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■ — Bem Prinzen Eitel Friedrich. TegeeMr«, 18. Nov. Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich find heute vormittag hier eingetroffen sak Laben sich nach Bad Kraut- zum Besuche de, Herzogs unb der Heqvgin Hart Hiedwr le» geben.
— Eine erfroitfung des Grafe» Zepelin aa Ischias. Dem „SchwM. Merkur« zufolge M sich Graf Zeppelin durch ErLiltung einen > chia-anfall sm. 6t nimmt zur Änt in Stuttgart Fangobader.
— HundertfUhrseier der Städtrordnung. Berlin, 16. Non. Ein feierlicher Festakt zum hundertjährigen Bestehen der Stödteordnung findet am Samstag im Berliner Rathaus statt. Der „National-Zeitung" zufolge wird auch d« Kaiser voraussichtlich z« Feier erfcbeinen.
— Eine deuttch-niederländische Bahn. Berlin, 16. Roo. Die Ratifikationsurkunden Z» dem am 23. Juli 1908 abgeschlossenen Staatsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und den Niederlanden über den Ban einer Eifenbohn wn Newmhans nach Coevord« wurden heute im Auswärtigen Amt «rnsgetmMt.
3mt TadtiMuer.
Dr. Julius Lkstner, dessen im wrigen Jahve schienen« Untersuchungen Wer die .Deutsche Dadakftenerirane« graste Beachtung gefunden Laden, veröffentlicht soeben eine neue Schrift über die^ vielerörterte Angelegenheit unter dem Titel ^Zur Klärung tabaksteuerlicimi Streitfragen« (A. Deichertlche Perl agsbuchb andlung. Lervzjg, 66 Seiten, Preis 1,40 JO. Der Verfasser wendet sich in feiner Schrift vor allem gegen die Einwände und Agitattonen des Tabak* «reines, die ssch ihrer ungemeinen Aufdringlich» kett wegen lehr unangenehm bemerkbar gemacht haben. Rach unserem Empfinden ist es Dr. kistner gelungen, so ziemlich auf assen Punkten die vielgeichnitiN Jnteveffenvereinigung ins Unrecht zu sehen.
Wenn man Itest, dich Deutschlands Geld- nufivand firr Zigarren allein im Jahve 1893 302 Missionen <5,94 .< auf den Kopf bet Bevölkerung^, 1907 aber 428 Millionen <M. (6,90 JH auf den Kopf der Bevolternngh betrug, fo must man dem Verfasser recht geben, dass et schreibt: Diele Äffern lehren: Erstens, dast in einer vrerzechnfähriyeu Periode, in der der Bevölkerungszuwachs 21 Prozent betrug, sich der Mehraufwand für Zignrrengemch auf 41 Prozent stellte; des ferneren, dast im Durchichnitt der lebten vierzehn Jahre jede, Jsbr 9 Missionen Jl für Zigarren mehr ans gegeben wurden als tm Jahre vorher: sie lebten zu dritt, dast allein in den lebten Vier Jahren der Zigarreu- genustaufm and um 41 Missionen M stieg, wovon ass ein auf dir beiden letzte« Iah« 25 Millionen jR entfielen. Sasste neu eine Steuervorlage kommen, die den Mgarvenkonfum beispielsweise mit einer Mehrlast von 50 Millionen <M betest, Jo würde damit zum Nutzen des Reiches nichts anderes antizipiert werden täs die natürliche Mehrausgabe, die ohne steuerlichen Eingriff während der letzten vier bezw. fünf Iah« nom Nancherpuhfikum aufgebracht worden ist.
