(
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: »Flach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und »Landwirtschaftliche Berlage."
Man obenmert auf di« täglich erscheinende „Oberhessische
w» 4 1 Zeitung" bet allen Postämtern und nnseru Zeitung-stellen iu
JfS. 14 «irchd al u und Wetter sowie bet unserer Sxpchttion — Markt 2t.
— Der Bezug-prei- beträgt durch die Post 2,35 Mk. (obne
Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Marburg
Sonntag, 17. Januar 1909.
Die JnsertionSgebübr beträgt für bte 7gespaltene Zeile ober deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, UniversitätSbuchdruckerel Inhaber Dr. L. H i tz e r o th, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg.
machen: über die Nichtbewilligung seiner Ente lassung habe er fich beim Minister beschwert. Hierauf habe der Magistrat Dr. Schücking geantwortet, daß dieser sich sein Leiden nicht im Dienst der Stadt, sondern durch seine außer- amtliche Tätigkeit zugezogen habe. Pension»« ansorüche, die von ihm geltend gemacht würden, dürsten daher wohl kaum die Zustimmung des Magistrats finden. Inzwischen sei die Angelegenheit in ein neues Stadium getreten; di« Regierung erhebe jetzt keine Einwendungen mehr gegen die Entlassung des Bürgermeisters und fei bereit, einen Regierungs-Assessor mit der kommissarischen Verwaltung des Bürgern meisteramtes zu beauftragen, wen» die Stadt sich verpflichte, diesem eine monatliche Vergütung von 450 JA zu zahlen. Die Stadtverwaltung erklärt fich hiermit einverstanden und faßte gleichzeitig den Beschluß, die Bürger- meisterstelle sofort auszuschreiben. Allzu schmerz, lich scheint man Schücking» Scheiden in Husum nicht zu empfinden.
Deutsches Reich.
— Zur Gütergemeinschaft wird der „Köln. Ztg." geschrieben: „In dem Abkommen über den Staatsbahnwagenverband haben die beteiligten Eisenbahnverwaltungen vereinbart, welchen Eollbestand an Güterwagen jeder beteiligte Staat einzubringen hat. Diese Wagenmenge soll am 1. April 1909 vorhanden sein. Falls diese Menge nicht rechtzeitig zu beschaffen ist, hat der betreffende Staat binnen drei Jahren seine Wagenzahl auf die vereinbarte Höhe zu bringen, unbeschadet der infolge des Verkehrszuwachses nach gemeinsamem Beschlüsse noch außer, dem innerhalb des Verbandes vorzunehmende, Wagenvermehrung. Die für den 1. April 190$ festgesetzten Ziffern der Wagenhaltung betrage« für Preußen-Hessen und das Reichslano 379 M Wagen für Mecklenburg-Schwerin 3291, füi Oldenburg 2323, für Bayern 42 391. für Wärt- temberg 10 097, für Baden 17 485. Die Vermehrung, die hiernach die einzelnen Staaten im Laufe dieses Vierteljahres an ihrem Wagenbe. stände vorzunehmen haben, weist im Prozentsatz sehr erhebliche Verschiedenheiten auf. Sie ist zum Beispiel bei den früher schon zu einem Staatswagenverband zusammengeschlossenen Staaten Preußen, Hessen, Rrichsland. Mecklenburg-Schwerin und Okenburg sehr gering, weil diese Staaten am 1. Oktober 1908 schon fast 382 000 Wagen besaßen, während sie am 1. April d. I. 385 283 aufweisen müssen. Ver. hältnismäßig die meisten Magen werden Baden und Bayern zu beschaffen haben. Die durch den Verkehrszuwachs bedingte allmähliche Vermehrung des Gesamtbestandes des Verbandes an Staatsbahnqüterwagen soll nach Jahresdurchschnitten festgestellt werden und soll auch in Zeilen vorübergehenden Derkehrsrückganges nicht unterbleiben, um der in Betracht kommenden Industrie eine regelmäßige Beschäftig« ung zu gewährleisten."
