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Erstes Blatt

als bei

zu suchen.

8.

hinzu: Ob ich berechtigt war, mich auf die Erklärung der Abg. Wiemer zu beziehen, dar» über ist nicht der Abg. Ledebour Richter, sondern die Parteien, die diese Erklärungen abgegeben haben. Wir sind entschlossen, das Vereinsgesetz mit der vollsten Loyalität auszuführen.

Ahlhorn (frs. Vp.): In der französischen Presse find Unwahrheiten über Marokko verbrei» tet worden, die geeignet find, Deutschland i» seiner Ehre zu verletzen. Solange noch ein fran- zöfischer Soldat in Marokko ist, wird keine Ruhe dort eintreten. Aus diesem Lande, wo wir eine gute Zukunst für unseren Handel erwarten, dür­fen wir uns nicht herausekeln lasten.

Staatssekretär v. Schön: Dem Abgeordneten Ledebour gegenüber bemerke ich, daß ich die Frag« des angeblichen Angebots deutscher Trup­pen in Wien bereits mit in verneindem Sinn« beantwortet habe.

Staatssekretär Dernburg; Ich weise darauf hin, daß die Petition der ostafrikanischen Pflan­zer vom Hause durch Uebergang zur Tagesord­nung erledigt worden ist.

Schluß nach 8 Uhr.

Nächste Sitzung Dienstag, 12. Januar, nach« mittags 2 Uhr: Petitionen.

Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.

Stadttdeater.

Vor-estern Abend gins vor gutbesetztem Hause des Dänen Gustav Wied vieraktiges Sayr- spiel 2X25 zum ersten Mal in Szene und wurde sehr be'fällig ausgenommen. Ein Sa- tyrfpiel nennt der Verfasser sein Stück, und wirk­lich glaubt man zuerst, in einen Guckkasten zu schauen und lauter komische Leute zu sehen: da ist der gesinnungstüchtige Regier.-Rat Hamann, ein Pantoffelheld, und seine Frau Marie, die nur schwach ist, wenn es ihr Söhnchen zu ver­teidigen gilt. Dieser Sohn Friedrich, dummdreist mit einem Stich ins Romantische ist denn auch das folgerichtige Erziehungsprodukt eines solchen Elternpaares. Da ist weiter ein Karikaturen­zeichner mit Frau, eine Kokette Othella Lustig, ein Rennfahrer, eine Zimmervermieterin, eine Kammerherrin, ein Eefängnisprediger, ein Ge­fängniswärter eine luftige Folge von aller­hand komischen Leuten, di« in bunter Folge an uns vorüberziehen. Das gehört zum Satyrspiel; aber bald sehen wir, daß das, was auf der Bühne so sehr unterhaltend und lustig wirkt, gar fein Satyrspiel, sondern eine bittere Zeitsatire ist. Wir merken, daß der Mann, der uns Euckkasten- bilder vorzuführen schien, mit dem bitteren Lä­cheln der Resignation uns tu sch rzender Form einen Zeitspiegel vorhält. Es ist wohl ein gutes Stück Selbstbiographie, wenn der Dichter »ns in der Figur des Schriftstellers Paul Abel einen Mann zeigt, der dieses resignierte Lachen schon auf den Lippen trägt, weil er zu viel ins Leben hinein gesehen hat, das Leben, welches »oft den Grundsätzen beherrscht wird 2x2=5 *ndfür den Seid wird keine Garantie geleistet",

Vom Balkan.

. Wie bei der Sprtngprozesfion in Kevelar die frommen Wallfahrer zwei Schritte vorwärts springen, um stets wieder einen zurückzugehen, so ghen auch in der Frage der Balkankonferenz die beteiligten Großmächte zwei Schritte vor, um wieder einen zurückzutun aber wie die Wall­fahrer, so werden auch die Balkaninterefienten

