mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Dienstag 10. November 1908.
Der Kaiser beim Aufstieg des Grafen Zeppelin mit dem Kronprinzen.
Dsuiuefchtngen, 7. Nov. Pünktlich am 2 Uhr lief der kaiserliche Sonberzug in den hiesigen Bahnhof ein. Das Luf schiff manöve- rierte in diesem Augenblicke seitwärts vom Bahnhof in einer höhe von 150 bis 200 Mtrn. Als der Kaiser ausstieg und vom Fürsten x>. Fürstenberg begrüßt wurde, näherte sich das Luftschiff dem Bahnhofe. Aus den Gondeln wurden Grüße durch Tücherschwenken herabgesandt, die der Kaiser erwidert«. Um 2 Uhr 5 Minuten bestieg der Kaiser mit dem Fürsten von Fürstenberg den Wagen und fuhr zum Schloß. Nachdem der Kaiser mit dem Fürsten von Fürstenberg im Schlosse angekommen war und nochmals Grüße mit dem Kronprinzen ausgetauscht hatte, umkreiste das Luftschiff das Schloß und schlug dann die Richtung zum Bodensee ein; es entschwand um 2 Uhr 20 Min. den Blicken.
Donaueschingen, 7. Nov. Der Kronprinz warf aus der vorderen Gondel des Luftschiffes einen Brief an seinen kaiserlichen Vater hinunter. Der Kaiser und der Fürst v. Fürstenberg nahmen auf der SckloßterMss-! Aufstellung und sahen von dort den Manövern des Luftschiffes zu, bis dieses wieder zurückfuhr.
Friedrichshafen, 7. Nov. Das Luftschiff hat auf seiner Rückfahrt um 31/2 Uhr Engen, um 4 Uhr Singen, um 4 Uhr 30 Min. Radolfzell, um 4 Uhr 40 Min. die Insel Reichenau und um 5 Uhr bei niedriger Fahrt unter ungeheurem Jubel der Bevölkerung, die dem Kronprinzen und dem Grafen Zeppelin begeisterte Huldigungen darbrachte, die Stadt Konstanz passiert. Um 5 Uhr 50 Min. ist das Luftschiff nach 6sPstiindiger, glänzender Fahrt in Manzell glatt gelandet.
Ueberlingen, 7. Nov. Zur Fahrt des Zeppelin 1 nach Donaueschingen wird noch gemeldet, dog das Luftschiff in größerer Höhe Windstille sand und daß seine Fahrt schnell und sicher verlief. Die Geschwindigkeit betrug etwa 50 K'.' meter in der Stunde.
Friedrichshafen, 7. Nov. Bei der heutigen Fgbri im Luftschiff war. wie es Mit- fahrende- erzählen, außerordentlich kalt. Brieftauben, die aus der Gondel gelassen wurden, schienen sich schwer orientieren zu können. Die Ovationen, die dem Kronprinzen und dem Grafen Zepnri'-n nach ihrer R'"ckk"hr daroebrocht wurden, dauerten fall eine Stunde und gipfelten im mieder'-oiten Absingen von „Deutschland, Deuti^ian.d fiter Alles". — Abends fand im TeutWeu Hani« Festtafel statt, an der auller dem Krann'-in^en und seiner Bealeituna die Familie Zeppelins, Vrofessor Dr. Heraelell, Generalleutnant non Rieder, der Industrielle Karl Cans ulw. teilnahmen.
Donaueschingen, 8. Nov. Der Kaiser unternahm gestern Raltmittaa einen Svarier- gang und sandte dem Kraf.n Zepnelin ein sehr freundliches Telegramm. Heut» Vormittag 11 Ubr nahm der Kaiser mit dem Fürsten zu Für- stenberä »nd den Herren seines Gefaloes an dem Gattesdi»nll in der biasiaen evangelischen Kirche teil und machte darauf eine Rundfahrt durch die Stadt, insbesondere durch die aboebrannten
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Getrennte Wellen.
Roman von Elarissa Lohde.
«Fortsttznng l
Das Thema war glücklich gewählt; jede Wolke verschwand vor Dietrichs Antlitz, die Lippe floß ihm über, und fast mit dichterischem Schwünge beschrieb er die Schönheit seiner Svhinx.
