mit dem Kreisblatt für dre Kreise Marburg und Kirchham
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und „Landwirtschaftliche Benage."
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Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische Zeitung" bei allen Postämtern und nnsern ZeitungSstellen in Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21. — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unser« ZeitungSstellen und der Expedition 2 Mk.
Marburg
Freitag, 29. Januar 1909.
Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 90 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversitätSbuchdruckerei Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg.
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Der 50. Geburtstag des Kaisers.
Berlin, 27. Jan. Die Feier des 50. Ee- hurtstages des Kaisers im Schlosse begann heute früh um 8 Uhr mit dem großen Wecken. Der Kaiser verfolgte den Zug vom Fenster seine» Arbeitszimmers aus über den Schloßplatz. Um 9 Uhr nahm der Kaiser die Glückwünsche der kaiserlichen Familie entgegen und hierauf die Gratulation der Damen und Herren des engeren Hofes, im Anschluß daran diejenige der hier ständig anwesenden und der zum heutigen Feste eingetroffenen Prinzen und Prinzessinnen de« königlichen Hauses und der anwesenden'übrigen Gäste entgegen. Um 10*4 Uhr begann der Gottesdienst in der Schloßkapelle. Oberhofprediger Dryander predigte über das vom Kaiser ausgewählte Wort aus dem ersten Corintherbrief: „Darum, meine lieben Brüder, seid fest und unentwegt und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn, sintemal wir wissen, daß unsere Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn." — Hierauf fand im Weißen Saale große Eratulationscour statt. Der Einführer des diplomatischen Korps, von dem Knesebeck, eröffnete die Deftliercour. Ihm folgte der Reichskanzler, dem der Kaiser und die Kaiserin di« Hand reichten. Um 12*4 Uhr begab sich der Kaiser in Begleitung seiner Söhne, des Eroßherzogs von Baden, des Groß- Herzogs von Mecklenburg-Strelitz u. a. zu Fuß nach dem Zeughaus. In der Ruhmeshalle wurde die Nagelung und in dem Lichthofe die Weihe von drei neuen Feldzeichen vorgenommen. Der Kaiser nahm dann militärisch« Meldungen entgegen.
B e r l i n, 26. Jan. Di« „Nordd. Allg. Ztg." schreibt aus Anlaß des 50. Geburtstages des Kaisers und Königs: Die Regierungszeit des Kaisers hat Beweise in großer Zahl für die Richtigkeit der Auffassung gebracht, daß der Herrscher durch die vorhandenen verfassungsmäßigen Schranken nicht gehemmt ist, auf da» öffentliche Leben der Ration einen tiefgreifenden Einfluß auszuüben. In keiner Richtung ist dies klarer zu erkennen als in der Frag« der Stellung unseres Volkes zur Seegeltung Deutschlands. Roch ferne Geschlechter werden Kaiser Wilhelm II. als den Schöpfer unserer Kriegsflotte rühmen, die gleich unserem Heer« als Schutz und Wehr für Deutschlands Unabhängigkeit und Blüte dienen soll. Niemand wagt mehr dem Kaiser Verlangen nach eitlem Kriegsruhm nachzusagen. Heer und Heereseinrichtungen sind niemals als Werkzeuge des Ehrgeizes, sondern stets als Machtmittel zur Erhaltung des Friedens ausge-
48 INachdruck verboten.)
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
(Fortsetzung.) XVI.
Nachdem Eambetta in dem Korbe des Luftballons glücklich aus dem belagerten Paris entnommen und in Tours gelandet war, übernahm er das Kriegsministerium und di« Verteidigung des Landes. Krieg bis aufs Messer, hieß die Parole, welche er ausgegeben hatte, und seinen geschickten Manifesten beugte sich ganz Frankreich. — Die reguläre Armee des Kaiserreich» war gefangen oder getötet. Um den Boden de» gedemütigten Frankreichs von der Invasion zu befreien, galt es, neue Streitkräfte zu schaffen. Da bis zur Stunde die Einrichtung des Loskaufs und der Stellvertretung in Frankreich gegolten hatte, war an Menschenmaterial durchaus kein Mangel. In wenigen Wochen waren zehn neue Armeekorps aufgestellt. Die Arsenale rüsteten die neuen Truppen mit den vorhandenen Waffen und Monturen aus: wo diese nicht zureichten, traten Privatwerkstätten in die Bresche. Es herrschte ein fieberhafter Eifer unter den Lieferanten, bedeutete doch die Ausrüstung der neuen Bataillons, Eskadrons und Batterien die Befreiung des Handels von der alles hindernden Invasion.