Die Verechttounq einet stärkeren stell erlichen Belastung der Zigarren legt Dr. Lrssner. wie schon in feinem Hauptwette. durch folgende An- aabeu dar: Die Pseifeuraucher, Xabtrffmter und Schnupfer haben durchschnittlich 19,3 Prozent Arres Ranchgennstgeldaufwaudes als Steuer M zahlen, während die durchschnittliche Steuerlast des Zigarrenrauchers sich ouf nur 11,6 Prozent seines Rauchgenustaeldaufwander stellt. Die Zigarrensteuer muh aber prsgreffiv gestattet werden. Jetzt beträgt die steuerliche Abgabe bei der 5 Pfg.-Zigarre 12 Prozent, bei der 10 Pfg.- Zrgarre 6.8 Prozent und bei bei 15 Pfg.-Zigstre mir 4.5 Prozent. Die Bissigkeit verlangt, dah die Steuer umgekehrt gestaffelt wird und wirkt. Dah die Steuer für den Mehraufwand der Zi- garrenroucher recht wenig in Betracht kommt, Hebt ans sagenden Zahlenvergleichungen hervor: Der Kleinverkaufspreis aller in Deutschland erzeugten Zigarren betrug im Jabre 1893 291 Millionen <« bei einem Steueraufkommen von etwa 33 Millionen <A. Im Jahre 1907 Nt dieses S^eueraufioTTumen die Höhe von 50 Millionen Mark erreicht, ist all« trat um 17 Mill. -K gestiegen, bet Kleinverkaufspreis aber erreichte in derselben Zeit die Höbe von 423 Millionen, stieg allo um 132 Millionen <#.. Lus dieser Geöenüberstellung kann man ersehen, wieviele Missionen im Laufe bet Jabre bet Reichskasse entgangen find, weil man glaubte, sich an eine
Berliner Hottet vor bunkert Iaknes.
Das gemeinsame Unglück und die Rot des preussischen Vaterlandes hatten in den Unglücks- tagen, da Preussen unter dem Drucke der fran- rösischen Machthaber litt, den Grund zu engeren Beziehungen zwischen dem Volke und der königlichen Familie rrelegf. Einen fesselnden Ein- blick in die Berliner Lebensverhältnisse vor 100 Jahren und in die damaligen gesellschaftlichen und politisthen Zustände gewähren die Aufzeichnungen zweier Hofdamen „Vom Leben am preußischen Hofe", die fängst bei E. S. Mittler u. Sohn in Berlin erschienen sind. Caroline von bet Marwitz, die spätere Gattin des Ministers des Innern v. Nochow. und Marie de la Motte-Fougup , eine Stiefschwester Rachows, haben mit lebendigem Gefühl und einer ausgeprägten <?abe des Rachempfindens diese ihre Tagebücher niebergeschrieben.
Wit lesen in welch genügsamer Einfachheit sich das Hofleben jener Zeit in Beilin und fpä» ter in Königsberg bewegte. Als «sch langer Liebe Clausewitz seine Marie Brühl heiraten konnte, wat man entzück über eine kleine, teilweise zusammen geschenkte Einrichtung, wo ein Sofa und sechs Stühle, mit Kattun bezogen, und ein paar andere Möbel den ganzen Haushalt bildeten. . . Und diese junge Frau fühlte sich hochbeglückt, wenn ste ein paar Verwandte «der Eite Freunde mit einer Hammelkeule trattieien nntei Damals trat in Berlin auch Schleier- Mcicher auf, und «er auf Seist, Bild*im und Streben Anspruch machte, nuchte feine Kanzel
ergiebigere Heranziehung de, Zigarrenkonsum« nicht heranwagen zu dürfen. Die Schrift Dr. LHners ist allen, bte sich Über die Tabakstenev» finge orientieren wollen, zu empfehlen.
U>rÄan^.
— Der non Schweden kn Emsslend. Battsmsnth, ML 9too. Die Königsfncht „Bit- terfe and Albert", mit dem König nnb der K8- uigiu von Schwaden «n Borb, ist heute mittag hier eingetroffen. Der Prinz von Dale, begeb sich zur Begrüssung en Borb.
