Einzelbild herunterladen
 

GöechM Jeilmg mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und de« Beilage«: ^jttrraeischer Anzeiger",Landwirtschaftliche Beilage" «ndJUnstriertrs S»a«ntagsblatt".

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessisch« . ...

gz. ani Zeitung« bei allen Poftämtern und imsern Zeitunqsstellen in InsertlonSgebühr betragt str die 7gespaltene Zeile

J12. 2V4 "'rchhain und Wetter sowie bei unserer ©rpebrtion - Markt 21. oder deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. ,<x

Der Bezugspreis beträgt durch die'Post 2,25 Mk. (ohne 9hf#tf8f<Yrt 1S 1QHQ Druck und Verlag: Iah. Aug. Koch, UmversitätSbuchdruckerer

Bestellgeld), bei unsern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk. L/lt,Nvt,Ug, IO. JLCjvUlUCl 1UUO. Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Zweites Blatt.

Fabrik und Handwerk.

In der letzten Zeit find wiederholt durch die Presse Notizen gegangen des Inhalts, daß gelegentlich der Beratung der großen Gewerbe- ordnungsnovelle in der 26. Kommission des Reichstags einegesetzliche Festlegung des Fabrikbegriffes" erfolgt sei und zwar nach der Richtung hin, daß Betriebe mit mehr als 10 Arbeitern künftig als .Fabriken" gelten sollten.

Diese Berichterstattung konnte zwar von vornherein als eine irrtümliche, auf einer Ver­kennung des Tatbestandes beruhende widerlegt werden. Konnte es sich doch in der Kommission bei den bezgl. Beratungen nur darum gehandelt haben, den Geltungsbereich der Arbeiterschutzbe­stimmungen der Gewerbeordnungsnovelle festzu­setzen. Gleichwohl ist durch diese Preßberichte eine lebhafte Beunruhigung in die Kreise des Handwerks hineingetragen worden, da man hier befürchtete, daß diese Regelung ganz allgemein, also insbesondere auch mit Beziehung auf den Titel 6, die alte Streitfrage Fabrik und Hand­werk lösen sollte, wodurch natürlich die Jnter- esien der Handwerkerlichen Organisation an der Zuziehung leistungsfähiger Betriebe aufs schwerste geschädigt worden wäre.

Es ist daher zu begrüben, daß der jetzt erschienene Bericht der 26. Kommission sNr. 1050 der Drucksachen des Reichstags) Gelegenheit bietet, in authentischer Weise jeden Irrtum aufzuklären. Dieser Bericht spricht zunächst in Anlehnung an die Motive der Novelle davon, daß die Abänderung der Ueberschrist zum Ab­schnitt 4 des Titels 7 der Gewerbeordnung Besondere Bestimmungen für Betriebe, in denen in der Regel mindestens zehn Arbeiter beschäftigt werden". nur zu dem Zwecke erfol­gen solle, um das Anwendungsgebiet der Schutz- vestimmunqen klar zu umichreiben. Ferner ist aber in der 2. Lestnrg in gegebener Beranlasiung von feiten eines Regierungsvertreters ausdrück­lich folgende Erklärung abgegeben worden: Durch die vor-'ei'chlagene Regelung, wonach der Fabrikbegriff völlig ausgeschaltet, und die Zahl der in der Regel beschäftigten Arbeiter für die Anwendung der Paragraphen 133g bis 139a als maßgebend erklärt werden tolle, werde lediglich eine klare Umgrenzung des Geltungsbereichs die­ser Vorschriften beabsichtigt. Für die Entscheid­ung der Frage, ob es sich um einen Fabrik- oder Handwerksbetrieb im Sinne des Titels 6 der Ge­werbeordnung handele, sei diese Regelung von keiner Bedeutung."

Nach diesen Erklärungen kann von einer all­gemeinen Festlegung des Fabrikbegriffes keine Rede sein.

Endlich ist auch im Reichstage selbst in der 173. Sitzung zum Ausdruck gekommen, daß nicht die allgemeine Begriffsbestimmung der Fabrik, sondern nur der Geltungsbereich der Arbeiterschutzbestimmungen mit der Abgrenzung der Betriebe von mehr als 10 Arbeitern festge­legt werden sollte.

9 Öldruck verboten.)

Unter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

(Fortsetzung.)

