rungs- und Schulrat Völker tu Wiesbaden; & Hölscher, Seminar-Direktor in Montabaur; 4. Gersbach, kommissarischer Seminarlehrer in Montabaur; 5. Scheubel, Gymnaflal-Oberlehr r tn Oberlahnstein; 6. Schäfer, Seminar-Oberlehrer in Montabaur; 7. Vollmar, Ceminarleh- rer in Montabaur; 8. Walter, Seminarlehrer in Montabaur; 9. Denecke, Seminarlehrer in Montabaur; 10. Tlescus, Seminarlehrer in Montabaur.
• Oberheffischer Touristen-Bcrein. Auf die heute abend 9 Uhr im Restaurant Seebode stattfindende Hauptversammlung machen wir hiermit noch besonders aufmerksam.
• Landwirtschaftskammer. Einer der wichtigsten Beratungsgegenstände wird der Gesetzentwurf über die Reichsnachlatzsteuer auf der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer für Kurhessen am 29. und 30. Januar d. I. bilden. Ferner kommen noch zur Beratung die Anträge betreffend die Abänderung des Beam- ten-Besoldungsplanes, sodann der Bericht über den Stand der Verlegung der Versuchsstation. Ferner stehen auf der Tagesordnung der bekanntlich für zwei Tage berechneten Vollversammlung noch: Die Prüfung einzelner Neuwahlen Vornahme von Wahlen, Erstattung der Jahresberichte über die Tätigkeit des Vorstandes vom Jahre 1908, sowie über die Arbeit der einzelnen Kommissionen, wie Ackerbau-Kommis- pon Pferdezucht-Kommission, Molkerei-Kommission, Geflügelzucht-Kommission, sodann Erstattung des Jahresberichtes des Vereinsaus- fchusies und des Jahresberichtes des Viehzucht- Inspektors Herrn Amtsrats Vaupel. Ferner wird der neue Voranschlag für das Geschäftsjahr 1909 vorgelegt und beraten werden, auch kommt noch der Stand des Eenosienschaftswesens im Bezirk, der Landwirtschaftskammer, sowie der gegenwärtige Stand des Winterschul- und Wandeilehrwesens im Kammerbezirk und die Tätigkeit des Ausschusses für Volkswirtschaft zur Berichterstattung und anschlietzender Besprechung.
* Heimatkunde. Die Düsseldorfer Regierung betont in einer Verfügung an die Kreis- schulinspektoren, datz in der Volksschule der Unterricht in der Heimatkunde auch zur Förderung des Verständnisses der heimischen Denkmäler sich verwerten lasse. Die Kinder der Unterstufe sollten auf Ausflügen und belehrenden Spaziergängen auf alle derartigen Dinge hingewiesen werden. Auf der so durch Anschauung gewonnenen Kenntnis der Heimat werde sich in der Oberstufe dann leicht der Unterricht im Deutschen und in der Geschichte ebenso durch Anschauung beleben lassen, wenn den größeren • Kindern die geschichtlich verwertbaren älteren Denkmäler, Kirchen, Burgruinen u. a. gezeigt würden.
* Hufschmiede-Prüfung. Die durch das Gesetz vorn 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfungen für Schmiede, die ihre Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlaggewerbes dartun wollen, finden im Jahre 1909 vor der staatlichen Prüfungskommission in der Schmied« des Obermeisters Schade in Cassel an den Sonnabenden des 27. Februar, 22. Mai, 28. August und 27. November statt.
* Hessenland, Zeitschrift für hessische Geschichte und Literatur, Nr. 2 enthält: Hoffmann, Geh. Baurat, Die gotischen Malereien in der Pfarrkirche St. Nikolaus zu Neukirchen, Kreis Ziegenhain; Woringer, A., Westfälische Offiziere. III. Leutnant Wilhelm Kupfermann; Moriton- v. Mellenthin, B., Karl Engelhard; Schöner, Dr. E., Volksrätsel aus dem Vogelsberg (Aus dem schriftlichen Nachlasse eines Bauern zusammengestellt); Bertelmann, H., Der Mönch (Ein« Mär aus alter Zeit) (Schluß); Aus Heimat und Fremde; Personalien, Briefkasten.
)( Schöffengericht. Ein hiesiger Einwohner stand unter der Beschuldigung, auf einem Felde Kartoffeln gestohlen zu haben. Der Angeklagte erzielte Freisprechung. — Ein Arbeiter, der längere Zeit in Corbach in einer Fabrik arbeitete, entwendete dort Schläuche und verkaufte diese hier in Marburg. Er wurde deshalb zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. — Wie kürzlich gemeldet, etwendete ein Dienstmädchen bei seiner Herrschaft allerhand Gegenstände. Das Urteil lautete auf 10 Tage Gefängnis.
