mit dem Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain
de« KrUage«: „Zttrrarischrr Anzeiger", „Kavdwirlschaftliche Kettage" «vd ,HL«strierte« S«nnttag»blatt«.
73
wieder
die
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Dazu um
i ein fortgesetzter Zuzug lichtscheuer, größtenteil» weißer Elemente dorthin stattgefunden, die namentlich die östliche Ecke des Caprivizipfel» als Zufluchtsort benutzen und gleichzeitig durch Aasjägerei den Wildstand aufs schwerste schädigen. Auch eine Reihe schlecht beleumundeter Ansiedler, die an der Grenze auf englischem G«. biet fitzen, treiben dort ihr Unwesen und unter, nehmen insbesondere Jagdraubzüge in da, deutsch». Gebiet. Gouverneur Schuckmann verbot deshalb, um die Aufrechterhaltung der Ordnung und die Erhaltung des Wildbestandes im Caprivizipfel nach Möglichkeit zu sichern, den Zutritt dorthin durch eine Verordnung vom 16. Oktober. Von diesem Verbot sind lediglich solche Personen, die aus besonderen Gründen einen amtlichen Erlaubnisschein erhielten, sowie die Angehörigen der dort ansässigen Eingeboren nenstämme ausgenommen. Zuwiderhandlungen gegen das Verbot werden bei Weißen mit einer Geldstrafe bis zu 5000 M. oder mit einer Gefängnisstrafe bis zu drei Monaten bestraft. Gegenstände, welche unter Umgehung des Verbots in den Eaprivizipsel eingeführt und dort erworben werden, unterliegen der Einziehung. Auf Grund dieser Bestimmung wird insbesondere die Möglichkeit gegeben sein, die vom Caprivizipfel über dasBetschuanalandgebiet nach der Ostgrenze unseres Schutzgebietes heranziehenden Händler, die vielfach Gehörne und Felle in erheblichen Mengen bei sich führen, zu fassen. Zwecks Durchführung der Verordnung ist der bisherige Distriktschef von Eobabis, Hauptmann Streitwolf, mit zwei Weihen (einem Feldwebel und einem Sanitätssergean« ten), sowie 12 Polizisten nach dem Caprivizipfel entsandt worden. Mit Zustimmung der britischen Behörde zieht diese Expedition durch das britische Betschuanaland und zwar über den Ngami-See nach Kasungula, um mit den cnglU scheu Polizeistationen an diesem Platze und in Sesheke Fühlung zu nehmen. Es besteht völliges Einvernehmen mit der britischen Kolonial» behörde, welche in dem Zusammenschluß von zweifelhaften Elementen auf unserem Gebiet mit Reckt auch eine Gefahr für die Ruhe in der britischen Sphäre sieht und deshalb einem Zusammengehen mit dem kaiserlichen Gouvernement in dieser Frage gern zugestimmt hat. Hauptmann Streitwolf, der es sich angelegen sein lassen wird, möglichst eingehende Erkun» digungen über die Verhältnisse jenes Teiles u..seres Schutzgebietes auzustellen, wird zunächst als Resident des Caprivizipfels in jenen Gegenden verbleiben. Es steht zu hoffen, daß durch das Zusammenwirken mit den britischen Polizeibehörden der Zweck der Expedition, den Caprivizipfel zu säubern, erreicht wird.
genommen. Es war die Exposition. Roch wußte man nicht, wie sich die Haittlung weiter entwickeln werde. Erst beim zweiten Akt wuchs das Interesse. Die rührende Gestalt des treuen Weibes, die mit so viel Tiefe und Innigkeit vom Dichter gezeichnet war, verfehlte die Wirkung nicht. Und als der Vorhang gefallen war, durchbrauste auch hier ein aufrichtiger Beifall das Haus, und Bruno mußte sich vor den Lampen zeigen. Die Rätin empfing ihn mit Tränen
I bemfelben Maße den Vorteil von den Kommunalem» r,chtungeu haben wie die anderen Gemeiudeangehöri» gen. Uns scheint die Entziehung des Privilegs für die ne« eintreten ben Beamten etwas zu weitgehend. Wir sind aber bereit, auf den Boden der Vorlage zu treten I und werden in der Kommission auf Verbesserungen Bedacht nehmen.
