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mit dem Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain
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Marburg
Freitag. 4. Dezember 1908.
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43. Jahrg.
Zweites Blatt.
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Zur Frage der Mädchenbildung in unlerer Stadt.
Man schreibt uns:
Noch ganz unter dem Eindruck des am vergangenen Freitag in der hiesigen höheren Mädchenschule veranstalteten Elternabends, möchte ich gerne hier einiges aussprechen, was, wie mir scheint, bei jener Veranstaltung etwas zu- rückgetreten ist, ich meine die Bedeutungen einer Frauenschule für die schulentlasienen jungen Mädchen.
Der Wunsch an hiesigem Orte ein Lehrerin« nen-Seminar zu haben, war mit solchem Nachdruck erhoben worden, daß die anderen Punkte, die auf dem Programm standen, in der Debatte etwas zu kurz kamen. Gewiß ist es mit großer Freude zu begrüßen, daß der Plan, hier ein Lehrerinnen-Seminar einzurichten, nun endlich seiner Verwirklichung näher zu rücken scheint, und es werden besonders die Familien, die Mar- kurg der Ausbildung ihrer Söhne wegen auf» filmen, sehr froh darüber sein, nun auch ihren Töchtern hier am Orte eine verhältnismäßig rasch zu einem sicheren Ziele führende Berufsbildung verschaffen zu können. Hoffentlich werden bald genügend Anmeldungen aus der Stadt und der Umgebung erfolgen, damit die städti- scben Behörden der Einrichtung eines ersten Jahreskurses näher treten können. Es würde dann schon bald den jungen Mädchen, deren besondere Veranlagung und Neigung sie den Leh- rerinnen-Beruf erwählen läßt, der Weg zu ihrer Berufsbildung geebnet sein.
Was bietet aber die Mädchenschul-Reform
(Nachdruck verboten.)
„Klövflesnäckte."
Von Friedrich Kunze.
Wir leben jetzt in der festeinleitenden Adventszeit. In Feld und Wald ist es bedenklich still geworden. Harte Fröste haben sich eingestellt und wirbelnde Schneeflocken treiben ihr tolles Spiel. Zur Unfruchtbarkeit verdammt, liegt die gesamte schaffende Natur in eisiger Erstarrung und hält ihren monatelangen Winterschlaf. Da ist es am molligsten innerhalb der vier Pfähle. Jung und alt vereint sich um das wärmende Herdfeuer, und „um des Lichts gesellige Flammen sammeln sich die Hausbewohner", sobald die täglich wachsende Nacht ihren düsteren Schleier ausbreitet. An gewisien Abenden geht es aber draußen ziemlich geräuschvoll her, besonders in den sogenannten „Klöpflesnächten", wie sie sich in süddeutschen Gauen heute noch einigermaßen lebenskräftig erhalten haben, während im Norden unseres Vaterlandes am Vorabende des Petritages (22. Februar) dieser eigenartige Brauch in seine Rechte tritt.
In den drei letzten Donnnerstagsnächten vor den. Jesugeburtstagsfeste ziehen in Schwaben, Bayern und Oesterreich Erwachsene und Kinder von Haus zu Haus — vorwiegend in ländlichen Ortschaften — klopfen mit langen Holzhämmern »der derben Ruten an Türen und Fenster oder Mrfen Erbsen, Bohnen, Linsen, Gerste und dergleichen „prasielnde" Früchte gegen dieselben. Luch laufen wohl ungebärdige Knaben mit förm. lichen Schellengeläuten durch alle Straßen und Gassen und machen auf diese Weise einen wahren „Heidenlärm". Das geschieht vorwiegend stoch in Kärnten, wo man an den drei „Elöckel- abenden" zugleich Eltern, Kinder und Dienst- toten beglückwünscht. Im Allgäu sind es fast «ur Erwachsene, die gruppenweise oder einzeln klöpfelnd durchs Dorf ziehen — dabei an keinem House vorübergehen — und einen altherkömmlichen Vers oder Spruch stngen oder rufen, z. B.:
Klopse, klopfe Hämmerle, 's Brot liegt in 'n Kümmerte, 's Wasser liegt daneben,
: Sollt mir etwas geben!
denen, die keinerlei Neigung zu dem schönen, aber immerhin schweren Beruf einer Lehrerin verspüren? Sollen ste nut deshalb veranlaßt werden, sich ihm zuzuwenden, weil er ihnen eine gesicherte angesehene Lebensstellung gewährleistet? Die Ausbildung allein tut es doch nicht; wo die Freudigkeit für den Beruf fehlt, kann man weder Befriedigung noch Erfolg erwarten, hier wenn irgendwo gilt das Dichterwort:
„Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet'« nicht erjagen."
