mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Krilagen: „AterarisHer A«rei-rr«. „z«mdwirtschaftliche Beilage« und „Illustrierte- K-mttagsblatt«.
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Marburg
Donnerstag, 10. Dezember 1908.
Die
Insertiontgebübr beträgt für die 1 gehaltene Beile beten Raum 16 Pfennig, fttt Reklamen 80 Pfennig. —
oder deren Raum 16 Pfennig, Hr Reklamen 80 Pfennig. — cyAf.M Druck und Verlag: Joh. Lug. Koch, llniversitätSbuchdruckeret Inhaber Dt. T.Httzeroth, Marburg, Markt 81. — Lelephon SS.
Erstes Blatt.
Die Presse über die letzte Lülowrede.
Die Rede Bülows zur auswärtigen Politik frt die ausländischen und inländischen Blätter I G» verschiedenartigen Urteilen veranlaßt.
In Oe st erreich wird die Rede fast durch» Ä»eg als hervorragend betrachtet. Die „Reue Hrel - Presse" sagt: Wer die Rede des Reichskanzlers, die eine seiner klarsten und besten ist, «nbefangen auf sich wirken läßt, fühlt, daß hier her leitende Staatsmann einer wirklichen und redlichen Friedensmacht gesprochen hat, der Minister einer Macht, die dort, wo sie ihr Wort verpfändet und ein Versprechen gegeben hat, ihre Zusicherung treu hält, nicht bloß nach dem Buchstaben des Vertrages, sondern nach dem großen Jntereffenzuge, aus dem er entstanden ist. Die Rede des Fürsten Bülow hat ein Helles Licht auf den wahren Stand der Orientkrise geworfen. Die Rede, die eine starke Beruhigung für alle Freunde des Friedens ist, wird in.Oesterreich- Ungarn mit dankbarer Sympathie ausgenommen werden und überall mit ihrer ganzen überzeugenden Kraft wirken. — Selbst die „Oesterrei- chische Volkszeitung" meint: Der leitende deutsche Staatsmann hat in kritischer Stunde unbedingt und nachdrücklich dem Frieden das Wort geredet. Die Rede des Fürsten Bülow ist eine politische Tat ersten Ranges.
Der französische „Radical" will abwar« ten. Er meint: Was bereits jetzt festzuhalten ist, ist die vollkommene Uebereinstimmung in der Haltung der beiden Alliierten, Bülow geht Arm in Arm mit Aehrenthal. Wohin sie uns führen werden, ist im Moment schwer zu beantworten. Man kann nur die Tatsachen konstatieren und im übrigen abwarten. — Der „Temps" hebt die Klarheit und den beruhigenden Ton der Kanzlerrede hervor und meint, selbst wenn man die Zuversicht des Fürsten Bülow nicht teile, muffe man sich freuen, daß er derselben Ausdruck gegeben. Dies gestatte die jedenfalls wertvolle Hoffnung, daß man im Hinblick auf künftige Schwierigkeiten auf den guten Willen Deutschlands rechnen könne. — Das „Journal des DÄats" erklärt: Fürst von Bülow habe als ein Staatsmann gesprochen, welchem es am Herzen liege, die Jnteresien und das Ansehen seines Landes zu verteidigen, seine Treue gegen die Bundes»^ genossen zu bekunden und die Empfindlichkeit der anderen Staaten zu schonen.
Die italienische „Popolo Romano" schreibt: Die Rede des Reichskanzlers fei eine gute Tat, weil sie der öffentlichen Meinung Europas, die augenblicklich von einer Strömung der Ungewißheit beherrscht werde, Erleichterung verschaffe.