** Fünfzigjähriges Wriesterjubilänm bee Papstes. Rom, 16. Rrm. In bet reichgeschmückten Peterskirche fand heute vormittag ein feiet» Scher Gottesdienst anlässlich des fünfzigjähri» gen Pri« sterfu biläums de, Papst« statt. Es nahmen u. a. daran teil die Sveziasgesandtschak- ten der fremden Souveräne und Staatshäupter, da, bivlomatische Korvs, 28 Kardinäle, mehrere Erzbischöfe, 280 Bischöfe, die Angehörigen des Papst« sowie zahlreiche Pilgericharen aus Jta» lien und enberew Ländern. Auf bet Tribüne wohnt« die Pttn«ssin Mathilde von Sachsen der Feier bei. Nachdem der Papst die Redin pestetoria bestiegen hatte, setzte sich der feierliche Zug in Bewegung. Der Papst, der nach allen Seiten hin den Segen spendete, wurde unter Drsmpetenfanfaren nach bem Hauptaltt» getragen, wo der Sittrnifche Kirchenchor da, „Ta es Petrn«'“ anstimmte. — Bei der Feier hl der Peterskiche biett der Papst, nachdem er den Altar bestiegen hatte, mit Unterstützung bei anwesenden hohen Geistlichkeit ein feierliches hocharu ab: er erteilte zum Schluss allen Anwesenden seinen Segen. Hierauf fetzte sich der Zug wieder langsam in Bewegung, und der Papst kehrte, wie er gekommen «ar, in feine Gemacher zurück.
Amu ©rnfcmnttilrttf in Hamm.
Harn «, 16. Ron. Bon den verunglückt« Bergleuten sind noch Feststellung der Zechenver» «altung 233 verheiratet gewesen.
Hamm, 16. Rav. Die Zeche „Xabbab* wird die Umliegend« Zech« ersuchen, die bisher bei ihr beschäftigt gewesenen Arbeiter, solange dies« die Abkehrpapiere noch nicht aus- gestellt werden können, gegen Anlageschein und ohne Wurmattest anzmrehmen.
Hamm, 16. Roo. Die Verwaltung der Zeche Radbod erCärt gegenüber den in der gestrigen Versammlung in Böckum aufgestesst« Behauptung« über Missstände auf der Zeche, ee handle sich bei dies« Behauptungen um direkte Unwahrheiten, blosse Vermutungen und Ent. sievnngen. Im einzelnen will bk Berwaltuag zu den Borwürfen noch 6teHung nehmen. Sie erklärt aber schon fetzt, dass bi« Betteseluugs- ««Tage nach bergpolizeilichen Feststellung« umfassend uttb einwaubsfiei sei. Don Wassermangel könne schon deshalb keine Rebe sein, weil, abgesehen von ben eigenen Btunnenanlag«, bte Pumpstation auch ständig« Anschluss an die Lippe besitze.
Hövel, 16. Rov. An bet Beerdigung nahmen von Seiten des christlichen Eewettverains 1500 Mitglieder teil. Während bet ganzen Dauer bet Beerbigung, bie etwa beet Stund« ia Anspruch nahm, verhielt sich da, nach Tausenden zählende Publikum ernft und würdig.
Höv« l, 18. Rov. Nachdem gegen 1 Uhr, als die Decrdigungszeremonien vorüber waren und bie Volksmenge anfing. sich zu zerstreu«, trat der Reichstagsabgeordnete Sachse an dos Grab und biett eine kurze Ansprache an die Umstehen- den. Es wurde eine Anzahl Kränze mtt raten Schleif« trtebergelegt.
* Vortrag. Montag, den 23. Roo., abends %9 Uhr, veranstaltet im Saale des Restaurants Fteid-of bet hiesige Naturheilverein einen öffentlichen Vortrag nur für Dam« über Frauenkrankheiten. Rednerin ist Frau $L Ritz- «aun aas Waldenburg. Näheres siehe Inserat.