— Der Gesamtverband der evangelische« Ar. beitervereine Deuffchlands bat in den letzten fünf Jahren einen erfreulichen Auffchwung er- fahren. Die Vereine in Hannover und West« preußen schlossen fich zusammen und gliederten
zweites Blatt
am Kopf-
108. säch- früherer gnädigen
8. Paul Pamier, Privatier, Pari»;
9. Frederico d'Hausen, Privatier. Blllmont;
10. Jean Baptist« Tricornot, Hüttenbefitzer, Farincourt;
erheben. Zur Vermehrung der Macht de» Reichstages und des Liberalismus bedürfe es keiner Gesetzesänderung, dazu gehöre und genüge ein fester Wille und die Benutzung beim Budgetverweigerungsrechte gegebenen Mittels. Dann schreibt das Mitglied der freisinnigen Fraktionsqemeinschaft wörtlich:
„Die Finanznot deg Reiches, die Fünfhundertmillionenvorlage hat den Bundesrat und „seine" Regierung in eine Abhängigkeit vom Reichstage gebracht, wie ste vielleicht noch nie bestand. Es ist selbstverständliche Pflicht der Liberalen und Demokraten, diese Gelegenheit auszunutzen. Daß die Ankündigung davon bei der ersten Lesung der Steuergesetze von den übrigen Teilen des Reichstaaes nichts als etwas Erwartetes, als etwas Selbsterständliches auf- (lenommen würde, ist für den Freisinn nicht be« anders schmeichelhaft. Er würde sich selbst aufgeben. wenn er eine so schwere neue Belastung des Volkes ohne entsprechende Erweiterung seiner Rechte bewilligte. Zu dieser Erweiterung der Pailamentsrechte aber gehört vor allem, daß der Reichskanzler sich nicht wie bisher nur als Diener des Kaisers füblt, der ihn er- nennnt. sondern in erster Linie als Geschäfts« führer des Volkes, dessen Vertretung er verantwortlich ist. 3hu einem Kanzler, der feine pali. tische Verantwortung dem Reichstage gegenüber anerkennt, kann dieser neue wunderte von Millionen bewillige«. Der Kampf um die Macht zwischen Bundesrat und Reichstag ist eröffnet und kann nicht ohne Ergebnis enden. Seine erste Etappe bildet der Schwerinstag, die erste Entscheidung fällt in der Steuerfrage."
Politische Umschau.
Fra«,-fische Jäger in Baden.
Gegenüber der Bekanntmachung der „Südd. Reichsk.": Badische Sagten seien zur Zeit nicht an Franzose« als Pächter vergeben, erklären die „Münch. Reuest. Rachr.", daß vom Bezirksamte Offenburg noch im Jahre 1908 an folgende Franzosen Jagdpässe ausgegeben worden seien: 1. Ferd. de Saintignon, Eutsbesttzer, Longwy; 2. Moreau be Bellaing in Vanault les Dames; 3. Georges Bezanson. Fabrikant, Brenches;
4. Baron Fr6deric be Klopstein in Luxemort et Billot;
.,O mein Götti" rief Rataly heftig er- .. .. schrocken. „Haben Sie bas auch Herrn Bourlier t Ihnen nicht be- I gesagt?"
sah. Als ob er | „Ich wagte es nicht, gnädige Frau; denn wissen Sie, der Tyrolt wurde au» bet Fabrik herübergetragen. Er hat ben Ueberfall geleitet, bei dem unser junger Herr das Leben einbüßte, und was ich sagen wollte —"
„Welcher Unglück, welcher entsetzliche Zufall," jammerte die würdige Dame.
.Sie taten recht daran, z» schweige»; aber ich
in dem Jahrzehnt 1897—1906 gegenüber. Er gelangt dabei zu folgenden Ergebnissen. London hatte im Durchschnitt des Dezenniums 1897 bis 1906 eine Sterblichkeit von 17,4 auf 1000 Personen, im Jahre 1907 dagegen nur eine solche von 14;6 auf 1000 Personen. London steht da-
8 Eugdne de la Fournie, in Ehanner; I »°ch im Ure 1907 ^sichtlich ter Sterblichkett
6. Dominique Lalaune in Clichy- I nur noch hinter drei Städten zurück. Rur Am-
7. Ren6 Pierson de Brabois, Privatier, Ml- ^r^m Brussel u"d Stockholm haben, der
<».- ' I Reihe nach i.nt 13,4, 13,4 und 13,9 vom -tau«
- — — - • send eine niedrigere Sterblichkeitsziffer als
London. Aber das nicht allein. London würde
ist die» in einer vo» Sir Shirley Murphy, dem leitenden medizianifchen Beamten be» Londoner Gesundheitsamts, bearbeiteten Denkschrift geschehen. Der Verfasser stellt — anscheinend nicht ohne Absicht, da sich für London ein auffallend günstiges Resultat ergibt — die groß- städtischen Sterblichkeitsverhältnisse de» Jahres 1907 der durchschnittlichen Sterblichkeitsziffer
Ei press-rpolttik.
