Das Grubenunglück auf der Zeche $4^$ tm^utomobti^L^ ber Äotnu2s^dcl $ffnhhnh 5kt P.inz ging durch die Straßen und betrat
* viel« Häuser, wo et den Hinterbliebenen seine
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1 "f?rr<f-trutf verboten.»
herzlichste Teilnahme aussprach. In der Kolonie find allein 239 Witwen vorhanden; eine Frau verlor ihren Gatten und vier Brüder. In einem anderen Hause beklagt eine Mutter mit vier Kindern den Verlust de, einzigen Ernährers. Bei dem Besuch de« Prinzen spielten sich tief erschütternde Szenen ab. Das Wehgeschrei der Frauen und Kinder durchdrang die ganze Stadt. Als der Pttnz abfuhr, drängte sich eine Anzahl ordensgeschmückter Bergleute an da« Automobil heran und rief: Kaiserliche HoheitI Mehr Arbeiterschutz! Gegen halb 12 Uhr langte der Prinz auf der Zeche an. Hier fand eine
durch erneute« Eingreifen in die Diskussion noch die Möglichkeit der Verlängerung derselben um «inen dritten Tag herbeizuführen. Luch widi nicht zu leugnen sein, daß die Debatte am zwei«, len Tage nicht bi, zu Ende ihren ernsten und ge« schlossenen Tharatter bewahrt habe, und daß e« auch an der Formulierung eines bestimmten und gemeinsamen Wunsche, gefehlt hat, zu dem der Reichskanzler noch hätte Stellung nehmen müssen. Wir glauben jedoch nicht der Sache einen Dienst zu tun, wenn wir gegenwärtig näher auf Rekriminationen eingehen wollten. Der Schwer« puntt der Situatton liegt in der Besprechung die Se. Majestät der Kaiser mit dem Fürste« Bülow haben wird. Ihr Ergebnis warten roh in Ehrerbietung vor der Krone und in de« Wunsche ab, daß es bald gelingen möge, zwischen Kaiser und Volk da, alte Verhältnis herzlichen Verttauens in »ollem Umfange wiederherzw stellen.
Lichtenstein, 15. Rov. Eine vom natio« nalliberalen Wahlverein veranstaltete, sehr zahl- reich besuchte öffentliche Bürgerversammlung, tu der die Univerfitätsprofessoren Dr. Felix Dahn und Dr. Georg Kaufmann die innere politische Krisis besprachen, beschloß eine Erklärung, in der dem Reichskanzler Dank für seine Haltung vom 10. und 11. November und Vertrauen auch für die Zukunft ausgesprochen wird. Diese Erklärung wurde dem Fürsten Bülow telegraphisch übermittelt.
eingehende Bestchttgung der ganzen Zechenlag« statt, die über eine Stunde dauerte. Zum Schluß wurde der Prinz in das große Maschi- nenhau, geführt, wo in einer langen Reihe die Särge der Verunalückten aufgebahri waren. Der grausige Anblick übte auf den Prinzen eine tief erschütternde Wirkung aus. Als der Prinz abfuhr, versicherte er dem Eeneraldirettor der Zeche, ^cnlfen, nachmals seiner herzlichsten Teilnahme. Rach allen Seiten grüßend, fubr der Prinz alsdann nach Hamm zurück. Die Menge, die sich vor dem Eingangstore angesammelt batte, bereitete dem Prinzen eine stumme Ovatton.
Hamm, 15. Rov. Heute vormittag fand in allen protestantischen Kirchen der Stadt Trauer- gottesdienst statt. Besonders ergreifend gestaltete sich dieser in den Gemeinden Hövel und Dockum, die von dem Unglück am meisten betrof. feit sind. Hunderte schwarz gekleideter Frauen und Kinder, wurden, gestützt von männlichen Angehörigen, zur Kirche geleitet. Das Wehklagen und Weinen der Hinterbliebenen war tief erichütternd. Morgen vormittag findet in den katholischen Kirchen ebenfalls Trauergottesdienst statt. Die Liste der Verunglückten weist etwa 30 Namen auf, die auf italienische Herkunft deuten. Wie die Verwaltung bis jetzt fest- gestellt bat, sind etwa 16 Mann der Verunglückten Italiener, auch befindet sich unter den, Verunglückten eine große Anzahl Oesterreicher. Der österreichisch-ungarische Konsul trifft morgen hier ein. Weiter ist heute der nattonalliberale Abgeordnete Dr. Osann, der zu der Interpellation über die Katastrophe sprechen wird, zur Information eingetroffen.