Die englischen Blätter nehmen die Rede geteilt, doch im großen und ganzen günstig auf. Die „Times" sagt, daß man einer solchen Polittk mit frohem Herzen auch in England beistimmen
könne. Wenn der Kanzler sagte, daß Deutschland seine eigenen Interessen wahren und dabet rlles tun werde, den Frieden zu erhallen, so sei dies eine Politik einer großen Nation und eines wirklichen Staatsmannes würdig. Aber, fügt genanntes Blatt hinzu, es erwarte die Mittel zu sehen, die Fürst Bülow zur Verfolgung einer solchen Politik in Anwendung bringen werde. — „Daily Eraphic" spöttelt: „Fürst Bülow leidet an unverwüstlichem Optimismus. — „Daily Mail" schreibt: „Hoffentlich macht Deutschland selbst dem pikanten Vergleich des Fürsten Ehre und stört künftig nicht durch unnützes Auflegen von Puder und Schminke die friedlichen Nationen Europas. — „Morning Post" meint: „Die Ausführungen des Fürsten Bülow können mit Befriedigung gelesen werden, wenn sie die Gedanken der Polittk der deutschen Regierung darstellen, eine Annahme, die man nach den jüngsten Ereignissen in Deutschland vielleicht als richtig gelten lassen kann. Sie mögen wohl dazu beittagen, die Beunruhigung zu beschwichtigen, die in Europa in der letzten Zeit so allgemein geherrscht hat."
Die deutschen Blätter. Die „Tägl. Rundschau" meint: „Hebet alles freuen wir uns, alles begrüßen wir mit der denkbar größten Sympathie. Wir gleichen dem Pastor aus dem „Johannisfeuer", dem alle Menschen ganz ungewöhnlich sympathisch sind. Die Freude ist gewiß ein schöner Götterfunke, aber man muß ste sparsam gebrauchen." — Anders schreibt die „Post". „Gewiß war der Ton seiner Rede nicht so schwer und ernst wie kürzlich bei der Interpellation über das Kaiserinterview: gewiß machte seine Rede äußerlich oft den Eindruck verhältnismäßig unwichtiger politischer Plauderei. Geht man aber dem Sinn seiner Worte auf den Grund, so stellt sich seine Rede gerade im gegenwärtigen Augenblick als hoch bedeutsam und wichtig dar." — Der „Vorwärts" urteilt merkwürdig sanft. „Mit dem, was der Reichskanzler über die Absichten der deutschen auswärtigen Politik sagt, kann man glücklicherweise einigermaßen zufrieden sein. Keine Prahlerei mehr, daß man überall dabei sein müsse, wo es in der Well einen Krawall gibt! Dagegen Eintreten für die Politik der offenen Tür für den deutschen und der übrigen Länder Handel in allen Weltteilen! Wenns nur dabei bleibt! Das eine Gute klingt jedenfalls aus diesem Bekenntnis einer müden Seele heraus, daß zunächst keine panzerfäustige Extratouren zu befürchten sind."
Der Koblenreichtum der Erde.
Der statistische Teil des Berichts des „Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund" bringt eine reiche Fülle Materials aus der Bergwerks- und Eisenindustrie Deutschlands und der wichtigsten anderen Bergbau treibenden Länder der Erde, vor allem der Vereinigten Staaten von Nordamerika, die an erster Stelle stehen, und Großbritanniens. Die gesamte Kohlengewinnung
«Nachdruck verboten.)
Die Anpassung des Körpers an die rauhe Ja^recM.
Medizinische Skizze von Dr. med. F. Bernhart.
Alle hygienische Erziehung, alle turnerischen und sportlichen Leistungen haben im Grunde nur den einen Zweck der Anpassung des Organismus an die auf ihn einwirkenden Schädlichkeiten. Den Körper fähig machen, daß er auch bei plötzlich und unerwartet auf ihn eindringenden Schädlichkeiten sich sofort mit den ihm von der Natur verliehenen Abwehrvorrichtungen ausgiebig schützt, das ist der Sinn aller Abhärtung, aller Hebung und Stählung des Organismus. Hnd wenn wir schon Tag für Tag darauf bedacht sein sollten, unseren Organismus auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit zu halten, so ist es ganz besonders notwendig, daß wir vorausschauend uns wappnen gegen die Gefahren, welche uns erfahrungsgemäß in gewissen Zeiten mit größerer Wucht bedrohen.
