und den Verlagen: »Illach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbellage) und „Landwirtschaftliche veuage."
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberbessische M/L Qü Bettung” bei allen Postämtern und nnfetn Zeitungsstellen in
e/f®, ££ Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Spedition — Markt 2t.
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Marburg
Mttwoch, 27. Januar 1909.
Die Insertion «gebühr beträgt für die 7 aefpaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — .
Druck und Betlag: Joh. Aug. Koch, UniuersttätSbuchdruckere'
Inhaber Dr. L. Hitzeroth, Marburg, Markt 2L — Telephon 56.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 7.
Bestellungen
lM ' tMt die Monate Februar und März .
IF " auf die
„vberhessif che Zeitung” nebst ihren Beilagen werder. noch von unserer Expedition stMarkt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch» Dain, Neustadt und Wetter, sowie von Allen Postanstaiten und Landbriefträgern ent» tzegengenommcn.
Dem Kaiser.
Am morgigen Tage vollendet der Kaiser das 60 Lebensjahr. Auch für den gewöhnlichen Sterblichen ist das ein Zeitpunkt, der zum Rückblick und Ausblick in die Zukunft mahnt. Wie viel mehr wird man bei der Persönlichkeit und der Stellung unseres Kaisers geneigt sein, das Auge prüfend auf dem bisher Geschehenen ruhen zu lassen. Der Kaiser selbst weiß diesen Wert der Prüfung zu schätzen und eines seiner schönsten Wort« lautet: „Wer jemals einsam auf hoher See, auf der Schiffsbrücke stehend, nur Gottes Sternenhimmel über sich, Einkehr in sich selbst gehalten hat, der wird den Wert einer solchen Fahrt nicht verkennen. Manchem von meinen Landsleuten möchte ich wünschen, solche Stunden zu verleben, in denen der Mensch sich Rechenschaft ablegen kann über das, was er erstrebt und rvas er geleistet hat. Da kann man geheilt werden von Selbstüberschätzung, und das tut uns allen not." Auch den Kaiser werden in diesen, Tagen ernste Gedanke» erfüllen inmitten aller festlichen Stimmung, die, wie wir hoffen, das Verhältnis zu seinem Volke aufs neue stärken und immer fester knüpfen.
Di« Tage find noch nicht lange vergangen, daß im ganzen Volke eine Mißstimmung über Handlungen unseres Kaisers herangewachsen war, die in den zwei Novembersitzungen des Reichstags lebhaften Ausdruck fand; und wenn wir bei all unserer Verehrung wahr und gerecht bleiben wollen, so dürfen wir auch nicht ver- schweigen, daß der herzliche und gute Wille un» feres Kaisers — niemand, auch der ärgste Feind wird ihn bestreiten wollen — nicht immer gut beraten gewesen ist. Die Lücke, die Bismarcks Scheiden im deutschen Volke gerissen Hai, ist noch Nicht ausgefüllt. Und dennoch würden wir von unserm Kaiser ein völlig falsches Bild erhalten, -wollten wir nicht in den Vordergrund stellen, was er in den 20 Jahren seiner Regierung für das deutsche Volk geleistet hat.
Da denken wir vor allem daran, daß er es verstanden hat, uns bis heute den Frieden zu wahren: „Mein Ziel ist vor allem die Auftecht-
41 TadiOrf.ä verboten.)
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
1 (Fortsetzung.)
XV.
Vierzehn Tage später wurde das fliegende Lazareth bei Bazailles geräumt. Alle Verwundeten wurden südwärts transporttert, nach den Laza'.ethen jenseits der Grenze oder, soweit sie Franzosen waren, in die nächstliegenden Festungen. Auch Waldemar war wieder soweit hergestellt, daß er die Reise in die Heimat ohne Gefahr unternehmen konnte.
