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Marburg
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
m» »en Krilagr«: „ziterarisöxrr Anzeiger", „z<m»wirtschastliche Keil«-»« m» „Illnstrierte, Kmmta-sbl-tt".
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Die KanzlerttisiS.
Noch immer beherrscht die durch die Etöff- nungen des „Daily Telegraph" geschaffen^ Lage die politische Erörterung. Insbesondere be« schäftigt man sich mit der Stellung de» Fürsten Bülow, die von einem großen Teil der Presse für unhaltbar erklärt wird. Wer selbst link» liberale Blätter geben zu, daß der Augenblick zum Kanzlerwechsel besonders wegen der innerpolitischen Aufgaben außerordentlich schlecht gewählt wäre und mahnen zu ruhiger Ueber- legung. Noch ist freilich die Spannung keineswegs gelöst, und noch immer erhalten sich Gerüchte von dem nahen Rücktritt des Kanzler», selbst auf Seiten, wo der Wunsch nicht Vater des Gedankens ist. Die Erörterung der Angelegenheit im Reichstage, zu der schon mehrere Parteien Interpellationen angekündigt haben, wird ja noch über manche Einzelheiten Licht verbreiten. Sie wird vor allem aber auch zeigen, ob das durch das Parlament vertretene Volk dem Kanzler für den von ihm selbst eingestandenen Fehler Verzeihung gewährt. Als der Kanzler im April 1906 plötzlich erkrankte und man annehmen konnte, daß in absehbarer Zeit ein Wechsel in der Leitung eintreten würde, zeigte sich, daß das Volk diesem nur schweren Herzens entgegensah. Im großen und ganzen hat Fürst Bülow bis jetzt also das Vertrauen des Volkes in reichem Maße genossen. Der Reichstag steht jetzt vor einer schweren Entscheidung. Will er den Kanzler trotz alledem halten? Zur Beantwortung der Frage wird er sich vor Augen halten müßen, daß die Lage nach innen und außen zurzeit eine äußerst schwierige ist. Von Einfluß wird aber auch sein, was der Kanzler an Garantien bieten wird dafür, daß ähnliche Vorkommnisie in Zukunft al» «usgeschlosien gelten können.
Der englische Grundsatz: „Recht oder unrecht, es ist mein Vaterland", der für uns Deutsche in mancher Beziehung viel Beherzigenswertes enthält, läßt sich auf die jetzige Situation nicht ausdehnen, und es liegt nicht im Interesse der nationaldenkenden Kreise, hier irgend etwas zu verheimlichen oder zu vertuschen. Andererseits aber haben wir bereits betont, daß wir schon allein um des Eindrucks im Auslande willen nicht die Pflicht haben, fortgesetzt grau in grau zu malen. Es wäre gut, wenn die Oeffentlich- keit sich nunmehr solange in ihrem Urteil Zurückhaltung auferlegte, bis oie restlose Klarstellung vor dem Reichstag erfolgt.
Die neuen Reichsfteuern.
Die „Rordd. Allg. Ztg." veröffentlicht heute in 16 Spalten den Wortlaut der dem Reichstage zugehenden Gesetzentwürfe über die Reichsfinanzreform samt einer Denkschrift. Daraus ist folgendes hervorzuheben:
57 «Nachdruck verboten.)
Getrennte Welten.
f. Roman von Clarissa Lohde,
r (Fortsetzung.)
„Meine Schwägerin aus Frauenstein war bei ihr," konnte Bruno nicht umhin, ihm ins Wort zu fallen.
„Das weiß ich," versetzte der Pastor. „Die Frau Baronin hat mir das selbst heute mitgeteilt, als ich die Ehre hatte, bei Ihr zu sein."
„Ich hoffe, sie befindet sich wohl?" fragte Bruno, ohne aufzusehen.
„Sie sah leidend aus, wollte aber doch vor ihrer Abreise noch wegen einiger Wohltätigkeitseinrichtungen mit mir sprechen. Sie hatte eine größere Summe für kirchliche und Schulzwecke ausgesetzt, deren Verwaltung sie mir übertragen hat, da sie, wie ich zu meinem Bedauern hörte, für längere Zeit fortbleiben will. Für den Herrn Baron und auch für die Rätin Arnold hat sie mir einen Gruß aufgetragen."
