mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain N
und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und »Landwirtschaftliche Berlage."
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Marburg
Sonnabend, 23. Januar 1909.
Di« InsertionSgebithr beträgt für die 7gespÄtene Zeile
«wer deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — *i ^YdTlfn Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UnioersitätSbuchdruckerei • x) U b* Inhab« Dr. ®. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Der heutigen Stummer liegt bei Kreisblatt Nr. 6.
Die Betriebsergebnisse der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft.
< Dem preußischen Abgeordnetenhaus« ist der Bericht über die Ergebnisse des Betriebes der »«reinigten preußischen und hessischen Staat»« «tsenbahnen im Rechnungsjahre 1997 zu gegangen. Daraus ist zu entnehmen, daß die Bahnlänge dieser Gemeinschaft insgesamt 35 558 km betrug. Davon waren nicht für den öffentlichen Verkehr bestimmt 215 km Vollspurbahnen. Im Jahre 1907 wurden Bahnstrecken im Umfang« von 412 km (davon 355 km ^Nebenbahnen) neu eröffnet. Der Betrag des Anlagekapitals belief sich im Berichtsjahre auf rund 9% Milliarden Mark, gegen das Vorjahr weniger rund 417 Millionen.
Ueber Betriebsstörungen wird folgendes berichtet: Dllrch Schneeverwehungen wurde der Eisenbahnbetrieb gestört in 63 Fällen und zwar in 9 Fällen für die Dauer von mehr als zwei Tagen. Infolge von Dammrutschungen und sonstiger durch Natureignisse hervorgerufenen Beschädigungen des Bahnkörpers kamen 21, davon 5 über zwei Tage andauernde Betriebsstörungen vor.
An Unfällen wurden gezählt: 350 Entgleisungen, 272 Zusammenstöße und 2110 sonstige Unfälle, insgesamt also 2732 Unfälle. Dabei wurden getötet oder verletzt: 2677 Personen. Von Reisenden wurden 98 getötet und 484 verletzt (davon 83 bezw. 110 infolge eigener Unvorsichtigkeit), von Bahnbeamten und Bahnarbeitern wurden 526 getötet und 1044 verletzt (darunter bei Zugunfällen 16 bezw. 191, durch unvorsichtiges Verhalten 89 bezw. 191, durch sonstige unvorsichtige Handhabung des Dienstes 72 bezw. 143). An einmaligen Abfindungen und fortlaufenden Zahlungen zur Entschädigung der durch die Unfälle Betroffenen haben im Berichtsjahr« insgesamt 5 726 834 -k aufgewendet werden müssen.
Die dem Personenverkehr dienenden Züge haben im Berichtsjahre über 273 Millionen Be- triebskilometsr geleistet. Es wurden befördert rund 910' 2 Millionen Personen, und zwar in der ersten Wagenklasse 1911311 (0,21 Proz.), in der zweiten Wagenklasse 85 016 580 (9,34 Prozent), in der der dritten Wagenklasse 385 572 069 X42,35 Prozent), in der vierten Wagenklasse 427 837 531 Personen. Davon entfielen aus die Militärbeförderung über 10 Millionen. Die Zahl der im Berichtsjahre ausgegebenen Arbeiterwochenkarten belief sich auf 12 689 847 Stück, die Zahl der unternommenen Fahrten auf 148 549158. Auf Arbeiter-Rückfahrkarten wurden im ganzen befördert: 11378 372 Personen.
Die Ergebnisse des Betriebes weisen eine
38 lNaGvruck verboten.),
Unter Feinden.
15: Roman von Karl Matthias.
(Fortsetzung.)
„O Tante, böse Tante, wie konntest Du mir seine Nahe verheimlichen," sprach Desiree mit sanftem Vorwurfs „wie konntest Du ihn täuschen, den armen Kranken, der sich in Sehnsucht verzehrt? Ahnst Du denn nicht, daß ich ihn allein von Siechtum und dem Tode retten kann?"
„Vergiß Deinen Vater nicht" warnte Na- talt). „Er würde rasen, wenn er Dich bei jenem Manne fände, den er l)aßt. Waldemar trägt die Schuld am Tode Deines Bruders. Du mußt für immer von Deinem einstigen Verlobten scheiden."