Der Reichstagsabgeordnete Dr. Potthokf, Mitglied der Freisinnigen Bereinigung, hat in bei neuen Halbmonatsschrift „Das fteie Wort" einen Artikel veröffentlicht, der die Ueberschrist trägt ,D>er Kampf um die Macht". Darin heißt es u. «., wer jetzt das deutsche Bolk einschläfern wolle mit Versicherungen, daß seit dem 17. November alles wieder gut und erledigt sei, bet begehe ein Verbrechen an bet polttfchen Zukunft. D'e große Auseinanbersetzung zwischen Krone und Volk hebe erst an. War bisher geschehen H, sei nur bet Anstatt zur Klärung bet Lage, zut Erweckung der Schlafenben gewesen. Füt ben Liberalismus fei bte Hineinzwingung in biefe Dinge besonders erfreulich. Im Kampfe um die Volksrechte allein könne er fich wieder
auch, wenn die Darstellung zutrifft, den weitaus größten Erfolg in seinen Bemühungen um Verbesserung der Sterblichkeitsziffer aufzuweisen haben. Denn Murphy berechnet für London
„Ach ja, Tantchen, erkundige Dich", bat die Kleine unter Tränen. „Ich kann» ja nicht, die Füße versagen mir den Dienst."
„Bleib' hier, erhole Dich," sagte Frau von Tarandal und ging die Treppe hinunter gerate- •eg« nach dem Souterrain. Sie hoffte dort be«
11. Mich. Tricornot. Hüttenbesitzer, Farincourt;
12. Graf Gaitan O'Eorman, Pau (Basse Py- tentes);
13. Graf Ferdinand Saintignon in Longwy;
14. Maurika Flayelle, Rechtsanwalt in Remi- remont;
15. Emile Raymond Vincent, Rentner. Paris.
Was stimmt nun? Sehr zu hoffen ist, daß mindestens recht bald alle französischen Namen auf den Jagdpässen verschwinden. 2Raiu weiß, wozu die Pässe im wesenttichen benutzt werden.
einen Rückgang der Sterblichkeit um 2,8 gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1897—1906, während der Rückgang beispielsweise in Brüssel und Stockholm nut je 2,1, in Wien 2,2, in Berlin nur 1,9 betragen soll. Wenn es zutrifft, daß in London im Jahre 1905 die Sterblichkeitsziffer auf 15,1 herabgegangen ist, sich 1906 auch auf dieser Höhe gehalten hat unb im Jahre 1907 weiter auf 14,6 gefallen ist, so ist in der Tat in ganz außerordentlichem Umfange geistige unb । körperliche menschliche Arbeitskraft vor zu ana u »ui I frühem Verlust bewahrt worden. Gegenüber
Munzstattsttt. > ketn Jahrzehnt 1891—1900 sind nach Murphy
Im Monat Dezember sind auf den deutschen I in den drei Jahren 1905—1907 rund 60 000 Münzstätte» für 5 775 580 JA Doppelkronen und I Menschen weniger gestorben: es wären also bet zwar sämtlich auf Privatrechnung, für 4193 532 I Zugrundelegung eines durchschnittlichen Lebens. JA Dreimarkstücke, füt 586 052.* Zweimarkstücke, I alters von 33 Jahren rund 2 Millionen Lebensstil 200 000 JA Fünfzigpfennigstücke. füt I fahre gewonnen worden. Für 1907 hat Murphy 259003,70 <* Zehnpfennigstücke, für 171 608,20 I folgende Sterblichkeitsztffern in ben Groß- M Fünfpfennigstücke unb für 63 196.30 JA Ein- I städten berechnet: Amsterdam 13,4. Brüssel Pfennigstücke geprägt worden. Am Ende des I 13,7, Stockholm 13,9, London 14,6. Kopenhagen Jahres 1908 waren an Reichsmünzen int Um« I 15,2, Berlin 15,4, Wien 17.3, Rom 18,2, Paris lauf für 3 757 398 900 JA Doppelkronen und für I 18,5, Newyork 18,5 unb St. Petersburg 24,7 686796 100 JA Kronen, also für 4 444 195 000 JA I vom Tausend. Selbstverständlich können diese Goldmünzen, für 253 072 080 .* Fünfmarkstücke, Ziffern absolute Richtigkeit und Zuverlässigkeit für 14 690 970 JA Dreimarkstücke, für 300 846 268 I nicht beanspruchen. Namentlich erscheint die auf JA Zweimarkstücke, für 280 251159 JA Einmark- I Grund ter statistischen Berechnungen gewonnene stücke, für 90 439 523,50 <M Fünfzigpfennigstücke, I Behauptung, daß Berlin hinsichtlich bet Sterb« also füt 939 300 000,50 JA Silbermünzen, füt lichkeit hinter Städten wie Brüssel unb London 58 939521,40 JA Zehnpfennigstücke, füt I tangieren soll, tn hohem Grade anfechtbar.
