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Drittes Blatt

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Hektar). Die Ernte an trockenen dach» Blättern betrug 28 839 Tonnen (1906: Tonnen, 1905 : 31 860 Tonnen, 1904: Tonnen). Von 1 Hektar der angebauten wurden durchschnittlich 18,7 Dozzelzentner gewonnen (1906 : 21,8 Doppelzentner, 22,6 Doppelzentner, 1904 : 21,7 Doppel-

15 883 reifen 32 075 34 381 Fläch« Tabak 1905:

Tabakernte und Tabaksteuer.

Das 4. Vierteljahrshest zur Statistik des Deutschen Reichs", Jahrgang 1908, enthält u. a. eine Statistik der Tabakernte und -besteuerung im deutschen Zollgebiete für das Erntejahr 1907 (1. Juli 1907 bis 30. Juni 1908) und einen vor» läufigen Nachweis über den Tabakbau im Jahre 1908. Mit Tabak bebaut und abgeerntet wur­den im Jahre 1907: 15 405 Hektar gegen 14 684 Hektar im Vorjahre (1905: 14111 Hektar, 1904:

(-) Rauschenberg, 4. Dez. Hier wurde te einer Wirtschaft «in Mann festgenommen, der in Jeßbetg und Umgegend Diebstähle begangen hatte.

G» Treysa, 4. Dez. Gestern erlitt ein aus» wärtiger Geschäftsreisender auf dem hiesige» Marktplatze einen Blutsturz. Von mitleidige»

zentner). Der mittlere Preis für 1 Doppel­zentner dachreifen Tabaks berechnet sich, ein­schließlich der Tabaksteuer, im Gesamtdurchschnitt auf 93,7 Mk. (1906 : 94,3 SRI, 1905 : 86,4 ML, 1904 : 77,5 Mk ).

Die Tabakernte des Jahres 1907 war in ihrem Blätterertrag also wesentlich geringer als die vorhergehende. Einige Landesteile hatten der Menge nach schlechte Ernte, z. T. «ine Miß­ernte. So blieb in Brandenburg und Pommern der Blätterertrag von 1 Nektar um mehr als die Hälfte hinter dem vorjährige« zurück. Auch in Mecklenburg und Anhalt fiel die Erntemenge sehr gering aus. In den süddeutschen Haupt­gebieten des Tabakbaues, in Baden, Bayern und Elsaß - Lothringen, waren die Ernteergebnisie bester, obwohl sie auch hier an die gute Ernte des Vorjahres nicht ganz heranreichten. Die Be­schaffenheit des Tabaks war im allgemeinen be­friedigend, doch kam sie der von 1906 nicht gleich. Wegen der Kleinyeit des Blattes war der Tabak

vorwiegend wenig geeignet zur Herstellung von Zigarre«. Trotzdem erreichte« die Verkaufs­preise im Gesamtdurchschnitt fast die gleiche Höhe wie 1906.

Die Tabaksteuer hat im Erntejahr 1907 eine» Ertrag von 11,7 Millionen Mark, der Zoll vom Tabak 68,2 Millionen Mark ergeben. Rach Abzug der gezahlten Ausfuhrvergütunge« ver­blieb eilt Ertrag der Tabakabgaben von 79,5 Millionen Mark oder 1,27 Mk. aus den Kopf der Bevölkerung.

Der jährliche Verbrauch an fabrikations­reifem Rohtabak berechnet sich im Durchschnitt der letzten 47 Jahre auf 1,54 Klg. für den Kopf.

Der vorläufige Nachweis über den Tabak­anbau im Jahre 1908 ergibt als Gesamtfläche der im deutschen Zollgebiete mit Tabak be­pflanzten Grundstücke 14 528 Hektar gegen 15 405 Hektar im Jahre 1907.

Ausland

** Szene« im österreichische« Abgeordneten, hau«. Wien, 4. Dez. Zu Beginn der Sitzung protestierten die Tschechisch-Radikalen durch an­dauernden Lärm und ohrenbetäubendes Pfeifen gegen die Verfügung des Prästdenten, die wört­liche Verlesung der Interpellationen am Schl'ste der Sitzung vorzunehmen. Als der Abg. Sit­linger zu dem Budgetprovisorium das Wort er-

Bestellungen

auf die

Oberhesstsche Zeitung" für bett Monat Dezember nimmt noch die Expe­dition und febe Poftanüalt entgegen.

Marburg

Somtfaa. 6. Dezember 1908

Deutsches Reick.