„Ich weiß, daß Waldemar unfern Olivier nicht getötet hat," entgegnete das Mädchen mit fester Ueberzeugung. „Er konnte es nicht tun, selbst wenn der Bruder ihm mit der Waffe ent- gegentrat. Fremde haben es getan. Olivier fiel für Frankreich, Waldemar für die Sach« der Deutschen. Olivier starb, ich beklage es tief. Aber Waldemar wurde gerettet, et ist auf dem Wege der Besserung, ihm gehört di« Welt. Ich bin seine Welt — und darum muß ich bei ihm bleiben."
„Wir wollen morgen nach der Stadt," unterbrach die Tante ihre Rede. „Wir müssen zum Vater. Er ist unglücklich und verlangt nach unserem Trost. Ihm mußt Du treu zur Seite stehen, nicht jenem Manne, der Dich freiwillig aufgab. Soll Dein Vater auch fein letztes Kind verlieren?"
„Dennoch muß e» fein, Tante Nataly. Wal.
Gesamteinnahme von rund 1745% Millionen auf. Davon entfielen auf den Personen- und Eepäckverkehr über 509% Millionen, auf den Güterverkehr über 1% Milliarde Mark. Die Mehreinnahme gegen da» Vorjahr belief sich beim Personenverkehr auf rund 14% Millionen, beim Güterverkehr auf rund 59% Millionen. Die Gesamteinnahme ist auf 1 km durchschnittlicher Betrieslänge um 1693 <4l ober 3,19 Prozent gegen 1906 gestiegen. Sie würde für 1907 noch um 36 527 975 «M. höher sein, wenn die Reichspost die Leistungen der Eisenbahnverwaltungen für Zwecke des Postdienstes voll vergütet hätte. Dies« 86% Millionen entzogener Eisenbahneinnahmen bedeuten also einen von der Eisenbahn- gemeinschaft, besonders aber von Preußen an das Reich geleisteten Zuschuß.
Der Vetriebsüberschuß der Eisenbahnen betrug insgesamt 634 174 737 M gegen 698 094 436 <M im Jahre 1906, ist also um 63 919 699 <M oder 9,16 Prozent niedriger, für 1 km durchschnittlicher Betriebslänge (35 645,64 km) belief sich der Ueberschuß auf 17 791 <M, im Jahre 1906 dagegen (35 160,39 km) auf 19 854 M. Im Verhältnis zur Gesamteinnahme betrug der Ueber- schuß 32,46 Prozent gegen 37,37 im Vorjahre. Im Verhältnis zu dem durchschnittlichen Anlagekapital ergab sich eine Verzinsung von 6,53 Prozent gegen 7,48 Prozent im Jahre 1906. Der Anteil Hessens am Betriebsüberschusse ist auf rund 13% Millionen, der Anteil Badens (für die auf badischem Gebiete liegende Strecke der Main-Neckarbahn) auf 620 222 M berechnet.
Aus dem Rei-Maae.
Im Reichstage ehrten der Präsident das Andenken deS verstorbenen Alterspräsidenten, des bisherigen Abgeordneten Grasen Hompesch, und ebenso die Anwesenden. Auf der Tagesordnung stehen sozialdemokratische und polnische Interpellationen über die Handhabung des VereinSgesetzes. — Der Staatssekretär Dr. v. Bethmann-Hollweg erklärte sich zur sofortigen Beantwortung bereit.
Und nun wurde es leer im Saale. Denn man weiß, daß über solche Themata ein Sozialdemokrat Broschüren reden muß und ebenso, daß es auch die Polen tun. Die Begründer der Interpellation, die Abg. Bretz (Soz.) und Breiski (Pole), zählten weitschweifig einige Dutzend Fälle auf, in denen gegen das neue Reichsvereinsgeseh verstoßen sein soll, so daß der Stellvertreter des Reichskanzlers, v. Bethmann, erst zu später Stunde das Wort erhielt. Er führte im einzelnen den Nachweis, daß in keinem der aufgeführten vielen Fälle der Reichskanzler weder nach seinen Befugnissen noch nach der inneren Berechtigung hätte einschreiten können. In dem Falle, wo er vielleicht so scheinen könnte, beim Falle des polnischen Berufsbereins habe es sich gar nicht um berufliche Interessen, sondern um großpolnische Aspirationen gehandelt. Aehnlich liege es mit den übrigen polnischen Beschiverden. 1897 sei den grotzpolnischen Führern im Rheinland und Westfalen eine umfassende Wahlorganisation gelungen, die gerade im gewerkschaftlichen Wettbewerb mit den sozialdemickratischen und christlichen Verbänden besonders scharfe grohpol- nische Blüten treibe. Diese bemühten sich in erster Linie großpolnisch-nationale Verhetzung^ zu treiben, die berufliche Vertretung stehe demgegenüber ganz im Hintergründe. Der Reichskanzler versäume nichts,
bentar würbe sterben, wollte ich nun von hinnen gehen. Ich muß bleiben."
