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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
»ud de« Beilagen: „zilerarischer Anreiaer«, ,.r«n»mirtschaklliche B-il-«-" und „Illubrierte« Smruta,-blatt«
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Marburg
Donnerstag 17 Dezember 1908.
Die InsertionSgebiibr beträgt "für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum '15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, llniversttätsbuchdruckerei Inhaber Dr. E.H'itzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43. Jahrg<
Er«es Blatt.
Skandalsncht.
Zu den Angriffen gegen Geheimrat Harn- «ann schreibt man uns:
Nachdem gegen den Leiter der Presseabteilung des Auswärtigen Amts vor einiger Zeit politische Angriffe gerichtet worden waren, und nachdem diese Angriffe eine bündige Widerlegung erfahren hatten, richten die Gegner dieses Mannes ihre Geschosse jetzt gegen sein Privatleben. Erst hat die „Liberale Korrespondenz" einseitige und irreführende Auszüge aus einer inzwischen beschlagnahmten Broschüre veröffentlicht und ferner macht sich die „Welt am Montag" zum Sprachrohr der Gegner des Geheimrats Hammann. Aehnlich wie die „Liberale Korrespondenz" ihr Erstaunen darüber ausgedrückt hatte, daß Herr Hammann, nachdem dunkle Beschuldigungen gegen ihn erhoben worden waren, es noch gewagt hätte, im Reichstage zu erscheinen, zeigt sich die „Welt am Montag" entrüstet, daß er sich noch im Amt befindet.
Wir haben es herrlich weit gebracht. Wenn im Mittelalter jemand einer schweren Misietat beschuldig' wurde, so wurde versucht, durch das Gottesurteil oder das Sarggericht oder ähnliche Bräuche Schuld oder Unschuld festzustellen. Bis zu dieser Feststellung stand der Beschuldigte dem Ankläger gleich. Man ist heute gewiß geneigt, diese mittelalterlichen Bräuche als barbarisch anzusehen, aber ist es nicht noch viel barbarischer, ohne irgendwelche Feststellung und auf die bloße Anschuldigung eines im zivilrechtlichen Prozesse unterlegenen Gegners — besten Objektivität doch dem unbefangenen Beobachter sehr zweifelhaft erscheinen muß — einen Mann aus seinem Amte entfernen zu wollen. Gerade der Liberalismus verlangt die denkbar größten Kautelen zugunsten des Angeklagten. Wie können also linksliberale, demokratische Organe verlangen, daß ein lediglich Beschuldigter, nicht Angeklagter, wie ein U e b e r f ü h r t e r behandelt werde? Welche Jämmerlichkeit mutet man dem Fürsten Bülow zu, datz et einen Mann, der ihm ein Jahrzehnt treu zur Seite gestanden hat, vor richterlichem Spruche aus dem Amte entlasten und ihm dadurch das Stigma des Verurteilten aufdrücken solle?
Dies zur prinzipiellen Seite der Sache. Nun |u den von der „Welt am Montag" behaupteten Linzelheiten. Das Blatt regt sich darüber auf, daß nicht Herr Hammann, sondern der gleichzeitig durch die Broschüre beleidigte Kommerzienrat Bosch vorgegangen sei. Der Staatssekretär Schön hat aber auf Antrag Hammanns auf Grund der in der Broschüre gegen Hammann erhobenen dienstlichen Vorwürfe die Beleidigungsklage angestrengt und Geheimrat Hammann hat sich dieser Klage angeschlosten. Man kann also völlig darüber beruhigt sein, dah die Angelegenheit vor dem Gerichte die eingehendste Aufklärung und Erörterung erfahren wird.
Die tiefe Heuchelei der Angriffe aber steckt darin: Man schützt das nationale Interests vor, um der Skandalsucht fröhnen zu können. Den Lesern einen pikanten Stoff geben und dabei zugleich das Vaterland retten, wie herrlich? Die „Deutsche Tagesztg.", die unseres Mistens zum Auswärtigen Amte keine engen Beziehungen unterhält, hat dieses Gebühren niedrig und verächtlich genannt. Wir können uns diesem Urteil nur anschlietzen.