So mangelte e» den neuen Korps an nicht» als an Offizieren, man «ahm sie, wo man st« fand.
bildet und gepflegt worden. Auf sie gestützt, vermochte der Kaiser den Frieden zu wahren und jeden Angriff auf die Lebensinteressen und die Ehre unserer Nation zu -verhindern. Hüter dem Sch' ste des Friedens find Wohlstand und Kultur unseres Volkes während der Regierung Wilhelms II., alle Erwartungen übertreffend, rasch empor gestiegen. Ungeachtet mancher Enttäuschungen und bitterer Erfahrungen, die dem Kaiser in seinem hohen Streben nicht erspart geblieben sind, vermag der Herrscher auf sein Wirken mit dem Bewußtsein zurückzublicken, stets Bestes gewollt und in vielen Beziehungen Großes erre. )t zu haben. Wir verehren in unserem Herrscher wie das Oberhaupt des Reiches, auch den König und Landesherrn, der in der ersten Thronrede an den preußischen Landtag das Wort Friedri^ des Großen, daß in Preußen der König des Staates erster Diener sei, auch für sich in Anspruch nahm.
Berlin, 27. Jan. Anläßlich des Geburtstags des Kaisers erhielten u. a.: den Roten Adlerorden 1. Kl. mit Eichenlaub der Minister des Innern v. Moltke, den Stern zum Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub und Krone der Generaldirektor der Museen Dr. Bode, das Frauenverdienstkreuz in Gold Frau Kommerzienrat Antoinette Guilleaume in Köln. Der erbliche Adel wurde u. a. verliehen: dem Minister der öffentlichen Arbeiten Breitenbach, dem Präsidenten des Reichsmilitärgerichts, General der Infanterie Linde, dem kommandierenden General des 1. Armeekorps, General der Infanterie Kluck, dem Inspekteur der Feldartillerie, General der Artillerie Schubert, Konteradmiral Jngenohl, dem Oberprästdenten der Provinz Sachsen Hegel, den Kommerzienräten Gebrüder Ernst und Konrad Vorfig in Tegel. *
Zu Mitgliedern des Herrenhauses auf Lebenszeit wurde berufen: Legationsrat a. D. Graf H-manr von Arnim-Muscau, Staatsminister Frhr. v. Thielmann, Geh. Regierungsrat Dr. v. Böttinger-Elberfeld, Geh. Regierungsrat Dr. ing. Karl Delius in Aachen: der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz wurde verliehen: Erbmarschall des Herzogtums (Seibern, Schloßhauptmann Graf Wilhelm von und zu Hoensbroeck, Professor Adolf Wagner zu Berlin, Geh. Kommerzienrat Ernst v. Mendelssohn-Bartholdy. Der Kaiser hat außerdem den beiden Direktoren der Landwirtschaftlichen und Tierärztlichen Hochschule zu Berlin den Titel Magnifizenz und das Recht zum Tragen der goldenen Amtskette verliehen.
Aus Berlin wird gemeldet: Aus allen Teilen des Reiches laufen Nachrichten ein, denen zufolge der 50. Geburtstag des Kaisers vom ganzen Volk mit großer Herzlichkeit gefeiert wurde. Ueberall wurde der Bedeutung des Tages durch Festgottesdienste, Paraden und sonstige festliche Veranstaltungen der Behörden und privaten Vereinigungen gedacht.