XIV.
Der Wagen, ben Laurence aufgetrieben, konnte ruhig in den Schuppen zurückgeschoben werben. Die Reise war vergessen. Desiree ließ sich durch nichts von dem. was sie ihre Pflicht nannte, abbringen. Da bei Oberarzt die Mer- ven Turolts an biefem Tage noch schonen wollte, blieb sie oben, aber am anderen Tage war sie bereits mit dem Frührot in dem Krankenzimmer, wo sie den Geliebten glückstrahlend wieder- fand. Nun übernahm Desiree ganz seine Pflege. Außer dem Arzte erlaubte sie niemanden auch nur die geringste Hilfeleistung. Sie streichelte die Wangen des Geliebten, bis daß sie wieder zu blühen begannen, sie reichte ihm Trank und Medizin und bediente ihn wie eine Magd. Die Nähe des geliebten Wesens Übte einen heilsameren Einfluß aus als die Medizin und alle Verbandmittel. Der Oberarzt kam oft, er billigte Desirees Pflege ganz und gar. Wenn er das Zimmer verließ, legte er den Finger auf den Mund und beutete auf den Kranken, zum Zeichen, daß ste ihn nicht sprechen lassen solle. Waldemar kam gar nicht in Versuchung, die ärztliche Vorschrift zu brechen, ihm genügt«, der Musik ihrer Rede zu lauschen.
Nach drei Tagen kam Bourliers Brief aus S-dan. Er ersuchte di« Frau«n, sogleich zu ihm zu kommen. Tante Nataly legte dieses Schreiben ihrer Nichte vor. Aber Desiree hätte statt der Einwilligung nur ein Kopfschütteln. Schon macht« sich Frau von Tarandal, den Zorn ihre» Bruder» fürchtend, damit vertraut, allein nach Sedan S« fahren als dieser selbst unerwartet ankam und, von Laurence geführt, in das Zimmer der Damen trat. .
eine einwandsfteie Durchführung des VereinsgesetzeS gu erreichen. Bon den im ganzen etwa 100 bekannt gewordenen Beschwerden sind übrigens 33 überhaupt nicht anhängig gemacht, 23 im Sinne der Beschwerdeführer erledigt und nur drei bis in die höhere Instanz gelangt, davon eine einzige in» Ministerium de» Innern, und diese betreffen eben ben unzulässigen Gebrauch der polnischen Sprache in ben geschilderten polnischen Berufsvereinen mit radikalen national- polnischen Zielen.
Sächsischer Bundesratsbevollmächtigter Fischer et« klärt die Vorwürfe des Abgeordneten Brey gegen die Handhabung des Reichsvereinsgesehes in Sachsen al» durchaus unbegründet.
Auf Antrag des Abgeordneten v. Czarlinski (Pole) wird die Besprechung der Interpellation beschlossen.
Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. Tagesordnung: Besprechung der heutigen Interpellationen. Schluß 6% Uhr.
Deutsches Reich.
— Der Kaiser traf gestern im Automobil gegen 11 Uhr in Potsdam vor dem Portal de» Exerzierhause des 1. Earberegiments z. F. ein, empfangen von ben Prinzen Ettel Friedrich unb Friedrich Wilhelm, ben direkten Vorgesetzten des 1. Garberegiments, an ihrer Spitze der kommandierende General v. Kessel, ben Herren bes Hauptquartiere», dem Chef bes Milftär- kabinettes, Generalleutnant v. Lyncker, dem Präsidenten der Ordenskommifsion, Generalleutnant v. Jacobi u. a. Es wurden die 7. und die 12. Kompagnie besichtigt.