Die Stunde des Abschieds war da. Bis zum letzte» Augenblicke hatte sich Desiree der Pflege ihres Geliebten gewidmet. Jetzt mußten sie ausemandergehen. Es war fest bei ihr beschlossen, ohne des Vaters Einwilligung nicht vor den Altar zu treten, und die zn erhalten, stand noch im weiten Felde. Wußte sie doch nicht einmal, wo der schwer gedrückte Mann weilte. Durch Herrn Prevendaux hatte sie erfahren, daß er nach der Bestattung der Leiche seines Sohnes die Abwicklung seiner Angelegenheiten in die Hände des Herrn Devereux gelegt habe und nach Belgien abgereist sei, mit der Angabe, er wolle sich in Rotterdam einschiffen und nach Südfrankreich begeben. Er war davongegangen auf Nimmerwiedersehen, grollend und unversöhnlich.
„So muß ich fort, ohne eine feste Hoffnung auf baldiges Wiedersehen," klagte Waldemar, als er zum letzten Mal mit seiner Braut allein faß. „O, Desiree, rote werde ich die Trennung ertragen können?"
»Es mutz sein, mein Waldemar," entgegnete
erhattung des Friedens; denn der Friede allein kann das Verttauen einflößen, welches zur gesunden Entwickelung der Wissenschaft, Kunst und des Handels erforderlich ist. Nur solange der ^rieben herrscht, steht es uns frei, ernste Gedanken den großen Problemen zu widmen, deren Lösung mit Billigkeit und Gerechtigkeit ich als die hervorragendste Aufgabe Unserer Zeiten be- ttachte", sprach er einst aus.
Da er aber wußte, daß ein ehrenvoller Friede nur gehalten werde» tann, wenn die Gegner sehen, daß es nicht ungefährlich ist, diesen Frieden mit uns zu brechen, so hat er von vornherein sein Augenmerk darauf gerichtet, Heer und Flotte zu Deutschlands scharfem Schwert zu machen. Es war des Kaisers Hinweis: Bitter not tut uns eine deutsche Flotte! der im deutschen Volke diese Ueberzeugung wirklich zum Durchbruch brachte. Das wird ihm das deutsche Volk nie vergessen. Kunst und Wissenschaft, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe erblicken in unserem Kaiser einen wahren Förderer, und der Haß weiter Kreise unserer Arbeiterschaft hat ihn nicht gehindert, die Fürsorge auch für diesen Stand den Intentionen seines Großvaters gemäß immer wieder anzuregen. Daß sich unter seiner Regierung der Wohlstand im Lande beträchtlich gehoben hat, dürfen wir als ein Zeichen für seine Bemühungen um des Volkes Wohl und Wehe bettachten, und wir muffen anerkennen, daß er sich stets redlich und mit Erfolg bemüht hat, das zu erfüllen, ms er bei seinem Regierungsantritt in seiner Proklamation „An mein Volk" aussprach: „Auf den Thron meiner Väter berufen, habe ich die Regierung im Aufblick zu dem Könige aller Könige übernommen und Gott gelobt, nach dem Beispiel meiner Väter meinem Volke ein gerechter und milder Fürst zu sein, Frömmigkeit und Gottesfurcht zu pflegen, den Frieden zu schirmen, die Wohlfahrt des Landes zu fördern, den Armen und Bedrängten ein Helfer, dem Rechte ein treuer Wächter zu fein."
Wenn wir von unfern Kaiser reden, so vergessen wir aber auch nicht, daß wir in ihm eine stark ausgeprägt«, fesselnde Persönlichkeit haben, deren reine und edle Gesinnung niemand anzutasten wagt. Seine tiesinnerliche Religiosität, fein lebhafter Sinn für alles Schöne und Gute, sein Interesse für alles, woraus er seinem Volke einen Nutzen ermchsen sieht, um das ihn und uns mancher im Ausland beneidet. Auch er ist freilich nur ein Mensch und deshalb dem Irrtum unterworfen. Aber wenn er nach unserer Ansicht einmal geirrt hat, so geschah es immer, weil er zu wenig mit dem Schlechten im Menschen rechnet: zu viel auf den Sieg seiner eigenen edlen Charaktereigenschaften vertraut, und zu wenig Neid, Mißgunst und Haß als Faktoren in die politische Betrachtung einstellt.
