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Oberhessischen Zeitung in Marburg.

Jfä 9 Ssnnaben-, -en 29. Mai

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1909

Aus der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft.

Beschickung der Ausstellung.

Die in Leipzig in den Tagen vom 17.22. Juni d. I. von der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft veranstaltete Ausstellung kann hin- sichilich der Tierbeschickung als eine allgemeine deutsche bezeichnet werden, daß außer Württemberg und Elsaß - Lothringen sich alle Gaue an derselben beteiligen. Mit Ausnahme der Pferde ist die Be­schickung eine teilweise recht große. Von Pferden werden 111 Tiere der deutschen Edelzucht und 234 Kaltblüter, letzte namentlich aus der Pro­vinz Sachsen und der Rheinprovinz, ausgestellt.

Von Rindern sind 948 Haupt angemeldet, und hierbei fast alle deutschen Schläge vertreten. Der Lage von Leipzig entsprechend, treten hier die Höhenschläge mit 216' gegenüber-'den Tief­landrindern mit 730 Tieren erheblich zurück, und unter den letzten wird das schwarzbunte Tieflandvieh mit nicht weniger als 547 Hauvt den Glanzpunkt der Ausstellung bilden. Alle Zuchtgebiete sind hierbei vertreten, wenn auch in Anbetracht der Ausstellung in Hamburg im nächsten Jahre teilweise eine gewisie Zurück­haltung beobachtet wurde. Neben den schwarz­bunten find auch für sämtliche rotbunten und roten Schläge Anmeldungen erfolgt.

Die Beschickung mit Schafen ist mit 858 Tie­ren die viertgrößte; angemeldet sind Merinos und Fleischschafe mit je 400, deutsche Raffen und Karakulschafe mit je 18 Tieren.

Das Bild der Schweinebeschickung mit 669 Haupt ist das bekannte: 300 veredelte Land­schweine, 200 Edelschweine, der Rest sind Berkshire, hannover-braunschweigische unver­edelte Landschweine, Meißner und Ronneburger.

Die Ziegenausstellung wird mit 290 Tieren die bisher größte sein. Es werden 135 weiße Ziegen, hauptsächlich aus dem Großherzogtum Hessen und 155 bunte Ziegen, namentlich aus Hannover und dem Königreich Sachsen, zur Vor­führung kommen.

Besichtigunqsreise hessischer Landwirte.

Rach der Frühjahrsbestellung findet in der Regel Besichtigungsreise nach dem Ansiedlungs­gebiet in Posen statt, zu welcher sich Landwirte aller westlichen Provinzen uni) Süddeutschlands in großer Zahl zusammenfinden. Für die Land­wirte der Provinz Hessen-Nassau werden in diesem Jahre mehrere derartige Reisen statt- finden. Zu der ersten diesjährigen Reise, welche am 11. Mai angetreten wurde, hatten sich 28 Herren eingestellt, welche aus den Kreisen Cassel-Land, Melsungen, Rotenburg, Hersfeld, Gschwege, Homberg, Marburg, Kirchhain, Fran­kenberg und Wolfhagen stammten. Sammel­punkt war der Hauptbahnhof in Caffel. Von hier aus ging die Fahrt über HalleKottbvs nach der Provinzialhauptftadt Pofen, woselbst Nachtquartier in der Ansiedlerherberge Solacz, dicht vor den Toren der Stadt, bezogen wurde. Am anderen Tage wurden zunächst einige kleine Ansiedlungsgüter in den Kreisen Gnesen und Mogilno besichtigt, und dann dem Hauptziel , der Reise, dem Kreise Wirsitz, zugesteuert. Im Kreise Wirsitz befindet sich das Polentum schon jetzi in der -Minderheit. Eine zahlreiche alt- eingeseffene deutsche Bevölkerung ist bereits vor­handen; dazu kommt, daß die Besiedelung des Kreises Wirsitz in den letzten Jahren rasche Fortschritte gemacht hat. Namentlich viele Heffen und Waldecker haben im Kreise Wirsitz Land erworben. Die Reiseteilnehmer besichtig­ten zunächst das Stabtgut Nackel, welches dicht bor den Toren der verkehrsreichen fast rein deutschen Stadt Nackel gelegen ist. Der Boden ist hier durchweg rübenbaufähig. Von hier aus ging die Fahrt nach dem Änstedlungsgute Lindenwald. Auch hier schreitet die Besiedelung rasch vorwärts. Einige hessische Familien ffttd schon dort und konnten von der Reisegesellschaft begrüßt werden. Der Zuzug von mehreren Fa­milien aus dem Kreise Melsungen wurde in Kürze erwartet. Von Lindenwald aus ging die Fahrt über Nackel nach dem Ansiedlungsgute Seedorf, welches besonders eingehend besichtigt wurde. ' Seedorf ist wegen seiner günstigen Bo­den- und Wiesenverhältnisse ganz besonders zur Ansiedlung von Heffen geeignet. Das nächste Gut, welches zur Besichtigung gelangte, war Viktorsau. Während in Seedorf noch mehrere Stellen zu vergeben waren, war Vtktorsau bis auf eine Stelle vollständig vergeben und zwar hauptsächlich an Heffen und Waldecker. Als- ßann ging die Fahrt nach dem Ansiedlungsgute Wolfshagen, woselbst Ansiedler aus den Kreisen Hersfeld und Marburg eine zweite Heimat g;- rnnben haben. In Wolfshagen veranstaltete »ie staatl. Eutsverwaltung zu Ehren der Reise- Gesellschaft eine kleine BallfOltchkeit, zu welcher ne Ansiedler mit ihren Frauen und Töchtern