DieV-rliner Korresp." schreibt: I« der Pädagogischen Zeitung" war kürzlich ein Ver­gleich zwischen denVerpflegungskosten" ange­stellt worden, die angeblich auf Seminaristen einerseits und Sträflinge anderseits aufgewen­det werden. Dort war angegeben, daß fürdie Seminaristen in Berlin" nur 75 Pfg. täglich angesetzt sind, während für einen. Sträfling früher 80 Pfg. berechnet wurden, vom 1. Okt. 1908 an aber sogar 1 Mk. täglich verwendet wird. Die nachgewiesene auffällige Differenz legt Rückschlüsse nahe, die nicht zugunsten der staatlichen Verwaltungen sprechen würden, wenn die Vergleichszahlen richtig wären. Nun ist aber bei der Bewertung der Zahlen folgendes zu be­rücksichtigen: Der Satz von 80 Pfg. bezw. 1 Mk. für den Tag find nicht Verpflegungskosten, son­der« Hastkoste«. Jener Satz stellt den Zuschuß dar, den der Staat nach Abzug des Ertrages aus der Arbeit der Gefangenen für den Eesamtunter- halt des Gefangenen (Wohnung, Kleidung, Hei­zung, Beleuchtung, Krankenpflege, Verwaltung, Gehälter und Löhne der Beamten) leisten muß. Die Ausgaben für die Verpflegung der gesunden und kranken Gefangenen betrug hn Durchschnitt der letzten drei Jahre in den Strafanstalten und Gefängnissen der Verwaltung des Innern 37,6 Pfg. für den Tag.

Stau abonniert auf bi« täglich «fchemei»b« -Oberbeisisch« ___ Zeitung" bet ollen Postämtern und imsevr ZeituttgSkelleu t»

287 Kirchhain mch Wetter sowie bet unserer Expedition - »arft 21. - Der vezuoSprei» betrSgt durch die Post S^S Mk. (oh« Bestellgeld), bei unseru ZeitungSstellen unb der Expedition 2 Mk.

griff, erneute sich der Lärm. Infolgedessen er­klärte der Präsident unter lebhaftem Beifall de, Haus«, der Schutz der Immunität erstrecke sich nur auf Worte. Wer die Verhandlungen durch Pfeifen störe, begebe ein Verbrechen d« öffent- lichen Gewaittätigkeit. Rach dieser ErNarung trat allmählich Ruhe ein. __

** Holland und Venezuela. 4. Dez. Willem- stadt, 4. Dez. Gestern fuhren drei holländische Kriegsschiffe die Küste von Puerte-Eabello und Laguaira entlang, um gegen Venezuela zu de­monstrieren.

** Die englische Unterrichtsgefetzvorlage. London, 4. Dez. Jrn Unterhaus« kündigte Pre­mierminister Asquith an, die Regierung werde die Unterrichtsgesetz«vorlage am Montag zu- rückziehen. , ,

* Zum Zusammenstoß an der montenegrtni. sche« Grenze. Köln, 4. Dez. DieKöln. Zig." meldet aus Budapest: Neuere Nachrichten aus Bosnien scheinen zu bestätigen, daß an der montenegrinischen Grenze ein Zusammenstoß stattfand. Er soll sich am Sonntag, den 29. No» e:"»r n-s 70 Mg"tt bestehenden Abteilung des 3. Bataillons des Jnf.-Rgts. Nr. 38 und einer großen montenegrinischen Bande hart an der Grenze, jedoch auf berzegowinischem Gebiet zugetragen haben. Erst wären der Oberleutnant Traitler und zwei Infanteristen aus dem Hinterhalt erschossen worden, unmittel­bar darauf sei di« ganze Bande zum Vorschein gekommen. Die österreichische Abteilung gab Feuer, wodurch 34 Montenegriner getötet wur­den. Amtlich wird der Zusammenstoß noch jetzt geleugnet, und es heißt, daß Traitler das Opfer eines Unfalles geworden sei.

** Reorganisation der türkische« Flotte. Konstantinopel, 4. Dez. DerJeni Gazetta" zu­folge wurde der englische Kontre-Admirol Jam« Groß mit der Reorganisation der tüc­kischen Kriegsmarine betraut.

Marburg und Umgeaenh.

(Sacfibrud aller Originalartikel ist gemäß 8 18 de« Urheberrecht« nur mit der deutlichen Quellenangabe jDberfceff. Ztg." gestattet.»

yl«n»«r». 5. Dezbr.