Die Kamarilla
geht wieder in den Erörterungen der Preste um. Einzelne Blätter wollen erfahren haben, daß nicht verantwortliche Ratgeber dem Kaiser die Vorstellung beizubringen versuchen, daß die Erregungen des vorigen Monats, wie sie in der Preste und im Reichstage zum Ausdruck kamen, nur Mache gewesen seien, um ihn, den Kaiser, zu demütigen. Letzten Endes würden derartige Bestrebungen nur gegen die Stellung des Fürsten Bülow gerichtet sein. Die „Franks. Ztg.", deren Berliner Vertreter bekanntlich in enger Beziehung zum Fürsten Bülow steht, sodaß neulich sogar der Abg. Erzberger sich danach erkundigen konnte, ob sie offiziös sei, meint zu der Frage:
„Fürst Bülow genießt das Vertrauen des Kaisers nach wie vor, wie es ein Arzt genießt, den der Patient auch bann noch für seinen Freund hält, wenn er ihm eine bittere Medizin verschreibt. Zudem ist die Stellung des Reichskanzlers auf dem Gebiete, das sich um das sog, persönliche Regiment dreht, recht stark. Er hat das Vertrauen und die Unterstützung einsichtiger Personen aus der Umgebung des Kaisers gefunden. In der bekannten Stellung der Bundesregierungen sowie des preußischen Staatsministerrums hat sich nichts geändert, so wenig gegenwärtig von einer am Werke befindlichen Kamarilla zu erkennen ist, und so wenig etwas davon zu merken ist, daß eine Verstimmung der Gegnerschaft, die hie und da gegen den Reichskanzler durch den 17. November entstanden sein mag, sich zu irgend einer Organi- saiions- oder Aktionsfähigkeit im Sinne einer Reaktion gebildet habe. Es ist kein Geheimnis, daß Fürst Bülow nach den Vorgängen in der ersten Novemberhälfte für seine entscheidende Unterredung mit dem Kaiser am 17. November Verständnis für die Situation und Unterstützung auch bei denjenigen Personen aus der engeren Umgebung des Kaisers gefunden hat, deren Wort und Einfluß ernstlich in Betracht kommen kann.. Von Versuchen zu einem Einfluß in anderer Richtung hat man damals nicht nur nichts gehört, sondern es steht fest, datz sie nicht hervorgetreten sind. Es liegt unseres Wis- ,ens kein Anzeichen dafür vor, daß sich dieser Zustand geändert habe."
Von anderer, wie es heißt, „gutunterrichteter Seite" verlautet, daß der Reichskanzler, was den Empfang von Ausländern durch den Kaiser anbetrifft, vom Kaiser die Zusage erhalten habe, datz ein solcher Empfang in Zukunft nur durch Vermittlung des Reichskanzlers erfolgen solle.
Alle derartigen Gerüchte von Beeinflusiung
des Kaisers in anderer Richtung usw. find wohl mehr der Ausdruck von Befürchtungen, als daß sie sich auf Tatsächliches stützen könnten. Wir glauben auch nicht, datz solche Erörterungen besonders wertvoll für die Erhaltung des monarchischen Gefühls sind, und man sollte endlich einmal über diese Dinge wieder zu einer ruhigeren Auffasiung zurückkehren, die unseres Erachtens nach Schlutz oer Angelegenheit durchaus berechtigt ist.
Politische Umschaa.
Die Berhandlunge« vor der Konferenz.