So steht heute unser Kaiser und König vor uns als eine markante, bedeutende Persönlichkeit, dessen höchster Lohn es ist, „Tag und Nacht für sein Volk und dessen Wohl zu arbeiten", wie er
fie leis«. „Wir haben beide Pflichten zu et- Üllen, bevor wir uns angehören dürfen. Du bist Offizier Deines Königs. Ich habe meinem Vater gelobt, zu ihm zu kommen. Wir wollen beide unser Wort hatten und das Uebrige Gott überlassen."
„Aber der Krieg nähert sich dem Ende. Niemand weiß, wo Dein Vater weilt. Soll feine Abneigung uns ewig trennen?"
„Nein, mein Waldemar," antwortete das Mädchen, dessen Gesicht durch die Leiden und die strenge Pflichterfüllung einen Ernst zeigte, der ihr früher vollkommen gefehlt hatte. „Aber wir müssen warten und uns in Geduld schicken. Wir haben in den vergangenen Tagen die Seligkeit ungestörten Beisammenseins durchkoste^, sie muß uns stärken zur Entsagung, bis sich unser Schicksal wieder zum Guten wendet."
„Ach, Desiree, Du liebst mich nicht mehr?"
,Zch liebe Dich mehr als mein Leben! Habe ich es Dir nicht bewiesen, als ich meinen armen Vater von mir trieb?"
„Das tatest Du aus Gerechtigkeitsliebe!"
„Die Eerechttgkeitsliebe zwingt mich, auch dem Vater Genüge zu tun. Ich gehe mit Tante Nataly nach Belgien; dort werde ich nach meines Vaters Aufenthalt forschen, und, finde ich ihn, zu ihm eilen, um ihn wieder zu ver» söhnen."
„Wenn er aber starr bleibt," fragte Waldemar ängstlich, „wenn er nichts mehr von Dir wissen will?"
„Dann werde ich warten, bis fein strenger Sinn sich mir wieder zuneigt."
„Wenn er zur Beringung [einet Verzeihung macht, daß Du mich aufgeben Mußt?"
einmal sagte. And wenn wir zugeben müssen, daß eine Verstimmung, die freilich nicht wenig aufgebauscht wurde, sich zwischen ihn und sein Volk im November 1908 gelegt zu haben schien, unser Volk würde mit Recht undankbar genannt werden müssen, wollte es nicht heute vor allem seine Verdienste anerkennen, und in seiner Gesamtheit auf das Haupt des Kaisers allen Segen herabrvünschen und die aufrichtigsten Glückwünsche für sein Wohlergehen darbringen.
Politische Umschau.
Reue Borschläge zur Branntwernbestenerung macht das Mitglied der Reichs- und freikonservativen Partei Abg. Frhr. v. Eamp-Massaunen in der Zeitschrift „Das deutsche Volk". Ihm erscheint der Weg der Einführung einer Fabrikat- steuer ungangbar, dagegen eine Verständigung im Reichstage auf folgender Grundlage möglich:
1. Die Herstellung der zur VefriMgung des Trinkkonsums benötigten Branntweinmengen wird auf die bestehenden Brennereien nach Maßgabe des ibnen zugebilligten Kontingents verteilt. Dabei könnte erwogen werden, das Brennrecht der größeren Brennereien zugunsten der kleineren etwas zu kürzen.
2. Der Preis für diesen Branntwein wird jedesmal für eine längere Reihe von Jahren (vielleicht 10 Jahre) im Gesetz nach dem angegebenen Maßstab fetzgesetzt.'
. 3. Die Aeberroeisung des R^hspiritus an die Rektifikationsanftalten erfolgt durch die Steuerbehörde auf Grund der zwischen den Rektifikationsanftalten und den Produzenten getroffenen Vereinbarung. Die Steuer ist von den Rekttfi- kcttionsanstalten zu entrichten, denen sie für eine ausgiebige Frist zu stunden ist.
4. Mangels einer Vereinbarung zwischen den Rettifikationsanstalten und den Produzenten erfolgt die Aeberroeisung auf Antrag der ersteren durch Vermittlunc, einer Reichsbehörde. Die Antragstellerin hat den Kaufpreis für den Spiritus an den Lieferanten vor dessen Ablieferung zu zahlen.
