- mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den KrUage«: „Ltteraeifchrr Anzeiger«, „Landwirtschaftliche Beilage« und „ILnstrierte« Kanntagsdlatt«.
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Jswolski's Rede
|Ht änderen Politik in dee russischen Reichsduma.
Zn Beginn der Sitzung war das Haus stark tesetzt. Die Diplomatenlogen, die Tribünen für die Journalisten und das Publikum waren über- stillt. In der Ministerloge war das gesamte Kabinett anwesend. Nachdem der Referent den Bericht der Budgetkommission über den Etat de» Auswärtigen verlesen hatte, nahm der Minister des Aeußern Iswolski das Wort. Der Minister begann mit einer Darlegung der politischen Lage im fernen Osten und begrüßte das amerikanischjapanische Abkommen als ein neues, willkommenes Glied in der Kette der internationalen Verträge. Die englisch-russische Entente, fuhr Iswolski fort, habe in den persischen Wirren bereits eine sehr ernste Prüfung überstanden. Rußland erstrebe in Persien die Aufrechterhaltung freundlicher Beziehungen und die Wahrung seiner Handelsintereffetz, vornehmlich im Norden Persiens, speziell in-Aserbeidschan, und werde alle von ihm abhängenden Maßnahmen zum Schutze dieser Handelsinteressen ergreifen. Der Minister konstatierte, daß die französisch-russische Allianz sich befestigt habe, was keineswegs hindere, daß Rußland mit Len anderen Mächten freundschaftliche Beziehungen unterhalte. Der Minister erklärt, sich ganz dec Ansicht des Fürsten Bülow anzuschließen, daß die russische Politik keine Spitze gegen Deutschland hat, vielmehr zwischen Deutschland und Rußland die alten.freundschaftlichen Beziehungen bewahrt bleiben. Er könne auch die Versicherung des Fürsten ®&tgro bestätigen, daß zwischen Rußland und Eirgkanb weder öffentliche, noch geheime Aegep deutsche Interessen gerichtete Abkommen l^Mhen. Der jüngsten Annäherung an Italien messe er großen Wert für die friedliche Lösung der schwebenden Tagesfragen bei. Weiterhin legte Iswolski den bereits bekannten Standpunkt Rußlands in der Balkanfrage dar, wobei er u. a. ausführte, das Urteil über die durch fremde Indiskretion veröffentlichten Eeheimver- träge zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland gehöre der Geschichte an, aber ihre Authentizität sei unbestreitbar. Ein Protest gegen die Annektion Bosniens hätte vielleicht einen faktischen Konflikt mit Oesterreich-Angarn herbeigeführt: eine Protesterklärung aber ohne die Absicht, sie eventuell mit Waffengewalt zu unterstützen, wäre der größte politische Fehler. Der Kon- fercnzgedanke stamni^ von der Türkei. Oesterreich-Ungarn, das eben einen Beweis seiner versöhnlichen Stimmung gegeben, und das mit ihm solidarische Deutschland werden sich, nach der Ueberzeugung des Ministers, für eine Lösung der Streitfrage in einer Weise aussprechen, die den allgemeinen Frieden fördere. Die Unab- hängigkeitserklärung Bulgariens habe großen Eindruck gemacht. Bulgarien habe zwar gegen die eindringlichen Ratschläge Rußlands gehandelt, doch könne Rußland nicht umhin, mit Bulgarien zu sympathisieren. Rußlands Ziel bestehe
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Unter Feinven.
Roman von Karl Matthias.
