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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain I

und de« DKlage«:Atrrari scher Ameiqer-. .FaudmirlfchaKUchr BKiage- ««d Illustrierte« K«mt»O»d1att«. *

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43. Jahrg-

Erstes Blatt.

Die heutige Nummer umfaßt 3 Blätter.

Die KrislS.

Die Spannung, die die bevorstehenden Reich»- ßagsdebatten über das Kaiserinterview am Erde der vorigen Woche erregten, kann auch heute noch nicht als gelöst gelten. Die Verhandlungen des Reichstages über Kaiser und Kanzler zeig­ten den Reichstag besonders am ersten Tage in seltener Einmütigkeit, die ihren Eindruck auch . im Auslande nicht verfehlte. Man Hütte die Debatte recht gut auf einen Tag zusammenlegen können, denn nadjbem der Gegenstand wochen­lang in der Oeffentlichkeit eroeiert war, reicht« das Interests für dis Ansftttz'ungen int ein* «einen kaum für zwei Tage. Co fiel der 2. Tag merklich gegen den ersten ab Eine einheit- ' liche Kundgebung an einem Tage würde unseres Erachtens zweckentsprechender gewesen sein, auch ohne die von einzelnen Parteien gewünschte Adreste an den Kaiser. Die Ablehnung des Adrehantrages, da nach dem konstituttonellen System gerade der Reichstag fich nicht mit dem Kaiser sondern mit besten verantwortlichem Ver­treter zu beschäftigen hatte, war formell berech­tigt. Ob sie in diesem Falle richtig war, mag dahin gestellt bleiben. Eine Abschwächung der Kundgebung des Reichstags bedeutet sie nicht. .tDaft der Kaiser die im Reichstag gehaltenen Sieden und abgegebenen Erklärungen vollinhalt­lich zu Eefichte bekommen wird, wurde schon de» öfteren versichert. Außerdem wird gemeldet, daß der Reichskanzler morgen, Montag, den 16. ds. Mts., mit dem Kaiser in Kiel zusammen- trsffen wird, um mit ihm über die im Reichstag Vtt.r,ege6eneit Erklärungen Rücksprache zu neh- jmen. Dem Resultat dieser Zusammenkunft darf man mit größter Spannung entgegensehen. Von ihrem Ausgang hängt zweifellos ab, ob der Reichskanzler, dessen Ausscheiden von vielen Seiten bereits als feststehend betrachtet wird, im Amte bleibt. Wenn der Kaiser die Erklä­rung des Fürsten Bülow nicht billigen sollte, so dürfte auch das preußische Staatsmtnisterium, dessen Zustimmung sich der Kanzler verstchert hat, dis Konsequenzen ziehen. Es kann demnach keinem Zweifel unterliegen, daß unsere innere Lage in einer ernsten Krisis steht. Man darf aber hoffen, daß die ganze Angelegenheit in zu­friedenstellender Weise gelöst werden wird. Der Kaiser wird und kann sich den Notwendigkeiten der jetzigen politischen Lage nicht entziehen.

Die Freunde des monarchischen Gedankens haben alle Ursache, die hinter uns liegenden Tdge als einen schweren Schlag zu empfinden,

Amerikanische Präsidentinnenprofile.

Zur Präsidentenwahl In den Vereinigten Staaten, 3. November.

Von Rudolf Eurttus.

Die Spitze des auf demokrattscher Grund» läge sich aufbauenden Staatswesens, meisten« ein Mann in den sogenannten besten Jahren, war zurzeit seiner Vermählung vielleicht ein junger Advokat ohne Praxis oder betätigte fich kaufmännisch in den Gerbereien seines Vaters. Und die Auserwählte seines Herzens, die der Auserwählte damals freite, gehörte in den meisten Fällen nicht zu den Hochgeborenen der Erde, war vielleicht nicht einmal Hochwohlge­boren oder auch nur Wohlgeboren. Die Fähig­keiten ihres Gatten, sein brennender politischer Ehrgeiz, sein glühender Patriotismus vielleicht auch nur um gerecht zu sein, eine richtig abgepaßte Welle de, Glücks trug aber mtt ihm auch sie auf eine Position in der großen, offi­ziellen Welt, wo sich die Repräsentationspflich­ten in einer Republik nicht so wesentlich von denjenigen einer Monarchie unterscheiden und ebenso wie in dieser hundert Augen auffrassen, lob die erste Dame des Landes eine gesellschaft. lich repräsentable Figur macht oder sich Blößen gibt.