Bei dieser Regelung findet, so wird zur Begründung dieser Vorschläge ausgeführt, keinerlei Eingriff in die privatwirtschaftliche Tätigkeit der Gewerbetreibenden statt; zur Durchführung ist weder ein Kapital notwendig, noch ist irgendwelche Entschädigung zu leisten; die Reichsbehörde besteht aus ein paar Beamten, die die Aeberweisungen des Rohspiritus an die Rek- tffikationsanstalten bewirken. Eine Aenderung gegenüber dem bestehenden Zustand tritt also nur insofern ein, als nicht die Epirituszentrale, sondern die Gesetzgebung den Spirituspreis, den die Brenner einhalten 'und den Umfang des Brennrechts für die einzelnen Brennereien fest- fetzl.
Gefordert wird endlich die völlige Freigabe der Herstellung des Spiritus für gewerbliche Zwecke, natürlich unter Steuerkontrolle.
„Ich werde nichts versprechen, sondern aus» harren in Geduld."
„Und warten, immer warben!" schrie er verzweiflungsvoll. „Desiree, begreifft Du denn nicht, daß ich darüber zu Grunde gehen muß?"
„Nein, Geliebter, denn ich bin Überzeugt, daß auch Du die Geduld finde» wirst, die mich tröstet, sobald Du im Schaffen wieder Mut und Stärke erlangt hast. Ich weiß. Du wirst mich nicht vergessen, das wappnet mich zu den schweren Prüfungen, aber ich werde Dir treu bleiben, das schwöre ich Dir, und dieser Schwur muß auch Dich mit Zuversicht für die Zukunft erfüllen."
„Aber Du wirst mit schreiben? Wir werden in regem Briefwechsel stehen?"
„Du sollst von allem erfahren, was mit di« Wechselfälle des Schicksals bringen."
„Wie lalt rote gleichgiltig das klingt," seufzte er. „Du gibst mit nichts, gar nichts mit auf meinen traurigen Weg?"
„Als meine Liebe, Waldemar, mein« reine, unermeßliche Liebe. Und darum bitte ich Dich, trübe sie nicht in Deinem Herzen. Vertraue mir und dem lieben Gott, der uns so gnädig zusam- mengefühtt, daß wir feine Gnade in den stillen Stunden unseres Hierseins erkennen mutzten. Et wird uns nicht verlassen. Klage nicht mäht! Ergib Dich in Dein Schicksal! Laß uns Abschied nehmen, wie zwei Verlobte, die wissen, daß sie sich Wiedersehen werden."
Sie beugte sich auf den vor ihr Sitzenden uieder und kützte seine zuckenden Lippen. Dann sah sie durch die Scheiben de» Fenster» nach dem Torweg hin.
»Die Wage« kommen " sagte sie feierlich, „es
Personalordnung bei der Reichspost und Telegraphen-Berwaltung.
Dem Reichstage ist die von ihm gewünschte Denffchtift übet einige Fragen der Personal» ordnung bei der Reichspost- und Telegraphen» Verwaltung zugegangen. Sie ergibt zunächst einen kurzen llebetblick auf die Beamtenverhältnisse bis zum Jahre 1900, bann aber eine ausführlichere Darstellung der Perfonalreform von 1900 und ihrer Wirkungen. Auf Grund der neuen Bestimmungen sind von 1900 bis 1907 insgesamt 15978 Eehülfen, davon 2132 Tele» graphengehülfe», angenommen worben. Von bieten haben bie ersten im Februar 1904 die Asststentenprüfung bestanden und können sich 1910 zur Sefretariatsprüfung melden. Gegenwärtig legen mehr als 24 Pioz. der einzelnen Jahrgänge bie Prüfung mit Erfolg ab; insgesamt haben von 1900 bis Ende 1908 über 4090 Assistenten bie Sekretärprüfung bestanden. In der Erörterung der Frage einer Umgestaltung der mittleren und der Einrichtung einer niederen Beamtenlaufbahn wird festgestellt, daß der Gedanke, einfache Beamtengeschäfte geringer besoldeten Kräften zu übertragen, schon feit Jahren verfolgt unb im weiteren Umfange verwirklicht worden ist. Schließlich wendet sich bie Denkschrift mit Schärfe gegen den Anspruch der Assistenten, die Sekretärstellung ohne Prüfung zu erreichen. „Werde diesem beispiellos dastehen- ben unb jeder rechtlichen und tatsächlichen Unterlage entbehrenden Verlangen nachgegeben, so werde eine Erschütterung bet gesamten Per- sonalverhältnisse, nicht bloß bei bet Reichspost- und Telegraphen-Verwaltung, sondern auch bei anderen Reichs- und Staatsverwaltungen, insbesondere bei der Eiscnbahnverroaltung, die unausbleibliche Folge sein." Der Denkschrift sind zehn Anlagen beigegeben.