Schröder-Cassel (natlib.): Wir werden uns in der Kommission bemühen, den Unterschied zwischen Beamten mit und ohne Privileg etwas auszugleichen.
v. Ziethen (freitonf.): Es wird zu prüfen sein. °b eine Belastung bis zu 100 Prozent nicht zu hoch ist.
Ministerialdirektor Schwartzkopff erklärte: Hinsichtlich des Kommunalsteuerprivilegs seien die geistlichen und Lehrer den Beamten nicht gleichzustellen. Es war von jeher ein Recht der Kirche von allen kommunalen Lasten befreit zu fein, deshalb sei die Bestimmung der Vorlage berechtigt, nach welcher es bei den Lehrern und Geistlichen bei den bisherigen Bestimmungen verbleibt.
Reinbacher (frf. Vpt.) spricht sich gegen die Vorlage aus, weil sie nicht alle Beamten gleichmäßig behandelt.
Wolff-Liss« (frf. Bgg.) spricht sich für Beseitigung des Beamtenprivilegs aus.
Es sprechen noch Hirsch (Soz.), Ströffer (kons.) und Hausmann (natlib.).
Der Entwurf wird an die um sieben Mitglieder verstärkte Gemeindekommission verwiesen.
Es folgt die erste Beratung des Entwurfes über die Haftung des Staates und anderer Verbände für die Amtspflichtverlehung der Beamten.
Minister Beseler führte aus: Die Vorlage enthalte im wesentlichen dieselben Bestimmungen wie die in der letzten Session nicht zur Verabschiedung gelangte Vorlage. Einige Zusätze entsprechen den Wünschen der damaligen Kommission. Daß Beamte für Versehen verantwortlich sind, entspreche dem bürgerlichen Rechte: daher müsse der Staat einen Regreßansvruch gegenüber den Beamten haben. Auch die Kommunen und sonstige Verbände müßten für ihre Beamte ein» tretne. Was die Haftung der Schulverbände betrifft, so werde der nächste Etat einen besonderen Fonds enthalten zur Unterstützung klein: , leistungsschwacher Gemeinden. Der Minister bittet, die Vorlage wohlwollend anzunehmen.
Böhmer (kons.): Mit der Haftung des Staates für die Beamte feien feine Freunde einverstanden. Schwere Bedenken hätten sie aber gegen die Haftung der Kommunalverbände; ganz ablehnend verhielten sie sich gegen die Haftung der Schulverbände, lieber» Haupt scheine der jetzige Zeitpunkt ungeeignet für die Einbringung der Vorlage.
Reinhard (Ztr.) ist von der Notwendigkett der Vorlage überzeugt, doch habe feine Partei gegen Einzelheiten derselben erhebliche Bedenken, da sie kleine Kommunen zu sehr belaste. Das Hauptbedenken richte sich aber gegen die Haftung der Schulverbände.
Röchling lnatlib.) ist mit dem Entwurf im wesentlichen einverstanden.
Martin (freitonf.) hält die Vorlage für nützlich und notwendig.
Die Adg. Cassel (freif. Vpt.), Lippmann (freif. I Vgg.j und Heimann (Soz.) sprechen sich für die Vor- I läge aus. I
Hierauf wird die Vorlage der verstärkten Justtz- I kommission überwiesen. I
Nächste Sitzung unbestimmt. I
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sagte er, als beide durch die nächtlich stille« Straßen des Westens den Heimweg einschlugen. „Ihnen gelingt alles. Wer weiß, was Ihnen die Zukunft noch Gutes und Schönes bringe« mag."
Bruno lächelte. Ja, was würde die Zukunft bringen? Hoffte er doch noch auf ein größeres, beseligenderes Glück, als es der Erfolg feines . Dramas war.
XXVII.
