>
I
Zweites Blatt
7
8
L
I
r.
(9
ze
a<
71
«
t*
ite
L
i
J
t» cif 4«
e«
7i
tU ec N
5
it I
Verantwortlich für die Redaktion: Dr. phil. Carl Hitzerothin Marburg.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und de« Beilagen: ..Kterari scher A«reiger-, „Klmdmirtfchaftliche Hettage- und „ILu-riertra Ksuutag-blatt-.
Friedrichshafen, 10. Ro». liebet ben Abschluß der heutigen Fahrt berichtet der „SchwÄ. Merkur": Unter unbeschreiblicher Begeisterung kehrte das Zeppelinsche Luftschiff um 3 Uhr nach glänzender Landung wieder i« seine Halle zurück. Nachdem der Graf die Gondel verlassen hatte, trat der Kaiser auf ihn zu, um ihn mit herzlichen Worten zu begrüßen. Nach einer Ansprache, in der der Kaiser den Grafen als den Stolz des Vaterlandes bezeichnet hatte, hing der Kaiser ihm eigenhändig das Band des Schwarzen Adlerordens um und brachte ein von allen Anwesenden mit Begeisterung aufgenommenes Hoch auf den neuesten Ritter des allerhöchsten preußischen Ordens aus. Es war ein Anblick von höchster Weihe, als der Kaiser den mit dem gelben Bande des Ordens über dem Pelzjackett geschmückten alten Herrn voller Herz, lichkeit auf beide Wangen küßte, während der Fürst von Fürstenberg ein donnerndes Hoch auf den Kaiser ausbrachte. Dem Grafen standen die hellen Tränen in den Augen, als er, fast wortlos vor Rührung, dem Kaiser dankte. Auch der Fürst von Fürstenberg umarmte den Grafen. Alle Umstehenden waren tief ergriffen. Darauf verließ der Kaiser die Werstanlagen unter den nicht endenwollenden Jubelrufen der großen Menge. Kurz vor 4 Uhr erfolgte die Ab. fahrt des Kaisers. Graf Zeppelin hat sich mit dem Kaiser nach Donaueschingen begeben. Als bei der Abfahrt die Menge in endlosen Jubel ausbrach, zog der Kaiser den Grafen vor an» Fenster.
Manzell, 10. Nov. Bei seinen Evolutionen ist das Luftschiff auf den See niedergegangen, hat die Fürstin zu Fürstenberg und Oberstallmeister Freiherrn v. Reischach anfge- nomen und dann seine Kreuzfahrt fortgesetzt.
Horrsohafts-Fuhrwerk
Cappierstr. 15 Fe*anx löohsf, Fernspr 3M.
Marvure, lind Umgrgrnd.
Nachdruck ofier Driginalartitei ift aemäft 8 18 de» Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .Oberheff. Ztg." gestattet. Rur die Ausnahme gröberer Einsendungen an einem bestimmten Tage f(innen wir keine Garantie übernehmen, ebenso f r Rücksendung unverlangter Manuskripte >
11.
)( Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft. Unserem gestrigen Berichte tragen wir noch nach, daß die Sitzung heute Abend in den Stadtsälen 5 Uhr stattfindet.
* Einfrieren der Hauswasserleitungen. Wir machen die Hausbesitzer, bezw. deren Stellvertreter auf die „Vorkehrungen gegen das Einfrieren der Hauswasserleitungen" aufmerksam.