Frc.u von Tarandal hatte geklingelt. Me­lanit, die Zofe, erschien in der Tür.

Helfen Sie dem Fräulein, daß es schnell aus den Kleidern kommt, und legen Sie Wärmefla­schen i-s Bett, auch Fliedertee soll bereitet und der Kamin im Schlafzimmer geheizt werden. Mrnde.ens zwanzig Grad Reaumur, verstehen Sie mich?"

Ganz wohl, gnädige Frau.«

Desiree hatte lachend den Salon verlassen, das Kammermädchen folgte eilig, aber die be­sorgte Tante blieb ganz erschrocken über die Sorglosigkeit ihrer Nichte und wegen der neuen Entdeckung vor dem Tische sitzen, auf dem noch immer der Samowar brodelte und zischte und die garnierten Platten vergebens zum Imbiß einluden.

Desiree, welche nach wenigen Minuten umgs- kleidet wieder erschien, weckte sie aus ihrem ängstlichem Hinbrüten.

Ich bat Dich, zu Bett zu gehen," rief Frau Nataly erzürnt.

Aber das junge Mädchen erstickte ihren Vor­wurf mit einem Kusse.

Nicht böse sein, Tantchen, ich muß ja noch hier bleiben. Gib mir lieber eine Tasse Tee mit Rum nach russischer Art. Ich glaube, ich werde ts brauchen können."

Während die gute Dame den Trank mischte, traten die Herren wieder ins Zimmer. Tyrolt »ar in einen Seidenschlafrock des alten Herrn

Das Kommunalsteuerprivlleg der Beamten.

Die verstärkte Eemeindekommisfion des Ab­geordnetenhauses, der von der freikonservativen Partei die Abgg. Lüdicke und Ziethen angehö­ren, beret über den Gesetzentwurf betr. die Aufhebung des Kommunalsteuerprivilegs der Beamten. Rach dem Vortrage des Referenten wurde vom Regierungskommissar ausgeführt: Der Staat würde weitere 10 Millionen auf­wenden müssen, wenn er die gegenwärtigen un- mittelbaren Beamten den Kommunen zur Be­steuerung nach Maßgabe des Gesetzentwurfs überließe, denn ohne Entschädigung könne das bisherige Privileg der Beamten nicht gut auf­gehoben werden. Der Staat könne aber die 10 Mill, nicht zurVerfügung stellen: es lasse sich nicht verkennen, daß die Grenze von 100 Proz. für die Steuerzuschläge eine Begünstigung für die besser situierten Gemeinden darstelle: doch sei die Grenze entsprechend einem früheren Wunsche der Gemeindekommission festgesetzt. Würde man keine Höchstgrenze schaffen, so würde vielfach eine Beamtenversetzung einer finanziellen Bestraf­ung gleichkommen, und der Staat müsse die Mög­lichkeit haben, die Beamten ohne deren finan­zielle Benachteiligung überallhin zu versetzen. In längerer Diskussion wurde diese Ausführ­ung teilweise bekämpft, zum größeren Teile aber unterstützt: es wurde bedauert, daß der Staat zur Zeit nicht in der Lage sei, die Kosten für die Beseitigung des Steuerprivilegs zu tragen, aber hervorgehoben, daß man den Gesetzentwurf als ersten Schritt der Aufhebung des Beamtenprivi­legs betrachten müsse. Damit wurde die Generaldebatte geschlossen.

Zur Boykotlbewequnq in der Türkei.

Wien, 12. Dez. Seit Beginn der Boykott­bewegung in der Türkei hat die österreichisch- ungarische Regierung kein Mittel unversucht ge­lassen, um dieser Bewegung zu steuern, wobei sie es nicht nur nicht dabei hat bewenden hassen, zu wiederholten Malen die allerernstesten Vorstel­lungen in Konstantinopel zu erhoben, sondern auch teilweise die ihr zugekommenen Reklama­tionen geschädigter Exporteure und Schiffahrts- Gesellschaften mit allem Nachdruck zu vertreten sich veranlaßt sah. Der Boykott hat zur Folge gehabt, daß die Verhandlungen, die Oesterreich- Ungarn mit der Pforte behufs Erzielung eines Einverständnisses wegen der Annektion Bos­niens und der Herzegowina eingeleitet hatte, be­dauerlicherweise eine Unterbrechung erfuhren. Die österreichisch-ungarische Regierung hat bei i<nen Bemühungen, dem Boykott ein Ende zu bereiten, der Pforte gegenüber stets den Stand­punkt vertreten, daß sie von ihr ein mit den Be­stimmungen des Handelsvertrages im Einklang stehendes Verhalten zu verlangen berechtigt sei, und zwar in dem Sinne, daß unsere Schiffe bei ihren Operationen geschützt werden, die Konni­venz der zollamtlichen Organe aufhöre und das

gehüllt, die anderen Kleider hatten für seine mächige Gestalt nicht zugelangt.

