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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain W und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) undLandwirtschaftliche Beilage."

Man abonniert auf die täglich erscheinend«Oberhessische .**»«**»*

n Zeitung" bei allen Postämtern und ttnfetn Zeitungzsteilea in Vlllfl

.e 3 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt21. .

<J1=* _ Der BezuqSprei» beträgt durch die Bost 2,25 Mk. (ohne 2)fC!l8t(I6 5. Januar 190S.

Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Di« JnsertionSgebUhr beträgt für die 7gehaltene Zeile

oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Cfcnftrz» Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, llniversität-buchdruckerei* «$**9^6*

Inhaber Dr. C. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55. J

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\ fit das erste Quartal 1908 auf die

Oberhessische Zeitung" nebst ihren Beilagen werden noch von unserer Expedition 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstallen und Landbriesträgern ent- gegcugenommen.

r;; «NaSdruck verboten.).

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

(Fortsetzung.)

SiiCi^anb wusste, weshalb nach der Ginitaffme ucif Mruzon urttren in der Nacht der Wen.r- marsch lefohlrn worden war. Nur der König selbst :nd sein Stab kannten das Erheimins. In Vouzier angelangt, hatte der König sich ent­schlossen den eisernen Gürtel um. Sedan zusam­menzuziehen. In der Nacht zum 31. August kam der Befehl, unverzüglich aufzubrechen. Die >Maasarmee sollte sich östlich von Sedan ent- .wickeln die dritte Armee den Westen und Nor­men umfassen. Das Eardekorps hatte den Auf. trag, für den Fall, daß die Franzosen die bel­gische Grenze überschreiten sollten, denselben un­verzüglich zu folgen und rückte östlich an der Spitze auf Sedan vor. Westlich von ihm mar­schierten die sächsischen und preutzisch-posenschen Regimenter. Als der Tag graute, stand das 11 Korps bei Donchery, die Jäger bei Ba- zeilles, die Garde bei Sally links von Chiers bis Francheval. Das zwölfte Korps war bei Douzy, das erste bayerische Korps bei Remilly, das zweite bayerische bei Roncourt, die Würt- ten.berger bei Fliege, das fünfte Korps bei Connage das vierte bei Autrecourt. Der König selbst hatte Vouzier verlasien und war nach 'Vandresse mit dem Hauptquartier überge- siedelt. , .

Die furchtbare Schlinge lag bereit. Ein Wink des siegreichen Feldherrn, und sie zog sich zusammen zu tätlicher Umarmung.

Mit dem ersten bayerischen Korps zugleich langten das 108. und 107. sächsische Regiment bei Alineourt an. Hier wurde Halt -emacht. Die

Zur Erdbebenkatastrophe in SüditaUen.

Palermo, 2. Jan. Der Spezialkorrespon­dent derDia" schreibt seinem Blatte: Der Brand in Messina ist nun bewältigt. Der seit drei Tagen niedergehende Regen hat die Straßen überschwemmt und unwegbar gemacht. Die gro­ßen elektrischen Scheinwerfer der Kriegsschiffe beleuchten nachts die düsteren Stätten. Von Zeit zu Zeit hört man Schüsse, die die Polizei und Soldaten auf hungrig umherschweifende Hunde abgeben. In Taormina bildete sich ein Ko­mitee der fremden Kolonien, das jum großen Teil aus deutschen und englischen Frauen zu- fainmengesetzt ist, die sich für das Hilfswerk zur Verfügung stellen.

R o m, 2. Jan. Wie demMessaggero" aus Palmi gemeldet wird, klettern Frauen, haupt­sächlich Frauen aus dein Volke, der Gefahren nicht achtend, welche durch den die Mauern unter­spülenden Regen noch größer wurden, auf den Trümmern umher und ersteigen die Balken der Häuier um noch etwas von ihren Habseligkeiten zu retten. Die Frauen tragen seit fünf Tagen dieselben vom Regen durchweichten Kleider. Sie warten auf Unterstützung, die angesichts des enormen Bedarfs nicht genügt . Die Verteilung von Brot erfolgt durch Soldaten mit aufge- pflanztem Bajonett wegen des wilden Andran­ges der halb verhungerten Ueberlebenden. Majo: Pallittoni, der die Verteilung der Lebensmittel leitet, lie? Gefahr, erschlagen zu Loerdev. Neuerdings fehlt es auch an dem Nötioden, um die geborgenen Toten zu bestat­ten ~ Ma'ior Cavallini erhielt das Kommando über das Gebiet von Palmi. Das Telegraphen­personal versieht den Dienst seit drei Tagen flicht