* Der Titel „SPezialarzt". Wie verlautet, «ird sich die Ende November im preussisch« Un- terrichtsminiftettum zusammmtretende «irt- sihaftliche Deputatt« auch mit der Frage befass«, nnter welch« Voraussetzung« sich ein «ttzt d« Titel ^Spezialatzt" beilegen darf. Schon im Borjahr hat die Deputatt« gewisse Grundzüge zu dieser Frage gestellt und dies den Aerztekammern zur Richtschnur übermittelt. Es Ht sich nun die Notwendigkeit herausgestellt, diese Grnndgüge einer neuerlich« schärfer« Fassung zu unterzieh«. Die Aerztekammern fallen, faB» die notwendige Qualifikation nicht vorliegt, überall gegen den Titel „Spezialarzt" «er gisch eingreif« und notwendig«falls von dem ^«gerichtlich« Verfahren ohne weiteres Gebrauch machen. Eventuell könnte ttuf Grund der Bestimmung« des Gesetzes Über d« unlauteren Wettbewerb eingeschtttten werd«. Die Führung des Titels „Spezialarzt" durch Gesetz zu regeln, ist nicht beabsickttgt
* Turnerisches. 8m komi. 'd« wnptag, den 22. ds. Mts., von vorrntt'"'-- 15 Uhr ab, findet in Franken berg im Turn lokal des Turnvereins eine Bezirtsootturaerstunde des erst« Bezirks des Turn-Eaues Hess« statt. Es werben fämttiche im Lebungsplan vorgesehenen Hebung«, besonders auch bie »«geschriebenen Freiübung« (vom Frankfurter Turnfest) getarnt.
)( Von» Panorama. Wie ein Märchen aas „Tausend und eine Nacht" muten die Besucher des Pansrarnas die Bilder an, die sie in dieser Woche zu sehen bekommen. Die paradiesisch« Inseln der SÜbsoe, die man in der Geographie littet dem Warne- Oceanien zusonrmenfasst, kann «an sich hier in ihrer völlig naturgetreuen Schönbett betrachten. Prächtige Sttande mit Hfoalbsfoeneri«, die Dörfer der Eingeboren« und dies« selbst hi ihrem Adamskostüm, Ansichten der europäischen Ansiedelung« »s«. wechseln miteinander ab. — Nächste Woche kommt bas Salzkammergut in Oesterreich zur Darstellung.
)( Schlachtvieh und Fleischbeschau. Im 8. Vierteljahr 1908 wurden in Hessen-Nassau der Schlachtvtzch- uud Fleischbeschau unterzog«: 469 Pferde und andere Einhufer 9482, Bull« 2078, Kühe «5 416, Jungrinber 16127, Ä5fbet 54 178, Schweine 182 488, Schafe 15 659, Ziegen 1466 mich 1 Hund. Bis fetzt hat man noch nichts davon fldef«, dass ia der Provinz Hessen-Nassau Hunde verspeist werden. In der Provinz Schle- fien sind dagegen 285 Hunde geschlachtet worden.
• SubmisfiousULte. Auf bas Ausschreib« sämtlicher Maler- urd Anstreicher-Arbeit« für bas neue Hauptpostgebäube kn Mainz waren dreizehn Angebote eingelaufen. Die höchltfot- bernbe Firma verlangte 19 619,09 Mk., während eine in Ecksierftein mit nur 9190,57 Mk. bie geringste Forderung gestellt hatte. Unterschied 10 428,52 Mk.
)( Elisabettzmarkt. Am nächsten Donnerstag wird hier bet sogenannte Elisabeth- Jahrmarkt avaebalten. »
)( Zur Beachtung. Wegen des Busstages wird der Müllwagen am Donnerstag fahren.
)( Strafkammer. Ein junger Mann von hier, bet seinem Gläubiger Erpressung vorgeworfen unb deshalb zu fünf Mark Strafe verurteilt worden war, hatte hiergegen Berufung eingelegt. Diese wurde beute verworfen.
Mackmn «ld Umsstgkvd.
fWatfitrnfl aü-et Originalattitel ist gemäss ß 18 del Urhederrrchta nur mit der deutlich« Ceeuewmgabe JCbetreff. Ztg." gestattet.!
Mgr nrq, 17. Nrvbr.
)( Etedtverorbneten-SitzAug. 8« nächsten Donnerstag findet eine Sitzung bet Etsbtöer- «bneten statt.
