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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

rmd den Keila gen:Zttrrarifchrr Anzeiger«.Kaudwirtschaftliche Beilage« uudJUnstriertes Smmtagsblatt-.

Novelle

«Vrtrfifrrucf verboten.)

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(Fortsetzung f-.Jnt.)

Berlin, schreibt:

zeichneten deutsch-portugiesischen Handelsvertrag sichern sich beide Staaten grundsätzlich die Meist­begünstigung zu. Eine Ausnahmestellung neh­men in Portugal Brasilien und Spanien ein. Der portugiesische Zolltarif ist für die Dauer des Vertrages gebunden, mit Ausnahme einer Anzahl von Artikeln, deren Zölle bis zu dem vertragsmäßig festgelegten Bearage erhöh wer­den können, wofür dann andererseits Zölle auf eine Reih «anderer, ebenfalls besonders aufge- führer Waren ermäßigt werden müssen. Deutsch, land machte dagegen Portugal das Zugeständ­nis, daß dieWeinmarkenPort" undMadeira" als Herkunftsbezeichnung im Sinne des deut­schen Gesetzes zum Schutze der Warenbezeich­nungen anerkannt und ihre Anwendung nur für

Was verhinderte Dich, Deine Kenntnisse auszubilden, als Du dem Soldatenstande Valet sagen mußtest? Das Unglück hat keinen läu­ternden Einfluß auf Dich ausgeübt, es hat nur Deinen Charakter verschlechtert. Du hast Dich dem Nichtstun ganz ergeben, bist ein Spieler und Schlimmeres. Du huldigst vor allem dem Abstnthgenuß, den Dir der Arzt als absolut schädlich bezeichnet hat. Und mit diesen Eigen­schaften behaftet, willst Du Dich meinen Plä-

Seit kurzer Zeit machte sich in der Velvet­weberei und den Schreiberstuben ein aufsässiger Seift der Arbeiter bemerkbar. Wäre nicht Ty- rolt gewesen, so hätte die Unzufriedenheit schon längst überhand genommen, aber der bessere Teil der Arbeiter war ihm mit großer Anhäng­lichkeit ergeben. Man hielt ihn allgemein für einen Oesterreicher. Da es bekannt war, daß er

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 96.

Daß ich ein Narr wäre, fortzugehen," lachte Olivier höhnisch.Ich liebe Dich viel zu sehr, Papa, als daß ich Deine Gegenwart entbehren möchte; außerdem halte ich es für zweckdien­licher, zurStelle zu bleiben, denn der Abwesende hat immer Unrecht. Mir behagt mein Leben ganz wohl; die Gesellschaft in Sedan ist vor­trefflich, die Gegend hier paradiesisch, und den Gang der Fabrik, wenn auch nur aus der Ferne, anzusehen und ein wenig zu kontrollieren, er­heitert mich. Mit Deiner Erlaubnis lasse ich alles beim Alten, auch was die geistige An­strengung betrifft."

Ein Bedienter trat in das Zimmer. Er brachte Oliviers Stock, welcher im Wagen lie­gen geblieben war. Mit seiner Hilfe hinkte der hoffnungsvolle Sohn davon und begab sich auf fein Zimmer, um feinen Anzug zu wechseln, den« man erschien im Hause Bourlier nur salonmäßig zum Diner.

2.

jeden zu sprechen, niemand hatte von ihm ei« hartes, hefttges Wort gehört. Dennoch wußte man, fein Wille war eisern und seine Macht groß genug, jeden einmal gegebenen Befehl durchzusetzen. Darum gehorchten sie ihm aus­nahmslos.

So geschah es auch, als Tyrolt auf Veran­lassung Oliviers die Fabrik betreten hatte. -Eine Gruppe von heftig streitenden Arbeitern stand im Hofe. Obgleich der Aufseher sie wieder­holt aufgefordert hatte, zur Arbeit zurückzu« kehren, wichen sie nicht von Platze. Als aber Tyrolt eintrat, schlichen sie alle davon.

Was hat es gegeben?" fragte der Direttor in zürnendem Tone;wer lungert hier umher, statt zu schaffen?"

Verzeihen Sie, Herr Direktor," entgegnet« ein alter Elsässer, die Mütze ziehend. JDet Maschinist Pumarguet ist ein ungeschickter Kerl; am vergangenen Dienstag ging der Dampf au, wie heute; die Maschine stand eine Viertel, stunde. Wir konnten absolut nicht arbeiten, und sollen nun die Versäumnis mit einem Lohnab­zug büßen."

