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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

«nd de« K erlagen:Literarischer A«feiarr-,Landwirtschaftliche Deilage" undJUnstriertes Samrtagsblatt^.

Man abo n n ert auf die täglich erscheinendeOberdefische ~ Die Inlerti onSqebüdr beträgt für d-e 7qespaltene Zeile

9ßß Lf'tuna' b«, allenPaitamtern und nm-rn Ze.tungsfterlen ,n ober deren Raum 1k Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. - ,n

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Zweites Blatt.

Die Reklaure im Dienste des modernen Kaufmannes.

Von Paul Groll, Schöneberg-Berlin.

l. Einleitung und Geschichtliches.

Volkswirtschaft und Reklame.

, Die Reklame ist alt und neu. Alt insofern Als man sie schon im grauen Altertum kannte. Im alten Rom hatten die öffentlichen Ausrufer praeconea genannt die Volksversamm- wngen und Gesetzentwürfe zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Auch in Griechenland waren die Ausrufer bekannt, nahmen hier aber «ine wesentlich geringere Stellung ein. Einen Beweis von der Vielseitigkeit der Reklame im alten Römischen Reich liefern uns die Aus­grabungen von Pompeji und Herkulanum. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Kaufmanns­läden in diesen beiden verschütteten Provinzial­städten in der Weise gebaut waren, daß die Waren ebenso wie in den Schaufenstern unserer Läden von den Vorübergehenden beachtet wer­den mußten. Ferner wiesen Embleme wie eine Garbe Weizen beim Bäcker, eine Ziege beim Milchhändler ufro. an der Außenseite der Laden­front symbolisch auf die im Laden geführten Waren hin. Ein größeres Beweisstück für die Reklame ist aber die aufgefundene Reklametafel in Pompeji. Die äußere Mauer der Eumachia, eine Art Handelsllätte, ist in eine Anzabl Fel­der geteilt; die Felder haben weißen Hinter­grund und die Anzeigen wurden in schwarzer oder bunter Weise angemalt. Auch in den aus- gegrabenen Tbermen (warmen Bädern), die in der alten Zeit eine täglte Sammelstelle der Römer bildeten, waren öffentlich« Ankündig­ungen anzutreffen. Endlich finden wir die An­zeige, das Inserat, in dem damaligen römischen Tageblatt, der Acta ditirna.

Wir haben also drei Reklamearten im Alter­tum- Den Ausrufer, der sich vereinzelt bis in die Neuzeit erhalten bat, die schriftliche oder bildliche Reklame am Hause oder an öffentlichen Plätzen, die besonders im Mittelalter in weite­stem Maße zur Anwendung kam und in der Jetztzeit als Schaufenster- und Plakatsäulen- Reklame wiederkehrt und das Inserat, das durch die Erfindung der Buchdruckerknnst sich heute die erste Stelle innerhalb der Reklame erobert hat.

Große Ausdehnung gewann die Reklame im Mittelalter durch das Aufblühen des Hand­werks. Ein Künstler namens Lorenz Strauch, der wie Walther van zur Westen in seinem BucheReklamekunst" mitteilt, von 15541630 in Nürnberg lebte, empfand sogar, wie manche empfindsamen Leute unserer Zeit, daß zuviel Reklame gemacht werde. Und da Strauch wobl kaum an ein gesetzliches Verbot oder an eine Be­

HeMcfte Soldatenlieder.

Von L. M ü l l e r.

Ein Soldatenlied, das 1780 unter der Re­gierung des Landgrafen Friedrich entstanden ist, schildert das damalige Soldatenleben wie folgt, und zwar in einer wenig erbaulichen Weise. Das Lied war bis 1866 noch bekannt und wurde von den neueintretenden Soldaten viel ge­sungen.

Soldaten-Elend.

O Cassel, o Cassel, verdammtes Jammertal?

Bei dir ist nichts zu finden, als lauter Angst und Qual.

Die Herrn Offizier stnd hitzig, der Stolz ist gar M groß,

Ach, das verfluchte Leben, das man hier führen muß.

