MchM Jeilmg mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbellage) und »Landwirtschaftliche Beilage."
Man abonniert auf die täglich erscheinend« „Oberhessische U er Leitung" bei allen Postämter« und unser« Zeitunglstellen in
vtS. v Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21.
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Marburg
Donnerstag 7. Januar 1909.
Die Insertionsgebühr beträgt für bte 7gespaltene Zeile ober bete« Raum 15 Pfeunig, .fOt Rellamen 80 Pfennig. — Druck und Berlaa: Joh. Aug. Koch, Universttät2buchdruckere> Inhaber Dr. L. H itzeroth, Marburg, Martt 21. — Telephon 55.
44. Jahrg.
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verschlimmert. Die Hafenquais haben sich sämtlich um zwischen 2 und 4 Meter gesenkt und find zum Teil von Wasser überspült. Während der Stotzes kam von Osten her «ine Flutwelle, die die Halbinsel überschwemmte, aber den im Hafen ankernden Schiffen keinen Schaden zufügte, das
Bestellungen für dar erste Quartal 190t auf die »Dberhessisch« Zeitung" nebst ihren
grabenen auf mindestens 60 000 bis 110 000 Einwohner. Im Laufe des folgenden Tage*; fanden fortgesetzt neue heftige Stötze statt, welche die Tatkraft des llebcrbleibfel der Bevölkerung, die sich anfänglich an den Rettungsarbeiten beteiligte, vollständig lähmten und sie nur mit starrem Entsetzen erfüllten. Die Heberlebenden leiden an Wassermangel, da die Wasserleitungen zerstört sind. Das andauernde Regenwetter hat die Lage der im Freien Kampierenden, meist nur dürftig Bekleideten und Verwundeten weiter
über die Meerenge hat aufgehört, da die kalabri- schen Bahnen sämtlich zerstört sind.
Pie Hilfsaktionen
Messina, 5. Jan. Die Eisenbahnverbindung mit Palermo ist wiederhergestellt. Im Hafen ist ein beständiges Kommen und Gehen von Dampfern und Kriegsschiffen. Die Hilfstätigkeit ist nunmehr besser organisiert. An die Bewohner der gänzlich zerstörten Vorstädte werden Lebensmittel verteilt. Das Innere der Stadt ist weniger verwüstet. Feuerwehrleute aus Palermo, Genua, Mailand und anderen Städten beteiligen sich an dem Rettungswerk. Die Leiche des Deputierten Fulci wurde unter den Trümmern gefunden. Als die Rettungsmannschaften einem Hilferuf nachgingen, fanden sie unter den Trümmern eine ganze Familie wohlbehalten vor; sämtliche Mitglieder einer anderen Familie wurden mit geringen Verletzungen aufgefunden. Da die Erdstöße, wenn auch mit verminderter Kraft fortdauern, so finden noch fortgesetzt Nachstürze statt. Um den Leichengeruch abzuschwächen, werden die Trümmer mit Karbolsäure be- gossen.
Das Erdbeben in Süditalien.'
Bon der Unglücksjtätte.
Berlin, 5. Jan. Ein soeben aus Neapel dingegangener erster schriftlicher, vom 1. Januar datierter Bericht des zurzeit vor Messina liegenden Kreuzers „Hertha" bestätigt ausführlich feine telegraphische Meldung über seine erste Hilfeleistung die vornehmlich in der Ueberbring- ung von 20 Tonnen Lebensmitteln und dem Transport von 114 zum größten Teil schwer Verwundeten nach Neapel bestand. — Heber den Verlauf des Erdbebens und seine Folgen wird noch ausgeführt, daß der Hauptstoß ohne eine vorherige Ankündigung am 28. Dezember morgens gegen 5*/4 Uhr erfolgte und 45 Sekunden dauerte. Er genügte, um die ganze Stadt in einen Trümmerhaufen zu verwandeln; er erhob über der ganzen Stadt eine ungeheure Staub
lltiter Feinden
f Roman von Karl Matthias.
' istorOetzuttg.»
