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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

«ud den Beilagen: Literarischer Ameiger".ßauLwirtschaMche Beilage" v«dM«strier1es !Sorlrrtagsblatt-.

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Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 100.

Politische Umschau.

Eine englische Thronrede.

Bonbon, 21. Dez. Die Thronrede mit der fter König das Parlament geschloffen hat, gibt der Freude über den Besuch des Präsidenten Falliäres und des Königs und der Königin von Schweden Ausdruck. Die Beziehungen zu den auswärtigen Mächten seien andauernd freund- schaftlich. Im abgelausenen Jahre, heißt es Weiter, sind mit fremden Regierungen verschie­dene Uebereinkommen geschlossen worden, die sburch die Beseitigung von Streitpunkten der Befestigung des Friedens dienen, darunter die Abkommen über die Aufrechterhaltung des ter- -ritorialen statns quo in den Grenzgebieten der Nordsee. Neuerdings haben sich gewiffe Ereig- niffe vollzogen, die darauf berechnet sind, die durch den Berliner Vertrag auf dem Balkan getroffene Regelung zu stören, aber es ist mit Recht zu hoffen, daß durch weise und versöhnliche Verhandlungen eine friedliche Beilegung unter Zustimmung der Vertragsmächte erreicht wird. Ebenso darf man hoffen, daß die Konferenz der hauptsächlichsten Seemächte, die zur Zeit in London tagt, durch eine gemeinsame Verein­barung dazu gelangt, über die verschiedenen mit der Seekriegsührung in Zusammenhang steheirden Fragen Regeln aufzustellen und zu for­mulieren, die die allgemeine Billigung finden. Tiei bedauere ich, daß die innere Ruhe einiger Teile Indiens durch eine Sierschwörung übelge­sinnter Leute gegen das Leben meiner Offiziere und gegen die Fortdauer der britischen Herr, schäft gestört wurde. Diese Vorgänge, die eine Ausnabmegesehgebung notwendig machten, hat­ten andererseits aber auch in allen Teilen In­diens Kundgebungen der Treue zur Folge. Die Reoierung fand es deshalb gerechtfertigt, Maß- uabmen zu betreiben, durch die der Anteil der Indischen Bevölkerung an der Verwaltung des Landes vergrößert werden soll. Die Flotte wird auf dem hohen Grade der Leistungsfähigkeit «rbalten. Ein stetiger Fortschritt wird nach wie vor bei der Reorganisierung der Heeres- streitkräfte erzielt. Der König bedauert sodann, daß bei dem Streite über die Schankkonzessions­und die llnterrichtsbill keine Einigung habe er­zielt werden können, trotzdem der Erwägung bei­der Gesetzentwürfe Zeit und Arbeit gewidmet worden sei.

Zum Verkauf von Königsschlöffern schreibt dieDüsseldorfer Zeitung":

Zu dem geplanten Verkauf der beiden Schlösser Iägerhof und Benrath, der namentlich in gewissen Zeitungen extra niuros in der letz­ten Zeit so viel Staub aufgewirbelt hat, wird uns aus eingeweibien Kreisen die überraschende Mitteilung gemacht, daß die Krone gar nicht Eigentümerin der beiden Obfekte ist. Diese sind vielmehr, wie aus den Grundbüchern hervorgeht, Eigentum des preußischen Staates und waren der Krone gegen Erstattung der laufenden Un­terhaltungskosten lediglich zur Nutznießung übet-

15 v trfr'irttrf «erboten.)

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

tstorttetzung.I

Ich hoffe, daß ich willkommen bin", sagte Olivier zu den Gästen,wenigstens allen Fran­zosen in diesem Saale; denn ich bringe eine Nachricht, die uns mit patriotischer Begeisterung erfüllen wird, wenn sie auch geeignet sein dürfte, dem reizenden Familienfeste einen unerwarte­ten Abschluß zu geben."

Der Krieg ist erklärt?" fragte der Maire, im Voraus applaudierend.Sprechen Sie, ist es so?"

Der Krieg ist ausgebrochen", bestätigte Olivier mit einem haßfunkelnden Blick auf Ty- roli.Unsere siegreiche Armee ging über den Rhein und jagte die Prussiens, die aufs Haupt geschlagen sind, vor sich her. Der Kaiser zog als Sieger in Saarbrücken ein."

