mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den KKlage«: „Aterarischer Anzeiger-, „ßaudwirlschaftliche Beilage" ««d „Illustrierte» K-mttagsblatt-.
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Zweites Blatt.
Hebet bett Gesetzentwurf tetreffentz Abänderung der Gerichtsverfassung und der Zivilprozeßordnung
«acht die deutsche Rechtsanwaltszeitung fol- ßende Ausführungen:
Es dürfte nicht zu viel gesagt sein, wenn man behauptet, daß für Städte bis zu etwa 12000 Einwohnern das Fortbestehen des Landgerichts geradezu eine Lebensfrage bedeutet, und btft auch Städte von 12 000 bis 20 000 Einwohnern durch die Aufhebung ihrer Landgericht« auf das empfindlichste geschädigt werden.
Dies näher auseinanderzusetzen und zahlenmäßig eingehend zu begründen, mag Sache der bedrohten Städte fein.
Unter kleineren Landgerichten wird man diejenigen verstehen können, die mit bis einschließlich 10 Richtern besetzt find (1 Präsident, 1 Direktor, 6 bis 8 Richter oder 1 Präsident, 2 Direktoren, 7 Richter).
Nachstehende, nach der Zahl der Einwohner (Volkszählung von 1905) geordnete Zusammenstellung gibt die Namen der Städte mit kleineren Landgerichten wieder. Die drei Ziffern hinter den Städtenamen (dem Preussischen Jahrbuch von 1906 entnommen) geben die Zahl der Richter (Präsident, Direktor, Richter) an, die letztere Ziffer die Einwohnerzahl.
Mögen die Vertretungen dieser Städkte sich nun ihrer Haut wehren? (Wir führen hier einige an.)
1. 1. 6. 10 021
1. 1. 6. 10 800
1. 1. 6. 12 494
1. 1. 6. 18 177
1. 1. 6. 20 137
1. 1. 7. 26 571
1. 2. 7. 26 571
1. 1. 7. 31632
- . - — — diese Städte, am we
nigsten die mit größerer Einwohnerzahl, stehen unmittelbar vor der (Gefahr, ihr Landgericht sofort zu verlieren. Sie alle aber und neben ihnen noch manche Städte mit etwas größeren Landgerichten, aber geringerer Einwohnerzahl, so namentlich
Könitz 1. 2. 8. 11013 '
> Lnck 1. 3. 10. 12359
Ostrowo 1. 2. 8. 13 434
Meiningen 1. 2. 10. 16 000
«nd andere mehr werden durch die mit der geplanten Reform unzertrennlich verbundene Verkleinerung ihrer Landgerichte ganz wesentlich benachteiligt. Diese Schädigung wird etwa nicht durch eine Vergrößerung der Amtsgerichte ausgeglichen. Diesem, die Finanzpläne des Entwurfs beeinträchtigenden Ergebnis wird dadurch begegnet, daß die Amtsrichter gleichzeitig beim Landgericht angestellt werden sollen.
Ob die kleinsten Oberlandesgerichte, wie Casiel ' 1. 1. 8.
Marienwerder 1. 1. 11.
Kiel 1. 2. 12.
Lrmvurg a. Stade Rudolstadt Neuwied Marburg Greifswald Lüneburg Hanau
12 ^ockidruck verboten.),
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
t Fortsetzung. >
, ..Nun denn, so scheren Sie sich zum Satan!" ,chrre der Exleutnant. „Ich brauche Sie nicht, weder hier noch drüben. Und damit Sie wissen, werde ich gestatten, daß Sie hier festen Fuß fassen. Ich durchschaue Sie, Sie haben die Absicht, um Desirees Hand zu werben — ist es nickt so?"
„Richt nur das, ich habe sogar schon Ihres Vaters Einwilligung."
„Lüge! Mein Vater gibt seine Tochter keinem Prussien," zeterte das überraschte Herrchen. „Mein Vater ist ein guter Franzose, er haßt Euch Barbaren nicht weniger als ich."
Tyrolt hatte es längst ausgegeben, den künstlichen Chauvinismus dieses Exsoldaten zu bekämpfen. Er verließ ohne Antwort die Veranda und trat in den Salon, wo er den alten Herrn Bourlier und Frau von Tarandal fand.