Die Festsetzungen über das Begräbnis waren bald beendet. Der Pastor bat um die Erlaubnis, mit Fräulein Wese, die er vergeblich bei ihren Eltern gesucht hatte, Rücksprache nehmen zu dürfen, der er auch noch einen Auftrag von der Frau Baronin auszurichten habe. In seinen Augen leuchtete es dabei warm auf. Bruno wußte, daß der junge Pastor Gertrud Wese gern hatte. Mit der Rätin hatte er schon oftmals darüber gesprochen, was für eine gute Landpfarrersfrau sie abgeben würde. Beide wiinsch- ten dem jungen Mädchen von Herzen das Glück, •n eines so warmherzigen und gebildeten Mannes Seite ihre Fähigkeiten weiter entwickeln zu können, hier, wo jeder sie kannte und wert hielt.
Die Steuervorlage«.
Bei Gestaltung des neuen Steuersystems find die verbündeten Regierungen von der Erwägung ausgegangen, daß auf die bestehenden einzel- staatlichen und kommunalen Verhältnisse Rück- fich zu nehmen, im übrigen aber die Reform auf den Grundsatz der Ergiebigkeit, Allgemeinheit, Gerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit aufzubauen sei. Hieraus ergab sich folgendes System: In erster Linie bedurfte es der allgemeinen Heranziehung der Eenußmittel, Branntwein, Bier Wein und Tabak. Daneben ist eine Steuer auf Elektrizität und Gas, sowie auf Anzeigen vorgesehen, schließlich waren auch solche Steuern heranzuziehen, di« vornehmlich von den Besitzenden getragen werden. Dies kann nur durch den Ausbau der Nachlaßbesteuerung geschehen, die in dreifacher Form durch eine allgemeine Nachlaß- steuer, durch Beschränkung des gesetzlichen Verwandtenerbrechts und durch Aenderung des Erb- schastssteuergesetzes erfolgt. Von eigentlichen Verkehrssteuern ist Abstand genommen. Im Gegenteil wird Aufhebung der Fahrkartensteuer und Ermäßigung des Ortsportos für Postkarten wenigstens auf 3, wenn auch nicht auf 2 Pfennig vorgeschlagen. Der Ertrag der vorgeschlagenen Steuern beläuft sich schätzungsweise aus Branntwein auf 100 Millionen JA, aus Tabak auf 77, Bier 100, Wein 20, Erbschaften insgesamt 92, Elektrizität und Gas 50, Anzeigen 33, insgesamt rund 475 Millionen JA.
1. Der Zwischenhandel de, Reiche, mit Branntwein.
Die Vorlage überträgt den An- und Verkauf des Branntweins im Großen auf das Reich. Der regelmäßige Verkaufspreis wird so be- rnessen, daß an die Reichskasse eine Reineinnahme von 220 Millionen JA abgeführt wird. Der regelmäßige Ankaufspreis wird so bestimmt, daß er die durchschnittlichen Herstellungskosten eines Hektoliters Alkohol deckt, wobei die Schlempe kostenfrei dem Brennereibesttzer bleibt. Die sogenannte Liebesgabe fällt fort. Dafür erhalten die Brennereibesitzer auf zehn Jahre eine Entschädigung in halber Höhe des Wertes der gegenwärtig erteilten Kontingentscheine. Den süddeutschen Brennern werden anstelle des Vorteils der günstigeren Kontingentierung entsprechende Zuschläge zum regelmäßigen Branntweinankaufspreise gewährt. Den bestehenden Brennereien wird im allgemeinen der bisherige Be- ttiebsumfang gewährleistet.
2. Brausteuer.
Die Erhöhung der Biersteuer wird das Hektoliter fertigen Vieres mit etwa 2 JA treffen. Die allgemeine Steuerstaffel ist nach dem Vorbilde der badischen und der elsaß-lothringischen Biersteuer vereinfacht und mehr zusammengedrängt worden. Sie beginnt mit dem Satze von 14 JA und endigt bei einer Malzoerwendung von über 5000 Doppelzentner mit dem Satze von 20 JA für einen Doppelzentner Malz. Den vor dem 1. Oktober 1908 bestehenden kleinen Brauereien wird eine Ausnahmestellung in der Weise eingeräumt, daß von ihnen nur 10 -K für 1 Doppelzentner zu zahlen sind.