Ach, wenn der Sommer kommen, dann ist di» Hitze groß,

Dann müssen wir exerzieren, in Cassel auf dem Forst,

Und nach dem Exerzieren, kommt man gleich auf die Wacht,

Kein Teufel tut uns fragen, ob man gefressen hat.

Tut man auf der Parade nur «inen faschen Tritt,

So ruft der Adjutante:Schmeißt den Kerl aus dem Glied.

Tornister abgehangen, den Säbel abgelegt, Und tüchtig drauf geschlagen, bis er sich nicht mehr regt."

Ist es denn noch ein Wunder, wenn einer defer- tiert,

Wir werden wie die Hunde mit Schlägen mal­trätiert.

Die Hunde habens besser, sie haben ihre Ruh', Eie kriegen satt zu fressen und keine Cchläg dazu.

steuerung der Reklame dachte, et aber ein tüch­tiger Kupferstecher war, so machte er seinem Aerger durch ein prächtiges Spottbild Lust. Er schuf einen Trommler, der noch einen Pfeifen­spieler auf den Achseln trägt und Lärm machend durch die Straßen zieht. Und unter dieses leben­dig gezeichnete Bild schrieb er das Verslein:

Wer ietzmalu dem gellt locken vnd etwas dergestalt verdienen wil

MLoß ryssen seltzsam pofen und täglich bringen nüwe spil.

Die Reklame in unserer jetzigen Gestalt ist ein Kind unserer Zeit. Sie hat ihre hauptsäch­lichsten Grundlagen in der Entwicklung der In­dustrie, in der hohen Bedeutung unserer Tages­und Fachpresse und in dem Aufblühen unseres graphischen Gewerbes. So hat sich denn auch die Volkswirtschaftslehre mit der Reklame beschäf­tigen müssen, aber die Gelehrten wissen noch nicht ganz sicker, in welche Klasse dieses jüngste Kind zu rubrizieren, in welches gelehrte Schub­fach es zu legen ist. Van der Borgbt bringt sie in seinem BucheHandel und Handelspolitik" in derLehre vom kaufmännischen Absatz" unter. Der feinfühlige Beobachter unseres Wirtschafts­lebens Werner Sombart zählt sie zum Klein­handel. In der ZeitschriftDeutschland" wurde sie kürzlich von einer Dame sogar zu der Lehre von der Konkurrenz geworfen. Die Männer der Praxis werden zweifellos van der Borght zustimmen, daß die Reklame zu der Lehre vom kaufmännischen Absatz gehört. Ein paar Sätze sollen dies beweisen: Der Fabrikant stellt Waren her; diese aus Rohmaterial, Arbeitskraft und Handelsunkosten geschaffenen Waren stellen Werte da, aber mit diesen kann er weder den Lieferanten der Rohstoffe, noch seine Arbeiter, noch seine Steuer und sonstigen Unkosten be­zahlen. Erst dann, wenn er diese Werte umge» fettt hat, wird er in der Lage sein, seinen Ver­pflichtungen nachzukommen. Je schneller er nun seine Waren umfefct und verkauft, um so vorteil­hafter wird das für ihn sein. Er erhält Geld, kann daher billiger einkaufen, er gewinnt Raum in seiner Fabrik, kurz, es ergeben sich eine Reih« wichtiger Vorteile aus dem schnellen Waren­umsatz. Und hierzu verhilft ihm die Reklame. Mag er diese durch Zirkulare an seine Abneh- mer, durch Inserate in der Fachpresse, durch di­rektes Angebot vermittelst Reisender oder Ver­treter inszenieren, ist zunächst gleichgiltig. Viel­fach wird ja die Reklame dem Wiederverkäufe,, dem Detaillisten, überlasten und der Fabrikant begnüat sich mit der Reklame in der Fachpreste, um seine Abnehmer zu interessieren. Es hat stch aber gezeigt, daß diese Reklame nicht ausreicht, und so sind weitsichtige Fabrikanten schon längst dazu überoegangen. direkt bei den Konsumenten für ihre Artikel Propaganda zu machen. Man denke an die verschiedenen Schokoladenfabriken, Suppenwürze und Fleischextrakffabrikanten und viele andere. Sie alle begnügten stch nicht da­mit. für direkte Abnehmer zu sorgen, sondern schufen eine großzügige Reklame, damit ihre

Und wenn wir ausgedienet, wo wenden wir uns bin?