Wer hat das gesagt?"

Der Herr Leutnant. Damit ist er gleich bei der Hand. Aber das taugt nichts, Herr Di­rektor. Das Volk ist so wie so unzuftieden und steckt immer gleich die Köpfe zusammen."

Schlimm genug. Es wäre besser, sie «« beiten."

zum Berggesetz einstimmig an.

Deutsch-portugiesischer Handelsvertrag.

7. Nov. DieNordd. Allg. Zeitung" Durch den am 20. November unter.

41nter Feinden.

Roman von Karl Matthias.

«Fortsetzung.)

Er senkte zustimmend das Haupt. Als die Damen das Zimmer verlassen hatten, wandte er sich langsam wieder dem Sohne zu, welcher mit häßlich verkniffenem Gesichte die Fortsetzung des Gespräches zu erwarten schien.

Ja, ich bin Mann genug, um meiner Tochter Herzensglück zu hüten, und werde, so lange ich lebe, Niemandens Einmischung in meine Fami­lienangelegenheiten dulden. Auch die Deinige nicht, Olivier, merke Dirs. Vor allem ersuche ich Dich, dem Direktor gegenüber nicht wieder den Herrn der Fabrik herauszukehren. Du be- leidigst dadurch den Mann und durchkreuzest meine Vläne."

Die Verheiratung meiner Schwester?"

Vielleicht. Ich wünsche mir keinen besseren Schwiegersohn, denn er besitzt große Kenntnisse und rastlosen Fleiß, eine ungewöhnliche Energie und eine glückliche Hand. Er wäre ganz dec Mann, unser Haus zu einem der ersten Frank­reichs emporzuheben, während Du mit Deiner Unkenntnis und Talentlosigkeit, mit Deinem Hang zur Ausschweifung nur den Ruin herbei, führen würdest."

Du machst mir kleine Vergnügungen zum Vorwurf und vergißst daß ich, ohne BeschästiA- Dng, sie aufsuchen mutz." _____ j

me stark genug sind, um auf eine unfruchtbare und kleinliche Prestigepolitik zu ihrem eigenen Vorteil ver­zichten zu können. (Lebhafter Beifall.) Für die deutsche wie für die französische Politik hat die orien­talische Frage keine Divergenz, vielmehr manche Be­rührungspunkte geliefert. Der Inhalt des Abkom­mens, das die Bereinigten Staaten und Japan über ihre pacifischen Interessen abgeschlossen haben, ist uns von den Vertretern der beiden beteiligten Mächte amt­lich mitgeteilt worden. Danach ist die neue Verein­barung durchaus im Einklang mit den Prinzipien, die der deutschen Politik im fernen Orient zugrunde hegen, das sind die Prinzipien des Open ooor auf wirtschaftlichem Gebiet, des statuS quo in den territo­rialen Verhältnissen und der Integrität und Unab­hängigkeit des chinesischen Reichs. Wir haben keinen Anlaß, daS Abkommen anders als mit Sympathie zu betrachten. Wir selbst haben seit lange ein ganz ähn­liches Abkommen mit Japan, denn Japan ist dem deutsch-englischen Abkommen von 1900, in dem die Grundsätze der Achtung der beiderseitigen Vertrags­rechte. des territorialen Status quo und der Politik der offenen Tür in China ausgesprochen sind, aus­drücklich durch Notenaustausch beigetreten. Von un­serer Ausschaltung ist als» in Ostasicn s» wenig die Rede wie in der Türkei oder anderswo. Bezüglich der bedauerlichen Exzesse in Prag und den anderen Orten der österreichischen Monarchie haben unsere Vertreter an Ort und Stelle sogleich die erforderlichen Schritte getan, um festzustellen, ob und inwieweit deutsche Reichsangehörige dabei beteiligt und zu Schaden ge­kommen sind, und um sich zu vergewissern, daß diesen deutschen Reichsangehörigen Schutz in gebührendem Maße zuteil wird. Darüber hinaus uns in innere Vorgänge, Gegensätze und Streitigkeiten eines frem­den Landes einzumischen, würde ebensowenig den deutschen Interessen entsprechen wie den Geleisen, die gerade in dieser Beziehung Fürst Bismarck der deutschen Politik vorgeschrieben hat. Wenn sich die englische Politik neuerdings sehr wohlwollend zu der Türkei gestellt hat, so sind wir die ersten, die Grund haben, uns darüber zu freuen. Deutschland will eine gesunde Türkei, . wenn auch England eine solche wünscht, so kann das den Beziehungen zwischen den beiden Landern Deutschland und England nur zugute kommen. Deutschland und England führen in der Türkei kernen Konkurrenzkampf und brauchen sich ge­genseitig dort nicht auszuschließen. Ueberhaupt schließe ich mich ganz dem an, was der englische Premiermini­ster. Herr Asquith, kürzlich in einer Guildhall-Rede über den Geist gegenseitigen Wohlivollens in dem Verkehr zwischen England und Deutschland ausge- fuhrt hat; ebenso teile ich die Ansicht, die kürzlich der englische Minister des Aeußern, Sir Edward Grey, ausgesprochen hat, daß eine Balkan-Konferenz ein starkes Beruhigungs- oder Erregungsmittel sein konnte. Wir wünschen, daß sie ein Veruhigungsmittel toare und hoffen, daß der europäische Friede nicht ge­stört wird. Die ihn vielleicht stören möchten, sind zu schwach, und. die ihn stören könnten, haben keinen Grund, es zu wollen. Ich wiederhole: Unsere Politik ist einfach und klar! Wir werden unsere eigenen Interessen wahren, unseren Verbündeten treu zur Seite stehen und in Uebereinstimmurig mit den Wün­schen dieses hohen Hauses, mit den Wünschen des deutschen Volkes alle auf die Erhaltung des Friedens gerichteten Bestrebungen unterstützen. (Lebhafter Beifall. Händeklatschen.)

