r.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
______________und den Beilagen: „Literarischer Amrigrr", „Klmdwirischafttiche Kettage- und.Hllustriertr- K-mttug-blatt-. ___________
Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessisch. Die Insertion,gebühr beträgt für bte 7gespaltene Zeil,
no4 Ze.tung« bei allen Postämter« und »nsern ZertungSKelte« i« iWatVlirfl oder Ker« Saum 16 Pfennig, für Reklamen tzOPfenniq- ,Q
Jlx äOI «irchh a«n und Wetter saw^ bei unserer Expedition — Markt Sl. __„ , ____ ™ ~ , gs,,' 43, Jüuka.
- Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (oh«, Ämtttfftft 29 NüVembtt 1QOR LlsiVsiÄ Verlag: Joh. Bug.Koch Unw^itntsbuchdruckerei v)-
Bestellgeld), bei unser« Zeitungsstelle« und der Traditio« 2 Mk. SVNlltUq, JlUUClllU« 1«VO. Inhaber Dr. «. Hitzeroth. Marburg. Markt 21. - Telephon 55.
Erstes Blatt.
Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.
Das Spielen mit dem Feuer.
Die Regelung der Balkanangelegenheit geht den Krebsgang. Während vor einigen Wochen alles in schönster Ordnung zu sein schien, sodaß die einzuberufende Konferenz nur die auf den direkten Verhandlungen zwischen Oesterreich und der Pforte andererseits getroffenen • Vereinbarungen hätte zu sanktionieren brauchen, haben sich jetzt die Verhältnisse außerordentlich kompliziert und es ist sehr fraglich geworden, ob überhaupt eine Konferenz zustande kommt. Denn Rußland soll in seiner Note an Oesterreich verlangt haben, daß die Annektion Bosniens und der Herzegowina auf der Konferenz diskutiert werde. Ebenso soll die Türkei verlangt haben, daß die Unabhängigkeit Bulgariens auf der Konferenz zur Diskussion gestellt werde. Oesterreich aber ist jetzt entschlossen, die Konferenz nur dann zu beschicken, wenn auf ihr die Annektion nicht diskutiert, sondern nur sanktioniert wird. Ebenso will Bulgarien von einer Diskussion über seine Unabhängigkeitserklärung nichts wissen, ja, es verlangt sogar, selbst die Konferenz beschicken zu dürfen, was ja nur unter der Voraussetzung der Anerkennung seiner Unabhängigkeit möglich ist. .
Wenn Rußland Oesterreich Schwierigkeiten bereitet und wenn sich die Türkei sowohl Oesterreich wie Bulgarien gegenüber auf die Hinterbeine setzt, so dürften englische Einflüsse dabei keine ganz geringe Rolle spielen. Der englische Staatssekretär des Auswärtigen fließt zwar von Wohlwollen und Friedensliebe über, aber die englische Politik ist hinter den Kulissen manchmal ganz anders, als vor ihnen. Schwierigkeiten für Oesterreich und damit auch indirekt für Deutschland zu schaffen, ist ja für England ein ganz verlockendes Unternehmen.
Die Frage ist nur, ob England bei diesem Spielen mit dem Feuer nicht Gefahr läuft, sich selbst die Finger zu verbrennen. Je mehr die nationalen Leidenschaften der Türken gereizt «erden, desto mehr greift die Erregung auch auf die islamitische Bevölkerung außerhalb der Türkei über. In Aegypten beispielsweise sind ebenso wie in der Türkei Hterreichische Waren boykottiert worden und man hat eine Sammlung zur Unterstützung eines Krieges der Türkei gegen Bulgarien veranstaltet. Diese Symptome des islamitischen Eemeinsamkeitsgefühls und des Nationalbewußtseins brauchen ja England nicht zu stören, aber man bleibt dabei nicht stehen. Reuters Bureau hat zwar die am 1. November in der ägyptischen Presse erschienene und auch in europäische Zeitungen Lbergegangene Nachricht dementiert, daß der gesetzgebende Rat eine Adresse an den Khedive beschlossen habe, in der die alsbaldige Einrichtung einer Verfassung verlangt worden sei. Jedenfalls ist in den letzten Wochen im Zusammenhang mit den Vor» gängen in der Türkei das ägyptische National« gefühl bedeutend gewachsen und es wäre, wenig- {• ns mit Rücksicht auf die ägyptischen Zustände, eventuell aber auch auf die indischen, für England doch vielleicht ratsam, die Regelung der Balkanfragen nicht zu hemmen, sondern vielmehr zu fördern.