„Man könnte beinahe eifersüchtig werden," meinte die Randolf, ihm einen feurigen Blick zuwerfend.
„Wie man's nehmen will! Das Pferd wenigstens ist mein ausschließliches Eigentum."
Sie lachte hellt auf, daß ihre weißen Zähne sichtbar wurden. Fürst Loeben fragte Dietrich mit einem Augenwink, ob es Zeit sei, Champagner zu bestellen. Er nickte. Bald flogen die Pfropfen in die Höhe, der Sekt perlte in den Gläsern, das Lachen wurde lauter, die Unterhaltung lebhafter.
„Keine Scham und kein Gram," flüsterte Graf Holm in das Ohr seiner Nachbarin, mit den Augen nach dem nicht zu weit entfernten Tische deutend. „Ich meine, wir täten besser, uns aus dieser chokierenden Nähe ein wenig zu entfernen und im Garten zu promenieren."
Ellen stimmte zu. Graf Holm wiederholte den Vorschlag jetzt laut, _ ...
Teile, wo zahlreiche Neubauten im Entstehen begriffen sind. Zur Frühstückstafel im fürstlichen Schloß find geladen: Graf Zeppelin und Professor Hergesell. Beide Herren waren hier gegen 1 Uhr im Automobil eingetroffen. — Der Kronprinz ist heute Nachmittag gegen zwei Uhr von hier nach München abgereift. Der Kronprinz wurde von dem am Bahnhof erschienenen Publikum lebhaft begrüßt.
Die MktrjMts- und Gasstener.
Der Gesetzentwurf unterscheidet zwischen solchen Anlagen, die Elektrizität und Gas zur Abgabe gegen Entgelt, und solchen, die sie zum eigenen Bedarf herstellen. Bei ersteren ist die Steuer auf 5 v. H. des Abgabepreises bemesien, so daß sie auch mit den billigsten Tarifsätzen und besonders vereinbarten Vorzugspreisen in Einklang gebracht werden kann. Um aber diejenigen Werke, die infolae ungünstiger Produktions- und Absatzverhältnisse ihre Preise doch halten müffen, nicht durch eine prozentiiche Aboabe empfindlicher zu belasten, als die bellergestellten, ist eine obere Grenze von 0,4 Pfg. für die Kilowattstunde oder das Kubikmeter Leuchtgas festgesetzt. Diese kommt fast allen Verkaufswerten zu gute, denn der mittlere Erlös aller Werke für die Kilowattstunde liegt bei etwa 28 Pf., so daß der Höchstsatz nur 1.4 v. H. dieses Betrages ausmacht. Auch beim Gase, das durchschnittlich zu etwa 13 bis 16 Pf. für das Kubikmeter verkauft wird, liegt der Höchstsatz von 0,4 Pf. erheblich unter 5 v. H. des Abgabepreises. Derselbe Satz von 0,4 ist der Normaliatz für die zum eigenen Bedarf arbeitenden Werke angenommen, soweit es sich um elektrische Arbeit und um Gas von der Beschaffenheit des üblichen Leuchtgasts (wenigstens 3000 Wärmeeinheiten im Kubikmeter) handelt: für minderwertige Gase (fog. Kraftgase, zwischen 1000 und 3000 W.-E.) reduziert er sich auf 0,2 Pf. Ganz arme Gase (unter 1000 W.-E., wie Gichtgase) bleiben frei. Um auch bei der Selsterzeugung den auf besonders billige Masienerzeugung angewiesenen (baugt- sächlich elektrochemischen) Betrieben Rechnung zu tragen, tritt bei ihnen auf Antrag eine Er- mäßiguna auf 5. v. H. der nachweislich erwachsenen Selbstkosten ein.