Wien, 14. Dez. Das „Fremdenblatt" schreibt: In Beantwortung der letzten russischen Note gab die österreichisch-ungarische Regierung das Mittel an, das ihr tauglich erscheint, sowohl ihre Auffassung von dem Zwecke bet Konferenz in bie Wirklichkeit umzusetzen, als auch bem von Rußlanb ausgehenden Wunsche nach Ermöglichung einer freien Diskussion aller Punkte des Konferenzprogramms zu entsprechen. Dieses Mittel, bas einfach genug ist. besteht darin, datz zwar eine uneingeschränkte Erörterung der Konferenzpunkte platzgreifen soll, aber nicht erst auf der Konferenz, sondern noch bevor sie zusammen- tritt. Gelegenheit hierzu würde sich naturgemäß schon bei Feststellung des Programms ergeben. Nur eine allgemeine Entente hinsichtlich der Haltung der Mächte zu jedem einzelnen Verhandlungsgegenstand kann die von keiner Seite gewünschte Möglichkeit ausschliehen, daß bie Konferenz, statt ein Friebensinstrument hervorzubringen, ein Schauplatz werbe, auf bem erst bie Divergenz bei Auffassungen in Erscheinung tritt. Die Mächte sollen sich vorher ihre Auffassungen über bie einzelnen Punkte mitteilen, ein Verfahren, gegen welches sich ein stichhaltiger Erunb kaum einwenben läßt, unb sich erst bann, wenn sich aus bem Für und Wider dieser Auffassungen eine einheitliche Meinung gebildet, an den Konferenztisch setzen. Europa soll von der Konferenz keine Ueberraschungen erwarten, vielmehr soll die Konferenz eine erfreuliche, festliche Versammlung der Mächte bar« stellen, bie zusammengekommen, um bie Hebet« einftimmung ihrer Auffassungen vor aller Welt kundzutun unb zu bestätigen, baß sie bie Dinge so georbnet haben, daß bem Frieden keine Gefahr mehr droht.
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Weg mit dem Pilsener Bier!
Die „T. R." zitiert einen Passus aus einem Rundschreiben des bekannten tschechischen Agitators und vermutlichen Veranlassers der jetzigen Deutschenhetze in Prag, in bem es heißt:
„Alle, welche tschechisch teben ober benten, müssen auf bie beutsche Frechheit (?) mit bem wirtschaftlichen Boykott alles Deutschen antworten. Richt einen Heller bemjenigen. bet in die Reihen unserer Schmäher gehört! Wer nicht gutwillig so handeln will, muß einfach im Interesse des Ganzen dazu genötigt werben. Ihr kaust eure Maschinen, Gerste, Malz, Hopfen unb Tee unb anbete für euer Gewerbe nötigen Artikel bei Deutschen. Es hat aufgehört, eine Privatsache zu sein, von wem ihr biese Artikel kaust; ihr bürst sie nirgenbs anders kaufen als bei
Tschechen. Wir wollen nur eins, was jeber ehrliche Tscheche wollen muß, bie wirtschaftlich« Emanzipation von ben Deutschen unb die wirtschaftliche unb bamit bie politische unb national« Stärkung bet tschechischen Ration."
Das Blatt knüpft batan folgenben außerordentlich beherzigenswerten Aufruf:
Die Antwort darauf kann nur die Boykottierung des Pilsener Bieres fein, des einzigen brauchbaren Produktionsarttkels, den die tschechische „Kulturnation" in heldenhaftem, jahrzehntelangem Ringen zustande gebracht. Die Studentenschaft und bie besseren Gastwirte baben sich schon in biesem Sinne entschieden. Allein damit ist noch nicht viel erreicht. Es gilt auch den deutschen Bierphilister auf zurüttel» und ihn für ben nationalen Abwehrkampf energisch heranzuziehen. Er schreit Zeter unb Martz io, wenn bie Biersteuer von ihm einen Pfennig mehr verlangt, benn bes Reiches Not und Elend läßt ihn kühl bis ans Hetz hinan; für bas Hektoliter Pilsener Bier aber zahlt er 33 bis 36 Mark, obwohl für gleichwertiges beutsches Bier nur 17 bis 18 Mk. gegeben werben. Dieser un- . ... erhört hohe Monopolpreis ist in keiner Weife gerechtfertigt. Erst kürzlich wies bie Monatsschrift ber Düsseldorfer Handelskammer darauf hin, daß die ärztliche Empfehlung des böhmischen Bieres irreführend ist, und daß nur um dieses Irrtums willen bie heimische Bier- inbustrie burch einen Ausfall von vielen Millionen geschäbigt unb ber Konsum für ben beut« scheu Biertrinker in völlig ungerechtfertigter Weise verteuert werbe. Daß man ferner in Deutschlanb gar ben bebrängten Volksgenossen zu Hilfe kommen könnte, inbem man sich nach Kräften von tschechischen Arbeitern emanzipiert, ist natürlich ein Gedanke, ben bie nationale Schlappheit mit Entrüstung abweist. Wir debattieren übet bie Arbeitslosigkeit, wir beklagen sie unb suchen nach Mitteln der Abhilfe, wir zahlen für polnische unb tschechische Arbeiter in bie Kassen ein, ober wir füttern jährlich, wie Herr Zimmermann im Reichstage feststellte, in der Lanbwirtschaft 240 000 und in bet Industrie 360 000 ausländische Arbeiter, darunter viele tausend Söhne des edlen Tschechenvolkes. Jetz! ist der Zeitpunkt gekommen, mit unserer nationalen Gutmütigkeit ein Ende zu machen und Herrn Klofatsch den Brotkorb etwas höher zu hängen.
