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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und de« Beilagen:ztterarrscher Anzeigerszandwirtschaftliche Keilage" undIllnstriertes Sorrntagsblatt".

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tflü uvv Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 2t. % obet deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. jq

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Zweites Blatt.

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Die militärische UeberlegenheU des platten Landes.

Auch die jeM| vorliegende Uebersicht über die Ergebnisse bw Heeresergänzungsgeschastes ffit 1907 stellt die größere Militärtauglichkeit des auf dem Lande geborenen und dort beschäftigten männlichen Na bwuchseo über den städtischen lest. Bedauert »erweise ist lediglich der Unter­schied zwischen vtad» und Land gemacht, wäh­rend es doch »^hl besser angebracht wäre, auch die zahlreichen kleineren Städte, die einen durch­weg ländlichen Charakter tragen, in diesem Falle dem Lande statt der Stadt zuzuzählen; es würde sich dann erst recht die größere militärische Tauglichkeit der in ländlichen Verhältnissen herangewachsenen und lebenden Jugend gegen­über der großstädtischen ergeben. Aber auch bei dieser nach dem alten Schema vorgenommenen Verteilung ergibt sich nicht nur eine relative, sondern auch eine absolute Ueberlegenheit des , Landes, trotzdem seine Bevölkerungszahl zu Gunsten der Stadt noch weiter abgenommen hat.

Die Zahl der Gestellungspflichtigen ist auf 1189 845 gegen 1145 386 im Vorjahre und 1088 801 im Jahre 1904 gestiegen, hat also in drei Jahren um 101 044 Mann zugenommen. Don diesen 1189 845 Gestellungspflichtigen wur­den 860 ausgeschlossen, 35 802 ausgemustert; dem Landsturf überwiesen wurden wegen bürger­licher Verhältnisie 374, als Ueberzählige 13 und au sonderen Gründen 122 632; der Ersatzreserve wurden überwiesen 7993 wegen bürgerlicher Verhältnisie, 1948 als Ueberzählige, 78137 aus aus anderen Gründen 122 632; der Ersatzreserve kamen 67 wegen bürgerlicher Verhältnisie, 8 als Ueberzählige uird 1726 aus anderen Gründen. Ausgehoben wurden 223035 gegen 219 995 im Vorjahre. Diese verteilten sich folgendermaßen: Auf das Heer kamen 209 564 gegen 207 935 im Vorjahre zum Dienst mit der Waffe, und zwar auf die Truppen mit dreijähriger Dienstzeit 13159, mit zweijähriger Dienstzeit 194 212 und auf die Trainsoldaten mit einjähriger Dienstzeit 2193. Ferner wurden zum Dienst ohne Waffen 3097 Mann für das Heer ausgehoben. Für die Marine wurden ausgehoben 10 374 Mann gegen 8902 im Vorjahre, von denen 6456 der Landbe­völkerung und 3918 der seemännischen und halb­seemännischen Bevölkerung entstammten. Frei- wrlllg traten in das Heer ein 11 553 Einjährig- Freiwillige. 960 Volksschullehrer und 41387 I andere Freiwillige, von den letzteren 31608 bei Truppen mit zweijähriger und 9779 bei Truppen mit dreijähriger Dienstzeit. In die Marine traten 597 Einjährig-Freiwillige und 3242 an­dere Freiwillige ein.

Die Tauglichen machten unter den auf dem Lande geborenen und in der Land- und Forst­wirtschaft beschäftigten endgültig Abgefertigten 58,73 Prozent aus, unter den auf dem Lande geborenen, aber nicht in der Land- und Forst­wirtschaft, sondern anderweit beschäftigten 57,48 Prozent und unter den in der Stadt ge­borenen und in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten endgültig Abgefertigten 56,80 Pro- I zent, dagegen unter den in der Stadt geborenen I und nicht in der Land- und Forstwirtschaft be- I fchäftigten nur 49,87 Prozent. Mit der Zunahme der städtischen und Abnahme der ländlichen Be- I völkerung ist aber gleichzeitig die Tauglichkeit im ganzen sehr bedauerlicherweise zurückgegan- I gen. Während von den überhaupt endgültig I Abgefertigten im Jahre 1905 noch 56,30 Prozent I tauglich waren, siel deren Zahl 1906 auf 55,88 I Prozent und 1907 auf 54,90 Prozent. I

Politische Umschau.