Tatsache ist, daß von allen Präsidenten­frauen, die seit 1789, dem Tage der Erwählung Seorg Washingtons, dem Haushalt der Präsi­denten Vorständen, sich nur wenige in dieser Funktion als in ihrem eigentlichen Lebensele. ment wohl befunden haben. Viele, die aus ein­fachen Verhältnissen stammten, waren froh, al­pe dem weißen Hause wieder den Rücken kehren tonnten. Einig« unter ihnen aber, denen bi« i

und es steht fest, daß fich in diesen Kreisen eine tiefe Ni^ergeschlagenheit kund gibt. Dar bringt auch die gestern von un« mitgeteilte parteioffiziöfe Auslassung derKons. Eorrespon- d««z" zum Ausdruck, die von verschiedenen Sei­ten so ausgelegt wird, al» ob er fich um einen Schlag gegen die Stellung be» Fürsten Bülow handele. Da» ist nicht der Fall. Hier wünscht man gerade, daß Fürst Bülow bleibt. Der Ar­tikel wird von derD. Tgsztg." als nicht von der Parteileitung herrührend bezeichnet. Er soll außerdem lediglich den in den konservativen Kreisen herrschenden Gefühlen in dieser Zeit der Krifl» Ausdruck geben.

Zunächst dürfte jetzt die ganze Angelegen­heit im Parlament noch einmal zur Verhand­lung kommen, denn es find zwei Anträge auf Einführung der Ministerveranttoortlichkeit ein­gelaufen, der ein« vom Zentrum, der andere von der Sozialdemokratie. Das Zentrum wünscht: Der Reichstag wolle beschließen, die verbünde­ten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher die Ver­antwortlichkeit des Reichskanzlers (Reichsver- fassung Art. 17) und der Stellvertreter des Reichskanzler» sowie das zur Geltendmachung seiner Verantwortlichkeit einzuhaltende Verfah­ren regelt."

Die Sozialdemokratt« beantragt:Hinter den Artikel 17 sollen folgende Bestimmungen eingefügt werden: Der Reichskanzler ist für seine Amtsführung im Reichstage verantwortlich. Diese Verantwortlichkeit erstreckt sich auf all« po- litischen Handlungen und Unterlassungen des Kaisers. Der Reichskanzler ist zu entlassen, wenn der Reichstag es fordert. Ferner befttmmt der Entwurf, daß bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Verletzung der Amtspflichten, na­mentlich bei verfassungswidrigen oder sonst das Reichswohl schädigenden Handlungen oder Un­terlassungen de« Reichskanzler« der Reichstag gegen diesen Anklage erheben kann. Die Ver­handlung und Entscheidung soll einem Staats­gerichtshof für das deutsche Reich zustehen, der au« 24 Mitgliedern bestehen soll, welche bei Be­ginn der Legislaturperiode vom Reichstag zu ernennen sind.

DrnU'rs M'H. .

Di« Berliner Urheberrechtskonfernez hat gestern ihre dritte Plenarsitzung abgehalten. Bet der Eröffnung der Sitzung richtete der Präsident der Konferenz, Exzellenz von Studt, namens der Konferenz an die französische Dele­gation Worte der aufrichtige« Teilnahme an­läßlich, des Todes von Victorien Sardou, der ur­sprünglich an der Konferenz teilnehmen sollte. RaOxm Exzellenx von Studt dann die Arbei­ten der Kommission eingehend gewürdigt hatte, wurde das neue Vertragsinstrument Artikel für Attikel zur Abstimmung gebracht. Nach ein­stimmiger Annahme dieses neuen Textes der Berner Konvention wurde auf einen deutschen

Grazien die Patengeschenke be« Geistes, der Anmut und der Liebenswürdigkeit in die Wiege gelegt hatten, findjeder Zoll eine Königin", wenn auch nur eine ungekrönte, durch die Ge­mächer des weißen Hause» geschritten, in dessen großem Prunksaale, dem sogenanntenöstlichen Raum" sie über Diplomaten und Parlamenta­tter, Gelehtte, Künstler und hohe Oflizier« Eercle hielten nach Art biademgeschmückter Für­stinnen, während der Gatte nach Pankeefitte viele tausend Shake-Hands austauschen mußt«, bis ihm die zum Lenken der großen Union beru­fene Hand in allen Gelenken kracht«.

