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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

«ud de« K erlagen: .Literarischer Ameiger".Kaudwirtschaftliche Keilagr" ««dILuftrierteO Kamrtagsblatt^.

M 269

Maa abonniert auf die täglich erscheinendeOberbeisische Zeitung" bet allen Postämtern und nnsern Zeitungbftellen in Kirchhain und Wetter sowie bei unserer ILxpedMon Markt 21. Der Bezugbprei« beträgt durch die Post 2,25 Mk. (ebne Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der (fcpebition 2 Mk.

Marburg

Sonnabenb, 14. November 1908.

Die Jnsertionlgebübr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Bug. Koch, UniuersttätSbuchdruckerei Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. Telephon 55.

43. Jahrg.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 90.

Von einer «iitotoltlfe wissen einzelne Blät» Nt noch (^t melden Eine Nachricht derFrank- *»rter Atg.", deren Berliner Vertreter, ein Herr Stein, dem Reichskanzler nahe stehen soll. Iaht kch melden, daß Fürst Bülow mit dem preußi- Wen Staairnihiftet m über die Debatten im teiitote-T r erhärt habe. Fürst Bülow soll Dch biet TB't HtDo-f Ztg." zu berichten weist, ** Zustimmung der -Minister zu seinem ferneren Verhalr»« dieser Angelegenheit verfichert haben.

Dl«Frkf. Ztg schreibt dann weiter.Er fth' nahe, zu vermuten, dast der Kanzler sich nut über das Ergebnis dieser Debatten und seine Haltung darin sowie über die Zusage, die ßr gemacht Sa, mt dem Kaiser auseinander- letzen und verständigen will. Es verlautet, dast ler mit bcn Kaii.- der bekanntlich zurzeit nicht ßn Berlin ist, schon in allernächster Zeit zum Amecke eines Vortrages zufnmmentreffen wird. *> ''ellen cufo, so nehmen wir an, aus dem, was n diesen zwei Tagen im Reichstage abge- fliiel* hat, nun auch sofort die Konsequenzen ge- tzogeir oo»rden." Die Nachricht wird von anderen Blättern bestätigt.

DieTägl. Rundsch." bestätigt ihre gestrige Nachricht, dast der Kaiser die Verhandlungen des Reichstags gelesen habe. Das Blatt wünscht außerdem, dast dieNordd. Allg. Ztg." bestätige, dast der Kaiser die Berichte in vollständig ein» wandsfreier Form gelesen habe.

Sin letzte« Wort in ernster Stunde veröffentlicht dieTonservattve Korr."

Mit Beklemmung werden unsere Gefinnung»- aenossen im Lande den Reichstagsverhandlungen »er letzten Tage gefolgt sein.

Und wahrlich, es handelte sich um viel!

Ein trauriges Bild, den Träger der Kaiser­krone so vor aller Welt kritisiert und blostgestellt zu sehen.

Das hat Deutschland seit seiner Wiederge­burt noch nicht erlebt, und das kann und darf Nicht wieder vorkommen, wenn wir eine Kaiser­gewalt behalten wollen, die mehr ist, al» die im alten Deutschen Reiche.

Gott sei Dank, dast wenigstens von konserva­tiver Seite sich bei aller freimütigen Beurtei­lung der Sachlage, die unsere Redner schon ge­geben, doch noch im letzten Moment auch eine Stimme persönlicher Anhänglichkeit und Treue erhob!

Warum sprach nicht auch der Kanzler noch ein Wort? Hätte er nicht, wenigstens den Ueber- griffen gegenüber, den Schild vor die Person des Kaisers halten sollen?

Vielleicht dachte er, dast es, um des End­effekts willen, psychologisch bester sei, das Gewit­ter, die elektrische Spannung sich ganz entladen,

$5 lNalbdriick verboten.)

Getrennte Welten.

Roman von Elarissa Lohde.

istorttetzung.)

Und," fügte Arnold hinzu,manchem Pein­lichem aus dem Wege gehen, das Ereignisse, wie die Auflösung einer Verlobung, immer mit sich bringen."

Auch das," sagte er.Doch da» sind Nadel- stiche, über die ein Mann fortkommt, ohne st« besonders zu fühlen. Was aber im Innern an Hoffnung, an Vertrauen zerstört ist, daran krankt man vielleicht fein ganzes Leben hin­durch."