Rom. 2. Jan. Wie dieAgenzia Stefani" kneldet übersandte der Minister Orlando dem kNinist'ervräsidenten Eiolitti nachfolgende De­pesche: Messina. 2. Jan. Das Wetter hat sich ein wenig gebessert. Der König »egibt sich nach Scilla und Vagnara. aber da das Meer stürmisch zoar, war er am Landen verhindert. Erst in Lan'itello, das vollständig zerstört ist, konnte der König landen. Sodann erfolgte die Landung vor cinem Landhause in San 'vanni, das ebenfalls stark gelitten hat. König be- fuchte hierauf die von englischen trosen einge-

richteten Baracken, ging dann nach Reggio, wo er eine längere Besprechung mit dem Major Cagni hatte. In Reggio waren fast sämtlich« Verwundete bereits eingeschifst und fortgeschafft. Viele Ueberlebende sind abgereist. Hierauf be­gab sich der König nach Messina zurück. Den gestrigen Nachrichten zufolge sind mehrere fremde Handelrdampfer und Kriegsschiffe im Hafen eingetroffen, heute sind zwei weitere russische und zwei französische Panzerschiffe hier einge­troffen, so daß die Verwundeten der Reihe nach verbunden und fortgebracht werden können. Schon gegen dreitausend konnten weggeschafst werden; man hofft heute noch mehr befördern zu können. Heute fing man an, den Rettungsdienst auch auf die weiter landeinwärts gelegenen Ort­schaften auszudehnen und diese in erster Linie auch mit Lebensmitteln zu versehen. Besondere Aufmerksamkeit wird andauernd dem Sicher­heitsdienst zugewendet. Gestern wurde in Reggio bei einem Kampf zwischen Plünderern und der Wachmannschaft der Bersaglieri ein Zollbe­amter getötet. Die Königin ist in ihrer Für­sorge für die Kranken im Hospital unermüdlich und zeigt die größte Aufopferung. Als gestern Abend im Hospital durch einen Erdstoß eine Panik entstand; erlitt die Königin bei ihren Be­mühungen, die planlose Flucht der Kranken zu verhindern, leichte Verletzungen an der Brust.

Messina, 2. Jan. Die Kathedrale, ein altehrwürdiges und in künstlerischer Hinsicht hervorragendes Bauwerk, ist völlig zerstört. Der Domschatz, der einen Wert von mehreren Millio­nen darstellt, liegt unter den Trümmern und wird von Soldaten bewacht.

Rom, 3. Jan. In allen Kirchen Roms wurden heute Trauergottesdienste für die Opfer der Erdbebenkatastrophe abgehalten.

Rom, 2. Jan. Der König richtete an den Ministerpräsidenten Eiolitti nachfolgende De­pesche: Heute besuchte ich die kalabrische Küste südlich von Reggio. Pellaro ist gänzlich zerstört. Mileto scheint weniger gelitten zu haben. Es fällt kein Regen mehr. Das städtische Archiv von Messina ist verbrannt. Neue Truppen tref­fen ein. Allmählich kommt Ordnung in den Hilfeleistungsdienst. Heute Abend reise ich nach Rom zurück, nachdem ich die am meisten heimge­suchten Orte und die Organisation des Hilfs- werkes gesehen; Orlando und Mirabells kommen mit mir zurück. Ich verweise aufs neue auf die isolierten Ortschaften längs der kalabrische« Küste. Gezeichnet: Victor Emanuel.

Von den Nettungsarbeiten und Hilfsaktionen.