Hamm, 14. Nov. Prinz Eitel-Friedrich fuhr mit dem Schnellzuge 3 llhr 29 Min. unter großen Ovattonen nach Berlin zurück. Auf dem ganzen Wege hatte sich eine ungeheuere Men- schenmenae aufgestellt.. die ebenso wie das auf dem Bahnhofe aufgestellte Publikum in begeisterte Hochrr fe ausbrach.
B e r l i n, 14. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Reichskanzler Fürst v. Bülow bat an den Eeneraldirettor Jansen-Hamm nachstehendes Telegramm gerichtet: „Tieferschüttett durch die Nachricht von der furchtbaren Katastrophe auf der Zeche „Radbod", der so viele brave Bergleute zum Opfer fielen, bitte ich Sie, den Angehörigen der Verunglückten den Aus-
Zur Lage.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter der Ueberschrift „Rückblicke": Wir möchten der mehrfach geäußerten Befürchtung entgegenrieten, als sei der Kaiser über die Stimmung der Nation nicht ausreichend informiert und als werde ihm das Material zu einer vollen Information vor- enchalten. Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Reichskanzlers, alles Wesentliche, was zur Beurteilung der Situation im Inland und Ausland von Wert ist, zur Kenntnis des Kaisers zu bringen, und diese Aufgabe hat der Reichskanzler auch in der gegenwärtigen Frage in vollem Maße erfüllt. Mehrfach wird Bedauern darüber geäußert, daß Fürst Bülow am zweiten Tage der Diskusiion das Wort ergriffen hat. Es konnte nicht der Wunsch des Reichskanzlers sein,
druck meiner herzlichen Teilnahme za übermitteln. Reichskanzler Fürst Bülow."
Hamm, 14. Rov. Der Aufsichtsrat der Zeche Radbod hat telegraphisch dem Kaiser im Namen der Verwaltung und der Belegschaft für seine Teilnahme, und desgleichen der Kaiserin für deren Teilnahme telegraphisch gebenft; auch dem Reichskanzler sandte der Eeneraldirettor Janssen ein Danttelegramm.
Der Kaiser hat das Beileidstelegramm de« Präsidenten der französischen Republik wie folgt beantwortet: „Tief gerührt von den Gefühlen der Sympathie, die Sie bei Gelegenheit der furchtbaren Grubenkatastrophe in Westfalen Mir im Namen Frankreichs mit solcher Wärme bezeugt haben, lege Ich Wert darauf Ihnen, Herr Präsident, Meinen persönlichen Dank und den des deutschen Volkes für Ihre Teilnahme an unserer nationalen Trauer und an dem Schicksal der zahlreichen Opfer unter unseren braven Bergleuten auszudrücken. Seien Sie überzeugt, daß bei diesem traurigen Anlaß da« Beileid Frankreich« in ganz Deutschland lebhaft gewürdigt wird. Ich bitte Sie, Herr Präsident, Meiner ausgezeichneten Hochachtung versichert zu sein. Wilhelm."
Berlin, 15. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der ftanzöstsche Botschafter Lain, bon drückte gestern abend dem stellvertretenden Staatssekretär de« Auswärtigen o. Kiderlen- Wächter im Namen seiner Regierung deren Beileid zu dem Grubenunglück in Westfalen aus. Im Namen des schweizerischen Bundesrats ließ Bundespräsident Brenner bet deutschen Negierung durch den hiesigen schweizerischen Gesandten das Beileid der Eidgenossenschaft zur Erubenkatastrophe in Hamm ausdrücken.
Len», 15. Nov. Der Mitglied der Kammer und Präsident bes Erubenarbeiterverban- des von Pas-de-Ealais, Basly, sandte an den Reichstagsabgeordneten Sachse folgendes Telegramm: Die Grubenarbeiter von Pas-de-Calai« sind über das schreckliche Grubenunglück bei Hamm von Schmerz erfüllt und senden den deutschen Brüdern und den Angehörigen der i Opfer des Unglücks den Ausdruck inniger Anteilnahme.