Nicht ein Mann, wie Sie, lieber Baron," tröstete die Rätin.Sie werden für das Ver­lorene Ersatz finden, dessen bin ich sicher."

In seinem Antlitz zuckt es schmerzlich.

Mein Lebenspfad steht fest gezeichnet vor mir. Einsam, wie ich nach dem Tode der gelieb- ten Mutter war, werde ich fortan bleiben; ein­sam im Herzen"

Nein, nein," rief die Rätin,so dürfen St« nicht sprechen! Sie haben sich Freunde gewon­nen, treue Freunde. Und wenn wir Ihnen auch nicht Ersatz bieten können für die verloren« Liebe, Ihr Leid können wir Ihnen doch tragen helfen."

Er drückte ihr dankend die Hand.

Sie haben recht, es ist undankbar, wenn ich en Ihrer Seite, liebe Freundin, von Einsamkeit freche. Und doch, das Herz ist ein so einsam Ding, und noch hat es nicht aufgehört, verlan­gend in der Brust zu schlagen. Aber ich ver-

da» ungeschminkteste Urteil sich hervorwagen zu lassen als dazwischen zu treten.

Mag fein, dast er diese gute Absicht hatte; wir «ollen darum keinen- Stein aus ihn werft«.

Er muh wissen, wa« er jetzt will.

Da« must nun aber auch in die Tat umgesetzt werden!

Es war kein gute« Anzeichen, dast man dem Kaiser nicht schon riet, in diesen schweren Tagen für die Monarchie, statt in fremden Gegenden in der Mitte feine« Volke«, zur Seite seiner amt­lichen Berater zu weilen.

Auch solche Dinge dürfen nicht fein, wenn wir auf eine wirkliche Besserung der Lage vertrauen wenn wir dessen gewist fein wollen, dast diese Be­rater vor ihm alles Weiter, was anders werde« muh, mit dem Nachdruck und Ernst der kritischen Stunde vertreten werden.

Wir wollen es aber hoffen, denn wir wollen nicht mutlos werden; wir dürfen es nicht.

Wir wollen hoffen, dast der edle, gerade und offene Sinn des Kaiser« auch selbst die Bedeu­tung dessen erkennen wird, was dahinten liegt und in der Zukunft fein must, wollen hoffen, dast kein Schmeichler- und Höflingswott ihn hindert, die Wahrheit zu erkennen.

Dann kann es fein, dast diese schweren Tage dem Volke und Reiche noch zum Sogen werden!

Aus dem Reichstage.

In der 160. Sitzung gab vor dem Eintritt in di« Tagesordnung Präsident Graf zu Stolberg unter allgemeiner Zustimmung dem aufrichtigen Mitgefühl Ausdruck mit den Hunderten von Ar­beitern, die durch die soeben bekannt geworden« schwere Katastrophe im westfälischen Berg­revier geschädigt worden find. Hierauf wurden zunächst Rechnungssachen vorgenommen. Die Vorlage der Oberrechnungskammer führte, so- weit sie den Kolonialetat betrifft zu einer Ko­lonialdebatte, die der Kolonialsachverständige des Zentrum«, Abg. Erzberger anspann. Der Redner tadelte, dast angeblich Abstriche, di« der Reichstag an diesem Etat gemacht habe, nicht respettiert worden seien, dabei sei dieRechnungs- legung in den Kolonien eine über die Masten verspätete. Ministerialdirektor Contze bemerkte, dast die vorgebrachten Fälle in der Komission er­örtert werden sollten. Hinsichtlich der bemän­gelten Ausgaben sei jedenfalls das Pauschquan- t:.m in Betracht gezogen worden. Der Sozial­demokrat Noske spielte die Sache auf angebliche Verfehlungen des ehemaligen Gouverneur« von Liebert hinaus, den hierauf Frhr. v. Eamp lReichsp.) und Eoercke (natl.) sehr kräfttg und wirksam verteidigten. Abg. v. Lieber (Reichsp.) lehnte es ab, sich hier zu rechtfertigen; als Zeuge stehe er in der Kommission gern zur Verfügung. Die Vorlage wurde sodann an die Rechnungs­kommission überwiesen. Hierauf wurde die am 4. d. M. abgebrochene Debatte über den Peti­ttonsbericht, betreffend Arbeitssperren und Ueberschichtenwesen im Bergwerksbetrieb, fort- Sesetzt. Abg. Behrens (Wirtsch. Vg.) brachte die hwarzen Listen und Bedrückungen der Unter­nehmer zur Sprache und verlangte Abhülfe.

spreche, es soll ruhig geworden sein, wenn ich zurückkehre."

