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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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. ÄS!‘Ä«»ÄS2ö'ff.8 ®onner?tag 24. Tejenröa 1908.
Die Jnserttondgebützr beträgt fiir bte 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitätsbuchdruckeret Inhaber Dr. L. H t tz e r o t h, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43. Zahrg.
Erstes Blatt.
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Das Militärkabinett.
Mne Studie zu seinem hundertjähr. Jubiläum, 25. Dezember.
Von Eberhard von Wenichsbua.
Daß Beförderungen und Verabschiedungen innerhalb der Hierarchie des höheren Beamtentums und des Offizierkorps immer wieder und in aller Herren Länder zu beweglichen Klagen Anlaß geben ist eine altbekannte Tatsache die auch in Deutschland Jahr für Jahr bei den 'Parlamentsverhandlungen zum Ausdruck kommt, sobald der Militäretat im Reichstage zur Beratung steht. In stolzer Erhabenheit über das Schicksal und seiner höchsten Vorgesetzten Launen sonnt sich allein der Richter, für den der Grundsatz der sogenannten „Jnamovibilität" zu Recht besteht. Gefällt es ihm aus Gründen irgendwelcher Art in Neustadt in Oberschlesien, Vinn«, Bomst oder einem anderen der lieblichen Nester, wo sich die Füchse gute Nacht sagen, besser als in der glänzenden Hauptstadt, so muh der Staat eben zusehen, wie er seine hervorragende Begabung bei der Schlichtung von Privatklagen und Hypothekeneintragungen ins Grundbuch verbraucht, obwohl er geeignet wäre, als elektrische Leuchte der Rechtsprechung das ganze Kammergericht in blendendem Licht erstrahlen zu lassen.
Anders der Verwaltungsbeamte, besonders der sogenannte „politische Beamte" im engeren Sinne des Wortes und vor allem der Offizier. Darf die grohe Mehrheit der Verwaltungs- beamten mit Ausnahme der ohne weitere Be- ^Ltiinbung absetzbaren in den erreichten Stellen ult und grau werden, auch wenn sie von gleich- L Hltrigen oder jüngeren in der Beförderung überholt werden, so darf der große Durchschnitt der zu Leutnants beförderten Fahnenjunker nicht mit der gleichen Gunst des Schicksals rechnen. Sie müssen sich nicht nur überall hinschicken lasten, wohin der allerhöchste Kriegsherr es wünscht, sondern sich auch darauf gefaßt machen, daß man ihnen in Lebensjahren, die bei einem Zivilisten noch zu den besten gerechnet werden, eines Tages mitteilt, daß sie auf keine wettere Beförderung mehr zu rechnen haben, also in einiger Zeit gegangen werden, wenn sie es nicht vorziehen, den Schein des freiwilligen Gehens zu wahren.
Der in der preußischen Armee maßgebende Grundsatz, daß das längere Verbleiben eines übergangenen Offiziers z. B. eines Hauptmanns, dem ein jüngerer Major vorgesetzt wird, oder eines Majors oder Oberleutnants, der von einem jüngeren zum Regimentskommandeur beförderten Offizier übersprungen wird, nur die Unzufriedenheit des Uebergangenen nähren, seine Dienstfreudigkeit lähmen und die Einheitlichkeit des Offizierskorps zerstören mürbe, ist allgemein in den Kreisen derjenigen bekannt, die ihre Söhne sich dem Offizierstande widmen lasten. Er gehört also gewistermaßen zu den Bedingungen, denen sich der junge Avantageur stillschweigend unterwirft, und man könnte also dem 45jährigen oder 5lljährigen, der den Helm mit dem Zylinder vertauschen muß, mit einigem Rechte Moliöres Worte zurufen „tu las voulu, George Daudin, tu l’as voulu!“ Demjenigen, besten Laufbahn ein von ihm nicht gewolltes Ende gesetzt ist, wird aber schwer beizubringen sein, daß andere ihm mit Recht vorgezogen wurden. Laut oder leise klagt er über das ihm widerfahrene, beweglicher nock» als er jammert die Gattin, die sich schon als Kommandeuse träumte. An Stammtischen, wo die Herren Pen- fionäre verkehren, hört man dann wohl gelegent- lich, daß ihm seine nächsten Vorgesetzten die Qualifikation verdorben hätten. In den Kreisen des mit der Art der Offiziersbeförderung und Pensionierung nicht vertrauten Publikums aber verdichten sich die Tatsachen zu einer wenig wohlwollenden Kritik des Militärkabinetts, das weit entfernt, eine diskretionäre Gewalt zu besitzen, auf Grund der von den Truppenteilen alljährlich eingereichten Qualifikationsberichte dem Kaiser und König die Revirementsvorschläge macht, über die dieser sodann entscheidet.