) ( Späterer Schulbeginn. Mit dem gestrig« läge begann an ben Schulen bet Unterricht erst nm 8*4 Uhr.
)( Die Kreis-Krankenkasse hält am nächst« Donnerstag in bet früher Winklerfchen Gastwirtschaft ihre Generalversammlung ab.
reden besuch«. Im Palais Radziwill vereinigte sich die Hofgesellschaft zu geselligem Beisammensein. Dort herrschte bas Leb« eines großartigen Privathauses, in bem ziemlich ausgedehnte Kreise frei ans- unb einging«. Der Fürst Radziwill war ein passionierter Musikfreund unb Kunstkenner, babei noch jugenblich elegant unb leicht, unb zog alles, was al» fremd und interessant nach Berlin kam, in fein Hau». Dort zählte auch Wilhelm von Humboldt zu den hauptsächlichst« Eäst«, unb es gibt nichts Unterhalt«deres, al» die Konversation, die zwischen ihm und der Prinzessin mit schlagendem Witz und echtem Humor aufrecht erhalt« wurde. In diesem Hause entwickelte sich dann bet Herzensroman de» Prinz« Wilhelm, de» nachmalig« groß« Kaisers^ seine Liebe jur schonen Prinzess Elisa, deren Geschichte mit ihren rüh- renben unb erhebend« Einzelheiten in Baer» Buche „Prinzess Elisa Radziwill" («erlag E. S. Mittler u. Sohn in Berlin) erst jüngst eingehend unb erschöpfend geschildert worden ist.
Während der König mit feiner Familie und einig« Gard« wie blockiert auf feiner Insel Potsdam fass, sah man in Berlin französische Kommandant« und Besatzung, nnb bei verschlossen« Tür« wurde in den Salons politisiert. Endlich zogen die Franzosen ab. Später rückten bie Stuften und dann die Pr«tz« wieder in Berlin ein. Mit welcher Aufregung und mit wie grossem Enthustnrwu» sie begrüßt wurden, läßt sich nicht schildern. Jedem Kosak« lkef man womöglich nach, fand alle» an ihnen himmlisch, ihr» eigentümuche Erscheinung, ihre Sättig
)( Lappet, 16. Nov. Mehrere junge L«te ffberfielen und mißhandelt« auf der Landstraße einen jung« Her« aus der Stadt, der ihnen kurz zuvor in einet Wirtschaft Getränke bezahlt hatte. Die Sache dürste für die Beteiligten ein oerichtliches Nachspiel zur Folge haben.
Lalde«, 16. Nov. Vorgestern abend gegen 6 Uhr erscholl durch die Straß« unseres Ortes bet Alarmruf „Feuer". In bem Kaufmannsgeschäft von Heinrich Rückenbiel war auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise Feuer ausgebrochen, bas an ben großen Petroleum-, Spiritus» unb Farbenvorrät« reiche Nahrung fanb. Dem Branbe fiel« auch noch einige Nachbargebäude zum Opfer.
ihren Gesang. Die russischen Offiziere erschienen als die Helden des Tages und man pries sich glücklich, wenn man mit den höheren in Berührung treten konnte.
Die Rückkehr des Königs mit den Garden aus dem stanzösischen Feldzuge bildete den Glanzpunkt der Tage nach dem Befreiungskriege für Berlin. Da der König ein Feind aller Festlichkeiten war, bewirkte er b« Einzug nach ber Hauptstabt in so stützet Stunde, baß fast noch niemanb auf ber Straße war und er dadurch dem größten Hurra entging.