Desiree, welche aus der Tante Hand den Tee empfangen, ging ihrem Retter einige Schritte entgegen.

Bitte, trinken Sie gleich," sagte sie, ihm die Tasse reichend.Er ist noch ganz heiß und Wärme tut uns not

Aber Fräulein Desiree, ich beraube Sie."

Trinken Sie mir zu Liebe," flehte sie mit eigentümlicher Betonung. Sie blickte ihm mit glühenden Augen in das ruhige, ein wenig bleiche Gesicht, ihre Stimme war plötzlich ganz heiser geworden.

Waldemar tat nach ihrem Willen. Als er die Schale foristellen wollte, nahm sie ihm die­selbe aus der Hand. Es war, als ob sie eine Befriedigung darin fände, ihm zu dienen.

Er begriff es gar wohl und lächelte verlegen.

Ich wette, Sie selbst, Fräulein Desiree, ha­ben noch nichts zu sich genommen, sagte er zu dem jungen Mädchen, welches auf einem Sessel neben dem Kamin Platz genommen hatte.

Desiree antwortete nicht. Sie saß regungs­los da.

Sie ist eingeschlafen," meinte Boulier.Das wäre in der Tat"

Sie ist ohnmächtig," klagte Frau von Ta­randal, sich über sich beugend.Wie habe ich sie gebeten, zu Bett zu gehen! Stein, sie mußte wieder hierher zurückkehren. Run wird sie doch noch krank werden.

Dann muß man kraft seiner väterlichen Autorität eingreifen," sagte Bourlier und trug seine Tochter selbst auf ihr Schlafzimmer. Rach einem kurzen Ohnmachtsanfall hatte 'ch das Fieber, die Folge der Erkältung un- ct über­reizten Nerven, eingestellt."

Publikum nicht gehindert werde, Lsterreiche und ungarische Kaufläden zu betreten. Die türkische Regierung sah sich daraufhin kürzlich veranlaßt, in offizieller Weise zu erklären, daß den Zoll­behörden die entsprechenden Weisungen erteilt seien, und daß die Pforte in den Grenzen der ihr gesetzlich zustehenden Befugnisse alles aufbieten werde, um dem Boykott zu steuern. Von diesen Erklärungen hat die österreichisch-ungarische Re­gierung Akt genommen und die türkische Regie­rung darauf aufmerksam gemacht,, daß, wenn sie diesen von ihr anerkannten Verpflichtungen nicht nachkommen sollte, sie für alle etwa daraus ent­stehenden materiellen Schäden haftbar wäre. Mit Rücksicht darauf, daß infolge der Erklärun­gen der türkischen Regierung und unserer Er­widerung über die Frage des Boykotts eine prin­zipielle Divergenz nicht mehr besteht, hat sich die österreichisch-ungarische Regierung, um einen Be­weis freundschaftlichen Entgegenkommens zu geben, bereit erklärt, die bisher unterbrochen ge­wesenen Verhandlungen wieder aufzunehmen. Der österreichisch-ungarische Botschaster in Kon­stantinopel hat demnach die entsprechenden Wei­sungen erhalten. Es würde hie" lebhaft begrüßt werden, wenn die bald zu gewärtigenden Ver­handlungen zu vollem Einvernehmen führen und in gleichem Schritt auch die wirtschaftlichen Beziehungen wieder in ihr normales Gleis zu- rückkehren würden.

Deuttckes Reick.

v. Kiderlen-WLchter. Berlin 12. Dez. Die Meldung, daß der deutsche Gesanote in Ru­mänien von Kiderlen-Wächter von seinem Posten abberufen und nur noch interimistisch nach Bukarest zurückkehren solle, wird demLo- kalanz." als unzutreffend bezeichnet.