Die Anfänge des Militärkabinetts gehen auf das Jahr 1808 zurück, und so ist angesichts seines hundertjährigen Bestehens gerade jetzt vielleicht der passende Augenblick zu einem historischen Rückblick gekommen.
Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges und noch lange danach lag mit der gesamten Truppenwerbung das Recht der Offiziersernennung und Verabschiedung in den Händen der durch ihr Waffenglück zu Ansehen gekommenen Truppenführer, die ihre Söldnerscharen von Fall zu Fall gegen ein ihnen vom Lande»herrn gewährtes Pauschquantum zusammenwarben und ihre Dienste bald diesem, bald jenem kriegslustigen Fürsten zur Verfügung stellten. Das Wort des Alten Horaz „Dulce et decorum est pro patria
mori“ hat niemals weniger Geltung besessen als in der Landsknechtzeit, wo der Militärdienst nicht mehr wert war als ein internationales und obendrein recht häßliches Gewerbe, das man — meistens ohne jede Spur nationaler Erregung und ohne patriotische Gefühle — für den Meistbietenden oft gegen das eigne Vaterland aus- übt«.
Mit der wachsenden Bedeutung des stehenden Heere, wurde dies anders. In größeren Staaten, die ihre Heeresmacht mit Eifer pflegten, wurde dem obersten Kriegsherrn die Ueberstcht über sein an Zahl wachsende» Offizierkorps immer schwieriger und machte die Schaffung einer besonderen Behörde für das Beförderungswesen zur Notwendigkeit. Monarchen wie Friedrich Wilhelm I., der dem Heere den weitaus größten Teil feiner Zeit widmete, und auch noch Friedrich der Große, dessen bewundernswerte Arbeitskraft ihm ein Eindringen auch oft in belanglose Einzelheiten der ganzen Staatsverwaltung ermöglichte, wußte recht genau, was et von den Fähigkeiten und dem Fleiße seiner Offiziere zu halten hatte. Ihm genügten die Vorträge seines Kabinettsrats, an den die Vorschläge der Obersten eingereicht wurden. Eine feste Verwaltungsorganisation im Sinne eines modernen Kriegsministermms bestand aber keineswegs, obwohl der König schon im Jahre 1746 ein besonderes „Kriegsdepartement“ geschaffen hatte, dessen Haupttartg- keit aber auf ökonomischem Gebiete lag-. An Stelle des Kabinettsrats trat später der „vortragende Eeneraladjutant", dessen Titel noch heute dem Chef des Militärkabinetts gebührt.
Im Jahr« 1808, als man den Staat nach modernen Prinzipien einzurichten begann und Zentralbehörden schuf, durch welche die Einheitlichkeit der Verwaltungsgrundsätze für das Gebiet der ganzen Monarchie gesichert werden sollte, schuf man neben vier anderen Ministerien auch das „Allgemeine Kriegsdepartement“. Die am 25. Dezember 1808 ergangene Königliche Verordnung bestimmte, daß die erste Abteilung (Division) dieser mit dem heutigen Kriegsministerium völlig identischen Behörde auch die Bearbeitung sämtlicher Personalangelegenheilen, also den Eeschäftskreis de, heutigen Militärkabinetts zu übernehmen habe.
