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44. Jahrg.
Zweites Blatt.
Dernburg über (eine Afrika - Reise.
Berlin, 21 Jan. Vor der Abteilung Berlin-Charlottenburg der Deutschen Kolonial- Gesellschast und vor Mitgliedern der deutschen Volksvertretung hielt Staatssekretär Dernburg heute Abend im Reichstage einen Vortrag über feine westafrikanische Reise, indem er ungefähr folgendes ausführte: Ich will nicht verhehlen, bei der ersten Gelegenheit, bei welcher ich mich öffentlich ausspreche, den englischen und kolonialen Behörden für ihr großes Entgegenkommen meinen warmen Dank auszusprechen und die Genugtuung erkennen zu geben, daß in allen denjenigen Dingen, welche ein gemeinschaftliches Interesse der in Südwestafrika kolonisierenden Völker darstellen, ein freundnachbarliches Ver- hältikis hat hergestellt werden können, von welchem ich in der Lage gewesen bin, die ersten Früchte kürzlich durch die Presse bekannt zu geben. Von unseren Kolonien ist der Keetmans- hoper Bezirk am dünnsten besiedelt. Je weiter man nach Norden kommt, desto dichter wird auch im sogenannten Südbezirk die Besiedelung und desto weiter vorgeschritten ist auch die Entwicklung. Im Bezirk Maltahöhe waren sämtliche 25 Farmen im Jahre 1907 in Bewirtschaftung, und da gerade sind in Bezug auf die Wodschaf- zucht die größten Fortschritte gemachr. Die Rinderzucht im Süden des Schutzgebietes ist wegen der Vegetation weniger aussichtsreich. Nach und nach, mehr nach Norden hin, tritt der für die Schafzucht geeignete Boden zurück. Vermischt sind beide Wirtschaftsarten im Eibeoner und Maltahöher Distrikt. Die unter Mitwirkung hervorragender deutscher Landwirte ins Leben gerufene Deutsche Farm-Gesellschaft, welcher die Erfahrungen der Liebig-Gesellschaft in Uruguay und Argentinien zur Seite stehen, und die über ein Kapital von 10 Millionen Mark verfügt hat teils vom Fiskus, teils von der Deutschen Kolo- nial-Eesellschaft vor über Jahresfrist sich Kaufrechte einräumen laßen auf insgesamt 350 000 Hektar, d. h. auf eine Fläche etwa in der Größe des Großherzogtums Sachsen. Sie hat dann durch ihre Sachverständigen an Ort und Stelle die Lage untersuchen laßen. Diese Untersuchung ist dahin ausgefallen, daß die Gesellschaft 300 000 Hektar des angestellten Landes fest gekauft und bezahlt hat, daß sie mit großen Mitteln an die Erbauung von Gebäuden, Einführung von geeignetem Zuchtvieh, Einstellung von weißen und farbigen Hilfskräften vorgegangen ist. Ein ähnliches Fleischunternehmen für den Norden im geringeren Umfange hat die South West Aftica Co. in die Hand genommen, welches noch dadurch besonders begünstigt wird, daß im Eroßfonteiner Bezirk Mais in großen Quantitäten bereits jetzt
gezogen wird und als Kraftfutter verfügbar ist. Gute Fortschritte macht auch die Pferdezucht, besonders die der Private». Vorläufig ist anzunehmen, daß etwa 100 000 Weiße in dem für besiedelungsfähig gehaltenen Teil des Schutzgebietes ihr gutes Fortkommen finden können. Nun rechnet man aber noch mit der erheblichen Ausdehnung des Bergbaues. Es ist ohne weiteres einzusehen, daß, selbst wenn Deutsch-Südwest- Afrika eine ähnliche Menschenmenge aufnehmen könnte wie die Kapkolonie, wir in dem Schutzgebiet kein Ansiedelungsland besitzen, welches bei einer größeren Abwanderung aus Deutschland, wie wir sie vor 15 und 20 Jahren gesehen haben, Raum geben würde. — Von Anfang an hat man erhebliche Erwartungen auf die bergbauliche Entwicklung des Schutzgebietes gesetzt, besonders