* vorn Landgericht. Der Botenmeister Ber- nard beim hiesigen Landgericht ist mit Wirkung vorn 1. Januar k. I. ab in den Ruhestand ver­setzt worden.

Zur Beachtung! Die An- und Abmeldung der Dienstboten erfolgt nicht mehr bei der Poli­zei-Verwaltung, sondern im Einwohner-Melde­amt, Schuhmarkt 4 (Kilian).

) ( Born Kinematographe«. In dieser Woche ist das Programm wieder in hohem Grade inter­essant und sehenswert. Auch an originellen Sachen ist kein Mangel. Wir können den Be­such nur empfehlen.

Hessenland", Zeitschrift für hessische Ge­schichte und Literatur. Nr. 23 enthält: Beiträge zur hessischen Familienkunde (Fortsetzung), von

Frhr. G- Schenk zu Schweinsberg: Zur «afc stehung be»Prinz Rosa Stramin", vo« Her«. Kranz: Vom Casseler Hostheater, von Hermon» Blumenthal: Sonnenvögel (Novelle), von V. Traudt: Aus alter und neuer Zeit: Aus Heimat »nd Fremde: Hessische Bücherschau: PersonaNt».

Alters-, Znnalide«- n. Krenkenreitte«. Für bett Kreis Frankem-era stellen üch die Ergebnisse bet Bewilligung von Alter«-, Invaliden» unb Kranke «reuten in der ZAt vom L Januar 1891 bis Ende ^evt. 1908 wie folgt: Die eingegangenett Anträge auf Altersrente betrugen 266. Davon sind erledigt durch Renten» bewilligung 155, durch Ablehnung 42, durch Tob bet Antragsteller rc. 3. Der Gesamt-JahreSbetrag der be­willigten Renten belief sich auf 19 '-89 00 Mk. Bon den Rentenempfängern sinb bezw. waren beschäftigt in bet Landwirtschaft 95, in der Industrie' 5, hn Handel unb Verkehr 0, durch Lohnarbeit wechselnder Art 1', tm Staatsdienst 25 und im Gesindedienst 3.. Rach Abgang durch Tod rc. bleiben noch zu zahlen 24 Dosten tm Be­trage von 343-.00 Mk. Die eingegangenen Anträge auf Invalidenrente betrugen >57. Davon sind erledigt durch Rentenbewilligung 4>0, durch Ablehnung 9o, durch Tod der Antragsteller re. 3 . Der Gesamtbetrag der bewilligten Renten belief sich auf 59 864. 0 Mk. Bon den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt in der Landwirtschaft 2,3, in der Industrie 84, tm Handel und Verkehr 9, durch Lohnarbeit wechselnder Art 23, im Staatsdienst 33, im Gesinde­dienst 24. Rach Abgang durch Tod rc. bleibe« noch zu zahlen 228 Posten im Betrage von 3 i 148.4« Mark. Die eingegangenen Anträge auf Krankenrenten betrugen 25. Davon sind erledigt durch Renten» bewilligung 25. Der Gesamt-JahreSbetrag der be­willigten Renten belief sich auf Jöil.tO Mk. Bon den Rentenempfängern find bezw. waren beschäftigt: in der Landwirtschaft 11, in der Industrie 1 tm Handel uno Verkehr 1. durch Lohnarbeit wechselnder Art 4, im Staatsdienst 1, im Gesinde- dienst 6. Nach Abgang onrch Tod bleiben noch zu zahlen 5 Polen im Betrage von d 4.40 Mark. Der Gesamt-JahreSbetrag der bewilligten Renten betrug überhaupt 82 894 40 Mk. Boa oer LandeS- Bersicherungsanstalt Hessen-Nassau, deren Bezirk oit Regierungsbezirke Lasset und Wiesbaden, sowie doS Fürstentum Waldeck um'aßt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt: 10' 23 Altersrenten tm Ge­summt-Jahresbetrage von 14111 H.i-O'Ptt, 39474 In­validenrenten im Gesamt - Jahresbetrage von 58^/484.00 Mk,, 3531 Krankenrenten im Gesamt» Jahresbetrage von 578 -10.40 Mk., im Ganzen 53028 Renten mit einem Gesamt - Jahresbetrage von 7 917 233. <ü Hiervon sind nach Berücksichtigung der durch Tod rc. erfolgten Abgänge Ende Lept 1908 noch zu zahlen 24-0 Altersrenten im Gesamt» Jahresbetrage von 3'4.42.-0 Mk., -0474 Invaliden­renten trn Gesamt-J», hresbetrage von 318 t 44 '.50 Ott 5 0 Krankenrenten im Gesamt Jahresbetrage von 10115ö.öO Mk., tm Ganzen 2 )534 Renten mit einem Gesamt - Jahresbetrage von 3639 050.30 Mk. Der vom Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 1176 700 Mk. Biithin bleiben Ende L»pt. 1908 aus Mitteln bet Landes-Berstcherungsanstalt Hessen-Nassau an Renten zu zahlen tährlich 2492350.30 utt

oder beten Raum 15 Pstmchl, fite »ettanett » Pftmchp CUftfcr«, Druck unb «eel-g- 3* H