Da der Hof seit der Flucht nach der Katastrophe von Jena noch immer in Königsberg weilte, trat das Kriegsdepartement auch dort zuerst und zwar am 1. März 1809 in Wirksamkeit. Erst als der König am 23. Dezember desselben Jahres nach Berlin zurückkehrte, folgte es ihm auch dorthin, wo es auch seitdem mit Ausnahme der Kriegszeiten von 1866 und 1870/71 geblieben ist. Veränderungen in der Organisation des Kriegsministeriums, die in den Jahren 1814 und 1825 vorgenommen wurden, erhoben die Abteilung für persönliche Angelegenheiten erst zu einem eigenen Departement, um die -später wieder einem anderen unterzuordnen. Im wesentlichen blieb aber alles beim alten, bis der Eintritt Preußens in die Reihe der Verfassungsstaaten auf eine Neuordnung hindrängte. Die Trennung der unter einem der Volksvertretung — wenigstens im Prinzipe verantwortlichen Kriegsminister zu erledigenden Verwaltungsangelegenheiten (ein Ministerverantwortlichkeitsgesetz fehlt zwar bis jetzt noch immer) von der sogen, „obersten Kommandogewalt" schien dem König unerläßlich, um die ihm verfassungsmäßig zustehenden Rechte als oberster Kriegsherr gegenüber dem Landtage zu wahren. Unmittelbaren Anlaß hierzu gab das Duell Man- teuffel-Twesten. Edwin v. Manteuffel, der schon 1856 zur Vertretung des General» v. Schöler im Militarkabinett kommandiert und 1857 zu dessen Chef ernannt worden war, hatte die schwere Aufgabe übernommen, für eine gründliche Erneuerung des viel zu alt gewordenen Offizierskorps zu sorgen und jungen, fähigen Kräften, ehe sie im Einerlei des Earnifonsdienstes verrosteten, den Weg zu den höheren Stellen zu bahnen. Dies ging natürlich nicht ohne schmerzliche Verabschiedungen ab, aber auch im übrigen witterte man in dem Manne, der auch später trotz aller seiner Bemühungen unpopulär blieb, den hinter den Kulissen wirkenden spiritus rector aller reaktionären Bestrebungen. Al» Twesten ihn in seiner Broschüre „Was uns noch retten kann" einen „unheilvollen Mann in unheilvoller Stellung“ nannte, erfolgte Manteuffels Herausforderung zum Zweikampf, die zur unmittelbaren Folge hatte, daß König Wilhelm I. sich entschloß, die dem parlamentarischen Einfluß entrückte Stellung seines Militärkabi- netts besonders dadurch zu betonen, daß der Vorstarch der Abteilung Befehle allein vom König zu empfangen habe.
Der Titel „Militarkabinett“ oder richtiger „Geheimes Kabinett Sr. Majestät des Kaisers und Königs für die Militärangelegenheiten" wurde erst geschaffen, als 1893 an- Stelle des bisherigen Kriegsministers, General v. Kamele, General Bronsart v. Schellendorf trat. Auch rein äußerlich wurde damal» das Malitärkabi-
nett vom Kriegsmintsterium abgetrennt, so daß e» nur noch rechnungsmäßig in dessen Etat blieb.
Der große Eeschästsumfang des Militärkabinett» forbert selbstverständlich auch ein entsprechendes Personal. Zurzeit arbeiten in ihm unter dem Chef Grasen Hülsen-Haeseler und 2 Abteilungschefs im Obersten- bezw. Generalrang 5 etatsmätzige Offiziere und ein zur Dienstleistung kommandierter württembergischer Major, ein geheimer Kriegrrat, 13 geheime expedierend« Sekretäre und Kalkulatoren. 11 geheime Registratoren und eine mit 13 Beamten besetzte, geheime Kanzlet, also zusammen ein Personal von 46 Köpfen.
Auch die deutsche Seemacht besitzt seit 1889 in dem von einem Vize-Admiral geleiteten „Geheimen Kabinett Sr. Majestät des Kaisers und Königs für die Marineangelegenheiten“ eine entsprechende Behörde, das in Anbetracht der geringeren Kopfzahl des Seeoffizierkorps (1757 Offiziere gegenüber 24687 der Landarmee für das Jahr 1907) mit einem Personal von 13 Köpfen sein Auskommen findet.