, War das nicht die Stimme meines Sohnes?" fragte der alte Herr, seinen Fabrikdirek- tor durch eine Handbewegung zum Sitzen nötigend. „Sonderbar, ich höre ihn immer sprechen, gesehen habe ich ihn noch nicht. Wovon sprachen Sie? Das klang ja fast wie ein Sirsit!"
„Es war dergleichen," erwiderte Tyrolt aus» Deichend. „Ich habe Pumarguet wegen lln- Legelmäßigkeiten entlassen müssen. Herrn Oli? «ier war's nicht recht. Wie geht es Fräulein
wirklich lebensfähig bleiben, dürft« auch noch abzuwarten sein.
Und das alles um einer Reform willen, die Stückwerk ist und Stückwerk bleiben wird, die die Rechtsverfolgung zu ungunsten der Aerme- ren noch weiter verschlechtert und nur den einen Vorzug hat, daß sie auf Kosten des Rechte die Einnahmen des Staates erhöht und durch Einziehung von Richterstellen die Ausgaben verringert.
Politische Umschau.
Reich und Bundesstaaten.
Zu Wem Thema meint die Konserv. Stott.:
Der Staatssekretär des Reichsamtes des Innern ist im Verlaufe der Etatsdebatte von verschiedenen Reichstagsabgeordneten wegen angeblich schikanöser Ausführung des Reichsvereinsgesetzes angegriffen worden. Er hat die Vorwürfe bis ins Kleinste widerlegt und hat dafür nicht nur lebhaften Beifall der Linken, sondern auch warme Dankes- und Vertrauensäußerungen von Seiten der liberalen Redner geerntet und, wie wir anerkennen, verdient. Es ist auch ganz selbstverständlich, daß, nachdem einmal das Reichsvereinsgesetz in Kraft gesetzt worden ist, seine Bestimmungen auch loyal ausgeführt werden müssen. Wenn aber während der Uebergangszeit noch Fehler vorkommen, so braucht man nicht gleich über Illoyalität zu klagen; sondern kann ruhig annehmen, daß Mißverständnisse vorliegen, die mit der Zeit von selbst aufhören werden.
Die verschiedenen Auslassungen über das Reichsvereinsgesetz waren aber an sich außerordentlich lehrreich. Es ist dadurch festgestellt worden, daß nicht nur die Linke mit der reichsgesetzlichen Regelung des Vereinswesens eine sehr wertvolle liberale Errungenschaft erzielt hat, sondern daß auch die schweren Bedenken der Konservativen gegen diesen Eingriff des Reiches vollauf berechtigt gewesen sind. Aus dem Umstande, daß die Linke eine strenge Beaufsichtigung der Einzelstaaten bei der Ausführung des Vereinsgesetzes durch die Reichsleitung forderte und daß Staatssekretär v. Bethmann- Hollweg sie selbstverständlich zusaqen mußte, geht allein schon hervor, daß die Bundesstaaten hier wieder ein Stück ihrer Selbständigkeit eingebüßt haben, daß die einzelstaatlichen Regierungen in diesem Punkte wieder zu ausführenden Behörden unter der Kontrolle des Reiches herabgesunken sind.
So erleidet mit jedem reichsgesetzlichen Eingriff in bisherige Kompetenzen der Lkndesvei- waltungen jeder Bundesstaat Einbuße an seiner Selbständigkeit, und es muß mit aller Entschiedenheit gefordert werden, daß den systematischen Bestrebungen des Reichstages, die Kompetenz des Reiches auf immer neue Landesangelegenheiten auszudehnen, grundsätzlich und entschiedener Widerstand geleistet werde. Der Erlaß des Reichsvereinsgesetzes war ein außerordentlich großes Zugeständnis an den Liberalismus, ein Eestärrdnis, das als notwendig erachtet wurde, um die konservativ-liberale Reichstagsmehrheit
„Ganz leidlich," antwortete Frau von Tarandal statt des Hausherrn. „Das Fieber scheint gehoben zu sein. Morgen wird sie vielleicht schon wieder zum Vorschein kommen. Bis dahin müssen Sie schon Geduld haben, Retter und Ritter meiner leichtsinnigen Nichte."