Es lebe der Kaiser", klang es von allen Seiten.Nieder mit den Feinden des Vater­landes. nieder mit den Prussiens!"

Nicht allein die Preußen sind es, gegen die wir kämpfen", sprach Olivier mit höhnischer Freude.Uns gegenüber steht ganz Suddeutsch­land, die Bayern, Württemberger und Badenser. «Iler.elende Verräter an der guten Sache der großen Nation. Auch Sachsen hat sich den Ab­trünnigen angeschloffen, dieses Volk von Feig­lingen, das seinem Bezwinger die schmutzige Hand küßt, di« es zu Boden schlug und seiner Selbständigkeit beraubte.- .

lassen worden. An dem beabsichtigten Verkauf ändert diese Tatsache allerdings nichts; denn der Plan, die beiden Schlöffer zu veräußern, be­steht nach wie vor, und zwar ist das Hausmini­sterium damit betraut. Allerdings gewinnt die Angelegenheit damit ein günstigeres Aussehen; denn da der Landtag das Budgetbewilligungs­recht hat, und die etwaigen Kaufsummen unbe­dingt im Etat erscheinen muffen, so hat er das letzte und entscheidende Wort zu sprechen. Ob in der gesetzlichen Körperschaft aber genügend Stimmung dafür vorhanden ist, diese beiden historischen Stätten gewissermaßen aus Abbruch zu verkaufen, darf man angesichts der verhält­nismäßig geringen Unterhaltungskosten, man spricht von etwa 30 000 <M. Zuschuß, füglich be­zweifeln. Erfreulich ist ferner, daß durch diese Feststellung den Treibereien einer gewiffen Hetz- preffe ein Riegel vorgeschoben wird, die zwischen diesem Verkauf und dem Ankauf des Achilleion auf Korfu einen Zusammenhang konstruiert, um Stimmung gegen die Krone zu machen."

Postzollabfertigung.

Berlin, 21. Dez. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Dem Bundesrat liegt zur Zeit der Ent­wurf einer Postzollordnung vor, durch welchen den namentlich aus Handelskreisen ausgespro­chenen Wünschen wegen Beschleunigung und Vereinfachung der Postzollabfertigunq Rechnung getragen werden soll. Zu diesem Zwecke wird zunächst auf die bisher vorgeschriebene Vorab­fertigung an der Grenze ganz verzichtet und der Postverwaltung überlassen, die Sendungen an der zuständigen Zollstelle zur Abfertigung vorzu­führen. Durchsuhrsendungen brauchen weder von einer für die deutsche Zollverwaltung bestimm­ten Inhaltserklärung begleitet, noch beim Gin­ober Ausgange der Zollstelle vorgeführt zu wer­den. Für die Ausstellung der Inbaltserklärun- gen soll neben der französischen auch die englische Sprache allgemein zugelaffen werden: außerdem wird die jetzige Beschränkung bezüglich der Zu- laffung anderer Sprachen im Falle eines nach­gewiesenen Bedürfnisses beseitigt. Für die Ab. fertigung von Massensendungen zollfreier Wa­ren wird eine probeweise Revision zugelaffen. um die Beförderung nach Möglichkeit zu be­schleunigen. Bei Nachnahmesendungen soll dem Empfänger vor der Abfertigung eine Besichtig, ung der Sendung gestattet werden, bamit er prüfen kann, ob er von dem Rechte der An­nahmeverweigerung Gebrauch machen soll. End­lich soll der Zollerlaß für verloren gegangene, verdorbene oder wegen Unbestellbarkeit vernich- tete Sendungen erweitert und vereinfacht und die Ausführung der Verzollung durch die Post- Verwaltung dadurch erleichtert werden, daß an Stelle der Einzelentrichtung der Zollbeträge eine monatliche Abrechnung zugelaffen wird.

Aus Den tfchsiidwest-Afrika.