Ebenso würdevoll wie einfach war das Auf­treten der ersten Präfidentengattin Martha geb. Sandridge, der Gemahlin des großen Washington. In erster Ehe war di« au« schlicht bürgerlichen Verhältnissen stammend« Frau mit einem Obersten Eustt» verheiratet gewesen. Dann ehelichte sie ihren nachmal» so berühmt gewordenen zweiten Gatten, der zwar aus einer reichen virginischen Farmerfamili« entsprossen war, in den Jahren aber, in denen er fich al» Feldmesser sein Brot verdient« und später al» Offizier im Kriege gegen die Franzosen in Ca* nada focht, eine viel zu einfache Lebensführung gepflogen hatte um dem kalten Prunk der Pa­läste irgend welchen Wett beizulegen. In ihrem Landhaus« Mount Vernon, am Ufer be» Poto- mac ging es nicht ander» zu al, bei anderen wohlhabenden Farmerfamilien, und als da» Vertrauen seiner Mitbürger den siegreichen Oberbefehlshaber der nordamerikanischen Frei- heitsarmee und geistigen Vater der Verfassung vom 17. September 1787 im April 1789 mit Einstimmigkeit auf den eben zurechtgezimmetten Präfidenienftuhl berief, änderte fich nicht» tn

Vorschlag hin als zukünftiger Konferenzort Rom gewählt, wofür namens der italienischen Dele­gation der Botschafter Italien», Exzellenz Pansa, den Dank der italienischen Regierung übermittelte. Hierauf richtete von Studt, in Vertretung de» abwesenden Staatssekrttär» von Schön, namens bet deutschen Regierung an die fremden Delegierten die Bitte, ihren Regierun­gen den Dank bet Reichsregietung boffit zum Ausdruck zu bring«, daß sie so hervorragende Persönlichkeiten zu der Konferenz entsandt und diele« so entgegenkommende Jnstrutttone« mit auf ben Weg gegeben haben. Der französische Botschafter Cambon antwottete. Cambon über* rttchte namens bet fremden Delgationen dem Präsidenten der Konfetnz eine künstlerisch au», geführte Gedenkplatte, welche dieser unter Dan» keswotten annahm, und indem er außerdem noch für die Worte der Trauer anläßlich be» Grubenunglücks in Westfalen dankte.

Zum Fall Schücking. Wie wir bereit» gestern meldeten, ist das Disziplinarvettahren gegen ben Bürgermeister Dr. Echücking beendigt. Der Bezittsausfchuß erkannte nicht auf Dienst­entlassung, sondern die nächste Strafe, eine Geld­strafe 500 «M und die Kosten. Bei der Strafbe­messung wurde dem Angeklagten zugute ge­rechnet, daß er bisher sein Amt tadellos geführt, und daß et sich der Achtung, des Ansehens und des Derttauens nicht unwürdig gezeigt habe. Gr könne deshalb des Amtes nicht entsetzt werden. Eine Pflichtverletzung wird barin gesehen, daß Schücking Statseinttchtungen verächtlich ge­macht und die Ehrerbietung gegen Vorgesetzte verletzt habe. Damit dürfte die nicht ganz glückliche Affaire beendet fein. Wir glauben kaum, daß Dr. Schücking, wie di«Franks. Ztg." meint, Revision gegen das Urteil einlegen wird.

A'M'ch.

* Aus de« Türkei. Konstanttnopel, 12. Rov. Einer Depesche derJeni Gazette" zufolge, hat das Athener Zentralkomitee die Christen des Wilajets Janina bewaffnet. Weiter wird dem Blatt aus Skutari gemeldet, daß von Monte­negro Waffen an Mobammedaner in Podgoritza verteilt werden. Die Mohammedaner in Anti- vari zögern die Waffen anzunhmen und ver­langen, daß ihnen der Zweck der Bewaffnung mitgeteilt werde. Auch die Mohammedaner in Dulciqno weigerten sich, die Waffen anzuneh­men und beschlossen auszuwandern.