'f' Hamm, 14. Nov. Heute mittag wurde den Angehörigen der Verunglückten die Besichtigung de" Leichen fteigegeben. Bis jetzt find von den M Schwerverletzten, die in den beiden Kranken- y-usern untergebracht find, vier Bergleute gestorben, so daß die Gesamtzahl der geborgenen Toten 41 beträgt. In der Grube sollen sich noch 802 Bergleute befinden. Wie weiter mitgeteilt wird, werden die Gewinnausfälle und di« Repa, raturkosten einen Betrag von etwa einer Mil- Non Mark erreichen.
> mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg W Kirchhains
rmd dr« KeUageu: ^Ziterarrfchrr Anzeiger". „Klmdwirischaftlichr KeUagr" mrd „ILvMerlr- KmmtagsbüE
- 2koo. Heute nachmittag ist
mit der Einsargung der Leichen begonnen wor- »katholischen Krankenhaus find zwei Verletzte ihren Wunden erlegen.
S“™. 14- N°v. Die Nachricht, daß end- gültig bie llnterwassersetzung de« Schachtes in Angriff genommen wurde, indem eine Rohrleitung bi« zur Lippe gelegt wird, durch die das Waffex mittels Dampfpumpen bis zum Schacht gedrückt werden soll, rief unter den Angehörigen der in der Grube befindlichen Verunglückten be- 8nF^enD€.Ve große Erregung hervor, zumal vie.fach Gerüchte umgingen, daß noch einige von den Verunglückten am Leben feien. Das Mit- glied de« Aufstchtsrates. Kommerzienrat Rautenstrauch aus Trier, erklärte auf eine Anfrage, daß alle r"-amten, die sich am Tage des Unglücks c befanden, oder bei den Rettungs- arbsiten beteiligt gewesen find, davon überzeugt seien, daß schon am Donnerstag mittag niemand »an den Verunglückten mehr am Leben gewesen sei. Diejenigen, die nicht durch die Erplosion getötet seien, wären durch die giftigen Schwaden erstickt oder bei dem entstandenen Feuer in den Flammen um^efommen. Den Entschluß, den Schacht ..bzudämmen, habe man gefaßt, um des Feuers Herr zu werden, das sich sonst immer mehr ausgebreitet haben würde. Hätte man das Feuer nickt abaedämmt. so müßte man annehmen. daß die Toten zu Ascke verbrannt würden. Man hofft, durch die Unterwassersetzung des Schachtes die Leichen vor dem Feuer zu bewahren und 'o deren spätere Bergung möglich zu machen. Außerdem ist dies der einzig richtige We'. die giftigen Gase aus dem Schachte zu enf-nen.
Hamm, 14. Nov. Die Unterwassersetzung des Schachtes hat bereits begonnen und wird vor'"--sichtlich 14 Taae bauern. Man hofft, daß in dieser Zeit das Feuer gelöscht und dann bas Wasser wiebe: ausgepumpt werden kann — Die Beerbigung der Verunglückten ist auf Montag Bal5 11 llhr angesetzt: sie erfolgt vom Ze» chenvlatz aus nach dem Friedhof der Gemeinde Hövel. Für bie Verunglückten wirb ein eigener Friedhof angelegt.
H a m m , 14. Nov. Zur Aufrechterhaltung der Rübe traf beute morgen eine Eenbarmerie- unb Volizeiabteilung in Stärke von 90 Mann hier ein. Der Zechenplatz wurde vollständig ab- gesperrt. Die Volksmenge verhielt sich heute in Gegensatz zu gestern, wo sich aller doch eine große Aufregung bemächtigt hatte, vollständig
sten Reiter, Namen der vornehmsten Gesellschaft, sich daran beteiligen wollten. Einen der besten Plätze hatte die Schauspielerin Randolf inne. Ihre beiden Gefährtinnen vom gestrigen Abend saßen neben ihr. Sie war in einer wahrhaft königlichen Toilette, selbst die Brillanten von Madame Duplessis, bie einen Platz nicht zu fern von ihr hatte, würben burch ben Glanz unb bi« Fülle ber ihren Derbunfeit.