Das Lehrerbesoldungsgesetz

ist in der Kommission angenommen worden. Nach den Beschlüssen stellt sich nunmehr das Grundgehalt der Lehrer auf 1400, das der Leh­rerinnen auf 1200 Mk. Jene erhalten in der 3. und 4. Altersstufe eine Zulage von 250, in den übrigen Altersstufen eine solche von 200 Mk., diese in den ersten drei Dienstaltersstufen 100, den folgenden 550 und in der letzteen 200 Mk. Das Höchstgehalt stellt sich mithin auf 3300 Mk. bei dem Lehrer, aus 2450 Mk. bei der Lehrerin. Gegenüber der Regierungsvorlage ist das Grundgehalt um 50 Mk., die 3. und 4. Alters­zulage um den gleichen Betrag und das End­gehalt demzufolge um 150 Mk. erhöht. Bis zur Erreichung dieses Endgehaltes erhöhen sich die Bezüge des Lehrers gegenüber der Regierungs­vorlage folgendermaßen: 4 mal 40 Mk. während der einstweiligen Anstellung macht 160 Mk. 27 mal 50 Mk. Grundgehalt macht 1350 Mk. Je 18 und 15 mal 50 Mk. Alterszulage macht 1650

Mark. Es erhöht sich mithin gegenüber der Re­gierungsvorlage der Gesamtbezug der Lehrer bis zur Erreichung des Höchstgehaltes um 3160 Mark. Für jedes weitere Dienstjahr tritt eine weitere Erhöhung um 150 Mk. «in. Die allein­stehenden und ersten Lehrer an kleineren Schu­len erhalten ferner 21 mal 100, macht im ganzen 2100 Mk. bis zur Erreichung des Höchstgehalts und von da ab jährlich weitere 100 Mk. Das Gesamtbild wird aber erst vollständig, wenn es ergänzt wird durch die in Aussicht genommene Ordnung der Ortszulagen, auf welche wir mor­gen zurückzukommen gedenken.

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Studienreise nach England.

Von einer längeren amtlichen Studienreise nach England ist der vortragende Rat im Reichs-Kolonialamt, Wirk!. Legationsrat Eerst- meyer soeben aus London zurückgekehrt. Zweck der Reise war hauptsächlich, das englische Justiz- und Polizeiwesen, sowie das englische Kolonial­recht zu studieren, um Material für die vom Reichstage gewünschten Reformen auf dem Ge­biete der kolonialen Rechtspflege einschließlich der Eingeborenenrechtspflege zu gewinnen. Ins­besondere interessierte das summarische Strafver­fahren vor den Friedens- und Polizeirichtern, welches trotz feiner Schnelligkeit dem Angeklag­ten verhältnißmäßig große Garantien für eine gründliche Untersuchung des Falles gewährt, und die Einrichtung des Judicial Committee of Privy Council welches dem vom Reichstage be­fürworteten kolonialen Revisionsgericht in der Heimat entspricht. Geheimrat Gerstmeyer, der u. a. auch Gelegenheit hatte, sich mit den eng­lischen Universitätseinrichtungen und der Vor­bildung der englischen Kolonialjuristen bekannt zu machen ist von seinem Aufenthalt in Eng­land sehr befriedigt. Soweit et in der Lage war, die Unterstützung englischer Behörden in An­spruch nehmen zu müssen, ist man ihm überall in liebenswürdigster Weise entgegengekommen.

Eine Beleuchtung.