Wieder breitete der Frühling seinen Glanz über Wald und Flur, wieder blühte und duftete alles um das Frauensteiner Schloß; noch immer aber standen die weiten Räume leer, noch immer weilte die Herrin in der Fremde. Auch ia Schönwalde war der Gebieter erst sehr spät eingezogen. Da sein Drama ganz wider Erwarte« ein Repertoirstück geworden war, hatte er sich lange nicht von Berlin trennen können, wo ihn sein neuer Erfolg wieder mehr in das Lebe« und in die in letzter Zeit nach der Lösung seiner Verlobung von ihm gemiedenen literarische« Kreise zog. Hatte er doch anfangs gefürchtet, dort einem Eliede der Familie Hiller zu begegnen, und er sagte sich, daß erst eine lange Zeit über das Vergangene hingehen müsse, ehe da» ohne die peinliche Erregung für ihn möglich wäre. Hillers aber, die nun endlich doch, nachdem fie ihre Tochter verheiratet hatten, nach Berlin heimgekehrt waren, hielten sich ungemein, und in Wahrheit etwas schamhaft, zurückgezogen. Die Familie Winter aber war nur flüchtig in Berlin gewesen, um gleich wieder nach ibrer Besitzung in Baden-Baden Lberzwt. fiedel», (Forts, folgt.), ,
(Tnshnirf verboten.) I Leben, ward fie zur Verderberin des Mannes, m . „r» n I mit dem fie selbst zu Grunde geht.
(SfatrCtntfC SBdtClt. I „Was sagen Sie zu diesem Erfolg, Herr
rrrnritr« oaM.» I ton?" wandte sich der Justizrat fragend Roman von C l ° r i s s a L o h d e. Bruno, als man einige Tage später ‘ ' «Fortsetzung.) den Teetisch der Rätin saß.
Wieder und wieder las Bruno die wenigen I „Ich finde, daß er verdient ist," „„ Zeilen. Der Gedanke, daß sie bald wieder in I ruhig gegebene Antwort, „denn die große dra- seiner Nähe sein würde, machte sein Herz höher I matische Begabung des Dichters ist unzweifel- klopfen. Doch ehe die Zeit dieses heiß ersehnten I hast, wenn mit auch der Stoff, den er gewählt Wiedersehens herannahte, stand ihm noch ein an- hat, diese Schilderung unlauterer Leidenschaft I in den Augen. Sie glaubte" noch nie einen deres, tief in sein Leben eingreifendes Ereig- ten, im Wen Grade unsympathisch ist." glücklicheren Moment erlebt zu haben. Sie hatte
ms bevor, die Aufführung ferner ersten drama- „Wir Frauen sollten besonders mit ihm in ihrem Hause für den nächsten Freundeskreis stschen Arbeit. Vorher schon war das moderne grolle^« meinte die Rätin. „Er hat da ein ein Festmahl Herrichten lassen, und freudig reih.
Schauspiel, dem die Randolf eine besondere An- i böses Bild von der modernen Frauennatur ent- I ten sich alle um die blumenqeschmückte Tafel
ziehungskraft verlieh, mit rauschendem Erfolg worfen." ■- „Was sagen Sie nun lieber Eberhard?"