e^e Zur Konferenz gelangen. Die in Petersburg eingetroffene österreichische Rote ist ln sehr entgegenkommendem Sinne gehalten «nd schlägt vor, daß die Signatarmächte vor der Konferenz durch Verhandlungen von Kabinett zu Kabinett sich einig werden über die Annexion Bosniens, so daß di« Annexion der Konferenz zur debattelosen Genehmigung oi rgelegt werden kann. In Wien hofft man aus eine gute Auf­nahme dieser Rote in Petersburg, aber auch auf eine gute bevorstehende entscheidende Wendung in den österreichisch-türkischen Beziehungen. Graf Pallavicini hat neue Aufträge erhalten, die den Wiederbeginn direkter Verhandlungen zwischen Oesterreich und der Türker erleichtern dürften. Allerdings soll die Boykottfrage zunächst noch «usgefchaltet bleiben. Die österreichische Regie­rung hat sich nämlich davon überzeugt, daß es Sur Zeit der Pforte unmöglich ist, einen Einfluß auf das jungtürkische Komitee auszuüben, da zwischen dem Erotzvezier Kiamil Pischa und dem Komitee aus anderen Gründen Streitigkeiten bestehen, die durch ein energisches Einschreiten Kiamrls gegen den Boykott diese noch verschär­fen müßten. * Wie wir bereits das letzte Mal mitteilten, stand die Entlastung Kiamils bereits bevor. Der Sultan lehnte sie jedoch ab und ver­schob die Erwägung dieser Frage bis nach Er­öffnung des Parlaments. Inzwischen nimmt der Kampf, nicht gegen österreichische Waffen, aber gegen die österreichischen Waren, seinen Fortgang. Bahnmagazine werden überfallen und die österreichischen Waren in Brand gesteckt. Da die österreichischen Dampfer in allen türki­schen Häsen keine Arbeiter zum Löschen der La­dung finden, ist bereits an die deutschen Kauf­leute die Warnung ergangen, ihre Waren für die Türkei nicht mehr über österreichische Häfen «nd mit österreichischen Dampfern zu verfrach­ten. Die Türkei kann sich aber auch nicht wun- I dein, daß Oesterreich-Ungarn weniger als je Rei- I sung verspürt, einen Teil der türkischen Staats­schuld als weitere Kompensation für die An- I nexion auf sich zu nehmen. I

Eine Wahrsagung. Von L. Müller.

Es war in den siebziger Jahren, Wabern ein Divisionsmanöver abgehalten wurde und drei Marburger Studenten morgens früh mit der Bahn in Wabern eintrafen, um das Manöver zu besuchen, das zwischen Wabern und Großenenglis stattfand. Die Straße schlän­gelt sich, wenn sie die Ebene verlassen hat, einen Berg hinauf und geht von da durch den Wald. Am Rande desselben, hinter den Gebüschen et­was versteckt, stand ein Zigeunerwagen, neben

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

«nd den Keilage«:ßtterarischer Anzeigers,,z<mdwirtschastttche Beilage" «ndIllustriertes Smmtagsblntt-.

gestattet. Und wenn wir dieses Satyrspiel wieder mal sehen, was hoffentlich bald der Fall sein wird, haben sich die Marburger Damen viel­leicht schon entschlosten, um 8,05 Uhr statt um 8,10 Uhr oder gar noch später zu kommen und ohne Geräusch mit etwas mehr Rücksicht auf Künstler und Publikum ihre Plätze

Deutsches Reick.

I Eine neue Reichsbank-Hauptstelle. Der I Bundesrat hat in feiner gestrigen Sitzung die I Umwandlung der Reichsbankstelle zu Nürnberg I in eine Reichsbankhauptstelle beschlossen. Die | Umwandlung gründet sich auf die fortwährende I bedeutende Vermehrung des Geschäftsumfanges I der Nürnberger Stelle, deren Gesamtumsätze im I Jahre 1907 2774 Millionen M betrugen. Mit . I der neuen Reichsbankhauptstelle wird Bayern I zwei Stellen dieser Art, München und Nürnberg | besitzen.

| Falsche Gerüchte. Die über Wien aus Sa-

I loniki gemeldeten Gerüchte über eine deutsch-eng- I lische Monarchenbegegnung, die in Korfu für das nächste Frühjahr in Är ssicht genommen seift soll, sind, wie dieNeue politische Eorrespon- denz" erfährt, lediglich Kombinationen.

Aus Südwestafrika. Köln, 11. Dez. Der I- .Kölnischen Zeitung" zufolge erklärt nach dem I Vertrage zwilchen dem Reichskolonialamt und der Southwestafrica-Co. die letztere die allge­meine Schiirffreiheit in den Konzessionsgebieteft mit Ausnahme des ihrerseits an die Dtav.'l« Gesellschaft abgetretenen Gebietes.