) ( Ockershausen. 20. Jan. Hier stürzte beim Glatteis ein Mann derattig, datz er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mutzte. Die betreffende Straße soll nicht gestreut gewesen sein.
+ Treysa, 19. Jan. Die hiesigen Anstalten Hephata haben in voriger Woche abermals eine Erweiterung erfahren. Neben dem schon seit Jahren bestehenden Männerkrankenhause wurde eine Abteilung für kranke Frauen «öffnet. Es ist mit großer Freude zu begrüßen, daß durch die Eröffnung einer derartigen Abteilung einem seit Jahren in hiesiger Gegend gehegten Wunsche entsprochen ist. Vielfach wurde es als ein grotzer Mißstand empfunden, daß erkrankte Frauen, und besonders solche, die sich einer Operation unterziehen müssen, die notwendige Hilfe nur in den entfernt gelegenen, erst nach längerer Bahnfahtt zu erreichenden Krankenhäusern finden konnten. Um so mehr wird man es dem Vorstande der Anstalt Hephata danken, daß er sich entschlossen nun auch Frauen in seinem Krankenhaus« aufzunehmen. Auch sonst haben die Anstalten im vergangenen Jahre ein wesentliches Wachstum zu verzeichnen. Dem Bruderhause gehören zur Zeit 85 Diakonen an, die auf 18 verschiedenen Arbeitsgebieten in Hessen und darüber hinaus tätig sind und manchen Notleidenden, Kranken, Gefährdeten und Verirrten dienen konnten. — In der Erziehungs- und Pflegeanstalt für schwachsinnig« Kinder wurden im letzten Jahre 355 der armen bedauernswerten Kinder verpflegt, erzogen und ausgebildet. Eine Unsumme von Elend hat sich in dieser Kinderschar in Hephata zusammen gefunden. Es gibt kein Gebiet in unserem Hessenlande mehr, dem nicht diese Liebesarbeit Hephatas zu Gute kommt. 6o weilten z. B. aus dem Kreise Marburg 27 Kinder in der Anstalt. — In dem Kranken- havse Hephatas 278 Kranke verpflegt, im
Äettnn gshause fanden 76 Knaben ein« neue Heimat und damit liebevolle Erziehung und Anleitung; in der Arbeiterkolonie schließlich waren 94 Kolonisten mit 5362 Verpflegungstagen. Diese Zahlen reden «ine deut, liche Sprache. Hilfe tut dringend not, um so mehr, als auch in dem neuen Jahre neue Auf, gaben der Anstalt harren. Ein unabweisbares Bedürfnis für unser Land ist auch ein« Krüppelheilanstalt. Nach einer kürzlich von dem Vorstände der Anstalt aufgenom- menen Stattstik weilen in unserem Hessenlande . zirka 875 verkrüppelte, vollsinnige Kinder;
andere Provinzen sind längst daran gegangen, für diese armen Kinder, die daheim ost nicht die Liebe und Pftege haben, die ihnen not tut, zu sorgen. Es ist hohe Zeit, daß man auch in Hessen an sie dentt und Hephata die Mittel darreicht. daß es in absehbarer Zett für sie mehr als bisher tun kann.
Hessen-Nassau und Nachbargebrete.