* Zur Beachtung. Fast täglich wird beobachtet, daß das Publikum beim Einwerfen der Vriefsendungen in die Briefkasten nicht darauf achtet, daß die Sendungen durch die hinter der Einwurfsöffnung liegenden Verschlußstäbe hindurch in den Briefkasten gleiten. Besonders
te 71
-Hessm-Nüssim und
Cassel, io. Nov. Einen schrecklichen Tod erlitt eine hier wohnende Frau. Die Aermste, die im 42. Lebensjahr stand, soll Petroleum zum Feueranmachen benutzt haben. Dabei gerieten ihre Kleider in Flammen. In ihren schrecklichen Schmerzen rannte sie in ein nach der Straße gelegenes Zimmer, um sich aus dem Fenster zu stürzen. Ihre Nichte, die bei ihr weilte, wollte die Verzweifelte zurückhalten. Doch gelang es ihr nicht. Sie erlitt nur selbst schwere Brandwunden an den Händen. Die Frau riß nun das Fenster auf und stürzte sich auf die Straße hinab. Der lichterloh brennende Körper schlug auf einen Vorsprung des zweiten Stockwerkes auf, wobei mehrere Steine herunterge- risien wurden. Im Vorgärtchen des Hauses blieb die Unglückliche wimmernd liegen, am ganzen Körper schwer verbrannt. Während man Decken herbeiholte, um das Feuer der Kleiner zu ersticken, schlugen zu dem Fenster, aus dem die Frau herabgesprungen, helle Flammen heraus. Man alarmierte deshalb die Feuerwehr, die sofort herbeieilte. Während ein Teil der Wehr den Brand in der Wohnung löschte, brachte ein anderer die Frau in den Hausflur, wo sie nach wenigen Minuten verschied. Das junge Mädchen, die Richte der Toten, ward sofort verbunden und dann ins Krankenhaus gebracht.
Heesfeld, 9. Nov. Im benachbarten Friedlos spielte in Abwesenheit der Eltern ein kleine» Kind am Ofen mit Feuer. Infolgedessen entstand ein Brand, bei dem ein kleineres Kind das Leben verlor.
Fulda, 9. Nov. Mit Rücksicht auf die anhaltende Teuerung beschloß der hiesige Er-
Teile von Helene Lange ausgegangen sind, dürfen nicht als in der Luft der Studienftube und am „grünen Tische" gewonnen, betrachtet werden. Recht aus dem lebendigen Wirken, in steter Fühlung mit der weiblichen Jugend auf der Schulbank und als angehende Lehrerinnen im Seminar, sind sie entstanden. In der Arbeit an beiden wurde es der durch eigene geistige Schulung zum klaren und scharfen Erkennen Fähiggewordenen immer deutlicher, daß dar bisherige Prinzip der Mädchenbildung unvereinbar fei mit den Anforderungen der modernen Zeit, und wo der Grund für die Anwendung dieses falschen Prinzips zu suchen sei. Ihre Gedanken hierüber und die Schlußfolgerungen, die sich daran knüpfen, hat Helene Lange mit einer, für die damalige Zeit unerhörten Kühnheit in der berühmten „gelben Broschüre" ausgesprochen, die als Begleitschrift einer Petition beigelegt wurde, die im Jahre 1887 von einer Anzahl Berliner Frauen an das preußische Abgeordnetenhaus und an das Kultusministerium gerichtet wurde. ES müsse vor allem, heißt es in dieser Denkschrift, in der Erziehung der Mädchen mit dem System des „Abschließens und Fer- tigmachcns" gebrochen werden, das den Mädchen statt eines erworbenen und erarbeiteten Wissens nur oberflächliche und zusammenhangslose Uebersichten gebe. Statt das Interesse für spateres Vertiefen und Selbstdenken rege zu machen, werde hierdurch nur das dünkelhafte Gefühl des .Gehabthabens" und der Kritikfähigkeit erzeugt. Statt die Frau im Rousseauschen Sinne für das Gefallen de» Mannes zu erziehen, will Helene Lange, daß die Frau um ihrer selbst willen gebildet werde, daß sie, um ihre große Aufgabe der Erziehung der kommenden Generatton wirklich erfüllen zu können, erst selber einmal zur geistig sittlichen und selbständigen Persönlichkett erzogen werde. Dafür ist aber durchaus weiblicher Einfluß nötig. „Mit der ausschließlichen Beziehung der ganzen Entwicklung unserer Mädchen auf den Mann durch den Mann; ja, solche Frauen, wie wir sie wollen, kinnen gar nicht durch Männer allein erzogen werden. . Da« führt daun zu der Forderung, die Frau b, der M ä d ch e n schule an die ersten Stellen zu riuttn, sowohl in der Leitung wie in Bezug auf den hauptsächlichsten Unterricht in den Oberklaffen. Damit ist die weitere Forderung verbunden, die Frau zur Erteilung solche.i Unterricht» vorzubilden. eine wissenschaftliche Schulung für die Lehrerin zu schaffen.
