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MchM Ickmg mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain mrd de« KeUageu:Literarischer Anzeiger".ßaudwirtschaftliche Beilage" ««dIllustriertes Konntagsblatt".

JVo 282

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessische Heilung bei allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in Airchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 2L Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ohne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.

Marburg

Dienstag. 1. Dezember 1908.

Die ZnsertionSgebÜhr beträgt für die 7aespaltene Zeile ober deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universttätsbuchdruckerei Inhaber Dr. L. HItzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

43. Jahrg.

Zweites Blatt

Reichsfinanzreform.

(171. Sitzung vom 28. November.)

kerotteure und solche, die ihre Schulden nicht be­zahlen, sowie Opiumraucher, Analphabeten und Leute zweifelhafter Abstammung. Die Stim­menabgabe ist geheu.l. Di« genauere Aus­arbeitung des Verfassungsentwurfe« bleibt der Zukunft überlassen-

Ferner wird ein kaiserlicher Erlaß über di« llebergangsbestimmungen bi» zur Einführung der Verfassung veröffentlicht, aus denen hervor­geht, daß im Jahre 1910 di« Mitgieder des kon­stituierenden Parlaments einberufen werden sollen, 1911 eine allgemeine Volkszählung statt» finden soll, 1913 das erste Reichsbudget versuchs­weise aufgestellt wird, 1914 die örtliche Selbst­verwaltung durchzuführen ist und 1915 die Zivil­liste aufgestellt wird; 1916 sollen die Wallen zum Oberhause und zum Unterhaase ausgeschrie­ben werden. Bis zu diesem Zeitpunkte sollen fünf Prozent aller Chinesen lesen und schreiben können und mithin wahlbetechtt^ sein.

ganz im Grünen versteckt liegen, einen freund­lichen Eindruck. Die Häuser ziehen sich bis zum höchsten Bergesgipfel hinauf, wo eine große, weithin sichtbare Moschee das ganze Bild ab« schließt. Heute Mittag, als wir an der Küste vorbeifuhren, stand ich an der Reiling auf Steuerbord, als plötzlich einige Meter entfernt eine riesige Schildkröte auftauchte, jedoch auch ebenso schnell wieder verschwand. Sie hatte we­nigstens einen Meter im Durchmesser. Hier be­gegneten uns sebr viele Schweinsfische. Morgen ist rein Schiff, da wird alles bis aufs gründ­lichste gereinigt und geputzt. Als alles im schön­sten Schmutz drin war, erscholl plötzlich das KommandoAntreten zur Bootsrolle", das heißt es mußte alles so antreten, wie es in die Boote verteilt wird, falls ein Unglück passieren

Deutsches Reick.

Zur Reichsfinanzreform. Der Deutsche Verlegerverein hat die geplante Anzeigen­steuer in einer Eingabe an den Reichstag mii: einer eingehenden Begründung abgelehnt; die Eingabe kommt zu folgenden Schlußfolgerungen: Die Ablehnung dieser verkehr?- und geschästs- hemmenden Steuer im vollen Umfang« muß also nach unserer festen, auf genauer Kenntnis der Verhältnisse beruhenden Ueberzeugung gefor­dert werden, und zwar aus folgenden Gründen: 1. Tiefes Eefetz ist volkswirtschaftlich verfehlt, weil es die Produktion und nicht den Gewinn besteuert, 2. Ein einzelner Erwerbszweig darf nicht derartig belastet werden, daß bisher

Ein japanisch-amerikanisches Uebereinkommen.

Ein Berliner Telegramm derKöln. Zig." führt aus: Das jetzt bekannt gewordene japa­nisch-amerikanische Uebereinkommen bestätigt, daß sowohl Japan wie die Vereinigten Staaten ein einträchtiges Nebeneinanderleben vorziehen, wovon man wohl überall mit Befriedigung Kenntnis nehmen könne. Was insbesondere Deutschland anlangt, so entspricht der Grundsatz der offenen Tür durchaus dem, was man in Deutschland bei den verschiedenen Gelegenheiten für wünschenswert erklärt hat. Ferner ist es von Bedeutung, daß Japan und die Vereinigten Staaten die Integrität Chinas sichern wollen. Auch in diesem Entschlüsse begegnen sie sich durch­weg mit den Absichten der deutschen Regierung, der nichts erwünschter sein kann, als wenn China, geschützt vor Beunruhigungen, von außen sich dem Werke seines inneren Ausbaues, sowie der Erschließung und Vervollkommnung seiner großen, fast durchweg noch schlummernden Hilfs­mittel widmen kann.