Berlin, 18. Dez. Die kürzlich im Ovambo- lande ausgebrochene Hungersnot, über deren Umfang übrigens hier nähere Nachrichten noch nicht vorliegen, bat dem Gouvernement Gelegen­heit gegeben, helfend durch Zuführung von Le­bensmitteln einzugreifen. Das wird für die guten friedlichen Beziehungen zwischen den Ovambo und der deutschen Herrschaft jedenfalls

Waldemar war beim Eintritte Oliviers auf­gesprungen. Bleich und bebend stützte er sich auf die Lehne seines Stuhles. Als er die Worte vernahm, welche sein Feind eigens für ihn be­rechnet hatte, warf et stolz den Kopf zurück. Aber noch schwieg er in weiser Mäßigung; denn er fühlte Desirees Hand auf seinem Arm und hörte ihr ängstliches Atmen dicht an seinem Ohr.

Durch den brausenden Lärm der künstlichen Entrüstung, der den Saal erfüllt«, hörte et ihre flehende Stimme:

Schweige Geliebter, bei unserer Liebe be­schwöre ich Dich!"

Er aber schüttelte leise das Haupt.

Wie ist das alles so schnell gekommen?" fragten die Herren, sich zu Olivier drängend, woher haben Sie diese Nachrichten?"

Telegraphische Depesche. In dem Kastno zu Sedan ist alles in fieberhafter Aufregung, man verschlingt förmlich die Bericht«, welche von der Grenze kommen. Unser Gesandter Benedetti hat dem preußischen Könige das liebenswürdigste Anerbieten in der spanischen Erbfolgesache ge­stellt. Er wurde in schimpflicher Weise beleidigt.

Der König ist nach diesem Affront nach Ber­lin. geflüchtet. Herr von Bismarck hat eine un­glaubliche Koalition der deutschen Stämme zu­sammengebracht. Wit stehen allen deutschen Volkern gegenüber; aber wir werden sie zer­schmettern zerschmettern wie dieses Glas!"

Er warf das Kelchglas, welches man ihm mit Wein gefüllt entgegengebracht hatte, gegen die Wand, aber absichtlich so, daß es dicht an Walde- mars Kopf vorbeischwirrte und unmittelbar hinter dessen Rücken in Stück« brach.

von Vorteil fein. Auch wird im Ovambolande bet Hunger für die jungen Männer einen An­reiz mehr geben, bei europäischen Brotherrn in der deutschen Kolonie Arbeit zu suchen. Wenn vor einiger Zeit in betDeutsch-Südwestafrika. Nischen Zeitung" ei« Tadel darüber ausgespro­chen wurde, daß mannoch nichts über die Pläne zur weiteren Ausnutzung der Erfolge des Haupt­manns Franke" höre, so ist demgegenüber zu be­tonen, daß zunächst abzuwarten ist, ob nicht die Ovambohäuptlinge ihrem, dem Hauptmann § tanke gegebenen Versprechen gemäß auf den

uzug vo« Ovambo-Arbeitern zu europäischen Arbeitsstätten auf deutschem Gebiet einen Druck ausüben. Allzustarkes Drängen würde die Ovambo leicht mißtrauisch machen. Grundsätzlich hält allerdings, wie uns mitgeteilt wird, die Kolonialverwaltung an dem Plane fest, im gün­stigen Augenblick eine Residentur im Ovambo- lande zu errichten und beobachtet von diesem Ee- sichtspuntt aus die Vorgänge im Ovambolande aufs sorgfältigste. Auch wird mit allen Mitteln versucht, dem Ovambolande einen wider das er­lassene Verbot versuchten Zuzug europäischer Elemente fernzuhalten. Wir möchten vorläufig nicht daran zweifeln, daß es dem vorsichtigen, abwägenden Verhalten des Gouvernements ge­lingen wird, allmählich die deutsche Herrschaft in friedlicher Weise über das Ovamboland aus­dehnen. (Köln. Ztg.")

Deutsches Reich.

Eine neue Eisenbahnverkehrsordnung. Berlin, 21. Dez. DerReichsanzeiger" meldet: Der Bundesrat genehmigte am 17. Dezember die neue Eisenbahnverkehrsordnung und be­schloß ihre Einführung zum 1. April 1909. Die neue Verkehrsordnung ist übersichtlicher, in der Ausdrucksweise klarer und knapper. Nach Ab­reden mit den Regierungen Oesterreichs und Ungarns treten dort voraussichtlich gleichzeitig neue, im wesentlichen übereinstimmende Be­triebsreglements in Kraft.

