mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und de« KeAagr«: Literarischer Anzeiger", „Karrdrvirtschaftliche DeUage" «nd „Illustriertes Zanntagsblatt". ■«■■■■■■MaMMHanAKHHmaBMMMMHHHBHMMHHHHBBHMaaMHHHBHBHHMMBMMaanBaBMaMMMHaMB
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Marburg
Mittwoch, 11. November 1908.
Die Jnserti»uSgebübr betrögt für die 7gespaltene Zeile oder deren Kaum 16 Pfennig, für SHeHamcit 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Jod. Vug. Koch, lln v rsitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. E.Hitzeroth, Marburg, Marrt ^1.— Telephon 55.
43. Jahrg.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 89.
~ Erstes Blatt.
Die Beilegung des Casablanca- Zwistes.
, Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht heute folgend« Darstellung:
Durch den Staatssekretär von Schoen war Ende Oktober dem französischen Botschafter Herrn Cambon eine aktenmätzige Darstellung der Vorgänge bei der Festnahme der Deserteure in Casablanca übergeben und dabei die Bitte ausgesprochen worden, daß der deutschen Regierung auch die französische Darstellung der Angelegenheit übermittelt werden möge. Am Sonnabend ging nun dem Auswärtigen Amte das französische Material in Gestalt eines Berichtes des Polizeikommisiars Bords in Casablanca zu. Aus diesem Bericht ergeben sich hinsichtlich der Vorgänge bei dem Zwischenfall eine Reihe wesentlicher Abweichungen in der deutschen und in der französischen Darstellung. Die französischen Zeugenaussagen gehen dahin, daß mit den Tätlichkeiten von dem Konsularssoldaten und von dem Konsulatssekretär begonnen worden sei. Weiter wird angegeben. Laß der Beamte des deutschen Konsulats die Deserteure gegenüber den französischen Marinesoldaten als seine Landsleute bezeWiet und ihren Charatter als Deserteure ausdrücklich verneint habe; auch würde es nach dem französischen Bericht zweifelhaft sein, ob die französischen Soldaten schon bei Beginn desZusammenstoßes klar darüber waren, daß sie Angestellte des deutschen Konsulats vor sich hatten. Ferner sollen gegen den deutschen Beamten französischerseits überhaupt keinerlei Ausschreitungen oder Tätlichkeiten stattgefunden haben. Die beiderseitigen Darstellungen des Zwischenfalles st n men hiernach so wenig überein, daß der tor,ächliche Hergang weiterer Aufklärung bedarf durch erneute Erhebungen, sei es der beiderseitgen Behörden, sei es eine» Schiedsgerichts.
Ein Telegramm der „Frankfurter Zeitung" meldet ferner aus Paris: Die Leiden Regierungen unterwerfen d.e Angelegenheit von Casablanca der Veurte.lung des Schiedsgerichts in Bezug auf die Rechtsfragen, sowie auf die Tatsachen. Sie verpflichten sich ferner gegenseitig, je nach dem Ausfall des Urteils, ihr Bedauern über das Verhalten ihrer Vertreter in Casablanca auszudrücken. '
Es bleibt immerhin merkwürdig, daß man erst jetzt sich von beiden Seiten darüber verständigt hat, worum es sich denn eigentlich handelt, d. h. die beiderseitigen Darstellungen des Falles gegenseitig verglichen hat. Roch merkwürdiger "aber sind die Feststellungen des offiziellen französischen Berichtes, daß überhaupt nichts vorgefallen ist!! Unter diesen Umständen würde allerdings eine Darstellung der Tatsachen vorerst notwendig sein. Der Zwischenfall dürfte durch ein gegenseitiges Bedauern und die Uebertragung an ein Schiedsge- itcht nun seiner baldigen Lösung entgegensetzen.
62 cNachvruck verboten.^
Getrennte Welten.
Wf Roman von Clartssa Lohd«.
