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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und de« Beilage«:Literarischer Ameiarr",Landwirtschaftliche Beilage« «udIlluSriertes K«mtag»d1«tt-.

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M 281 K,rE°.n und Wetter s unserer Sx^rtron -M«kt 31. 1QAQ Druck und Verlag: Job. «ug. Koch, UnwersitLttbuchdru-k.rei « Jahr-.

wÄbefttXÄSÄ und ÄSiSn 2Mk Dvnntag, 29. November 1908. Inhaber Dr. «. H°tz.r°th, Marburg, Markt 21. - Telephon 55.

Drittes Blatt.

Lokomotivführer, Disziplin und Betrörde.

ry Aus der Kommission zur Beratung der Be­soldungsvorlage find Aeußerungen seitens des Herrn Eisenbahnministers in die gesamte Presse gekommen, die geeignet waren, den Lokomotiv- führerstand in seinem Ansehen zu schädigen und das Vertrauen zur Tätigkeit der für die Be­triebssicherheit so wichtigen Beamtenklasse zu be­einträchtigen. Die Lokomotivführer sollten zur Disziplinlofigkeit neigen und ihre Besoldung deshalb mit Rücksicht auf die Assistentenklasse nicht höher gesetzt werden dürfen. Es entstand in Lokomotivführerkreisen eine nie dagewesene Erregung. In zahlreichen Ortsversammlungen nahm man entrüstet Stellung gegen diese A««- rungen, in scharfen Artikeln wie« dieDeutsch« Eisenbahnzeitung" das Anfinnen der Disziplin­losigkeit zurück, in Berlin fand vor einigen Ta­gen eine Massenversammlung statt, die fich in demselben Sinne aussprach. Der Herr Minister hat darauf Vertreter des Verbandes Kgl. Preust. und Großherzogl. Hess. Lokomotivführer zu sich geladen, um darüber aufzuklären, daß fein« Aeußerungen entstellt und unrichtig wieder- gegeben seien. In derNordd. Allg. Ztg." vom 22. ds. Mts. finden wir darüber folgende Notiz:

Aus Anlaß von unrichtigen Mitteilungen über Aeußerungen des Ministers der öffentlichen Arbeiten, die dieser gelegentlich der Verhand­lungen über die Besoldungsvorlage in der ver­stärkten Budgetkommission hinsichtlich der Loko­motivführer der Staatseisenbahnverwaltung ge­macht haben sollt«, hat der Minister die Vor­standsmitglieder des Verbandes Königlich Preu­ßischer und Eroßherzoglich Hessischer Lokomotiv­führer zu sich beschieden und ihnen über den tat­sächlichen Inhalt feiner Aeußerungen Aufklä­rung gegeben. Die vorgeladenen Lokomotiv­führer dankten für di« ihnen gewordene Mit­teilung und versicherten, daß dadurch die durch jene ungenaue Nachricht in die Kreise ihrer Kol­legen hineingetragene Beunruhigung wieder schwinden würde."

Tatsächlich hat fich die Erregung durch die Bekanntgabe einer längeren schriftlichen Er­klärung des Herrn Ministers an die Ortsgrup­pen gelegt, vor allem auch, weil di« Vorstands­mitglieder Gelegenheit hatten, ihre Standes- wünsche, auch bezüglich der Besoldungsvorlage, vorzutragen. Aus der Erklärung mögen fol­gende Sätze hervorgehoben werden:Er (bet Herr Minister) kenne aus langjähriger Beob­achtung den verantwortungsvollen und auf­reibenden Dienst der Lokomotivführer sehr wohl und wisse, daß von der Zuverlässigkeit ihrer Dienstausübung zu einem großen Teil das Wohl

Erinnerun des Wilhelm Hilberqer ! aus feinem Soldatenleben im Jahre 1886. ! Mitgeteilt von Ludw. Müller.