Zum Glück ist der Lehrerinnen-Beruf heute nicht mehr der einzige, der der gebildeten Frau offen steht, denn, daß sie sich für irgend einen Beruf, fei es für einen, der ihr außer dem Haufe wirtschaftliche Selbständigkeit gewährt, sei es der Hausfrauen-Beruf selbst, die geeignete Vorbildung verschaffen muß, wird doch heute fast allgemein anerkannt. Leicht fällt die Entschei- düng allen denen, die ihre Begabung auf ganz bestimmte Ziele hinweist: ste werden Lehrerin oder sie bilden sich in der Kunst, in Haushaltung, Gewerbe und Industrie in den eigens zu diesen Zwecken eingerichteten Anstalten aus. Andere ergreifen einen wissenschaftlichen Beruf, zu dem ste jetzt noch in den Studienanstalten hoffentlich aber bald auch in Preußen durch Aufnahme in den höheren Knabenschulen die erste Vorbereitung finden. Neben diesen jungen Mädchen gibt es aber doch auch eine sehr große Anzahl, die sich gleich nach dem Besuch der höheren Mädchenschule noch nicht für einen bestimmten Beruf entscheiden, die noch zu jung zur Vorbereitung auf einzelne Berufe, z. B. den der Krankenpflegerin sind, die vielleicht auch durch allerlei Pflichten in der Familie zurück- gehalten werden und schließlich auch die Töchter der wohlhabenden Kreise, die keinen Erwerbsberuf aufnehmen wollen. Sie alle haben das Gefühl, daß ihre Bildung doch nicht abgeschlossen ist, daß sie noch allerlei Neues leinen, anderes vertiefen möchten. Geselligkeit und Sport nehmen oft ihre Zeit in hohem Maße in Anspruch, ohne sie befriedigen zu können, und so greifen sie zu den Bildungsmöglichkeiten, die ihnen der Zufall bietet, besuchen allerlei Kurse mit mehr oder weniger Ausdauer und Regelmäßigkeit, beteiligen sich an allerlei Wohltätigkeitsveranstaltungen, nur um etwas zu tun. Die Resultate dieser Beschäftigungen find denn auch meist so gering, daß sie sie früher oder später wieder als nutzlose Zeit- und Krastversckwendung aufgeben.
Das 16jährige junge Mädchen kann eben einer richtigen Anweisung, wie es seine Weiterbildung gestalten soll, noch nicht entraten, wenn es durch dieselbe nicht bloß Kenntnisse erwerben, wenn es durch dieselbe „zu etwas werden
Gut Heil! Gut Heil!
Mein Geselle auch ein Teil!
In anderen Gegenden Süddeutschlands wur- den wieder andere Anklopfreime hergeplappert, die jedoch gabenheischenden Charatter trugen, wie beispielsweise folgender:
Droben in dem First, Hängen die Wärst. Gebt mir die langen! Laßt die kurzen hangen!
Tirols Klöpfler wiederum stimmten fromme Lieder an, die sich auf die biblischen Erzväter, auf Gabriel und Maria oder auch auf Johannes am Jordan bezogen. Vereinzelt sind solche dort heute noch zu hören, doch fehlt es auch nicht an Ansingeverschen, Trutzliedern, Vettelsprüchen um Elocklwürste.