Aber auch die Türket könnte sich bei dem Spielen mit dem Feuer die Finger verbrennen. Zunächst bringt der Boykott nicht nur den Oesterreichern Nachtell, sondern auch den türkischen Konsumenten, die die Waren teurer als bisher bezahlen müssen. Zweitens ist das Liebäugeln der Türkei mit den beiden kleinstaatlichen Gegnern Oesterreichs, Serbien und Montenegro, nicht ungefährlich. Daß diese beiden Länder von Oesterreich territoriale Entschädigung erhalten könnten, ist ganz ausgeschlossen. Wohl aber erstreckt sich ihr Gelüste auf albane- fisches bezw. mazedonisches Gebiet und je mehr der Kriegseifer dieser kleinen Staaten gereizt wird, desto eher könnten sie geneigt werden, wenn denn von Oesterreich doch nichts zu holen ist, sich an der Türkei schadlos zu halten. Vor diesen neuen Freunden also sollte sich die Türkei lieber in acht nehmen.
Ueberhaupt hat die Türkei unserer Meinung «ach das dringendste Interesse, Verwicklungen zu
vermeiden. Aus den Erfahrungen der letzten von ihr geführten Kriege sollte sie wissen, daß ein Krieg ihr nur Opfer an Menschen und Geld, niemals aber, auch dann nicht, wenn er siegreich verläuft, Gewinn bringt. Dazu kommt noch, daß die inneren Zustände des Landes außerordentlich ungeklärt find. Zwischen den Alttürken unb den Jungtürken besteht bitterer Groll, da» Verhältnis zwischen der türkischen und der griechischen Bevölkerung hat stch sowohl in der europäischen Türkei wie in Kleinasien infolge von Wahlstreittgkeiten verschlechtert, und die Bewohner des Libanongebietes wie auch die Beduinen -rollen dem Sultan, weil er die ihrer Auffassung nach den Gesetzen des Islam widersprechende Verfassung bewilligt hat. Die Türket wird also ftoh sein können, wenn st« ohne schwere innere Krisen rotebet zu ruhigen und geordneten Zuständen gelangt. Sie sollte deshalb zusehen, die Verhandlungen mit Bulgarien und Oesterreich rasch zu gutem Ende zu führen.
Der Arbeitskammergesetzentwurf.
Dem Reichstage ging der Entwurf eines Ar- beitskammergesetzes zu. Derselbe enthält 45 Paragraphen und behandelt in steben Abschnitten 1) Errichtung, Aufgabe und Zusammensetzung der Arbeitskammer, 2) Wahlberechtigung und Wählbarkeit, 3) Wahlverfahren und Dauer der Wahlperiode, 4) Kostenaufwand, 5) Geschäfts- führung, 6) Beaufsichtigung, 7) Schlußbestimmung.