Die deutschen Bundesfürften find nach Berlin geeilt, um dem erlauchten Kaiser Wilhelm persönlich ihre Glückwünsche darzubringen. Nur der greise Prinzregent von Bayern mußte seiner Gesundheit halber fernbleiben. Sein Glückwunschtelegramm an den Kaiser haben wir gestern schon gebracht. In München hat Prinz-
Jn Gesellschaft eines Kompagniechefs der alten kaiserlichenArmee erschien auf dem Werbebureau zu Tours ein Mann von stattlicher Figur mit seltsam stechenden Augen. Seine Haltung war nicht militärisch, aber sein Gang fest und sein Nacken ungebeugt. Er mochte in der Mitte der vierziger Jahre stehen. Das Haupthaar, welches firrz geschoren, war ergraut: der Bart schien wie Asche bestreut: nur die buschigen Augenbrauen zeigten tiefes Schwarz. Dieser Mann trat scheu in das Bureau ein, in welchem die Offiziere der neuen Armee plaziert wurden, und schob sich hinter den jüngeren Kompagniechef.
„Monsieur de Soumis," redete letzterer den Kriegskommissar von Gambettas und der Republik Gnaden an, welcher eben die Matrikel eines blutjungen Kadetten prüft«, der zum Fähnrich ernannt war, „erlauben Sie einem alten Kameraden, Ihnen die Hand zu drücken."
Der Kommissar blickte erstaunt auf. Er ließ den Fähnrich zurücktreten und streckte dem Sprecher die Rechte entgegen.
„Trepillon, alter Freund, ist es denn möglich?" rief er mit Wärme. „Gehörten Sie nicht zum 104. Regiment, das mit Sack und Pack in die Kriegsgefangenschaft wanderte? Ich glaubt« Sie tot oder eingesperrt in Preußen."
„Leider war ich auf dem Wege dahin," ent« geriete der Kapitän mit theatralischem Pathos. „Mit dem gesamten Regiment, soweit es nicht in den Schlachten dezimiert, wanderte ich von Sedan nach der Grenze. 80000 Mann, i«
regent Luitpold gestern eine größere Ealatafel gegeben und brachte im Laufe der Festlichkeit einen sehr warm gehaltenen Trinkspruch auf den Kaiser aus. In Dresden überbrachte Etaats- minister Graf v. Hohenthal und Bergen anläßlich des Geburtstages Kaiser Wilhelms dem preußischen Gesandten die Glückwünsche der sächsischen Staatsregierung. Die ausländischen Botschafter in Berlin gratulierten dem 50jährigen Monarchen meist persönlich. Der amerikanische Botschafter hat bei dieser Gelegenheit mitgeteilt, daß Mr. Adolphus Busch in St. Louis die Erhöhung seiner für den Zweck des Neubaues des Germanischen Museums an der Harvard-Universität gezeichneten Subskriptionssumme von 50 000 auf 100000 Dollars in Aussicht gestellt habe.
Die deutschen Botschafter und Geschäftsträger im Ausland« wurden von den fremden Herrschern mit Glückwünschen für den deutschen Kaiser beauftragt: in England folgte der deutsche Vertreter einer Einladung nach Schloß Windsor. Die Deutschen im Auslande, besonders die Botschafter, gedachten ihres Landesherrn bei allerlei festlichen Veranstaltungen. Aus Wien, Petersburg, Rom, Belgrad, Paris, Tokio, Sofia kommen Nachrichten, die über den harmonischen Verlauf von Kaisergeburtstagsfeiern berichten. Aus Wien wird darüber geschrieben: Wien, 27. Jan. Aus Anlaß des Geburtstages Kaiser Wilhelms gaben heute mittag der deutsche Botschafter v. Tschirschky und Gemahlin auf der Botschaft ein Frühstück, zu welchem die Herren der Botschaft, der bayrische und sächsische Gesandte mit den Herren der Gesandtschaften, die Herren des Generalkonsulats, Abordnungen der Kolonie unb der reichsdeutschen Vereine, Vertreter der reichsdeutschen Presse und die Herren des Kaiserfestkomitees geladen waren. Während des Mahles bracht« der Botschafter ein Kaiserhoch aus. Auf dem Festdiner des Reichsvereins in Petersburg hielt der deutsch« Botschafter Graf Pourtaltzs eine Rede, in welcher er die Friedensliebe Kaiser Wilhelms besonders betonte und auf die treue Pflichterfüllung des erlauchten Monarchen hinwies. — In Paris fand in der deutsch-evangelischen Kirche ein Festgottesdienst statt, dem viele durchreisende Deutsche bei- wichnien, u. a. die älteste Schwester des Kaisers, die Erbprinzessin von Meiningen.