Es könnten hier eine ganze Reihe solcher urwüchsiger „Gassenhauer" klöpfelnächtlicher Richtung angeführt werden, doch gipfelt ihr Inhalt immer in einer Beglückwünschung oder Eaben- bettelei. Heißen doch auch die drei letzten Donnerstagabende vor dem 25. Dezember in öfter» pfälzischen Orten geradezu „Eennächte", d. h. Eebnächte. Vorwiegend werden für anklopfende Kinder in süddeutschen Ländern Nüsse und Aep- fel zum Fenster hinausoeworfen, auch wobl nur trockene „Spalten" (Apfelschnitze), während arme Erwachsene mit Geld, Eßwaren, Hülsenfrüchten oder eigens zu diesem Zwecke gebackenen Semmeln bedacht werden. Wird in irgendeinem Hause der klöpfelnden Jugend Frankens kein Gescheut verabreicht, so rächt fie sich mit dem strafenden Berschen:
Klopf, klopf bis an ’n Kopf, Der Mann hat einen Kropf; Die Frau hat ihrer zween: Jetzt können's miteinander gehen!
In schwäbischen Orten heißt es dagegen:
Es steht a Häfele uitteim Herd, Herr und Frans ts kein Kreuzer wert!
Gewöhnlich haben aber die umlaufenden Knaben nicht einmal so lange Zeit zur Verfüg- ung, den langatmigen Heische» und Reckreim
soll, was es vorher nicht war." Diese Anleitung will die Frauenschule geben. Sie will zunächst die Mädchen in einzelnen wissenschaftlichen Fächern, die sie während der Schulzeit besonders ir teresstert haben, fördern. Ihrer größeren Reife entsprechend können fie jetzt mit vielen Werken der eigenen, wie auch der fremden Literaturen bekannt gemacht werden, die ihnen während der eigentlichen Schulzeit vorenthalten werden mußten. Wie ganz anders werden fie jetzt das Kulturleben unseres Volkes erfassen, seine Kunstwerke kennen und verstehen lernen! Religiöse Probleme können nur mit ihnen, den Heranwachsenden Menschen, die sich ihre eigene Weltanschauung schaffen wollen, erörtert werden; Fragen der Psychologie, der Pädagogik, besonders der häuslichen Kindererziehung, der Gesundheitslehre werden mit ihnen besprochen, praktische Tätigkeit im Kindergarten, in der Schulküche wird sich an diese Besprechungen anschließen. Die Beschäftigung mit Volkswirtschaftslehre und Bürgerkunde wird sie in die Probleme des Gemeinschaftslebens einführen und sie befähigeni die Geschichte ihrer Zeit zu begreifen und mitzuerleben, und das soziale Pflichtgefühl in ihnen wecken. Nicht in Vorträgen soll ihnen der Stoff in den von ihnen ge- wühlten Fächern dargeboten werden, vielmehr sollen sie sich denselben so viel wie möglich selbst zusammentragen und ihn sich durch eigene Mitarbeit aneignen. Natürlich kommt es dabei gar nicht auf die Menge der Unterrichtsgegenstände an. die gewählt werden. Die Bestimmungen üben erfreulicherweise keinen Zwang aus, sie machen nur den Besuch der pädagogischen Kurse de« Kindergartens und mindestens eines zweiten wissenschaftlichen Faches zur Vorschrift und fordern, daß mindestens 12 Stunden wöchentlich belegt werden. So wird sich denn die Einrichtung der verschiedenen Schulen den örtlichen Be- dürsnissen anzupassen haben, um den verschiedenen Wünschen entgegenzukommen; daraus geht hervor, daß die Organisation der Frauenschule keine leichte sein wird, und daß es hier, wo ganz Neues zu schaffen ist, einer ganz besonders hingebenden Tätigkeit der Leiter und der Lehrenden bedarf, damit dieses Neue sich bewährt und den Erwartungen entspricht, die daran geknüpft werden. Erfreulich ist, daß bewährte bestehende Einrichtungen, bei uns könnte es sich wohl um dir Fachschule, die Kochschule, das Krndergärtnerinnen-Seminar handeln, herangezogen werden dürfen und die Schülerinnen der Frauenschule an solchen Anstalten in besonderen Kursen, oder wie es auch sonst eingerichtet werden mag, unterwiesen werden. (Leider find die Lehrpläne noch nicht erschienen, aller, bei der in
herunter zu plappern, besonders in allgäuischen Gemarkungen, wo sie im dichten Morgennebel beginnen und beim Anbruch des Tages bereits „alles abgeklopft" haben müssen. „Holla, holla, Klöpfelstag!" wird nur gerufen, denn eilenden Fußes geht es weiter, weshalb man dort heute noch von jemand, der „schnell Beine" machen muß, scherzweise sagt: „Der lauft wie a Klopfer!"