Über die Bretter gegangen Die große Bühnen- . „Vielleicht," warf der Rat ein, „kennt er wandte sich die Rätin strahlenden Auges zu dem
kunstlerm hatte sich selbst übertroffen Das let- 'eine Frau die ihm einen besseren Begriff von Juftizrat. „Ihre schlimmen Prophezeiungen ha-
denschastliche, unersättliche Werb, das tn der I der Weiblichkeit berbrrngen könnte." I ben sich zum Glück nicht erfüllt"
Zügellosigkeit seiner Launen sich und den Gelieb- „Pikant aber, höchst pikant?" rief der Justiz- .Heute nicht," entgegnete der Zweifler, ten rns Verderben stürzt wre hatte fie ihm Le- rat. „Und wie die Randolf spielte! E» wurde „Aber ich möchte unserem Freunde doch raten, ben und Wahrheit 8» verleihen gewußt. Bruno, einem wirklich ganz heiß. Unb welche Effekte sich nicht zu sehr von dem Erfolge berauben
der der Aufführung beiwohnte, begriff letzt, wußte fie herauszubringen! Wird Ihnen nun zu lassen. Warten wir die Kritik ab Ich
welche Anziehungskraft dtefe Lrrce für Naturen, nicht doch ein wenig bange, um den Erfolg ihres glaubte, da mehrere recht verdächtige Gesichter
wie die Dtetrrchs gehabt haben mußte. Sie die Dramas, lieber Baron? Es kommt mir gar zu zu sehen, hinter deren Stirn Unheik gegen den
Nebenbuhlerin Edithas, der stillen, innerlichen, I zahm vor tm Vergleich mit der stark gewürzten I Verfasser gebraut wurde "
von edlem Seelenleben erfüllten Frau! Ja fie Kost, die in jener Premiere dem Publikum ge- „Mag fie ihr schlimmstes tun," rief Bruno war tn dem Kampf mit Ediths Siegerin geblie- I boten wurde." I beiter Ich bin gefeit Man bat mick nickt
ben, doch über wen?. Ueber dnen Wann, bet „Warten wir doch ab," wibersprach der Rat, Lorfen,bas ift mirfür
wir unserem Freunde nicht UN. genug. Und wenn ich hier im Kreise lieber gewollt hatte, einen Mann, der, rote Graf Alten I notig das Herz schwer. I Freunde diesen ersten Erfala leiern barf fnnn
nichtig bemerkt hatte, keine Selbstzucht kannte. I Das Herz schlug Bruno aber doch, als er I ich mir Besseres wünschen?" '
Ein Pyrrhussieg war es gewesen, und ein I einige Tage später mit seinen Freunden von der I Er hob sein Glas, und alle stießen fteudig an Pyrrhussieg wat auch bet dieses dämonische« Orchesterloge au» der Aufführung seine» Stücke» selbst bet Justizrat. '
Kette» auf der Bühne. Den« auch hier, rote in | beiwohnte. Der erste Akt wurde färoetgenb auf. | „Sie find eben etu Glückspilz, lieber Baron,"
Der heutigen Nummer liegt bei Waftet un$>
Kreisblatt Nr. 92. Breiherr 6on Ganip stellt zunächst fest, daß diese
* I Steuerreform in weiten Kreisen der Bevölkerung eine
I günstige Aufnahme gefunden hat. Das Volk habe _ I eben eingesehen, daß es hier gelte» dem Vaterland
I w^der die Stellung zu verschaffen, die eS im AuS- XJviJ'VimilUvll I lande zu haben verdiene. (Lebhafter Beifall.) In
m . ' ..... I dem Postetat würden die gesamten Mehreinnahmen
für »en Monat Dezember I fast ganz durch die Vermehrung der Beamten absor-
auf die ’ I friert. Dhne die. Axt an die Wurzel unserer militari»
Itt e« o-i. e ,, I Wen Leistungsfähigkeit zu legen, ließen sich wesent-
^vetyessifche Zeitung" nebst ihre« I Ittfie Ersparnisse auf dem Gebiete des HeereswesenS Beilagen werden noch von unserer Expedition I £ej dsnsimren erzielen. Die Nachlaßsteuer ist nament- 'sMai-kö 911 a,. .. , I na» für bäuerliche Verhältnisse von größter Unge-
' Unfeten Ausgabestellen tn Kirch- I rechttgkeit. In der Landwirtschaft arbeiten Frauen ßain, Neustadt und Wettet, sowie von l unJ> allenthalben mit, und nach dem Tode des allen ..„v o ..... .1 Baiers und Gaben sollen fie dann das von ihnen selbst
nue« Postanstatten und Landbriestragern ent» I Erworbene als Nachlaß versteuern. In der Landwirt- gegengenommen. I toaft. arbeiten 71 Prozent der Familienangehörigen
—. I mit, in der Industrie nur 5,9, im Handel und Ge- I werbe 22,2 Prozent. Die Banderolen steuer schafft m a t m I einen gewissen Ausgleich dadurch, daß die Wohlhaben.