Reichstagsersatzwahl. Meseritz, 12. Dez. Graf Westarp (kons.) erhielt 11506, der Propst Renspieß (Zentr.) 10 211 Stimmen. Graf Westarp ist somit gewählt. Der Wahlkreis war dadurch stark gefährdet, daß das Zentrum mit den Polen zusammenging auf Grund von beson­deren Abmachungen. Bei der Hauptwahl 1907 siegte der konserv. Kandidat von Eersdorff mit 11388 Stimmen im ersten Wahlgange. Weiter wurden abgegeben 8427 polnische, 1682 Zen­trums und 102 sozialdemokratische Stimmen.

Das Reichsgericht über Minister-Zmmuni- titt. Nach derSüdwestdeuttchen Korresp." ist das Reichsgericht vom Statthalter des Reichs­landes ersucht worden, anläßlich einer beim Schöffengericht Sttaßburg erhobenen Beleidi­gungsklage gegen Frhrn. Zorn v. Bulach, da­mals noch Unterstaatssekretär, Vorentscheidung zu treffen, ob er durch den Vorwurf in einer Sitzung des Landesausschusses,die Kanalagi­tatoren hätten die Regierung verleumdet", feine Amtsgewalt überschritten habe. Die Vorentschei­dung fiel zugunsten des nunmehrigen Staats­sekretärs aus: Ais Nichtjurist und Nichttechniker habe sich Frhr. Zorn v. Bulach int guten Elau-

Jch werde einen Arzt holen," erbot sich Tyrolt sofort.Die Dienstleute sind alle fort­geschickt, der Fabrikarzt in Bazailles verreist, Sie müssen hier bleiben, ich werde nach Sedan fahren. Dr. Dieugarde muß her.

Sie wollen fort? In diesem Anzuge und in dieser Verfassung? Das leide ich nicht!"

Ich befinde mich ganz wohl und die Kleider wechsele ich, bevor das Pferd eingespannt ist. Ich bitte Sie, Herr Bourlier, lassen Sie mich mein Rettungswerk vollenden. Wenn der Arzt nicht in einigen Stunden zur Stelle ist, kann das nervöse Fieber einen höchst gefährlichen Verlauf nehmen."

Nun denn, ich will Sie nicht aufhalten, ich lasse das Gig anspannen."

Es klingelte, Iacgues trat ein.

Ist Baptiste im Stalle?"

Stein, gnädiger Herr, einzig der Gärtner Laurence ist zurück. Er sah den Herrn Direktor mit dem gnädigen Fräulein aus einem Bauern­wagen zurückkehren und glaubte alles in Ord­nung."

So soll Laurence einspannen. Den Brau­nen möge er nehmen, er ist mein bester Traber und fromm dabei. Keine Nachricht von meinem Sohne?"

Leider noch nicht, gnädiger Herr."

Bourlier verabschiedete den Diener mit einer Handbewegung, dann sank er ächzend in einen Stuhl.

Verzagen Sie nicht," tröstete ihn Walde­mar.Ihr Sohn kann nicht verunglückt sein. Ich sah es, wie er sich fest an das Boot klam­merte."

Vergessen Sie nicht sein verkürztes Beine, seine Schwimmkunst dürfte versagen, seine schwa­chen Arme erlahmen er ist mein einziger

ben auf Angaben eines Abgeordneten verlassen; parlamentarische Immunität komme auch de« Regierungsvertretern zu: sic könnten in der raschen Erwiderung auf Anfragen nicht jedes Wort auf die Eoldwage leget.. Außerhalb des Landesausschuffes wurden die harten Worte nioit wiederholt: als dürfte "hl die N hprü- fung der Richtigkeit nicht vor Gericht, sondern höchstens im Landesausschusse erfolgen. Die Vorentscheidung hat insofern große Bedeutung auch für die Regierungskommissare im Reichstag und in den gesetzgebenden Körperschaften der Bundesstaaten, als bis jetzt in diesem Sinne noch von keinem Gericht eine Entscheidung ergangen war.