(Forts etzung.)
llnd diesmal erwies sich ihre Voraussetzung als begründet. Eine halbe Stunde zwar verging noch, dann aber kehrten die Gesuchten wirklich mit dem Ehepaar Duplessis zurück, und zwar führte der Graf jetzt die neben ihm herttppelnde Schwester des Kommerzienrates, eine kleine, blonde Dame, an der alles nach der neuesten französischen Mode war. Ein Uebermaß von Schmuck glänzte auf der schillernden Seide ihres am Halse geschlossenen Kleides. Sie war durchaus nicht hübsch, aber sehr lebhaft und beweglich, und in diesem Augenblick strahlte ihr Gesicht ordentlich, wie sie es zu dem höflich sie unterhaltenden Grafen emporhob. Ellen folgte am Arme des ebenfalls kleinen, beleibten, wie seine Gemahlin nach neuester Mode gekleideten Pariser Bankiers. Sie sah sehr erhitzt aus, und der mißtrauisch sie beobachtende Arnold glaubte einen Wechsel von Blicken beim Niedersitzen zwischen ihr und dem Grafen zu bemerken, der ihm Ledenien erregte. Seine Unruhe teilte sich jetzt auch der Kommerzienrätin mit, und sie Mahnte zum Aufbruch. Alle erhoben sich. Holm erbat sich die Erlaubnis, die Herrschaften nach Hause begleiten zu dürfen, daß der Gras an Ellens Seite ging und, als wäre es selbstver- ftändlsch, ihr wieder seinen Arm reichte. Sie »lieben die letzten, da Madam« Duplessis mit
Aus dem Reichstage.
Der Reichstag erledigte am Montat unter recht geteilter Aufmerksamkeit eines nicht eben zahlreichen Auditoriums die erste Lesung des Weingesetzes. Im gleichen Sinne, wie schon die Redner iu der vorangegangenen Besprechung, daß nämlich der Entwurf eine geeignete Grundlage für i.e Kommissionsberatung, vorbehaltlich von Einzelheiten biete, sprachen sich die Abg. Werner (D. Ref.-P.), Beuchelt (l.), Lehmann i Wiesbaden, Soz.), Kaempf (fr. 93p.), Wallenborn (Senft.), Haas (natlib.), Stauffer (wirtsch. Vgg.), Roe ficke (B. d. L.), der gegen eine Weinsteuer spricht, Tr. Uecker (Zentr.), Hoen (Zentr.) aus, der eine mehr den Weinhandel, der andere mehr den Winzer schützen wollend.
Der Entwurf ging an eine Kommission von 28 Mitgliedern.
Es folgt die erste Beratung de» Gesetzentwurfes betr. die Preisfeststellung beim Markthandel mit Schlachtvieh.
Diese Beratung leitete in Gegenwart des preußi- Ken Landwirtschastsministers von Arnim-Criewen r Stellvertreter des Reichskanzlers, Staatssekretär des Reichsamtes des Innern, Dt. v. Bethmann-icwll- weg, mit einer klaren Begründung ein. Der Zweck des Entwurfes ist demnach, eine durchsichtige Gliederung der Marktpreise zu erreichen, ohne die Formen, unter denen der Marktverkehr sich vollzieht, unter zwingende Bedingungen zu stellen. Der Landwirt bevorzuge ja die Preisfeststellung nach Lebendgewicht. Er habe ebenso ein Recht darauf, selbst ungefähr den Wert seines Produktes zu bestimmen, wie der Konsument daraus, im Voraus seine Auflagen zu berechnen und zu wissen, wo der Hauptgrund der Preisverschiebungen liege, beim Produzenten oder beim Schlächter. Der Abg. Dr. Roesicke besprach namens des Bundes der Landwirte die Einwände gegen die Vorlage und begründete die Wünsche der Landwirtschaft, als Unterlage für die Viehpreisnotierungen auch das Lebendgewicht notieren lassen zu dürfen, dagegen könne doch niemand etwas einwenden. Siner Kommissionsberatung bedürfe ein so einfache» Gesetz nicht. Abg. Scheidemann (Soz.) benutzte auch diesen Entwurf, den „bösen Agrariern' etwas anzuhängen und ihre Absichten zu verdächtigen. Ihn lösten zu später Stunde noch ab die Abg. Gerstenberger (Zentr.) und Fischbeck. Auf dessen Befürchtung, daß dar Gesetz durch Umgehung der Markthallen der Stadt Berlin z. B. einen Schaden von 140 000 <jK bereiten könnte, erwiderte der Staatssekretär beruhigend und mit dem Hinweis auf 8 58 der Gewerbeordnung. Nach dem Abg. Wachhorst de Wente erhielt der Abg. Kabelt (natlib.) das Wort. Die zweite Beratung wird im Plenum stattfinden.
