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Marburg

Freitag, 1. Januar 1909.

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische Seituna" bei allen Postämtern und unser« ZeitungSstellen in irchh ain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21.

Die JnsertionSgebüür beträgt für die 7gefpalttne Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. ii Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UnioersttätSbuchdruckerel Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

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mit dem Kreisblatt für -ie Kreise Marbmg und Kirchhain M

und den Beilagen:Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage."

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 102.

Erstes Blatt.

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rfe : fit da« erste Quartal 1909

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»vierhesstsch« Zeltu»9 nebst ihren Beilagen werden noch von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch­hain, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstatten und Landbriesträgern ent» gegengenommen.

Zur Jahreswende.

Auf das Jahr 1908 können wir mit beson­derer Befriedigung nicht zurückblicken. Wohl ist uns der Frieden gewahrt geblieben, wohl sind im Innern manche wichtige Aufgaben in er­sprießlicher Weise gelöst und die Folgen der all­gemeinen wirtschaftlichen Krisis im wesentlichen wohl als überwunden anzusehen. Aber die aus­wärtige Lage ist auch heute noch nicht geklärt, und im Innern hat Unzustiedenheit und Miß­trauen überhand genommen. Dar Jahr 1909 tritt eine üble Erbschaft an. Dieses Bewußt­sein darf jedoch nicht zur Schwarzseherei verlei­ten. Es muß im Gegenteil zum Ansporn wer­den, den von vielen Seiten drohenden Schwie­rigkeiten mit Tatkraft und Ausdauer entgegen­zutreten. Zu Pessimismus liegt für uns Deutsche nach keiner Richtung hin ein Anlaß vor. Wir find Manns genug, und unsere Kräfte wie un­sere Mittel sind vollkommen ausreichend, um Schwierigkeiten zu überwinden und Widerstände zu bewältigen.

Die innere Politik des zu Ende gehenden Jahres stand selbstverständlich unter dem Zei­chen des Blocks Er ist nicht auseinander ge­fallen, es ist ihm vielmehr gelungen, die an­fänglich schier unüberwindlich scheinenden Be­lastungsproben erfolgreich zu bestehen und na­mentlich das Vereinsgesetz und die Vörsengesetz- novelle unter Dach zu bringen. Allerdings wür­den diese Ergebnisse nicht möglich gewesen sein, wenn nicht der linken Blockhälfte in jeder Hin­sicht, und sowohl von der Regierung als auch von den Rechtsparteien, weitgehend« Zugeständ­nisse gemacht worden wären. Rur haben die rechtsstehenden Parteien entschieden Widerstand geleistet gegenüber den starken Bestrebungen der Linken, für ihre Mitwirkung auf dem einen Gebiete der Gesetzgebung Kompensationen auf einem anderen Gebiete zu erzwingen und hierzu selbst Fragen der preußischen Politik mit solcher der Reichspolitik zu verquicken. Insbesondere wurde mit großer Entschiedenheit abgelehnt die Einführung des Reichstagswahlrechts in Preu­ßen, die in Wirklichkeit ja nur der Erstarkung des Einflusses der Sozialdemokratte auch in Preußen zu gute gekommen wäre. Die eigent­liche Belastungsprobe der Blockpolitik dürfte aber im neuen Jahre die Reichsfinanzreform werden, die jetzt zur Verhandlung des Reichs­tages steht. Auch die neuesten Erörterungen in

i k / -i. (Nachdruck verboten.)

Das stille Glück.

P Eine lustige Silvestergeschichte.

Von Paul Miß.

Wie alljährlich gab es im Kasino zu Berg­heim einen Silvesterball, und wie immer war auch diesmal alles, was in Bergheim und Um­gegend zur Gesellschaft zählte, dazu eingeladen. So auch der Assessor Hellwig und seine Frau.

Hellwig arbeitete am Landgericht zu Glücks­burg, das eine halbe Stunde von Bergheim ent= fernt lag.

Als die Einladung bei dem Ehepaar ankam, klaschte Frau Melanie in di« Hände:Gottlob! doch endlich mal eine Abwechselung in diesem Kleinstadtleben."

