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am» rrornmmnitgsergnnne nes am zr. vor. Mts. in der Aula der höhern Mädchenschule ab» gehaltenen Elternabends war folgendes: Es waren nach den ausgegebenen Karten 350 Er­wachsene anwesend. Davon stimmten 216 ab, und zwar 153 Väter und Mütter und 63 son­stige Interchenteu. Für die Erhebung der höh. Mädchenschule zu einer Schule im Sinne des ®e» set,es traten sämtliche Stimmen ein, und zwar 205 ausdrücklich. 11 dadurch, daß sie Foribil- dungsanstalteu verlangten, die sich mit auf einer voll ausgestalteten höheren Mädchenschule aufbauen lasten. Für eine Frauenschule waren 158, für ein höheres Lehrerinnenseminar 200, und davon für beide Anstalten, also für ein voll­ständiges Lyzeum 125 Stimmen. 30 wollten die Frauenschule. 162 das Lehrerinnenseminar zu­erst eingerichtet willen, 4 beide Anstalten gleich» zeitig. Für die Anfänge einer Etudienanstali traten 142 Stimmen ein: davon bevorzugten 14 Oberrealschul-, 101 Realgymnastal-, 13 Gym- neasial-Knrse, die übrigen sprachen sich über die Wahl der Kurse nicht aus. Dieses Ergebnis zeigt deutlich, daß volle Einstimmigkeit über die unabweisbare Notwendigkeit der Erhebung der vorhandenen Anstalt zu einer höheren Mädchen­schule im Sinne des Gesetzes herrscht und daß das Bedürfnis der Einrichtung einer Fortbil­dungsanstalt für die der höheren Mädchenschule entwachsenen Mädchen dringend ist. Von die­sen Weiterbildungsanstalten wird in erster Li» nie das Lehrerinnenseminar bevorzugt, in zwei­ter Linie die Frauenschule. Aber auch Anfänge einer Studienanstalt werden von einer großen Zahl der Beteiligten gewünscht, am melkten in realgymnafialer Ausgestaltung. 8n.

Parolemufik findet morgen Sonntag bei günstiger Witterung von 11%12% Uhr an der Ketzerbach statt. Programm: L Parademarsch von Möllendorf: 2. OuvertüreIndra" von P. Linke: 3. Nachruf an E. M. v. Weber, Fantasie von E. Bach: 4. Die dunkeln Linden, Lied von Eumbert: 5. Rheinsagen, Walzer von Nehl: 6. In Treue fest, Marsch von Teile,

* Kammermusikabend. Wir weisen nochmal» auf bas morgen (Sonntag) abends 8 Uhr in den Stadtsälen stattfindende Konzert des Böhmischen Streichquartetts hin, das vom $tai6utget Kon­zertverein veranstaltet ist.

* Ein fideles Bierkonzert findet am morgigen Sonntag Nachmittag im Hotel zum Deutschen Kaiser in Marbach statt. Dasselbe wird von einem Teil der Jägerkapelle ausgeführt vnd be­ginnt um 3% Ahr.

)( 3* Turnergarten findet morgen Sonntag Abend ein Konzert der Jägerkapelle statt.

* vom Panorama. Unfern schonen Harz kön­nen wir diese Woche im Panorama bewundern. Die Serie zeigt n. a. folgende Bilder: Alexisbad, Hexentanzplatz, Thale, Bodetal, Blankenburg: ferner geht die Reise nach dem Brocken und zu­rück durch das Jlsetal nach Harzburg. Herrliche Gebirgsszenerien, wildromantische Gebirgsbäche, wechseln mit friedlichen Städtebildern ab. Wir Binnen diese Serie ganz besonders empfehlen. Nochmals machen wir auf die Preisermäßigung aufmerksam, welche Vereinen und Korporationen gewährt wird (100 Karten 15 Ml).

)( Besitzwechsel. Das dem Sanitätsrat Dr. Semmel gehörige Haus Wörthstraße 24 ging in den Lefitz des Herrn Moritz Fahrner über.