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Endlich hatten die Schützen die Gartenmauer erreicht und begannen wie die Katzen daran cmporzuklettern. Die ersten fielen den Bajo- i'.etten der Franzosen zum Opfer, ihren Ehasse- 'pots, deren Pulverblitz den Stürmenden fast das Gesicht versengte. Aber immer dichter drang die Flut der Angreifer über die Brüstung, allen voran der Leutnant, der einstige Fabrikdirektor Tyrolt, dessen Revolver freie Bahn machte, — jeder Schuß ein Feind. Mit Zähigkeit brach er fick Bahn zu der nächsten, immer noch knatternden Mitrailleuse; die Franzosen wichen zurück, und mit Riesenkraft stürzte er das Geschütz um, daß es die Anhöhe hinunterkugelte. Dann hieb er mit blinder Tapferkeit auf die Bedienungs- nulnnschaft der nächsten Mordmaschine ein. Seine Schützen umgaben ihn wie ein eherner Wall. Als ein verwundeter Tiralleur dem junge, Helden sein Bajonett in den Rücken bohren wollte parierte Neumann den heimtückischen Angriff und zerschmetterte dem am Boden liegenden Franzosen mit dem Kolb«, seines Gewehrs den Schädel.
„Warte, Du Luderchen," sagte er mit grin- fendem Lächeln und schob die Leiche mit dem Fuße bei Seite. Dann beeilte er sich, an die Seite seines geliebten Herrn zu kommen, der von Geschütz zu Geschütz vorwärts drang
Indessen hatte ein anderer Zug des 108. Regiment, die seitwätige Wand des Obstgarten»
darin, Bulgarien, Serbien und Montenegro mit der Türkei zusammenzuschließen, und durch den gemeinsamen Gedanken an den Schutz ihrer nationalen und ökonomischen Selbständigkeit zu einigen. Rußland hoffe, Belgrad und Cetinje würden kaltblütig bleiben. Eine weitere Unterstützung Serbiens und Montenegros hänge unmittelbar von deren weiteren Handlungsweise ab. Serbien und Montenegro sei der Rat erteilt worden, die Ergebnisse der Konferenz ruhig abzuwarten. Der Minister sprach die Hoffnung aus, seine Ausführungen würden dem Inlands und dem Auslande ganz klar sein, und betonte zum Schluß, Rußland erstrebe eine gesetzmäßige und friedliche Lösung der erwähnten Frage, wie sie der nationalen Würde des Landes entspreche. (Lebhafter Beifall im Zentrum und auf der Linken. Andauerndes Zischen auf der äußersten Rechten.)
Politische llmidiau.
Zur Ausländerei an deutschen Fürstenhösen schreibt die „Tgl. Rdsch.": Es ist unverständlich, daß unsere Fürstenhöfe noch immer nicht aufhören nach vielen bitteren Erfahrungen, die sie gemacht haben, Ausländer zu ihrem persönlichen Dienste zu verwenden. Abgesehen davon, daß ihnen mit diesen allerlei unkontrollierbare Persönlichkeiten in ihr intimes Hofleben eingeschleppt werden können — wie leicht ist unter Umständen eine künstliche Verkappung —, so verletzt es auch das berechtigte Nationalbewußtsein, wenn unsere deutschen Dynastien noch immer eine gewisse Neigung besitzen, fremde Sprachlehrer, Erzieher, Vorleser, Diener, Köche, Bereiter usw. für übertriebene Bezahlung dort zu verwenden, wo ihnen die besten und treuesten Kräfte deutscher Herkunft zur Verfügung ständen. So wird soeben wieder vom sächsischen Hofe bekannt, daß nach dem Skandal mit dem Belgier Giron und dessen Nachfolger, dem Franzosen Gautier — der auf verbotenen Liebeswegen ertappt und mit blutigem Kopf heimgeschickt worden war — der König nun auch mit dem dritten Sprachlehrer seiner Sühne, dem Franzosen Rens Alexandre de Lorme, recht trübe Erfahrungen hat machen müssen. Der 26jährige junge Mann, der vordem Handelsschullehrer in Mexiko war, wurde nun in einer der letzten Nächte, nur mit einem Hemd bekleidet, auf dem Dresdener Schloßhofe aufgegriffen. Er wurde daraufhin in seine Heimat zurückgeschickt. Es erfüllt in Sachsen allgemein mit verständlicher Sorge, daß derartigen Leuten die Erziehung der Königssöhne anvertraut wird, während doch unter den deutschen Pädagogen gewiß zuverlässige, begabte Erzieher genug zu finden sein werden. Auch solche, welche die französische Sprache vollkommen beherrschen.