Der Redner der Reichspartei Abg. Frhr. v»» Gamp-Maffaunen stellte die Zustimmung seiner Freunde und der Mehrheit des Reichstages zu den eben gehörten bewährten Grundsätzen der Politik der Reichsregierung fest. Auch das Abkommen zwischen Japan und Amerika erscheine wegen deroffenen Tür" für unseren Handel vorteilhaft. Wenn man auch in _ bet Ersparnis von Pensionen nicht zu weit gehen dürfe, um die Verjüngung der Armee nicht zu gefährden, so könne doch die Befugnis zur Pcnsionie-

ein Schiedsgericht zu regeln haben. Der Abg. Scheide­mann hat sich genau aus den Standpunkt gestellt, den in Frankreich namentlich die nationalistischen und mi­litärischen Blätter einnahmen. (Hört! Hört! Heiter­keit.) Sobald es sich aber darum handelt, der eigenen Regierung und der Politik unseres Landes Schwierig­keiten zu bereiten, so überkommt ihn ein militärischer Geist, den ich ihm bei der Beratung unseres Militär­etats wünschen möchte. (Lebhafte Heiterkeit.) lieber den Zwischenfall selbst will ich das Nachstehende sagen. Solange wir annehmen mußten, daß ein unzweifel­hafter Eingriff der französischen Organe in unsere Konsulargewalt vorlag, mußten wir an der Forde­rung, daß die französische Negierung ihr Bedauern fürbiefen Eingriff ihrer Organe ausspreche, zur Wah­rung unserer Konsulargewalt festhalten unb darauf bestehen bleiben, daß eine solche Erklärung der Ueber- weisung an ein Schiedsgericht vorausgehe. Als ober ein französischer mit eingehendem Material versehe­ner Bericht ergab, daß auch die für solchen Eingriff in Betracht kommenden Tatfragen streitig waren, konnte für uns billigerweise kein Grund mehr bleiben, jene Erklärung der französischen Regierung vor Festsetzung des Tatbestandes durch ein Schiedsgericht zu ver­langen. Worauf es nunmehr ankam, das war, den diplomatischen Streit formell in einer der Würde beider Teile entsprechenden Weise zu erledigen. Das ist durch die von uns gewünschte und vereinbarte For­mel geschehen, in der beide Regierungen vorweg ihr Bedauern aussprechen unb die Feststellung des Tatbe- stanbes unb bet weiteren Rechtsfolgen einem Schiebs- spruch überlassen. Diese Regelung kann die besonne­nen und friedliebenden Elemente in beiden Ländern befriedigen (sehr richtig!) und ist ein Sieg der Ver-

Aus dem Reichstage.