Deutsche Frauen für Südwestafrika.
Seit im Mai 1898 die erste mit einer Reisebeihilfe der Deutschen Kolonialgesellschaft unterstützte deutsche Frau nach Deuffch-Südwestaftika übersiedelte, hat die Deutsche Kolonialgesellschaft bis jetzt 700 deutschen Mädchen und Frauen freie Ueberfahrt in unsere Siedelungskolonie gewährt. Das Heißt mit anderen Worten, feit länger denn einem Jahrzehnt ist durchschnittlich allwöchent- . lich mindestens eine Deutsche weiblichen Geschlechts in den Genuß dieser durch die Deutsche Kolonialgesellschaft gewährten Förderung getreten. Im laufenden Monat Januar 1909 haben elf deutsche Frauen und Mädchen die Reifebeihilfe bewilligt erhalten. Seit dem Erlöschen de» Aufstandes gehen naturgemäß die Gesuche nm bie Reiseunterstützung besonders zahlreich ein. Aber auch schon bis zum Jahre 1904 hatten sie rund zweihundert weibliche Personen erhalten.
Aus dem Reichstage.
Die erste Beratung des Gesetzentwurfes gegen den unlauteren Wettbewerb, die auf der Tagesordnung der 193. Sitzung steht, wird von einer
wirb Zett. Wolle» wir nicht zur Tante gehen? Sie möchte Dich noch einmal sehen. “
Als Antwort bedeckt« er ihr Antlitz mit Küssen.
Da klopfte es an bie Tür, unb gleich barauf trat Kietze ein. Er war in voller Ausrüstung, mit Tornister unb gerolltem Mantel angetan.
„Es geht los, Herr Leutnant," sagte er freunblidj; „machen Sie sich man so fachteken fertig. Wir haben für Sie einen feinen Wagen. Darf ich Ihr Gepäck runter tragen, Herr Leutnant?"
Tyrolt nickte. Es war herzlich wenig, was ihm gehörte; bet Krankenwärter belastete sich nicht sehr damit. Als dieser den Tornister unb ein Paket mit Wische, Verbandszeug unb Toilet- ten-Utensilien an sich genommen, trat et zu Desiree.
„Erlauben Sie, Mademoiselle, daß ich Ihnen auch Adieu sage," sprach et mit komischer Rühr- ung. „Sie haben immer so'n freundliches Gesichte für Unsereinen gehabt, daß das Auf- fcheuern hier ein förmliches Vergnügen war. Anderes ließen Sie ja mit doch nicht tun, weil Sie so eifersüchttg auf den Herrn Leutnant seine Pflege waten. Das war nu sehr, seht nett für den Herrn Leutnant, und ich nahm es Ihnen auch nid) een biscken übel — denn babrum leene Feindschaft nick, sagt Mauerpolier Kluck, mit dem ich mich Ihnen zu geneigter Erinnerung empfehle."
Desiree hatte von dieser Rede freilich wenig verstanden, aber sie reichte dem brave» Wättet die Hand, welche Kietze kräftig drückte, worauf er seinen Rückweg anttat.
Die Beiden wollten ihm auf dem Futz folgen, al» Frau von Tarandal eintrat. (Forts, folgt.) >