29 365 018,70 JA Fünfpfennigstücke, also für I
88 304 540,10 JA Nickelmünzen, für 7 607 270,60 *6Mu.h ...
JA Zweipfennigstücke unb füt 12 756111,35 JA I Uebe* Bürgermeister Schückings Abschied au» « ar , xi I Einpfennigstücke, also für 20 363 381,95 JA •*•**
An dieser Auslassung roitb man nicht acht- Kupfermünzen I wird einem Berliner Blatte mitgeteflt: Die
los vorubergeben dürfen zumal der Füher bet ' I städtischen Kollegien beschäftigten fich kürzlich
Süddeutschen, Bolkspartet. Abg v. Bayer in ___ mit der Amtsniederlegung des Bürgermeisters
demselben Stnne soeben erklärt hat. seine Frak- | Auf bte Verminderung der Sterblichkeitsziffer I Schücking Der Vorsitzende Senator A Kay tton erachte die Finanzreform nicht als Block- I >« de» großen Stabten I 6e;‘T^tete batüber Zunächst fei ihm bet bet Re-
aufgate. und das Interesse seiner Fraktton an I suchen Hygiene und Sanitätswesen mit »er« I gietung tn Schleswig gesagt worden, daß Dr.
Reform werde sich in demselben Maße ab« I stärktet Kraft hinzuarbeiten, nachdem fich ge- I Schücking erst seine Berufung zurückziehen müsse,
schwachen, tn dem sie sich überzeugen müßte, daß I zeigt hat, daß das Fallen der Geburtsziffer I bevor man sich auf weiteres einlassen könne,
bte Retchsregierung dem Verlangen nach ver- eine fast allgemein auftretenbe Erscheinung unb Darauf habe Dr. Schücking ein ärztliches Attest
fanungsnta&igen Garantieen sich wiedersetzen I als solche schwerlich zu beseitige» ist. Hebet die I eingereicht, wonach et an einet akute» Nervenwurde. Tue fretftnntge Fraktionsgemeinschaft Ergebnisse dieser Bemühungen ist wiederholt Überreizung leide und daher dringend der Erwirb ntcht umhin können, zu diesen Auslassun- berichtet worden. Neuerdings, in den stotiftt- holung bedürfe. Er behalte fich vor, eventuell
gen Stellung zu nehmen. I scheu Merkmalen bis zum Jahre 1907 reichend, I gegen die Stadt Penfionsansprüche geltend zu
83 ' ’PmfrBrlitf »etboir:: > I alten Gärtner zu finden und hatte Glück. Bet | „Er wird kommen, sobald et erfährt, daß wir
Ilttl-M- QlatitHan I ^5 Soldaten vorbei, welche tn der Küche be- I hier sind," sprach die Dame mit fester Heber«
unier »Ynnocn. I schästigt waren und sich gar nicht um sie klimmet- I jeugung. „Es liegen ja auch Franzosen hier und
Roman von Karl Matthias I £en- g^angte sie nach der Kammer, welche früher I sie find wohl verpflegt wie die anderen."
<»nrHp«nin* । ’ I "Ct alte Diener bewohnt hatte. Sie öffnete die I „Der Herr wird trotzdem nicht kommen, gnä«
. * I Tür und sah Laurence in dem Lichtschacht, mit I btge Frau. Er dachte nur daran, wie er den
Se iree warf sich in heftigem Schmerze auf I der Ausbesserung eines alten Rockes beschäftigt, I Körper seines armen Olivier fortschafften sollte,
eine Ottomane nieder. Fra» von Tarandal saß sitzen. Als der überraschte Mann sie erblickte, I damit ste ihn nicht mit den gefallenen Prussicn»
traurig an ihrer Seite. Uuch sie war von der stieß er einen Freudenschrei aus, warf seine I begraben, und es ist gut daß Herr Bourlier
Trauerkunde tief ergriffen aber tn dem ur.ab« Flickerei bei Seite und wäre vor Freude» fast fortbleibt den wenn er den Gewissen hier findet,
lässigen jammet konnte sie keine Träne mehr I der Dame zu Füßen gefallen. I dann stehe ich für nichts."