)( Heber Hausbcttelei und Brötchendiebe wird in letzter Zett vielfach Klage geführt. Wer nachstehende Ziffern beachtet, wird es leicht be­greiflich finden, daß diese Sachen zugenommen haben. Im Monat November d. I. mußten von der Stadt 350 (gegen 61 im November v. I.) Mittellose Wanderer verpflegt werden, oarunter befanden sich sogar mehrere Arbeiter mit Frau mud Kind, die aus den Jnduftriebezirken, wo die Arbeitslofigkett erschreckende Dimensionen

Aus den Marburger Anzeigen.

i (Juni 1815.)

Bon S. Müller.

Folgender Brief ist wirklich und wortgetreu en den Feldmarschall Blücher geschrieben wor­den, darum haben wir ihn zur Ergötzlichkeit «r feier Leser ausgenommen:

Aller unüberwindlichster Feldmarschall I Generali Herr General Vorwärts Exzellenz!

Liebwerihester Herr Blücher!

Berzeihen Eie Exzellenz, liebwerthester Herr Blücher General Vorwärts, daß ich als un» S'tige Geburt es wage an sie zu schreiben; aber kann mir nicht Helsen, es ist wegen meinem Traugott, ich bitte sie nm alles in der Welt, liebster Herr General Vorwärts, Blücher Exzei- l nz. was das für eine infame Eonfision mit dem Feldpostamt, ich habe meinem Traugott bei den Eardejägern, er kennt Ew. Exzell. Vor­wärts genau und gut; schon zweimal habe ich ihm Zulage geschickt, aber er hat nichts bekom- meu. Ich bitte Ew. Exzell. demüthigst core» gieren ste die Kerls doch einmal, aber nach alt» vrkubischer Manier, sie verstehn mich schon wie Ich» meine, das wird gewiß helfen; denn es ist nm die Schwerenoth zu ttichen, wenn man den Kindern, die fürs Vaterland streiten, was schickt, nnd sie nichts bekommen. Ew. Exzellenz werden den Kerls doch wohl ein Donnerwetter auf den Hols schicken, detzhalb habe ich es Ihnen geschrie­nen, denn ich weiß schon, daß mit dem Alten nicht viel zn spassen ist. Ew. Exzellenz unüber» windlicher Feldmarschall General Vorwätts ge­nannt, liebwerther Herr Blücher, ich verbleibe Ihr uuterthänigster

Schornfteinfegermeister Matthia» Keller zu Schweidnitz. 1814.

Daß damals viele Geldbrief nicht an ihre Adresse gelangten, ersteht man eben daselbst au» folgenbet Bekanntmachung; die Post teilt mit: Daß die Absender der Eeldbriefe, welche zurück, aekommen, gegen Erstattung de» Portos, diese Jollen zurückholen lassen. 6 Franken an Giens» ernt Koch von Marburg, von seinem Sätet in

angenommen ynr, «men. Vtt RSume des Ar- dettshauses reich« nicht mehr aus, nm die mit- tellosen Wanderer alle aufzunehmen. Daß auch die Herbergen überfüllt find, sei ebenfalls er­wähnt. Wer Hne Morgenbrötchen an frequen» tex Straßen so lange hängen läßt, darf stch nicht mundern, wenn ste Liebhaber finden.

Hessen-Nassau und Nacübarflebiete.

Gieß«, 4. Dez. Die »or hirxewt erlassene Bestimmung, daß bei dem hiesigen Regiment nur noch Mediziner und Pharmazeuten am 1. April als Einjährig-Freiwillige eintteten konn­ten, ist auf die Vorstellungen des Rektorats der Landes-Aniversttät und der Stadtverwalt­ung hin wieder aufgehoben worden.

