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und dm Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Benage.''

Erstes Blatt.

Publikum ausführt.

.Denn es ist doch nie«

mals bestritten worden, daß die Hauptakteurin

in völliger Nacktheit aufgetreten ist?

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33*1» über dem deutschen

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frage den Minister, ob er nicht auch mit der All­gemeinheit die öffentlichen Tänze eines nackten Frauenzimmers für eine Unsittlichkeit hält." Wenn der Minister ohne ein Gutachten über die Tänze eines nackten Frauenzimmers nicht auskommen kann" usw.

Der Abg. Roeren wird aufgefordert, die Be­leidigungen wieder gut zu machen oder sie in der Oeffentlichkeit zu wiederholen, damit er gericht­lich belangt werden kann. Besonders schlimm sei es, daß et die Beleidigung aussprach, obwohl er wußte, daß die Mandantin der Verhandlung auf der Zuschauerbühne beiwohnte. Der Rechts­anwalt sucht klar zu machen, daß der Abgeord­nete Roeren weit über das Maß des Zugäng­lichen hinausgegangen sei und bittet um baldige Rückäußerung.

Der Abg. Roeren hat dem Rechtsanwalt der Tänzerin Olga Desmond geantwortet:Auf Ihr gefälliges Schreiben vom 14. d. M. erwidere ich ergebenst, daß ich es ablehne, mit Ihrer Man­dantin Olga Desmond direkt oder indirekt über mein« parlamentarische Tätigkeit in eine Kor­respondenz mich einzulassen. Hochachtungsvoll Roeren.-

Ans dem Reichstage.

Der Arbeitskammer-Eesetzentwurf.

(185 Sitzung vom 15 Januar. >

feine Mandantinmit Schmutz" beworfen zn haben. Als beleidigend werden folgende Aus­drücke angesehen:

Der Begründer diese« weltumsturzenden Unternehmens ist ein junger Mann von einigen 20 oder vielleicht 30 Fahren, und er will diese» Zweck 'rreichen, durch die Tänze, die ein nackte« Frauenzimmer in ihrer Schamlosigkeit vor de«

Mit welchem Mißtrauen man diese amtliche Untersuchung entgegennehmen muß, das ersieht man aus ganz offenkundigen Irrtümern, die sich darin befinden.

Die Wohnungsmieten sind zwar nach dem Material des Handelsamte» in England nicht niedriger als in Deutschland. Dennoch gelangt die Untersuchung zu der oben verzeichneten An­nahme, daß sie tatsächliche 20 Proz. darunter ständen, wenn man nämlich die darin steckenden Kommunalabgaben, die der Hauswirt auf die Mieten schlage, abrechne. Danach wären/6 der Mietbeträge, die der englische Arbeiter zahlt, oder etwa 60 Mk. pro Jahr, Abgaben. Auch dies kann unmöglich zutreffen. Jedenfalls ist der deutsche Arbeiter mit derartigen Abgaben überhaupt nicht belastet. Die Angaben über die Lohnhöhe sind vielleicht die einzigen, gegen die an sich weniger zu erinnern wäre. Alles in allem hätte sich bei genauerer Untersuchung der Unterschied zwischen deutschen und englischen ge- lernten.Arbeitern doch schon erheblich verringert.

Vor allem aber gelten diese Unterschiede nur für Bruchteile der beiderseitigen Arbeiterklassen Zwar bringt die englische Behörde in ihrer Zu­sammenstellung der Löhne auch zwei Gruppen ungelernter Arbeiter vor. Den Lohndurchschnitt aber hat das Handelsamt einfach so berechnet, daß es die Durchschnittslohnsätze von zehn Grup­pen gelernter Eewerbearten mit den Sätzen dieser zwei ungelernten Gewerbearten zusam- menzähtt und die Gesamtsumme einfach durch 12 dividiert^ Es handelt sich also keineswegs um die wirklich verdienten durchschnittlichen Löhne, also nicht um die Lohnsumme direkt, divi- diett durch die Zahl aller verdienenden Arbei­ter. Sondern, es ist so verfahren als machten die ungelernten Arbeiter nur ein Sechstel aller Arbeiter aus, und die übrigen fünf Sechstel. Das wirkliche Verhältnis ist in England gerade um­gekehrt.