Natürlich blieb lauter Widerspruch gegen diese kühnen Forderungen nicht au», und noch heute ist der Kampf um die Mädchenschule keineswegs au «gekämpft. Der Einfluß der Denkschrift ist aber ebenfalls heute
Helme Lange.
Wir dürfen Helene Lange wohl die bedeutendste Führerin der modernen Frauenbewegung nennen, nicht nur, wenn wir die rein günstigen Werte und Erkenntnisse um die sie uns bereichert, sondern auch da» Maß der organisatorischen Arbeit, die sie geleistet hat, in Betracht ziehen. Sie wurde am 9. April 1848 zu Oldenburg geboren, steht also jetzt im 61. Lebensjahre, Wie so manche, durch Charakterstärke ausgezeichneten Menschen, wurde auch sie frühzeitig in der harten Schule des Lebens gestählt. Mit 6 Jahren verlor sie die Mutter, als sie kaum 16 Jahre alt war, verschloß sich ihr mit dem Tode des Vaters das Elternhaus, und die völlig Verwaiste sah sich auf die eigene Kraft angewiesen. Hatte sie von früher Jugend auf Proben großer Begabung und außergewöhnlicher Fassungskraft gegeben, indem sie rastlos las und sich besonders in die deutschen Klassiker vertiefte, so faßte sie jetzt sofort ein bestimmtes Ziel ins Auge. Es gab damals noch keinen fest vorgeschriebenen Weg zum Lehrerinnenexamen: Helene Lange ging nach dem Elsaß, wo sie Unterricht erteilte. Zugleich vervollkommnete sie sich in der französischen Sprache und bildete sich auto- didattisch, indem sie lehrend lernte, weiter. Längere Jahre hindurch war sie als Erzieherin in Famiften, und nachdem sie in Berlin das Lehrerinnenexamen bestanden, 15 Jahre an dem Lehrerinnenseminar von Frl. Crain, das mit einer höheren Töchterschule verbunden war, tätig. Nie aber ermüdete sie in ihrem Streben den Kreis des eigenen Wissens immer mehr auszudehnen und seine Grundlagen so tief als möglich zu machen. Mit starkem Wollen und hohem Intellekt eignete sie sich eine bedeutende philosophische Bildung an, von der namentlich die Schriften ihre» reiferen Alters beredtes Zeugnis ablegen. Ihre in immer neuer Auflage erschienene Schrift über Schillers philosophische Gedichte ist sicher schon manchem ein Wegweiser in das Reich des Wahren, Guten und Schönen geworden. Dicke Bücher hat sie nicht geschrieben, aber in ihren Broschüren und schmalen Bändchen •) ist ein merkwürdig reicher Gedankeninhalt angehäust.
Tie schöpferischen Gedanken einer Neugestaltung der Mädchenbildung, wie sie zum weitau» größten
•) DaS in 5 Bänden erschienene „Handbuch der Frauenbewegung ist im Verein mit vielen Mitarbeitern von Helene Lange und Gertrud Bäumer beraus- gegeben. Durch ein schweres Augenleiden behindert, konnte H. Lange nur die Vorrede schreibe».
Der Kaiser beim Aufstieg des G asen Zeppelin
Hierüber lieg <n uns folgende Meldungen . wt:
Frtedrich«hafen, 10. Nor Der Kaiser hat den Aufstieg des Grafen Z-->fpeli-. Nicht persönlich mitg,--acht, sondern den Mm Bord eines Damp'e >< aus beobacht t.
Friedrichshf-^,10. Nov. Die Nachricht, daß der Katfec mit dem Zeppelinschen Luftschiff aufgestteg^r beruht auf einer Verwechslung der Person m * dem Fürsten zu Fürstenberg, der glec-ifall^ Jag» uniform trug. Die Verwechslung st entftanbe* et maC durch die große Lntfcr in der di: Vertreter der Presse in Ma -y<I gez-rn -gen waren, den Aufstiegen beizuw'^n- » fe- - -r dadurch, daß auch im Bureau Zeppelins zu Friedrichshafen lange Zeit hindurch die Ueberzeugung bestand, daß der Kaiser |L in der ersten Gondel befände. Der Irr- hi-t tiä t: sich erst nach der Landung des Lust- schff'» auf.