Gießen, 20. Jan. Von einem Bettüger wurde vor einiger Zeit ein Wirt in einem benachbarten Dorfe schwer hineingelegt. Erschien da eines Nachmittags ein Herr, der sich als Brauereibefitzer aus L. ausgab und vorbrachte, er gedenke sein Bier in hiesiger Gegend einzu- fiihren und wolle zu diesem Zwecke Witte in der Gegend besuchen. Der angebliche Brauereibefitzer ließ dann auch etwas fließen, das heißt, et bezahlte anfangs, abends aber wurde flott gezecht. Hausbewohner und Nachbarn des Witts erschienen und wurden mit bewirtet. Der Herr logierte dann die Nacht, besuchte am anderen Tages in Begleitung des Wirtes auch andere Wirtschaften unb abends wurde dann wieder flott gelebt, Sekt wurde getrunken und an alle Gäste im Lokal, die sich in größter Anzahl eingebunden hatten, weil es im Dorfe hieß, es fei ein Onkel aus Amerika da, wurden mit Geträn- ken bedacht und Zigarren wurden herumgereicht. Kurzum, es wurde auf Kosten des angeblichen Brauereibesitzers gezecht und die Zeche soll sich auf 264 «M belaufen haben. Für den dritten Tag war eine Wagenpartie geplant, und so blieb der Fremd« die Rächt nochmals da, die Zeche sollte zusammen vor der Abreise beglichen werden. Am anderen Morgen vermißte der Wirt feinen Havelock, aber o Graus, auch der Herr Brauereibefitzer war verschwunden. Dieser hatte keinen Ueberzieher mttarführt und hatte sich, um bei seiner frühen Abreise in den Morgenstunden nicht zu verkälten, den Havelock de, Wirtes mitgenommen auf Nimmerwiedersehen. Die Ermittlungen ergaben, daß der angebliche Brauereibesitzer mit einem Betrüger identisch war, bet am Tage seiner Ankunft erst aus bem Zellengefängnis Butzbach entlassen worden war. Wer den Schaden hat braucht selbstredend für den Spott nicht zu sorgen, es soll schon mehrmals bei dem Wirt gefragt worden fein, ob nicht bald wieder ein Onkel aus Amerika komm«.
Lollar, 19. Jan. Am zweiten Weihnachts» feiertoge wurden hier drei Wilderer verhaftet, di« jetzt dem Untersuchungsrichter in Gießen nach anfänglich hartnäckigem Leugnen ein Geständnis ablegten. Daraufhin wurden weiter noch verhaftet bei Former Daniel Riedel von hier wegen Beihilfe zur Wilddieberei, unb bet Abnehmer des ziemlich zahlreichen Wildes, Butterhändler Adam Hettges aus Mainzlar. Schon jahrelang treiben die Verhafteten das Wildern und verkaufen das Wild anstandslos an den Butter- Händler aus Mainzlar, der es zum größten Teil in Gießen absetzte. (Gieß. Anz.)
Butzbach, 20. Jan. Gestern starb nach nur zweitägigem Kranksein einer der ältesten Butzbacher Einwohner, Herr Gernand Schütz, Seine widerstandsfähige, wetterharte Natur verschaffte ihm eine gewisse Popularität.
Herborn, 20. Jan. Auf den abends nach 7 Uhr eintreffenden Personenzug von Köl' wurde in der Nähe von Ehringshausen ein Schutz abgefeuert. Die Kugel blieb in einem Wagen 4. Kl. stecken. Verletzt wurde niemand.
Frankfurt, 20. Jan. Wie es heißt, wird der Kaiser-Gesangswettstreit voraussichtlich zwischen Himmelfahrt und Pfingsten stattfinden, also zwischen dem 20. und 30. Mai. Früher hieß es, daß die ersten Tage des Monats Juni in Aussicht genommen seien.
Wiesbaden, 20. Jan. Ein gelungenes Stückchen ereignete sich auf dem Mainzer Lohnpost- amt. Ein Bäuerlein von auswärts erschien dort- selbst mit einem großen tn Packpapier eingehüll- t«n Kästchen, in dem «r einen größeren Geldbetrag untergebracht hatte. Statt sein Geld der Post selbst anzuvertrauen, wollte er dieses in dem Kästchen fortschicken. Dabei aber trug die kleine Kasette keinerlei Aufschrift. Den Beamten kosttte es Mühe, dem naiven Mann klar zu machen, daß der moderne Poftverkehr auf viel einfachere und sichere Weise Geldsendungen be- werfftelligt.
Königstein i. L. 20. Jan. Die Voruntersuchung in der Mordsache Frau Rosa Thamer Hot heute Nachmittag ihren Abschluß gefunden. Der Eisenbahnhilfserheber Johann Burkhard und sein 17jähriger Sohn Philipp find, obwohl ersterer noch leugnet, des Mordes überführt. Der Sohn gibt zu, dem Vater Waffen und Munition beschafft zu haben und die Ehefrau gestand, daß ihr Mann am Mordtage früh um 7 Uhr die Wohnung in Nieder-HLchstadt verlassen hat. Der 19jährige Sohn Georg soll Mitwisser sein, wird aber mit der Tat nicht in Zusammenhang gebracht; er und seine Mutter bleiben auf freiem Fuße, während Burkhard ftnor unb sein Sohn Philipp gegen Abenb nach Wiesbaden ttanspor- ttett wurden. Auch der Staatsanwalt Dr. Eich ist dorthin zurückgekehrt.