erschienen waren. Gar bald war man heimisch und glaubte sich versetzt zu einer Kirmeßfeier in der hessischen Heimat. Von Wolfshagen aus wurde noch das Ansiedlungsgut Eroß-Elsin- gen besichtigt, und hierauf gelangte zum Schluß die Herrschaft Erabowo zur Besichtigung, welche früher Eigentum und Lieblingsaufenthalt des ehemaligen Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe war. Die Reiseteilnehmer gewannen den denk­bar günstigsten Eindruck von der Lage der Landwirtschaft in der Ostmark. Allerdings war ja wegen des langen Winters und des ziemlich kalten Frühjahrs die Vegetation noch etwas zurück, aber der erfahrene Landwirt ließ sich dadurch nicht täuschen. Man sah es dem Boden an, daß er ertragsfähig war. Auch nahmen die Reiseteilnehmer bezüglich der Verkehrslage und der Absatzverhältniffe durchaus günstige Ein­drücke mit. So hatte man sich Posen nicht vor­gestellt, wo nach Aussage von alten Weibern beiderlei Geschlechts die Wölfe noch rudelweise Hausen sollen, und das Land öde und leer ist. Von der Teilnehmerschar wird sich gewiß ein ganz erheblicher Prozentsatz eine bessere Exi­stenz in der Ostmark unseres deutschen Vater­landes schaffen. Wie uns mitgeteilt wird, soll Mittwoch, den 9. Juni, eine zweite Besich- tigungsreise hessischer Landwirte nach Posen stattfinden. Näheres über diese Reise erfahren Jntereffenten bei dem Vertrauensmann der Kgl. Ansiedlungskommisfion, Herrn W. Schaum­burg, Caffel, Schönfelderstraße 7.

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Milch, Butter, Käse.

Die Kuhmilch enthält in 1000 Teilen etwa 34 Teile Eiweiß und 48 Teile Milchzucker, ge­löst, und etwa 36 Teile Fett, in Gestalt unsicht­bar kleiner Kügelchen fein verteilt. Beim Stehen der Milch steigen diese Fetttropfchen nach oben und bilden den Rahm. 7 Teile Salze und 894 Teile Wasser bilden den Rest. Die Milch enthält also sämtliche Arten von Nähr­stoffen in sich vereinigt, für das Kind im ersten Lebensjahre annähernd in richtiger Zusammen­setzung. Für den Erwachsenen reicht sie allein nicht zur Ernährung aus; vor allem müßte dazu eine unerträglich große Menge genommen werden.

Läßt man die Milch in offenen Gefäßen stehen, so wird sie unter dem Einfluß bestimmter Bakterien, der Milchsäurebakterien, sauer: der Milchzucker zersetzt sich in Milchsäure, und das Kasein, eine Eiweißart, gerinnt. Diese geron­nene, saure oder dicke Milch ist wegen ihres er­frischenden Geschmackes sehr geschätzt.