Manzell, 10. Nov. . Der Kaiser wurde Ntf der ß nzen Bahnfahrt überall stürmisch begrüßt, besonders in Manzell. Der Kaiser nahm die Meldung des Chefs des Mürinekabinetts und des Majors Groß entgeg.t, Graf Zeppelin führte den Kaiser und -ie East; d» rch die Werst, dann ft'.hren alle in Motrbooten zur neuen Halle, wo der „Zeppelin I. aufst eg. In der ersten Gondel befanden sich Graf Zeppelin, der Fürst zu Fürstenberg v •» A miral v. Müller, in der zweiten Gond^ Ex v. Plessen. Der Kai'er und die übrige G-ie^s haft folgten der Evolution in einem Dampf r. dem viele andere beflaggte Dampker folgten. Der Kaiser hat den Grafen Z-ppelin, den Professor Hergesell und A'.mkral v. Mülle, zu Abend nach Donau- ef<t:röei’ geladen.
Friedrichshafen, 10. Nov. Ueber den heutigen Aufstieg des „Zeppelin I." unter den Augen des Kaisers berichtet der „Schwäb. Merkur": Das Luftschiff stieg um 1 Uhr 45 Min. aus der Halle auf, in welcher sich auch der Kaiser befand. An dem Aufstieg beteilqten sich der Fürst zu Fürstenberg und der Chef des Marine- rabinetts, Admiral v. Müller. Während der Fahrt des Luftschiffes wurde eine Zwischenlandung vorgenommen, bei welcher die Passagiere ausgewechselt wurden: es stiegen dabei die Fürstin zu Fürstenberg und Major Groß in da» Luftschiff ein. Der Kaiser verfolgte die Ma- növer des Luftschiffes von Bord des Dampfers „Königin Charlotte" aus.
Friedrichshafen, 10. Nov. Der Kaiser hat dem Grafen Zeppelin den Schwarzen Adlerorden verliehen.
Man abonniert auf bie täglich erscheinende „Oberdettische «w . t|<t.„ .
- . Zeitung" bei allen Postämtern und untern Zeitung-steilen irr NvMUk
f O, i Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21.
— Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. sahne Donnerstag. 12. November 1908.
Bestellgeld), bei unfernZeitungSstellen und der Expedition 2 Mk. -Willi« VlUH. viuvvmw.» uw
noch spürbar und die in ihr mit sicherer Hand gezeichneten Grundlinien für die Mädchenbildung tragen „Zukunft" in sich, mögen sie auch jetzt noch mannigfach verwischt werden. Die ersten praktischen Schritte auf dem einen Wege waren die Gründung der Realspäter Gymnasialkurse für Mädchen, die auf das Ma- turum vorbereiteten, durch Helene Lange und die unter der Protektion der Kaiserin Friedrich geschaffenen Oberlehrerinnenkurse des Vikwrialyzeums zu Berlin. Die Förderung der neuen Ziele in der Mädchenbildung hat Helene Lange als die ihr von Gott gestellte Lebensaufgabe angesehen, und sie hat ihr ihre ganze Kraft gewidmet. In Verfolgung dieser Ziele rief sie 1890 mit Auguste Schmidt und der vortrefflichen Pädagogin Marie Loeper-Houffelle den Allgemeinen deutschen Lehrerinnenverein ins Leben. Diese größte weib liche Berufsorganisation zählt heute über 20 000 Mitglieder. Als Trägerin der Ideen seiner verehrten Vorsitzenden Helene Lange, ist er berufen, diese Ideen über das einzelne Menschenleben hinan» zu hüten und dem Ziele zuführen zu helfen.