Die Wahl des Genossen Bock ungiiftig. Grober Verstöße wegen gegen die Wahlordnung erkannte der Gothaer Landtag die Wahl des Eenofien Bock nicht an.

DieUebergenosstn". Frl. Dr. Anita Augsburg hat wieder einmal in Berlin gespro­chen. Ihre Reden nahmen fast anarchistischen Charakter an. Wie die freisinnige Zeitung­mitteilt, hat die Rednerin ibr Bedauern ausge­sprochen, daß die Sozialdemokratie immer mehr liberal werde und den Kommunismus allmählich ausgebe. Will die Genossin nickt zu den Anarchisten gehen?

wenn er hier und da «in klein wenig zu müde und matt erschien und dadurch den Dialog, der manchmal etwas schwerflüjsig ist, nicht unter­stützte. Seine Frau Ester fand in Fräulein Jo Hoven ein« gute Vertreterin, die allerdings erst zum Schluß zu der vollen Höhe ihres Spiels ge­langte. Prächtige, sehr charaktertstische Figuren boten ferner Herr Pauly als R° 'eungsrat Ha­mann und Ada Pauly als Witwe Truelsen. Das Künstlerehepaar Konik lag bei Herrn Wein- gädtner und Fräulein Scholz in guten Händen. Fräulein Röber spielte die Kokotte Othella Lustig frisch, wenn auch hier und da etwas for­ciert, dennoch mit der nötigen Decenz. Für die übrigen Darsteller sei mir ein summarisches Lob

um mit Wied zu reden. Das heißt überttagen: Ihr, die ihr Ende in die Brust werft und mit Ueberzeugungen protzt, haltet doch nicht Stand, wenn Euch Vorteile geboten werden, die andern Ueberzeugungen verlangen; dann laßt ihr eben fünf gerade sein und leistet für das äußere Ge­wand, den Lack keine Garantie. Demgemäß stellt der Dichter zwei Gruppen von Leuten sich gegen­über, solche die ihre Ueberzeugungen ändern, wie ihre Kleider, und solche, die Ueberzeugungen ganz aus dem Spiele lassen, fei es aus Reflexion oder aus gesundem Menschenverstand. Es ent­spricht nur den Forderungen des Satyrspiels, wenn der Dichter als leitende Handlung die Sinnesänderung des Schriftstellers Abel hin- stellt, der, obwohl an sich radikal, Redakteur eines konservativen Blattes mit 5000 Kronen Erhalt wird und sich mit seiner von ihm ge­trennten Frau wieder ausföhnt, weil fi« nett an- gezcgen ist. Das Beiwerk dieser Handlung ist außerordentlich reich an verschiedenartigen und markanten Typen, wie st« unser modernes Leben täglich erzeugt, die geschickt kontrastiert und in Beziehung zu einander gesetzt find.

Die Aufführung war bei unfern szenischen Verhältnissen ausgezeichnet, es wurde frisch und mit sichtlicher Bemühung, das Beste zu geben, gespielt. Die beste Leistung bot ohne Zweifel Herr Kohlmann, der den Friedrich Hamann spielte; -bie Rolle schien ihm sehr gut zu liegen, I sodaß er in Sprache und Mimik durchaus über- I zeugend wirft«. Herr Kronert, der den Schrift- I steiler Abel spielte, gab seinem Spiel die starke I Note der Resignation, wie sie i mSinne des Dich- I tets ist, und fe wollen wirs als Absicht nehmen, |