Berlin, 2. Jan. Das deutsche Hilfs­komitee für die in Süditalien Geschädigten hat sich heute Nachmittag im Reichstagsgebäude kon- stttuiett. Zugegen waren: Staatssekretär von Schön, sowie Unterstaatssekretär von Loebell, als Vertreter des Reichskanzlers, ferner der Vizepräsident des Reichstages, Kaempf, dieChef- redakteure der größeren Berliner Blätter und Oberbürgermeister Kirchner. Die VersamMlung wurde von dem Einberufer, Kommerzienrat Celberg, mit einer Begrüßungsansprache eröff­net. Auf seinen Vorschlag wurden in das Prä­sidium gewählt: Adolf Friedrich, Herzog zu

Soldaten setzten ihre Gewehr« zusammen und ftühstückten, was sie in ihren Brotbeuteln vor­fanden. Es war wenig genug. Die Proviant­kolonnen befanden sich noch weiter hinten; di« Beute in dem zerstörten Mouzon und Villemon- try war gleich Null gewesen. Nur der mit einem besonderen Spürsinn ausgestattete Neu­mann hatte die Zeit, während sein Herr schlief, gut benutzt. Ein kleiner Schweineschinken und ein großes Weißhrot blühten seinen Futtersack, und nun steckte er diese Leckerbissen dem Herrn Lcunant heimlich zu, da er die Teilnahme des ganzen Offizierkorps und auch der hungrig«« Mannschaften mit Recht befürchtete.

Die zweite Flasch« Wein erweckte aber doch die Aufmerksamkeit des Stabsarztes und des Hauptmanns, und Tyrolt konnte es nicht über sich bringen, den beiden das Labsal vorzuent­halten.

Das Bataillon hielt auf einet sumpfigen Wiese. Ein dichter Nebel lagerte über dem feuchten Boden, jed« Aussicht absperrend. Wie durch eine Mauer hindurch hörte man das Hämmern der Pontoniere vom Flusse her, die einen neuen Uebergang herstellten. Ganz von ferne tönte das scharfe Geknatter der Jnfan- tcriegewehre und der dumpfe Donner der Ka­nonen. Das war der Anfang des erwarteten Kampfes, der erste Zusammenstoß zwischen den fliehenden Franzosen und den nachrückenden Deutschen. , , v

Es wird ein heißer Tag," meinte Herr ein Bergetström.Die Franzosen scheinen über die belgr,che Grenze retirieren zu wollen; sie laufen immer noch Norden. Wir sollten ihnen freien mU ... < .Eil PE ihren Kaiser

die Geschichte zu Ende." .*4

»Glaube» Sie. drrtz Raooles« iefcb« töd&

Mecklenburg, Reichstagsabgeordneter Dr. Udo Graf zu Stolberg-Wernigerode, bayerischer Ge­sandter Graf zu Lerchenfeld, sächsischer Gesandter Graf Vitzthum von Eckstaedt, sowie der Präsident de» Zentralkomitees der Vereine vom Roten Kreuz, von dem Knesebeck. Darauf übernahm Adolf Friedrich, Herzog zu Mecklenburg, das Präsidium und dankte der Kaiserin für die Uebernahme des Protektorates, sowie dem Reichskanzler für die Uebernahme des Ehren­präsidiums. Dann wurde Kommerzienrat Sel- berg zum Vorsitzenden gewählt. Nach längerer Diskussion wurde beschlossen, sofort vier Sonder­züge mit Lebensmitteln, wollenen Decken, Klei­dungsstücken und Materialien zur Pflege von Kranken und Verwundeten unter Begleitung von Sanitätspersonal in die Unglücksgebiet« zu entsenden. Innerhalb der Versammlung er­folgten sodann Zeichnungen bedeutender Bei­träge, darunter Krupp von Bohlen-Halbach mit 40 000 -ll, Großbanken mit je 20 000 M. Her­zog Adolf Friedrich schloß darauf die Versamm­lung mit dem Dank an die Anwesenden.

Berlin, 2. Jan. Der KreuzerHertha" telegraphiert aus Neapel, daß er am 31. Dezem­ber in Messina 25 Tonnen Proviant, Decken und Mäntel abgab und daß diese Hilfe sehr will­kommen war, daß er ferner 280 Verletzt« und Obdachlose eingeschifft und diesObdachlosen am 1. Januar an den LloyddampferBremen" ab­geliefert, sowie weitere 300 Personen dort ein» geschifft habe. Die Königin von Italien be­suchte die Verwundeten auf derHertha". Der Kreuzer ging am 1. Januar mittags mit 114 Verwundeten nach Neapel in See, wo er heute eintraf. Die Rückkehr nach Messina in Beglei­tung des Konsuls Jacob ist für den 3. Januar beabsichtigt. Das italienische LinienschiffRe­gina Elena" vermittelt von Messina aus den telegraphischen Verkehr mit dem Festlande, auch mit derHertha" vermittelst Funkenspruchs. DieHertha" ließ dort während der Abwesen­heit von Messina eine Dampfpinass« zur Hilfe­leistung zurück.