Rede des Tages. Der bayerische Bauernverein- ler Hilpert ist ebenfalls der Meinung, daß trotz des schlechten Verlaufs der ersten Lesung die Finanzreform zustande kommen wird. Er wendet sich vor allem gegen die Brausteuer. Im wei­teren Verlaufe seiner Rede trat er für eine

Hierauf suchte der Abg. Emm«l (Soz.) das I S S g=a

Der chineNiche Berfas,ungs-niwurf. Batt^h,«^gehört Petersburg, 27. Rov. Der Wortlaut de» ^reiß "(Elsässers der 'svez'i'ell^die NEakftÄe? chineschen Verfassungsentwurfes ist hier einge- bekämpfte, weil daraus^den ^Reichslanden^Na^ L XciI behandelt die Vorrechte des

leile erwachsen. Der Reichsfinanzreform empfahl I Monarchen.

er eine elsaß-lothringische Republik. I Die Monarchie ist für ewige Zeiten der ge-

Ab . Dr. Arendt (Rp.) meinte, früher seien I genwärtigen Dynastie gesichert. Die Heiligkeit die Vertreter der großen Parteien in der ersten I und Würde des Monarchen find unverletzlich. 9re,er Vorlagen viel mäßiger gewesen als I Der Monarch bestätigt die Gesetze und hat die "innere sich mit Vergnügen der Re- I Gesetzesinitiative. Ohne Genehmigung des Mon- ppfunmin und Liebers, die in den ersten archen ist kein Gesetz gültig. Der Monarch er- st-ts eine feine Diplomatie entwickelt öffnet und schließt das Parlament und löst es griffe des Abg. Speck auf'die Proffsio/e^W^- "f.Nach einer Auflösung des Parlaments sind ner, Lamprecht und Kahl zurück Die Behauv- fofort Neuwahlen auszuschreiben. Der Monarch tung des Abg. Mommsen. Herr'». Gamp habe letzt die Beamtengehälter fest und besetzt die Be­das Steuerzahlen als Vergnügen hingestellt, I amtenstellen. Die Beamten find nur Gehilfen treffe nicht zu. Mommsen habe auch die Aus- I des Monarchen. Eine Einmischung des Parla- fuhrungen über die Elektrizitätssteuer nicht ver- I mentes in Verwaltungsangelegenheiten ist un- stuuden. Es sei keine Frage, daß von nichts I zulässig. Der Kaiser ist Oberbefehlshaber über und Wehe des Deutschen Reiches Heer und Flotte. $as ^1^6^ auf mili=

S ^^taudekommen der tärffche Dinge keinen Einfluß. Der Monarch er-

L -l-!> -» 8.1«»« °°» Ttn« »--

ständig an. Die bürgerliche Linke habe maß- * ^ne Befragung des Parlaments, lose Forderungen gestellt, die ein Zusammen- ®eT Kaiser erlaßt Verordnungen und kann tm arbeiten nur erschwerten. In der Kommission I äußersten Notfälle die Freiheit der Bevölkerung werd, man zu einem Wege über die Verständig- I beschränken. Ferner besitzt der Kaiser das Be- ung kommen. Die Vermögenssteuer fei ebenso I gnadigungsrecht und die Oberaufsicht über die roh wie die Kopfsteuer. Habe man eine Reichs- I Rechtspflege, wobei et an die bestehenden Gesetze Vermögenssteuer, so müsse man folgerichtig eine gebunden ist. Der Kaiser bestimmt die Höhe der Reichseinkommensteuer erführen. Wo blieben I Zivillifte.