Nach dem Kriege ergaben sich am Hofe ganz merkwürdige Rangstreitigkeiten. Aus den klei- n« Herzögen war« Großherzöge geworden, die zuerst ein „Hoheit", bann gar eine „königliche Hoheit" für sich in Anspruch nahmen. Ebenso erwachte in ben jungen Prinzen bes Königshauses eine Art Hochmut, bet beanspruchte, bass das, was ihnen zugehörte, auch anderen vorzugsweise vorangeheu müsse. E» begann damals das Heranziehen aller kleinen Pttnzen in die erste Neihe der Hofgesellschaft, so dah selbst die Sohne sogenannt erlauchter Grafen ohne Examen d« Offiziersrang erhalt« konnten. Ja, es kam sogar «>r, doch der Feldmarschall Gneiseaau, der Gouverneur von Berlin, der vornehmste und stolzeste Storni seiner Zeit, vor dies« w«en jugendlich« Grössen komplimentierte unb fte vor sich hergeh« lieh, natürlich nut le Unkenntnis dessen, roa» ßt eigentlich zu beanspruch« hatten, ________—
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(!) Biedenkopf, 16. Rov. In unserem Wahlkreis steht jetzt die Agitation in voller Blüte. Für bie Christlich-Sozial« kandidiert Nie. Mumm, für bte Nationalliberalen Bergrat Vogel, für bie Sozialdemokrat« Arbeitersekre» tär Gogowski. Der Freisinn hat sich hier sogar 2 Kandidat« geleistet. Neb« bem freisinnigen Volkspatteiler Dr. Goldschmibt hat bie (5er* wchsche demokratische Richtung, die jetzt ja überall den alten Freisinn verdrängen will, den früheren Gehilfen von Gerlachs, Herrn Nuschke, Parteisekretär in Cassel, aufgestellt. Die Entscheidung wird wohl zwischen bett Christlich-Sozial« unb Nationalliberalen fallen.
f) Kirchhain, 17. Nov. Auf bem heute hier abgehaltenen Rinbviehmartt waren 100 Stück Großvieh unb 30 Kälber aufgestellt. Der Schweinemarkt war In Anbetracht ber Kälte nur mit 330 Läufern unb Ferkeln befahren. Der Hanbel ging flau. Der am 1. Dezember angesetzte Markt wurde wegen der an diesem Tage stattfinbenden Viehzählung auf Donnerstag, ben 3. Dezember verlegt.
•h Niederwald, iß. Wo». Der hiesige Krie- gerveretn hielt gestern eine stark besuchte Set» silnimlunq ab. Derselben wohnte auch ber Schriftführer, Lehrer Flor aus Schweinsberg, bei, bet eine patriotische Ansprache hielt unb ein Hoch auf ben Kaiser ausbrachte.
Frankenberg, 16. Rov. Die Reubaustrecke ber Nebenbahn Winterbera—Frankenberg wirb, rfe bte Koniastche Eisenbabnbirektion Cassel in ehret Bekanntmachung veröffentlicht, am 1. Dezember b. 3. bem Verkehre übernesi« werden. Die Strecke wird bet Betriebsinstestion 1 in Warburg, ber Maschinen- nnb Verkebr-tnivek- thm 1 in Cassel unb der Werkstätteninspektion in Arnsberg zugeteilt. Wie aus bem Fahr« plane für bie neue Strecke hervorgebl, ist bie jetzt hergestellte Serbinbung mit bem westfälisch« Jnbultrieaebiei durch sechs Züge mit Hin- und Rückfatztt geeignet, ben weitoetzenb» ft« Berkebrs-Ansprücki« geregt zu werb«.
Sachsenberg, 18. Rov. Hier würben bie erst« Hirsch«, zwei stattliche Eremvlare im Gewichte von 166 und 180 Pfund ans diesigem fteobgebtete im Itter bolz von Her« Gastwirt Tassius und dessen Sotzn erlegt. Ein Schuss auf ein drittes 'Her war erfolglos.
©» Treysa, 16. Nov. Die hiesig« Ott» gruppe des Dratsch« Flottennerelns veronstal« tete gestern abend in bem Gasttzaule „zur Burg ein« Flottenabenb. bet sich eines gut« Be- f«chs zu erfreuen hatte. — In ber Wettlau» ferlchen Gastwittlchafi büßtet hielt gelte« nachmittag bet Softunterbegmftnverein Treyf» unb Umgegend eine Monatsverfammlung ab. Trotz bet winterlich« Witterung wotznt« derselben viele auswättige „Steptzansjünger" bei.