Neapel, 2. Jan. Der KreuzerSicilia" landete hier 1110 Gerettete; er wird unverzüg­lich mit Lebensmitteln an die Stätte der Zer­störung zurückkehren.

Neapel, 2. Jan. Der Reichspostdampfer Bremen" des Norddeutschen Lloyd, der, von Australien heimkehrend, gestern Abend in Ne­apel eingetroffen ist, landete dort 600 Flücht­linge von Messina.

Hamburg, 2. Jan. Die Hamburg- Amerika-Linie beschloß, als ihren Beitrag zur Hilfsattion für die Notleidende« in Sizilien, dem DampferJllyria", der voraussichtlich ein beträchtliches Quantum Liebesgaben nach Sizi­lien bringe« wird, Lebensmittel, die zur Ver­pflegung von tausend Personen für eine Woche ausreichen, sowie das nötige Eßgeschirr mitzu­geben. Diese Lebensmittel dienen gleichzeitig zur Vervollständigung der Ausrüstung der sechs Baracken, die als Geschenk des Kaisers mit der Jllyria" verladen werden.

Hamburg, 2. Jan. Nach einer Meldung aus Newyork befördert die Hamburg-Amerika­

armee ist?" fragte Tyrolt.Sollte er sich nicht bereits nach Paris begeben haben?"

Dahin traut sich der Edle nicht mehr. Die Niederlagen von Vionville und Cravelotte, der Putsch bei Saarbrücken hat dem allen KomL- dianren den ganzen Flitterkram der Majestät abgerissen. Ich wette darauf, daß er in irgend einem Festungswinkel sitzt und auf einen noch so kleine« Erfolg roartet, um ihn als selbsterrunge­nen Sieg in die Welt hinauszuposaunen."

Dann könnte er höchstens in Sedan sein."

Richtig, Sie sind ja in hiesiger Gegend be­kannt." bemerkte der Hauptmann.Ist mir recht, so nahmen Sie in Sedans Umgebung eine Zivilstellung ein?"

Allerdings, ich war Direktor einer Sammet­fabrik bei Bazeilles. Hoffentlich bleibt es mit erspart, die Stätte meines Wirkens wiederzu- feyen."

Wer weiß, ob wir nicht gerade dorthin müssen," erwiderte Herr von Bergetström. Menns losgeht, sind die Hundertachter allemal die Ersten. Machen Sie sich nichts daraus. Ihre einstigen Freunde haben sich gewiß aus dem Staube gemacht, und die verlassenen Gebäude sehen im Kriege aus wie im Frieden." Weiter fragte cri »Kennen Sie die Umgegend genau?"

Wenn wir zum Fluß kommen, werde ich mich leicht orientieren. Ich bi« manchmal bis Villemontry gefahren. Jetzt freilich bin ich ganz befangen, der Nebel hindett jede Aussicht."

Der hat uns gerade noch gefehlt," mischte sich der Stabsarzt in das Gespräch;brr, mich durchläuft ein Schauder nach dem andern. Kein Wunder, ich habe eine leere Rübenmiete als Nachtquartier gehabt und im Morast Schwimm- Übungen gemacht bis zur Reveille. Haben Sie noch einen Schluck von Ihrem famos«» Rotwein, gtotoit?

Linie mit dem am 5. Januar von Newyork na4 Italien abgehenden DampferHamburg" gleich: falls Liebesgaben für Sizilien.

Neapel, 2. Jan. Als bet Herzog vo» Aosta di« SBerrounbeten in den Hospitälern b« suchte, sah er, wie die deutschen Seeleute eint Tragbahre mit Berwundeten brachten. Der Her, zog sprach die Seeleute in deutscher Sprache an, reichte ihnen die Hand und dankte ihnen i» herzlichen Worten für ihre edle Hilfsbereitschaft,

Reggio di Calabria, 2. Jan. Die Ueberlebenden der Erdbebenkatastrophe reifen an Bord zahlreicher Packetboote ab, ferner wur­de« annähernd 1500 Verletzte in 400 Wagen mit der Eisenbahn wegtransportiert.