Die Annahme: es ständen die Löhne der Un­gelernten in England um ebenso viel über denen der deutschen Ungelernten, entspricht keineswegs den Tatsachen. Für die ungelernten Metall­arbeiter hat das englische Amt schon selbst gleiche Lohnsätze in Deutschland und England festge­stellt. Wenn also z. B. ein Sechstel aller Ar­beiter in England sich um 25 Proz. besser stehen als ein Sechstel in Deutschland, die übrigen fünf Sechstel aber nur ebenso gut, so schmilzt der durchschnittliche Unterschied schon dadurch auf ein Winziges zusammen. In Wahrheit liegt aber die Sache noch weit ungünstiger für England. Freilich nimmt sich die englische Statistik der Hauptmasse der englischen Arbeiter fast gar nicht an. Wir hören immer nur von dem Fünftel, das gewerkschaftlich organisiert ist.

Aber wir können wohl dem Sozialdemo­kraten Rothstein, der in derReuen Zeit" vom 27. November v. I. zu der englischen Unter­suchung das Wort ergreift, glauben, wenn er »usführt:Das Maximum des Verdienstes in England ist wohl höher al« in Deutschland, da«

Reiche Regeufälle kn Eüdwestafrika.

Nachrichten aus der Kolonie zufolge, ist e« mit den Zeiten der Dürre, die im Ovambolande, int Bcrgdamarareservat und eigentlich In der ganzen Kolonie Hungersnot im Gefolge gehabt hatten, vorüber, denn seit Anfang Dezember find besonders im Hereroland sowie auch in dem Namib ausgiebige Landregen gefallen. Ein paar tüchtige Gewitter haben die Riviere und Dleys gefüllt, sodaß alle Farmer wieder erleich­tert aufatmen konnten. Nach anderen in der Deutschen Tageszeitung" veröffentlichten Mit­teilungen ist der Himmelssegen gar so reichlich gewesen, daß es an einigen Stellen nicht ohne Schäden abgegangen ist. Z. B. soll auch die Otavi-Eisenbahn zu leiden gehabt haken.

die Nohrunos- u. Wohnnngs- kosten zusammen

,e pauskra't deS Einkommens

Staatssekretär tot seine Auslassungen und ist mit dem Entwurf im allgemeinen einverstanden.

Da» Hau» vertagt sich auf morgen 11 Uhr Tage»- ordnung. Fortsetzung bet heutigen Debatte. Schluß 6 Uhr.

stehen in England

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die Wohnunasmiete

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Minimum aber ist niedriger... Nirgend« wie in England ist di« Kluft zwischen den best- und schlechtgestellten Schichten der Arbeiterklasse so groß, tief und unüberbrückbar." Rothstein führt an. da es 800900 000 Leute gäbe, bi« in Eng­land öffentlich« Unterstützung genössen, dazu 'A Million Arbeitslose, weiterhin zahllose Leute, die ftoh sind in den Docks für 50 Pfg. den Tag Arbeit zu finden.In welchem Lande gibt es solche Erscheinungen?" fragt Rothstein mit Recht. Und obwohl es solch« Erscheinungen eben nut im Fteihandelsmustetstaate gibt, hält Roth­stein dennochEnglands Zollsystem für ver­nünftiger, und für die Arbeiter weit vorteil­hafter als das deutsche". Der Glaub« an dieses Zollsystem mit seiner verheerenden Unsicherheit der Produktion, die eben jene fürchterlich« Ar­beitslosigkeit, den Keim alles sozialen und ge­sundheitlichen Niederganges in England erzeugt, ist bei den englischen Arbeitern schon ins Wan­ken geraten. Im September v. I. waren von den 600000 bestgestellten und bestorganisierten englischen Arbeitern 9,4 Proz. arbeitslos, wie das Arbeitsblatt (Labour Gazette") des eng­lischen Handelsamts mitteilt. Wie es mit den übrigen 1011 Millionen steht, darüber schweigt die Statistik. Daß die Arbeitslosigkeit der großen Massen weit größer ist. darüber ist niemand im Zweifel. Daß heute an 20 Proz. aller englischen Arbeiter feiern, davon der größte Teil unorganisiert und ohne Unter­stützung, ist höchst wahrscheinlich, während selbst in Berlin nach der letzten Zäblung vom 19. No­vember v. I. von allen Arbeitern, gelernten und ungelernten, kaum 4y2 Proz. arbeitslos waren. Und unter diesen 40 000 Arbeitslosen gibt es herzlich wenige, die sich für geringen Lohn zur Arbi-it herbeilassen würden. Wenn nicht alles trügt, find die Tage des Freihandels in England so gut gezählt wie die der liberalen Regierung, die soeben bewiesen hat, daß sie in der Statistik nur ganz morsche Stützen für ihr Freihandelsprogramm zu finden vermag.

