr vorm. bis 3 Uhr nachm. ein Gefechtsschießen mit scharfer Munition im Gelände westl. von Cölbe zwischen Cölbe und Höhe 222 ca. 800 m westl. Cölbe mit nördl. Schußrichtung gegen bett Gold- und Heppersberg abhalten. Zu diesem Zweck wird das Gelände innerhalb des Raumes Cölbe-Götiingen-Sarnau - Goßfelden - Webrda durch Sicherheitsposten abgesperrt. Die Straßen Cölbe-Göttingen-Sarnau-Eoßfelden, sowie Goßfelden-Wehrda und Wehrda-Cölbe sind nicht gesperrt. Das oben bezeichnete abgesperrte Gelände darf während der angegebenen Zeit nicht betreten werden. Den ausgestellten Sicherheitsposten ist unbedingt Folge zu leisten. Dieselben sind befugt, Zuwiderhandelnde nötigenfalls fest- zunehmen.
* Der Bericht bet 11. Kommission über den Gesetzentwurf betreffend die Pfarrbesoldung, das Ruhegehaltswefen und die Hinterbliebenen- fürsorge für die Geistlichen der evangelischen Landeskirchen ist erschienen. Jnteresienten können auf unserer Redaktion Einsicht davon nehmen.
)( Fortbildungsverein. Der gestrige Vortrag des Herrn Prof. Dr. Reisiert über die Chemie der Nahrungs- und Eenußmittel gab den Zuhörern interessante Aufschlüsie über die so wichtige Wissenschaft von der stofflichen Verschiedenheit der Körper, wie diese aus mannigfachen Bestandteilen sich zusammensehen und auch wieder geschieden werden können. In seiner Einleitung entwickelte der Vottragende einen allgemeinen Ueberblick über die unorganischen und organischen Verbindungen. Die erstere behandelt die Chemie der Mineralien und die letztere die der Stoffe, aus denen die Lebewesen, z. B. Pflanzen und Tiere bestehen, welche als Produtte des mineralischen und vegetabilischen Lebens zu betrachten sind. Er schilderte die Bedingungen der stickstoffhaltigen und der stickstofffreien Verbindungen, die Magentätigkeit, die Ernährung der Säugetiere, um schließlich an bet Hand von erläuternden Demonstrationen auf
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Der Kaiser und das Krügertelegramm.
Ein neu«» Buch des Herausgebers des „Deut- toen“, Ad. Stein, übet den Kaiser bringt «ine Interessante Aufklärung über das Telegramm des Kaiser» an den Präsidenten Krüger vom I. Januar 1896. Das Telegramm lautete bekanntlich: „Ich sprech« Ihnen meinen aufrichtigen Glückwunsch aus, daß es Ihnen, ohne an die Hilfe befreundeter Mächte zu onpeflieren, mit Ihrem Volke gelungen ist, in eigener Tatkraft gegenüber den bewaffneten Scharen, welche «ls Friedensstörer in Ihr Land eingebrochen lind, den Frieden wiederherzustellen und die Unabhängigkeit des Landes gegen Angriff« von außen zu bewahren. Wilhelm I. R."
Stein behauptet nun, daß nicht der Kaiser dies Telegramm verfaßt habe.
„Es ist vielmehr die wohlerwogene Anttoort des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage aus Transvaal. Schon vier Wochen vor dem Jame- foneinfall, als die Vorbereitungen dazu der Re- ;aierung in Pretoria ruchbar wurden, ließ sie in 'Berlin anfragen, wie sich Deutschland und die Übrigen Mächte zu einem bewaffneten Konflikt Mischen England und den Burenstaaten stellen .würden. Die Antwort, die dem vermittelnden ^Privatmann erteilt wurde, lautete: Di« diplomatische Unterstützung Deutschlands insofern, als ■Vs auch ein eigenes Interesse an der Erhaltung 'ber Selbständigkeit der Burenstaaten habe, sei iihnen sicher, aber darüber hinaus hätten sie auf ^keinerlei Hiife Deutschlands oder irgend einer iGroßmacht zu rechnen. Dieser Bescheid war mit Iber Post noch unterwegs, als ber Zusammenstoß ■erfolgte. Nun wurde im Auswörtioen Amte der Text der berühmten Devesche aufgesetzt und Frhr. b. Marschall hielt darüber am 3. Januar vormittags gemeinsam mit dem Fürsten Hohenlohe dem Kaiser Vortrag. Der Kanzler war schon Tags zuvor in Potsdam beim Kaiser gewesen. In der Nacht war das Telegramm von Jame- sons Ende im Neuen Palais eingeaangen, und nun machte sich der Kaiser selber auf den Weg, um seinen Beratern die Reise zu ersvaren. Um 9 Uhr 18 Minuten früh kam er nach Berlin und begab sich sofort vom Bahnhof zum Fürsten Hohenlohe, wo ihn der Vortrag erwartete. Ein Glückwunsch dazu, daß die Buren in eigener Tatkraft" ohne fremde Hilfe den Angriff abgefchla- gei> hätten, sei die belle Form der verzuckerten Absage an sie. Der Monarch machte einige Ein-
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