mit Rücksicht auf die reichen in dem Nachbargebiete Südafrikas vorkommenden Mineralschätze. So ist denn das Land wiederholt bergmännisch untersucht worden, und diese Untersuchung hat auch zur Eröffnung einiger Betriebe geführt. Zur bergmännischen Ausbeutung gelangen in Südwest augenblicklich Kupfer verbunden mit Blei, Eisen im wesentlichen als Zuschlag zu dem Kupfer und Diamanten. Die Wahrscheinlichkeit im Schutzgebiet Kohlen zu finden ist in der letzten Zeit gewachsen. Deshalb hat auch die South- West-Africa Co. nunmehr unter Leitung eines englischen Geologen größere Vohrversuche angesetzt. — Großes Aufsehen haben die bei Lüderitz- bucht gefundenen Diamanten verursacht, weshalb ich hierbei etwas ausführlicher verweilen will. Nachforschungen haben ergeben, daß auf der Oberfläche in. einem grobkörnigen Sande, vermischt mit kleinen Achaten und anderen Halbedelsteinen, Diamanten vorkamen, welche zwischen 1/s und % Karat schwanken und im Durchschnitt nicht über ein Drittel Karat schwer sind. Die Steine sind ziemlich vollkommene Oktaeder von gutem Waßer. Der Streifen, welcher sich halbmondförmig um Lüderitzbucht herumlegt, beginnt südlich unterhalb der Elisabeth- bay und setzt sich nördlich bis ans Meer in die Nähe von Anichab fort. Heber den Umfang des Gesamtoorkommens wird man erst dann ein Bild haben, wenn eine genaue Vermeßung stattgefunden hat. Heute kann man nur von einem sehr erheblichen Vorkommen sprechen. Die Ausbeute hat erst mit einiger Regelmäßigkeit mit dem Monat September eingesetzt; vorher find im Ganzen nur 2720 Karat gefördert worden. Seit 1. Äptember ist die Ausbeute wie folgt gestiegen: September 6644 Karat; Oktober 8621 Karat; November 10 228 Karat; Dezember 11549 Karat; zusammen 39 762 Karat, rund also 40 000 Karat mit einem Verkaufswert von etwa 1100 000 Mark. Die von der Verwaltung eingeleiteten Maßregeln gehen dahin: 1. Dem Fiskus von Südwestafrika eine Beteiligung von etwa der Hälfte des Reingewinns, welcher bei der Diamantförderung entsteht, zu sichern. 2.
39 VtKtiOrud verboten.)
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
(Fortsetzung.)
„Lug und Trug! Ich glaube dem Zeugnis keines Prusstens. Nicht einen Augenblick dürfen fie länger zusammen bleiben. Führe mich zu ihr!"
„Versprichst Du mir, ganz ruhig zu sein?"
„Ich werde mich bezwingen, auch ohne dieses Versprechen. Ich denke nicht daran, den Barbaren Gelegenheit zu geben, mich bei Seite zu bringen."
„Das ich vernünftig. Aber noch eins höre. Ich fürchte, Desiree wird Dir Widerstand leisten."
„Meine Tochter, mir? O glaube es nicht. Aber würde sie es wagen, ich wüßte sie zu zwingen."
„Keine Gewalt, Jean. Bedenke das Aufsehen. Bedenke auch die Aufregung des Verwundeten. Man würde ihm zur Seite stehen, Desiree schützen —“
..Ich bedenke alles. Ich werde meine Tochter durch Güte zum Gehorsam bringen. Aber komm nun, ich ertrage das Zögern nicht länger."
Er hatte seine Stimme bis zu einem Flüstern herabgedämpft und schien äußerlich ganz ruhig. Nur aus seinen Augen sprübte die unheimliche Glut des Fanatismus, der Rachsucht, der Tücke. Frau von Tarandal streifte seine Züge mit ftirchtsamem Blick. Bourlier sah schrecklich aus. Das Gesicht war erdfahl, dunkle Ringe zogen sich um seine Augen; die Lippen schienen blau, eis ob fie in Frost erstarrt seien. Frau Ta- randal seufzt« tief; «ine Schwäch« kam über st«;
sie hätte vor Schmerz aufschreien und den Tränen freien Lauf laßen mögen. Aber sie bezwang sich. Langsam öffnete sie die Tür.