Ellen lehnte mit etwas bleichem Gesicht neben der kleinen eleganten Dame unb lauschte mit müdem Lächeln dem Geplauder ihres, ben Platz hinter ihr einnehmenden Verehrers. Sie hatte anfangs zuhause bleiben wollen, da ihr der Name Rothenfels peinliche Erinnerungen erregte und sie sich vor einer Wiederbegegnung mit Dietrich scheute. Aber das Zureden de« Grafen und selbst ihrer Schwester, die dem Ver- gnügen nicht gern entsagen unb Ellen boch auch nicht gern allein zurücklassen wollte, hatte sie endlich boch zur Nachgibigkeit bestimmt. Graf Holm war es gerade darum zu tun, durch sein und Ellen» Erscheinen zu zeigen, wie wenig sie beide von dem gestrigen Rencontre berührt seien. Ein Avis für alle, die etwa an seinem verhalten in dieser Angelegenheit Anstoß neh. men sollten, daß er Hebe unliebsame Bemerkung in gleicher Weise rote gegen Baron Rothenfels zu ahnden bereit sei. „Rothenfels!" Der Nam« ging von Mund zu Mund. Fürst Soeben ber eintet Fräulein Randolf Platz genommen hatte,
„Sieht et nicht prächtig au», unser Baron?" «, herrlich," rief sie wie zum Gruße
gen ben Reiter hevend, der eben in die Schranken ritt. „Wie ein Ritter aus alter i Zeit, Mann unb Roß ein»!"
Die gleicht Meinung teilten auch andere, j
Getrennte Welten.
! Roman von Elarissa Lohde.
(?' «Fortsetzung.)
„Du sprichst in Rätseln!"
„Die Dir bald gelöst werden sollen, denn ich habe eigentlich im Sinne, Dich statt bes Fürsten Socfcn zu meinem Sekundanten zu erwählen."
„Wie, Du hast ein Duell?"
„Mit dem Grasen Holm. Ich sagte Dir ja, daß ich wegen seiner Schwatzhaftigkeit ihn zur Rechenschaft ziehen würbe."
Altens Stirn verfinsterte sich.
„Und ich bat Dich bringenb, davon abju» stehen. Verzeihe, wenn ich Dir bekenne, daß ich die Forderung in diesem Augenblicke im höchsten Grade unbedacht finde."
Dietrich zuckte bie Achseln.
„Nun, wer weiß? Vielleicht löst die Kugel Holms am besten bie ganze verfahrene Angelegenheit. Zu Deiner Genugtuung kann ich Dir Übrigens mitteilen, baß er ber begünstigte Nebenbuhler jenes Bruno ist, unb baß ich gestern Nacht bie reizende Ellen Hiller im Dunkel bes Kurparkes in seinen Armen überraschte."
Er lachte roieber leise vor sich hin.
„Eine Posse, beim Himmel, eine Posse, bie Unser dichterischer Schwager und Bruder eigentlich auf Papier bringen sollte."
„Du entwickelst einen merkwürdigen Hu- mor,“ bemerkte bet Graf kopfschüttelnd, „unb hast boch, wie ich meine, allen Grund, Deine Lage jetzt ernst zu nehmen."
„Ja, unb ruhig zu sein! Da» prebigte mit eben erst auch Fürst Soeben, wegen bes Rennen» "
„Heute?" fragte bet Graf aufhorchenb.
„Ja, heute will ich mit meiner Sphinx einen großen Sieg bavonttagen. Hast Du Lust, auf sie zu wetten? Ich rate Dir, Alten, riskiere einmal eine recht große Summe, Du kannst bann Asta etwas heimbringen, was sie über ben Leichtsinn ihres Bruders tröstet. Für mich Lorbeer unb Gold! Siehst Du! Trotz allem unb allem; bas 2eben ist doch schön!"
Dietrichs Augen glänzten. Der Graf betrachtete ihn kopfschüttelnd. Wat das wirkliche Heiterkeit oder Galgenhumor?
„llebrigens, da Du einmal hier bist," tief Dietrich dem sich zum Fortgehen Rüstenden zu, „so labe ich Dich gleich heute Abenb zum Souper im Kurhause ein, wo ich mit dem Fürsten Soeben und einigen Freunden und Freudinnen meinen Sieg zu feiern beabsichtige. Und damit Du nicht zu seht erschrickst, sage ich Dir gleich, die Randolf ist dabei. Wahre also Dein Hetz. Asta wird ja wohl nicht» davon erfahren: denn ein Holm, bet zum Beträtet würbe, ist nicht dabei.»