Wir wissen, daß die kalte Jahreszeit gewöhnlich mit einer Häufung vieler zum Teil lebensgefährlicher Erkrankungen einhergeht und es ist darum gewiß ein Gebot der Klugheit, bek Zeiten schon auf den Schutz unseres Körpers bedacht zu sein Vorsichtsmaßregeln, die wir etwa verabsäumt haben, nachzuholen und so manche Verweichlichung, zu der wir uns im Sommer verleiten ließen, wieder aufzugeben. Um uns systematisch vor den Gefahren der rauhen Iah- reszeit zu schützen, dazu ist es aber auch notwendig, zu wissen, welche Krankheiten in jener Zeit in größerer Zahl aufzutrete» pflegen. Da»
find nun, wie die statistischen" Erhebungen lehren, vor allem die sogenannten Erkältungskrankheiten, also die Katarrhe und Entzündungen der oberen Luftwege, der Nase, des Kehl- kopfes, der Luftröhre und ferner die Entzündungen der Lungen und des Rippenfells. Weiter wären zu nennen die sogen, rheumatischen Erkrankungen, jene schmerzhaften, oft so qualvollen Zustände in Muskeln und Gelenken, welche nicht selten durch Beteiligung lebenswichtiger Organe, am häufigsten des Herzens, in hohem Grade die Gesundheit bedrohen. Außer den sogen. Erkältungskrankheiten treten noch gewisse ansteckende Erkrankungen mit Vorliebe in der rauhen Jahreszeit auf; es wären da anzuführen die Influenza und die gefährlichen Kinderkrankheiten, Masern, Scharlach, Keuchhusten und Diphtherie.
Wir sehen also, es find ganz verschiedene Klassen und Gruppen von Krankheiten, welche uns in der rauhen Jahreszeit bedrohen, und wenn fie auch in letz^r Linie vielleicht alle durch lebende Erreger, durch Bakterien hervorgerufen werden, so ist doch die ganze Art der Krankheitsentstehung in den einzelnen Fällen so verschie- denarttg, daß man unmöglich die Verhütung all dieser Erkrankungen unter dem gleichen Gesichtspunkt behandeln kann. Wenn wir zunächst die ansteckenden Krankheiten berücksichtigen wollen, so ist zu beachten, daß bei jenen die rauhe Jahreszeit wohl nur mittelbar eine Krankheitsursache darstellt. Wahrscheinlich häufen sich diese Krankheiten deshalb in der kalten Jahreszeit, weil wir, und namentlich die Kinder, dann allzusehr an das Zimmer gebannt find. Bet der Zusammendrängung aus dem
der Erde h«tt sich danach t. I. 1907 um ca. 90 Millionen Tonnen gegen da» Vorjahr gehoben und wird auf ungefähr 1000 Millionen Tonne« geschätzt. Hiervon entfallen auf Nordamerika 40 v. H., auf Großbritannien 25 v. H. und auf Deutschland 20 v. H. Oesterreich-Ungarn ist mit 4,4, Frankreich mit 3,4 und Belgien mit 2,2 v. H. beteiligt. Ferner kommen noch als Kohlen fördernde Länder in Betracht Japan mit 14 Millionen Britisch-Jndien mit 10 Millionen und Kanada mit 9,5 Millionen Tonnen.
Wie in der Kohlengewinnung, so nehmen die Vereinigten Staaten von Nordamerika auch in der Kokserzeugung die erste Stelle ein. Zur Herstellung von 86,5 Millionen Tonnen Koks auf der ganzen Erde wurden 133 Millionen Tonnen Kohlen verbraucht. Der nordamerikanische Anteil betrug 33 v. H., Deutschland rückte 1906 mit 23,4 v. H. an die zweite Stelle, und auf Großbritannien entfielen 22,7 v. H. Den größten Anteil an der Steinkoblengewinnung in Preußen hat nach wie vor das Ruhrbecken, der 1907 61,3 v. H. betrug, von denen das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat 60 v. H. lieferte. Der Durchschnittswert für die Tonne Steinkohle stieg in Deutschland von 8.93 auf 9,74 <« dank der Eeschästspraxi» des Kohlensyndikats, das diese Preise erzielte, trotzdem sonst alle Produkte im Werte fielen. Das Ergebnis der Braun- kohlengewinnung stellte sich auf 156,4 Millionen «M. gegen 132 Millionen M im Vorjahre. Auch hier stieg der Durchschnittswert um 17 Pfg. auf 2,50 <«,
Der Produktionswert der gesamten deutschen Bergwerksindustrie ist 1907 um 200 Millionen «M auf 1,8 Milliarden «M gestiegen. Davon entfielen auf Steinkohle ca. 76 v. H., auf Braunkohle 8,5 v. H., auf Eisenerz 6,33 v. H. und aus Kalisalz rund 1 v. H. Die Zahl der in der deutschen Bergwerksindustrie beschäftigten Personen betrug 1906 689 000 gegen 661 000 i. I.