„Komm," sprach sie, „Gott schütze uns alle!" Bourlier folgte ihr scheu. Er schauderte vor der Berührung mit irgend einem Deutschen. Doch sollte ihm diese Marter nicht erspart werden
Als die Beiden durch den Korridor nach der Erkerstube schreiten wollten, vertrat ihnen der Krankenwärter Kietze, derselbe, welcher die Damen empfangen hatte, den Weg."
„Pardon Monsieur!“ rief er in seinem komischen Kauderwälsch, „pas du chemin ici, Zivilisten haben hier nischt zu suchen."
■ Heftig entgegnete Bourlier, daß er zu seiner Tochter wolle.
„Ah, votre kitte, oh, je comprend famose“, sagte Kietze, der den Inhalt von Bourliers Rede gewandt erfaßt hatte. „Bon, hon! Restez ici, ich hole en peu Monsieur le doc= teur superieur. „Aujust“, rief er über die Treppe, „komm mal rauf, Wache halten, aber en bischen plötzlich!“
Da aber August nicht kam, ging Kietze, ohne ihn abzuwarten und ließ den Weg frei. Bourlier öffnete unverzüglich di« Tür und trat in das Krankenzimmer.
Desiree saß an der Seite des Bettes. In ihren Fingern ruhte die Hand des Geliebten, den fie zärtlich anblickte. Sie mochten gerade von ihrer Liebe gesprochen haben, denn auf seinen Zügen glänzte der Ausdruck wonnigen Entzückens. Als Bourlier die Tür öffnete, erbleichte sie und schwieg. Auch Waldemar stutzte. Er konnte sich den Grund ihres Erbebens nicht erklären, da er von seinem Bette aus den Ein- tretenden nicht zu sehen vermochte.
Den südwestafrikanischen Steinen eine angemeßene Verwertungsmöglichkeit im Weltmarkt zu sichern, und die Entwertung der im Verkehr befindlichen Diamanten zu verhindern. 3. Den Abbau in geordnete, regelmäßige Bahnen zu leiten und Vorsorge dagegen zu treffen, daß etwa us Rücksicht auf andere Jntereßen dieser Abbau unterbleibt oder unnötig eingeschränkt wird. 4. Dem deutschen Kapital die Ausbeutung dieser Steine im wesentlichen zu reservieren und den in der heimischen Schleifindustrie beschäftigten Personen eine erhöhte Verdienstmöglichkeit zu geben. Nimmt man an, daß auf den Karat roher Diamanten mindestens 15 Mark Schleiflohn kommt, so würde die Produktion .uch nur eines Monats schon etwa 180 000 Mark Schleif lohn für sie deutsche Industrie bedeuten, so daß, eine Forrietznnq in der gegenwärtigen Höhe vorausgesetzt, hieraus eine Verdienstmöglichkeit für deutsche Arbeiter von über 2 Millionen Mark im Jahre entstehen könnte.
Rach eingehender Besprechung der Arbeiterversorgungsfrage geht der Staatssekretär auf die weiße Bevölkerung und ihre Wünsche über. Berechtigt ist der starke Wunsch derselben nach Anteilnahme an den öffentlichen Gesellschaften. Die Anfrage einer Selbllverwaltung sind durch Verordnungen eingeführt. Kommunale Verbände sind überall vorgesehen und städtische Verwaltungen werden demnächst an viele« Plätzen einietzen. Handelskammern, sowie Landwirtschaftskammern werden eingeführt. Das genossenschaftliche Leben ist in erfreulichem Aufblühen. Vereine existieren in jeder Form und werden gefördert. Freilich, das wichtigste, ein ausschlaggebender Einfluß auf den Etat, kann nicht gewahrt werden; derselbe ist zu eng verknüpft mit den Reichsfinanzen. Aber es wird richtig sein, die Bevölkerung mehr als bisher beratend heranzuziehen. I« stärker Selbstver- waltungsorgane geschaffen werden, desto wohlfeiler wird die Verwaltung und desto geringer die finanzielle Belastung des Reiches. — Was die Verkehrswege anbelangt, so kann für Swa- kopmund mit dem Bau einer soliden eisernen Brücke dem Verkehrsbedürfnis auf Jahre hinaus genügt werden. Die Eisenbahnen entwickeln sich gut, di« Idee des Baues der Nord-Südbahn ist wegen der unverhältnismäßig großen Kosten fallen gelaßen worden. Dagegen scheint der Norden nach und nadr für verschiedene Stichbahnen reif zu werden, für welche die Initiative allerdings aus der Bevölkerung zu kommen haben wird. — Die Militärausgaben des Reiches betragen im neuen Etat noch 12l/2 Millionen Mark. Da immerhin noch große Vorsicht geboten, so sind die jetzt im Schutzgebiete anwesenden 2500 Mann bei der Größe des Gebietes keine große Anzahl, und einer weiteren Reduktion würde demnach nicht zugestimmt werden können. Andererseits ist bei der dünnen Besiedelung und der großen Anzahl der waffenfähigen Weißen im Schutzgebiet Redner der Ansicht, daß weiterhin doch noch eine erhebliche Truppenverminderung möglich sein wird. — Der Etat der Zivilverwaltung verlangt noch
„Der Vater," flüsterte Desiree leise, während ihr das Herz in der Brust stockte.