Der Assessor dagegen zog die Stirn in Fal­ten. denn diese Einladung kam ihm gar nicht gelegen.

Aber die junge Frau:Paul, was heißt das? Willst du vielleicht absagen?"

Er nahm sich zusammen und entgegnete ruhig: Weshalb die Leute nur dies Fest immer auf den Silvester verlegen! Das ist doch ein Tag, den man gern im stillen Glück daheim ver­bringt!"

Das finde ich durchaus nicht!" sagte sie,und «fir, die wir hier so einsam leben, wir sollten »ns freuen, zu einem solchen Fest geladen zu fein!"

Aber Kind, du tust ja gerade, als ob wir hier ewig leben würden: ich kann doch nichts ofur, daß ich in dies Rest versetzt worden bin;

der Presse, die durch einen Arttkel v. Massows in demEr-nzboten^ hervorgerufen find, zeigen, daß die rechte und di« linke Hälfte des Blockes ungeachtet ihrer beiderseitigen Bereitwilligkeit, zu einer Einigung zu gelangen, von diesem Ziele doch noch recht weit entfernt sind. Ins­besondere scheint die linke ihre Stellung als zu stark anzusehen und danach ihre Forderungen einzurichten, woraus Vorschläge, wie der von Massows, entspringen, die Finanzreform mit dem Zentrum zu machen. Auch in dem Punkt der Blockpolitik tritt das Jahr 1909, wie wir sehen, keine günstige Erbschaft an.

Der Chronist darf auch nicht vorübergehen an den Prozessen, di« mit den Namen Harden, Moltke, Fürst Eulenburg zusammenhängen, und die dem verflossenen Jahre gewiß für uns Deutsche keinen besonders freundlichen Charak­ter geben konnten.

Nur mit tiefer Trauer und mit schwerbeweg­tem Herzen kann man der Vorgänge gedenken, die sich an di« bekannte Veröffentlichung im Daily Telegraph" knüpften und die zu jenen Novemberdebatten im Reichstage führten, die alle monarchisch gesinnten Deutschen auf das schmerzlichste berührt haben. Nachdem das deutsche Volk in seinen Vertretern hatte zum Ausdruck kommen lassen, daß eine allzugroße Offenheit unseres Kaisers im Verkehr mit Aus­ländern von ihm nicht verstanden würde, hat der Kaiser zu erkennen gegeben, daß er in Zu­kunft die nötige Zurückhaltung üben werde, und die bisher verflossene Zeit beweist, daß et da­nach zu handeln gesonnen ist. Für uns aber gilt es auch hierin, vertrauensvoll in das neue Jahr hinüberzublicken und wenn wir im neuen Jahre den 50. Geburtstag unseres Kaisers feiern, Vergangenes vergangen sein lassen und ihm mit gebührender Achtung und Liebe «nt- gegenzutreten.

Im Reiche wie in Preußen sind die Parla­mente fleißig bei der Arbeit gewesen, um die den Beamten, Geistlichen und Lehrern gegebene Zusage einer Aufbesserung ihrer Bezüge in die Tat umzusetzen. Ist auch die Verabschiedung der wichtigen Vorlagen an die Voraussetzung ge­bunden, daß die nötigen Mittel zu deren Deckung aufgebracht werden, so darf man doch an einem ersprießlichen Ergebnisse nicht zweifeln.

Die wirtschaftliche Lage des Jahres 1908 kann als eine durchweg befriedigende nicht be­zeichnet werden. Ist auch die wirtschaftliche Un­gunst und die damit verbundene Arbeitslosigkeit in Deutschland bei weitem nicht so schlimm wie in den anderen Ländern,, besonders wie in Großbritannien, so wirkt doch ein teilweiser wirtschaftlicher Niedergang in Handel und Ge­werbe nachteilig auf die gesamte Wirtschaftslage unserer Nation. Die agitatorische Ausnutzung dieser Verhältnisse hat sich natürlich die Soziast demokratie nicht entgehen lassen, namentlich aber hat sie das furchtbare Grubenunglück auf der Radbodzeche zu einer intensiven Verhetzung der deutschen Bergleute benutzt. Es liegt im staat­lichen und nationalen Interesse, daß die durch Agitationen aufgereizten Massen der Bergarbei­ter wieder zur Ruhe und Vernunft zurückgeführt werden. Was dabei geschehen kann, um die Sicherheit für Leben und Gesundheit der dem so schweren und gefahrvollen Berufe des Berg­baues Obliegenden in möglichst hohem Maße zu gewährleisten, muß selbstverständlich geschehen.