O, ich will geduldig warten, bis Desiree völlig genesen ist,"
„Sie Schlimmer," drohte die alte Dame, als ob Sie nicht jede Minute bis zum Wiedersehen zählten. Mein Bruder hat mir bereits mirgeteilt, daß Sie Desiree nicht nur uns erhalten haben, sondern auch um sie angehalten hauen. Ich bin nur Tante, ich füge mich und spreche ich Ihnen meinen Glückwunsch aus."
„Daß ich Sie, gnädige Frau, der Gesellschaft Ihrer Nichte werde berauben müssen, wenn Desiree einwilligt, meine Gattin zu werden, ist der einzige bittere Tropfen im Kelche meines Glückes,"
„Das glaube ich Ihnen nun wieder aufs Wort," meinte die Dame ironisch.
Der Bediente meldete, daß das Diner fer- P,uri fti. Frau von Tarandal reichte Tyrolt ryren Arm. Man begab sich in das Speisezimmer, wo die Tafel für vier Personen gedeckt war.
„Ich denke, daß Olivier erscheinen wird," erklärte Bourlier.
Als die Herrschaften Platz nahmen, trat der Erwartete ein und ließ sich zwischen Vater und Tante, dem Direktor gegenüber, an dem Tische nieder, nachdem er einige verdrossene Begrüß- unasworte gesprochen hatte. I
. Nun, mein Sohn, Du hast Dir Zeit gelassen, nack dem unfreiwilligen Bade Nachricht zu geben. . Zedoch Du bist wohlauf, das versöhnt mich mit dem, was geschehen."
„Kein Wort des Vorwurfs," dachte Tyrolt,
mi festigen. Leider aber ist die Wirkung auf die Blockliberalen nicht derartig gewesen, wie man es erwarten mußte. Mit allen weiteren Zugeständnissen an di« linke Blockhälfte wird also mit der größten Vorsicht und mit mehr Zurückhaltung als bishet verfahren werden müssen.
Marburg und Umgegend.
iRachdruck aller Originalartikel ist gemäß 8 18 bei Urheberrecht» nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberbeff. Ztg." gestattet.)
Marburg, 17. Dezbr.
* Ländlich« Bauordnungen. Durch Mini- sterialerlaß sind die Landwirtschaftskammern aufgefordert worden, etwaige Wünsche der landwirtschaftlichen Bevölkerung über Abänderungen der ländlichen Baupoltzeiordnung entgegenzunehmen.
* König!. Preuß. Klassen-Lotterie. Die Einlösung der Lose zur ersten Klasse der 220. Lotterie muß bis zum 21. Dezenmber, abends 8 Uhr erfolgen. Bis zu diesem Tage werden den früheren Inhabern die Lose zur 1. Klasse freigehalten.
* Irrtümliche Standerbezeichnung des Steuer, pflichtige«. Dieser Tage gehen die Aufforderungen zur Steuererklärung für 1909 ins Land. Doch wird die Aufschrift nicht in Fällen richtig sein, denn seit dem Vorjahre ist aus manchem Handwerksgesellen ein braver Meister, aus manchem Oberkellner ein selbständiger Gastwirt, aus manchem Kommis ein Geschäftsinhaber geworden. Darf nun ein Steuerpflichtiger die Annahme eines Steuerformulars wegen der Unrichtigkeit der Standesbezeichnung verweigern? Nein, sofern über die Person des Empfängers sonst kein Zweifel besteht. Diese Entscheidung des Oberverwaltungsgericht möge man wohl beackten und sich nicht aus übertriebenem Standesgefiihl empfindlichen Steuerstrafen aussetzen. Für die Zukunft schafft das einfache Verlangen nach Richtigstellung des Standes in der Steuerliste Wandel.
* Berichtigung. Im gestrigen Konzertreferat sind einige störende Druckfehler stehen geblieben. In Spalte 2 Zeile 8 muß es heißen statt „nahmen" „malen", und in Spalte 3 Zeile 6 statt „Tonbildung" „Themabildung".