Am"d?ren^Einnabm/n -ä^?°'"ein.den? Das zweite Kapitel behandelt die Rechte der feine Freunde im preußischen Landtage sür'die Bevölkerung. Die Freiheit des Wortes, der vom Finanzministerium voroeschlagene Erhöh- Presse, der Versammlungen und der Vereine ist ung der Einkommensteuer stimmen Von einer innerhalb gesetzlicher Grenzen garantiert. Be- Schonung der besitzenden Klasien könne also nicht I strafungen find nur gemäß der Gesetze zulässig, die Rede sein. Der Redner schlug Erhöhung der I Die Unantastbarkeit des Eigentums und der Matrikularbeiträge nach dem Umsatz des Eisen- I Wohnung darf nicht ohne Grund verletzt werden, ^ahnver.e^rs vor die für die kleinen Einzelstaa- Der dritte Teil betrifft das Parlament. Das k , ®et Meinung des 1 Parlament hat nur beratende Macht und keine I

fchen Leben ± Vlet p°.liti- gesetzgeberische Gewalt; es darf nur mit Reichs­haupt,:ng des W Mommsen, die Ab- ^" provinzialen Sachen

fchaffung der Zölle eine neue Aera bringen M befassen und den Reichsetat nur nach Be­würbe, stimme, es werd« aber eine Aera des I ratung mrt der Reg-erung abandern. Es zer- Elends und Hungers fein. Der Abg. Mommsen I fällt in zwei Kammern, über deren Wahl das käme mit feinem Vorschläge um ein Menschen- I vierte Kapitel spricht. Des Wahlrechtes verlustig "iier zu spät. I erklärt werden Leute mit schlechtem Betragen, I

Lebhafter Beifall folgte der ersten sachlichen I eigennützige und gewalttätige Menschen, Ban- I

Wertzuwachssteuer und für einen Ausfuhrzoll auf Kali ein.

Abg. Erzberger (Zentr.) zerpflückte das I Damit schloß die erste Lesung der Reichs- eteuerbudget und beschäftigte sich vornehmlich I finanzreform. Die Abgg. Müller-Meiningen, mit der Rede des Abg. Müller-Meiningen. Er I Südekum, Erzberger und Arendt nahmen noch- kuchte jede Mitschuld seiner politischen Freunde I mal» das Wort zu persönlichen Bemerkungen, «n dem jetzt herrschenden Finanzleben abzu- I und die Vorlage wurde einer Kommisfion von leugnen. I 28 Mitgliedern überwiesen.

Meine Ausreise nach Kiautjchou. ! auszunützen. Ueberall auf unserer Reise bis v I 3um fernen Osten wurde es vor Augen geführt.

- . I Die englische Fahne über der Kaserne zeigte

, toar "n herrlich schöner Anblick, wel- I uns, wessen Soldaten hier liegen. Auch Tarifa

wc xc UJ?5 bui. Als ich nach einem einstündigen I sahen wir liegen. Es liegt am Fuße eines Bet-

AUsenthalt an Zwischendeck wieder an Oberdeck I ges und ist mit Mauern umgeben. Die Häuser Klaubte ich mich in der Märchenwelt von find weiß mit roten Dächern. Außerhalb der 1001 9tttd)t zu befinden Mir fuhren nämlich I Stadt liegt ein hoher weißer Leuchtturm. Die immer noch an portugiesischer Küste und zwar an Weinberge und grünen Matten, welche dieStadt einer tiefen S^lucht vorbei welche durch hohe, | umrahmen, gaben derselben ein äußerst malen« senkrecht emporsteigende Felsen gebildet wurde. I sches Aussehen. Der nächste Platz wo wir die Durch diese Schlucht konnte man weit in das I Engländer trafen, war Gibraltar, auch der Innere des Landes sehen. Am Fuße des Ber- I schlafende Löwe genannt. Es ist als stärkste Be- ges lagen weiße Häuschen mit roten Ziegel- feftigung der Welt bekannt. Es hat seinen Na« u?"che rn den frischen grünen Matten men von dem arabischen Anführer Tarek und ^"derschon aussahen. An der Küste lagen heißt eigentlich Dschebe ab Tarek, auf deutsch: Leuchtturme und Signalstationen und am I Berg des Tarek. Mit Muss war Tarek An- Strand unzlchlige Segelboote. Wir kamen so- I führer der Araber, die auf ihrem Siegeszuge °uun an Lissabon vorbei. Dieses sowohl wie I durch Spanien von Karl Martell bei Tours und auch den Hafen konnten rott ganz deutlich liegen " "