Man schreibt uns:

DieRhein.-Westf. Zeitung" hat es sich in einem sensationell gefärbten ArtikelRhei­nische Königsschlösser und grie­chische Prunkbau ten" erlaubt, Seiner Majestät dem Kaiser Vorhaltungen zu machen. Das Blatt sagte u. a.:Es wäre viel besser der Ankauf des Marmorpalastes auf der griechischen Insel unterblieben und es würde auch dem deutschen Volke das peinliche Gefühl erspart bleiben, daß sein Kaiser Erholung und Freude nicht in der Heimat, sondern im falschen Welschlande sucht," und schließlich protestiert das Blatt gegen den Aufenthalt des Kaisers bei den geldgierigen, kriecherischen, heuchlerischen und falschen Griechen. Es ist dieselbeRheinisch- Westfälische Zeitung", die seit zirka zwei Jahren griechenfreundliche Aufsätze (Athener Briefe) aus der Feder des Dr. D.-B. brachte, und welche im Jahre 1907 auch meinePhileni- schen Erinnerungen" veröffentlicht hat. Die Zei­tung hat die Farbe gewechselt, und das kann bei der Beleuchtung ihres moralischen und geisttgen Niveau nicht günstig wirken. Aber vielleicht ist der brutale Angriff auf die Griechen nichts wei­ter, als der Eselstritt, den das Blatt dem griechenfreundlichen, bisherigenRedakteur, Herrn Dr. D.-V., verätzen möchte, weil er seine Stel­lung angekündigt hat. Boysen.

*

Warnung vor Annahme von Arbeit in Portugal.

Nach einem Bericht des Kaiserlichen Konsu­lats in Lissabon haben zwei Glasfabriken in Amora bei Lissabon infolge der schlechten Ge­schäftslage die Löhne so weit heruntergesetzt, daß es den dort beschäftigten deutschen Glasarbeitern bei den teueren Lebensverhältnissen nicht mehr möglich war, den notwendigen Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu bestreiten. Da auch anderweittge lohnende Arbeit zurzeit in Portugal nicht zu finden ist, mußte der größte Teil der Arbeiter nach Deutschland zurückkehren. Eine Anzahl Familien (im ganzen 126 Perso­nen), die völlig mittellos waren, mußten hierbei die Unterstützung des Konsulats und der Privat­wohltätigkeit in Anspruch nehmen. Da nicht ausgeschlosien ist, daß die portugiesischen Fabri­ken sobald sich ihre Geschäftslage besiert, wieder Arbeiter in Deutschland anwerben, dürfte es sich, nach einem Erlasse des Handelsministers, empfehlen, die beteiligten deutschen Arbeiter­kreise vor der Uebersiedelung nach Portugal und der Annahme von Arbeit in dortigen Glas­fabriken zu warnen. Auf alle Fälle wird Ve- schästigungsuchenden anzuraten sein, sich vorher an geeigneter Stelle, am besten beim Kaiser­lichen Konsulat in Lissabon über die einschlägi­gen Verhältnisse zu erkundigen.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete.

Eassel, 15. Dez. Zum Landrat des Kreises Hofgeismar ist der Regierungsassesior Freiherr Riedesel zu Eisenbach anstelle des zum Ober­regierungsrat beförderten Kammerherrn Riß von Scheurnschloß ernannt worden.

Eassel. 15. Dez. Die Gauner, die in der Sedanstraße das Inventar einer geschlossenen Wirtschaft abholten, sind ermittelt. Wie die Ermittelungen der Kriminalpolizei ergeben haben, sind die ganzen gestohlenen Möbel- und Jnoentarstücke und Warenvorräte usw. von den Spitzbuben nach und nach zu hiesigen Abneh­mern, Althändlern usw. gefahren und bei diesen unter falschen Vorspiegelungen zu Eelde gemacht worden. Die beiden Verbrecher sind zwei Brü­der, der 27 Jahre alte Schreinergeselle Seeber und der 17 Jahr alte Schlossergeselle Seeber. Sie hielten sich hier in einem Versteck auf und wur­den während des Nachts aus bett Betten heraus­geholt, verhaftet und ins Untersuchungsgefäng­nis abgeführt.