Der Reichskanzler über unsere auswiirti,e Politik.

H- Die für gestern zu erwartende Rede des Reichs- jfer «anzlcrS hatte eine starke Anziehungskraft auf die

Tribünen ausgeübt, während das HauS manche Lücken *i-WufwieS. Am BundeSratStisch hatten sich neben dem A Fürsten Bülow die Staatssekretäre vollzählig einge­

funden. Nachdem zunächst die Uebeteinfommen bei Deutschen Reichs mit Oesterreich unb Ungarn, bett, ben gewerblichen Rechtsschutz in erster und zweiter Lesung angenommen waten, kennzeichnete Graf Kanitz bie Stellung der Konservativen zum Etat und ben im Vordergründe des Interesses stehenden Tagesfragen. Einleitend meinte er, daß angesichts der Notwendig­keit von 500 Millionen neuer Steuern auch dem ge­duldigsten Steuerzahler die Galle überlaufen müsse, und charakterisierte dann durch eine Gegenüberstel­lung bet Anforderungen in den einzelnen Etats na­mentlich für Heer und Marine in früheren Jahren und jetzt die enorme Ausgabeiwermehrung. Tüchtige Abstriche würden gemacht werden müssen. Was die Torpedo im Seekriege sind, das werden die Luftschiffe im Landkriege werden. Tie Nation wird Sieger blei­ben, die bie besten Luftschiffe hat. Es ist deshalb nicht zu billigen, daß die Konstruktion der lenkbaren Luft­schiffe der Oeffentlichkeit bekannt geworden sind. Ge­gen die Auswüchse der Syndikate sollte die Regierung Maßregeln ergreifen. Neben dem Kohlensyndikat hat sich jetzt auch ein Mühl-nsynbikctt gebildet. Eine Müh- lenumsatzsteuer ist dringend erforderlich. Wir haben keine Ursache, die auf dem Balkan eingetretenen Ver­änderungen als Umwälzungen großen Stiles zu be­trachten; auch bie neueste Entwickelung bet Türkei birgt meines Erachtens keine Gefahr in sich. Eine Verstärkung der englischen Armee kümmert uns nicht und beunruhigt uns auch nicht. Die Casablanca-An­gelegenheit wird ja nun hoffentlich durch Schiedsge­richt erledigt werden. Wenn der Abgeordnete Scheide­mann am Sonnabend die nachsichtige Marokko-Politik der Regierung so scharf abfällig beurteilt hat, so hat tt sich damit in einen unlöslichen Widerspruch gesetzt mit seinem eigenen Parteigenossen Bebel, der der Re­gierung diese Nachsicht auf das Urteil Bismarcks hin nachdrücklich empfohlen hat.

Dr. Wiener (freis. Vp.) legte den Hauptwert-ne­ben einer sparsamen Aufstellung des Etats auf die Innehaltung der Ansätze, da sonst alle Mühe des I Reichstags umsonst, und brachte Bemängelungen im I einzelnen besonders in Beziehung auf die marokka- I Nische Politik unb bie Prager Exzesse vor, trotz allem I aber war ber Unterton seiner Rede für bie Regierung I freundlich unb vertrauensvoll. Dann erhob sich der I Reichskanzler l

Fürst Bülow.

Er führte zunächst gegen ben Abg. Scheidemann I aus: Die Führer der Beweguns in der Türkei waren I keine Schnorrer, sondern meist tüchtige Offiziere, die I ihre Ausbildung in Deutschland erhielten, in unserem I Heere, wo sie eine angesehene Stellung einnahmen, I eine aufrichtige Anhänglichkeit an unser Heer unb I Lanb bewahrt haben. Vom ersten Tage an hat sich bie | beutsche Politik biefer Anerkennung des JbealismuS I ber Bewegung und ber Integrität ihrer Führer an- I geschlossen. Es kann nicht bie Aufgabe einer I vernünftigen, also auch nicht unserer Politik sein, I anberen Vorschriften über verfassungsmäßige Zu- I stäube zu geben, sich in die inneren Angelegenheiten I fremder Länder einzumischen und ben Schulmeister I zu spielen. Wir mußten uns selbstverständlich an die I bestehende Ordnung halten. Um ihren Rat befragt, I haben unsere Vertreter in Konstantinopel, Frhr. von I Marschall, wie Herr v. Kiderlen bei jeder Gelegenheit I Reformen befürwortet. (Hört! Hört!) Die Ereignisse I auf der Balkcmhalbinsel haben eine lebhafte Unruhe I hervorgerufen, und durch bie damit verbundenen I

Die JnsertionSgebühr beträgt für die 7gespalten» Zeile

oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. ckAr.VA

Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, UntversttätSbuchdruckerei

Inhaber Dr. E. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Deutsches Reick.