Deutsches Reich.
— Som Schiedsgericht über die Casablanca- Angelegenheit. Berlin, 8. Dez. Für das Schiedsgericht in der Casablanca-Frage hat die deutsche Regierung den Wirkt. Geheimen Legationsrat und Justiziar im Auswärtigen Amte Dr. Kriege und den italienischen Staatsrat Fusinato zu Schiedsrichtern gewählt. Die von der deutschen und französischen Regierung gewählten Schiedsrichter werden gemäß Artikel 2 des Schiedsvertrages vom 24. November 1908 nunmehr einen Obmann zu wählen haben.
— Dernburg berichtigt. Berlin, 8. Dez. Der Staatssekretär des Kolonialamtes, Dernburg, hat die von uns gestern erwähnten Mitteilungen des „Standard" Über seine angebliche Verhandlung bezüglich der Erwerbung der Walfischbay als von A bis Z unwahr bezeichnet. Er hat darum gebeten, die Sache aufs schärfste zu dementieren.
— Maschinengewehr-Kompagnie«. Nachdem am 1. Oktober d. I. die Zahl der preußischen Maschinengewehrkompagnien um 33 vermehrt worden ist, beträgt die jetzige Anzahl bei«
intimen Verkehr vieler Personen in geschlossenen, oft schlecht ventilierten Räumen ist der direkten Ansteckung tausendfache Gelegenheit geboten. Der beste Schutz vor Erkrankungen dieser Art besteht also darin, daß wir uns von vornherein daran gewöhnen, bei jedem Temperaturgrad im Freien verweilen zu können, daß wir auch in der kältesten Zeit häufig frische Lust genießen, unsere Wohnungen nicht überheizen, für ausgiebige Venttlation sorgen und durch fleißige Hautpflege die Ansteckungsgefahr herabzumindern suchen.
In allen Fällen ist der Krankheitserreger nur derjenige Faktor, welcher die Krankheit auslöst: zur Wirksamkeit kommt er nur dann, wenn et im Organismus einen geeigneten Boden vorfindet, wenn eine schwache Stelle vorhanden ist, an der et seine Kraft einsetzen kann. Und darum ist der sicherste Schutz vor ansteckenden Krankheiten Kräftigung und Stählung des Körpers, zweckmäßige Ernährung, sorgfältige Hautpflege, einfache, gesunde Lebensweise. In dem gesunden Organismus wird der Krankheitserreger nur schwer Wurzeln schlagen, und wenn es einmal geschieht, dann wird die Krankheit zumeist keinen sehr schweren Verlaus nehmen.
Die rheumatischen Erkrankungen find zum größten Teil jedenfalls auch durch lebende Erreger verursacht, aber sie gehören nicht zu den ansteckenden Krankheiten und jedenfalls vermag der Erreger nur dann seinen schädigenden Einfluß auszuüben, wenn eine ganz eklatante Erkältung oder Abhühlung des Körpers vorausgegangen ist. Durch den Einfluß des Kälte» reizes werden die Zirkulationsverhältnisse in den Muskeln und Gelenken sehr statt verändert.
selbe« 50; es Ist also ungefähr die Hälfte der Jnfanteiiebiigaden mit diesen Kompagnien versehe«. Offiziere, Unteroffiziere und Mann- schäften find mit der neuen Mehrladepistole aus- Serlistet worden. Das Eardekorp» hat 4 Ma- hinengewehrkompagnien beim 1. und 4. Garde- regiment, beim Earde-Füstlierregiment und dem Regiment Augusta, das 3. Korps 2, beim 12. und 35. Regiment.
— Koloniales. Berlin, 8. Dez. Die 124 Hereros, welche in der Nähe von Gobabis gefangen genommen worden sein sollen, find, wie die „T. R." hört, in der Mehrzahl Frauen und Kinder gewesen, die der Hunger in die Nähe der Station getrieben hat. Es handelt sich somit nur um arme Feldhereros und um kein Ereignis von irgend welcher politischer Bedeutung.