16. Berbandstag deutscher Landwirtschafts­genoffen. Darmstadt, 21. Dez. Heute fand unter dem Vorsitz des Geh. Rat Haas der 16. Ver- bandstag der hessischen landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften statt. Vertreten waren 231 Ge­nossenschaften mit 300 Mitgliedern. Im Namen der Regierung begrüßte Ministerialrat Usinger den Verbandstag. Nach Erstattung des Jahres­berichts wurden mehrere Referate gehalten. Bei der Vorstandswahl wurden der bisherige Vet- bandsdirektor Geh. Rat Haas und fein Stell­vertreter Oekonomierat Dettweiler wiederge- wählt und zwar auf Lebenszeit.

Vom Präsidenten Castro. Ein Berliner Blatt meldet, daß Castro die Absicht habe, auf deutschen Schiffswerften Schiffe für Venezuela bauen zu taffem Es wird da von 6 Kreuzern ge- gefprochen. Weiter stehe Castro in Unterhaich- lung mit der deutschen Regierung, um von ihr deutsche Instrukteure und Offiziere für Vene­zuela zu erhalten. DieVoss. Ztg." weiß zu melden, daß Präsident Castro vier Papierkörb« voll Bittgesuche gesammelt habe. Viele von die­sen Bitten sollen von deutschen Landräten und Offizieren sein, die Castro nach Venezuela be­gleiten wollen. Obs wahr ist?

Da reckt« sich Tyrolt empor.

Mene mene tekel, tief er mit grollender Stimme,triumphiere nicht zu früh, edler Zög­ling der verlotterten französischen Armee. Ihr steht einem Heere von Helden gegenüber. Wahrt Euch, daß sich das zweischneidige Schwert, wel­ches Ihr in frechem Uebermute aus bet Scheide gezogen, nicht gegen Euch kehre und Euch bis auf den Tod verwunde!"

Was sagt er, was wagt er?" fragten die Gäste, empört von dem Manne zurücktretend, den sie soeben noch beglückwünscht und geehrt hatten.

Die Wahrheit, die Worte der Vernunft", antwortete dieser in loderndem Zorn.Ich habe die Albernheiten krankhafter Nattonal-Eitelkeit mit mitleidigem Lächeln angehört; ich habe die Achsel gezuckt, als die kriegslüsternen Politiker hier mein Vaterland ohne einen Schwertstreich zu erobern wähnten; ich habe alle die Schwätze- reien unbeantwortet gelassen, als man den Ab­fall bei deutschen Stämme von der deutschen Sache voraussetzie, Gottlob, die Depeschen haben da» Gegenteil bestätigt ich habe ge­schwiegen; aber den Schimpf, den mir dieser Ex- leutnant antun wollte, werde ich nicht sanft­mütig ertragen. Das Glas, welches er von sich schleuderte, sollte mich treffen. Natürlich hat es mich gefehlt. Aber feine Reden haben mich ver­letzt und darauf will ich ihm dienen. Ich hab« es geahnt, daß der Herausforderung des eitlen Franzofenkaisers ganz Deutschland antworten würde, daß sich alle Stämme unserer Nation wi« ein Mann erheben würden, wenn man Preu­ßens König, beit Schirmherr« des Norddeutsche«

Die Verteilung des für Nadbod eingegon« gen«« Geldes. Hamm, 21. Dez. Das Zentral­hilfskomitee für die Hinterbliebenen der auf der Zeche Radbob Verunglückten beschloß, die ange­sammelten Gelder in Höhe von 1200 000 M. i« der Form von Zusatzrenten zur Verteilung z« bringen. Gegenwärtig find die Versicherungs­techniker damit beschäftigt, ein Gutachten zur geststellung der Höhe der Zusatzrente» auszuar- iiten. Voraussichtlich wird jede Witwe ein« Zusatzrente von 150 M, jedes Kind 50 bis 75 erhalten. Dabet ist die Aufrechnung der Renten so gedacht, daß der vorhandene Fonds voraus­sichtlich erst mit dem Ableben der Witwe er­schöpft sein wird. 200 000 M sollen für eventuelle spätere Unglücksfälle reserviert werden. Die Auszahlung der Zuschlagsrenten soll durch die Knappschaftsberufsgenoffenschaft mit den gesetz­lichen Renten zusammen erfolgen. Man will auf diese Weise besondere Verwaltungskosten sparen.