Wilhelm Hilberger, ehemals Musketier im 1. Kurbessischen Infanterie-Regiment, Konrad, gewöhnlich die Konrädcher genannt, wurde zum Militär gezogen im Januar 1866. Am 21. März, nachdem wir ausgemustert waren, ging unsere Reise nach Cassel. Bis nach Kirchhain muhten wir marschieren, von wo wir verladen und mit der Bahn nach Cassel gebracht wurden, w.c wir mittags eintrafen. Früher wurden die Rekruten noch in Abteilungen zu Fuß in die Garnisonen zu ihren Regimentern gebracht. Am nächsten Tag wurden wir eingekleidet und dann ging es los mit Exerzieren; es ging alle und alle Tage schlimmer und strammer; das dauert« über vier Wochen. Da sagte unser Vorgesetzter, jetzt, Kerls, habt Ihr noch vierzehn Tage, dann seid ihr ausqebildet und werdet in di« Kom­pagnie eingestellt. Als wir eingestellt waren, gab es aber doch noch manchen Rippenstoß und manche Ohrfeige. Dann wurden wir da» Schießen gelernt, und wir gingen auf den großen Forst bei Cassel, wo wir exerzierten. Es war im Monat Mai, den man den E^erziermonat nannte und wo die Reserve auch eingezoaen war, wenn der. herum war, wurde diese wieder nach Hause geschickt; es blieben nur so viel Leute im Dienst, als nötig waren.

Es war im Juni 1866, als es auf einmal hieß, es gibt Krieg! Als man fragte, mit wem, hieß es, 'mit den Preußen. Wir hatten von der ganzen Sache noch keinen Begriff, aber wir sahen daß über Cassel nach Frankfurt öster­reichische Truppen, die aus Holstein kamen, durchfuhren. Es waren ganz« Züge voll, die in

und Wehe der Reisenden abhänge. Was das Verhältnis zu den Eisenbahnangestellten anbe­treffe, so hab« er niemals den Lokomotivführern Disziplinlosigkeit vorgeworfen, weder im allge­meinen, noch in ihrem Verhältnis zu den Assi­stenten." Der Lokomotivführerstand, der vom Herrn Minister ausdrücklich als mittlerer Ve- amtenstand anerkannt wurde, gibt fich der Hoff­nung hin, daß nach diesen Aussprüchen des Herrn Ministers auch die fernere Behandlung der Be­soldungsvorlage zugunsten der Lokomottvführer beeinflußt wird. Dar Anfangsgehalt der Loko­motivführer ist feit 27 Jahren nur um 200 Mk., das Endgehalt in demselben Zeittaume bis zur Besoldungsvorlage nur um 400 Mk. erhöht wor­den. Die Regierungsvorlage sieht nur eine Er­höhung des Endgehalts um 200 Mk. vor. Daß diese Erhöhungen in keiner Weise der Verteuer­ung der gesamten Lebensverhältnisse entsprechen, dürfte jeder einsehen. Auch haben alle Abgeord­neten durch ihr Vorgehen in der Kommission da» Bedürfnis weiterer Erhöhungen anerkannt. Auch erwartet man, daß die zum Lokomotiv­führer geprüften Anwärter, die vielfach den Dienst der Lokomotivführer verrichten, aus der Klasse der Berufsheizer herausgehoben, als Re­serveführer eine besondere Klasse bilden und als solche in di« Gehaltsklasse der gehobenen Unter­beamten eingereiht werden.

Ans dem Reichstage.

Den sechsten Tag der ersten Beratung der Reichsfinanzreform eröffnete der Abg. MM«r- Meiningen (fr. Vp.) mit Einwänden gegen die Elektttzitäts-, Gas- und Konsumsteuer über- hauvt, auch gegen die Jnseratensteuer, dagegen äußert« er sich zur Nachlaßsteuer freundlich, für die er aber auch eine Reichsvermögenssteuer akzeptieren will. Als Parallelattion, nicht als Bedingung fordett er konstttuionelle Earantten. Er beleuchtet die widerspruchsvolle Haltung de» Zentrums drastisch.