Deutsches Weift.
— Oberstaatsanwalt Dr. Preutz. Berlin, 15. Dez. Der Erste Staatsanwalt beim Landgericht II in Berlin, Preutz, ist als Nachfolger des zum Eeneralstaatsanwalt beim Kammergericht ernannten Oberstaatsanwalts Dr. Jsen- biel Erster Staatsanwalt beim Landgericht I in Berlin mit dem Titel Oberstaatsanwalt geworden. Oberstaatsanwalt Preuß ist erst seit bem August bes vorigen Jahres in seiner bisherige» Stellung gewesen, ist aber bereits einmal, gelegentlich bes Prozesses gegen ben Schriftsteller Branb wegen Beleidigung des Fürsten Bülow, in bem er die Anklagebehörbe vertrat, in bei
|1 "Mrtihrucf tierboten.)
Unter Feinden.
Roman von Karl Matthias.
(Fortsetzung.)
VI.
Der Zustand Desirees war glücklicherweise nicht so gefahrdrohend, wie man angenommen. Der Arzt erweckte sie nicht aus ihrem Schlaszu- stand, er ließ sie unbewußt in einen ruhigen Schlummer hinüberdämmern. Die Pulver, welche er mitgebracht, übten gute Wirkung aus, und nachdem sich ber Doktor unter bem Versprechen, am nächsten Tage wieberzukoinnren, entfernt hatte und von Baptist zurückgefahren worden, verabschiedete sich auch Tyrolt, um die Ruhe aufzusuchen, die er bringend brauchte. Aber erst, als die Sonne ihre Morgenstrahlen in sein Zimmer sandte, schlummerte er auf kurze Zeit ein. Als er erwachte, war es ganz Tag. Gewohnheitsmäßig horchte er auf bas Geräusch tu der Fabrik. Er hörte wohl das Brausen des Dampfes, aber nicht das Stampfen ber Maschine, bas Schnurren der Räder.
Sofort verließ Tyrolt Bett und Zimmer. Da war wieder etwas nicht in Ordnung. Er begab sich geradewegs nach bem Maschinenhause. Pu- marquet war nicht bei ber Arbeit erschienen, ber Heizer verstand nichts von ber Inbetriebsetzung. Kurz entschlossen griff der Direktor selbst bie Arbeit an, bis ber Werkmeister erschien, ber seinerseits verschlafen hatte. Dann inspizierte
er alle Säle unb Scheerstuben und sah febes Einzelnen Arbeit nach.
Diese unb andere Obliegenheiten, von denen eine die andere drängte, banden den Direttor an die Fabrik. Erst gegen bie Dinerzeit fand er Muße, sich nach Desirees Befinden zu erkundigen.
Herr Bourlier empfing ihn mit heiterer Miene. Der Doktor hatte sich recht zufrieden über der Patientin Befinden ausgedrückt.
„Sie ist ganz munter, obgleich natürlich noch Fieber vorhanden," berichtete ber alte Herr. „Ein wenig phantasiert sie noch, denn sie spricht unaufhörlich von Ihnen und daß sie Ihnen bauten müsse. Nun, gar so eilig ist es wohl nicht. Sie können Ihr Elück boch erwarten?"
,£> Herr Bourlier —“
„Haven Sie meinen Sohn in ber Fabrik gesehen?"
„Nein, ich bin überzeugt, baß er noch in Sedan ist."