dem ein altes Zigeunerweib, eine Pfeife rau­chend, sich auf die Erde gefetzt hatte, von bet an« deren Gesellschaft war niemand zu sehen. Es war ein schöner Herbsttag und frohe Wanders­lust regle uns an, mitten in das Manöver z« gelangen und kamen so an der Stelle vorbei, w» die Alte auf bet Erde kauerte. Als sie uns ge­wahrte, kam sie herangebumpelt und bat um ein Geschenk. Wir waren freigbig, lebet gab ihr 5 Silberg: eschen. Sichtlich überrascht von einem so großen Geschenk, unb um sich recht dankbar zu zeigen, erklärt« sie uns, aus der Hand wahr­sagen zu wollen. Jedoch die Studenten lachten über diesen Mumpitz und wollten weiter. Sie aber faßte bereits die Hand des einen Studen­ten e'ves Mediziner aus Marburg, ob­gleich dieser cbwehrte, betrachtete sie die Linien der Hand, schaute ihm in die Augen, ah fie plötzlich dessen Hand losließ und sagte:Schreck­lich oh schrecklich!" Dann ergriff fie die Hand de- anderen Studenten eines Theologen und macht« dasselbe Manöver und ließ, nach­dem sie in dessen Augen geschaut, die Hand los, machte eine bezeichnende Bewegungc nach bet Stirne und sagte leise:Geisteskrank". Diesen Augenblick nahm sie die Hand des dritten Stu­denten und sagte:Schlechter trauriger Tag heute". Jahre waren darüber vergangen, als der eine Student, der Mediziner, in Leipzig studierte, anfing geisteskrank zu werden, er hatte noch sein Staatsexamen gemacht. Et kam später noch nach Haina, wo er starb. Biet bis fünf patzte später ging es mit dem anderen ebenso, auch dieser kam nach Haina. Ersterer ist schon lange gestorben und wat ein Marburger. Merk­würdig ist «s, daß so eine Weissagung von einem ölten Zigeunerweib in Erfüllung gegangen tft, ober sollte es nut Zufall gewesen seift.

| Aus dem Reichstage I Gewerkschaftsbewegung besonders bet Sozial- I ^IttjÄtlM. I bemotrati« empfiehlt. Abg. Erzberger (Z.) er«

I Der Reichstag, der nach bet Sommerpause I hebt gegen ben Staatssekretär des Auswärtigen 1 leine Verhandlungen am 4. November wieder I Amtes Exzellenz v. Schön ben Vorwurf, daß et I ausgenommen hatte, hielt heute seine letzte I bezüglich bes später so aftuell gewordenen Kai- I Sitzung vor ben Weihnachtsferien. Im An- j sergespräches im März b. I. eine Auskunft ge- I .ttn Besoldungsvorlage bildeten heute I geben habe, die sich hinterher als unzutreffend I überwiegend die Gehalts- und Rangverhältnisse I herausgestellt habe. Er fragt weiter ob Fürst der Beamten ben Gegenstand der Debatte. Abg. I Eulenburg, wie er im Prozeß behauptet habe Dr. Spahn (Z.) trägt das Seine dazu bei, um I als Botschafter in Wien die Instruktion gehabt

I die Sympathien seiner Partei für die Beamten I habe, dortals Vertreter des protestantischen I in bas denkbar beste Licht zu setzen und besür- I Kaisertums" zu wirken.

wartet eine regelmäßige Tagung des Bundes- I Staatssekretär e. Schön erwidert: Der deutsche I ratsausschusses für auswärtige Angelegenheiten. I Botschafter in London hatte wiederholt mit Staatssekretär Dernburg gibt dann über die I aller Bestimmtheit erklärt, daß das fragliche Ee- Diamantenfunde in Südwestafrika, die in der I fpräch zwischen dem Kaiser unb einem hohen Debatte vielfach erwähnt wurden, Auskunft. I englischen Diplomaten nicht stattgefunden hat.

aus dem Bericht eines Geologen, I Die Annahme, daß Fürst Eulenburg während alles Phantastische sorgfälttg ausscheidend, mit, I seiner diplomatischen Tätigkeit in München unb daß sich die Edelsteine, die von hervorragender I Wien den Auftrag gehabt habe, konfessionelle Güte sind, hart unter der Erdoberfläche gefun- I Interessen zu vertreten, kann nicht nichtig fein,

den haben. Die Schwere der Steine schwankt I Unser« Vertreter im Auslande haben lediglich

zwischen 75 und % Karat. Der Wert bet beson- I politische Ausgaben und demgemäß lauten ihre

bers großen Steine würde, wenn man ben Maß- I Instruktionen. Der Staatssekretär erklärt wei-