Siegen, 21. Jan. Die Zentrumspartei des Wahlkreises hat beschlossen, den Zentrumswählern freie Hand zu lassen. Da man nach dem bisherigen Verhalten der Zetrumspartei erwarten konnte, daß sie für den christlichsozialen Kan
didaten eintteten würde, fo schien bl« Wahl Mumms gesichert. Das ist nun wieder Zweifel- haft geworden, und man darf auf den Ausgang der Wahl gespannt sein.
Koblenz, 20. Jan. Sehr bestimmt verlautet, daß Oberpräfident von Schorlemer das Schloß Stolzenfels angekauft hat. Der Preis ist un- bekannt.
Unpolitische Tagesnachrichten.
Köln, 19. Jan. Hier ist fett Mai 1908 eine städtische Zahnklinik für Schulkinder eingerich. tet, die sich bewährt hat. Zu jeder Behandlung ist das Einverständnis bet Eltern erforberlich. In ben Monaten Juli, August unb September vorigen Jahres find 573, 304 unb 302 Kinder behandelt worden. Die Schulärzte bezeichnen bei ihren regelmäßigen Untersuchungen die Schulkinder. die als zahnkrank befunden werden, ben Lehrpersonen, die dann die lleberweisung zur Zahnklinik veranlassen. — Wie das „Kölner Tageblatt" von gut unterrichteter Seite erfährt, hat die Stadt Köln die gesamten Grundstücke der Kaserne I und das Offizierskasino am Neu- martt, mitten im Herzen der Stadt Köln gelegen, vom Fiskus käuflich erworben, um an ihrer Stelle ein neues Rathaus zu errichten.
Mannheim. 19. Jan. Wie die „Neue Bad. Landesztg." meldet, hat der Bürgerausschuß entsprechend dem stadträtlichen Antrag den Intendanten Hagemann auf weitere zwei Jahre bei bem erhöhten Gehalt von 15 000 engagiert. — Ferner hat die Familie Lanz für das hiesige Hoftheater die Neuausstattungen zu „Wallenstein" und „Faust" gestiftet.
Kreuznach, 20. Jan. Verbrannt ist hier ein 25 Jahre altes, in einem hiesigen Geschäft bedienstetes Mädchen. Das Mädchen fiel gestern abend mit einer Lamp«, seine Kleider fingen Feuer, das sich rasch Über den Körper der Unglücklichen verbreitete. Das Mädchen starb nach kurzer Zeit, da ihm keine Hilfe wurde.
Breslau, 20. Jan. Wie die „Breslauer Zeitung" aus Czczakowa melbet, würbe in bem russischen Erenzort Granica in der Nähe von Myslowitz der Bahnhofswirt Eoleski in einem Abort erschossen aufgefunden. Es liegt Raubmord vor, da 35 000 Rubel fehlen. Der Tat verdächtig sind zwei junge Russen, deren Verhaftung bisher nicht gelang.
Weidning (Tirol), 20. Jan. Heute vormittag um 5 Uhr wurden hier 5 Personen, 3 Maurer und 2 Holzknechte, von einer Lawine verschüttet Einer sofort abgegangenen Rettungsexpedition gelang es bisher noch nicht, die Verschütteten zu bergen.
Aldershot, 20. Jan. Der einer Umgestaltung unterzogene Heeresaeroplan stürzte heute, nachdem er bereits zwei kurze erfolgreiche Flüge hinter sich hatte, bet einem dritten Fluge aus 5 Fuß Höhe herab und erlitt starke Beschädigungen. Verletzt wurde niemand.
Hochschulnachrichten.
X Breslau, 20 .Jan. Der o. Professor der slawischen Sprachen an der hiesigen Universität Dr. Wladislans Nehttng ist im Alter von 88 Jahren gestorben.
X Königsberg i. Pr„ 20. Jan. Professor der praktischen Theologie unb christlichen Archäologie an der Universität Königsberg i. Pr., Dr. theol. Johannes Bauer, der den Ruf erhalten hat, die Stelle eines Prälaten der evangelischen Landeskirche in Baden zu übernehmen, hat die Berufung abgelehnt. Dr. Bauer ist ein geborener Badenser unb war 1882—1890 als Stadtvikar in Emmendingen, Heidelberg und Freiburg tätig. 1892 trat et als Privatdozent in den Lehrkörper der Universität Marburg, wurde hier a. o. Professor und kam 1. Oktober 1907 als Ordinarius nach Königsberg i. Pr.
Kunst und Wissenschaft.