Von den nicht unter preußischem Kommando stehenden Kontingenten der Reichsarmee besitzen da» bayerische und sächsische eine „Abteilung für persönliche Angelegenheiten", währeich in Württemberg die betreffenden Angelegenheiten von einer „Abteilung für allgemeine Armee- und persönliche Angelegenheiten" erledigt werden. Oesterreich-Ungarn besitzt für die Personalangelegenheiten der k. u. k. gemeinsamen Armee eine „Militärkanzlei", deren Vorstand zurzeit Artur Freiherr Bolfra» v. Ahnenburg ist. Auch in Rußland führt die entsprechende Behörde den Titel „Militärkanzlei“. Man tritt ihr wohl zu nahe, wenn man sie allein dafür verantwortlich macht, daß das Zarentum im ostasiatischen Kriege so wenig fähige Generale in den Kamps gegen Japan entsandte. In allen Fällen aber bleibt das Milttärkabln^t ein Organ, da, einerseits auf Grund der von den Truppenkörpern einlaufenden Qualifikationsberichte Vorschläge macht und andererseits die aus ter diskretionären Gewalt des Kriegsherrn hervor- gehenden Entschließungen zur Ausführung bringt.
Politische Umschau.
Da» zukünftige Kabinett in Amertta.
In dem zukünftigen Kabinett des Präsidenten Taft soll der wichtigste Posten, der de» Staatssekretät», dem Senator Knox zugedacht fein. Diese Nomination begegnet in der amerikanischen Presse nahezu aller Parteirichtungen lebhafter Zustimmung, und auch die Mitglieder des diplomatischen Korps, die zu dem designierten Sekretär in nähere 'Mv {jungen getreten find, sollen den Entschluß des Präsidenten höchst beifällig ausgenommen haben. Ebenso hat di« Erklärung Tafts daß er sich bei der Auswahl der übrigen Kabinettsmitglieder »»n Ki ox beraten lassen wolle, den denkbar b<J.en (Ein' gemacht. Einerseits gibt der Präsident »- mit zu erfennnen, welche B«'d>»^r ng er der Befähigung und der Stellung seines ersten Mitarbeiters beimißt, andererseits zeigt er sich en'schlossen, den Kreis von Staatsmännern, die er in seine Näh« beruft, an der Führung und (Erleb gung der Geschäfte zu beteiligen. Und zwar werden es, wie der von einem Bruder les Präsidenten heraus- gegebene Cincinnati Star" zu melden weiß, durchaus „neue“ Männer fein, die bte amtliche Umgebung des Präsidenten bilden. Unter ihnen soll Mr. Herrick, der früher« Gouverneur des Staates Ohio, für den Posten des Schutzs« kr- tärs in Aussicht genommen sein.
Deutsches.weich.
— Zum Besuch König Eduard» t* Berlin. Di« „Neue freie Presse“ will aus London erfahren haben, daß der englische Königsb»luch am Berliner Hofe abgesagt worden fei. Wie die „Neue politische Correspondenz" erfährt, ist von einer solchen Absage hier weder bei den Reichsstellen noch bei den Hofbehörden etwas bekannt.
— Beamtenbesoldungsvorlag«. Der Verband mittlerer Reichs-, Post- und Telegraphenbeamten hat bekanntlich kürzlich in Berlin eine große Demonstrationsversammlung abg-halten, in der bezüglich der Besoldung weitergehende Wünsche zur Sprache gebracht wurden. Demgegenüber haben die mittleren preußisch-hessischen Staatseisenbahnbeamten jetzt eine Erklärung erlassen, in der sie den Postbeamten vollen Erfolg zur Verbesserung ihrer Lage wünschen, aber die Art und Weise, wie die Postbeamten ihre Forderungen vertreten, verurteilen. Die Eisenbahner weisen die Behauptung zurück, daß sie weniger Vorbildung, weniger Dienst und weniger Verantwortung hätten. Von einer Massenkundgebung müßten sie schon deshalb Abstand nehmen, well sie in einer Zett, in der
Handel und Wandel die intensivsten Ansorber« ungen an di« Beamten, der Verkehrsverwaltungen stellten, dazu keine Zeit hätten. Auf di« einzelnen zum Teil recht scharf gehaltenen Ausführungen einzugehen, liegt nicht im Rahmen unserer Zeitung.
— Dee Kohlenbedarf unserer Marine. Köln, 22. Dez. Dem Berliner Korrespondenten der „Köln. Ztg." wird an zuständiger Stelle be- stätigt, daß in den letzten Tagen der Abschluß der Lieferung des Kohlenbedarfs für die deutsche Marin« auf ein Jahr vom 1. Januar ab nach längeren Verhandlungen, in deren Verlauf die deutschen Kohlenlieferanten ihre ursprünglich gestellte Forderung ermäßigten, erfolgt ist. Der Mehrbedarf an Kohlen wird ausschließlich von deutschen Zechen geliefert werden, nut für einige Sonderzwecke wird englische Kohle zur Verwendung gelangen.