Das hoffen wir bestimmt. Doch wann wollen Sie reifen, und wohin? Das find viele Fragen, die ich gern von Ihnen beantwortet sähe, ehe ich Sie und Schönwald« verlasse."

Sie wollen so bald fort von hier?" fragte er mit wenig verhehlter Ueberrafchung.

Sie sehen, mein lieber Baron, mein Haus­tyrann ist heimgekehrt und trägt Verlangen, mich wieder an seinem Herde als Hausfrau walten zu sehen."

Das begreife ich, und doch, gerade jetzt. Aber ich darf nicht unbescheiden Jein. Eins je­doch möchte ich Sie bitten: Nehmen Sie beide solange noch hier vorlieb, di« ich mit Ihnen gehen kann. Mir wär« «s ohne Ihre beruhi­gend« Gegenwart hier, als müßten die Mauern über mir zusammenstürzen."

Wie gern, wie gern," rief der Rat;aber die Geschäfte, ganze Stötze von Atten »arten zu Hause auf mich."

Eie sollen nicht lange zu »arten haben, lieber Rat. Mein Koffer ist bald gepackt. Bis morgen früh verspreche ich, fertig zu fein.

Damit erklärte Arnold sich einverstanden.

Ehe Bruno noch Schlotz Schönwald« verließ, traf ein Brief von Ellen» Vater ein, der ihm in geschraubt höflichen Worten mitteilte, sein« Toch­ter Ellen habe nach reiflicher Ueberlegung ge­funden, daß ihre Gefühle für ihn nicht derartige seien, die sie auf ein glückliches Leben an seiner Seite hoffen ließen. Ei« gäb« ihm daher sein Wort zurück. Mit einem verächtlichen Zucken um die Mundwinkel übergab et da» Schreiben der Rätin und ihrem Gatte«, ' - -C_

Sache (Soz.) nahm sich derer an, diegegen den Stachel de» Mammon löcken" und davon Scha­den haben. Aba. Rsckrn (ZrÄr.) rihririgie «he Interpellation über da» neueste Grubenunglück an. Abg. Eothein (Freis. Vgg.) gab ein sehr weitläufige« Obergutachten über alle bergtech­nischen Fragen ab und verlangte reichsgesetzliche Regelung der Bergrechts. Abg. v. Schubert (Hosp. d. Natl.) suchte zwischen Arbeitern und Arbeitgebern versöhnlich zu wirken und vertei- digte sachlich die Bergwerksbetriebe gegen di« hier erhobenen Vorwürfe. Abg. Huö (Eoz.) wiederholte in Variationen, was schon in dieser Debatte von sozialdemokratischer und zum Teil auch von chttstlich-gewerkschaftlicher Seite vorge­bracht worden war. Er konnte kein Ende finden, obwohl et versicherte, nur wenige Worte reden zu wollen. E» sprechen noch Behren» (chttstl.- soz.) und Hengsbach (Soz.) Darauf wird, dem Anträge der Kommission entsprechend, die Vor» lac*-? dem Reichskanzler als Material zur Berück­sichtigung Überwiesen. Nächste Sitzung: Freitag 1 Uhr: Interpellation wegen der Arbeitslosig­keit.

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Di« Kaiserin und Graf Zeppelin. Fried­richshafen, 12. Nov. Wie derSchwäb. Merkur" berichtet, hat die Kaiserin folgendes Telegramm an den Grafen Zeppelin gerichtet:Der Kaiser hat mir die Mitteilung gemacht, daß Se. Maje­stät Ihnen, Herr Graf, den Schwarzen Adler­orden verliehen hat. Ich kann nicht unterlassen, Ihnen meine von Herzen kommenden Wünsche auszusprechen. Dies« Anerkennung von Seiten de« Kaiser» wird in der ganzen Nation große Freude Hervorrufen, als eine Anerkennung für Ihre nationale Lebensarbeit, gez. Augusta Vittoria."