Der Verwundete verstand ihre Furcht nicht, er glaubte, der Hausherr sei in friedlicher Absicht zu ihm gekommen,
„O, Herr Bourlier," rief er bewegt, „Sie besuchen mich? Wahrlich ein Glück, das ich nicht zu erhoffen wagte. Seien Sie mir willkommen, reichen Sie mir Ihr« Hand.“
Er streckte dem Herrn die Rechte entgegen. Aber dieser schien es nicht zu bemerken. Langsam trat er an das Bett und berührte die Schulter seiner Tochter mit eiskalter Hand.
„Komm," sagte er tonlos.
„Willst Du nicht Waldemar begrüßen Papa? Sieh, wie leidend et ist, wie er sich freut, daß Du bei ihm erschienen. Reiche ihm die Hand zum Gruße, Papa!“
„Nein! An seiner Hand klebt Oliviers Blut."
„Sie irren. Herr Bourlier, ich schwöre es Ihnen!“ rief Tyrott mit sichtlicher Anstrengung. „Ich hab« Dinier retten wollen, und es wäre mir gelungen, hätte er mich nicht heimtückisch angefallen. Hat er seine Tat mit dem Leben büßen müßen, so ist es nicht meine Schuld. Ich war bewußtlos und konnte ihn nicht vor der Rache meiner Leute schützen."
„Pah, Spitzfindigkeiten, um mich zu betören," unterbrach ihn Bourlier mit aufloderndem Zorn. „Niemand ist an dem Morde meines Sohnes schuld, als Sie, mein Herr. Wer führte die Prusfiens auf Schleichwegen nach der Fabrik? Sie? Wer verriet ihnen die schwachen Stellen der Verteidigung? Cie! Wer trieb unser« Männer in die Enge, daß fie sich mit Olivier an her Spitz« Trepp« für Treppe, Stufe für Stufe verteidigen mußten? Siel Als Spion
einen Zuschuß von 2 050 000 Mark. Infolge der Diamantenförderung wird für bas Iaht 1909 eine Verbesserung von etwa einer Million Mark unbedenklich vorgenommen werden können, und auch aus anderen Kapiteln wird man zu weiteren Reduktionen kommen können. So sehen wir schon heute mit Sicherheit den Moment kommen, in dem wir den Etat von Südwestafrika dahin bringen können, daß das Land sich selbst trägt und nur der notwendige Schutz und die Kosten dafür vorläufig als Reichslast verbleibt.
Redner schloß: Bei weiterer geduldiger Ar. beit, gerechter Berücksichtigung aller wirtschaft» lichen Faktoren des Schutzgebietes, sympathischem Mitgefühl für unsere Landsleute in Südwestafrika, wird auch dieses Schutzgebiet einen schönen Beweis fleißiger deutscher Arbeit bilden. Mit Blut ist es erworben, mit Schweiß wird es erschloßen, auch der Heimat wird es eine Freude werden.
Politische Umschau.
Russische Verwaltungsreorganisation nach preußischem Vorbild.