fthen. Am nächsten Morgen hatten wir auf beiden Seiten Land. Auf Steuerbord (rechte Seite des Schiffes) lag die afrikanische Küste, und zwar fiel uns das Atlasgebirge mit dem Affenberge direkt ins Auge, welch letzterer sich hoch über die Wolken erhebt. Am Fuß der Berge sahen wir Tanger liegen. Man kann außerdem noch Dörfer am Fuße des kahlen Atlas liegen sehen, der noch aus der Sarazenenzeit mit alten Wachttürmen besetzt "'t. Letztere müssen eine herrliche Aussicht auf die gegenüberliegende spanische Küste gewähren und auch auf den eng­lischen Kriegshafen Ceuta, welcher auf der süd­lichen Halbinsel liegt. An der spanischen Küste sehen wir den Kriegshafen Trafalgar, wo im Jahre 1805 der englische Admiral Nelson die Franzosen besiegte und den Tod fürs Vater­land starb. England verstand diese» Sieg gut

sollte. Das gab denn nun ein fürchterliches ... . -----------------------, Rennen und man konnte glauben, das Schiff

Portiers rm Jahre 732 geschlagen wurden. Gib- I wäre am Sinken. Binnen einer Minute war raltar besitzt 1902 Geschütze, wozu jedes Jahr ein I alles angetreten. Nachdem dem Bootführer ge- neues hinzukommt. Es sind das lauter große, I meldet worden war, daß alle zur Stelle waren, moderne und weittragende Kanonen, welch« I wurde roeagetreten und weitergearbeitet. Dann hinter Felsen versteckt stehen und nach dem I passierten wir die Insel Malta mit ihren hohen Schutz wieder Mittels hydraulischen Drucks ver- I Bergen Bei der zunehmenden Hitze ist das tag« schwinden. Gibraltar erhebt sich 400 Meter über I liche Bad eine Wohltat. Die Leute seifen sich in das Meer. Jrtne Drahtseilbahn führt von der I Süßwasser ein und werden bann korporalschafts- ®ta®t jur höchsten Spitze des Berges, auf wel- I weise mit Seewasser abgefpritzt. Später war so- chem sich eine Signalstation befindet. In dem I gar ein Keines Schwimmbassin angefertigt wot- y>afen liegen Schisse aller Nationen. Bei Son- I ben worin man sich einige Minuten austoben ncnuntergang sahen wir noch die Sierra Nevada I konnte. Dieses Baden macht viel Spaß und vet- sich mit ihren schneeigen Gipfeln in der Abend- I hindert den in den Tropen so häufig vorkommen- sonne spiegeln. Der folgende Tag zeigt uns die I den toten Hund, welches eine Hautkrankheit ist algerische Küste an der grüne Weinberge mit I Abends hatten wir ziemlich hohe See. Das Schiff XBaioern und freundlichen Dörfern abwechseln. I fing an zu schlingern, erst wenig und dann im«

Straßen, Wege und Eisenbahnen führen am I mer mehr. Viele eilten an die Reihling, um

i£r^nl>Lec?tia8- ,<?ie Stadt Algier macht mit I dem Meeresgott ihren Tribut zu bringen. Die

ryr«, grotzen, weiße» Häusern. die zum Teil j zum Spielen kommandiert« Musik mußte wieder

blühende Geschäftsbetriebe empfindlich gestört und zurückgebracht werden. 3. Ein wichtige» Kulturmittel wird beeinträchtigt, dem Zeitungs- leset wird die Beobachtung der Zeitereignisse, dem Zeitschriftenleser das Studium erschwert. 4. Das Gesetz bedroht in seinen Wirkungen sehr zahlreiche, entweder wissenschaftlich wichtiger« oder in ethischer Hinsicht bedeutsamere Erschei­nungen der periodischen Literatur mit Vernich­tung. 5. Die Propaganda der deutschen Indu­strie und Geschäftswelt zur Belebung des heimi­schen und des Exportgeschäfts müßte eher geför­dert als zurückgedämmt werden. 6. Die Ein­ziehung der Steuer ist nur unter maßlosen, fort­gesetzten Behelligungen des Verlegers möglich und erfordert zu ihrer Durchführung einen im Verhältnis zum möglichen Ertrage ganz un­rationellen Arbeitsaufwand für Kontrolle. 7. Dieses Gesetz ist hinsichtlich seiner erhofften Er­trägnisse auf völlig unzureichenden Grundlage« berechnet. 8. Dje Besteuerung der Plakate und Beilagenreklame wird zweifellos einen Rück­gang und damit eine erhebliche Schädigung des gesamten graphischen Gewerbes bewirken.