Die Reklamesteuer,
ein Teil des Steuerprogramms der Regierung, wurde anfänglich von einem großen Teil des
erklommen und war den französischen Artilleristen in den Rücken gefallen. Zwischen Kreuzfeuer geraten, gaben sie den Widerstand auf und felehten um Gnade.
Der lleberfall war so unerwartet, so nachdrücklich gewesen, daß die Bespannung der Mi- irailleusen abgeschnitten wurde und nicht herangeholt werden konnte. Noch geladen fielen die Geschütze in die Hände der Sieger. Der Bedienungsmannschaft wurde nicht Zeit gelassen, die Kurbel zu drehen, — getötet, bei Seite gerissen, verwundet, erlahmte ihre Hand mitten im mörderischen Werke.
Als Leutnant Tyrolt sich versichert hatte, daß die Batterie von fünf Mitrailleusen außer Gefecht gesetzt war, kam sein Hauptmann, Herr von Bergström, auf ihn zu.
„Das haben Sie vortrefflich gemacht," rief er ihm durch das noch andauernde Geknatter und Hurrageschrei zu: „aber auch meinen Zug muß ich loben. Die Kerls klettern wie die Affen. Fünf Knarren auf einmal. Alle Achtung! Bleiben Sie hier bei den Gefangenen, Tyrolt, lassen Sie dieselben entwaffnen und rückwärts transportieren. Ich werde indessen den Hof klären und das Wohnhaus säubern. Die Franzosen find uns dort zu gefährlich."
Der Leutnant salutterte. Unbekümmert um die überall einschlagenden Geschosse trat Tyrolt zu den französischen Kanonieren, die entwaffnet auf dem Boden kauerten.
Es waren ungefähr dreißig Mann, alle mehr oder weniger verwundet. Unter ihnen befand sich auch ein Mensch in bürgerlicher Kleidung mit rotem Käppi auf dem Kopf. Ihm war der rechte Arm zerschmettert worden. Bleich und
Publikums, auch von vielen Reichstagsabgeordneten, für ganz angebracht gehalten. Inzwischen hat sich aber ein bedeutender Umschwung in den Anschauungen vollzogen, nachdem von einem aus den beteiligten Kreisen gebildeten Ausschuß zur Bekämpfung dieser Steuer der Nachweis geführt worden ist, daß sie ungerecht, unsozial und zwecklos ist. Man kann sich in der Tat als billig denkender Mensch der Einsicht nicht verschließen, daß die Jnseratensteuer einen unberechtigten Eingriff in das Erwerbsleben darstellt. Es gibt viele Geschäfte, bei denen der Jnseratenetat ein Vielfaches des Reingewinns darstellt. Wenn z. B. bei einer Jnseratenausgabe von 50 000 <M. ein Reingewinn von 10 006 Jl erzielt wird, so bedeutet eine Steuer von 10 Prozent die Wegnahme des halbn Reingewinnes. — Durch die Beilagensteuer werden besonders mittlere und kleinere, sowie alle Versandgeschäfte schwer getroffen, weil diese fast ausschließlich auf Reklame durch Zeitungsbeilagen angewiesen sind. Ein solches Geschäft, das bei 6000 «M. Verdienst 20 000 cU für Beilagen ausgibt, ist keine Seltenheit: es müßte 4000 M, d. h. % des Verdienstes, an Steuern zahlen. Ganz ungeheuerlich würde auch die bisher am freundlichsten beurteilte Plakatsteuer wirken. Eine bekannte Firma der Lebensmittelbranche muß 125 000 <M jährlich Steuern zahlen, oder aber ein Kapital von 500 000 oH fallen lassen. Kleine Schilder, deren Herstellung 3% kostet, würden jährlich 60 H Steuern erfordern! Die ganze blühende Plakat-, Schilder- und Lack-Industrie würde vernichtet, zahllose Künstler, Zeichner, Maler würden brotlos'' werden, die graphische Industrie würde schweren Schaden erleiden. Dem verhältnismäßig niedrigen Steuerertrage würden also unverhältnismäßig hohe Schädigungen gegenüberstehen. Mit Rücksicht <mf diese unwiderleglichen Tatsachen dürfte es die Pflicht des Reichstages fein, diese Steuer abzulehnen un» andere, gerechtere zu finden. Wird er diese Pflicht erfüllen?