Moskau, 27. Jan. Zu Ehren des 50. Geburtstags des deutschen Kaisers fand in der lutherischen Kirche ein feierlicher Gottesdienst in Gegenwart von Vertretern der Behörden, der ausländischen Konsuln und der deutschen Kolonie statt.
Kopenhagen, 27. Jan. Der Verein „Die deutsche Gesellschaft" feierte des Kaisers Geburtstag mit einem Festessen. Der Präsident brachte einen Trinkspruch auf den König von Dänemark, den Freund Kaiser Wilhelms, aus, während der Vizepräsident ein Hoch auf den deutschen Kaiser ausbracht«.
Konstantinopel, 27. Jan. Zu Ehren des Eeburtstagsfestes des deutschen Kaisers fand in der deutschen Kirche ein feierlicher Gottesdienst statt, dem der deutsche Botschafter mit Ge-
Staffeln von 3000 Mann, wurden wir nach Deutschland abgeschoben. Mir war es leider nicht vergönnt, in der Mitte meiner Truppen zu sterben; aber es gelang mir, durchzugehen."
„Wie war das möglich?"
„Ungeheuer einfach. Die guten Deutschen nahmen uns das Ehrenwort ab, keinen Fluchtversuch zu machen. Wer das Wort verweigerte, wurde bewacht wie der gemeine Mann; wer es gab, erhielt die Freiheit, sich in den Quartieren zu bewegen, wie er wollte. Ich verpfändete mein Wort und versteckte mich in Colombe, als der Transport weitermarschierte. Dann vertauschte ich meine Uniform mit einem Zivilanzug und entkam glücklich durch die Cote d'or nach Nevers"
„Und Ihr Ehrenwort?" fragte Herr von Soumis ganz erschrocken.'
„Ich gab es den Prufsiens, das verpflichtet zu nichts. Die Hauptsache ist, daß ich hier bin und bereit, in den Dienst des Vaterlandes wieder einzutreten."
„Sie haben Recht," entschied der Kommissar; den Verwüstern Frankreich gegenüber fällt jeder Skrupel fort. Sie wünschen jäenfall» eine neue Kapitänstelle?"
„Eine Obristenstelle gebührt mir, lieber Freund!" rief Trepillon, sich in die Brust werfend. „Ich habe ste verdient durch meine Bravour vor dem Feinde, durch meinen strategisch geistvollen Seitenzug, als ich den Prassten» entwischte."
JRui wohl," sagte de Soumis, verschmitzt
mahlin und die Mitglieder der Kolonie beiwohnten. Nach dem Gottesdienst fand ein Empfang int Botschaftsgebäude und abends et« Festmahl statt.
Madrid, 27. Jan. Der Geburtstag Kaiser Wilhelms wurde heute morgen durch einen Gottesdienst in der neuen protestantischen Kapelle festlich begangen. Damit wurde zugleich di« Kapelle, die an die deutsche Botschaft stößt, in Gegenwart des Botschafters Grafen Tattenbach, des deutschen Konsuls und zahlreicher Mitglieder der deutschen Kolonie feierlich eingeweiht. Nachmittags fand, gleichfalls in Gegenwart des Botschafters und des Botschaftspersonals, die Grundsteinlegung zur neuen deutschen Schule statt. Der Botschafter hielt dabei eine kurze Ansprache. Abends findet ein vom deutschen Klub veranstaltetes Festessen mit nachfolgendem Ball statt.