Dispositionen b«« Reichstag««. Berlin, 12. Nov. Der Seniorenkonvent des Reichstage« beschloß am Montag und Dienstag nächster Woche die Sitzungen ausfallen zu lassen, da am Mittwoch Bußtag ist. Es werden die Sitzungen am Donnerstag mit der ersten Beratung der Reichsfinanzreform wieder ausgenommen.

Eemeindeeinkommensteuer der Beamten. Berlin, 12. Nov. Dem Abgeordnetenhause ging ein Gesetzentwurf betreffend die Heranziehung der Beamten zur Eemeindeeinkommensteuer zu, wonach die Staatsbeamten gleich den übrigen Personen in den Gemeinden herangezogen wer­den, sofern nicht mehr als 100 Prozent Zuschlag erhoben werden. Werden die Zuschläge in einem höheren Betrage erhoben, so trifft der Mehr­betrag der Zuschläge nur den auf außerdienst­liche Einkommen entfallenden Teil bes Steuer- satzes. Die Bestimmungen gelten nur für Be­amte, welche nach dem 31, März 1909 in ein Amtsverhältnis eingetreten find.

Rohheit. DieKönigsberger Volksztg." teilt den Tod des früheren Ehefredakteurs der Ostpreußischen Zeitung", Schriftstellers Dr. Friedrich Wegener In Friedenau, unter der Spitzmarke mit:Ein Reichslügenverbändler verscharrt." Daran knüpfen sich noch einige Zei­len übler Nachrede. Dieser Erguß bildet eine

Das ist das unrühmliche Ende eines un­überlegten Beginnens," sagte er ausseufzend. Eine bittere Lehre, die mir nicht unverdient wird."

Am Abend desselben Tages noch, nachdem Bruno seine Angelegenheiten in Berlin für längere Abwesenheit geordnet hatte, geleitete ihn das Arnoldsche Ehepaar zum Bahnhof. Bru­nos erstes Ziel war Wien, von wo er in bi« Berge wollte.

Sobald ich irgendwo festen Fuß gefaßt habe, hören Sie von mir," versprach er der Freundin. Die Auflösung seiner Verlobung war es nicht allein, roas Bruno» Seele bedrückte. In der Tiefe seines Innern bebte noch ein anderes Leid, ein schmerzlicheres noch, das et sich vielleicht selbst nicht gestand, nicht gestehen wollte. Den­noch stieg die stille Hoffnung in ihm auf, seiner gesunden Natur werde e» gelingen, die krank­hafte Stimmung von bet et augenblicklich be­fangen war, endlich zu besiegen.

XXIV.

Der Tag, an bem die Sphinx rennen sollte, war herangekommen. Fritz striegelte sie am Renntage mit besonderer Sorgfalt. Er hatte feine Freud« an bem schönen Tier. Und wie e» nun so dastand mit hochgehobenem Kopf und geschwellten Nüstern, mit der seidenweichen, glattgekämmten Mähne, das Fell wie Atlas glänzend, nickte er befriedigt mit dem Kopf. Nun konnte der Herr Baron kommen und Nach­sehen, es wat kein Fehler mehr daran. Der un­nütze Bursche, wie ihn die Wirtschafterin in Schönwalde wegen der auf dem Hofe ihre» m verübten Nachlässigkeiten gescholten hatte.

jetzt mit allem Eifer darnach, die Zu»

I nette Perspektive dafür, zu welcher Höhe bet Gesittung und bet Meknüntz uh« Set

' sozialdemokratische Zukunftsstaat zu führen ge- hentt.

AMrnH.

* Oesterreich und Serbien. Belgrad, 12, Nov. Der österreichisch-ungarische Gesandte in Belgrad Graf Forgach stattete gestern, rote von zuständiger Seite gemeldet wird, dem Minister­präsidenten Welimirowitsch einen Besuch ab, um die Entschuldigungen seiner Negierung wegen des Zwischenfalles vom 6. November auszuspre. chen, an welchem Tage ein serbischer Dampfet von bet österreichischen Flottille in der Nähe von Semlin aufgehalten und zur Rückkehr nach Sjelgtab gezwungen wurde. Die serbische Ge­sandtschaft in Wien hatte wegen dieses Vor­falles beim dorttgen Ministerium des Aeußeren Beschwerde erhoben. Graf Forgach führte zur Erklärung bes Zwischenfalles an, daß die öster­reichische Flottille an jenem Tage Schießübun­gen votgenommen habe. Zugleich teilte bet Ge­sandte dem Ministerpräsidenten mit, daß die österreichisch-ungarische Regierung in Zukunft öffentliche Theatervorstellungen nicht mehr zu­lassen werde, die Beleidigungen gegen den ser­bischen König, gegen den Thronfolger ober gegen das königliche Haus von Serbien enthielten.