hoffentlich werde ich bald befördert, und dann kommen wir in eine größere Stadt."

So, damit willst du mich vertrösten? Du denkst nur an dich, du sitzest bei deinen Büchern; an mich denkst du nicht!"

Aber Kindchen, je mehr ich arbeite, desto eher kommen wir doch vorwärts."

Und ob ich inzwischen alt und häßlich werde und meine Jugend hier vertrauere, das ist dir natürlich ganz egal!" Sie war dem Weinen nahe.

Lächelnd trat er an sie heran.Was willst du nun eigentlich, Melanie?" fragte er milde.

Daß wir diesen Silvesterball mitmachen!" Liegt dir denn wirklich so viel daran?"

.Gewiß! Ich will auch mal meinen Willen haben!"

Da zuckte er die Schultern und sagte leicht­hin:Nun gut, du sollst deinen Willen haben. Ich werde zusagen." Dann ging er ernst und sinnend hinaus.

Als sie ihn so still abgehen sah, war es ihr leid, und am liebsten hätte sie Abbitte getan; plötzlich aber bäumte sich ihr Stolz auf, und eigensinnig blieb sie sitzen.

Er aber saß bei seinen Büchern und machte ein sorgenvolles Gesicht ... Er dachte daran, wie anders diese Ehe geworden war, als er es sich vorgestellt hatte. Melanie war das einzige Kind reicher Leute. Er liebte fi«, und anfangs schien es, als habe auch sie ihn gern. Als sie dann aber in dies kleine Städtchen versetzt wur­den, wo sie aufeinander angewiesen waren da stellte es sich heraus daß sie ein Weltkind war, das nur im Dübel der Gesellschaft sich wohl-

Als ob das Jahr 1908 sich noch einmal von seiner allerschlimmsten Seite hätte zeigen wollen, hat es in Italien ein furchtbares Unheil ge­bracht, über das an anderer Stelle ausführlich berichtet ist. Wir Deutschen empfindrn wie alle Welt mit dem schwergeprüften befreundeten Volk di« Schwere des Unglücks. Die Aufgabe ds neuen Jahres wird es sein, auch hier Wun­den zu heilen.

Man muß, wie wir aus alle dem sehen, von dem neuen Jahre viel erwarten. Hoffen wir, daß es alle unsere Erwartungen erfüllt, ja übertrifft. Möge uns vor allem das köstliche Gut eines ehrenvollen Friedens bewahrt bleiben.

Aber was auch kommen möge: .,. ;

Glück auf 1909! ' P

Zur ^Erdbebenkatastrophe in Süditalien.

Rom, 80. Dez. DieTribuna" meldet aus Monteleone: Die Flutwrll, die infolge der Er­schütterung des Meeres dem Erdbeben folgte, war in Reggio bis zum Corso Garibaldi in einer Höhe von 10 Metern über dem Mesresniveau zu verspüren. Die Häuser in der Nähe des Meeres standen bis zum erstn Stock im Wasser; mehrere wurden von den Wellen sortgerissen. Die Wir­kungen der Erdstöße waren denen in Messina ähnlich. Die Gasexplosionen verursachten unge­heuren Schaden. Die Zahl der Toten steht noch nicht fest, man glaubt jedoch, daß sie 1800 über­steige. In dem Augenblick, als das Erdbeben eintrat, wurden zahlreiche Reisende, die auf dem Bahnhof warteten, von den Mauern des Bahn­hofsgebäudes verschüttet. Es wurden 18 Kilo­meter der Eisenbahn zerstört, ebenso die Straßen um Reggio. Ein Bataillon Infanterie wurde nach Eerace und den benachbarten Orten ge­sandt. Das TorpedobootSaffo", welches nach Messina mit einer Ladung Brot abging, mußte schlechten Wetters wegen den Hafen von Santa Venere aufsuchen. Das Eisenbahnpersonal ver­ließ den Dienst, um Familienmitglieder, die unter den Trümmern der eingestürzlen Häuser liegen, aufzusuchen.