Beunruhigende Nachrichten au» Südwest-Afrika.
Upington (Kapkolonie), 26. Dez. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, erschossen 30 bewaffnete Hottentotten in der Nachbarschaft von Ukamas im Namaqualand drei europäische Farmer. Sie zogen sich dann in die Karasberge zurück. Man vermutet, daß es sich um Eingeborene des Upingtoner Distrikts handelt.
M a f e k i n g, 26. Dez. Leutnant Gutmann von Betschuanaland und der Polizeibeamte Herbet begaben sich in gemeinsamer Mission an die deutsche Nordwestgrenze zu dem Hottentotten Simon Copper, der, wie man annimmt, sich auf englischem Gebiet befindet.
Deutsches 'fieta.
— Aufhebung der geheimen Personalakten. München, 24. Dez. Wie das badische, jo hat auch bas bayerische Ministerium des Innern die Aufhebung der geheimen Personalakten der Beam-
mit erloschenen Augen starrte er vor sich auf den Boden.
„Was tun Sie unter den Soldaten?" fragte ihn der deutsche Offizier mit drohendem Tone. „Sie sind Franktireur?"
„Nein, mein Herr, ich bin der Besitzer dieses Hofes," antwortete der Gefragte.
„Das ist nicht wahr, Monsieur Pumarquet", sagte Tyrolt, den bretonischen Dialektseines Gefangenen nachahmend.
Dieser zuckte zusammen und hob tätlich erschrocken sein Antlitz empor.
„Schonen Sie mich, Herr," flehte et; „ich gelangte durch Zufall her, ich suchte mein Weib."
„Ihr Weib? Wie soll das nach Beaumont kommen?"
„Herr Bourlier besitzt hier einen Weinberg, und meine Madelone soll dort gesehen worden fein. Die Ungetreue hat mich verlassen, weil sie ocr Exleutnant mit Geschenken köderte. Als ich in Beaume nach ihr suchte, ging die Füstlade los und da —"
„Nahmen Sie ein Chassepot und übten sich im Schießen, als die Zielscheibe die verhaßten Prussiens benutzend? War es nicht so?"
.Mein, ich beschwöre es, Herr Direktor. Ich habe kein Gewehr berührt, sondern nut den Artilleristen Handreichungen gemacht."
Das genügt vollkommen zu Äter Verurteilung."
„Erbarmen Sie sich, ich habe keinen feindlichen Gedanken gegen die Deutschen."
„Aber in der Fabrik schimpften Sie fleißig auf mich und meine Landsleute."
„Tragen Sie es mit nicht nach. Ich wußte nicht, wa» ich tat Ich »at ausgehetzt."
ten angeordnet. Den Barnten soll auf Wunsch bet Inhalt ihrer Personalakten bekanntgegeben werden.
— Der Prozeß Held. In genanntem Prozesse verwarf die Strafkammer zu Hannover das Ur. teil des Schöffengerichts, gegen das der Reichstagsabgeordnete Held Berufung eingelegt hatte. Die Angeklagten Langwost und Krüger wurden wegen Beleidigung des Abgeordneten Held zu je 200 «M. Geldstrafe verurteilt. Der Abgeordnete Held selbst wurde in bet Wiedetklage ebenfalls zu 200 M Geldstrafe verurteilt. In der Begründung heißt es, daß das Gericht im Fall Terlinden Täuschungshandlungen des Abgeordneten Held für erwiesen angenommen daß ein betrügerisches Verfahren Helds Vorgelegen habe. Et wollte sich nicht rechtswidrig Verrnögensvotteile verschaffen, sondern fuchkn billigen Kredit zu bekommen. Im Fall Flemming liegt nach Ansicht des Gerichts kein En» Pressungsversuch vor, auch wenn die Mittel de» Abgeordneten Held zu seinem Gelde zu kommen, keineswegs zu billigen sind. Dagegen ist bezüglich des Falle» Pommer ein Ern ptessungsver such erwiesen.