T-li'tjches
— Noch ein Äaife»lntetoiew. Vor einigen Tagen ging die Meldung durch die Blätter, daß eine amerikanische Zeitschrift gleichfalls eine Unterredung mit dem Kaiser veröffentlichen werde aus der Feder von William Howard. Di« Monatsschrift „Century Magazine" erläßt jetzt die folgende Bekanntmachung: Century Magazine Company erklärt, daß der Artikel über den Deutschen Kaiser aus der Feder von William Howard Hal« vom Autor zurückgezogen wurde, da er der Ueberzeugung ist, daß in Anbetracht der Ereigniffe der jüngsten Tage es unpassend wär«, ihn zu veröffentlichen.
— Begnadigt. Die beiden Verleger Rietfch und Henri Zislin sind jetzt vom Kaiser begnadigt worden. Sie waren bekanntlich mit Beginn dieses Jahres wegen Beleidigung zu 8 bezw. 10 Monate Gefängnis verurteilt.
— Veränderungen ie der deutschen Gesandtschaft. Berlin, 9. Nov. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Wie wir hören, sind in der Be-
ihrem Bruder und ihrer Schwägerin ein äußerst schnelles Tempo einschlug, dem sich der Gemahl, der sich an Arnolds Seite geheftet hatte, gehorsam anschloß. Bei einer Kreuzung des Weges war das junge Paar den Augen der Voranschreitenden plötzlich entschwunden. Die Kommerzienrätin, die zuerst aufmerksam wurde, blieb wartend stehen. Der Schall heftig ausgestoßener Worte drang an ihr Ohr, ein weiblicher Aufschrei folgte. Beflügelten Schrittes eilten jetzt alle zurück.
Aus einer der Seitenalleen flog eine laut schluchzende Frauengestalt der Kommerzienrättn in die Arme.
„Ellen! Was ist geschehen-"' stieß diese erregt hervor.
Das geängstigte Mädchen war keines Wortes mächtig. Im Dunkel der Bäume eit^nte man nun die schattenhaften Umrisse eines Herrn und zweier Damen. Zwei andere Herren standen einige Schritte entfernt.
„Nehmen Sie Ihr Wort zurück, Baron von Rothenfels," klang die vor Erregung heisere Stimme der Grafen Holm durch die Still« der Nacht.
„Nicht eine Silbe, Graf Holm," war die schneidend gegebene Erwiderung. „Sie hätten sich vorsehen sollen. Wer den Tugendwächter spielen will, darf nicht selbst von verbotenen Früchten naschen und im Schatten der Nacht die Braut eines anderen küssen. Revanche Graf, nichts als Revanche."
Ein lautes Lachen ertönte, in das sich das einer Frauenstimme mischte.
setzung der Posten der diplomattschen Missionschefs einige Veränderungen eingetreten. Zum Nachfolger des in den Ruhestand versetzten Wirklichen Geh. Rats v. Radowitz auf dem Botschafterposten in Madrid ist der bisherige Gesandte in Lissabon, Wirkt. Geh. Rat Graf von Tattenbach ernannt, der in issabon durch den derzeitigen Gesandten in Bc.grad, Wirk!. Geh Rat Max von Ratibor und Corvey, ersetzt wird. Den Eesandtenposten in Belgrad hat der bisherige Gesandte in Rio de Janeiro, v. Reichenau, denjenigen in Rio der bisherige Gesandte in Athen, Wirkt. Geh. Rat von Arco Valley erhalten, während nach Athen der zuletzt vertretungsweise in Tanger tätig gewesene derzeitige Gesandte in Mexiko, Freiherr o. Wangenheim, berufen und der Posten in Mexiko dem derzeitigen Generalkonsul in Newyork, Geh. Legationsrat Bünz verliehen wurde. Auf den durch den Tod des Freiherrn Speck von Sternburg freigewordenen Botschafterposten in Washington geht der bisherige diplomatische Agent und Generalkonsul in Kairo Gesandter Graf von Bernstorff, als dessen Nachfolger der derzeitige Botschaftsrat in Washington Graf von Hatzfeldt-Wildenburg in Aussicht genommen ist.