** Frankreich und Marokko. Paris, 12. Nov. Einet offiziösen Meldung zufolge nahm Mini­ster Pichon bei dem Empfange der Vertreter Muley Hafids di« von denselben ausgebtfirftew Gefühle der Freundschaft zur Kenntnis; et be­tonte im übrigen, daß die Haltung Frankreich« gegenüber Muley Hafid in der letzten französisch­spanischen Note genau gekennzeichnet sei. Wie mehrere Blätter berichten, teilte der Mi­nister bes Aeußeren dem Unterrichtsminister mit, daß demnächst in Tanger eine französisch« Mittelschule eröffnet werden solle. Es heißt, daß es sich um ein Privatunternehmen handle.

** Amerika und di« Luftschiffahrt. Washing. ton, 12. Nov. Kriegssekretär Luke Wright ver­langt in dem Voranschlag des Kriegdeparte» ments für 1909 500 000 Dollars zum Ankauf do« Flugmaschinen, Lenkballons und Aeroplanen.

lieber das Berqunilück in Hamm

liegen folgende weitere Meldungen vor:

Hamm, 12. Nov. In einet Beratung unter dem Berghauptmann Liebrecht wurde die Un» Möglichkeit konstattert, die Rettungsarbciten weitet zu führen. Der Schacht mußte unter unter Wasser gesetzt werden, lieber 200 Berg­leute gelten als verloren.

Hamm, 12. Nov. Bis 2 llht nachmittag« wurden 36 Leichen geborgen; 30 Schwerverletzte sind im hiesigen Krankenhause untergebracht worden, von ihnen ist einer gestorben. Tie Leichen find schwarz und zum Teil verbrannt. Das Feuer wütet in dem Kohlenschacht fort.

Hamm, 12. Nov. Bis 3 Uhr nachmittag« wurden 30 Leichen geborgen,sowie 40 Schwerver­letzte. Von den Verletzten find bereits zwei ge­storben. Die Rettungsmannschaften der Berg-

ftiedenheit seines Gebieters zu erlangen. Denn er batte das Ziel seines Ehrgeizes erreicht, et »ar beim Rennstall Baron Dietrichs angestellt und konnte seiner leidenschaftlichen Neigung zum Wetten und zum Glücksspiel nachgehen. Lustig klimperte er in der Tasche mit dem gestern auf demPhöbus" gewonnenen Selbe. Heute mit derSphinx" würde er noch schärfer dran« gehen, da sollte noch mehr für ihn herauskom­men. Hatte er sich doch Mühe genug gegeben mit dem Tier; denn dieSphinx" hatte wirk­lich ihre Mucken, sie mußte richtig genommen werden. Jeder verstand das nicht, nur er und der Baron, und der war auch noch manchmal zu hitzig mit ihr. War die schöne, helläugige Stute doch auch Feuer und Flamme, und wenn man sie nicht sanft anfaßte, bäumte sie auf.

Nun?" fragte Dietrich, der eben mit dem Fürsten Soeben herantrat, bas Pferd zu mustern, Hat sie gut gefressen? Alles in Ordnung?"

Zu Befehl, Herr Baron. Sie ist frisch und fröhlich, wie ein junges Füllen."

Die beiden Herren schritten musternd um da» Pferd herum. Dietrich tätschelte mit der Hand den feingebauten Kopf, prüfte die Hufe an den schlanken Füßen. Er sah nicht so heiter aus rote am Abend vorher. Die durchschwärmte Nacht hatte ihre Spuren auf seinem Gesicht hinter­lassen. Außerdem verdroß ihn nachträglich noch das Rencontre mit dem Grafen Holm. Es fiel ihm ein, daß Alten, der sich telegraphisch bei ihm angemeldet, ihn davor gewarnt hatte, die Auf« merksamkeit der sensationslustigen Welt jetzt ge­rade durch «in Duell «och mehr rsj sich W. ziehe«,

^Fortsetzung folgt.)