Der ihm folgend« Slebnei der Reichspartei Abg. Schmidt-Altenburg stellte fich auf den Standpunkt des volkswirtschaftlichen Rechners. Er begann mit der ernsten Mahnung zur Oeko- nomie der Ausgabe und begründete sie mit dem Nachweise, daß die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft nicht so beispiellos glänzend sei, wie es die Denkschriften darstellten. Wenn man berechne, daß die gesamte steuerliche Belastung in England zur Zeit 95 «M. pro Kopf der Bevöl­kerung sei, in Deutschland nur 49 -K, so betrage andererseits auch das Einkommen pro Kopf der Bevölkerung in England 864 M, in Deutschland nur 436 M, die steuerlich« Belastung bedeute da- her für den Engländer nur 10,8 pCt., für den Deutschen aber 11,2 pCt. des Einkommens und nach den neuen Steuervorlagen mit 8 -K mehr pro Kopf (oder 1,8 pCt), zusammen 13 pCt. Dabei habe Deutschland einen Geburtenüberschuß von 14,9 vom Tausend, England nur von 11,2 vom Tausend, die Vereinigten Staaten von Amerika von etwa 7 vom Tausend und Frank-

dieser Richtung fuhren. An einem Abend, als der Zapfenstreich geschlagen und die Korporale abgefragt hatten, ob alles da fei, und dem Feld­webel Meldung gemacht war, daß alles zu Hause fei, kommandierte der Unteroffizier: Ausziehen, ins Bett legen!" Doch kaum waren wir im Bett und die Stubenjour hatte das Licht ausgeblasen, es war der Wilhelm Stoll aus Rohda, Kreis Frankenberg, da ertönte das Kommando:Ausstehn, die erste Kompagnie steht schon zum Abmarsch bereit!" Alles ruft: Es wird mobil gemacht!"

In 5 Minuten stand da, Regiment in der Königsstraße vor der Kaserne. Oberst-Leutnant von Sturmfeder, der zu Pferd saß, komman­dierte:Still gestanden in Kompagniefront mit gefälltem Bajonett-Gewehr!" und fort ging, der Friedrichsstraße entlang bis vor das Palais. Der ganze Friedrichsplatz und alle Straßen waren besetzt von Volk. Das ganze Militär war ausgerückt, und wir hatten zu tun, um die Ordnung aufrecht zu erhalten; es wurde 2 Uhr nachts, bis die Ruh« «inigermaßen hergestellt war. dann marschierten wir ab in di« Kasern« zurück.

Schlafen durfte keiner mehr; nun wurde di« Kriegsmontur empfangen, und so ging es bis zum frühen Morgen. Als wir zu mittag ge­speist hatten, kamen wir ins Kastell auf Wache, am Abend spät wurden wir abgelöst und mar« schretten auf den Bahnhof, hier warteten wir, bis der Tag graute. Dann wurden wir ver­laden und kamen gegen Mittag in Hersfeld an. Kaum hatten wir Quartter bezogen, und waren daran, unsere Kleider zu trocknen, als es Gene- ralmarsch schlug. Da ging es, ohne etwas ge­gessen und getrunken zu haben, fort und zwar in der Richtung nach Hünfeld. Als wir eine Streck« marschiert waren, kamen Bauern des

reich 0,7 vom Tausend zu ernähren und mit Ar­beit zu versorgen. Obgleich unser Gesamtein­kommen um 10 Milliarden niedriger fei al, in England, hätten wir doch davon TV» Millionen Kinder mehr zu ernähren. Nun müsse das Volk für indirekte Steuern mehr als für dirette bei gleichem Nettoertrag ausbringen. Zusammen mit be; Belastung burch die diretten Steuern werde dieSteuerreform zunächst die Konsumkraft de, Volkes schwächen. Zu Schwarzseherei sei indes kein Grund. Müsse ein Volk sich ein­schränken, würden zunächst die Eenußmittel ge- trt^en. Es müsse das Bestreben des Reichs­tages dahin gehen, das Steuererfordernis fo klein wie möglich zu gestalten und die Aufer- legun ohne starke Schädigung einzelner Er- werkszweig« zu bewirken. (Beifall.)

Abg. Dr. Mommsen (fr. Vgg.) legte gleich, falls das Hauptgewicht auf finanzstattstische Nachweise, die er gegen indirekte Steuern ins Feld führte, im übrigen den bereits dargelegten Etandpuntt des freisinnigen Blocks erörternd. Dabei fordert er u. a. die Aufstellung eines neuen Etats zwischen der ersten und zweiten Lesung. Als dritter vom linsliberalen Block kam noch der schwäbische Volksparteiler Schweick- hard zum Wort, dem der Direktor im Reichs- fchabamt Kühn entgegentrat.