.Segen oes Freihandels" für den englischen Arbeiter.

DiesenSegen" zu erweisen, hat dar eng- .lisch« Handelsamt eine umfangreich« Unter­suchung über die Lebensverhältnisse von mehr eis 5000 Arbeiterfamilien in 32 deutschen Städten im Oktober 1905 unternommen, deren Ergebnisse es in einem Foliobande von 597 Sei­ten soeben veröffentlicht. Diese 5000 Arbeiter­familien gehören jedoch nut 3 Gewerben an: Bau-, MeMl- und Buchdruckgewerbe. Es soll nach der Absicht der gegenwärtigen liberalen Re­gierung Englands das fchutzzöllnerische Deutsch­land dem freihändlerischen England gegenüber- gestellt und gezeigt werden, wieviel besser di« Lage des englischen Arbeiters sei als die des deutschen. Der englische Freihandel soll dadurch eine neue statistische Stütze erhalten. Das Hauptergebnis der Untersuchungen des eng­lischen Handelsamtes ist folgendes. In den ge­nannten drei Gewerben joü im Durchschnitt

Deutsches Reich.

Ein Abschiedsgesuch de» Minister» von Holle wurde vom Kaiser nicht bestätigt.

Zum Besuche König Eduards. Gelegent­lich des bevorstehenden Besuches des englischen Königspaares in Berlin wird, wie bisher be­stimmt 'st. eine Truppenparade und eine Ret» henbildung der Berliner Garnison b-im Ein­züge nickt stattfinden.

Die Reichstagsbilder. Die Entscheidung über Angelo Janks Wandgemälde wird in der Auslchmückungskommisston des Reichstages am 21. Januar fallen. Wie es heißt, wird in dieser Sitzung sowohl die Frage der endgültigen An­nahme oder Ablehnung zur Entscheidung kom­men, al» auch die finanzielle Abfindung mit Prof. Jank geregelt werden. In der gleichen Sitzung werden drei neue Gemälde für den Lese- und Schreibsaal enbgüUig abgenommen werden. Sie stellen dar: Rothenburg ob der Taubes Seitenbild de» Hamburger Hafen, Kaiser Wil­helm I.

Bon der Fahrkaetensteuer. Berlin, 16. Jan. In der Steuerkommission des Reichstages erklärte nach Aufnahme der Beratung übet die Aufhebung bet Fahrkartensteuer Staatssekretär Sydow, bet Vorschlag beruhe sowohl auf eigener Erfahrung der Regierung als auf den Wünschen des Publikums, et werde ausrechterhalten wer­den, wenn für die Deckung des Ausfalles ein Er­satz geleistet werde. Der preußische Eisenbahn­ministet bezeichnete die Steuer nicht nut al« unpopulär, sondern auch als ungerecht. Bei der Abstimmung der Regierungsvorlage auf Auf­hebung bet Fahrkartensteuer würbe bet Antrag gegen bie Stimmen bet Freisinnigen, der So­zialdemokraten und der Wirtschaftl. Vereinigung abgelehnt. Der Zentrumsantrag, auf Vorlage eines Gesetzentwurfs zur Reform der Fahr- kartensteuer wurde dagegen angenommen.

Pfarrer Korell will sich im Falle seiner Wahl bet Freifinnigen Volkspattei anschließen. Demnach müßten sich feine politischen Anschau­ungen geändert haben. Was man bi, jetzt barüber hörte, würde vermuten lassen, daß et fick der Demokratischen Grüvoe anlcklän« Se»

Politische Umschau.

vom diesjährigen Kaisermanöoee.