Die mecklenburgische Verfassungs-Reform. Der Eroßherzog von Mecklenburg - Schwerin hat den Geschäftsausschuß des liberalen Wahl- vereins für beide Mecklenburg in Audienz em­pfangen. Nachdem in längeren Ausführungen die Wünsche des liberalen Wahlvereins darge­legt worden waren, erklärte der Eroßherzog, daß er es sich versagen müsse, auf die Einzelheiten bet Ausführungen einzugehen, daß et aber seinen grundsätzlichen Standpunkt der Depu­tation nicht vorenthalten wolle. Der Eroßherzog fuhr dann fort: Als ich mich aus freien Stücken entschloß, das von meinem Eroßvaier begonnene, aber nicht zu Ende geführte Werk einet zeitge­mäßen Umgestaltung ber bestehenden Land sver- fassung wieder aufzunehmen, war es mit nicht unbekannt, daß über die Frage, in welcher Weise diese schwierige Aufgabe zu lösen sei, die An­sichten in den verschiedenen Kreisen des Land.» weit auseinandergehen. Wollte ich mein Land vor schweren Konflikten bewahren und die ruhige Entwicklung seiner öffentlichen Rechtszustände stcherstellen, mußte ich deshalb mein Augenmerk darauf richten, daß die Verfassungsvorlage nicht den einseitigen Standpunkt einer bestimmten Partei zur Richtschnur nehme, sondern unter De- rücksichtigung der tatsächlich bestehenden Verhält­nisse tunlichst eine zwischen den verschiedenen po­litischen Gegensätzen im Lande vermittelnde Richtung einhalte. Von dieser Erwägung aus­gehend habe ich seiner Zeit meinen Entschluß, die Verfassungsverhandlungen wieder aufnehmen zu wollen, kundgegeben und durch"ihtinr .Regierung die an die Stände herauszugebende Vorlage ausarbeiten lassen. Wenn, wie ich zu meinem Befremden vernommen habe, die Auffassung gel­tend gemacht worden ist, daß ich in der Verfas- sunasfrage ein gegebenes Versprechen nicht ein» gelöst hätte, so muß ich dem mit aller Entschie­denheit entgegentreten. Eine Verfassung be- b =====------ü. = -aissi

roegtreten, da einige Instrumente verstopft wa­ten. Abends sah man viele müde und schlapp« Gestalten am Deck liegen. Anderen Tages hieß es:Der französische Kriegshafen Biserta in Sicht." Deutlich erkannten wir die Häuser und die eiserne Schwebebahn. Forts. Leuchttürm« und Signalstationen zeigen die Bedeutung de» Platzes an. Nachdem kamen wir an dem aus der Geschichte bekannten Kariago vorbei, welches uns durch feine Moscheen, Kasernen, Zeltlager, Kriegsschiffe und Batterien auffiel. Auch sahen wir hier die ersten schwatzen Menschen in klei­nen Booten auf dem Meere umherfahren. Et­was weiter kamen wir an die Hauptstadt La Valetta mit dem Hafen voller Kriegs- und Han­delsschiffe. Mit ihren gelblichen Häusern, di« sich kaum von dem Boden abheben, macht die Stadt einen oben Einbruch. Daß La Valetta auch Garnison ist, zeigen bie Schießstände und die aus roten Ziegelsteinen hergestellten Tra­versen und Eeschvßfünge. Bis Part Said trafen wir nun kein Land mehr. Donnerstag, den 20. März, kam Port Said in Sicht. Es dauerte noch zwei Stunden, bis wir in die Nähe des Hafens kamen. Hier kam der Lotse, der seinen kleinen Dampfet uns zur Seite angelegt hatte an Bord. An bet Einfahrt bes Hafens steht bas Bilb Ferdinand v. Lesseps, des Erbauers des Suez-Kanals. Der Sockel, das Standbild war mit den WortenApaviera terram gentibus geschmückt. Auf dem Hafendamm sahen wir schon Menschen der verschiedenartigsten Rassen^ spa­zieren gehen. Besonders waten Araber, Türken, Neger und Chinesen vertreten. Wit fuhren a» dem Quai entlang und sahen zuerst den Leucht« türm und einen schmalen Häuserstreifen, dan» zwei Riesenktäne und zuletzt die Schiff« im Ha­fen. _