Gießen, 14. Dez. Das städtische Elektrizitäts­werk hat sich in seinem siebenjährigen Bestehen trotz des Vorhandenseins einer städtischen Gasanstalt, die in ihrem Gedeihen nicht ge­hemmt wurde, rapid entwickelt. Die Anlage ist trotz starker Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit abermals an der Grenze ihrer Leistungsfähig­keit angelangt und muß im kommenden Jahre erheblich vergrößert und erweitert werden. Der Reinüberschuß betrug im Jahre 1907/08 89 434 Mark (i. V. 68 189 Mk ). Die Gesamtüberschüsse seit Inbetriebnahme betragen 295 400 Mk.; sie wurden zur außerordentlichen Tilgung der auf dem Werk lastenden Schuld verwendet, die jetzt noch 837 500 Mk. beträgt. Nach den Ergebnissen des laufenden Betriebsjahres wird die Ein­nahme für elektrische Energie über 200 000 Mk. betragen gegen 173 000 Mk. i V. (Frkf. Ztg.)

Wetzlar, 14. Dez. Zum Direktor des hiesigen Königl. Gymnasiums ist der Direktor Dr. Cäsar aus Moers am Niederrhein ernannt worden. Der neue Direktor tritt das Amt voraussichtlich am 1. April k. I. an.

Frankfurt a. M., 15. Dez. Die heutige Stadt­verordnetenversammlung wählte einen Ausschuß von sechs Mitgliedern, der in Gemeinschaft mit dem Magistrat die Frage der Arbeitslosen-Ver- sicherung prüfen soll. Die vom Magistrat bean­tragte Anstellung von drei neuen Magistrats- Bauräten für den Hafen, den Hochbau und die Baupolizei wurde nach mehrstündiger Erörter­ung mit ziemlicher Mehrheit genehmigt. Am hiesigen Bahnhof wurden 40 Arbeiter plötzlich entlassen, die. zum größten Teil seit langen Jahren dort tätig sind. Die Mehrzahl ist ver­heiratet und steht nun erwerbslos da. Der Grund zur Entlassung ist in dem großen Rück­gang des Güterverkehrs zu suchen.

Wiesbaden, 14. Dez. Hier find erneut falsche Hundertmarscheine in Kurs gesetzt worden, welche die Nummer 3 610 591 D tragen. Auf den täuschend nachgeahmten Falsifikaten ist der rote Druck etwas verschwommen, der Reichsstempel schlecht kopiert und die Farbe etwas heller als die echten Scheine.

Wiesbaden, 15. Dez. Sein 50jähriges Amts­jubiläum beging heute der Eeneralsuperinten- dent D. Maurer hier, der oberste Geistliche der nassauischen evang. Landeskirche. Er hat als Pfarrer in Hofheim, Freisbach-Herborn, als Präses der Bezirkssynode, und seit 1897 als Ee- neralsuperintendent gewirkt. Aus Anlaß des Jubiläums wurde ihm das in Nassau gesam­melte Kapital zur Begründung eines Feier­abendhauses für Hilfsschwestern und Diakonis­sinnen überreicht. Der Jubilar ist als Sohn eures Lehrers in Langenschwalbach am 31. Ott. 1834 geboten.

Erndtebrück, 14. Dez. Gestern nachmittag trafen mit dem Raumländer Zuge eine Anzahl Kroaten hier ein und fuhren mit dem Mar­burger Zuge weiter. Dem Anschein nach waren es Leute, die an der Edertalbahn gearbeitet hatten. Es wäre wünschenswert, wenn man diesen lästigen Ausländern überall die Abkehr gäbe und dafür einheimische Arbetter anstellte.

yodtfrtuinadirtchten.

X Gießen, 15. Dez. Dem o. Prof, für Sans- * krit und vergleichende Sprachwissenschaft Dr. phil. Christian Bartholomae an der hiesigen Uni­versität ist vom 1. April 1909 die Entlassung aus dem hessischen Staatsdienst erteilt worden. Er folgt «inern Rufe an die Universität Straß­burg i. E. als Nachfolger von Prof. Hübschmann. Seit 1. Ottober 1908 verwaltet Bartholomae dar Rektoratsamt der Gießener Hochschule.

Vermischtes.