Ausland.
“ Die Stellung Frankreichs Gastro gegen. Über. Paris, 8. Dez. Es heißt, die französische Negierung habe beschlossen, die Landung de, venezolanischen Präsidenten nur unter der Bo- dingung zu gestatten, daß er wegen seiner Haltung gcgknrber dem Vertreter Frankreichs per- sönlich s-ine Entschuldigung ausspreche und sofort den Auftrag erteile, die den Franzosen zugefügten Schäden wieder gut zu machen.
** Zur Maßregelung Eerminets. Paris, 8. Dez. Die Kammer nahm nach mehrstündiger lebhafter Debatte über die Interpellation bett, die Maßregelung des Admirals Eerminet mit 355 gegen 148 Stimmen die vom Ministerpräsidenten genehmigte Tagesordnung Erosdidier an, in welcher der Regierung das Vertraue« ausgesprochen wird in der Heberzeugung, daß fie die Tatkraft besitze, die Marinereformen zu gutem Ende zu führen.
“ Marokko. Paris, 8. Dez. Ein Telegramm meldet aus Casablanca: Der Franzose Mercier tötete den Italiener Rubino während beide de« Pächter Amieux bestehlen wollten. Als Mercier sich weigerte, Amieux zu ermorden, suchte Rubino aus Furcht, von seinem Genossen verrate« zu werden, diesen durch eine Revolverkugel zu töten. Die Kugel ging aber fehl, worauf Mercier Rubino niederschoß.
Stadtverordneten-Sitzung.
)( Marburg, 8. Dezember.
Die heutige Stadtverordnetensitzung umfaßte 12 Punkte.
Hnter Mitteilungen zur Kenntnisnahme wurde die Abrechnung der Oberrealschule pro 1907 zur Verlesung gebracht. Die Einnahmen betrugen 99 629,41-«, die Ausgaben 99 555,17-«, Bestand 55,24 -«. Der Zuschuß der Stadt sollte laut Etat 33 000 <M betragen, erforderlich waren jedoch nur 30 200 «M.
Weiter erfolgte die endgültige Beschlußfassung über das Ortsstatut betr. die Fürsorge für die Hinterbliebenen dre an der hiesigen Oberreal, schule angestellten Lehrer vom 16. Juli 1908. Man war damit einverstanden.
Hat der Organismus nicht beizeiten gelernt, solche Störungen der Zirkulation rasch wieder auszugleichen, dann kommt es zu einer länget anhaltenden Zirkulationsveränderung, die mit dauernder Abkühlung des betreffende« Organs verbunden ist. Nun können die krankheitserregenden Bakterien Wurzeln fassen und jene schmerzhaften Krankheiten auslösen. Wir können uns nicht anders der rheumatischen Erkrankungen erwehren, als indem wir uns beizeiten an Kälteeinwirkungen gewöhnen, indem wir uns durch häufigen Aufenthalt im Freien, durch Baden und den Gebrauch des kalten Wassers derart abhärten, daß plötzlich über uns hereinbrechende Kältercize keine stärkere, dauernde Zirkulationsstörung hervorzurufen vermöge«.
Aehnlich wie bei de« rheumatischen Eittank- unge« liegen die Verhältnisse auch bei den eigentlichen Erkältungskrankheiten, bei den Katarrhen und Entzündungen der Luftwege und der Lungen. Auch hier ist der Krankheitserreger nur bet Auslöser eines bereits verbreiteten krankhaften Zustandes. Rur in bet Weise, daß ber Kältereiz eine Zirkulationsstörung her« vorruft, außerbem aber noch burch eine in beu Nervenbahnen verlaufenbe Erregung bie At- mungsfunktionen und bie Ernährungszustände bei Lungensubstanz oeiänbett, nut babuich kann bet Kiankheitseiregei zur Wirksamkeit gelangen. Wir müssen ferner beachten, baß Erkrankungen um so weniger leicht in ben At- mungsorganen auftreten können, je kräftiger unb ausgiebiger bie Atmung ist unb je weniger e» dem Körper erschwert ist, abgesonberte« Schlei« nach außen zu befördern, KrästtguiW