Je weniger Reinlichkeit beim Melken herrscht an den Eutern der Kühe, an den Händen der Melkenden und an den Milch­gefäßen, um so schneller säuert die Milch. Denselben Erfolg hat es, wenn die Milch im Hause in nicht völlig saubere Gefäße kommt. Sie wird dann schnell säuerlich und gerinnt bald darauf. Das geschieht um so schneller, wenn es warm ist. Die Hausfrauen schieben das Gerinnen dann gern auf die Gewitterluft, während es in reinen Gefäßen noch ausgs- Miefcen wäre. Durch Erhitzen der Milch kann man die Milchsäurebakterien abtöten und da­durch das Sauerwerden länger hinausschieben. Das älteste Verfahren dazu ist das Kochen. Die Milchsäurebakterien werden dabei getötet, aber die Milch verliert ihren angenehmen Geschmack, und mit dem Häutchen, das sich auf der Ober­fläche cchscheidet, gehen Eiweiß und Kalksalze verloren. Bei stärkerem oder anhaltendem Kochen wird der Milchzucker zum Teil zerlegt, der Geschmack bitter und die Farbe bräunlich. Auch leidet die Verdaulichkeit solcher Milch zum Teil dadurch, daß das Fett in großen Tropfen abgeschieden wird.

Man beschränkt sich daher, wenn geeignete Einrichtungen bestehen, auf das Pasteurisieren der Milch. Sie wirb dabei auf 6869 Grad erhitzt und dann stark abgekühlt. Durch diesen Wärmegrad wird der Geschmack der Milch nicht verändert, aber der Keimgehalt sehr herabge­setzt und damit die Haltbatteit sehr erhöht. In einer äußeren Wärme von 1415 Grad Cels. hält sie sich bann 6070 Stunden. Bei 20 Mi­nuten langem Pasteurisieren werden Tuberkel­bazillen in der Milch getötet, Typhus-, Cholera- und Diphtheriebazillen in noch kürzerer Zeit. Pasteurisierte Milch kann auch noch zur Butter- vereitung benutzt werden.

Zur Abtötung von Zersetzungs- und Krank- heitsbakterien in der Säuglingsmilch benutzt man vielfach das Verfahren der Sterilisierung nach Sorhlet. Dabei wird die Milch in Fläsch­chen, di« je für eine Mahlzeit reichen, im Wasserbade eine halbe Stunde erhitzt. Dann werben die durch Gummiplatten verfchloffenen Flaschen bis zum Gebrauche kühl aufbewahrt. Zu lange sterilisierte Milch bekommt den Kin­dern nicht gut Außerdem ist zu beachten, daß unreine und schon in der Zersetzung befindliche

Milch durch keine Art des Erhitzens wieder gut Sacht werden kann. Man hat also batauf zu

n, daß man Milch nur aus guter Quelle, am besten aus großen Molkereien, nimmt und sie auch selbst gut aufbewahrt, d. h. in sauberen, dicht verfchloffenen Gefäßen und an kühlem Orte.

Rohe Milch schmeckt am besten. Man könnte sie unbesorgt genießen, wenn nicht die Befürcht­ung vorläge, daß sie besonders Tuberkelbazillen und Typhusbazillen enthalten könnte. Tuber­kelbazillen, die Erreger der Tuberkulose, find nur in her Milch von Kühen, die entweder Eutertuberkulose ober vorgeschrittene allgemeine Tuberkulose haben. Das bürste bei guten Mol­kereien ausgeschloffen sein; auch wirkt bie Ver­mischung der Milch zahlreicher Kühe ver­ringernd auf die Gefahr. Wir schließen uns den Hygienikern an, die den Erwachsenen, wenn sie nicht etwa selbst an Tuberkulose leiden ober sehr dazu veranlagt sind, die Milch aus Molkereien zum Rvhgenuß gestatten. Bei Kindern unter zwei Jahren ist Pasteurisieren ober Sterili­sieren notwenbig. Das Vorkommen von Typhus­bazillen in her Milch ist immerhin so selten, daß dagegen das allgemeine Abkochen nicht ge­rechtfertigt erscheint, außer zur Zeit von Epi­demien. Die Milch ist ein so wichtiges und wertvolles Nahrungs- und Genußmittel, daß man ihren Geschmack nicht ohne zwingenden Grund aufs Spiel fetzen sollte.