R o m, 30. Dez. Der Marineminister demen­tierte das Gerücht, nach welchem vier bei Messina ankernde Torpedoboote gesunken seien. Der Mi­nister erhielt von allen Kriegsschiffen, die sich in der Nähe der heimgesuchten Küsten befanden, Meldungen.

Aus Reggio.

Rom, 30. Dez. DemMessagers" zufolge, sagte der in Catanzaro eingetroffene, totge­glaubte Präfekt von Reggio, daß er die Präfek­tur erst verließ, nachdem schon ein großer Teil des Gebäudes eingestürzt war. Der die Präfek­tur umgebende Stadtteil, also das Zentrum der Stadt, bis zum Hafen hinunter, wurden vernich­tet. ' Nur die kleinen Villen in dem höher gele­genen Teil der Stadt, an der Promenade von Reggio-Compi, sind stehen geblieben. Das Schloß, das Lyceum und die Kathedrale wurden

fühlte und anstatt sich nun ihm anzuschließen, entfremdete sie sich ihm, und zürnte ihm sogar, daß er sie in dies Nest gebracht hatte.

Silvester kam heran.

Frau Melanie hatte große Vorbereitungen gemacht; sie war gewohnt, als Königin des Balles gefeiert zu werden.

Aber kurz vor Silvester schlug bas Wetter um. Es schneite die ganze Nacht, und den gan­zen nächsten Tag, dazu kam Wind, der den Schnee stellenweise haushoch zusammentrieb, und so geschah es, daß die Kleinbahn, die Glücks­burg mit Bergheim verband, einschneite und der Verkehr völlig stockte.

Was nun?

Die kleine Frau bekam Weinkrämpfe. Der Assessor lief von einem Wagenbesitzer zum an­deren. Alles umsonst. Entweder war das Fuhr­werk versagt oder man wollte bei dem Unwetter seine Pferde lieber im Stall behalten.

Frau Melanie wurde immer ungnädiger und ließ ihren unschuldigen Gatten alles entgelten.

Aber Kind, ich gebe Dir mein Wort," ver­sicherte er,ich habe alles versucht, aber es half nichts, bei dem Wetter will sich niemand hinaus­wagen."

Plötzlich jauchzte sie auf:Ich habe einen Ausweg, wir sind gerettet!"

Er sah sie mißtrauisch an, denn er kannte ihre Extravaganzen.

Wir werden auf Schlittschuhen auf dem Fluß hinüberlaufen?" rief sie belustigt aus.

Das ist doch nicht Dein Ernst, Melanie?" Aber bitterer Ernst sogar! Wir beide lau­fe« auf Schlittschuhe« hinüber, We» dauert

zerstört. Fast alle Schüler des Lyceums sind um» gekommen. Man glaubt, daß der Bischof eben­falls umgekommen ist. Die Kaserne ist einge­stürzt und begrub Hunderte von Soldaten unter ihren Trümmern. Hebet das Schicksal des Rat­hauses widersprechen sich die Nachrichten. Alle aus Reggio in Catanzaro angekommenen Flücht­linge schildern das Unglück furchtbar und bezeich­nen die Zahl der Umgekommenen als sehr hoch. Die Ueberlebenden retteten sich fast nackt und irren ohne Kleidung und Lebensmittel auf den Feldern umher.

Auf de« Schutthaufen von Messina.