# Rewyork, 20. Jan. Wie die „Zett" aus Newyork erfährt, haben die Aktionär« des Metropolitan Opera House beschlossen, mit Ende dieser Saison bi« von Dippel geleitete beutsche Oper zu schließen unb alle Kontrakte mit brutschen Sängern unb Dirigenten wie z. B. Mahler zu lösen. Der Grund liegt in mangelhaftem Besuch. Die italienische unb französische Oper bleibt. Die „Zeit" erfährt ferner, daß das neue deutsche Theater in Newyott unter bet Direktion von Baumfeld und Eugen Burg mit Ende dieser Saison wegen schlechten Geschäftsganges geschlossen wird.
Vermischtes.
Ein Unteroffizier mit dem JustizraMtel. Juristisch nicht oorgebilbete Justizräte gibt es in Dänemark, dem Lande, die Titelsucht noch größer ist, wie bei uns. ' Anläßlich des Todes eines Justizrats Greve hat ein Mitarbeiter der „Flensburger Nachrichten" ermittelt, daß der verstorbene Inhaber des schönen Titels niemals Jurist gewesen, sondern ein alter dänischer Unteroffizier war. Beim Abschied vom Heere erhielt et den Titel Kriegsassessor und später für seine Verdienste um einen Verein von Inhabern der Rettungsmedaille den Titel Juftizrat.
Was sich aus eiten Soldatenstiefekn machen läßt. In Colchester existiert eine große Fabrik, deren Besitzer eine eigenartige Industrie betreibt. Der gute Mann hat mit der englischen Armeeverwaltung einen langjährigen Kontrakt abgeschlossen, dahingehend, daß nur ihm allein das Recht zusteht, sämtliche abgetragenen, scheinbar nicht.mehr brauchbaren Soldatenstiefel zu einem billigen Preise aufzukaufen. Alljährlich laufen in der Fabrik 130 000 Paar Stiefel ein und alljährlich werden von der Geschästsleitung ca. 50 000 Stiefel verkauft. Das Geheimnis der Fabrikation liegt einfach darin, daß die stark beschädigten Teile des einen Stiefels durch die noch brauchbaren des anderen ersetzt werden. So schrumpft denn das aufgekaufte Quantum auf ein Drittel zusammen, aber dieses Drittel ist äußerst brauchbar und solide. Der Unternehmer zahlt a» die englische Atmeeoerwaltung pro
Stiefelpaar 8 Pens, «ährend er die neugebore» neu Fußbekleidungen mit 3—4 Schilling das Paar «jeder absetzt. Er behauptet, daß er die zehnfache Menge zu diesem Preise ohne weitet« Mühe verkaufen könnt«, unb da er ein großes Interesse daran hat, daß die englische Arme« vergrößert wird, hat et tausend Pfund Sterling bem Agitationsfonb für die allgemein« Wehrpflicht des englischen Volkes betgefteuert. Gewiß ein vaterlandsliebender Mann.
Letzte Nachrichten.
Koblenz, 20. Jan. Daß das Schloß Stolzenfels an den Oberpräfiden en bet Rheinprovinz v. Schorlemer-Lieser verkauft werde, oder bereits verkauft fei, wird bestritten.
Wien, 20. Jan. Einer parlamentarischen Korrespondenz zufolge, traten nach der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses die deutsch- freiheitlichen Parteien zu einer Vollversammlung des Nationalverbandes zusammen. Es wurde beschlossen, mit bei Naminierung von Kanbidaten für bie nationale Enquete so lange zu warten, bis die Regierung ihre Verfügungen in der böhmischen Postangelegenhett ge» troffen hat.
Rom, 20. Jan. Di« „Itibuna“ kritisiert den österreichischen Gesetzentwurf betreffend di« Errichtung einet italienischen Rechtsfakultät in Wien. Die Italiener könnten nur in Triest eine solche akzeptieren.
Petersburg, 20. Jan. Heute sind 37 Personen an der Cholera erkrankt und 6 gestorben. Im ganzen liegen gegenwärtig 310 Personen krank darnieder.
Petersburg, 20. Jan. Vor dem Marinegericht begann gestern bet Prozeß gegen den verabschiedeten Admiral Alexejew, bet der Verleumdung unb bet Bestechlichkeit angeklagt wird.
Chicago, 20. Jan. Heute vormittag brach auf ben in Bau begriffenen Wasserwerken, bie anberthalb Meilen von bet Stadt entfernt im Michigan-See liegen, Feuer aus; 26 verletzte Arbeiter wurden von einem Schleppdampfer aufgenommen. Es besteht kein Zweifel, daß viele andere bet bott Beschäftigten das Leben «ingebützt haben.