Arnsberg, 4. Dez. Im Dorfe Mellen bei Balve kam es während des letzten Manövers <m einem Abend zu eine« Zusammenstoß zwi- scheu Militär- und Zivilpersonen, in dessen Verlauf mehrere Revolverschüsse aus dem Hin­terhalt auf den Feldwebel Ronneburg vom 88. Infanterieregiment abgefeuert wurden, ohne je­doch zu treffen. Dieser Vorfall führte jetzt vor dem Schwurgericht zu einer Verhandlung wegen Landfriedensbruch gegen die mutmaßlichen Haupttäter, die Brüder Kettenschmied Anton Antoni und Maurer Josef Antoni aus Mellen. Nach zweitägiger Verhandlung verneinten die Geschworenen die Schuldfragen, worauf die An­geklagten freigesprochen wurden. Die bedeuten­den Kosten de» Verfahrens fallen der Staats­kasse zur Last.

G. Hanau, 4. Dez. Die Magistratsvorlage bett. Bewilligung von Mitteln für die Projek» tterung einer Mainhafen- »der Kaianlage ober­halb der Mainbrücke wurde ernt der Stadtver­ordnetenversammlung in bte Finanzkommisfion überwiesen.

Betzdorf, 4. Dez. Bon einer großen Anzahl (710 Unterschriften) Bürger von Betzdorf, Kir­chen und Umgegend ist dem allgemein anerkann­ten Bedürfnis entsprechend, der Ausbau des Progvmnasiums Betzdorf-Kirchen zu einer Doll­anstalt beanttagt worden. Die entstehenden Mehrausgaben würden durch die erhöhten Ein­nahmen an Schulgeld größtenteils Deckung finden.

Ausserordentlicher Verbandstag der mittleren Post- m.d Telegraphen- Beamten

Der Verband mittlerer Reichs-Post, und Telegraphenbeamten hat am letzten Donners­tag in Berlin einen außerordentlichenVerbands- tag etnberufen, nm zu der Lesoldnngsvorlage Stellung zu nehmen. Aus sämtlichen Bezirk« des Reich^wstgebiets waren insgesamt 227 Vertreter der Bezirksvereine herbeigeeilt, um, wie der Derbandsleiter, Ober-Telegraph«» Assistent Rehländer-Berlin in seiner Be­grüßungsansprache betonte, gegen die mit der Besoldungsvorlage zu befürchtende Degradatton bet mittler« Poft- und Telcgraphenbeamt«» schast Stellung zu nehm«. Außer bea offiziellen Serbanbswerttetern nahm« an dem Verba nds- tag etwa 300 Ortsvereinsvertreter und über 800 auswärtige, sowie zahlreiche in Berlin ansäs» stge Mitglieder teil. In der Ansprache, an der sich zahlreiche Vertreter beteiligten und die» mit einem brausend« Kaiserhoch eingeleitet wurde, wurde allgemein und einmütig auf d« Nach­weis verzichtet, daß und weshavb eine durchgrei­fende Aufbesserung notwendig sei, dazu sei die in der mittleren Beamtenschaft bestehende Not­lage allgemein bekannt und auch allseitig aner­kannt. Reben der Unzulänglichkeit bet von der Reichsregietung für die mittleren Beamten vor- geschlagen« Sätze bildet« die drohende Gleich­stellung mit den preußisch« Assistenten und die Nichtbeachtung der geschichtlichen Entwicklung der mittleren Postbeamtenschaft und deren Vor-

Treisbach; 2 Katalin an Grenadier Johannes 6ett im 6. Regiment in Dessau, von seinem Marburger Vetter; 21 Franken 60 Eentim an Soldat Johann Heinrich Eüssel im 3. Reg. nach Magdeburg, yon Schulmeister Dallwigk zu Bürgel; 3 Brabanter Kronen an 8. Regiment nach Königsberg von seinem Vater in Wet- melshausen, Gericht Ebsdorf; 1 fl. 21 Kr. an George Schuhmacher im 5. Regiment nach Hom­burg von feiner Schwester Gertraudt Dauber in Marburg; 19 Franken an den Soldat Btuneck im 1. Regiment, der Absender und Bestimm­ungsort fehlt.

Marburg, 21 August 1815.

Kurfürstliches Postamt. Bücking.