Da» 13. swürttembergische) und 14. (ba­dische) Armeekorps werden, wie nunmehr an entscheidender Stelle bestimmt worden ist, in diesem Jahr« vor dem Kaiser Manöver ab­halten. Da die Armeekorps zu diesem Zweck auf Divisionen vetstättt werden, da» 14. Armee­korps bereits drei Divisionen hat, so wird die 2. bauet. Division (Augsburg) durch General­leutnant Graf v. Bothmer befehligt, zur Ver­stärkung des 13. Armeekorps herangezogen wer- den. Die Manöver werden sich auf wütttembet- gischem Gebiet, zwischen Stuttgart und Heil­bronn, abspielen. Die Kaiserpataden werden bei Karlsruhe t. B. bezw. bei Cannstatt abgehalten werden. Jedem Armeekorps wird eine Kaval­lerie-Division beigegeben werden, deren Füh­ret der Kaiser bestimmt. Das 13. Armeekorps befehligt bet Herzog Albrecht von Württemberg, bas 14. Armeekorps bet General Freiherr von Hoiningen, gelt. Huene. Ihnen werden al» Eeneralstabschef zur Seite stehen: bet Oberst­leutnant Wilb von Hohenborn unb bet Oberst­leutnant von Böckmann. Beide Armeekorps haben zuletzt im Jahre 1899 Kaiserrnanöver ge­habt. Besonders interessant werden bie dies­jährigen Kaiserrnanöver dadurch werden, daß das lenkbare Luftschiff zum ersten Male für die­sen Zweck zur Anwendung gelangt.

lieber bie Neubildung eine« 4. Seebataillon«, da» an bie Stell« de» ostafiatischen Detache­ments treten soll, verlautet noch betNeuen politischen Correspondenz" in unterrichteten Kreisen, baß dasselbe, sofern die gesetzlichen Kör- perschaften hierzu ihre Einwilligung erteilt haben aus 3 Kompagnien, von denen die eine eine berittene sein soll, und einem Maschinen­gewehrzug bestehen wird. Der Stab und zwei Kompagnien werden voraussichtlich Tientsin die berittene Kompagnie Peking als Standort erhalten unb ein Zug nach Tangku detachiert werden. Voraussichtlich wird ein Stabsoffizier mit dem Range eines Regimentskommandeurs, mit dem Sitz in Tsingtau, den Befehl über das 3. und 4. Seebataillon erhalten und dem Gou­verneur von Kiautschou unterstellt werden.

Hebungen deutscher Kriegsschiffe.

In letzter Zeit wurden mehrfach von einem Teil der Presse aus Dänemark stammende Meld­ungen englischer Blätter übernommen, die sich mit Hebungen und Fahrten deutscher Kriegs­schiffe in den Belten und im Sund beschäftigten. Es handelt sich dabei um selbstverständliche Uebungsfahrten in den allen Nationen offenen Fahrstraßen zwischen der Ost- unb Nordsee, die, seit es eine deutsche Marine gibt. Immer statt- gesunden haben unb auch weiterhin in berselben Weise stattfinden werden.

Man würde bei uns gut daran tun, auffällig zurechtgemachte Meldungen über derartig selbstverständliche Vorkommnisse nicht weiter zu beachten unb fi« nicht in bet Presse durch lleberschriften wieDeutsche Flottenühungen in dänischen Gewässern" u. bergt, zu einem beson­deren Ereignis zu stempeln. Andernfalls unter­stützt man nur die Geschäfte gewisser Argwohn säender Kreise des Auslandes.

vom Bund bet Landwirte in Ostpreußen wurde in freisinnigen unb demokratischen Blät­tern berichtet, daß er auf dem Aussterbeetat stehe und man glaubte daran schon vettere Hoff­nungen knüpfen zu können. Die Bemerkungen stützten sich auf ein Rundschreiben des Abg. von Bieberstein, in dem es hieß, daß in Ostpreußen ein gewisser Rückgang eingetreten fei. Der Zweck ist nun erreicht. Die Wirkung war die, daß die Mitgliederzahl des Bundes der Landwirte sich um viele Hunderte vermehrte. Dem Rund­schreiben war der Mitgliederstand im Sommer 1908 zu Grunde gelegt und dieser hat sich in­folge Der eindringlichen Mahnung de» genann­ten Provinzialvorsttzenden bis zum heutigen Tage andauernd unb seht kräftig gehoben.

Fel. Olga Desmont und der Abgeordnete Roeren.