Das Berggesetz fit der sächsischen Kammer. Dresden, 7. Dez. Bei der Schlußberatung des Berggesetzes in der Zweiten Kammer versicherte Finanzminister Dr. v. Rüger, daß die Negierung bereit sei, die Bergschädensrage einer ernstlichen Prüfung zu unterziehen, und Höfte, vielleicht schon im nächsten Landtage einen diesbezüglichen Gesetzentwurf vorlegen zu können. Warnen aber möchte er davor, zu den von Arbeitern zu wäh­lenden Kontrolleuren überzugehen, denn er fürchte, daß die von den Arbeitern gewählten Bergkontrolleure zu Werkzeugen der Sozial- demkratie für politische Zwecke werden würde. Der Bergbau brauche Frieden zwischen Beleg­schaft und Arbeitgebern. Die Sozialdemokratie sei aber nicht diejenige Partei, die Frieden stifte, sondern ihre Bestrebungen seien auf etwas ganz gerichtet. Im weiteren Verlaufe der Sitzung der Zweiten Kammer erklärte der Finanzmini­ster Dr. v. Rüger auf eine Anfrage, daß die Re­gierung nicht für ein Reichsberggesetz sei. Die sächsische Negierung befinde sich auch nicht allein mit dieser Ansicht, sondern, so viel er wisse, seien alle Bundesregierungen der gleichen Meinung. Nach weiterer Debatte nahm die Kammer dir

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J12. <5Ov Ktrchhan u»b Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 2L ***** ***

.____ÄSÄ'SÄÄK'Äffi Mittwoch. 9. Dezember 1908.

rung den Regimentsinstanzen entzogen «nd dem Di» visionS- ober Generalkommando übertragen werben damit nicht zu junge kräftige Pensionäre geschaffen würden. Den Kriegsminister bitte et um eine heften übersichtliche Anordnung des Etats etwa nach bee Vorbilbe bes Preußischen Eisenbahnetats. Zum Ka­pitel Luxus in ber Armee besprach Redner die lnxn- riöse Ausstattung des neuen gestifteten Offizier-Ge- nesungsheimS Falkenstein im TaunuS. Das Tempo des Flottenausbaues möge man der Regierung über­lassen. Wenn England behauptet, eS rüste, ei» deutsche Landung abzuwehren so könne man umge­kehrt auch an eine englische Landung in Deutschland denken. Große Sorge brauche man sich deswegen aber nicht zu machen. Die Post müsse rein kaufmännisch verwaltet werden, Redner macht dafür Vorschläge. Der Reflorffanattsmus müsse aufhören: die Verbün­deten Regierungen dürften ohne gesicherte Deckung keine neuen Ausgaben bewilligen.

Der Abg. Sattmann (wirtsch. Vgg.) schlug vor, die Gelegenheit der Balkanwirren zu einer Einwirkung auf bas befreundete Oesterreich wegen der Prager Vorkommnisse zu benutzen. Er bezeichnete die Auf­besserung ber Beamten zum Teil als ungenügend.

l!m 6 Uhr wurde bie weitere Beratung auf Mitt­woch 1 Uhr vertagt. Vorher: brüte Lesung ber ®e< werbeordnungsnovelle.

Kenberungen de» Berliner Vertrages die europäische I nunft (sehr richtig!). Es macht sich bei bet Beurtei- Dlplomatie vor eine schwierige Aufgabe gestellt. (Sehr I lung solcher Zwischenfälle vielfach bei uns ebenso wie nchttg! rechts.) Tie deutsche Polittk mußte in dem I anderswo eine Uebetschätzung ber sogenannten Vre- drplomatuchen Spiel anberen Mächten bie Vorhand I stigepolitik geltend. M. H., ebenso wie e8 Frauen gibt lassen und zweitens War aufrecht zu erhalten bie I die keine Schminke nötig haben, so gibt es Staaten, Treue ,n dem uns verbündeten Oesierreich-Un-arn. 1 ' r * ' *