Vogt-Crailsheim (Wirtsch. Vgg.): Gegen ein« Heranziehung bet großen Vermögen zur in­direkten Besteuerung haben wir nichts einiu» wenden. Die Branntweinsteuer sollte als Fa­brikatsteuer erhoben werden, die den süddeut­schen Verhältnissen Rechnung tragen würde.

Bindewald (Rfp.) führt aus: An der Finanz- Miser: ist nicht zuletzt der Reichstag selber schuld, der immer zu neuen Ausgaben gedrängt hat. Wenn die Biersteuer erhöht wird, müssen auch die alkoholfreien Getränke mindestens in glei­chem Maste belastet werden. Die Wehrsteuer sollt« als selbständige Steuer beibehalten wer­den. Wenn schon dos ganze Volk bluten soll, dann sollt« man auch den Kapitalismus nicht schonen. Eine Reichsvermögenssteuer halten wir daher für den richtigen Weg, ebenso eine Wettzuwachssteuer.

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Em't Koch.

Zur Enthüllung derErnst Koch"-Gedenk­tafel am Hause des Herrn Kratz (Martt) führte Herr Rechtsanwalt und Notar Eckhardt fol­gendes aus:

Kommilitonen! Festgenossen I

Heute vor 50 Jahren, am 24. November 1858, schloß Ernst Koch, der Dichter des Prinzen Rosa- Stramin, nach langem Leiden und schwerem Kampfe für immer seine Augen fern von der hessischen Heimat in Luxemburg, wo er als Pro­fessor der deutschen Sprache und Literatur nach vielen Stürmen endlich den sichern Hafen, end­lich e^.en ihm zusagenden Wirkungskreis gefun­den hatte.

Als er sein Ende herannahen fühlte, wenig« Tage vor seinem Tode, schrieb er als seinTesta-

Weges und sagten, die Preußen lägen im näch­sten Dorfe. Jetzt wurde das Jäger-Bataillon und das Schützen-Bataillon ausgeschickt, um den Wald abzusuchen; die Regimenter folgten nach, aber es war kein Feind zu finden. Nun kamen wir nach Hünfeld und von da nach Fulda und weiter eine Ecke durch das Bayrische, wo wir hörten, jetzt kämen wir ins Gefecht nach Aschaf­fenburg. Dieses war aber vorbei; wir haben nichts mehr davon gesehen, als einige tote Pferde auf dem Felde, die noch nicht begraben waren; das sahen wir aus dem Zuge, mit dem wir fuhren. Dann find wir über Schlüchtern und kamen in di« Gegend von Hanau, wo wir Quartier bekammen. In Hanau gab es Freibier für Bundestruppen. Bei den Bauern waren wir beim Heumachen behilflich, wenn es der Dienst erlaubte.

Auf dem großen Lamboywald bei Hanau hielt das ganze kurhessische Militär eine große Parade ab, wobei der österreichische Gesandt« und Se. Durchlaucht der Prinz von Rümpen, heim anwesend waren. Als alles zu Ende war, marschierten wir nach Hanau, wo wir inkanto­niert wurden bis zum anderen Tag; dann fuh­ren wir mit der Bahn nach Mainz, wo wir will­kommen und freundlich empfangen wurden. Wir wurden gespeist und kamen dann in di« Prinz Karl-Kaserne, wo wir lange gelegen haben. Später mußten wir die Festungswerke besetzen und kamen in die Kassematten und nicht mehr in die Kaserne.

In Mainz lagen von den Bundestruppen: Oesterreicher, Badenser, Württemberger, Bayern, Kurhessen und Nassauer. In den An­lagen wurden sämtliche Bäume umgehauen; das war geschehen, um freie Schußlinie zu haben. Wir lagen in den Kassematten und mußten bi« Forts besetzen. So lange wir in Mainz lagen.

ment folgend« uns in ihrer schlichtenini»** heit tief ergreifenden Vers«: ' - xs»

Wenn ich ausgelitten hab'

: und mich von euch wende, macht mit doch mit meinem Grab' nicht viel Komplimente.

Setzt mir keinen Stein daher, der's den Leuten sage.

Freut euch, daß ich keinen mehr auf dem Herzen trage.

Auch mit Stofen bleibt mir fort, Kränzen oder Kronen;

flechtet sie, wo hier und dort frohe Menschen wohnen.