Graf Alten begab sich auf sein Zimmer, um sich zum Diner anzutteiden. Die Rennen sollten um Drei llhr beginnen. Auch er war lebhaft gespannt, wie die Sphinx, die ihm schon öfter vot- gefühtt worden war, unb beten Schönheit et voll anerkannte, ohne ganz an ihre Tugenben zu glauben, im Wettlauf bestehen würbe. Die Zuversicht Dietrich» teilte et keineswegs: aber es war ja gut, baß et sich so sicher fühlte: bas konnte für ben Verlauf bes Kennens nur günstig sein. Da« Wettet wat schön unb eine heitere Sonne Überstrahlte ben weiten Rennplatz. Die Tribünen füllten sich schon früh mit einem glän- Senden Publikum. Alles war auf« höchste gespannt, da bie heften Pferbe unb bie berühmte»
Aus dem Reichstaqe.
I In ber 162. Sitzung wurde bie Besprechung I bet Arbeitslosen-Interpellationen fortgesetzt. I Der Abg. Dt. Böhme (wirtsch. $gg.), bet zuerst I bas Wort ergriff wandte sich gegen bie frei- I händlerischen Darlegungen Eotheins vom gestrigen Tage unb beleuchtete bie gemeinschädliche Praxi« bet Arbeitsvcrmittelungsagenten. Ihm stimmte ber Pole vtejski bei, trat aber weiterhin für ben Maximalarbeitstag unb bie Ar« beitslofenversicherung ein. Da hierauf ber sozialdemokratische Abgeordnete Severing versuchte für das letzte Grubenunglück bie Gruben- Verwaltung verantwortlich zu machen, trat ! Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg auf ben Plan, um zunächst ben berechtigten Wunsch auszusprechen, daß bie Erörterungen bes Grubenunglück« bis zu ber Besprechung ber betreffenden Interpellationen auszusetzen, und um sodann die Vorwürfe Sevetings zurückzuweisen. Nachdem der Zentrumsabgeordnete Becker» Arnsdorf das Bestreben, die Arbeitslosenkalamität auf unsere Wirtschaftspolitik zurückzufüh. ten, gekennzeichnet hatte, ging Abg. Dr. Hahn (kons.) ausführlicher auf dieses Thema ein. E« hob sehr wirksam hervor, daß gerade in Frei« hanbelsländern die wirtschaftliche Sage schlechter und bie Arbeitslosigkeit stärker sei. Ferner bemerkte er, baß unsere Industrie bei ber Entwickelung zu sprunghaft vorgegangen sei und bie wirtschaftlichen Möglichkeiten überschätzt habe. Schließlich wies er auf bie Ausführungen . ---3
Von allen Reitern war Dietrich von Rothenfel« unzweifelhaft der schönste. Die hohe kräftige Gestalt, bas schön geschnittene Gesicht, bie stolz« Haltung, alles vereinte sich, ihn zu einer hervorragenden Erscheinung zu machen.
„Mais, il est vraiment an Mros“, bemerkte bie zur Pariserin geworbene Schwester bes Kommerzienrats Winter. Holm biß sich ärgerlich auf die Lippen.
„Ich hoffe, Ellen," flüsterte et ihr leise zu, „dieser Enthusiasmus für den Mann, mit dem ich morgen vielleicht schon Kugeln wechseln werde, wird von Ihnen nicht geteilt.“
Sie sah ihm mit etwas gemacht schwermütigem Ausdruck in die Augen.
„Ist es denn gar nicht zu umgehen?" lispelt« st« zärtlich.
„Nein, doch sprechen wir nicht mehr davon. Hoffentlich ist mir bas Glück beim Spiel ums Leven günstiger, als es mit hier auf dem Rennplatz war."
„Sie haben verloren?"
„Sie wissen, gestern mtt dem Merkur. Doch h-ffe ich," ein böse» Lächeln trat auf feine Lippen, „bie Scharte heute auszuroetzen. Ich halt« gegen bie Sphinx, auf bie man ganz wahnsinnige Summen gewettet hat. Unb sehen Sie nur, wie unruhig bas Pferd ist.“
„Ein schöne« Tier,“ konnte aber Ellen sich boch nicht enthalten, zu sagen. Holm zog bt< Stirn trau». „Von bem Sie um meinetwillen, wie ich hoffe, wünschen werben, baß es unterliegt."
Da« Zeichen zum Beginn de» Rennen» rourb« gegeben. Dietrich mit feinem glänzenden Roh fuchs was allen voran, <
Man abonniert auf bie täglich erscheinende „Oberdessische , . , , .
( am Bettung" be, allen Postämtern und unser« Zeitungsftelle« in SÄHtPUtlt ^ert. »««gebühr b-trhst tttbte ? Spalte« Zeile
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— Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ebne 17 1QAQ Druck tmb Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitätsbuchdruckerei
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