(Vielfaches lebhaftes Bravo.) Meine Herren, wir sind von der Absicht Oesterreich-Ungarns, die Okkupa­tion Bosniens und der Herzegowina in eine Annexion SU verwandeln, ungefähr gleichzeitig mit Rußland und Italien unterrichtet Worden. Der Zettpuntt und die Form der Annexion war un» allerdings vorher nicht bekannt (hört! hört!). Offen gestanden, ich bin sogar dankbar dafür (lebhafte Heiterkeit.) Selbst­verständlich hatten wir das Recht und die Pflicht uns zu fragen, inwieweit wir uns für das spezielle Inter­esse unseres Verbündeten eintreten sollten. Wir haben keinen Augenblick gezögert, nicht nur nichts zu tun, was den österreich-ungarischen Interessen hinderlich wäre, sondern auch diese Interessen nach Möglichkeit zu unterstützen. Daher durfte ich Herrn Iswolski in unseren Unterredungen keinen Zweifel darüber lassen, daß wir uns in ber Konferenzfrage nicht von Detter« reich-Ungarn trennen können. Im übrigen begegneten Wir uns in ber Ucbergeugung, daß die russische Politik keine Spitze gegen Deutschland haben solle und umge­kehrt, vielm'ehr die alten freundschaftlichen Bezieh­ungen bestehen bleiben müßten. (Beifall.) Der rus- sifche Minister hat mir auch aufs neue versichert, daß keine weder offene noch geheime russisch-englische Ab­machungen bestünden, die sich gegen deutsche Inter­essen richten könnten. (Hört! Hört!) M. H. bie italienischen Politik wirb ebenso wie bie beutsche von ihrem eigenen Interesse zu einer vermittelnden Hal­tung geführt. Es wird möglich sein, ben Gegensatz, ber in ber üngften Zeit zwischen Italien unb Oester­reich-Ungarn hervorgetreten war, ebenso toieber aus­zugleichen, wie dies früher in vielen Fällen geschehen ist. Graf Nigra sagte mir nicht lange vor seinem Tode, es muß 1902 ober 1903 gewesen sein: Italien könne mit Oesterreich-Ungarn nur verbünbet ober verfeindet fein. Ich glaube nicht, baß es bie Seilte gut mit Italien meinen, bie zu Abenteuern raten, welche die große Zukunft unb bie erfreuliche Entwick­lung des Landes in Frage stellen könnten. (Sehr rich­tig.) Bei unserem Verhältnis zu Frankreich birgt zwar bas marokkanische Problem noch immer man­cherlei Schwierigkeiten in sich. Ich hoffe aber auf eine Verständigung. Den Zwischenfall von Casablanca wirb

nen in den Weg stellen, willst mich beeinflussen, wenn ich zur Rettung meines Geschäftes die Ab­sicht habe, ein frisches kräftiges Reis auf den dürren Stamm zu pfropfen?"

Ach, Papa, das klingt ja recht erbaulich," höhnte Olivier. ,/Da muß ich den Gedanken segnen, der mich veranlaßte, den Prussien an seine Arbeit zu schicken. So lockte ich wenig­stens meinen edlen Erzeuger aus seinem Bau, daß er offen Farbe bekannte. Nun fehlt nur noch, daß Du meine gänzliche Abschiebung aus dem Geschäft ankündigst."

Die Absicht ist mir fern, aber ich freue mich, wenn Du auf die Gefahr aufmerksam geworden bist, welche Dir droht. Gestehe es Dir doch selbst ein: Heute bist Du nicht im Stande, das Ge­schäft zu führen. Darum lern« statt zu fla­nieren arbeite, anstatt Deine Zeit zu vergeuden, dann werde ich Dir mit Genugtuung den Platz anweisen der Dir meinem einzigen Sohne zu. I gegen die verhaßten Preußen gekämpft'hätte' Kimmt. Ab^ bletbst Du derselbe, der Du heute schätzte man ihn um so mehr. Auch wohnte er 1 muß ich Dich bitten fern vorn väterlichen I mitten unter ihnen. Seine bescheidenen Zim- mit einem genügenden Monatsgehalt zu I met befanden sich im Kontorgebäude dicht am mo es Dir besser als hier gefallt/ ..... | Flußufer zur ebenen Erde. Sott wat er füt