Gegen Abend stellte sich Pumarquet im Maschinenhause ein. Er war angetrunken unb wollte zu arbeiten anfangen. Tyrolt wies ihn aus ber Fabrik.
„Sie werden in diesem Zustand keinen Hebel berühren," sagte er drohend. „Zu Ende bes Monats verlassen Sie Ihre Stellung."
„Hm, das wäre," lachte ber Gemaßregelte frech. „Der Leutnant ist schuld an meinem Ausbleiben, halten Sie sich an ben. Er hat mich mit meiner Frau auf seiner Bude bewirtet unb mich von der Arbeit dispensiert. Er ist
hier der Herr und nicht Sie. Ihre Direttorschast wird ohnehin bald zu Ende sein."
„Scheeren Sie sich fort!"
„Nur nicht so heftig! Kuschen Sie nur bei Zeiten. Die Prusstens werden boch alle aus bem Lande gejagt, wenn es Krieg gibt.“
„Wir leben im Frieden, Mann, Krieg führe ich allein gegen die ungetreuen Arbeiter. Da ich seh-, daß Sie unverbesserlich sind, entlasse ich Sie nicht zum Ende bes Monats, fonbern auf bet Stelle. Melden Sie sich im Kontor um Ihren laufenden Lohn, unb bann hinaus!"
„Oho, Sie spielen sich auf, Sie Prussien? — Sie wollen einen guten Franzosen in seinem eigenen ßanbe maßregeln — Sie —?“
Er taumelte mit geballter Faust auf Tyrolt zu; boch biefer wartete ben Zusammenstoß nicht ab. Mit herkulischer Kraft versetzte et bem Unverschämten einen Schlag gegen bie Stirn, daß er lautlos zu Boben fiel.
„Werft ben Trunkenbold vor bas Tor! befahl er einigen elsässischen Sammetwebern, welche Zeugen biefes Vorfalles gewesen unb bem Direktor sehr ergeben waren. So geschah es.
Nach Feierabend begab sich Tyrolt nach bem Herrenhause. Als er bie Verandatreppe hinauf« stieg, fand er Olivier in einem Schaukelstuhle fitzend. ,
„Ah, da kommt ber Retter," sagte er naselnb, „haben Sie Ihre Prämie schon erhalten?"
„Ich weiß nicht, was Sie veranlaßt, in biesem Tone mit mit zu reden," entgegnete Tyrolt ruhig; „aber so viel weiß ich, würbe ich Ihnen,
als Sie schreienb ben Fluß hinabtrieben, nut einen Finger zur Hilfeleistung gereicht haben, in dieser Stunde würde ich es bereuen. “
„Das glaube ich Ihnen aufs Wort," meinte Olivier, sich auf bem Stuhle hin- unb herschau, kelnb. „Gottlob, ich beburfte Ihrer nicht. Hebtigens wat meine Rettung auch nicht in der Komöbie vorgesehen."
„Was wollen Sie bamit sagen?" '
.Nichts mehr unb nichts weniger, als baß bie Sache abgekartet gewesen ist. Sie sollten bie Kleine retten. Sie sollten sich baburch bei meinem Vater einen neuen Stein im Brett erwerben; baß dies Spiel so gefährlich war, hat sie cQetbings nicht vorbebacht."
„Ich vermag Ihnen auf biese Albernheit unb Bosheit nicht zu antworten, Herr Leutnant," sagte Tyrolt verächtlich. „Sie suchen offenbat Streit mit mir; aber ich will nicht weichen, be ihres Vaters Geschäft baburch leiden würbe, ba» ohnehin durch Ihren Leichtsinn geschädigt wird.
„Sie wagen es?“
Allerdings. Pumarquet wird durch Sie von der "Arbeit abgehalten, betrunken gemacht unb gegen mich aufgehetzt. Ich habe ihn soeben entlassen. . .
„Den Teufel können Sie entlassen, nicht Pumarquet," fuhr Olivier auf. „Sie werden die Entlassung sofort zurücknehmen."
„Das werde ich nicht tun. In der Fabrik bi» ich Herr. Was ich einmal anordne, geschieht. Ehe ich mein Wort zurücknehme würbe ich vo» meinem Posten »urücktreten." (Forts, folgt.)