Im Monat November 1815 hatte Marburg folgende Einguartierung: 64 Stabsoffiziere, 396 Offiziere, 414 Bediente, 8102 Unteroffiziere Gemeine und Knechte, die hier einquartiert war«; außer diesen waren 1 Landwehr-Ba­taillon und das Regiment Kurfürst bei d« Bürgern in Kost und Logis in Marburg.

Eine Episode aus bee Zähre 1849.

Es war am 2. Juli 1849 in dem lege, wo tn Marburg der sogen. Kirschenmarkt abgehal- ten wurde, als unter den hier anwes«d« Landleuten eine große Schlägerei stattfand welche zur Arretierung von einig« der habet Beteilig« Veranlassung gab, und zu der Ver­haftung des Landmannes Block von Seelheim, bet sich aufreizender Red« geg« Militärper- fönen erlaubt haben sollte, führte. Weg« Bet- Hinderung einet großen Volksversammlung batte man von Lasset eine fliegende Kolonne, bestehend aus einem Bataillon von dem 1. Re­giment 75. Husar« und Artillerie nach Mar- bürg geschickt, hie nun hie Wachen besetzten, «eiche Funktion« bisher von bet Lürgergarde ausgeübt wurden. Die Hornisse" berichtet auf Seite 432 folgendes:Der Landmann Block von Eroßseerheim kommt am 2. Juli nach Marburg und läßt sich erzähl«, daß die Badenser stch doch ohne tapfere Gegenwehr nicht um bring« lassenj t trifft »ft einig« Soldat« in he Runkel» 1

bMmng, Bildungsgang und Diensttätigkeit Den Hauptgegenstand der Erörterungen. Im wei» ter« wurde die Frage bet Personalreform ein« gehend behandelt und zwar in der Richtung, daß der Verbandstag, sich auf hie bezüglich« Be­schlüsse bet letzten drei ordentlichen Verbands« tage stellen, schließlich einmütig erst in bet Durchführung bet von dies« vorgeschlagenen PersonalrefotM eine vollständige Regelung der Eehaltsfrage bet mittleren Postbeamtinschaft erblickte.

Es wurde folgender Beschluß gefaßt:

Der außerord«tliche Berbandstag des Per. Handes mittlerer Reichs-Post- und Telegraphen. Beamten erkennnt an, baß bie für die Reichs, beamt« in Aussicht genommene Aufbesserung her Gehälter zusammen mit bet beabsichtigten Erhöhung des Wohnungsgelbzuschufles, als Ganzes betrachtet, wohl eine Einkommenver­besserung barstellt. Et kann aber das, was in her Besoldungsoorlage für bie mittleren Post, beamt« vorgesehen ist. unbebingt nicht als eine ausreichende Aufbesserung gelt« lass« und er­blickt darin eine unverdiente Zurücksetzung gegenüber den gleichwettigen preußisch« Be­amt«. Nur eine Mindesterhöhung bei Gehäl- ter bet Ober-Post- und Ober-Teiegraphenassi» stenten, Post- und Telegraphenassistenten und 15003000 «M. auf 18003600, erreichbar in 18 Jahren, außer den für Postverwaltir schon vorgesehen« Ettllenzulag«. bet Post- und Telegrapheusekretäre von 17003500 M auf 22004200 JL, wie sie wohl der 17. als auch bet 18. ordentliche Verbandstag für notwendig er­achtet hat, der Ober-Post- und Ober-Telegra­phensekretäre und Postmeister von 21004200Jl auf 25004500 M. in 15 Jahr« und eine pen- fionsfähige Zulage von 300 JH für bas älteste Drittel der Ober-Postsekretäre und Postmeister würde der außerord«tlichen Preissteigerung in den beiden letzt« Jahrzehnten einigermaßen Rechnung tragen und zugleich Vorbildung, Prü­fung« und Leistung« dieser Beamt«, sowie die historische Entwicklung des Standes der mitt­ler« Postbeamten berücksichtig«.