Stadtverordneten-Sitzung.

)( Marburg, 18. November.

Auf bet Tagesordnung bet heutige« Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung standen zu­nächst nur 9 Punkte.

Bei Mitteilungen zur Kenntnisnahme zir­kulierte« Kassenüberstchten pro Oktober 1908.

Der Sewerbeverei« hat eine Eingabe ge­macht, in welcher darum ersucht wird, doch einen einheitlichen Mittelpreis für Leucht* Koch- und Heizgas einzuführen. Die Ermitte- lungen bet Gasanstalt tn 17 Städte« Deutsch-

ben Lebensgewohnheiten des Ehepaares, Frau Washington ärgerte sich nicht wenig, wenn ste gezwungen war, in der kanariengelb lackierte« Staatskutsche umherzufahre«. Et« Haus, in ba» sie sich einmieteten, zogen sie bet angebotenen Amtswohnung vor, unb als Frau Washington im März 1797 für immer nach Mount Vernon zurückkehren konnte, faßte ste in einem Briefe an eine Freunbin das Ergebnis be» Aufent­haltes in Rewyork unb Philadelphia in dem vernichtenden Urteil zusammendiese acht Jahre sind für mein Leben völlig nutzlos und verloren gewesen".-

Au» anderem Holze war die nächst« Präst- bentengattin, Frau Adams, geschnitten. Frau Abigail Adam» hatte mit ihrem Gatten lange Jahre an europäischen Höfen zugebracht. Sie hätte besser auf den Kaiserthron des alten By­zanz oder an den Hof des Sonnenkönig» Ludwig al» in eine Gesellschaft gepaßt, die nicht oh«« Absicht Nachdruck darauf legte, daß sie von Men­schen stammte, denen es in Europa nicht gut ge­gangen und die sich die neue Heimat als ein Haus, für alle fiel zu wohnen, gebaut hatten. Der Frau, von der die Witzbolde behaupteten, daß sie vor jedem Empfange ein Lineal ver- Ehluckte, ist nichts schmerzlicher gewesen, als daß as weiße Haus, bie Amtswohnung bes Präsi­denten, erst kurz vor Ablauf seiner Amtsperiode fettig wurde. Daß ihr Gatte im Jahre 1801 nicht wiedergewählt wurde, ist nicht zum klein­sten Teile ihre eigne Schuld.

Wieder ein ganz anderer Typus war Doro­thea Madison. Ihr Gatte James war während der Amtszeit des Präsidenten Jefferson von 1801 bis 1809 Staatssekretär und, da Jefferson Witwer war. fiel Frau Dorothea die gerne über»

j land» haben ergeben, daß dort ein Einheitspreis von 13, 14 unb 15 Pfennigen per Kubikmeter eingefühtt fei. Man hat daraufhin auch aus­gerechnet, wie sich bet einem Einheitspreis be» Gases bi« Preisdifferenz gegen sonst gestellt. Im Jahre 1907 ist bet einem Einheitspreis von 15 Pfennigen eine Mindereinnahme von 1921 Matt ausgerechnet worden. Man nimmt nun an, daß durch einen solchen Einheitspreis sich bet Gastons m hebt, deshalb hat der Magistrat be­schlossen, diesen einzuführen. Die Stadtvetord- neten waren bomit einverstanden.

Der folgende Puntt betraf bie Beschluß­fassung übet eine« Nachtrag zu § 2 bet Ordnung vom 15. Juli 1901 bett. Anlegung unb Unter­haltung vo« Bürgersteigen. Es handelt sich hier um Veränderungen bei bereits vorhandenen Bürgersteigen. Stadtv. Engel regte an, daß bis feitberige Gepflogenheit, bei unbebauten Grund­stücken in bebauten Straßen ben darauf ent­fallende« Beitrag erst «ach erfolgter Bebauung einzuziehen, auch durch einen entsprechenden Be­schluß festgelegt würde. Stadtv. Stroinsky be­zeichnete es als eine Härte, daß die Stadt manch­mal nach so unb soviel Jahren noch plötzlich von ben Anliegern mit Straßenbeitragskosten komm«. Da glaubte mancher, er habe etwas billig gekauft unb nachher kämen oft noch meh­rer« 1000 <M, Straßenbeitragskosten. Das ließ« sich auf andere Weise regeln, ohne daß die Stadt unb bie betreffenden Besitzer zu Schaden käme«. Dies liege im Interesse bet Erundstücksver- käuf« unb bet Entwicklung bet Stadt. Nachdem man übet ben Vorschlag des Stadtv. Engel noch hi« unb her gesprochen, wurde der Magistrats» anttag genehmigt.