Aus dem Inhalt ist hervorzuheben, daß für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer eines Gewerbezweiges oder mehrerer verwandter Gewerbezweige auf sachlicher Grundlage, soweit nach dem Stand der gewerblichen Interessen ein Bedürfnis besteht, Arbeitskammern zu errichten find, die rechtsfähig find. Die Arbeitskammern find berufen, den wirtschaftlichen Frieden zu pflegen. Sie sollen die gemeinsamen gewerblichen und wirtschaftlichen Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der in ihnen vertretenen Gewerbezweige, sowie die auf dem gleichen Gebiete liegenden besonderen Interessen der beteiligten Arbeitnehmer wahrnehmen. Die Errichtung der Arbeitskammern erfolgt durch Verfügung der Landeszentralbehörde. Die Mitglieder der Arbeitskammern müssen zur Hälfte aus Arbeitgebern, zur Hälfte aus Arbeitnehmern entnommen werden. Zur Teilnahme an den Wahlen find Deutsch« beiderlei Geschlechtes berechtigt, welche 1) das 25. Lebensjahr vollendet haben, 2) im Bezirke der Arbeitskammer tätig find, 3) demjenigen Eewerbezweig als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer angÄhören, für welchen die Arbeitskammern errichtet find. Wähler find diejenigen Wahlberechttgten, welche 1) das 30. Lebensjahr vollendet haben, 2) seit mindestens einem Jahr demselben Gewerbezweige als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer angehören, für di« die Arbettskammern errichtet find, 3) in dem der Wahl voraufgegangenen Jahre für sich oder ihre Familien Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln nicht empfangen haben. Die Wahlen find unmittelbare und geheime. Sie finden nach dem Grundsätze der Verhältniswahl derart statt, daß neben den Mehrheitsgruppen auch die Minderheitsgruppen entsprechend ihrer Zahl ver- tteten sind. Die Mitglieder der Arbeitskammer werden auf sechs Jahre gewählt. Die erwachsenden Kosten find für jede Arbeitskammer von denjenigen in ihrem Bezirk gelegenen Gemeinden zu tragen, in denen sich Betriebsstätt n der in ihr verttetenen Gewerbezweige den Wohnsitz haben. Di« Sitzungen der Arbeitskammern sind öffentlich. Die Beschlüsse werden durch Stimmenmehrheit gefaßt. Bei Stimmengleichheit entscheidet di« Stimme des Vorsitzenden. Die Arbeitskammern unterliegen der Aufsicht derjenigen höheren Verwaltungsbehörde, in deren Bezirke sie ihren Sitz haben. Auf Betriebe, die unter der Heeres- oder Marineverwaltung stehen, finden die Bestimmungen keine Anwendung.
Für den Entwurf waren folgende Erwägungen maßgebend: Bekanntlich war der dem Bundesrate vorgelegte Entwurf der Oeffentlich- keit zugänglich gemacht worden. Wenn er auch von verschiedenen Seiten scharf bekämpft worden ist, so hat doch die grundlegende Vorschrift über die Einrichtung der Kammern überwiegend Zustimmung gefunden. Gingen auch sonst die Ansichten auseinander, so war man doch im wesentlichen darin einverstanden, daß nur die Einrichtung paritätischer d. h. zu gleichen Teilen au» Arbeitgeber» und Arbeitnehmern zusammen
gesetzter Institutionen in Frage kommen kann. Soll die neue Einrichtung der Pfleg« de» Friedens dienen, so muß man Arbeitgeber und Ar- beitnehmer stch näherzubringen suchen, ihnen Gelegenheit geben, stch kennen zu lernen, und in der fteien Aussprache die Würdigung der häufig auseinandergehenden Anstchten ermöglichen. Daß dies nur bei Errichtung paritätischer Organisationen möglich ist, liegt auf der Hand. In dem nunmehr dem Reichstage vorgelegten Entwürfe hat man daher an jenem Grundsatz mit Recht festgehalten.
Ministerverantwortlichkeit.