Als eine eoffbefriebigenbe Regelung der Ge» baltsfrage bet mittler« Reichs-Post- und Telegrapheubeamt« ist jedoch nur die Durch» führuna der Personalreform nach dem Beschlüsse bes Reichstages bei bet Etatsberatung im Fe- brmri 1907 anzufeh«.

Die Revision bes Wohnungsgeldzuschnsses hat alle 5 Iaht zu erfolgen.

Ferner nahm bei Verbandstag zur Frage der Besoldung bet nicht angestellt« Beamten folgmbe Entschließung einstimmig an:

Der außerordentliche Verbandstag bes Ver» Handes mittlerer Reichs-Post- und Telegraphen» beamten erwartet, daß die Bezüge der nicht an- gestellt« Post- und Telegraph«assist«t« in Anbetracht bet Teuerungsverhältnisse erheblich aufgebessert und mit Rücksicht auf ihre Vorbil­dung den Bezüg« der aus dem Zivilanwärter» ftanbe hetvorgegang«« gleichwertigen biäta» risch beschäftigt« Beamtin Preußens gleichge­stellt werd«.

Im weiter« fand auf Antrag von Kettner» Straßburg ((Elf.) folgende Entschließung in. stimmige Annahme:Der verbandsoorstand hat mtt allen Mitteln dafür einzutreten, da z die von der Regierung geforderte besondere Zulage, die den Reichs-Eisenbahnbeamten. neben dem glei­ch« Gehalt und Wohnungsge 'nschuß wie den Postbeamt« gewährt roerben soll, auch den Post­beamten in Elsaß-Lothringen bewilligt werd«. Die für die Zulage gegebene Begründung trifft in ganz besoldetem Maße auf die im Reichs- lande beschäftigt« Postbeamten zu.

Mit einem begeistert ausgenommen« Hoch wurde der außerordentliche Verbandstag um 5 Uhr nachmittags geschlossen.

Vermr es.

Reue» Brot für bie Trupp«. Die fett Mai burchgeführt« Versuche zur Herstellung eines

sch« Wirtschaft an der Weidenhäuser Brücke, bei dem sog.Göge-H«neir. zusammen, denen er solches mieher erzählt und äußerte: Die Badenser hätt« Recht, b«n ste hätten bie Reichsverfassung und bas Parlament anerkannt nnb wer Recht hätte, dem müsse man beistehen und nicht unterdrücken helfen. Als Block herauf an der Wache am Rathaus vorbeikommt, wirb er plötzlich arretiert und gewahr, daß ihm zwei Soldat« von der 3. Kompagnie bes Leib» icgiments nachgegangen waren. Von der Wache wird er nach drei Stund« durch den Polizei« diener Erbe ins Verhör gebracht, der ihm unter­wegs erklärte, wenn er mit Jemand spreche, werde er ihn durchstechen. Rach dem Verhör wurde Block dem Gendarmen Siebert übergeben, her ihn nach dem Schlosse ins Gefängnis brachte. Das Abenteuer, das jetzt kommt, lass« wir Block selber erzähl«: Siebert fragte mich, woher ich wäre? Ich sagte, aus Eroßseelheim. So sagte er, das glaube ich, da ist ja die ganze Baper» hoffersche Gesellschaft, sie (die G«darm« und ihre Bette« wollte« uns schon gescheit machen, mit d« Bajonett« durch und durch stech« und der Soüxtt, der mich arretiert hatte, und der Erbe, bie hatten die goldene Medaille verdient. Zum Gefängniswärter Scheid sagte Siebert: Ich sei aus Eroßseelheim, es wäre ein Wunder, daß der Kerl keinen großen Bart hätte, in Eroßseelheim hätt« die Keils alle so lange Bärte, es müsse ein mobile Kolonne dorthin, um b« Kerls die Bärte auszureißen.