Zur Landtagswahl in Lippe wurde von einzelnen linksliberalen Blättern behauptet, daß Konservative bei der Wahl den Sozialdemo- traten gewählt hätten. Demgegenüber stellt die Deutsche Tageszeitung" auf Grund der Zahlen, verhältniffe der abgegebenen Stimmen fest, daß die Stimmen der konservativen Wähler wohl sämtlich liberalen Kandidaten zugefallen sind. Das Blatt verurteilt es natürlich, wenn wirklich einzelne Konservative dem sozialdemokratischen Gegenkandidaten ihre Stimme gegeben hätten.

Auch ein Begeisterungsgrund. Der Pro- vinziallandtag in Bayern hat beschlossen, di« zweite Provinzialirrenheilanstalt nach dem Ott Lohr am Main zu verlegen. Die Lohrer Bürger freuen sich außerordentlich darüber, wie sich aus derLohrer Zeitung" ersehen läßt, die schreibt: Auf den Straßen war es überaus lebhaft und auch in den Wirtschaften. Besonders in einer Gesellschaft in derPost" wurde das Ereignis lebhaft begossen, wobei man nicht auf die Schaumweinsteuer achtete." Auch ein Anlaß, um Feste zu feiern.

Samoa. Auckland, 21. Dez. Nach hier etngegangencn Nachrichten versuchen einige Häuptlinge in Samoa Unruhe zu stiften, weil sie durch die Auslösung des ehemaligen samoanischen Parlaments an Macht und Würde verloren ha­ben und den Glauben und die Anschauung ver­fechten. Deutschland sei nur ihr Protektor und nichts weiter. Wenn das samoanische Parla­ment wieder zusammentritt, wünschen sie di« samoanische Flagge zu hiffen. Es ist wahrschein­lich, daß sie an England und Amerika appel­lieren werden, damit diese Länder entscheiden, ob ihre Handlungsweise gerechtfertigt sei oder nicht. Gewalttätigkeiten werden nicht befürch­tet, doch werden die Häuptlüge den deutschen Behörden wahrscheinlich passive Residenz ent­gegensetzen. (Nottz des Wolsschen Telegr.-Korr. Bur.): Derartige Jntriguen einzelner somoani- scher Häuptlinge sind, wie uns an amtlicher Stelle mitgeteilt wird, wiederholt vorgekommen. Das Gouvernement hat jedoch schädliche, für die Ruhe auf Samoa bedenkliche Wirkungen solcher Jntriguen stets ohne Schwierigkeiten ab, gewendet.

Bandes in feiner Majestät verletzt. Nicht nut wir Sachsen, ein jeder deutsche Stamm hält zum Reiche, wenn der Erbfeind droht und aufs Neue feine beutegierige Hand nach deutschem Besitztum ausftretft ober Verheerung in unser« Fluren tragen will. Nicht Abfall ist es also, was geschehen, sondern Treue, die den Deutschen stets ausgezeichnet; nicht Feigheit führte di« Sachsen zum preußischen Trutzbündnis, sondern . Mut, das Vertrauen, das Gefühl der Zusammen- gehörigfeit. Und dieses Volk von Brüder« wollt Ihr zerschmettern mit Euren abstnthduf- lenden Offizieren, Euren undisziplinierten Sol­datenhorden? Wehe Euch, Ihr abenteuerlustige« Unruhestifter, die Ihr den Völkerfrieden stött, um ein Phantom, die Lüge des Kaiserreiches aufrecht zu erhalten. Wenn Ihr zuckend am Boden liegt, werdet Ihr einsehen, wie groß Eure Narrheit war. Denn Eure Vernichtung wird das Ende des Spazierganges nach Berlin sein, von dem Ihr faselt in Eurer wahnsinnige« Sclbstverblendung. Und nun Gott befohlen und auf Wiedersehen in Paris!"

Er wandte sich zum Gehen. Defiree war in einen Sessel gesunken, Frau von Tarandal beugte sich zitternd und Wott« der Liebe flüsternd über sie. Di« Frauen brückten sich ängstlich in eine Ecke des Salons, die Männer standen um Olivier geschaart, der wutbebend vergeblich nach Worten suchte. Alles war auf den Platz gebannt, nut Bourlier behielt die Kraft der Bewegung und vertrat seinem Fabrik- direttor den Wqg. * j

(, (Fortsetzung folgt.) i

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