Palermo, 30. Dez. Nach Meldungen au« Messina werden die Ve mundeten zunächst im Bahnhof untergebracht, dessen eine Häffte unver­sehrt geblieben ist. Die aus Palermo angelom- menen Aerzte richteten an Bord des Dampfers Königin Margherita" ein Hospital ein, wäh­rend das Rote Kreuz am Eingang der Straße Primo Settembre ein Hospital improvisierte. Die Nachrichten von der Garnison Messina lau­ten sehr ungünstig. Die Kaserne Sant' Elena, in der drei Kompagnien lagen, ist zerstört; nut zwanzig Soldaten wurden gerettet. Vom 89. Infanterieregiment sind nur 10 Mann Übrig ge­blieben, von 400 Zollwöchtern nut 15. Von der Insel Ustica werden heftige Erdstöße gemeldet, die sich gestern um 3 Uhr 40 Min. und um 7 Uhr 30 Min. nachmittags ereigneten. Die Bevöl­kerung brachte die Nacht im Freien zu.

Die Opfer der Katastrophe.

Palermo, 30. Dez. Das BlattL'Ora" meldet: Vom Ctadtrat von Messina sind nur der frühere Bürgermeister Darrigo und bet Bei­sitzer Losardo am Leben geblieben. Ungefähr zwei Drittel der 160 000 Personen zählenden Einwohnerschaft sind der Katastrophe zum Opfer gefallen.

Rom, 30. Dez. Heber die Verluste an Men­schenleben an der italienischen Küste macht eine Sonderausgabe derTribuna" Angaben: In Palmi wurden 425 Tote geborgen, während die Anzahl der Verletzten nicht feststellbar ist. Die Bevölkerung hielt sich ohne Kleidung und Le­bensrnittel auf freiem Felde auf. In Bagnata beträgt die Zahl der Toten gegen 1000, in Sank Eufemia 1500, in Seminars 400.

Weiter« Erdbeben.

Palermo, 30. Dez. Gestern abend wurden hier und in Messina, wiederum Erdstöße wahr­genommen. Der Brand int Rathause zu Mes­sina, sowie im HotelBelvedere" dauerte gestern abend noch fort.

Hilfsaktionen und Beileidskundgebungen.

Neapel, 30. Dez. Der DampferThe- rapia" ist hier mit Verwundeten an Bord von Messina eingetroffen, ebenso der russische Kreu­zerMakarow", der 400 Verwendete an Bord hatte. Die Verletzten wurden in Krankenhäusern und Lazaretten untergebracht.

S y r a k u s, 30. Dez. Der englische Dampfer Drake" mit 300 Heberlebenden von Messina ist

keine halbe Stunde, und der Johann kommt mit dem Handschlitten hinter uns her und bringt unsere Garderobe nach!"

Jetzt war er ganz ernst.Melanie," sagte er ruhig, aber bestimmt,ich kann nicht glauben, daß Du wirklich im Ernst gesprochen hast?"

Aber ja doch! Ist denn die Idee vielleicht nicht gut?

Sie ist nicht nur nicht gut, sondern einfach unausführbar."

Hnd weshalb?"

Weil das Eis bei dem milden Wetter nicht mehr hält," entgegnete et ruhig.

O, Du hast nicht mal soviel Mut?" Das sollte komisch klingen, ober es klang gereizt.

Um einer solchen Laune willen setzt man sein Leben nicht aufs Spiel," sagte er erregt.

Aber, Paul, ich habe mich so sehr auf dies Fest gefreut!" bat sie nun kleinlaut und s«h ihn so flehend an, daß fein Zorn gleich wieder verschwand.

Es geht nicht, Melanie."

Versuchen wir es doch wenigstens! Geht es nicht, nun dann will ich mich zufriede» geben.

Er sprach noch einmal dagegen, sie ober, mit Schmeichelworten, fand stets neue Gründe, bis er schließlich wieder nachgab.

So geschah es, daß fi« um drei Uhr nach­mittags aufbrachen. Er und sie auf Schlitt­schuhen und Johann mit dem Earderobeschlit- ten hinterher. 1

Anfangs ging alles gut. Es schneit« nicht rn«hr und sie hatten freie Bahn.

Al« sie de« halben Weg bereit« zurückgelezt