Das Schlachtfest. Ein Weinet Eeschäftsmanr in Muselwitz lud im Blatte zu Wurst «nt Wellfleisch ein, da er ein Schwein schlachte. Ge­rade als sich die ersten Gäste einfanden, stellte sich auch der Gerichtsvollzieher ein und pfändete bi» Leckerbissen auf Grund eines alten vollstreck­baren Urteils. Kurze Zeit später wurde durch Ausklingeln im Orte bekanntgegeben, daß iw dem GasthofeZur Weintraube" in einer Hal 6en Stundefrischgepfändete Würste" verstell gert würden, und bald darauf war von de» Würsten keine mehr vorhanden, bet Gläubige» hatte sein Gelb.

Kuß gegen Kuß. Eine etwas altere ayterika- nische Dame hatte einen jungen Mann, bet fit in einem dunklen Hausflur aus Versehen ge­küßt hatte, dennoch wegen Beleidigung verklagt Der Richter erkannte:Küssen Sie den junge« Menschen wieder.

Mitteilungen aus dem Leserkreise

LLr die unter tiefer Rubrik rw Artikel über­

nimmt die Redaktion nur di. preka-setzli-be Verantwor­tung. nicht aber die dem Cnfi'ifum aeaendber.

Zur Stadtverordneten-Stichwahl.

Nach einer Bekanntmachung des Magistrat» ist die Stichwahl zwischen dem Apothekenbesitze» Herrn Schollmeyer und dem Kaufmann Hern Hugo Klötz auf Freitag, den 18. Dezember, an beraumt worden. Herr Klötz hat in einem In serat erklärt, daß et eine auf ihn fallende Wah nicht annehmen werde. Diese Erklärung löst sich nicht aufrecht erhalten, da nach § 85 be. Stäbteorbnung keine Erünbe vorliegen, welch Herrn Klötz zur Ablehnung einer Wahl berech tigen. Wir Unterzeichneten nehmen folgende» Standpunkt in der Sache ein:

Wie sehen in dem Gegenkandidaten Hern Apothekenbesitzer Schollmeyer eine zum Stadl verordneten durchaus geeignete Persönlichkeit Herr Schollmeyer ist jedoch Wähler der erste» Wählerklasse und deshalb von dieser zu wählen Wir sind gern bereit, ihn dort bei der nächste» Wahl zu nterstützen. Heut aber halten rot es für unsere Pflicht, den Besitz des Kaufmann und Gewerbestandes in der 2. Wählerklasse z» erhalten und nicht durch die 1. Klasse schmäler» zu lassen. Aus diesem Grunde haben wir für be» Kaufmann H. Berbux den Kaufmann H. Klöf aufgestellt. Da bie friedliche Verständigung be- verschiedenen Jnteressentengruppen nur möglick ist, wenn keine Beeinträchtigung einer Wähler avteilung stattfindet, so ist es für uns selbstver stündlich, baß wir an bet Kandidatur des Kaw didaten des Kaufmann- und Eewerbestande» festhalten und in bet Stichwahl Herrn Klötz un fere Stimmen geben. Wir verkennen nicht, bas Herr Klötz burch sein Inserat seine Position ver schlechten hat, wir stellen aber nicht bie Per son, sonbern bie Sache in ben Vordergrund uni treten deshalb für Herrn Klötz ein.

Die Wahl findet nur für ein Jahr statt, roei bie Wahlperiobe bes verstorbenen Herrn Berdu, Enbe 1909 abläuft. Wird nun in bet Stich wähl Herr Schollmeyer gewählt, so verliert so wohl bie 2. Wählerklasse, als auch ber Kauf mann- unb Gewerbestand einen Sitz im Stadt Verordnetenkolleg und wahrscheinlich dauernd, bl genannter Herr im nächsten Jahre doch woh roicber als Kandidat aufgestellt werden dürfte Wird aber Herr Klötz gewählt, io treten beiix llebelstände nicht ein. Der 2. Wählerklasse so wohl, wie dem Kaufmann- unb Eewerbestank bleibt bet bisherige Besitz jetzt unb auch im näch sten Jahre bei der Neuwahl gesichert. Wit btt ten deshalb alle Wähler der 2. Klasse, die un­seren Ausführungen unb fachlichen Erünben zu- stimmen, am Tage ber Stichwahl Herrn Kauf­mann Hugo Klötz ihre Stimme zu geben.

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Verantwortlich für bie Redaktion: Dt. phil. Carl Hitzeroth in Marburg.