Während in unserer radikalen Preße die Hetze gegen den preußischen Landrat zum guten Ton zu gehören scheint, ist man im Ausland« objektiv genug, die Vorzüglichkeit gerade unsere, auf dem Landratsamt aufgebauten inneren Verwaltung nicht nur anzuerkennen, sondern so. gar sich zum Vorbilde zu nehmen. Nach langen eingehenden Studien der Verwaltungen fremde, Länder ist die russisch« Negierung jetzt zu dem Schluß gekommen, die längst geplante Reorganisation ihrer Landesverwaltung nach preußischem Muster vorzunehmen. Um die jetzt bestehenden Gegensätze zwischen der Staatsverwaltung und der Selbstverwaltung auszugleichen, sollen neu« Bemntenstellen und Behörden entsprechend dem preußischen Landrat und dem preußischen Kreis- ausschuß gebildet werden. Dem neuen Kreischef soll die Kreispolizei unterstellt und als Vertreter des Staatsintereßes das Aufstchtsrecht über die Schulen und eir.e gewiße Kontrolle über die Agrarkommission übertragen werden. Im Kreisrat, entsprechend unserem Kreisausschuß, der aus Vertretern der Staatsverwaltung und derSelbst- verwaltung besteht, führt er den Vorsitz. Dos Wirkungsfeld der Gouverneure wird bedeutend erweitert und ihnen ebenfalls ein Schulaufsichtsrecht übertragen. Gouverneur wie Kreischefs sollen, ebenfalls nack preußischem Vorbilde, den Sitzungen der Landschasts- und Stadtverordnetenversammlungen beiwohnen dürfen, so daß der Staatsgewalt ein größerer Einfluß auf das Leben der Provinz zufallen dürste. Andererseits sind aber auch die Rechte der Selbstverwaltung erweitert worden. Der dem Kreischef unmittelbar untergeordnete Distrittschef, der unserem Amtsvorsteher entsprechen dürfte, da ihm die Ausübung der Distrittspolizei und die lieber, wachung der bäuerlichen Selbstverwaltung übertragen ist. wird zwar von der Regierung er« narint, muß aber ein Ortseingesessener fein. Ferner sollen die Friedensrichter eines stritte« nicht ernannt, sondern von den Distriktsbewoh-
weilten Eie in meinem Hause, als Verräter kehrten Sie dahin zurück. Ein Mörder sind Sie hier geworden, jetzt möchten Sie auch noch ein Dieb werden, indem Sie meine Tochter stehlen. Aber das gelingt Ihnen nicht! Nie wird Desire« Ihr Weib! Jede Beziehung zwischen uns hat aufgehört, Six selbst haben die letzten Fäden zerrißen, welche uns noch verbanden. Komm, Desiree!"
Er ergriff rauh seiner Tochter Hand, um dies« gewaltsam mit sich zu ziehen. Aber Desiree entschlüpfte ihm.
„Papa, ich kannn nicht mit Dir gehen. Laß mich bei Waldemar, den ich liebe und den Du so ungerecht gekränkt.“
„Du wagst es?“ rief Bourlier in unbändigem Zorne.
„Ich muß Dir ungehorsam sein, weil Du Dich der besseren Einsicht verschließt. Waldemar gebraucht mich, wenn er genesen soll.“
„Was kümmert das mich? Zum letzten Mal fordere ich Dich auf, komm!"
„Jean, Du versprachst mir Mäßigung " mischt« sich Nataly in den Streit, ihren Bruder zurückhaltend, der sich wutschnaubend auf sein Kind stürzen wollte, um dieses gewaltsam an sich zu reißen.
„Laßt mich," donnerte bet Sinnlose, sich frei machend. „Ich will bi« Ungehorsame zum Gehorsam zwingen. Wenn Worte nichts ausrich len, muß Gewalt sprechen. Und sollte ich st« mit meinen Fäusten aus diesem Zimmer tragen, hier bleibt die Schändlich« nicht!"
Er ergriff die Hand seiner Tochter, die einen leisen Schmerzensschrei ausstieß. Vergeblich be» müht« sich der Verwundete, sie zu schützen.
i l Fortsetzung folgt.)