Ihnen standen Turkos gegenüber, welche über alle Begriffe schlecht schossen. Mit Hurra gewann das Bataillon die Landstraße und trieb die Feinde vor sich her, bis ihnen Bazeilles im Rücken lag. Das Dorf war von den Bayern und preußischen Jägern erstürmt worden. In den Straßen sah es entsetzlich aus. Die Türen waren eingeschlagen, die Fensterflügel aus ihren Angeln geriffen und zertrümmert. Haufenweise lagen die Leichen auf den Bordschwellen. Viele Häuser standen in Flammen, ein herzzerbrechender Anblick für Tyrolt, welcher jeden Stein, jeden Winkel in dem einst so blühenden Ort» gekannt hatte
Der Befehl „Vorwärts" ertönte.- Jenseits der Maas hatte sich der Feind verschanzt und bei Balan neue Batterien angefahren. Schritt für Schritt ver idigrr er den Weg zur Festung. Mitten in der Schußlinie lag die Villa Bour- kier noch unverletzt, denn das wütende Ringen der Menschen war ihr bisher fern geblieben. Roch prangten die Rübenfelder im saftigen Grün, die Weinberge im Rebenschmuck; die Stoppeln der Werze^bläge. vom fleißigen Pflug gewendet, hauchten en jungfräulichen Erdgeruch aus, nicht wie hinter den Bataillonen Blutgestank und V»' v-fung. Aber die Gegend war öde und kein lebendes Wesen ließ
sich blicken. Das Vieh war fottgetrieben, das einst auf den Wiesen geweidet; die Winzerhäuser standen leer; kein Rauck ouoll aus ihren Esten; die Wastermühle der Maas war ohne Rad, das Werk zerschlagen, das Mehl fortge- schkevvt. All-»? batte sich in die Festung oder in den Wald geflüchtet.
Mit beklommenen Herzen schritt Waldemar vorwärts. Schon wintten ihm von fern die Fenster des Hauses, wo er das höchste Glück und den größten Schmerz seines Lebens erfahren. Da kam der Befehl rechts abzuschwenken.
Das Bataillon marschierte über einen Sturzacker. dicht neben der Bourlierschen Parkmauer die Anhöhe hinauf. Tyrolt atmete auf, als er den Garten leer sah, kein Gebell von Kunden und kein verdächtiges Geräusch hörte. Pumar- auet batte offenbar die Wahrheit gesprochen. Die Villa stand unbewohnt; die Teuren befanden sich außerhalb der Gefahr. Da Schüste! Von rückwärts kam der Schall. Dort lag die Fabrik. Sollten die Franzosen die weitläufigen Gebäude als Schanzwerk benutzen, sollte am Ende gar Olivier —?
Hauptmann Bergetström kommandierte Halt.
„Wir dürfen nicht weiter, bevor wir nicht jene Ruhestörer zum Schweigen gebracht haben," sagte er zu Tyrolt. „Man schießt von jenseits der Maas, das ist wohl eine Fabrik drüben?"
„Meine Fabrik," antwortete der Angesprochene tonlos.
„$m! Soldaten find das nicht," fuhr der .
len nicht gegeben werden können, so schätzt man I rungszustcmdes beiträat, die erst den behörd- doch die Anzahl der unter den Trümmern Be- | lichen Maßnahmen Wirksamkeit und Nachdruck verschafft habe. Die Desinfektionsmittel seien auch bereits eingetroffen. Der Zerstörer „Era- natiere" gehe am Abend mit der geretteten Kaffe der Filiale der Banca d'Jtalir in Messina von Palermo ab.
ReggiodiCalabria,5. Jan. Minister Bertolini hatte mit dem militärischen Kommandanten eine Besprechung. Es wurde beschloffen, am Wege von Reggio nach Campi und in gehöriger Entfernung von den Jnfektionszentren Baracken zu errichten. Man beginnt bereits in je-
veilagen werden noch von unserer Expedition I Dock jedoch zerstörte. Bahnverbindung besteht (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- I nur noch mit Eatania. Der Personenverkehr h n i«, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanftaiten und Landbriesträgern entgegengenommen.