Im Saartale (Donaugebiet) veranstalteten maskierte Burschen klövfelnächtliche Umzüge mit Zithern, ©eigen. Kuhhörnern und Topfdeckeln, um zwei „Zuseln" (Strohpuppen) zu begleiten, die als „Mann und Frau" sich gegenseitig allerlei Liebenswürdigkeiten ins Gesicht schleudern, lauter sarkastische Anspielungen auf die Bewohne:. desjenigen Hauses, vor dem ihre possenhaften Aufführungen stattfinden. Schon im Jahre 1538 bringt ein Augsburger Aufruf zum Verbot „in den Klövfles-Nächten lausten", und ein alter Chronist Schwabens schreibt: „Um Weibnacht pflegen junge Leute oft mit Heftigkeit kleine Kieselsteine gegen die Fenster bekannter Personen zur Nachtzeit zu werfen. Dies soll eine Höflichkeitsbezeugung seyn, und muß asto gleich die Fenster öffnen und seinen Dank dem Täter nachrufen, wenn nicht, zur Strafe, die Fenster gar eingeworfen werden sollen."
Fragen wir nun nach dem eigentlichen Ursprünge dieser höchst merkwürdigen Adventfitte, so ist derselbe nicht so ohne weiteres zu ergründen. Zwar sucht ja die geschwätzige Sage hilfeleistend beizuspringen, doch beweisen gerade solche volkstümlichen Meinungen oft das Gegenteil. In alpinen Gauen Oesterreichs wird behauptet, daß die drei Donnerstage unmittelbar vor Weihnachten an die drei alttestamentlichen „Patriarchen" (Abraham, Isaak und Jakob) et« innnerten, die im weiten Vorhofe der Unterwelt sehnsüchtig den Messias erwarteten. An den Abenden dieser drei Tage klopfe Gott der Vater „an der Vorbölle an, in der darob große Freude herrscht". Meint doch auch die oberpfäl- zffcye Bevölkerung, das heimliche Klingeln mit kleinen Glöckchen in den Häusern deute der harrenden Jugend das baldige Kommen bet lieben Cbristkindleins an. Schwäbische Sagenbücher tischen wiederum die nachstehende Erklärung des begrüßenden Klopfelns auf: ,Ln alten Zeiten wurde Schwaben einmal von einer furchtbaren Pest heimgesucht. Alle Häuser wäre«
den allgemeinen Bestimmungen vorgeseheneu Bewegungsfreiheit, ist doch nicht anzunehmen, daß st« es verhindern sollten, nicht auch die prak, tische Ausbildung der jungen Mädchen getobt an biefen brei Anstalten nutzbringend einjr richten.)
Eines aber muß festgehalten werden: di» Frauenschule gibt keine Vorbildung für einen Erwerbsberuf (Berufsbildung), keinerlei Berechtigungen, so wie sie gedacht ist, kann sie bas auch gar nicht, benn fie will nur Weiterbildung, nut Anregung geben, an die sich aber allerlei Fachbildung anschließe« kann. Sie will keine fertigen Hausfrauen und Erzieherinnen ent« lassen, Heftung in der eigenen oder in fremden Familien, Besuch besonderer Anstalten kann erst dazu führen. Aber wie ganz anders werden die Schülerinnen der Frauenschule ihre Arbeit im Haushalt versehen, rote ganz anders vorgebildet r erben ste in bie Haushaltungs-, Kindergärtnerinnen- und andere Fachseminare eintreten und stch mit weit größerem Nutzen und in gewiß auch kürzerer Zeit die ihnen dort vermittelte berufliche Ausbildung aneignen; mit wie .iel größerem Verständnis werden fie in den Krankenhäusern oder in den sozialen Berufsschulen die Anleitung zu ihrem Beruf als Kranken-, Waisen- und Atmenvflegerin erfassen. Den Schülerinnen aber, die zu den privilegierten Stünden gehören, die sorgenfrei ihrer Zukunft entgegesehen können, ohne einen bestimmten Er- werbsberuf ergreifen zu müssen, will doch die soziale Bildung, die ihnen die Frauenschule vermittelt, die Einsicht verschaffen, daß auch ihre Zeit, ihre Kraft, ihre Gaben zum Wohle der Allgemeinheit verwendet werden müssen. Sie werden vielleicht d i e soziale Hilfsarbeit leisten, He auch für nicht berufsmäßig vorgebildete, unbesoldete Helferinnen in reichem Maße vorhanden iss, und sollen sie stch auch dazu nicht gedrängt fvblen, so wird ihnen doch in der Frauenschule hoffentlich ihr soziales Gewissen geschärft werden, daß sie, wenn auch indirekt, beitragen müssen, die Not ihrer Mitmenschen zu lindern.