Am 19. Juli 1849 erwiderte Erbe in demfel» b« Blatt:Daß er füh unendlich freue, her erste seines Standes zu fein, bet zu einer golden« Verdienstmedaille in Vorschlag gebracht worden sei, namentlich, da ein Unbekannter meine Ver­dienste anerkenne, bet mich dazu oorgeschlag« hat, ich meine nicht damit den Dauer Block von Seelheim. der ein unerfahrener im Ctaatsge- geschäft nicht bekannter Mensch ist. Ich bemerke, daß ich meinet Di«stpflicht treu bleib« werde, auch mich nicht erhebe, wenn eine fliegende Ko­lonne hier ankommt und mein« Mut nicht stn- in laß«, wenn dieselbe wieder abzieht.

I neu« Truppenbrotes anstelle des fetzig« Konti mißbrotes sollen soweit vorgeschritten sein, ba| das neue Brot zur natürlich vorerst probet weisen Ausgabe an bie Truppen gelange» soll. Man rühmt hem neu« Gebäck .wie meist Neuerungen, allerlei Vorzüge vor bem Kommiße brot nach, so sagt man, es schmecke weniger sauer, fei leichter verdaulich und ebenso sättigend. Letz« tete Eigenschaft dürfte etwas anzuzweifeln fein; mancher liebt gerade gesäuertes Brot, und un­gesäuertes schmeckt ihm fade, unb was die schwere Derbaulichkeit unseres Kommißbrotes anbe­langt. so trifft sie zu, wenn alte Leute und solche mit wenig Bewegung oder mit schlechtem Magen es genießen. Soldaten aber find, wenigstens in der deutsch« Armee, junge Leute, für deren Bewegung tn ausgiebiger Weise Sorge getragen wird, und wer so magenkrank ist, daß et Kom­mißbrot nicht »ertragen kann, den mag man ent­lassen an Ersatz fehlt es ja bei uns nicht. Das Kommißbrot ist rin altbewährtes Armee» nahrungsmittel, auch im Felde, stets gewesen, daher ist bie Einführung eines Ersatzes, der von einschneidender Wirkung im Verpflegungs« foltern fein mutz, mit großer Vorsicht vorzuneh- m«. Ganz besonders aber wäre es falsch, auf denverfeinerten Geschmack bet Soldat« von heute Rücksicht zu nehmen.

Ein seltsames Abenteuer mit einer Riesen, schlänge wird von der Tochter eines englisch« Offiziers, bie in Natal lebt, im Wide World Magazine erzählt. Mrs. K. Eompton wat ein« begeisterte Harmoniumspielerin, und oft pflegte sie bie kleine, einsam gelegene Kirche in bet Nähe ihres Hauses zu besuchen, um dort am Harmonium die Freuden bet Musik zu genießen. Es war am Weihnachtsabend, wieder wat fis am Nachmittag in die Kirche gegangen, ihr Brü­het Malcolm hatte sie eingeschlossen und wollte ste nach zwei Stunden wieder abholen. In dem klein« Gotteshause waren zur Weihnachtsseiet reiche Blumenmengen aufgestellt unb durch einen kleinen Wald duftender Blüten ging Mts. Eomptom zu ihrem Harmonium und begann einen Choral zu spielen.Plötzlich, während des Spieles, überkam mich ein unerklärliches Gefühl der Beklemmung, unb zugleich Hörte ich es Hinter mit zwischen den Blum« und Aesten rascheln. Ich wanbte den Kopf und sah in bet Tat die Blätter stch bewegen. Vor Entsetz« wat ich unfähig, einen Laut auszustoß«; uw willkürlich unb mechanisch spielten meine Finge, auf den Tasten weiter. Ich wat eine Gefangen^ die Tüt wat verschlossen. Was war hort ver­steckt zwischen Blumen und Blättern? Richt lange sollte ich im Zweifel bleiben. Zwischen d« Blumenköpf« hervor wand sich bet schil­lernde Körper einer gewaltigen Riesenschlange. Ganz langsam, Zoll um Zoll, den Kops weit auf» geridjtet, näherte sich bas Reptil. Der Kopf glitt hin und her, als suche et zu ergründen, wo­her bie seltsam« Klänge kamen. Ich hatte das Gefühl, als erftarrte mein Blut, aber zugleich wußte ich doch, bie einzige kleine Rettungsmög- Nchkeit lag in der Musik. Unb fo spielte ich und spielte. Mit Grauen sah ich, wie die Schlange, mit bleiernet Langsamkeit, aber unabwendbar sich mir näherte und lauschte, die ftadtrnb«, grünlich schillernden Augen unausgesetzt auf mich gerichtet. Wehrlos und hoffnunaslos sah ich fo das Schicksal mit nahen, vnd ich konnte nichts tun, als das Furchtbare, das kommen mußte, we­nigstens um Minuten hinauszufchieb«. Da» Gefühl für Zeit hatte ich verlor«, ich durchlebte entsetz«svolle Ewigkeiten und dabei sah ich, wie das Tier gemächlich lauschte, um bann wieher ein kleines Stückchen nähet auf mich zuznkommen. . . . Nach zwei Stunden kam her Bruder zu­rück. Als bet Schlussel tn bem rost!"« Schlosse knirschte, wurde die Schlange unruhig unb In zorniger Erregung zuckte bet Kopf hin unb her. Mrs. Comptons Lieblingshund, eine kleine BuMwgg«, hatte ben Bruder begleitet und stürmte nun durch b« Türspalt, die Herrin zu begrüß«. Er steht bie Schlange an unb ein zorniges Bellen mischt fick in bie Klänge des Harmoniums. Dann ein Vorwärt«lck>nell« der schnellen bet Schlange, ein verzweifeltes fällt»