Auf die Bestuchtunasmittel ist eine Sondersteuer geleat. Bei den elekrischen Glühlampen bewegen sich die Steuersätze zwischen 5 und 50 Pfennig. Bei den Glübköpem für Gasgliihl'ckt boten weder bei Gasverbrauch noch die Ab- mesiunnen einen genügend zutreffenden Anhaltspunkt für «ine ähnliche Staffelung. Da aber die Lebensdauer dielet Körper wesentlich geringer ist als die der Glühbirnen und besonders bei den Lampen von hohen Lichtstärken stark verkürzt ist, io ist hier mit Rücksicht auf den billigen Preis der Glühstrümphe ein Einheitssatz gewählt. Die Besteuerung der Glühkörper konnte nicht auf Gaslicht beschränkt werden. Daß sie auch die Beleuchtung mit Spiritus- und Petroleumglühlicht umfaßt, kann als ein gerechter Ausweis im Wettbewerbe dieser Beleuchtungsarten gelten. Der vorai'ssickttiche Reinertrag der Elettrizitäts- und Eassteuer wird auf rund 50 Millionen Mark geschätzt. Hiervon treffen rund 32 v. H. auf elektrische Arbeit, 26 v. H. auf Ens, 24 v. H. auf die Beleuchtungsmittel für Elektrizität und 18 v. H. auf solche für Gas.
Es leuchtet ein, daß eine solche Steuer ins.« besondere bei den Kommunen starken Wider-
„Promenieren, in diesem Gedränge?" meinte Kommerzienrat Winter und blickte seine Frau franenb an.
Warum nicht? Aber der Platz muß besetzt bleiben, sonst wird er uns genommen, und wir finden so leicht keinen anderen."
„So bleibe ich hier," erklärte der Gemahl. „Willst Du die Führung meiner Frau übernehmen?" wandte er sich zu dem neben ihm sitzenden Amtsgerichtsrat Arnold, der mit beobachtenden Augen dem ihm umgebenden heiteren Treiben zuschaute.
„Ganz zu Befehl. Vielleicht finden rohr unterwegs auch unsere entschwundenen Freunde wieder, Monsieur bnb Madame Duplessis?"
„Sie haben Bekannte aus Paris gesehen und scheinen dort festgehalten zu werden," meinte die Kommerzienrätin, einen Blick auf das schwirrende Eewoge und die rings umher Sitzenden werfend.
Graf Holm hatte sich erhoben.
„Darf ich Sie führen?" fragte er, sich zu Ellen neigend.
Sie schob schweigend ihre Hand in seinen Arm. Er wagte einen leisen Druck, sie zog nicht zurück. Arnold mit der Kommerzienrätin wollte dem voranschreitenden Paare auf dem Fuße folgen.
»Nicht so hasttg," wehrte ihm seine Seglet«
spruch gefunden hat, welche Besitzer von Gas- und Elektrizitätswerken sind. Aber auch vom gewerblichen und landwirtschaftlichen Stand« punkte wird man die Steuer genau prüfen müssen.
Aus dem Reichstage.
Die Samstag-Sitzung wurde durch die erste Beratung des Weingefetzentwurfs ausgefüllt. Staatsfekretäer v. Bethrnann-Hollweg führte die Vorlage ein, indem er die Gedanken und Erwägungen, auf denen sie sich aufbaut, entwickelte und ihre Richtlinien kennzeichnete. Eine weitere Verschärfung des erst 1901 erlassenen jetzigen Gesetzes ist im Reichstage von allen Seiten bei feder sich bietenden Gelegenheit gefordert worden. Es ist daher nicht anders zu erwarten, als daß dxr Entwurf feiner ganzen Tendenz nach gutqe- heißen und begrüßt wurde, wenngleich eine zweckmäßigere Gestaltung von Einzelheiten Bet Kommifstonsberatung Vorbehalten wurde. Namens des Zentrums äußerte sich in diesem Sinne Abg. Baumann, für die Konservativen Dr. Roesicke. für die Nationalliberalen Dr. Blankenhorn, für die Sozialdemokraten Abg. David, für die wirtschaftliche Vereinigung Abg. Stauffer, für die freisinnige Vereinigung D. Naumann.
Nur der Redner der freisinnigen Dolkspartei. Abg. Hormann-Bremen, sah in dem Entwurf eine Benachteiligung der kleinen Winzer und Händler, zugunsten der großen Weinautsbesitzer und Weingroßhändler. In seinen Einwendungen wurde er von dem Redner der Reichspartei Aba. Dr. Hoefsel widerlegt.