— Der preußische Lehrertag. Der preußische Lehrettag beschäftigte sich gestern mit dem Lehrerbesoldungsgesetz unter Vorsitz des Rektors Reißmann-Magdeburg in einer von 2000 Lehrern besuchten Versammlung. Schließlich gelangten folgende Beschlüsse zur Annahme: Der Lehrertag erkennt an, daß der Entwurf einen erheblichen Fortschritt in den Gehaltsverhältnissen vieler gering besoldeter Lehrer bringt, kann aber das, was der Entwurf bietet, nicht als eine Be- oldung gelten lassen, wie die preußischen Lehrer ie auf Grund ihrer Bildung, der Bedeutung hrer amtlichen Wirksamkeit und der gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnisse beanspruchen können. Gegen die Einschätzung, die dem eLhrerstande durch die Begründung der Vorlage zuteil wird, legt der Lehrertag entschieden Verwahrung ein. Er hält fest an dem Beschluß des 4. Lehrertages, der die Gleichstellung mit den Settetären der allgemeinen Staatsverwaltung fordert. Der Lehrertag bittet die Staatsregie- rung und die beiden Häuser des Landtages: 1. Das Grundgehalt wesentlich höher zu bemessen, das volle Grundgehalt nach der definitiven Anstellung, nicht, wie bisher, erst mit Beginn des fünften Dienstjahres zu gewähren. 2. Di« Alterszulagen zu erhöhen und so zu gestalten, daß a) durch die erste Hälfte derselben eine raschere Steigerung des Lehrereinkommens erzielt und daß b) das Höchstgehalt früher erreicht werde. Ferner wird gebeten, keinerlei Hemmung anordnen zu wollen, solange die Lehrergeyälter nicht die Höhe der Besoldung der Verwaltungssekretäre (1800 bis 4500 Jl) erricht haben. Endlich sollen Bestimmungen dahin getroffen werden daß die Dienstwohnung, bezw. die Mietentschädigung zum vollen Werte, jedoch nicht unter dem Bettage von 500 bei der Festsetzung de» Ruhegehaltes angerechnet werde. Der niedere Küsterverdienst möge von dem mit einem Schulamte verbundenen Kirchenamte völlig getrennt, den Inhabern eines vereinigten Schul- und Kirchenamtes für die Wahrnehmung des kirchlichen Aintes mindestens 500 Mark jährlich zum Grundgehalt zugerechnet und in der Berechnung der Mietenschädigung wie bei
Graf Holm schäumte vor Wut. Mit geballter Faust ging er auf den, hocherhobenen Hauptes vor ihm stehenden Angreifer los:
„Sie wagen es, Baron Rothenfels?"
Fürst Soeben wollte sich schützend an Dietrichs Seite stellen, dieser aber schob ihn zurück. Obgleich der in Fülle genossene Champagner In seinen Adern prikelte, verlor er doch keinen Augenblick die Haltung.
„Lassen Sie, lieber Fürst. Graf Holm scheint augenblicklich von Liebe trunken, nicht zurechnungsfähig zu sein. Doch hoffe ich, er wird sich darauf besinnen, wie man unter Edelmännern einen Streit zu schlichten pflegt. Ich stehe Ihnen zur Disposition, Graf Holm, sobald ich morgen meiner Verpflichtung auf dem Rennplatz genügt haben werde."
Er drehte sich um; noch vernahm man ein Gewisper unter den Zurückstehenden, dann war alles still und wie von der Nacht wieder verschlungen. Arnold preßte heftig der neben ihm stehenden Kommerzienrätin den Arm.
„Da haben Sie's, der noble Herr Graf," grollte er.
Graf Holm aber tret ziemlich sicheren Schrittes auf die noch immer fassungslos Dastehenden zu.
„Ein unliebsamer Zufall," sagte er mit einer Stimme, in der die vorhergegangene Erregung noch zitterte, zwingt mich an diesem ungeeigneten Ort schon zu einer Erklärung, die fch morgen in aller Form vor Ihnen abzugeben gedachte. Ich habe mich nämlich mit Fräulein Ellen so- eben verlobt."
den Staatsbeamten kein Unterschied, zwischen Lehrern mit eigenem Haushalt und ohne solch«« gemacht werden.
— »Zepp«U, i" angekauft. Stuttgart, 9. Roo. Wie der „Schwäb. Merkur" erfährt, hat da» Kriegsministerium in Berlin das Luftschiff „Zeppelin I" amtlich abgenommen. Es waren vom Reichstage 2 150 000 <M bewilligt worden, von denen die nach dem Echterdinger Tage dem Grafen Zeppelin ausgezahten 500 000 M als persönliche Gratifikation gedacht waren, während die restlichen 1650 000 für den Ankauf der Luftschiffe Zeppelins bei Nachweis gewisser Leistungen bestimmt waren. Von dieser Hauptsumme wird jetzt ein Teil zum Ankauf des »Zeppelin I" verwandt. — Fttedrichshafen, 9. Nov. Heute abend ging folgendes Telegramm aus Donaueschingen bei dem Grafen Zeppelin ein: „Kriegsminister v. Einem meldet soeben, daß et der Abnahme Ihres Luftschiffes auf Grund der Gutachten der Sachverständigen-Kommission zugestimmt hat. Gratuliere Euer Exzellenz von ganzem Herzen. Vivant sequentes. Wilhelm I. R."