Im November jedes Jahr sollt ihr mich besuchen, dort, wohin mich auf der Bahr ' fremde Schultern trugen.

Ob vielleicht schon Schnee und Froh mich bedeckt da draußen, ob die Stürm' aus Nord und Ost

' durch die Felder brausen

Gerade, roenns recht stürmisch ist, ' sollt ihr zu mir treten,

Vater unser, der du bist, herzhaft für mich beten."

Un^ da der Dichter zugleich Doctor iuris utriusqne war hier in Marburg hat er pro­moviert, so hat er als diligens pater fami lias noch folgenden Vers hinzugefügt:

So befohlen und geftift't hier in dem Gedichte, auf daß jeder, bens betrifft, demgemäß fich richte."

gleichsam als Eeneralklausel, baß dies fein Testament in jeder Form Rechtens, sek es al« Kodizill, sei es auch tls Vigilie, wie Koch selbst einmal scherzhaft gesagt hat, aufrecht erhalten bleiben möge. 1

Und doch ist dieser letzte Wunsch des Dichter» nicht in Erfüllung gegangen.

Im Hessenland ist in diesem Jahre der Ge­danke rege geworden, der Verehrung für Ernst Koch auch sichtbaren Ausdruck zu verleihen und der Nachwelt sein Andenken zu erhalten.

Am 3. Juni d. I., an dem Tage an dem Ernst Koch vor 100 Jahren auf dem damaligen Marburger llniversitätsgut zu Singlis im Hau» seines Großvaters, des Obervogts Konrad Her­mann Murbard. das Licht der Welt erblickte, hat man ihn in Witzenhausen eine Erinnerungs­tafel geweiht, in Witzenhausen, dem lieblichen Werrastädtchen, dem der Dichter, der dort feint Jugendzeit verlebt, den poetischen Namen Tenzbach" verliehen und über das er, wir Edward Schröder mit Recht hervorhebt,durch seine Dichtung unvergänglichen Glanz gebreitet hat.

In Cassel planen treue Freunde und Ver ehre: des Dichters ihm einen Denkstein zu sehe» in nächster Nähe des alten Felsenkellers, in dem Koch an einemgoldenen heiligen, singenden Frühlingsmorgen" seinen Prinzen Rosa-Stra­min begonnen.

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ist kein Schuß gefallen. Die Badenser, Würt­temberger usw. waren von Mainz abgerückt, nut wir Kurhessen mußten bleiben, und die Preußen kamen. Als die Mainzer Bürger hörten, bafc wir preußisch würden, sagten sie zu uns:Ihr Mußpreußen, macht, daß Ihr fort kommt!" und cs kam zu Schlägereien.

Es dauerte auch nicht lange, so verließen wir Mainz; da rückten die Kurhessen aus. Es war fast Nacht, als wir über die Rheinbrücke ohne Musik nach Kastel marschierten und weiter zu Fuß nach Cassel, wo wir aber nicht hinein dursten, denn es war von den Preußen besetzt. Wir kamen nach Niederzwehren, von wo wir nach Hause geschickt wurden, nachdem wir vorher abgeliefert hatten. Am 3. November 1866 wu"' das 81. Regiment 1 Bataillon nach Mainz be­ordert, wo ich bei der zweiten Kompagnie bis 1868 dienen mußte und 'auch 1870/71 bei dieser Kompagnie den Krieg mitgemacht habe. Wi« wir in Mainz lagen, wurden dem Kurhessischen Militär gedruckte Blätter verteilt; darinnen stand:

Den siegreichen Truppen zum Willkomm in Mainz.

Euch rüst bas Vaterland, Ihr Heldenkrieger, Die Ihr gehalten gute Wacht am Rhein, Die Ihr mit deutschem Schwert den Weg, Ihr

Sieger,

Euch bahntet tief ins Feindesland hinein. Nun ziehet heim, Ihr ruhmgekrönten Schare^ 3i*.,t eignen Herd, den Ihr beschirmt so treu. Doch ihrer auch, die ausgezogen waren mich fielen,

Ihrer sei von uns gedacht aufs Neu.

Ehr» sei Gott in der Höh'. Gott sei mit «NU

Druck von H. Prikarts in Mainz.