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Zwesten. 14. No». Die Vorarbeiten zu« Bahnbau Jesberg-Zimmersrobe haben wegen verschieben« Schwierigkeiten mit ben beteiligten Gemeinden eingestellt werben müssen. Dte Ottschasten Zwisch« Jesberg unb Zirnmersrod« haben überhaupt kein grosses Interesse an bet Bahn. Es haben sich jetzt verschiebene Gemein, ben unb Jnbustrielle ins Mittel gelegt, um beit Bahnbau von Jesberg über Zwesten. Kerstenhausen Kleinenglis unb Großenenglis nach Sorten ober nach Wabern zu führen. Für un. fern Ott, sowie auch für bas Sturnrnsche Eisen- wett wäre bas Projekt von grossem Vorteile« Wie wir hören, will bas Werk wie auch bte beteiligten ©emeinben größere Zuschüsse gewähren. , ।
§ Cassel, 16. Rov. Der auf Donnerstag ein» berufenen öffentlichen Sitzung der Stadtuerord- neten wird ein Antrag bes Magistrats unter* breitet werben, für Notstandsarbeiten zur Be-- gegnung bet Arbeitslosigkeit einen größeren Betrag aus Mitteln bes nächstjährigen Etats be- reitzustellen. Außerdem wird die sozialdemokratische Frattion der Versammlung eine Anfrage bezw. eine Eingabe bes Vorstandes des Eewerkschaftskartells, bett, das Verfahren bei Vergebung ber städtischen Arbeiten, benützen, um den Magistrat über eine Anzahl städtischer arbeiten, bte nicht burch hiesige Handwerker ausgesührt worden sind, obwohl sich diese um berartige Arbeiten bemüht haben, zur Rede zu stellen. Der Magistrat hat, um derartige Aor- kommnisse nicht wiederholen zu lassen, bereits mit ben hiesige« Jnnungsmeistern Verhandlungen angeknüpst, um die A .fertigung ber Rathausmöbeln, die einen Wert van insgejatni 80—100 000 Mark haben, den hiesigen Schreinern unb Bilbhauern, sowie ben Dekorateure» unb Tapezierern zu überlassen.
Lollar, 15. Rov. Vorgestern abend hatte« einige von auswärts stammende Arbeiter in der Gastwirtschaft und Metzgerei H. Moos 5. ben Geburtstag eines Kollegen gefeiert. Als nun heute morgen der Besitzer der Wirt',chast feinen Mehstall betrat, fand er den aus Krodorf gebürtigen und zu Wißmar verheirateten, in den 30er Jabr« stehenden Arbeiter Becker tot cor.
:: Giesse«, 16. Nov. Es ist der uncrmüd- ' lichen Direttio« de» Gießener Spezialitäteuthea- ‘ ters gelungen, den beliebtesten und berühmtesten aller Humoristen, Otto Reukter, zu einem: zweitägig« Gastspiel, am 17. und 18. November, zu gewinn«. An letzterem Tage, der von jeher, viele Besucher aus den benachbarten preußisch« Stödten nach Giessen brachte, Rubel auch um 11, Uhr urfibele Frühschoppenvorstellung bei freiem' Eintritt statt; ausserdem sind nachmittags 4 Uhr und abends 8. Uhr zwei Vorstellungen, in denen in bett)« Otto Reutter mit seinem neuesten und aktuellsten Originalrepettoire aufttttt.
Giesse«, 16. Nov. Ein heiterer Vorfall, der von der Promptheit unserer steuerwehr im Stadttheater zeugt, ereignete fich, laut „Giess. Lnz.", bet der sonntäglichen Keanaufführuna, Im 4. Akte, bet dem Theater im Theater, nach der bekannte« Wahnfinnsszene Keans, eilt der Regisseur bee Eov«tgarb«theaters Mer dte Bühne mit ben Worten „Vorhang herunter, et. kann nicht weiter gespielt werde«. Der dienst* ' tuende Feuerwchrmany Kielt de» detrrffrndetz