Ausland.
** Di« Herrschaft Castros in B< «zuela beendet? Rewyork, 22. Dez. Aus Willemstad wirb gemelbet, baß bie neue venezolanische Regierung bas Dekret wiberrufen hat, das die Umladung nach venezolanischen Häfen bestimmter Güter in Willemstad verbietet. Die Aufhebung dieser Maßregel kommt nach der in Willemstad herrschenden Auffassung praktisch auf eine Beilegung des holländisch-venezolanischen Streites hinaus. Man folgert daraus, daß bie Herrschaft Castros in Venezuela beendet ist.
** Das serbisch« Enfant terribl«. Budapest, 22. Dez. Der „Pestet Lloyd" veröffentlicht eine Depesche seines Belgrader Korrespondenten der zufolge ein neuer Zwischenfall, den der serbische Kronprinz geschaffen hat, in diplomatischen Kreisen Belgrads viel besprochen wird. An dem Namenstage des Zaren fand in der russischen Botschaft ein Diner statt, dem auch der Kronprinz Georg beiwohnte. Nachdem der Toast auf den Zaren und den König von Serbien gehalten war, erhob sich der Kronprinz, der dem Champagner schon etwas lebhaft zugesprochen hatte, und leerte sein Glas auf die baldige Vereinigung Bosnien» und der Herzegowina mit Serbien. (Frkf. Ztg.)
*• Aus dem türkischen Parlament. Äon« sta tinopel, 22. Dez. Mit Beginn der heuttgen Sitzung gelangten di« eingelaufenen Glückwunschtelegramme zur Verlesung. Das Telegramm des Präsidenten des Deutschen Reichs- tages wurde mit lebhaftem, andauerndem Beifall aufgenommen.
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Stadtverordneten-Sltzimk.
)(Marburg,22. Dez.
Die heutige Stadtverordnetensitzung zeigt« anfänglich eine schwache Besetzung, ba einige Stadtverorbnete wegen bet bevorstehenden Feiertage geschäftlich verhindert waren.
Unter Mitteilungen zur Kenntnisnahme wurde krachst der Dank der Zeche Radbod für die Gp»nde von 300 -X zur Verlesung gebracht. Außerdem brachte man eine Eingabe zur Kenntnis, in welcher darauf hingewiesen wird, daß nach den Fahrplantafeln sich kein Mensch richten könne. (Ein diesbezüglicher Hinweis ist bereit» in unserer Zeitung erfolgt. Die Straßenbahn« kommission soll sich der Sache annehmen und dafür sorgen, daß die Fahrplantafeln übersichtlich gemacht werden.
D-r folgende Punkt der Tagesordnung betraf Feststellung bei Rechnung 1906 unb Entlastung des Rechnungsführers. Die Einnahmen betrugen 976 625 bie Ausgaben 942 460 Bestand 34 164 Jk. Die einzelnen Posten brachte der Stadtv. Dr. Maurmann zur Verlesung. Bemerk sei, dich das Extraordinarium mit 1421292 Jk
nähme und einer Ausgabe von 1451185 sowie einer Ueberzahlung von 29 903 M. ab« schließt.
Für Reinigung der Schullokale find Im letzten Etat 1000 <« mehr eingestellt. Es wurde mitgeteilt, daß diese Mchrausgabe durch den die Reinigung der Schullokale betreffenden Mini« sterialerlaß bedingt sei. Um Unterlagen zu gewinnen, wieviel für Reinigung der Schullokale ausgegeben wird, sollen Erhebungen stattfinden.
Weiter beschäftigte man sich mit bet Bergröße- qng des Biehmarttplatze» von bet schon mehrfach bie Rede war. Es soll z. B. eine städtische P . Me hinzukommen, kbenso ist auch ein neue« Zugangsweg in Aussicht genommen. Stadt». Engel neint, man möge nach 1000 qm hinzunehmen ; außerdem halte er es für zweckmäßig, wenn )tei bet Gelegenheit auch zugleich bte Hall« mitgebaut würbe. Schon bei bem bemnächst hier ftottfinbenben großen Gauturnfest würbe diese notwendig fein. Sie würde sich auch rentieren,