Die Geschäftsergebnisse der Invaliden. Versicherungsanstalt 1907, wie sie dem Reichs­tage jetzt vorliegen, ergeben, daß 1907 nicht we­niger als 112 220 Invalidenrenten, 11 527 Kranken- und 10 813 Altersrenten festaesetzt worden sind. Die Beitraaserstattungen beliefen sich bei Heirat auf 152 487, bei Unfall auf 616, bei Todesfall auf 35 464 Fälle. Insgesamt sind in diesem Jahre rund 147,6 Mill. M an Renten gezahlt und 8,9 Mill. an Beiträgen erstattet. Seit 1891 macht die Summe der gezahlten Ren­ten 1324,4 Mill, dl, also IMt Milliarde ous; seit 1895 sind zusammen 77,08 Mill. M an Beiträgen einschließlich der Anteile des Reiches erstattet. Und diese Summen werden nach wie vor von der Sozialdemokratte als nicht wert der Rede oder der Dankbarkeit gegen das deutsche Vaterland hingestellt!

ein bissiger Feind der Genossen. Das Ge­richt in Würzburg verurteilte den Maurer Löhr wegen Körperverletzung zu 6 Monaten Gefäng­nis. Der Verurteilte war von dem Genossen Schönig gepeinigt worden, zur Sozialdemokratte überzugehen. Aus Wut darüber biß Löhr dem Antragsteller die Nasenspitze und den rechten Nasenflügel ab.

Das sozialdemokratisch« Liederbuch in der Kaserne. Bei einer Spindrevision in der 12. Kompagnie des Inf.-Reg. in Dessau wurde im Spinde eines Musketiers das sozialdemokratische Liederbuch mit dem TitelSinge mit" von Li­pinski in Leipzig, politische Kampf- und Ee- werkschaftslieder, vorgefunden. Das Kriegsge­richt in Halle nahm an, daß der Angeklagte den Inhalt des Buches gekannt habe. Da er aber das Buch mehr aus Neugierde eingeführt hatte und auch sonst nicht sozialdemokrattschen Ge­sinnungen huldigte, wurde -r nur zu 14 Tagen strengen Arrest verurteilt. Beantragt waren 2 Monate Gefängnis.

Die Pest in Deutsch-Ostafrika. DieNordd. Allg. Ztg. meldet: In Deutsch-Ostafrika sind vom 2. bis 11. Dezember zwei weitere Einge­borene an Pest erkrankt.

F' i jjjjS ..i --------- ~' jg

Ausland.

** Di« Polen in Galizien. Lemberg 12. Dez. Der Statthalter Geheimrat Bobzynski, der heute vormittag einer Doktorpromotion in der Univer- fität beiwohnte, wurde beim Verlassen der Aula

Cohn: wenn ich auch nicht blind gegen feine Fehler bin, ich liebe ihn darum nicht weniger. Seinen Tod überlebe ich nicht."

Fürchten Sie nichts, Herr Bourlier. Als ich mit Fräulein Desiree nach der Landstraße schritt, kam ein Bauersmann mit einem Wagen, der uns aufnahm. Er versicherte mir, daß er von Balan bis hierher keinen Hilferuf gehört habe. Ich bin der Meinung, daß der Herr Leutnant jetzt an irgend einem Herdfeuer sitzt und seine Kleider trocknet."

Gott gebe, daß Ihre Voraussetzungen ein- treffen. Bringen Sie den Doktor mit heraus erhalten Sie die Tochter mir und Ihnen

,herr Bourlier, darf ich Sie richtig ver­stehen?" tief der junge Mann, dem das Her­hoch aufschlug.

Sagte ich Ihnen nicht schon, daß Sie alle, von mir fordern dürfen?"

Desirees Hand?"

Darf ich Ihnen verweigern, was Sie sich selbst erhielten?"

Er reichte dem Direktor die Hand, welch« dieser selig und beglückt schüttelte.

In zwei Stunden hoffe ich zurück zu sein, bi, dahin guten Mut, Herr Bourlier? Ich glaub« an mein Glück und das kann mit Ihrem litte glück nicht beginnen."

Er begab sich eiligen Schrittes in feine Woh­nung, wo er Rock und Unterkleider tauscht«. Als er über dieBrücke zurückging, stand schon bet alte Laurence mit dem Braunen vor dem Gig bereit.

Tyrolt nahm die Zügel und fuhr in M! st 'ecktem Trabe die Sttaße entlang.

' .... (Fortsetzung folgt.)