Aus dem Reichstaae. I den höher besteuert werden, andererseits aber werden
' , I für die Entschädigung der kleinen Unternehmer hohe
Die erste Beratung der Reichsfinanz- I Beträge in den Etat eingestellt werden müssen. Auch re form setzte heute der Abg. Dr. SBiemer (fr. Vp ) I die kleinen Brauereien müßten bei der Biersteuer f?r‘, bor nicht eben stark besetztem Hause. Für die I eine Abfindungssumme als Ersatz erhalten. Tribunenbesucher hat anscheinend die stete Anwesenhett I Staatssekretär Svbow wehrte sich gegen die An- veS Reichskanzlers Fürsten Bülow eine starke An- I griffe auf die Postverwaltung: die Betriebsverwal- mehungskraft. Dr. Wiemer spricht sich gegen ein« I tungen müßten den Ansprücken des Verkehrs genügen. «Fi am”? .,5 Emzelstaaten durch Erlaß der gestun- I b. Paper (Südd. Bvt.): Wenn die Erbschaftssteuer "Tien Matrikularbeiträge aus, sie würden an sich schon I bott der Rechten zu Fall gebracht wird, woher soll der Li A bie Erbschaftssteuer besser gestellt. Der I Ersatz kommen? Da glaube ich nun, daß das Schicksal «achlaßswucr nut dem Anhängsel der Wehrsteuer I der ganzen Finanzreform von einer Reichsvermögens- pellt auch er em schlechtes Prognosttkon, ihm ist eine I steuer abhängig fein wird. Die Höhe dieser Steuer Ukeichsvermogenssteuer die beste Unterlage für eine ge- I müßte jährlich festgesetzt werden. Zu den einzelnen rechte Verteitting der Matrikularbeiträge, ohne einen I Vorlagen stehe ich so, wie meine Freunde von der vewegnchen Faktor will er keinen Höchstbetrag fest- I Fraktionsgemeinschaft. Wir fühlen, daß wir am An- setzen lassen. Im übrigen entspricht seine Stellung- I fange des Kampfes um konstituttonelle Rechte steben. Nähme der bekannten Haltung der Freisinnigen zur I Und der Reichstag ist diesmal dabei in besonders gün- Brer-, Tabak-, Wein-, Fahrkartensteuer usw. Auch I stiger Lage, denn er hat eine große Macht in ben »er Abg. Zimmermann (D Ref.-P.) konnte neue Ge- I Landen. Wir wollen bei dieser Gelegenheit die kon- danken zu dieser Frag- nicht mehr Vorbringen. Seine I stituttonellen Forderungen unserer Partei in die Tat »artei ,st für eine selbständige Wehrsteuer, für schär- I umsehen. (Lebhafter Beifall links.) fere Heranziehung von Kapital und Börse, gegen die I =^------------------—————= 1
Labakbanderole, anscheinend auch gegen die Inseraten-, I ' -----
«as- und Elektrizitätssteuer. Den Ausfuhrzoll auf I MhrtPnrhttftPrthrtlfß
Rah und Kohle will et erhöhen, ferner verlangt er I sine Mühlenumfahsteuer und gehörige Luxussteuern. I In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses
Der Abg. Schrader (fr. Vgg.) bekämpft vor allem I leitete der Minister des Innern die Vorlage, betref- rlne fünfjährige Bindung, und unterstreicht im We- I send die Beschränkung des Kommunalsteuerprivilegs sentlichen bie Forderungen des Redners der anderen I mit einer längeren Rede ein. Er erklärte: Bei der Vorfreisinnigen Gruppe auf Sparsamkeit, namentlich im I läge war es nicht angängig, den im Dienste besind- Landheer und Marine. Er befürchtet, daß die jetzige I licken Beamten die ihnen zustehenden, gesetzlich ge- Vieform das weitere Wachsen der Reichsschulden nicht I währleisteten Vorrechte in der Kommunalbesteuerung verhindern. I ohne entsprechende Entschädigung ganz oder zum Teil
. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Hätten Sie I zu nehmen. Der Zweck der Besoldungsvorlage ist, die bei der vorigen Finanzreform nicht die Tabaksteuer I Lage der Beamten zu verbessern. Zur Wahrung dieses ganz abgelehnt und vom Bier nicht bloß die Hälfte der I Erfolges müßte die gleichzeitige Zuweisung steuer- Foroerung bewilligt und uns dadurch zu der Unglück- I sicher Pflichten als ausgeschlossen erscheinen. Was die seligen Fahrkartensteuer gezwungen, bann sähen bie I Höhe bet Entschädigungsrente betrifft, so würde diese Folgen dieser Reform heute ganz anders aus. (Leb- I wenn man das Diensteinkommen mit 100 Prozent zur Hafter Beifall rechts. Stürmischer Widerspruch links.) I Kommunalbesteuerung zuzöge, jährlich 10 Millionen Und wenn der Herr Abgeordnete Schrader die Matri- I Mark betragen. An die Uedernahme einer derartigen kularbeiträge Schulden an das Reich genannt hat, so I Summe auf den Etat konnte bei der gegenwärtigen hat er damit die Tatsachen auf den Kopf gestellt. Das I Finanzlage nicht gedacht werden. Eine solche Maß- Reich hat die Schulden gemacht, unb die Einzelstaaten I nähme würde auch auf das Reich zurückwirken. Wir sollen sie bezahlen, nicht umgekehrt. Die Fortsetzung I haben uns daher entschlossen, das Kommunalsteuer- I
der bismarckschen Schutzzollpolitik in den letzten 10 I Privileg einzuschränken und zwar in dem Sinne, daß I Jahren hat uns wirtschaftlich nur entlastet, ohne sie I es den bisherigen Beamten gewahrt bleibt unb daß I wäre daS Defizit heute noch größer (Sehr richtig! I bie erst nach dem Inkrafttreten bes Gesetzes anzustel- I rechts.) Die direkten und indirekten Abgaben betra- I lenden Beamten der erweiterten kommunalen Be- I gen in Deutschland 49 M, in Frankreich 82 dH,, in I Weiterung unterliegne, doch soll der Zuschlag zur I England gar 95 M pro Kopf. Der Mann, der das I Staatseinkommensteuer nicht über 100 Prozent hin- I feststem, ist doch für bie Herren links ein einwands- I ausgehen. I
reier Zeuge; es ist bet Sozialist Calwer. (Lachen I Herold (Ztr.) beantragt bie Ueberweisung des Ge- I
links; Zuruf: Den schenken wir Ihnen!) Im übrigen I setzentwurfes an bie verstärkte Gemeindekommission. I ist die Situation zu ernst, als daß wir noch einmal I v. d. Gröben (kons.) erklärt: Wir haben immer I den Versuch machen dürften, der Not des Vaterlandes I den Standpunkt vertreten, daß den Beamten Steuer- I mit kleinen Mittelchen begegnen zu wollen. Das Volk I erleichterungen gewährt werden müssen, da sie in der I muß große Opfer bringen für seine eigene Größe, I Wahl ihres Wohnsitzes nicht frei sind und nicht in I
= Deutsches Reich.
Der kavrivirivfel I — Petitionen «n den Reichstag. Das soeben
v 71 I ausgegebene Verzeichnis der bei dem Reichstage
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" eingeqangenen Petitionen weist 676 Nummer«
schreibt: Die Zustände in dem östlich von Oka- auf. Darunter befindet sich eine Reihe von Bitt,
vango gelegenen Teile des südwestafrikanischen schriften, die auf Einführung von Maßregeln
Cchutzaebietes, dem sogenannten Caprivizipfel, gegen die schwarzen Listen der Arbeitgeber ge.
haben in letzter Zeit die ernste Aufmerffamkeit richtet sind, andere Petitionen betreffen die
des kaiierlichen Gouvernements in Windhuk, wie Ausdehnung der Eewerbegerichte auf technische
auch der britischen Kolonialverwaltung in Süd- Beamte, das geheime Proportionalroahlrecht für
afrtka in Anspruch genommen. Es hat nämlich männliche und weibliche Arbeiter zu den Ar.