Hat Helene Lange in diesem mutigen Einsehen ihrer Persönlichkeit für die Sache der Mädchenbildung Großes für die Frauenbewegung, deren Grundlagen stets die Bildungsfragen gewesen sind, gewirkt, so liegt doch ein großer Teil der Bedeutung dieser seltenen Frau noch in einer anderen Richtung, auf die ich mit wenigen Worten eingehen möchte. Zu" verfolgen ist diese Richtung hauptsächlich in ihren zahlreichen Vor- ttägen, ihren Aufsätzen in der von ihr begründeten Zeiffchrist „Die Frau" und ihren späteren Schriften. ES ist einmal die Zusammenfassung der Frauenbewegung, die in Gefahr war, sich in eine Stimme von Einzelbestrebungen und Forderungen aufzulösen, unter einem großen Gesichtspunkt, d. h. sie im Zusammenhang mit der menschlichen Geistesgeschichte -- betrachten. Sie hat int» gezeigt, wie die Franc - ein Problem ist, in der großen Reihe der Pr> .e, der das menschliche Denken im Beraluf seiner notwendigen Entwicklung aufgeworfen und zu bewältigen gesucht hat." Damit hat sie zugleich der Frau da» Verständnis für sich selbst und ihre Aufgabe innerhalb dieser Entwicklung erschlossen.
Es war wohl natürlich, daß ba, wo e» sich um die Behauptung der Persönlichkeit der zu selbständigem Denken erwachten grau, um das Ringen um die Existenz in einem wirtschaftlichen Kampfe, worin ihr Lasten und Pflichten auferlegt wurden, ohne Rücksicht . auf ihr Geschlecht, daß da für eine Zeitlang ManneS- leistung al» der einzige Maßstab. Mannes rechte Su erlangen, al« da» einzige Ziel erschien, daß da die ‘tau die Schranken vergaß, die ihr durch ihre Be-
Die Jnsertivntgebübr beträgt für bte 7gespaltene Zeile ober beten Staunt 15 Pfennig, für Reklamen 80 Pfennig. — jq Druck und «erlag: Joh. «ng. Koch, llniversltSttbuchbruckerel Inhaber Dr. C.Hitzeroth, Marburg, Marti21. — Telephon55.
pflegen Kinder, denen die Linwurfsöffnung unbequem liegt, die Briese nur langsam in die Briefkasten stecken, sodaß die Sendungen häufig zwischen den Verschlußstäben hangen bleiben. Unbefugten wird es dann bet einiger Geschicklichkeit sehr leicht, die Bneffendungen herauszu- ziehen und an sich zu nehmen. Die Briefverluste find zweifellos häufig auf diese mangelhafte Einlieferung der Briefe in die Brieflasten zurückzuführen. Es wird daher empfohlen, bei der Einlieferung der Briefe, Postkarten, Drucksachen usw. sich jöresmal durch vorstchttges Hineinfassen in die Einwurfsöffnung davon ju überzeugen, daß die Sendungen auch wirklich in den Briefkasten gefallen find.
* Da» große Los der preußischen Klaffenlotterie im Betrage von 500 000 Jl ift gezogen worden. Es fiel auf die Nummer 116 476.
(!) Ziegenhain, 10. Nov. Dem Auszüger Johannes Kuhn zu Seigertshausen und dem Auszüger Johann Georg Hahn zu^ Görzhain wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
ftimmung zur Mutterschaft gezogen sind. Helene Lange hat im Gegensatz hierzu gezeigt, daß grabe nt ber Eigenart ihrer Leistungen bas stärkste Argument für bie Ansprüche bet Frau liege. Daß bie Gleichberechtigung mit bem Manne in Staat unb Gesellschaft nur bazu bienen soll, ihr ben Raum zn schaffen, in bem sie biefe Eigenart wirksam machen kann, unb baß alle» barauf ankommt, wie sie ihn ausfüllt. Dieses „Wie" kann nur au» ber Verpflichtung abgeleitet werben, bie allein bem Menschenleben Sinn unb Würbe verleiht: „Die sittlichen Gesetze ber eigenen Persönlichkeit in Lebensformen zum Ausdruck zu bringen."
Je stärker in ber grau ein, an btefet Verpflichtung gebitbeter, neuer Wille lebenbig wirb, um so sicherer, wenn auch vielleicht langsam, wirb er ihr neu, ihr gemäßere soziale Verhältnisse schaffen. Die Richtung, in ber er seinen Einfluß geltenb machen mutz, erlernten wir schon heute. Er soll in bie große Gesellschastsorbnung bie Kräfte einführen, bie ben geistig-sittlichen Untergrund ber Familie gebildet haben: „Die feine menschliche Rücksicht auf ben Andern, gleichviel ob et stark ober schwach, geistig arm ober reich ist, bie liebevolle Achtung vor bem Einzelleben überhaupt, bie geistigere Auffassung des sexuellen Leben» unb da» immer gegenwärtige Bewußtsein, baß wir hier im Dienst bet Zukunft stehen, unb bet fommenben Generation verantwortlich finb.... Diese Kräfte werben benen bes Manne» zur Seile treten, nicht an ihre Stelle."