Es sprachen noch die Abg. Wettetlö (Els.), Freiherr v. Wolff-Metternich (Ztr.) und Freiherr Heyl zu Herrnsbeim (nl.). Dann oertante man die Weiterbereitung auf Montag, 9. November. 2 Uhr. Außerdem erste Lesung der Gesetzentwürfe betr. Preisfestsetzung im Markthandel mit Schlachtvieh und betr. die Einwirkung von Armenunterstützungen auf öffentliche Neckte.
Schluß gegen 5 Uhr.
fcPTi,
— Aus dem ausmötigen Amt. Berlin. 7. Nov. Staatssekretär v. Sckön tritt der „Nordd. Allg. Zto." zufolge beute Abend einen Erhoiunosur- laub nach dem Süden an. — Der „Reichsan- zeiaer" meldet: Der kaffarliche Gesandte in Bukarest, v. Kiderlen-Wäckter, ist hier einae- troffen und übernahm die Leitung des auswärtigen Amtes für die Dauer der Erkrankung des Staatssekretärs n. Sckön.
— Dir deutsche Vertreter beim Papstjubi- liium. Mailand. 7. Nov. „Corriere della Sera" bespricht in einer Korrespondenz aus Rom die Enfendung des Freiherrn von Schorlemer als Vertreter des Deuschen Kaisers zur Jubiläums- fe‘er des Papstes. Entgegen den in gewißen Blättern bernoraetretenen Auslastungen über die Mission Schorlemers stellt der „Corriere della Sera" auf Grund guter Informationen fest, daß derselbe im Vatikan mit Herzlichkeit und Freude empfanden werden würde.
— Ein Marinedstachement in Tsingtau. Dem Reichstage foll voroeschlaaen werden, an Stelle der bisherigen ostasiatifchen Detachements in Peking und Tientsin ein neuzubildendes Marine- detachcment treten zu lallen, das sich ebenso wie das in Tsingtau stationierte 3. Seebataillon aus dem 3. Eeebataillon ergänzt und dem Eou-
terin. „Ich bleibe sonst wieder mit meinem Kleide hängen.“
„Besser ein Kleid opfern, als feine Pflicht versäumen."
Immer noch diese Furcht, lieber Arnold? Der Graf weiß ja. daß Ellen gebunden ist."
„Gleichviel! Sie ist noch nicht verheiratet, und selbst das gewährt heutzutage nicht immer genügenden Schutz."
„Reden Sie doch nicht so leichtfertig. Was würde Ihre Frau dazu sagen."
„Meine Frau? Beste Koufine, ihr ist nichts Menfcklickes fremd."
„Sie können doch nie ernst fein. Und doch, wenn ich Sie nun eifersüchtig machen wollte? Daß Bruno für Ihre Frau eine wahre Anbetung hegt, das ist doch nicht zu leugnen.“
„Gewiß nicht, denn er hat einen guten Geschmack."
„Dasselbe kann man vom Grafen und Ellen sagen."
„Glauben Sie das wirklich? Nun, ich wünsche nur, daß Ihr Glaube Sie nicht täusche: doch vergessen wir beim Plaudern nicht unseres Amtes. Sehen Sie noch unser junges Paar? „Pardon, das „jung" paßt freilich nur auf Ellen: bet Graf wird sich wohl meinem Alter nähern. Doch addiert man die Summe von den Jahren Beider zusammen, so stehen sie fraglos in der Blüte des Lebens,"
oernement in Kiautschou unmittelbar unter* stellt wird. Nach erfolgter Bildung des Ma« rinedetachements soll das ostasiatische Detachement zurückgeführt und aufgelöst werden. Als Zeitpunkt für die Durchführung dieser Drgont» fationsänberung in das Frühjahr 1909 in Aus- sicht genommen.
— Der Zwischenfall von Easablanca. Paris, 8. Nov. Die hiesigen amtlichen Kreise scheinen entschlossen zu sein, den Bericht des Polizeikommissars Botda Übet den Zwischenfall von Casablanca jetzt nicht zu veröffentlichen, um feinen Vorwand zu Preßpolemiken zu liefern, die eine Verständigung zm-schen Frankreich und Deutschland erschweren würden. Die Verzögerung ist umso wünschenswerter, als die deutsche Regierung, von demselben Gedanken beseelt, die öffentliche Meinung von ihrer Darstellung noch nicht in Kenntnis gesetzt bat.