Inhaber Dr.T. Hitzero th, Marburg, Markt 31. Telephon55.

Eine Anekdote ans Webers Leben

Der Komponist des Freischütz verfiel eines Tages auf den sonderbaren Einfall, sich für tot nusnlgeben und zwar aus folgendem Anlaß.

Obgleich noch jung, stand Weber doch bereits hoch unter den Künstlern seines Vaterlandes und seiner Zeit. Sein Name war außerordent­lich populär und seine mit dem Stempel der Genies bezeichneten Werke batten ibm die Be­wunderung aller ausgezeichneten Mufikkenner ,tn Europa erworben. Wie es aber immer zu geschehen pflegt, so war auch er desto mehr dem Neide der Mittelmäßigkeit ausgesetzt, j« weiter sich der Ruf seines Talentes verbreitete. Weber war außerordentlich empfindlich gegen die An­griffe der Kritik und wiewohl er sich das An­sehen gab, seine Neider zu verlachen, so sah er seine Ileberlegenheit doch nicht ohne ein gehei­mes Mißbehagen und tiefen Unwillen in Zwei­fel gezogen. Die Kritiken des bedeutendsten Feuilletonisten waren für ihn eine Marter, und die Stiche der gemeinen literarischen Wespe raubten ihm die nächtliche Ruhe. So reizbar et indes war, so war es ihm doch endlich gelun» 6en, die Myriaden obskurer Rezensenten, deren Unfähigkeit in der Beurteilung musikalischer Leistungen anerkannt war, zu verachten, und nur einer noch war Gegenstand seiner Schreck­nisse. Dies war ein gewisser Müller, der die Theater-Kritiken in der Leipziger Zeitung schrieb.

Die Urteile dieses Müller hatten bedeutende Autorität, nicht nur unter den Kunstkennern, sondern auch in der Künstlerwelt selbst. In mehrfacher Hinsicht verdienten sie diesen Erfolg, denn der Kritiker unterschied sich, wenn auch nicht in Urbanität, so doch durch sein ausgezeich­netes Schriftstellertalent und die Tendenz seiner Bemerkung«« über musikalische Gegenstände sehr

vorteilhaft von der Mehrzahl seiner Kollegen: aber neben diesen Vorzügen fand sich ein sehr arger Mangel, der den Glanz jener verdunkelte: Müller trieb seine Strenge mitunter bis zur Ungerechtigkeit: beißend, kaustisch, fand er ein Vergnüget daran, die glänzendsten Renommees unter seinen Zeitgenossen mit den Zähnen zu zerfleischen, und Weber empfand insbesondere schmerzhaft die Wunden der Giftpfeile, welcher jener auf ihn abgeschossen hatte, um der Eifer­sucht irgend eines obskuren Komponisten zu dienen, den der Ruhm des ausgezeichneten Maestro im Wege stand.

Ohne Unterlaß gequält durch diesen uner­müdlichen Bekämpfer seiner Berühmtheit, wußte Weber kein Mittel, sich vor ihm zu schützen. Mittels der Presse mit gleichen Waffen gegen ihn zu kämpfen, hieß ein Gefecht provozieren, welches zu keinem Resultate führen konnte, überdies würde daraus das Eingeständnis her­vorgegangen sein, daß «t sich veiletzt fühle. Zu Mitteln greifen, welche bei anderen vielleicht von Erfolg gewesen wären, dem Cerberus etwas in den Rachen zu werfen, war ebenfalls unaus­führbar, denn Müller galt für einen unbestech­lichen Kritiker. Aus feiner Verlegenheit half sich Weber daher folgendermaßen:

Während seiner einige Tage währende« An­wesenheit in einem in der Nähe Münchens ge­legenen Dorfe, schickte er an die hauptsäc-lich- sten deutschen Zeitungen einen detaillierten Be­richt über seinen Tod. Niemand zweifelte an der Wahrheit seiner Nachricht, die Tagesblätter nahmen die Notiz auf und fügten ihr noch eine pomphafte Lebensbeschreibung Webers hinzu; unter allen Blättern aber zeichnete sich keines durch seinen Enthusiasmus so sehr aus, wie die Leipziger Zeitung. Der in denselben enthaltene Arttkel war von Müller selbst geschrieben und unterzeichnet, der, durch das frühe Hinsterben

des Makftro entwaffnet und keine Ursache zum Angriff auf denselben mehr habend, endlich dem ausgezeichneten Künstler, den er den Fürsten der deutschen Komponisten nannte, Gerechtigkeit widerfahre« ließ.