Die Gesundheit ist verloren, di« Kräfte find dahin.

Da wird es denn nun heißen:Ein Vogel und kein Rest,

Soldate nimm den Bettelsack, Soldat bist Du gewest."

Zur Zeit als dieses Lied enfftanden ist, war die Dienstzeit für die Soldaten noch eine unbe­stimmte und die meisten Soldaten waren ver­heiratet. In Marburg bestand z. B. bis zum Jahr 1807 eine Earnisonsgemeinde, bei der im Jahr 1792 lt. den Marburger Anzeigen 6 Paare getraut, 26 Kinder getauft wurden und 33 Per­sonen starben. Nach dem Tode Friedrichs und dem Antritt seiner Regierung erließ Landgraf Wilhelm IX. folgendes Regierungsausschreiben:

Um Meinen Unterthanen einen Beweis zu geben, daß hiefüro die Lasten zur Beförderung des Landbaues möglichst erleichtert würden, wird die Dienstzeit der Soldaten wie folgt fest­gesetzt:

1. Wird die Dienstzeit für die Cavallerie und Infanterie auf 12 Jahre festgesetzt, derge­stalt, daß alle vom 1. Jtnuar 1790 an neuzuge­hende Bursche längere Zett zu dienen nicht ge- nöthigt werden.

2. Sollen die Soldaten mit Kapitulations­scheinen versehen werden, so daß diejenigen, die nach abgelaufener Dienstzeit freiwillig noch länger kapitulieren, und dienen wollen, um sich nach ausgedienten 24 Jahren eine Pension von 1 Rthlr. und nach 36 Jahren von V/a Rthlr. lebenslänglich erfreuen zu können.

3. In Ansehung der notwendigen Verabschie­dung, welche keinen Aufschub leiden, bei der bis. herigen Verabschiedung bleibt es beim Alten. Damit aber die Wohltat der eingeschräntten Dienstzeit den «rollerten Soldat« mit in­

direkten Abnehmer auch die Artikel absetzten. So haben die einzelnen Marken oder Fabrikate dann auch heute einen Weltruf erreicht, der ihnen nicht mehr oder nur schwer streitig ge­macht werd« kann.

Aus dem allen aber ergibt sich, daß die Re­klame in die Lehre vom kaufmännischen Absatz gehört. Daß diese Reklame aber die Ware nicht verteuert, sondern diese verbilligt, das soll in einem weiteren Artikel untersucht werden.

Tie Kommunaldeamten und die Eihökmin der Einkommensteuer.

DieDeutschen Nachrichten" schreib«:

Mit Befriedigung hat wohl die Mehrzahl der Beamten, ob in unmittelbarem oder mittel­barem Verhältnis zum Staate stehend, von den dem Abgeordnetenhause vorgelegten Eehattsent- würfen Kenntnis genommen. Wenn damit auch nicht alle gehegten Wünsche in Erfüllung gegan­gen sind, so konnte man sich beim Lesen der Ent­würfe doch nicht verhehlen, daß die Staatsregie­rung den ernsten Willen gehabt hat, die Ee« haltsverhälnisse ihrer Beamten den heutigen teueren Lebensverhältnissen entsprechend zu ge­stalten, um Ruhe und Zufriedenheit in deren Reiben wieder einkehren zu lassen.

Schweren Herzens mag aber so mancher Kom­munalbeamter dabei an sich und die Seinen ge­dacht haben, die immer noch unter der anhal­tenden drückenden Teuerung geduldig der Zeit harr«, wo auch sie eine wohlwollende Verwal­tung endlich der Rot entreißen wird. Wird dieser Wunsch bald in Erfüllung gehen? Ja, wenn die schlechte Finanzlage nicht wäre.