In der Nähe bet Dahnhofsbriicke am Krumm­bogen wurde, wie noch erinnnerlich fein dürst«, in diesem Sommer ein Steg gebaut; die Kosten, welche auf 2200 M veranschlagt waren, find je­doch überschritten worden, weil bie Wasserbau» hörbe besondere Bauoorlchristen machte. Der Steg kostet jetzt 2799 <* 81 4. Stadtv. Stroinsky konstatiert mit großem Vergnüge«, daß der Steg einem dringenden Bedürf* n i s abgeholfen habe. Man solle nur sehen, welch großer Verkehr auf dem Steg herrsche. Schon beshalb sei er dafür, daß der fehlende Be­trag ohne Widerrede genehmigt würde. Stadtv. Zeiß teilt ebenfalls mit seinem Vorredner groß« Freud« über die Erbaung des Stegs am Krumm- bogen, leider sei derselbe nicht am richtigen Platz. (Großes Gelächter). Der Steg hätte unbedingt Zwischen die beiden Schu­len gehört. damit die Weidenhäuser Kinder den­selben auch benutze« unb bie gefährliche Passage a:. Elektrizitätswerk vorbei oermeiben könnten. Jetzt sei natürlich nichts mehr zu machen, et weise aber herauf hin, baß man bas Streuen auf bem Steg unb ben Treppen dort nicht ver­gessen möge. Die fehlenbe Restsumme würbe bann bewilligt.

Der Aenderung bes Statuts bet Fortbil­dungsschule, welche dahingeht, daß die Lehrling« bis zum vollendete« 17. Lebensjahr« zum Besuch verpflichtet sind, wurde zugestimmt.

Fetner genehmigte man bie Verpachtung einer 89 Ar 62 Quadratmeter großen städtischen Wiesenfläche am Friedhof für 109 M und die

«ornmene Pflicht zu, im weißen Hause bie Re­präsentation zu übernehmen. Im Jahre 1809 wurde ihr Mann zum Präsidenten gewählt, und ba 1813 seine Wieberwahl erfolgte, hatte sie da» Vergnüge«. 16 Jahre lang als Grande- Dame im weiße« Hause zu schalten und zu wal­ten. Frau Dolly so lautete ihr allgemein ge* bräuchlicher Kosename war eine Schönheit und obendrein die Liebenswürdigkeit in urei­genster Person, vor der sich die ältesten und steifnackigsten Senatoren unb Deputierten beug­ten tote einst bie weisen Männer bes antike« Athens vor einer allerdings ganz anders geat* teten Dame, als diese am attischen Strande spaziere« ging. Sie war ober auch ein mutiges Weib, das ihrem Gatten in dem unglückliche« Kriege von 1812 treu zur Seite stand und fich bei den Amerikanern hohe Anerkennung erwarb, daß man ihr nach dem Tode ihres Mannes das Privilegium bet Portofteiheit verlieh, einen Platz im Foyer bes Senats einräumte unb bie Aufzeichnungen ihre» Mannes um eine hohe Geldsumme abkaufte.

Hebet Frau Monroe, die Gattin bes durch die nach ihm benannte sogenannte Monroedok­trin bekannte« Verfechters der Nichteinmischung Europas in amerikanische Angelegenheiten, eine Dame, die bie Repräsentation im weißen Hause nach Art eines korrekt arbeitenden, aber seelen­losen Automaten leitete, und die witzige unb liebenswürdige Frau Katharina Adams, über Frau Rachel Jaenson, bie schon wenige Tage n»ch ihrem Einzug in das Präfidentenpalai» starb, und Frau Setitia Tylon, deren schwäch» liche Konstitution unter den Repräsentations- Pflichten zusammenbrach, gelange« wir zu Fr« Polk, di« von 1845 bis 1849 ba» Szepter im