Zur bevorstehenden Debatte über die Anträge auf Erlaß eines Ministerverantwortlichkeitsgesetzes schreibt die „R. Pol. Korresp":
Daß, nachdem in ausgiebigen sachlichen Verhandlungen die große Aufgabe der Reichsfinanzreform eingeleitet ist, der Reichstag in die Beratung der von verschiedenen Seiten eingebrachten Anträge auf Erlaß eines Ministerverant- wortlichkeitsgesetzes einzutreten beabfichttgt, unterliegt vom Standpunkte prattischer Polittk nicht unerheblichen Bedenken. Wenn bei der Diskussion Nicht starke Zurückhaltung geübt wird, ist eine zwette Auflage der Verhandlungen vom 10. und 11. d. M. zu befürchten. Damit würde die Gefahr heraufbeschworen, daß, nachdem die schwere politische Spannung jener Tag« inzwischen ihr« befriedigende Lösung gefunden, neue Spannung erzeugt wird. Daß eine solche; Folge jener Verhandlung sehr vom Uebel sein? würde, ist klar. Fragt man sich, ob die zur Vermeidung eines derarttgen Ergebnisses notwen» dige Selbstbeschränkung bei allen Teilen des Hauses zu erwarten ist, so muß bedauerlicherweise die Antwort verneinend ausfallen. Von den Sozialdemokraten ist vielmehr das gerade Gegenteil anzunehmen. Das Vorgeben ihres Redners in der Verhandlung über die Reichsfinanzreform und die Aeußerungen der sozial« demokrattschen Presse lassen keinen Zweifel darüber zu, daß sie gerade darauf brennen, weiter Sturm gegen das persönliche Regiment zu laufen. Ebenso klar tritt ihre Absicht hervor, Kaiser und Kanzler zu verhetzen und wiederum firi» tische Zustände herbeizuführen, bei denen ihr Weizen blüht. Dazu kommt, daß das Zentrum insofern ihnen entgegenkommt, als es mit seinem Vorstoß hauptsächlich den Reichskanzler zu treffen und seine Stellung nach Kräften zu unterminieren gedenkt. Bet solchen Aussichten erscheint es dringend geboten, daß der- Reichstag zu dem alten konstitutionellen Axiom zurück- kehrt, daß die Person de» Herrschers nicht in die Debatte gezogen werden darf. In den Verhandlungen vom.10. d. M. ist man von dieser Gepflogenheit notgedrungen abgegangen. Die Gründe, welche damals zur Abweichung von jener konstitutionellen Regel zwangen, liegen jetzt, nachdem die damalige Krisis glücklich überwunden ist, in keiner Weise mehr vor. Auch wenn dies die oben angeführten besonderen Momente nicht gebieterisch erheischen, müßte daher schon aus allgemeinen Gründen jetzt zur Regel zurückgekehrt werden. Man wird versichert sein dürfen, daß der Reichstagsprästdent in dieser Hinsicht mit vollstem Nachdruck seines Amtes walten wird. Aber man wird auch erwatten dürfen, daß ihm bei seiner gegenüber, dem Widerstreben eines Teiles des Hauses schwierigen Aufgabe die nationale Mehrheit entschlossen und geschlossen zur Seite steht. Sie erfüllt damit nicht nur «ine politische Pflicht, sondern auch ein Gebot politischer Klugheit, indem sie die Absichten ihrer Gegner wirksam durchkreuzt.
Deutsches Reick.
— Einzug de» Prinzen und der Prinzessin August Wilbelm in Potsdam. Potsdam, 27. November. Der feierliche Einzug des Prinzen und der Prinzessin August Wilhelm fand heute beim schönsten Wetter statt. Pünttlich um 10 Uhr 57 Min. traf der Sonderzug auf dem Bahnhofe Potsdam ein. Rach der Begrüßung und nach der Abschreitung der Ehrenkompagnie, welche vom ersten EarderegimeIt mit Musik gestellt wurde, bestiegen der Ptknz und die Prinzessin unter dem Donner der Salut feuernden Geschütze einen sechsspännigen offenen Wagen zur Fahrt zum Rathause. Der Prinz, sichtlich erfteut über den Empfang, dantte mit herzlichen Worten. Nach der lleberreichung eines Buketts aus der Hand der Tochter des Stadttates Kampf- meyer setzte sich der Zug zur Villa „Liegnitz" in Bewegung.
— Dispositionen de» Reichsta-e». Berlin, 27. Rov. Der Seniorenkonvent des Reichstag« einigte stch heute dahin, daß alle die Verfassung» frage betreffenden Anträge am Mittwoch gemeinsam auf die Tagesordnung gesetzt werde» sollen. Da di« erste Lesung der Finanzreform morgen beendet wird, soll Montag der Abschnitt über die Frauenarbeit, der von der Kommission für die groß« Eewervenovelle fertiggestellt ist und mit Rücksicht auf die Berner Konvention vorweg erledigt werden soll, zur zweiten Lesun- gestellt werden.