** Ministerwechsel in Oesterreich. Wien, 7. Nov. Ministerpräsident Freiherr von Beck überreichte beute nachmittag dem Kaiser auf Grund des Beschlusses des Ministerrates die Demission des aefamen Kabinettes. Der Kaiser hat diese Demission angenommen und das Ministerium bis auf weiteres mit bet Fortführung bet Grichätte betraut worben. — Wien, 8. Nov. Der Minister bes Innern. Freiherr von Die« nerth, würbe heute Vormittag vom Kaiser in Schönbrunn in einVtunbiner Vrivataubienz empfangen und erhielt den Auftrag zur Bildung eines neuen Kabinetts.
•* Eine wunderbare Errettung. Kalkutta, 8. Nov. Der Gouverneur von Bengalen, Sfr A. H. Leith Fraser, ist gestern Abend auf wunderbare Weise dem Schicksal entgangen, ermordet zu werden. Mährend er sich mit dem Lesen von Zeitungen beschäftigte, trat plötzlich rin junget Bengale auf ihn zu. hielt ihm einen Revolver vor die Brust und drückte zweimal ab. Die Patronen versa-tten jedoch: der Täler wurde sestoe- nommen. Während dies geschah, entfernten sich einige Bengalen, die sich vor der Halle, dem Schauplatz bes Morbanschlags, aufgehalten hatten, in großer Eile. Es wirb angenommen, baß sie Helfershelfer bes Täters waren.
** Ein neuer Dreadnouobl. Landon. 7. Nov. Das sechste Linienschiff der Dteodnougbl-Klasse ist in Devonport vom Stapel gelaufen und von bet Gemahlin bes Premierministers Asquith „Coliinnwob" getauft worben.
** Venezuela. Willemstobt, 8. Nov. Der im Jahre 1894 zwischen Hollanb und Venezuela abaefchlollene Vertrag würbe von Seiten Hollands aufgehoben. Die Regierung von Curaeao gab die Ein- und Ausfuhr von Waffen und Munition frei und wird gegen von hier ausgehende revolutionäre Bewegungen nicht einschreiten.
^ns dem Orient
Die Sage in der Türkei.
Konstantinopel, 7. Nov. Von bet russischen und italienischen Botschaft wurden heute, ebenso wie früher von der englischen und französischen, Schritte bei der Pforte wegen bet Demobilisierung unternommen. — Novakowitich und Nenabowitsch hatten gestern eine mehrstün- bige Unterrebung mit dem Eroßwesir. Das Ko-
Die Kommerzienrätin blickte sich suchenb um. „Ich kann sie wirklich nickt mehr finben.“ „Dann schlage ich vor, wir kehren auf unseren Platz zurück. Denn nun sehen wir sie aller Wahrscheinlichkeit nach nicht eher roieber, als bis es ihnen beliebt, bem von ihnen jebenfalls gesuchten Alleinsein ein Enbe zu bereiten unb zu uns Alten zutückzukehren."
„Sie sinb ein Pessimist, liebet Arnolb," wibersprach bie Kommerzienrätin, „nur vorwärts, Sie werben Ihr übernommenes Führer- amt nicht so leicht roieber los.“
Er seufzte, fügte sich aber in fein Schicksal. Doch sollte er Recht behalten. Trotz eifrigen Durchsuchens aller Alleen bes Kurgartens, selbst bet entferntesten, waren bie Verschwunbenen nirgenbs zu finben. Der Rückweg mußte enblich eingeschlagen werben, boch fanben sie, wie Arnold es im Voraus wußte, den Kommerzienrat noch immer allein an seinem Tische.
JRa, bas muß ich sagen," grollte et, „Ihr seid lange ausgeblichen; wo aber ist Ellen unb bet Graf?“
„Ja, find fie denn noch nicht wieder hier?" entgegnete bie Gattin etwas kleinlaut, boch setzte sie gleich roieber beruhigenb hinzu: „Sie werben ben Duplessis begegnet sein unb kehre» wahrscheinlich mit ihnen zusammen zurück."
(Fortsetzung folgtl