Ein Attentat auf den Präsidenten Fälliges.
Pari», 25. Dez. Al» Präsident Fnt, lidres heute vormittag in Begleitung des Seite» ralsekretärs Ramondou und feines Adjutanten Oberst Lasson spazieren ging, wurde et auf der Place de l'Etoile von einem Cafekellner namens Jean Mattis angesprochen. Mattis ergriff plötzlich den Präsidenten beim Hal» und versuchte, ihm den Bart auszureitzen, wurde aber fofort von den Herren Ramondou und Lasson festgenommen. Man fand bei-ihm eine Medaille mit dem Bildnis des Generals Mercier, eint Medaille bet Patrie francaife, die Karte eines gelben Syndikats und eine Sammlung Marken mit dem Bildnis des Herzogs von Orleans. — Paris, 25. Dez. Der Ueberfall des Kellner» Mattis auf den Präsidenten Fälliges wat so heftig, daß bet Stock des Präsidenten entzwei- brach. Doch verlor der Präsident keinen Augenblick feine gewöhnliche Ruhe und Kaltblütigkeit und setzte seinen Spaziergang fort, von dem et um halb 11 Uhr ins Elysäe zurückkehrte.
Paris, 26. Dez. Der Kellner Mattis, bet den Ueberfall auf den Präsidenten Fallit-res verübt hat, hatte schon feit mehreren Monaten Beziehungen zu royalistischen Komitees. Seine Wirtin, die nichts von seinen politischen Beziehungen wußte erklärte, Mattis lebe in geordneten Verhältnissen, bezahle regelmäßig seine Miete und suche Arbeit.
Paris, 26. Dez. Der Kellner Mattis erklärte beim Verhör, er habe den Angriff auf den Präsidenten nach vorheriger Ueberlegung ausgeführt; et bedauere die Tat nicht und habe bas Bewußtsein, eine Pflicht erfüllt zu haben.
Paris, 25. Dez. Sämtliche Minister und bas Präsidium bet Kammer begaben sich nach dem Elysöe, um bem Präsidenten Fallit-res ihre Entrüstung über den Ueberfall auszusprechen. Die meisten Botschafter, Gesandten und Ee» schüftsitäger sprachen ebenfalls im Elysöe vor.
„Das weiß ich. Wo ist Herr Olivier?"
„In Bazailles, denke ich, da ich weder ihn nech Madelon im Weinberg finden konnte. Der Leutnant hat sich mit den Arbeitern in bet Fabrik eingerichtet. Die Villa steht teer."
„Wo ist Herr Bouliet und die Damen?"
„Ersterer befindet sich in Sedan; die Tanti ist mit dem Fräulein nach Belgien gereist."
Tyrolt atmete erleichtert auf. Die Nachricht war Goldes wert. Desiree fern von den Wirren des Krieges, der Fabrikherr unter dem Schutz der Wälle von Sedan. „Sie werden mit bat Anderen in die Gefangenschaft spazieren," sagte er zu Pumarquet, der dankbar seinen Kopf senkt. „Der wird als Soldat angesehen," wandte et sich in deutscher Sprache an seinen Unten cfsizier.
„Da nimm, Franzos'!" rief Neumann und warf dem Segnabigten einen französischen Solln tenmantct zu. „Wart, ich Helf ihn Dir an« ziehen; Du kannst es ja mit Deinem zerschossenen Arm nicht, und ohne bie Uniform hängen Dich unsere Leute vielleicht doch an den nächsten Kerschboom."
„Ich danke Ihnen, Herr," murmelte bet Maschinist.
„Danke es Deinen Mitteilungen," antwortete der Offizier.
Während dieses Vorganges hatte bas Gefecht bei bem Wohnhause des Pachthofes an Heftigkeit abgenommen. Die Belagerten erwiderte» bie Schüsse immer spärlicher; es schien ihnen an Munition zu fehlen, so baß bie Schützen daran gingen, Türen und Fensterladen mit bei Kolben und vorgefundenen Pfählen einzustoßen und tn da» Innere zu bringen. (Forts, folgt.)