— Erlausbniskarten für Kraftfahrzeuge ausländischer Besitzer. Nach dem Gesetze vom 18. Mai d. I. müssen die ausländischen Besitzer von Kraftfahrzeugen, sofern sie die deutsche Grenze überschreiten, Erlaubniskarten lösen, um im Jnlande ihre Fahrzeuge auch nur vorübergehend benutzen zu können. Zu diesem Gesetze hat der Reichskanzler Aussührungsbestimmungen erlassen, nach denen die Reichsstempelabgabe für diese Erlaubniskarten beträgt: für Krafträder während ihres Aufenthaltes vcr nicht mehr als 30 Tagen im Jahre 3 für ^raftwagen während ihres Aufenthaltes von einem Tage 3 <M, von 2 bis 5 Tagen 8 M, von 6 bis 15 Tagen 15 cM., von 16 bis 30 Tagen 25 M, von 31 bis 60 Tagen 40 M und von 61 bis 90 Tagen 40 «M. Bei mehr als neunzigtägigem Aufenthalt müssen die uustandischen Automobilbesitzer die gleiche Stempelabgabe bezahlen wie die inländischen. Die Anmeldung zur Besteuerung ist alsbald nach dem Grenzübertritt an der nächstgelegenen Amtsstelle zu bewirken. Für die Erlaubniskarten sind noch Gebühren zu entrichten, die bei Krafifahrrüdern 2 <U, bei Kraftwagen 2 <M. für eintägigen und 5 «M. für längeren Aufenthalt im Jnlande betragen.
AssvtLitd.
“ Aus Prag. Wien, 9. Nov. Die „Neue Freie Presse meldet aus Prag: Der akademische Senat der deutschen Universität beschloß zu demissionieren. wenn die Regierung nccht um» geyend die Zustände in Prag beseitige und de» deutschen Studenten die Ausübung ihrer gesetzlichen Rechte ermögliche. Dec Senat der deutschen technischen Hochschule faßte einen ähnlichen Beschluß.
** Vom Papstjubiläum. Rom, 9. Nov. Der Papst empfing heute das Kardinalstollegium, sowie mehrere Beamte seines Hofstaates zur Cntgegennahme der. Glückwünsche zum Jubiläum.
** Berichtigung. Paris, 9. Nov. Dem „Eclair" wird aus Rom gemeldet, daß der gegenwärtig dort weilende Gouverneur von Erythrea der Regierung den Plan unterbreitet habe, Massaua. nicht Madeira, wie gestern in«
Der Kommerzienrat fuhr sichtlich zusammen, und auch seine Frau konnte sich eines heftigen Erschreckens nicht erwehren. Nur Madame Duptesfis schien keineswegs überrascht. Und in der Tat war sie die Beschützerin dieses neuen Bündnisses gewesen.
„Du Glückliche," lispelte sie mit ihrem Hellen Stimmchen Ellen ins Ohr. Noch hatte keiner den Mut gefunden, an das nächstliegende zu erinnern, daß Ellen nicht mehr das Recht habe, frei Über sich zu verfügen, daß sie gebunden sei. Mit zürnendem Auge ließ Arnold seine Blicke von einem zum anderen schweifen. Der Name „Bruno Rothenfels" kam anklagend über seine Lippen. Alle sahen sich an, als wenn damit ein Gespenst heraufbeschworen wäre. Ellen, die vorher den Kopf an der Brust der Schwester geborgen hatte, lehnte sich jetzt mit zärtlicher Hingabe an den Grafen.
„Ich liebe ihn nicht mehr!" hauchte sie f» leise, daß nur dieser es hören konnte.
„Ein so junges Herz kennt sich selbst noch nicht," warf Madame Duplessis alsVerteidigerin der Liebenden ein. „Unser lieber Graf hat da» Kind erst gelehrt, was Liebe ist."
Graf Holm biß sich auf die Lippen. Diese lächerliche Anbeterin seiner Crafenkrone war ihm im höchsten Grade zuwider. Aber Madam« Duplessis harte ihm unleugbare Dienste bet sei« ner Werbung geleistet, und so mußte er gute Miene zum bösen Spiel machen.
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