In dieser Angelegenheit veröff«tllcht In Nr. 305 die Neuhesfische Zeitung folgendes1 Schreib« eines ehemaligen hessischenKorps- Jägers", bas sich auf den Fall Block bezieht und an den Hauptmann der 3. Kompagnie des t. Re­giments, bas inzwischen wieder nach Eassel zu-' rückgekehrt. gerichtet war.

Am 12. Juli 1849 erhielt von Karl-Has« der Hauptmann B. vom Leibregiment eine Meerschaumtabakpfeife und folgend« Brief nach Eassel übersandt:

Hochgeeihrter Herr Hauptmann!

Wie ich vernommen, hat ein Bursch von des Heil» Hauptmann Kompagnie letzthin in Mar­burg zu einem von dem roten Haufen, die ihnen gesagt sie sollten bie Gewehr« wegschmeiß« und nach Baden zu den Polak« und Freischärlem gehen, unb wars die Schlechtigkeit noch mehr gar schwere abgefaßt, obgleich? «in alter großer Lümmel mit großem abrafieri« Bart gewetzt, der Bursche aber ein Rehkrute und ohliebig (schwach). Das war dem Burschen nun zwar seine Schuldigkeit, daß einer feine Schuldigkeit duht und nicht gerade zu aller CchlechtigkLit stille schweigt, ober gar gleich jedem Saumagen seinen Willen dhut, vorab ein junger Rehkrute. von diesem Jahre. Da wollte ich b« Bursch, fo Kischling ober rote er heißen dhut, und bei des Her« Hauptmann Kompagnie stehen duht, einen Spaß machet unb eine Tabackspfeife ver« ehren. Ich wollt« Eie bitt«, Herr Hauptmann, dem Bursch dabei zu sagen, bie Pfeife die schenkte ihm ein alter K Ur hessischer Korps- Jäger unter der Bedingniß. daß wen» ihm wie­der sin rother Hanf« kommen bäht« wie sel­biger in Marburg, bann soll eis wieder so ma­chen, solle ihm bann zuerst bie Pfeife vorhalt« und ihm rathen lassen mit welchem Tuwak die­selbe gestopft sei und ipm sag«, sie sei mit altem kurheffischem Tuwak unb das wäre Ohrfeigen- kanaster und beim alt« kurhessisch« Korps- Jäger billig z« beziehen. Dem Her« Haupt.' mann L. untertünigster Kurhesfischer Korps» Jäger bemalen in Karleshaf« an bes Wetzet.