— Die «ntionalpolnische Propaganda greift immer weiter um sich. Das zeigt wieder die Gründung der „Patrya", einer polnischen Versicherungsgesellschaft. Dieses Unternehmen wird nicht mit großem Wortschwall angekündigt, aber im Stillen werden die polnischen Bauern von den deutschen Banken austreten und sich ihrem nationalen Unternehmen zuwenden. Die Bank wird mit einem Kapital von 2 Millionen Mark in Gestalt einer Aktiengesellschaft errichtet uub droht die deutschen Versicherungsgesellschaften der Ostmarken zu zermalmen. Noch ist da» Etablissement zu verhindern, denn es kann erst ins Leben treten, wenn es bei den deutschen Gesellschaften seine Rückversicherungs- und Risiko- Verttäge abgeschlossen hat,, worauf die „Tagt Rundschau" sehr richtig aufmerksam macht.
Gewerkschaftlicher Terrorisums.
Au» Anlaß der Wahl von Arbeitervertreter» am Berliner Eewerbegericht, verbreitet die Leitung der Hirsch-Dunckerschey Gewerkvereine ein gegen die sozialdemokratischen Gewerkschaften gerichtetes ungemein scharfes Flugblatt. Dari« wird besonders der Terrorismus der „Roten" beleuchtet. Aus den letzten fünf Jahren sind von der Hirsch-Dunckerschen Fälle gesammelt worden, in betten „freie", sozialbemokratische Gewerkschaftler Mitglieder anderer Organisationen terrorisiert haben und bafüt gerichtlich bestraft worden sind. Es waren die.-' 110 Einzelfälle, für die die Täter zu 46)1 Tagen Gefängnis und 625 M^,Atldstrafe verurteilt worden sind. Die Täter waren lauter „freie" Gewerkschaftler und in keinem der ausgezählten Fälle handelt es sich um Streikbrecher. Das ist aber rut ein kleiner Teil der wirklichen Terrorismusfälle; denn die meisten davon'gelangen nicht vor den Richter, und außerdem find in der vorliegende« Zusammenstellung die Nichtorganisation, die die meisten Opfer der gewerkschaftlichen Gewalttätigkeiten liefern^ nicht berücksichtigt. Bezeichnenderweise heißt es in dem Flugblatte deshalb: „Fast fordert ein Krieg nicht soviel Opfer, wie dieser stete Kamps mit den „freien“ Gewerkschaften um eine heilige Ueberzeuaung." — Aber was nützt das Gejammer? Mögen sich doch die freisinnigen Hirsch-Dunckerlchen Gewerkvereine an ihre parlamentarischen Vertreter halten und von diesen fordern, daß sie n’^t gegen, sondern für Arbeitswilligenschutz eintretenk
Ausland.
“ Die Huldigungen de» Adels für Kais« Franz Joseph. Wien. 27, Nov. Heute Vov mittag erschien eine Deputation des österreichb scheu Adels, bestehend aus 700 Mitglieder«, vor dem Kaiser, um ihm die Huldigung der Adels darzubringen. Fürst Ferdinand Lobko- witz hielt eine Ansprache an den Kaiser, in der er hervorhob, es sei da vornehmste Erbe der Adelig einzustehen für das monarchische Prinzip. - :r Kaiser begrüßte in seiner Erwiderung mit besonderer Freude die Nachkommen von Heerführern unb Staatsmännern, die vereint mit dem Kaiser bas Reich begründen und festige» halfen.
** Folge« der Universitätskrawalle in Wie«. Wien, 27. Nov. Die „Politische Korrespondenz" meldet: Im Zusammenhänge mit den Ereignissen an der Wiener Universität kam es bekanntlich vor einigen Tagen in Rom zu ein« Volksversammlung auf der Piazza Colonna, wo. bei trotz der polizeilichen Maßnahmen ein Steinwurf gegen die Fenster der österreichisch-ungarischen Botschaft nicht verhindett werden konnte. Die italienische Regierung drückt« sofott dem österreichisch-ungarischen Botschafter Grafen von Lüttow ihr Bedauern über den Vorfall aus und teilte gleichmäßig mit, daß der in Frage kommende Polizeikommissar wegen des Vorfall« zur Verantwortung gezogen würde und daß zur Verhinderung der Wiederholung ähnlicher Vorkommnisse di« strengsten Befehle ergangen seien.
** Frau Steinheil die Mörderin Feltr Faures? Paris, 27. Nov. Die „Libre Parole" spielt in einem „Vom Elys« zum Sefängni»