wolle und zugleich brach an mehreren Stellen I . Rom, 5. Jan. Eine Abteilung des öfter« Brände aus, wovon sich der bedeutendste in | reichlichen Roten Kreuzes ist heute in Rom ange- einem am Rathausplatze belegenen Haufe ent- I kommen und hat eine Besprechung mit dem Se- wickelte. Das Feuer griff von diesem Haus aus | nator Taverna, dem Präsidenten de» italieni- auf weitere über und steckte das Hotel „Trinar- .! eschen Rötest. Kreuzes, gehabt. Das österreichische titt" in Brand und sprang von hier auf das Rät- I Rote Kreuz, das eine Feldküche mit sich führte, haus über, wo es das zusammengestürzte Innere | wird sich nach Catania begeben. Das italienische stn Laufe des nächsten Tages völlig verzehrte, I Rote Kreuz wird eine Abteilung nach Syrakus wodurch sämtliche Urkunden des Archivs der | entsenden.
Stadt vernichtet wurden. Bei den Retiungs- l Rom. 5. Jan. Minister Bartelini richtete arbeiten an dieser Brandstätte beteiligten sich in I an den Ministerpräsidenten Giolitti ein Tele- hervorragender Weise der Kapitän und die I gramm in welchem mitgeteilt wird, daß der Mi- Mannschaft des deutschen Bergungsdampfers I nister die kalabrische Küste nördlich von Reggio, „Salvator". Ihr Verhalten erweckte allgemeine I ferner Villa San Giovanni und Ragnara besucht Berwunderung und dieses umsomehr, als zu je- I habe. Er habe überall den Rettungsdienst zu- ner Zeit andere Hiffe noch nicht zur Stelle war. I friedenstellend gefunden, dagegen sei die Organi- Es waren nämlich durch den Erdstoß sämtliche I sation in Scylla mangelhaft gewesen, weshalb er Kasernen eingestürzt und ein Teil der Truppen I den Kreuzer „Lombardia" veranlaßt habe, dortdarunter begraben. Sämtliche Straßen waren I hin zur Hilfeleistung zu gehen. Die Bevölke- von den eingestürzten Häusern durch ungeheure I rung in den einzelnen Gegenden beginne wieder Trümmerhaufen erfüllt. Wenn auch sichere Zah- I Mut zu fassen, wozu die Erklärung des Belage-
der der von den italienischen Matrosen erbauten Baracken mehrere Familien unterzuiringen. Die Stadtverwaltung ist von einem Königlichen Kommiffar übernommen worden.
R o m, 5. Jan. Der preußische Gesandte beim päpstlichen Stuhl Dr. von Mühlberg überreichte gestern dem Papste 1000 Lire als seinen Beitrag für die durch das Erdbeben Verunglückten.
Gerettete.
Neapel, 5. Jan. Der Zeitung „Roma" zufolge befanden sich gestern Abend 5957 Gerettete in Neapel und Umgebung. Heute find mit dem Dampfer „Margherita" weitere tausend mit der Eisenbahn angekommen, von denen 600 in Neapel verblieben und die übrigen nach Nom weitergereist sind. Zahlreiche Flüchtlinge befinden sich in Salerno, etwa 600 haben auf Capri Zuflucht gefunden.
Danksagung.
B e r l i n, 5. Jan. Der italienische Botschafter Panza hat dem Auswärtigen Amte den Dank für die Entsendung der „Hertha" und der „Victoria Luise" wie für die sonstige tatkräftige Hilfeleistung Deutschlands übermittelt.
Nachtrag \\\ „Rückblick auf das JahrMZ".