Die Butter ist bas aus bet Milch abgeschie­dene Fett; sie stellt ein sehr nahrhaftes und leicht verdauliches Nahrungsmittel dar. Sau­bere Gewinnung und vorsichtige (im Sommer kühle) Aufbewahrung ist nötig, um zu verhüten, daß die Butter ranzig wird, wodurch sie an Wohlgeschmack und Verdaulichkeit seht verliert.

Die Kunstbutter ober Margarine wird aus Milch und aus dem Fett gesunder Tiere fabrik­mäßig hergestellt, meist aus Rindsfett, ScAieinefett, Knochenfett und Nierenfett. Sie ist guter Naturbutter weder an Geschmack noch an Verdaulichkeit gleichwertig, gute Margarine ist aber schlechter und verfälschter Butter vor- Siehen. Der Nährwert ist etwa derselbe wie

Butter.

Der Käse wird durch besonderes Verfahren aus der Milch gewonnen. Er stellt ein wert­volles Nahrungsmittel dar, das 2432 Proz. Eiweiß, 730 Proz. Fett und etwa 4 Proz. Milchzucker enthält. Reife Käse enthalten zahl­reiche unschädliche Bakterien, aber Krankheits- bakterien halten sich darin nicht. (Aus Dorn- blliths Eefundheitsbrevier. Preis 50 Pfennige.)

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Landwirtschaftliches.

Höchste Ertragssteigerung der Wiesen und Weiden.

Daß Wiesen und Weiden ebenso der Düng­ung bedürfen, wie die Aecker, ist heute ja schon weiteren Kreisen der Landwirtschaft klar ge­worden, die früher ihre Wiesen überhaupt nicht düngten und die Erttagsfähigkeit rationell be­handelter Weideflächen nicht im Traume zu ahnen schienen. Wo, wie bei uns, bet Ackerbau vorherrscht, ist natürlich der Stallmist für diesen notwendiger, und gerade für die Grasnutzung spielen die künstlichen Düngemittel, wie Tho­masmehl und Kainit, eine große Rolle. In der Landwirtschaftlichen Umschau" (Fabars Ver­lag, Magdeburg) wies jüngst Zuchtinspettor BühriNg-Halle in einem sehr bemerkenswerten Artikel darauf hin, daß nur Phosphorsäure und Kali allein nicht zur Düngung ausreichen, daß eine Stickstoffdüngung vielmehr die mit jenen erzielten Erträge noch um weitere 50 bis 75 Prozent steigerten und vor allem die Qualität der Futterpflanzen bedeutend hoben. Bührig weist ferner nach, daß von den unter den meisten Verhältnissen allein in engere Wahl kommenden Sttifftoffen Chili und schwefelsaures Ammoniak, das letztere unbedingt den Vorzug verdient und bei weitem erfolgreicher ist. Er empfiehlt bei einer Thomasmehl- und Kainit-Düngung von je gwet Zentnern pro Morgen 50 Pfund schwe­felsaures Ammoniak, um in jeder Beziehung die besten Resultate zu erzielen, auf Wiesen und Weiden, die keinen moorigen Charakter haben, empfiehlt sich eine Ammoniakgabe von 75 Pfund bis 1 Zentner.

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Obst- und Gartenbau.

UuterkultureU in Obstanlageu

können oft recht einträglich sein, häufig nehmen sie aber auch den Obstbäumen die Nahrung und vor allem das Wasser weg. In den ersten Jah­ren nach der Pflanzung wird man Unterkul­turen treiben müssen, um Einnahmen zu haben, da ja die Obstbäume erst nach Jahren trauen. In der Nummer 9 des praktischen Ratgebers werden einige Beispiele aus der Praxis aufge» führt, wo unter Untertultur bei Grasnarbe das

Wachstum der Bäume völlig in Stillstand kam und wo erst durch Aufbrechen und Bearbeitung der Kruste wieder frischer Wuchs in die Bäume gebracht wurde. Weiden, Himbeeren, Rhabar­ber fangen als Unterfrucht den Boden sehr aus, aber andere Kulturen, wie Erdbeeren, Bohnen, sind zweckmäßig. Ganz anders liegt die Sache bei nassem Boden. Da Hilst die Grasnarbe bas Zuviel des Bodenwaffers verarbeiten und bie Obstbäume ftnb gefünbet als wenn der Boden offen gehalten würde. Wer sich für die Frage der Unterkulturen unter Oostbäumen näher unterrichten will, lasse sich bie betreffende Abhandlung vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau in Frank­furt a. Oder kommen. Sie wird an unsere Leser kostenfrei versandt.