Die schwedische Presse bringt aus Anlaß des Geburtstags Kaiser Wilhelms sympathische Artikel mit dem Biü)« des Kaisers. Magistrat und Stadtverordneten von Aalesund sandten an den Kaiser ein Telegramm, in dem die Glückwünsche und der Dank der Stadt für die ihr bei dem großen Brande geleistete Hilfe ausgedrückt werden. — Die dänische „Berlingske Tidende" führte in dem Leitartikel ihrer gestrigen Abendnummer aus: In der Sympathie für die Person Kaiser Wilhelms begegnen sich alle, Ausländer und Deutsche. Alle begrüßen in dem Kaiser eine rechtfinnige und ritterliche Natur, die immer das Beste gewollt. Dänemark gegenüber hat Kaiser Wilhelm eine Haltung angenommen, die freundschaftliche Gefühle für die Person des Kaifers erweckte. Unter allgemeiner Sympathie überbringt daher heute der Kronprinz in Berlin die Glückwünsche des Königs und der Königin und des dänischen Königshauses. — Außerordentlich schreibt die „Wiener Abendpost" gestern: Kaiser Wilhelm vollendet heute sein 50. Lebensjahr. Mit den herzlichen Glückwünschen, die Deutschlands Bundesfürsten heute dem Kaiser und König im Schlosse zu Berlin darbringen, vereinigen sich die innigsten Wünsche des deutschen Volkes für die Gesundheit und das Wohl des erhabenen Fürsten, der an der Spitze des deutschen Reiches steht. Herzlich innig sind auch die Empfindungen, die aus diesem Anlasse heute in unserer Monarchie rege werden. In dem deutschen Kaiser erkennen und verehren die Völker der Monarchie den mächtigen und aufrichtigen Freund unseres geliebten Kaisers und Herrn, den treuen Bundesgenossen, den zielbewußten Förderer des Friedens und die verehrungsvollen, tiefempfundenen Glück- und Segenswünsche des deutschen Volkes finden hier lebhaften Widerhall.
Politische Umschau.
Fürst Bülow zum Tode Wildenbruch».
Berlin, 27. Jan. Die Berliner Wochenschrift „Neue Revue" verbunden mit dem „Mor- gen" bringt nachstehende Aeußerung des Reichskanzlers Fürsten von Bülow zum Tod« Wildenbruchs:
„Die Zeitungen haben beim Tode Wilden- irudjs so viele schöne und verständnisvolle Wür«
lächelnd. „Ihr Eifer ist anerkennenswert; ich hoffe, General d'Aurelles schätzt Sie hoch genug, um meine Disposition, welche Ihnen das 204. Regiment anvertraut, nicht zu mißbilligen."
„Er wird entzückt sein, einen Offizier wie Trepillon in seiner Armee zu wissen."
„Was ist mit diesem Herrn, der in Ihrer Begleitung kam?"
„Mein Freund Jean Bourlier, ein ausgezeichneter Offizier," antwortete der Gefragt«, seinen Begleiter vorstellend. „Ich steh« für fein« Kenntnisse seinen Mut und seinen Patriotismus. Er ist das Ideal eines Kompagniechefs, wie geschaffen zu der Stelle, welche Sie mir zugedacht hatten."
Herr von Soumis nickte dem Nähertretenden zu.
„Sie gehörten wahrscheinlich auch zu bee Offizieren der Kapitulationsarmee?"
„Nein," entgegnete Bourlier, „ich bin nicht Soldat gewesen, aber ich brenne vor Begierde, dem Vater lande meine Dienste zu weihen. Es gibt keinen erbitterteren Feind der Deutsche» als mich. Ich hoffe. Großes zu leisten, wen» man mich den Elenden gegenüberstellt, die mit alles, alles geraubt haben."
„Das klingt vortrefflich." meinte Herr vo» Soumis kühl, „aber da Sie bisher noch nicht gedient haben, wird Ihnen wohl nicht» übrig bleibe«, al» bas Chassepot zu schultern," l .. .. - lFortjetzung totAZ