Bei bet Interpellation im Abgeorbneten- hause übet die Schönheitsabende waren von ver­schiedenen Seiten, vom Abg. Roeren, von konser- vattver unb nationalliberaler Seite bie schärf­sten Ausdrücke gegen das Auftreten bet Nackt­tänzerin Olga Desmond gefallen. Jetzt hat der Rechtsbeistand der Dame n den Abgeordneten einen Brief gerichtet, in dem er ihm vor wirst,

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Die FnsertionSgebühr beträgt für die 7gefpolterte Zeile

oder beten Roum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig- ii /»£,« a Druck unb Bering: Job. Bug. Koch, llmversttätSbuchdruckerei vjllljiy« Inhaber Dc. tt. Hitzeroth, Marburg, Markt 31. Telephon 55.

Staatssekretär des Reichsamts des Innern Bethmnnn Hollweg stellt fest, daß der zuerst großer Begeisterung aufgenommene Gedanke der beitskammern allmählich sehr skeptisch angesehen :nor­den sei. Sowohl von Unternehmer- wie von Arbeiter­verbänden seien paritätische Arbeitskammern abge­lehnt worden. Man habe auch an reine Arbertskam- mern gedacht für die großen Industriezentren Berlin. Epen usw.. die gewissermassen Kommunal-Arbeits» kainmern bildeten Dadurch werde aber eine ständige Trennung der Bevölkerung der Großstadt gefördert die dem Geiste der kommunalen Selbstverwaltung widerspreche, die alle Stände zusammenzufassen trachte. Er sei dagegen daß die Kämmen« sich in die individuellen Verhältnisse zwischen Arbeitern und Arbeitgebern mischten. Die größte Schuld an der Kraftversihwendung der Kämpfe zwischen Arbeiter« und Unternehmern trage der Mangel einer Möglich­keit einer freien Aussprache zwischen diesen beiden Faktoren. Der Gedanke, das ganze Reich mit Ar­beitskammern zu Überspannen, und das Gebäude mit einem Reichs-Arbeitsamt an der Spitze zu krönen, sei grundfalsch. Er denke nur an eine Arbeitskammer

für Berlin, für das Saarrevier, für Rheinland und Westfalen usw. Abg. Trimborn (Zentr ) ist im all­gemeinen mit den Bestimmungen des Entwurfs ein­verstanden, doch will er, daß die Sekretäre der In­teressenvertretungen wählbar seien. Abg. ». Winter- krld-Menkin (kons.s führt aus. Früher wäre di« Stimmung mehr für Arbeiterkammern gewesen, und sie sei erst allmählich zugunsten paritätischer Arbeits- kammern umgeschlagen Es sei sehr scaglich, ob in den Kammern ein ersprießliches Zusammenarbeitcn der beiden Faktoren möglich fei. Man müsse an die Schädigungen denken, die dem gewerblichen Mittel- swnde, besonders den Handwerkern, aus einer nur die Arbeiter berücksichtigenden Sozialpolitik erwüchsen. Er hege auch besondere Bedenken gegen das im Ent­würfe vorgesehene geheime Wahl>-echt. Auch gegen das passive Wahlrecht der Arbeitersekretäre lägen schwere Bedenken vor. Dagegen sei die Einbeziehung der technischen Angestellten in besondere Abteilungen zu billigen. Die von der Regierung ernannten Vor­sitzenden würden zwar mit scheelen Augen angesehen werden, da man fälschlich annehme, daß sie ihr Amt mit voreingenommenen Ansichten antreten würden. Seine Freunde wendeten sich gegen die allzu enge Berquickting der Wirtschastsfragen, der Magenftagen, mit der Politik. Mit dem Grundgedanken deS Ent­würfe» seien sie einverstanden, behielten sich aber ihre Stellungnahme zu den Einzelheiten in der Kommis­sion vor. (Lebhafter Beifall.> Abg. Jrhr Heyl »»« Herrnsheim (natl.) ist mit den Ausführungen de» Staatssekretärs vollkommen einverstanden und glaubt dies auch für seine Freunde feststellen zu können. Abg. Legien iSoz.s schreibt die Schuld, daß der Ent­wurf erst nach 19 Jahren dem Reichstage vorgelegt wird, dem Widerstande der Unternehmer zu. Der Frieden zwischen Kapital und Arbeitern werde nicht durch die Arbeitskammern, sondern lediglich dadurch erreicht werden, daß Arbeit und Kapital vereinigt würden, d. h. daß die Arbeiter Besitzer de» Kapital» würden. Auch der Abg. ®»8er (frf. Bp.) dankt dem

Man abonniert auf die täglich erscheinende .Oberhessische «Bauüuma

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