stab von Kimberley zugrunde legen könnte, auf I ter, daß zur Unterdrückung des sog. Hale-Jnter- 33 Schilling pro Karat anzunehmen fein, wäh- I Bieros niemals auch nur ein Pfennig aus Reichs- renb in Kimberley der Preis 26 Schilling pro I Mitteln zur Verfügung gestellt ist. Der Staats- Karat beträgt. Der tatsächlich« Wert der bei I sekretär hat den Eindruck gewonnen, daß Haie Luderitzbuchl gefundenen Diamanten dürst« 5 Jl I aus eigenem Antrieb den Artikel zurückgezogen pro Karat betragen. Jedenfalls ist gegründete I bat. in der Ueberzeugung, daß die Verösfent- Ausficht vorhanden, daß Südwestafrika infolge I lichung, die übrigens ganz unbedenklich gewesen der gefundenen Diamantenfunde seine Finanz- I sein soll, im Augenblick nicht opportun war. läge verbessern kann. Von dem Nettonutzen I Was die Beilegung des Casablanca-Zwischen- sollen 60 Prozent für die Kolonie in Anspruch I falles betrifft, so hat der Staatssekretär in einer genommen werden. Die Regierung hat die er- I nichtamtlichen Unterredung mit dem französi- forderftchen Schritte getan, um die Diamanten I fchen Botschafter die Gedanken eines Schiedsge- gegen Entwertung zu schützen, ben Vorteil der I rickts gestreift, ohne daß jedoch dem Vorschläge deutschen Industrie und der fiskalischen Inter- I sachlich nachgegangen wurde, auch nicht nachge- essen zu wahren. (Lebhafter Beifall.) I gangen werden konnte, weil auf beiden Seiten

(Soz.) verlangt gegen die I die Informationen noch unvollständig waren. Marofto-Korrespondenz eine bündige Verwah- I Der Staatssekretär setzt der von sozialdemokra- rung der deutschen Regierung. Es folgt Abg. I tischen Rednern ausgestellten Behauptung, daß Knlerski (Pole) mit der üblichen Anklagerede I Kaiser Wilhelm dem Kaiser Franz Joftf deutsche gegen die preußische Regierung. Als er von I Soldaten angeboten habe, ein doppeliunterstri- einem Mißbrauch der Reichsgewalt durch die I ebenes Rein entgegen und rechtfertigt endlich den preußische Regierung spricht, ereilt ihn der er- I Gebrauch des AusdrucksKaiserliche (£?r'ierung sehnte Ordnungsruf. Auch der folgende Redner, I seitens des Auswärtigen Amts, denoer Aus- Abg. Kopsch (frs. Vp.) beschäftigt sich, nachdem I druck findet sich bereits im Frankfurter Frie- er die Verdächtigungen des Abg. Singer gegen I densvertrag, er findet sich auch in zahlreichen den Abg. Dr. Wiemer zurückgewiesen hat, fast I vom Reichstag genehmigten Verträgen, ohne I ausschließlich mit der Besoldungsoorlage. Er be- I daß der Reichstag bisher daran Anstoß genom- kämpst die enorme Penstonslaft, di« auf die I men hätte. (Lebhaftes Bravo bei der Mehr- Dauer von der Nation nicht getragen werden I heft.)

könne. Er empfiehlt weiter die Bildung eines I Abg. Ledebour (Soz.) bringt nochmals unter Spar-Blocks mit dem Reichsschatzsekretär an der I persönlichen Angriffen auf ben Staatssekretär Spitze unb mit ber Aufgabe, alle unnützen Aus- I von Bethmann-Hollweg, weswegen er zweimal

gaben, befonbers die Ausgaben für Sinekuren, I zur Ordnung gerufen wird, die Frage der Be- I

rücksichtslos zu streichen. Abg. v. Oertzen (Rp.) Handlung der polnischen Gewerkschaften im

wendet sich gegen die geplante Herabsetzung der I Vereinsgesetz zur Sprache. I

Anfangsgehälter zahlreicher Beamtenklässe» und I Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg geht auf I befürwortet im Gegenteil, im Interesse der I di« persönlichen Angriffe mit keinem Worte ein; I Familiengründung in Beamtenkreisen eine | er beruft sich bezüglich der Absichten der verbün- I höhere Bemessung der Anfangsgehälter. Abg. I beten Regierungen bei der Auslegung des Ver- Dr Heckscher (Hosp. d. frs. Vgg.) kommt auf die I einsgesetzes auf seine vorgestrigen Ausführun- verschredensten Themata der früheren Debatten I gen, die d-e große Mehrheit des Reichstages mit zuruck, wobei er sich mit seiner Behandlung des I lebhaftestem Beifall aufgenommen, und damit I /Valles Liebknecht, mit seinen Bemerkungen über I gezeigt habe, daß die Sozialdemokratie mit ihrer dieeminente Syndikatsgefahr" und über die I Auffassung allein steht. Der Staatssekretär fügt

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