»ergieden I „ „ »Die gnädige Frau aus Sedan hetmge- I „Von wem reden Sie?“
„Erb Deinem „Schmerze ntcht zu seht nach, kehrt?" rief er. „Ja, ist es den» möglich?" „Ach, gnädige Frau, ich wage es nicht aus-
Destree," bat sie ängstlich, als ste temerfte, daß I Machen Sie kein Aufsehen," entgegnete sie, zusprechen," facte der Alte zitternd, indem er es wie ein Fieber durch den Körper ihrer Nichte den Finger auf den Mund legend. „Ich und sorgsam die Tür schloß. „Die Wärter zwangen
schauderte. „Die Todesnachricht trifft uns nicht das Fräulein find hier und wollen auch hier I mich, neue Kissen und Polster von oben hinab-
ttnerroartet. unsere Hoffnung auf die Rettung bleiben " zubringen. Da kam ich auch in das linke Erker-
Olrvrers stand langst auf schwachen Fußen. Et j „In dieser Pesthöhle? Das ganze Hau» ist | zimmer und da lag et wahrhaftig und sein
'törV?r ba.5 Vaterland voll Kranker und Verwundeter." I Name stand auf einer Tafel oben “ "
»Aber rote starb er,“ schluchzte das Mädchen. I .Ich weiß es, aber das hindert uns nicht. I ende."
Riefer Doktor wagt es nicht zu sagen, er nennt I Wir haben die entfernteren Gemächer bezogen. I „Der Name?"
Dliotet einen Ferglrng. Sein Tod mag dieses Vor allem sagen Sie. haben Sie Herrn Bourlier I Leutnant Waldemar Tyrolt vom
Namens angemessen gewesen sein O wenn gesehen?" fischen Infanterie-Regiment, unser
Papa das wußte, der arme arme Papa!" „Ja, gnädige Frau. Er war gestern im Fabrikdirektor und Verlobter de»
. »Wo blerbt mern Bruder?" fragte Rataly, Garten, nachdem er in bet Fabrik so lange ge« I Fräulein"
4?’ ?urt^ diese Frage den Kummer Desirees sucht, bis er unter Schutt und Trümmern die ~ '
ablenken zu können. Nieniand meldet uns, daß I Leiche des Herrn Leutnant gesunden hatte Ach er hier gewesen sei. Ich muß mich nach Lau- I was ich sagen wollte, ich kann ~~ ' '
Jence umsehen. Vielleicht erfahren wir durch I schreiten, wie unser Herr auss^.
ihn Näheres." | selbst aus dem Grabe gekommen fei."
„Gott gepriesen! Also lebt et?"
„Ja. aber wie? In Jammet und Berzweif- lung. Ich konnte ihn nicht bewegen, t» unser Hau» etnzutreten. So lang: die Ptusfien» Dter sind, schwur er, keinen Fuß fiter die Schwrtl« zu setzen." ■ T’™
beschwöre Sie, Laurence, sprechen Sie auch fetzt fein Wort darüber, vor allem nicht zu meinet Nichte. Sie darf nie erfahren, daß der Herr Tyrolt hier im Hause ist. Versprechen Sie mit das?"
„D, gern, gern, gnädige Frau. Warum soll ick denn unserer Desiree solchen Kummer bereiten?"
verlos» rmck auf Sie. Laurence, unb nun kommen Sie mit zu meiner Richte. Ater erzählen Sie vorsichtig, ste ist sehr angegriffen.“
Im Zimmer angelangt, hatte Frau von Tarandal eine Uebectafdjung. Der Chefarzt hatte untenuhte Bettstücke geschickt, welche et den Damen zur Verfügung stellte. Der jüngste Arzt hatte d-n Wärt-* begleitet oeM'-’r die Sachen trug. Als die Männer in das Zimmer traten, fanden ste Desiree ohnmächtig am Boden liegen.
Sofort hob Sie bet Doktor auf unb tief sie in bas Leben zurück. Als ste zu sich kam, brach sie in heftige Weinkrämvfe aus. Der Arzt schickte seine» Begleiter nach einem Beruhiaimasmittel, und wat eben damit beschästtgt, Desiree das Pulver zu rühren, als Frau von Tarandal eintrat.
„Ich danke Ihnen von Herzen, mein Herr," sagte die Dame ganz erschrocken, daß sich dergleichen in ihrer Abwesenheit ereignet hatte und nicht weniger, daß bet junge Mann Zutritt bei ihrer Richte gefunden, „ich danke Ihnen taufend Mal. Da» arme Kind hat einen großen Schmerz gehabt. Sie begreifen, Ihr Bruder, Ihr Batet ihr Berlobter — ju f», Ae
»erstehen mich nicht." (Forts, folgt.)