Wenige Tage darauf ließ Weber dem Ge­rüchte von seinem Tode widersprechen und kam selbst nach Leipzig, um allen Zweifeln in dieser Hinsicht ein Ende zu machen. Wie sehr sich Mül- (et durch die Nachricht von dieset Auferstehung in Verlegenheit sah, läßt sich begreifen. Er fand sich nun durch das von ihm gezollte Lob gefesselt und an eine Zurücknahme des in so überaus be­stimmten Ausdrücken ausgesprochenen Urteils war nicht zu denken. Uebrigens zog et sich sehr gut aus der Sache. Seine Kritiken hörte« voll­kommen auf und bei der ersten Aufführung des Freischütz" befand er sich unter de« eifrigste« Bewunderer« dieses Meisterwerkes von Weber.

Künstler - Modelle' besten.

oModellierboge« auszuschneiden und daraus Schlösser, Burgen usw. zusammenzukleben, war von jeher eine Lieblingsbeschäftigung unserer Knaben, nur daß eben diese Modellierbogen meist wenig den Anforderungen entsprachen. Vor allem fehlte es in der Regel an einer rich­tigen Farbengebung, namentlich aber entspra­chen die beigegebenen Staffagefiguren den An­forderungen meist in keiner Weise, besonders wegen des Mißverhältnisses ihrer Größe zu der der Bauten. Hier hat die Firma B. E. Teubner gründlich Wandel geschaffen, dadurch, daß sie mit der Herstellung von Modellierbogen zuerst nam­hafte Künstler beaufttagte, sowie dadurch, daß sie ein Preisausschreiben veranstaltete, daß weite Künstlerkreise für de« neuen Gedanken zu interessieren vermochte. An» ca. 120 eingegan-

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genen Entwürfen wählte ein Preisrichter­kollegium die 10 besten Entwürfe zur Verviel­fältigung aus. Diese liegen nunmehr vor und man muß sage«, daß das Unternehmen durchaus geglückt ist. Aus der Welt der Kinder bringt es als prächtige, selbst zu fertigende llnterhaltungs- fpiele ein anregendes Schattentheater, das an­ziehende Märchenbild Hänsel und Gretel, sowie den Bahnhof und das farbenreiche Marktbild einer kleinen Stadt mit reichem Leben. Die grßeren Kinder aber führt es im deutschen Lande umher und läßt sie die Eigenart der Baulich- Lite«, wie sie die Alpenwelt, Mittelgebirge und Tiefland aufweisen, schauen, sodann führt es zu­rück in die deutsche Vergangenheit und läßt bas Ritter- und Bürgerleben des Mittelalters lebendig werden. Aus . her fernen Steinzeit Deutschlands läßt es eine Pfahlbausiedelung er­stehen. Endlich lädt es zur Reise um die Welt ein und stellt das Leben und Treiben in einem rumänischen Bauerngehöft, die Wolkenkratzer der neuen Welt, das Lappenlager der Esfimos, di- Singhalesenhütte Ostindiens und das Tee­haus von Japan auf den Tisch. Da muß es lebendig werden in den Köpfen der Kinder, wenn sie das im Kleinen nachbilden können, was die Erzählung der Mutter, das Wort des Lehrers ui'b die Geschichte des Buches vorher ihrer Phan­tasie einprägte. Darum ist allen Eltern, die eine bildende Erziehung für ihre Kinder an­streben, welch« auf ein intensives Interesse bet Kleinen von vornherein rechnen baif, nur zu raten, sich biefes neu geschaffenen Mittels z» bedienen.

Jeber Vogen kostet 40 Pfg., jeder Staffage» bogen 20 Pfg. Zu beziehen durch alle bessere» Buch-, Papier- und Epielwarenhandlungen, oder mit Zuschlag von 10 Pfg. für Porto vom Verlag ». E. Teubner in Leipzig, Poftsttaße 3,