G» Wasenberg, 15. Dez. Schon vor drei Jahren war die Anlage einer Wasserleitung, bi« für unseren Ort ein dringendes Bedürfnis, ja eine Lebensfrage ist, geplant und auch ein darauf bezüglicher Beschluß der Gemeindevertretung herbeigeführt worden. Leider stellten sich der Ausführung mancherlei Hindernisse in den Weg. Einesteils scheute man die recht erheblichen Kosten der Anlage, sodann war das erforderliche Wasserquantum schwer zu beschaffen. Verschiedene beträchtlich entfernt liegende Quellengebiete wurden zu erschließen versucht, doch stets ohne den erhofften Erfolg. Endlich ist er der unermüdlichen Tätigkeit des Königlichen Herrn Landrats Kammerherrn von Schwertzell gelun-
„und gestern dieser Zorn. Der Mann ist wahr, lich ein schwacher Vater."
„Sehr liebenswürdig, daß Du überhaupt Notiz von meinem Unfälle genommen hast," höhnte der Exleutnant, bei dem die gütigen Worte auf unfruchtbaren Boden gefallen waren. „Ich glaube, wenn ich der Torheit meiner Schwester zum Opfer gefallen wäre, würdest Du Dich nickl minder vergnügt zum Liebesmahle setzen."
„Aber Olivier," rief Madame Nataly empört. Wie kannst Du nur so sprechen? Wir sind fast gestorben aus Angst um Dich, während Du lustig in Sedan pokuliertest."
„Ich blieb dort, weil ich unter meinen Kameraden wirklich teilnehmend« Menschen fand, welche mir nicht mit Spott begegneten, wie ich es hier befürchten mußte, nachdem ich in die gestellte Falle gegangen war."
Der Diener serviert« ein Ragout. Die Unterhaltung stockte. Als er sich entfeint hatte, fragte Bourlier leichthin:
„Von welcher Falle sprachst Du?"
Statt Olivier antwortete Tyrolt, bet, leicht erbleichend, das Haupt in den Nacken warf.
Herr Bourlier meint, daß Fräulein Desiree ihn nur deshalb zur Kahnfahrt aufforderte, um mir Gelegenheit zu geben, meine Schwimmkünste zu zeigen."
„Aber das ist ja absurd," warf Nataly ein. „Wenn Du Deine Kraft und Deine Ruderkunst nicht überschätzt hättest, würdest Du bet Schwester Bitten nicht nachgegeben haben. Sie ist ein halbes Kinb, Du ein Mann. Die Schuld an bem Unglück trifft Dich allein."
„Wenn ich nicht nachgab, so fuhr sie mit dem Herrn Fabrikdirektor," murrte Olivier. „Das wollte ich nicht, denn bei Herr bott ist kein Begleiter für Defiree." , , j x
gen, den sehnlichsten Wunsch bet Eingesessene« seiner Verwirklichung nahe zu bringen. Er hat es verstanden, all« Vorurteil«, bie bem geplanten Werke von verschiebenen Seiten hemmend in ben Weg gelegt wurden zu beseitigen, «ad in Gemeinschaft mit bem Königliche« Landrat Kammerherr« von Schenk zu Schweinsberg i« Kirchhain «inen Vettrag mit der Stadtgemeinde Neustadt zustande zu bringen, wonach letztere der hiesigen Gemeinde das erforderliche Wasser- Quantum aus ihrer Leitung gegen eine angemessene Entschädigung Überläßt. Ohne Vermittelung der genannten Behörden wäre die Angelegenheit sicher im Sande verlaufen, was allerdings sehr bedauerlich gewesen wäre. Besonderen Dank gebührt auch der städtischen Vertretung, die ein solches Entgegenkommen der Rach- batgemeinbe gezeigt hat. Mit der Leitung bet Anlage ist bet Königliche Kreisbauinspektor Bes- petmann betraut worben. Wo ein Wille ist, ba finbet sich in bet Regel auch ein Weg. Wen« das Werk der Wasserversorgung zur Freude der Bewohner vollendet sein wird, hat das uralte Sprichwort: ,Hätt' Wasenberg Wasser wie Holz, roärs für ben Schwalmgrund zu stolz", seine Existenzberechttgung verloren, insofern der erste Teil des auf der Schwalm überall verbreiteten Sprüchleins alsdann ganz und gar hinfällig geworden ist. — Seit einiger Zeit herrscht Diph- theritts hietselbst. Die bösartige Krankheib scheint trotz der getroffenen Vorsichtsmaßregel« weiter um sich zu greifen. Eine Familie verlor innerhalb 8 Tagen 3 Kinder im Alter von 12, 9 und 3 Jahren.