— Dernburgs Rede. Berlin, 21. Jan. Zu dem heutigen Vorträge des Staatssekretärs Dernburg in der Abteilung Berlin-Charlottenburg der Deutschen Kolonialgesellschast im Sitzungssaal« des Reichstages waren erschienen der Kaiser und die Kaiserin, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, Prinzessin Viktoria Luise. Der Sitzungssaal, die Logen und die Tribünen waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch eine Reihe Abgeordneter, darunter zwei Sozialdemokraten, wohnten dem Vorträge bei. Der Vorsitzende der Abteilung Berlin- Charlottenburg der Deutschen Kolonialgesellschaft, Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, begrüßte das Kaiserpaar und betonte, daß das erstmalig« Erscheinen des Kaisers in einer Sitzung der Deutschen Kolonialgesellschaft zeige, daß bet Kaiser den Weg, ben die Kolonialgesellschaft beschritten habe, für den richtigen halte, und dies werde für die Abteilung Berlin-Charlottenburg ein Ansporn sein, auf dem beschrittenen Wege weiterzuwandeln. Der Vorsitzende begrüßte dann den Staatssekretär Dernburg, der darauf mit seiner Rede begann über die wir noch berichten werden.
— Di« Erklärung bes Staatssekretärs von Schön übet ben Fall Hamann. Berlin, 21. Jan. In der heutigen Budgetkommission des Reichstages gab bei Staatssekretär von Schön bei der Beratung über den Etat bes Auswärtigen über die gegen den Geheimen Legationsrat Hamann erhobenen Beschuldigungen eine Erklärung ab. „Der Bnefschreiber habe vor 4% Jahren eine lange Denunziationsschrift gegen ihn aufgesetzt, sie aber trotz wiederholter Aufforderung nicht bet Staatsanwaltschaft eingereicht, sondern nur zu Drohungen und Pressionsversuchen in einem
Bourlier sah elend aus. Seine Züge waren vergrämt, fein dunkles, noch volles Haupthaar wie mit Frostreif bestreut. Aber seine Haltung war aufrecht und stolz. Er setzte dem Unglück
starren Mannesmut entgegen.
„Schließe die Tür, Laurence," sagte er grimmig, nachdem er seine Schwester flüchtig begrüßt hatte. „Niemand von den Prusfiens, die m-in Haus widerrechtlich in Besitz genommen haben, soll sagen, er habe mich gesehen. Halte draußen Wacht, laß niemand zu uns!"
Der Gärtner tat nach feinem Befehl, und Bourlier ließ sich schwerfällig auf einen Sessel
niedersinken.
„Wo ist Desiree?" fragte er, mißtrauisch um sich blickend. „Ich will nicht hoffen, daß sie allein im Hause und Garten herumschweift."
„Beruhige Dich, Deine Tochter wird gleich zur Stelle fein," entgegnete die Dame in tätlicher Verlegenheit. Du bist selbst hergekom- men? Ich war im Begriff, nach der Stadt zu
fahren."
„Nun und Desiree? Was hältst Du hinter dem Berge? Was verbirgst Du mir? Du willst allein kommen, das Mädchen schutzlos hier zurücklassen? O mein Gott!" rief er plötzlich in verändertem Ton«, „ich ahne — Desiree ist
tot!"
„Nein, nein, um Gotteswillen, wie kommst Du auf diesen Gedanken," wehrte di« Schwest«r. „Eie ist gesund und glücklicher als je."
„Glücklich? Während das Herz ihres Vater» fast vor Kummer bricht? Was sollen die törichten Reden? Rufe meine Tochter, ich will st« sehen. Und dann fort von hier!"
,Da» ist nicht so leicht," wandt« Nataly anastbebend ein, „hab« doch ein wenig Geduld, lieber Jean, laß mich Dir erklären, weshalb wir
Familien- und Vermögensstreite benutzt. Im September letzten Jahres hab« der Brieffchrei- , 6et jene Denunziationsschrift an Journalisten, Zeitungsredaktionen und Abgeordnete mitgeteilt. um durch Erregung eines Skandals fein« im Rechtswege nicht erreichbaren Ansprüche durchzufetzen. Alsbald, nachdem der Beamte — gegen Ende September — eine Abschrift der Denunziation erlangt, hab« «r sie der Staatsanwaltschaft mit dem Anträge auf Untersuchung eingereicht." Schließlich wies der Staatssekretär auf die Schwierigkeit hin, den Fall Ha- mann überhaupt vor Gericht zu ziehen. Das Amtsgericht Schöneberg habe die Klage gegen die Druckschrift des Professors Schmitz, die Beleidigungen gegen die Beamten des Ministeriums enthalten soll, nicht gebilligt. Schließlich aber sei, nachdem Hamann gegen sich das Disziplinarverfahren beantragt habe, gegenüber ben vielfältigen und trotz des schwebenden Strafverfahren» fortgesetzten Angriffen sowohl von bet vorgesetzten Dienststelle als auch von bem angegriffenen Beamten alles geschehen, um eine gerichtliche Aufklärung sämtlicher erhobenen Beschuldigungen herbeizuführen.