Chicago, 20. Jan. Von ben Arbeitern bet in Brand geratenen Wasserwerke sind bisher 20 Leichen geborgen worden. Der unter der Sohl« des Sees befindliche Tunnelbau wurde durch eine infolge des Brandes erfolgte Sprengpulver-Explosion schwer beschädigt.
Konstantinopel, 20. Jan. Der Minister des Innern erklärte, et habe heute die Mitglieder des Boykottkomitees empfangen und ihnen empfohlen, den Boykott gegen österreichische Waren zu beenden. Den gleichen Wunsch äußerte der Etoßwesiet, der das Komitee gleichfalls empfing. Die Mitglieder des Boykott» komitees erklärten sich bereit, bet Aufforderung Folge zu leisten. Die Doykottierung bulgarischer Waren wird fortgesetzt.
Eigen« Drahtmeldungen bet Oberhess. Zeitung Mittags 1 Uhr.
W. Berlin, 21. Ja«. Heute früh nm II Uhr begab sich bet Kaiser zur Rekrutenbesichtig« «ng nach Potsdam.
W. Berlin, 21. Jan. Set Reichstags«b- geordnete Graf Alfred e. Hompesch (Zentrum), der ben Wahlkreis Aachen vertrat, ist im Alter von 83 Jahren gestorben.
W. IRaiei, 21. Ja«. Set Sparkassenbuch, Halter Scheuet hat, wie sich jetzt herausstellt,^die gesamte Kasse des Evangelische« Vereins, zirka 8000 Mark, unterschlage«,
Mainz, 21. Jan. Beim städtischen Schlachthaus wurden 6 Meister «ege» Unterschlagungen verhaftet.
IV. Glückstadt, 21. Ja«. Bon 12 ans der Mädchen-Erziehungsanstalt Blohme entwichene« Mädchen wurden 10 mietet eingefange«. Gegen Abend gingen dann 5 weitere Mädchen durch.
W. V a r i s, 21. Jan. Bei den gestrige« U«, ruhen, welch« anläßlich bet Vorlesungen des Professors Tha.amas entstanden, wurden 120 Personen verhaftet, jedoch bis auf 4 wieder steige, lassen.
~ Für bie bei bem Erdbeben in Cübttalien Verunglückten sind bei uns eingegangen:
Ungenannt 3 <M, T. Z. 20 Jt, Hans 5 JL
Weitere Gaben werben gern entgegenfl* nommen.Die Expedition.^ - ' Wetterbericht des Ekiklnbs Sauerland.
Schneehöhe: 25 cm, Witterung: sehr schön, windstille; Temperatur: —3* C; Skibahn: guter Schnee, seht gut; Letzter Schneefall am 16.
1 L ■ » 2-J-" —___ ä
Jeder ist zufrieden, den« die
kräftigende Wirkung »ertast nie.
Egsjel, ötn 3. Lugust 19 8. Ich trank etliche *Öor„ed Ibt «Biosan* zur allgemeinen Kratiqung. Nack Berbrauch von 3 Paketen konnte ich erfreulicher» wttls eine mir nicht nnoedeutende Gewichtszunahme konstatieren Bon Bioion habe ich die lleberzeu"uug erlangt, daß e8 tottfli t) ein outeS Näbr- uns Äräf« tiaungsantlel ist. Der Geschmack war mir sehr angenehm Die Zubereitung sehr einfach. Hoch» achtun svoll Sari Hahne, Humbolatstraße 5, II. Bioion ist ein Kraftwender für alle Shwache und E'enve, Kinder in der Entwickelung usw.. dessen belebende. trftiWnbc " irkurg auf Körper und Geist sich Meissens nach wenigen Tagen bewerlbar macht, Erhältlich «* Kilo 3 Mk, für einige Lochen ausreichend, in Apotheken, Draperien ustv Man leie die Ue» teile der Prolefwren u. ?!e. zte und beachte _ie_#*iltiflTeit..
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Unserer heutigen Nummer liegt ein ’ Prospekt betreffend Kaiserl. Ottoman. 400 Frcs.1 Eisenbahn-Lose von Bernhard Schlachcic, Hamburg 13, bei, worauf wir unsere Leser aufmerksam machen.
Verantwortlich für die Redaktion: J
Dr. phil. Carl Hitzerothin Marburg.