(-) Weipoltshausen, 16. Dez. In dem Süd- westende unseres Kreises macht sich der Lehrermangel augenblicklich recht bemerkbar. Roden- hausen und Kirchners sind schon jetzt ohne Lehrer und in Altenvers zieht der bisherige Lehrer ab in ben Regierungsbezirk Düsseldorf. Es ist kaum anzunehmen, daß sich in unser« welt- entlegene Gegend ein Lehrer freiwillig meldet, und so werden die Stellen erst zu Ostern mit jungen Kandidaten besetzt werden können. Inzwischen muß unser Lehrer seine eigene Stelle, sowie die Stellen zu Kirchners und Rodenhausen. also drei Stellen zugleich versehen, während Altenvers von Lohra aus versehen werden wird.
Gladenbach, 16. Dez. Dem Holzhauermeister Johannes Feller III in Dernbach ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden.
Die Einziehung der ZeitunMelder durch bie Briefträger erfolgt in bet Zeit vom 15. bis einschließlich 25. Dezember kostenlos. Dir Briefträger sind zur vollgültigen Quittungsleistung über die erhobenen Zeitungsgelder be- rechtigr. Die Vorteile, die diese Einrichtung für das Publikum bietet, springen in die Augen, wenn man berücksichtigt, daß der regelmäßige Fortbezug der Zeitungen gesichert, der Gang zur Post und das Warten an den Schaltern, bie am Vierteljahrsschluß besonders stark in Anspruch genommen sind, erspart wird.
„Was unterstehst Du Dich," zürnte Bourlier. „Du beleidigst meinen East in meinem Hause? Er ist ein Mann, ben ich Hochschätze, mein Freund, und er wird mir bald noch mehr sein"
„Also ist es die Wahrheit, daß Du der We : buna dieses Freundes stattgeben willst?"
„Ich verbiete Dir diesen Ton, Olivier. Her / Tyrolt bewirbt sich um Deiner Schwester Hant, und ich sag« Ja und Amen dazu, da et ein Mam nach meinem Herzen ist."
„Dann bebaute ich, nicht länger im Vateru hause weilen zu können," sprach Olivier, sich brüsk von feinem Platze erhebend, in schneidendem Tone, in welchem sich sein ganzer Haß und die Bosheit seines Charatters kund gab. „Aus Wiedersehen, Papa, sobald ich bie Gewißheit habe, diesen Prussien und Glücksjäger hier nicht mehr anzutreffen."
Er hintte zur Tür hinaus. Um so schnell rot« möglich aus dem Bereiche des beleidigten Feindes zu kommen, gebrauchte er seinen Fuß tn so komischer Weise, daß Tyrolt allen Aerger vergaß und halblaut lachen mußte.
Einige Minuten herrscht« verlegene Stille im Saal. Ein Jeder hing seinen Gedanken nach, die keineswegs angenehm waren. Frau von Tarandal hüstelte leise in ihr Spitzentaschentuch, und Bourlier klopfte nervös mit bem Fingerknöchel auf die Tischplatte.
„Unerhötter Skandal," sagte er nach einet langen Pause, „doch et kam nicht unerwartet. Ich kannte meines Sohnes Gesinnung. Nun, ei wird einsehen lernen, daß et damit gar nichts erreicht, sondern mein Wohlwollen für Sie noch mehr befestigt hat. Mir und meiner Tochter zu Liebe wollen ihm seine Heftigkeit ect» j zeihe«," _3. -U
lSortletzuna folgt.) '