Wozu auch immer die in der Frauenschule gebotene Anregung führen mag, sie wird doch, wenn ste in der richtigen Art geboten wird, für all ihre Sckülerinnen Vn Keim dazu legen können, „daß sie," um mit Alice Salomon zu sprechen, „sich als Ganzes empfinden lernen, als Wefen, die Aufgaben zu erfüllen, Werte zu schaffen haben, das Veste, was man einem Men- fdren für die Kultur der Persönlichkeit geben kann. Ob.
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Dr. pbil Carl fiitzeroth in Wrtrbura aftgesperrt, denn einer fürchtete sich vor dem anderen. Nur bei Nacht wagten es einige Leute, zuweilen auf die Straße zu gehen, wobei sie dann wohl eine Handvoll Erbsen oder Linsen an die Fenster ihrer Bekannten warfen. Lebte noch jemand in einem solchen Hause, so kam et ans Fenster und bedankte sich für die freundliche Nachfrage mit einem „Vergelts Gott!" Wo aber der nächtliche Gruß nicht erwidert wurde, da roufcte man, daß alles tot war." Anderwärts wird philosophiert, die nächtliche Anklopfge. wohnheit wäre zur Zeit der „ersten Christen" entstanden. Als diese nämlich ihren Gottesdienst abgehalten hätten, den sie nur heimlich besuchen durften, batten ste sich als Zeichen der Verabredung rasselnde Hülsefrüchte „an die Fenster geworfen".
Eine andere Erklärung greift ins germanisch« Altertum zurück. Damals glaubten unsere heidnischen Vorfahren an eine gespenstische Heim« suckmng der menschlichen Wohnstätten von allerhand „bösen Geistern", besonders in der dunklen Jahresgegend unmittelbar vor dem lichtbringenden Jubelfeste, der heutigen Weihnachten. Um diese unheilstiftenden „Plagegeister" zu verscheuchen, suchte man allerhand Gepolter und Getöse herbeizuführen, denn alle unholden Dämonen vertrieb nach der alten deutschen Göttersage der vielvermögende Gott Donar durch seinen welterschütternden Donner. Diesen aftmte die beängstigte Menschheit auf alle mögliche Weise nach. Erinnert doch auch der dem ai- germanischen Vlitzeschleuderer gewidmete Do.t» nerstag an heidnische Vorstellungen, nicht milder die dem Donar geweihten Erbsen und ers' recht jene langstieligen Holzhämmer, denn bet vielvermögende Donnergott hielt bekanntlich in seiner allmächtigen Hand den segnenden Hammer. Wer nun durch lärmende und polternde Veranstaltung?» seinem lieben Nächsten die gefürchteten Teufelswesen verscheuchte und ihn auch beglückwünschte, hatte selbstredend „besten Dank" — Vergelts Gott! — zu gewärtigen, ja selbst im Bedürfnisfalle allerhand gute Gaben. Bereits im 18. Jahrhundert hieß es:
Der Advent yjtgt dir hohen Muth,
Das eine anh*rr Zett ntt thut. Denn die Klöpfleinsnacht für wahr v Bringt Glück und Hell zu diesem Jahr! .