Der erste Spargel.

Nach einer Zusammenstellung, die Johannes Böttner im praktischen Ratgeber gibt, wurde der erste Spargel im Durchschnitt der letzten 11 Jahre am 27. oder 28. April gestochen. Aeltere Aufzeichnungen aus her Mitte des vorigen Jahrhunderts gaben den 22. April als den durchschnittlich ersten Stechtag an. Im Jahre 1848 wurde schon am 3. April Spargel gestochen. Ob sich unser Klima verschlechtert hat? Spargelzüchter sollten sich übrigens die in­teressanten Aufzeichnungen Über Spargeiertrage und den ersten Spargel senden lassen. Das Ge­schäftsamt des praktischen Ratgebers in Frank­furt a. O. verschickt bie bett. Nummer kostenfrei.

Das Begießen junger und keimender Pflänzchen hat stets nur mit einer feinen Brause zu ge­schehen; gleichzeitig ist bie Münbung bet Kanne dabei ziemlich hoch zu halten. Durch die auf diese Weise fein verteilten Wasserstrahlen können die jungen Gewächse niemals unter­waschen werden, was leicht geschieht, wenn nicht richtig gegossen wird. Setzlinge, b. h. frisch gesetzte junge Pflanzen müssen mit dem Rohr (ohne Spritzkopf oder Brause) und zwar gleich nach dem Pflanzen stark gegossen werden, wobei man kreisförmig um die Setzlinge herum gießt. Zuletzt ist das ganze Beet dann noch von oben her mit der feinen Brause zu befeuchten.

Som Rhabarber.

Der veredelte Garten-Rhabarber bietet im Frühjahr und zu Beginn des Sommers einen sehr erfrischenden und wohlschmeckenden Beftrtz. Die starken, aber zarten Stiele werden, nachdem die zähe Haut abgeschält ist, in Würfel geschnit­ten unb mit heißem Wasser abgebrüht, bann ohne Wasser, mit Zucker (ungefähr ein halbes Pfund auf ein Pfund Rhabarber) unb etwas Zitronenschale weichgekocht. Nach vollstänbiger Erkaltung hat man mit ben einfachsten Mitteln ein ebenso billiges wie köstliches Kompot herge­stellt. MerkwüÄigerweife ist bie vielfache Ver­wendung des veredelten Rhabarbers in bet Küche jetzt nur wenig bekannt. Ausdrücklich sei betont, daß der veredelte Rhabarber keine Arzneipflanze ist unb keine medizinische Wirk­ung hat.

Latttchgemsise.

In den Samen schießender Lattich kann zu einem fdjmacfijaften Gemüse bereitet werden. Die Strünke werben geschält unb zerschnitten, ebenso bie Blätter samt den Rippen unb _ alles in Salzwasser abgewellt. Nach Belieben können dann noch bie Blätter, wie Spinat, fein ge­wiegt werben. Aus Butter unb Mehl, ober auch aus Speck und Mehl wird eine Einbrenne be­reitet, dazu kommt Sahne und Fleischbrühe und etwas Muskate und sodann das Gemüse, das noch eine kleine Weile gut durchschmoren muß. Als Beilage dienen kleine gebratene Klopfe, auch gekochter Schinken.

Warum überwinterten die Rosen so schlecht?

Der praktische Ratgeber erörtert diese Frage und kommt zu dem Schluß, daß nicht der lange Winter, sondern der frühe Frisst im vorigen Oktober bie Schuld trägt. Deshalb haben alle Sotten gelitten, die nicht zeitig ben Trieb abschließen. Für Erzielung gesunden, kernigen Holzes ist es viel wichtiger, daß der Boden noch rosenfttfch ist, noch roh und jungftäulich, als daß gehängt und gewässert wird. Daher wirb man mit Einbringen frischer, lehmiger Erde in die Rosenbeete und um die einzelnen Rosen herum besser dienen als mit Dünger und Jauche.

GattenbauschLdlinge und ihre Bekämpfung.

Erdflöhe. 24 miv lange, dunkle Käfer, chen. Zerstören die jungen Samenpflänzchen, besonders von Raps, Rübsen und Kichlarten. Ueberstteuen der Pflänzchen mtt Kalkstau^ ; Asche, gemahlenem Schwefel und berat Aus­lesen von mit Teer ««strichelten Scherben, \