Wie ein Stern in dunkler Nacht mußte des­halb d« Beamten der Kommunalverwaltungen der Ablchnit des Entwurfs erscheinen, der auch ihren Verwaltungen die chronisch gewordene Finanznot lindern sollte, die geplante Erhöhung der Einkommensteuer. Mehrere IMOOOcK Mehr­einnahmen wird diese Steuererhöhung verschie­denen bringen. Wird man dort nun aber end­lich der darbenden Beamten gedenken, oder wer- d« diese Summen im Budget der Städte nur für allgemeine Zwecke Verwendung finden? Von der Voraussetzung ausgehend, daß die Staats- regierung diese Steuereihöhung lediglich zur Aufbesserung ibrer Beamten vorgenommen hat, und den Ertrag der Mehreinnahmen auch nur zu diesem Zwecke aufwendet, müßte man wobl als selbstverständlich annehmen, daß auch die Kommunalnerwaltungen ein gleiches tun wür­den, nämlick» dieseSteuermehreinnabme. die ihnen durch die Beamten in den Schoß fällt, auch für ihre ungenügend besoldeten Beamten zu ver­wenden. Aber weit gefehlt, kaum wird dies ge­schehen.

Im Interesse vieler Tausender von Kommu­nalbeamten wäre es deshalb, wenn bei der Be­ratung der Gehaltsentwürfe, sowohl in der Budgetkommisston als auch im Plenum des Ab­

statten komme, sollen von 1794 an von vier zu vier Jahr« aus dem alten Stock der Kompagnie vier Mann der am wenigsten zu Haufe entbehr­lichen Leute auf ihr Verlangen nach einer bei uns einzureichenden Liste entlassen werden. Da­gegen werd« dieienigen, welche sich durch Aus­treten dem schuldig« Militärdienst entziehen, desto gewisser die hierauf gesetzten Strafen ohne Nachsicht zu erwart« und keine Hoffnung haben, in ihr Vaterland jemals zurückkehren zu dürfen.

Gegeben Weissenstein, 15. September 1789.

Wilhelm Landgraf.

Folgendes Militär lag im Jahre 1800 in Marburg in Garnison:

1. Bataillon des Regiments Erbprinz, das Regiment Kospoth, das Regiment Prinz Karl und das 2. Bataillon des Garde-Regiments. Bei diesen Regimentern gab es Kanoniere, Grena­diere, Scharfschützen und Musketiere. Es war deshalb kein Wunder, daß es da so viele ver­heiratete Soldaten gab und daß bei der Schloß- und Earnisonsgemeinde int Jahre 1800 22 Trau­ungen, 19 Begräbnisse und 22 Geburten zu ver­zeichnen war«. Außerdem hatte Marburg eine Schützen-Kompagnie, welche zum 2. Bataillon des Lahnstroms zählte. Diese bestand aus Bür­gern und war vom Landgrafen bestätigt; sie hatte 1 Major, 1 Kapitän, 1 Leutnant und 1 Fähnrich. Ihre Uniform war blau mit gelben Krag« und weißen Knöpfen. Außerdem gab es noch eine BLrger-Kompagnie ober das Stadt. Bataillon. Dieses trug ebenfalls blaue Röcke, weiße Unterkleider Die Offiziere trugen rote Aufschläge und Krag« mit Gold. Es gab in Hess« 16 solcher Landregimenter. Bis zum Jahre 1831, wo die kurhesfische Verfassung ein- geführt wurde, hatte Marburg und die anderen Provinzialhauptstädte keine Verpflichtung zum Militärdienst, Erst von da ab mußten stch diese

geordnetenhauses, diese Frage ventiliett und die Möglichkeit geschaffen würde, daß den Korn- munalverwaltung« die Pflicht auferlegt würde, aus den Mehreinnahmen der erhöhten Einkorn» m«steuer in erster Linie die Eehaltsverhältnisse ihrer Beamten der Zeit entsprechend und analog den« der Staatsbeamte» zu regeln.

Ohne Eingriff in die Selbstverwaltung der Städte wäre hier wohl der Regierung die Mög­lichkeit geboten, auch die Kommunalbeamten der drückenden Rot endlich zu entreiß«.

Handelsnachrichten.

Fallende Biehpreise in Berlin. Ganz be­deutend sind am letzten Samstagsmartte die Preise für Schlachtvieh auf dem Berliner städti­schen Viehhofe gefallen. Die Durchschnittspreis« find bei Ochsen um 4,3 Prozent, für Bull« um 3 Proz., für Färsen und Kühe um 4 Proz., für Schafe sogar um 10 Proz., für Schweine nm 6 Proz. und für Kälber um 8 Proz. gefallen.