Dezember: 17. Der hessische Landtag wird burdi den Eroßherzog eröffnet. — 19. In Mitteldeutschland, besonders im Königreich Sachsen und Thüringen, werden starke Erdstöße wahrgenommen. — 23. Rach Meldungen aus Südwestafrika haben Hottentotten aus der Kap- kolonie drei deutsche Farmer, einen Bur und drei Mannschaften der Schutztruppe ermordet. — 24. Die Zepvelinspende hat ein Gesamtergebnis von etwas über 6 Millionen Mark gezeitigt. — 28. In Sizilien und Kalabrien richtet ein Erd- und Meerbeben furchtbares Unglück an. Weit über 100 000 Menschen büßen dabei ihr Leben ein. — Viele Orte, darunter Meffina und Reggio, werden ganz oder teilweise zerstört. — Mittelamerika wird von verheerenden Heber« scbwemmungen heimgesucbt. — 29. Der Kaiser übermittelt dem Könige Vittor Emanuel von Italien anläßlich der Erdbebenkatastrophe ein sehr warm gehaltenes Beileidstelegramm. — 30. Die deutschen Schulkreuzer „Hertha" und „Viktoria Lulle" erbalten Befehl, zur Hilfeleistung sofort nach Melfina zu gehen. — Die Ratifikationsurkunden zu dem Abkommen betreffend den gegenseitigen gewerblichen Rechtsschutz werden zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich ausgetauscht.
Politische Umschau.
Die badische« „Demokraten"
sind zielbewußte Leute. Sie haben es, mit Rücksicht auf die politischen Vorgänge im Reiche, speziell die Veröffentlichung des „Daily Telegraph", abgelehnt, bei einer gemeinsamen Kaiserfeier in Karlsruhe mitzuwirken. Seit Jahren haben sich an dieser Feier in Karlsruhe sämtliche politische Parteien (mit Ausnahme der Sozialdemokratie) beteiligt Die Herren Süddeutschen müffen bekanntlich immer etwas Besonderes haben. Die
Offizier fort. „Sie würden sich nicht nutzlos der Gefahr aussetzen oder gründlicher zu Werke gehen. Also Franktireurs, ein paar Verrückte, die über die Klinge springen wollen. Herr Leutnant, sehen Sie mit Ihrem Zug über das Wasser zu kommen und schaffen Sie Ruhe. Ich werde jenseits dieser Mauer heranzukommen suchen."
Tyrolt salutierte und ging an feine Sendung. Ein Blick überzeugte ihn, daß die Brücke abgebrochen sei. So wandte er sich stromaufwärts und befahl seinen Leuten, ihm paarweise zu folgen. Oberhalb der Fabrik befand sich eine Insel, welche, dicht bewaldet, die Maas in zwei Arme teilte. Zu Friedenszeiten lagen hier zwei schmale Stege, auf denen man zum jenseitigen Ufer gelangen konnte. Waren sie noch vorhanden, so vermochte das Detachement das linke Ufer trockenen Fußes zu erreichen, im schlimmsten Falle hieß es durchschwimmen.
Tyrolt fand seine Erwartung teilweise betätigt. Ein Steg war noch benukbar, der andere von den Wellen fortgerissen. Als die Sektion auf die Insel gelangt war, wurde der fehlende Steg durch den vorhandenen ersetzt, und nun schlichen die Schützen, durch die Hferweiden und das Schilf dem Feinde verborgen, nach der Hintermauer der Fabrik. Lautlos sammelte Waldemar seine Leute und drang, mit jedem Weg wohl bekannt, über den Lagerhof in das Gebäude ein. Die Verteidiger, durch das Feuer der Sachsen jenseits der Maas abgelenkt, hatten sie nicht kommen sehen. Der Leutnant ließ die Türen einschlagen, die Fenster zertrümmern
bayerischen „Demokraten" werden nun nicht umhin können, den Tag zu einer großen Protestver« sammluug zu benutzen; etwas spät — aber immer noch passend"!
Linksliberalismus und Block.
In einer Auseinandersetzung mit dem Gründer der neuen demokratischen Vereinigung. Dr. Th. Barth, schreibt die „Franffurter Zeitung", der Trieb der Selbsterhaltung habe die Linksliberalen schon geraume Zeit in der Blockpolitik zu schärferer Abwehr gegen die Sozialdemokratie gezwungen, da diese geglaubt habe, einfach die Erbschaft des Liberalismus antrete« zu können. „Aus diesem Triefte heraus ist es auch zur Einigung des Linksliberalismus gekommen, der auf den Blockverfuch auf Zeit lediglich zu dem Zwecke einge- gangen ist, die politische Konstellation nach Möglichkeit auszunutzen, um wenigstens einige liberale Forderungen durchzufetzen. Es hat sogar sozialdemokratische Abgeordnete gegeben, die das als notwendio anfaben, und der sozialdemokratische Abgeordnete Edmund Fischer hat erst neuerdings das Vereins- gefttz offen als einen Fortschritt anerkannt." Dieses Geständnis verdient Beachtung. Dadurch werden die fortwährenden Verdächtigungen seitens der Linken und besonders der Nattonal- Hberalen beleuchtet, die darauf ausgehen, di« Konservativen als unzuverlässige Blockangehörige hinzustellen. Was in Wirklichkeit allein den Block gefährdet, das ist eben der Umstand, daß et von den Linkslifteralen als ein „Versuch auf Zeit" angesehen wird, als ein Versuch, der womöglich aufgegeften werden soll, wenn eg an der Linken ist, auch einmal Zugeständniffe nach rechts zu machen.