So geigt uns Helene Lange in ber Vereinigung bet geistigen Welten beider Geschlechter das Endziel ber Frauenbewegung. „Wenn e» erreicht ist, wird e» kein führende» Geschlecht mehr gebe«, sondern nur noch führende Persönlichkeiten."
Nur noch wenige Tage, und wir werden die greube haben, diese grau, beten Stuf weit übet Deutschland» Grenzen, ja, übet Europa hinausreicht — hat doch kürzlich sogar eine japanische Zeitung ihr Bild unb ihre Biographie gebracht — in unserer Stabt zu be- K"ßen, den Worten der glänzenden Rednerin zu lau-
n. ES ist doch wohl eine Ehrenpflicht für bie Bürget unb Bürgerinnen von Marburg, babei nicht gt fehlen unb zu zeigen, daß wir ohne Rücksicht auf unsere Patteistellung, wie sie auch sei, e» wohl verstehen, ber bebeutenben Persönlichkeit ben ihr gebührenden Tribut datzubringen. Möchten wir darin nicht hinter anderen Städten, in denen ihr Auditorium ost nach Tausenden zählt, zurückstehen.
Anna Wefterkamp.
- ■ 1 .
meindebeamtenverekn von der Abhaltung btt üblichen Weihnachtsfeier abzusehen.
Altenhundem, 10. Nov. Mit knapper Not dem Tode entronnen ist der hier wohnende Lokomotivheizer Schweisfurth. Er wurde im htefi- gen Bahnhofe von einer Zugmaschine erfaßt, wobei ihm ein Bein abgefahren worden ist.
Mecklar, 9. Nov. Gebern morgen zwischen 7 und 8 Uhr bot sich den Einwohnern von hier und Meckbach ein noch nie gesehene» Schauspiel. Von Osten her kam in einer Höhe von 10— 20 Metern ein großer Militärballon mit vier Insassen (ein Offizier, drei Zivilisten). Auf der Grenze zwischen beiden Dörfern ist er glatt gelandet. Bald eilten 1 e Einwohner herbei, teil» aus Neugier oder auch, um bei dem Einpacken bes Ballons zu helfen. Derselbe wurde dann per Wagen nach Beb"« gebracht. Wie die Luft- schiffer sagten, waren fie vorgestern um 12 Uhr in Eera aufgestiegen. Sie haben somit eine 19stündige Fahrt gewacht.
Balduinstein, 10. Nov. Durch Einbruch im hiesigen Postgebände wurden 50 =M in Bar unb 50 M in Wertzeichen gestohlen.
Bensheim a. d.B„ 9. Nov. Heute früh 5 Uhr wurden von einem Zuge an dem Bahnübergang nach Lorsch 45 Schafe überfahren, welche aus einem Pferch ausgebrochen waren.
Mainz, 9. Nov. Der ledige Arbeiter Otto Zangel, der hier in der Wallstraße 5 bwohnt, wurde heute morgen im Hofe des Hauses tot aufgefunden. Gr war jedenfalls betrunken in der Nacht heimgekommen, batte sich zum Fenster hinausgelehnt unb war fünf Stock tief in ben Hof gestürzt.
Mühlhausen i. Th., 9. Nov. In bet Nacht vom Samstag znm Sonntag sind die Wohnhäuser, Scheunen "nd Stallungen bes Landwirts Höch und Hagen ausEisenbrotta niedergebrannt. Das Vieh konnte gerettet werden. Die Ernte ist vernichtet, ^er^Schaden beträchtlich.
Glaserei K. J. Schultz Söhne Glaserei
WUhelmstr C Fernspr. 121. Neustadt 24, IM" Sohatrfrnater- und Laden Vorrichtungen H für jede Branche
zu Fabrikpreisen ohne