— Zue Reichstagswahl im Kreise Alzey. Berlin, 21. Jan. Dr. Becker-Sprendlingen hat die ihm von der nationailiberalen Partei und bem Bunde der Landwirie angebotene Reichs- tagskandidatur im Kreise Bingen-Alzey angenommen.
— Die preußischen Staatssteuern für 1909. Berlin, 21. Jan. In der verstärkten Budget- kommission des Preußischen Abgeordnetenhauses wurde die Wiederherstellung des Steuerzuschlages von 30 Millionen M für 1908 abermals ab» gelehnt. Sodann wurde einstimmig beschlossen, daß vom 1. April 1909 ab an allen Einkommen» und Ergänzungssteuerpflichtigen ein Steuerzuschlag zu erheben ist, welcher beträgt: bei der Einkommensteuer für die physischen Personen und die eingetragenen Genossenschaften sowie Vereine bei Einkommen von mehr als 1200 bi» 3000 <« 5 Prozent 3000 bis 10 500 M 10 Prozent, 10 500 bis 20 500 M 15 Prozent' 20 500 bis 30 500 J*. 20 Prozent, über 39 500 M 25 'Prozent; für Aktiengesellschaften. Berggewerkschaften, Gesellschaften m. b. H., in entsprechenden Einkommenstufen 10, 20. 30, 40 und 50 Prozent: bei der Ergänzungssteuer 25 Prozent der zu entrichtenden Steuer. Die Erhebung der Steuerzuschläge ist eine vorübergehend« Maßregel bis zur organischen Neuordnung der preußischen direkten Staatssteuern. Eine entsprechende Gesetzesvorlage ist an die Regierung innerhalb von drei Jahren einzubringen. Betreffend die Stempelsteuer wurde folgend« Resolution angenommen: Zur Deckung des Mehrbedarfs ist eine Erhöhung des Stempelsteuertarifs um rund 15 Millionen M in Aussicht genommen, wovon die Hälfte von Aktiengesellschaften und den Gesellschaften m. b. H. aufzubringen ist. Schließlich fand ein Zentrumsantrag Annahme, durch den die Höchstgrenze des Kinderprivilegs von 2500 auf 12 500 -k herauf« gefetzt wird.
— Das Steuervorrecht der Beamten. Sie verstärkte Eemeindekommission des Abgeord-
nicht sofort Deinem Befehle folgten. Es ist wie Gottes Fügung. Hier im Hause befindet sich ein Mann, der als Verwundeter hergekommen. Ein unglücklicher Zufall führte Desiree mit ihm zusammen, und nun — nun will sie ihn nicht mehr verlassen."
„Waldemar Tyrolt!" fuhr der Hausherr wild auf.
„Derselbe," antwortete Nataly tonlos.
„Tyrolt, und meine Tochter ist bei ihm, dem Mörder meines Sohnes? Sie pflegt ihn unb er wird genesen unter ihrer Hand, während ihr Bruder ungerächt in der Erde liegt, schmählich umgebracht von dem Schurken, den ich mit Wohltaten überhäufte?"
„Aber Jean, Du tust ihm unrecht, schmähe den Unglücklichen nicht."
„Schweige! Du littest es, t>aß Desiree zu ihm ging, zu ihm, den sie hassen, verabscheuen sollte? Schande Dir, verächtliches Weib! Aber ich will der Schmach ein End« machen. Mit meinen Fäusten will ich die Liebestolle von seinem Sette reißen und ihn würgen, wie er meinen Sohn gewürgt hatte!"
„Du bist von Sinnen," sprach Frau von Tarandal, welche gegenüber der ungerechten Wut ihres Bruders ihre ganze Kaltblütigkeit wiedergefunden hatte. „So lange Du nicht Vernunft annimmst, führe ich Dich nicht zu dem Kranken und nicht zu Deiner Tochter. Was Du gegen Tyrolt vorbringst, sind Unwahrheiten. Ich kenne den unseligen Konflikt zwischen ihm und Olivier ganz genau. Den Mann trifft kein« Schuld, im Gegenteil, er wurde heimtückisch von Olivier angefallen und zu Tode verwundet. Tyrolt» Hand ist teilt von Deine» Sohne» Blut," j
i..... (Fortsetzung folgt.) i