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Sic Arbeitslosigkeit bei uns und in England.
Ellis Barken hat kürzlich in einer Flugschrift folgende Tabelle über die Arbeitslosigkeit unter den organisierten Arbeitern aufgestellt:
1933 in Deutschland 2,. •/,, m Großbritannien .r>,7 •/. 1904 . , *2, . , 6.6 .
1905 , . 1,6 . . „ 53 ,
1'6, , 1,1 , , . 4,1 ,
1907 . , 1.5 , , * 4,2 .
190'Jan. bi« Juni) 2.R , . . 7 4,
Calwer bemerkt in den „Sozialistischen Monatsheften" zu dieser Berechnung des englischen Verfassers: „Daß die Arbeitslosigkeit in England hoher ist als in Deutschland, das ist richtig; sie ist aber nicht in dem Grade höher, als es nach obigen Ziffern erscheint." In England gelte schon ein organisierter Arbeiter als arbeitslos, wenn et zu tarifmäßigen Arbeitsbedingungen keine Beschäftigung erhalte. In Deutschland gelte es dagegen als Regel, daß der als arbeitslos angesehen werde, der überhaupt in seinem Berufe keine Stellung finde. „Nur insofern ersehen wir aus der Bewegung der Arbeitslosenziffern in beiden Ländern die 1908 höhere Arbeitslosigkeit in Großbritannien, als die Arbeitslosigkeit in Deutschland gegen 1903 von 2,7 auf 2,8 Proz. in England aber von 5,7 auf 7,4 Proz. gestiegen ist. Gegen 1903 ergibt sich für Deutschland eine Steigerung von nur 5 Proz., in Großbritannien eine solche von zirka 30 Proz." Das ist auch schon eine Differenz, die sehr erheblich ist und aus der man ersehe«
und feine Leute zu gleichet Zeit einsteigen, bann besetzte et die Treppen, welche zum ersten Stockwerk, wo sich die Scheerfäle befanden, in breiten Stufen hinaufführten. So hatte er die Belagerten in der Hand. Trotzdem der Bau aus Stein und Eisen bestand, wat Material genug vorhanden, sie auszuräuchern, sobald sie die Hebergabe verweigerten und das Eewehrfeuer nicht einstellten.
Jrn Hause befanden sich nut wenige Soldaten. Es waren dies Versprengte vom 96. Linienregiment, die übrigen Verteidiger rekrutierten sich aus Arbeitern und Bauern, die mit Chassepots bewaffnet waten, also Ftanttiteuts, und diese durften nach dem Kriegsgebrauch nicht geschont werden.
Als die Türen und Fenster des untere« Saales dem plötzlichen Angriff der Deutsche« wichen, floh ein Teil der Heberraschten die Treppen hinauf; einige aber, hauptsächlich die französischen Soldaten, streckten pardonflehend die Waffen. Da mahnte sie eine schrille Stimme, die Prussiens vom Erdboden zu vertilgen.
Tyrolt schauderte beim Klang dieser Stimme. Et kannte dieselbe nur zu genau, sie gehörte seinem Feinde, seinem Peiniget, Olivier Bout« lier. So stand er ihm also gegenüber. Der Wahnsinnige hatte wirklich gewagt, die Verteidigung seiner Fabrik zu inszenieren, sich selbst und seine Arbeiter in den gewissen Tod lit stützen.
________(Fortsetzung folgt.)