BttMWeS.

Der faffch« Hauptmann von Köpenick. Aus Hamburg wird uns geschrieben: Ein 56 Jahre älter Kuhhirt erschien dieser Tage in einem Hombnraer Lokal mit dem Rufe:Ich bin Wil­helm Voigt, der Hauptmann von Köpenick, habe eben aus Berlin 100 Mark erstatt«, und nun wollen wir mal den ganzen Kram versaufen." Er kam aber gar nicht dazu, von keinem Gelde ausingeben, denn kaum hatte der Wirt erfahren, welch« illustren East et in sein« Mauern b«- berberge, so kam et auch schon auf ihn zuge­schossen. lud ihn zum Abendessen ein, und bet angebliche Voigt erstiett mehr Eettänk, als er vertragen konnte unb führte ein gar herrliches Leben. Einem Gaste sollte et eine Postkarte un­tertreiben, et kritzelte unleserliche Namenszüge auf das Papier. Inzwischen statte sich bte ftunbe von bet Ankunft de« berühmten Mannes wie ein Lauffeuer in bet Altstadt verbreitet. Es fände» si<st bald verschiedene Cicerone, die d« East von Wirtk-stast zu Wirtschaft schleiften und überall mit ihm zusammen tranken, was die Gäste aus» gaben. In einem Logierhaus trug bet Mann sich alsWilbelm Voigt, Hauptmann von Köpe» nick" in bas Fremdenbuch ein. Don dem Witte eines großen Lokales wurde et engagiert, d« folgend« A5«d dort zuzubrinoen. Alle Lo­kale, in den« der fallche Kövenicker erschien, waren brechend voll. Schließlich wat der Man» aber so betrunken, daß et nicht mehr auf den Füßen stehen konnte und zur Polizeiwache ge­tragen werden mußte. Hier kam sein wahrer Name und sein Stand bald an den Tag.

Warnungszeichen für Wilderer und Schmugg­ler. In Vreklenkamp in Holland, dicht bei der deutschen Grenze gibt es unter den zerstreut wobnend« Baue« zahlreiche Schmuggler unb Wilderer. Nirgendwo findet man so viele Hüh-

auch bet allgemeinen Musterung unterwerfen. Folgenbes Lieb stammt aus bet Zeit bes sieben­jährigen Krieges, wo Wilhelm VIII. Landgraf von Hessen wat. Da scheinen die Soldaten mit ihrem Geschick zufriedener gewesen zu sein, wie später:

Soldatenlied.

(Aus dem Kgl. Archiv dahier.)

Frisch auf! Wir Hessen, wir müssen in das Feld, Weil uns der Landgraf gibt das Brot und auch

das Geld, Wir müssen marschieren zum Franzmann hinaus,

Da sie wollen bestreiten das hessische Haus. Juchheirassasa, die Hesse» sind da, Die Hessen sind lustig, sie sag« es ja.

Vivat! bet Landgraf Wilhelm, er lebe hoch!

Er liebt seine Krieger, das gefällt uns gar wohl. Drum wollen wir marschieren bei Tag unb bei

Nacht

Unb schlagen bie. Franzosen mit aller Macht. Juchheirassasa usw.

O Himmel, noch eine Bitt' uns gewähr!

Schick' uns nur viel tausend Franzosen daher. Wir wollen sie legen so sanft in bie Ruh' Mit Pulver unb Blei unb Kanon« bazu.

Juchheirassasa usw.

Mit ihr« Kanonen unb großem Geschütz, Da schießen bie Hess«, baß es bonnert unb blitzt. Mit ihrem Stützet unb Seitengewehr,

Da treten bie Scharfschützen gar stattlich daher. Juchheirassasa usw.

Bis zum Jahre 1866 mußten sich sämtliche Rekrutierungspflichtige in dem Bezirk stellen, wo sie heimatberechtigt waten, seit Kurhessen einem Erostaat angehört, ist dieses anders ge­worden, aber auch die heimatlichen Lieder, die früher gesungen wurde», sind jetzt verschwund«.