Palermo, 2. Jan. Der große Dampfer San Giorgio landete 3000 Flüchtling«, wovon bie Mehrzahl verletzt ist. ']

Rom, 3. Ja«. Nach amtliche« Feststellu«, ge« aus ben Erdbebengebieten wurden bis ge­stern auf italienischen Schiffen 10 370 Verletzte befördert, auf englische« 1209 auf deutschen 900 und auf russischen 800.

Reggio di Calabria, 3. Jan. Der seit dem 1. Januar eingerichtete Dienst für die Verteilung von Lebensrnitteln und Zelten, so­wie die Weiterbeförderung der Ueberlebenden und die Aufrechterhaltung der öffentlichen Si­cherheit nimmt ihren regelmäßigen Fortgang. Die Angst der Bevölkerung läßt nach. Man schickt jetzt auch Hilfe in die am härtesten mit­genommenen Gemeinden der Provinz die in Militärzonen eingeteilt ist. ,

Gerettete Deutsche. '

Neapel, 2. Jan. Weitere Feststellungen Über bie zur Zett des Erdbebens in Messina be­findlichen Deutschen besage«' Gerettet und nach München abgereist' Artistinnen Lina Block und Antonie Gigenbacher; gerettet und angeblich nach Catania geflüchtet: Herr Schmid. b--'"

Rückblick auf das Jahr 1908.

Die bas Deutsch« Reich betreffenden wichktgsten Begebenheiten in zeitgeschichtlicher Folge.

(Schluß.)

Augusts 2. Feuersbrunst in der Schutz- wache der deutschen Gesandtschaft zu Peking. 3. Der Chef bs Geheimen Zivilkabinetts des Kaisers Dr. v. Lucanus f 77 Jahre alt. 4. Große Fahrt des Grafen Zeppelin von Fried­richshafen über Straßburg nach Mainz. 5. Bei einer Landung auf der Rückfahrt von Mainz nach Friedrichshafen wird das Zeppelin- fche Luftschiff unweit Stuttgart durch eine Kata­strophe völlig vernichtet. Eine furchtbare Feuersbrunst legt das badische Städtchen Donau­eschingen zu Dreiviertel in Asche. 7. Unter dem deutschen Kronprinzen als Ehrenpräsiden­ten bildet sich ein Reichskomitee zu dem Zwecke, dem Grafen Zeppelin durch private Sammlun­gen bie nötige« Mittel an bie Hand zu geben, fein Lebenswerk zu vollenden. 8. Oeffentlicher Dank des Grafen Zeppelin an das deutsche Volk. 10. Regierungspräsident von Valentini in

Waldemar gab dem Doktor ben letzte« Tropfe« aus der Flasche.

Ein braver Man« mag keinen Franzen lejden, doch seine Weine trinkt er gern, dekla­mierte der Arzt und warf die Flasche in hohem Vogen in die dampfende Wiese.

Allmählich wurde es heller. Der Nebel er­schien von gelbrotem Scheine gesättigt. An den Wolken, die im Zenith standen, konnte man das Licht der aufsteigenden Sonne erkennen.

.Sie kommt, di« Himmelskönigin," sagte Tyrolt schwermütig;ob wir ihren Niedergang sehen werden? .

Solchen Gedanken darf ein Soldat gar nicht nachgeben bemerkte Bergetström,ich kenne kein törichteres Lied, als das berühmteMor­genrot, leuchtest mir zum frühen Tod."

Es gibt Schlimmeres als das frische Ster­ben im, Felde," nickte der Arzt. .Ich weiß ein Lied zu singen. Es ist wirklich Unsinn, sich selbst das Herz schwer zu machen."

Ein Hahnenschrei kündete das Aufleuchten des Tages an. Aber er kam nicht von dem gallischen Vogel, dessen Uebermut zu bempfen die Preußen und Sachten gekommen waren, nur der Spaßmacher der Kompagnie hatte gekräht, indem er sich auf ein Bein stellte und mit den Armen wie mit den Flügeln schlug. Abgemeines Lachen belohnte seinen Einfall, der bald in Fern und Nah ein Echo weckte. Das Krähen pflanzte sich durch die Bataillone bis zum näch­sten Pachthof fort, wo die Hühner verschüchtert auf den Bäumen saßen. Nun krähten auch die wirklichen Hähne und fielen den requirierenden Preußen zur Beute, die hungrig genug waren, um ben Eelegenhettsbraten lachend fortja» schnappen.

(Fortsetzung folgt