„Fräulein Wese wird wahrscheinlich bei der Rättn sein," sagte er. „Wenn Sie mich begleiten wollen, ich war eben auf dem Wege zu den Damen."
Der Pastor folgte mit einer Verneigung dem voranschreitenden Hausherrn. Unten im Erker ihres kleinen Salons saßen die Rätin und Gertrud, wie gewöhnlich mit einer Handarbeit beschäftigt. Aber nicht wie sonst flog die Unterhaltung munter hin und her. Gertrud, deren .Gedanken sich voll geheimer Sorge mit der Baronin beschäftigten, beugte sich schweigend über ihre Arbeit, die Rätin aber blickte nachdenklich in den herbstlich sich färbenden Park und Garten. Die Post hatte ihr heute von dem Gatten aus Baden-Baden einen Brief gebracht, der sie äußerst beunruhigte.
,Du kannst Dir denken," schrieb der Rat, „daß ich hier in der schönen Villa Winters ein Herrenleben führe. Alle Tage werden Partien gemacht zu Pferde und zu Wagen in die Umgegend. Gestern waren wir auf der Pburg, natürlich in großer Gesellschaft; denn anders tun es die verwöhnten Leutchen nun einmal nicht. Wenn ich zu Pferd sage, so meine ich dabei Ellen und die in Paris verheiratete Schwester Winters, Madame Duplesfis, die mit ihrem Manne auch zu den Rennen hier eingetroffen ist. Du erinnerst Dich der pikanten, kleinen Dame; sie ist die Eins und er die Null, was ja wohl öfters in der Ehe vorkommen soll. Da ich das Glück habe, eine Frau wie Dich zu besitzen, ist das natürlich für mich ein dunkles Gebiet. Diese Null teilt also, oder muß. die Leidenschaft seiner besseren Hälfte für den Sport teilen, und Ellen ist davon über alle Gebühr angesteckt. Natürlich hat sich zu der Null, ich will nicht sagen, eine zweite Null, denn ich kenn« heg Herrn zu wenig,
3. Weinsteuer.
Der neue Weinsteuerentwurf sieht für den hn Inlands auf Flaschen gefüllten, sowie für den aus dem Auslande in Flaschen eingehenden stillen Wein eine Abgabe vor. Die Qualitätsweine sollen eine ihrem Werte entsprechende Besteuerung erfahren, die in den Haushaltungen abgefüllten Weine aber nur einer geringen Steuer unterworfen werden. Die Abgabe besteht in einer allgemeinen Flaschensteuer und in einem gestaffelten Zuschläge. Der Weinsteuer unterliegen alle stille« Weine in Flaschen ohne Rücksicht auf den Preis, dem Zuschläge hingegen nur solche im Preise von mehr als 1 JA die Flasche. Als Weinsteuersatz wird der Betrag von 5 Pfennig für die Flasche, einerlei ob ganze oder halbe Flasche, vorgeschlagen. Der Zuschlag ist sechsfach abgestust, die Zuschlagssätze bewegen sich zwischen 10 Pfennig und 3 JA. Privatpersonen bleiben im allgemeinen von der Entrichtung des Zuschlages frei. Auch die Schaumweinsteuer soll erhöht werden; für Schaumweine im Preise von mehr als 3 JA die Flasche werden die Zuschlagssätze für stillen Wein als Mehrbelastung neben der Schaumweinsteuer angesetzt. Auch die Schaumweine im Preise bis zu 3 JA erhalten einen Zuschlag da gerade unter ihrer Konkurrenz die besseren Sorten stiller Weine zu leiden haben.
4. Tabaksteuer.
Die Vorlage entscheidet sich für die Fabrikatwertsteuer nach dem Banderolensystem. Die Steuersätze bewegen sich für Zigarren in 6 Stufen von 4 Jt 6is 96 Ji für 1000 Stück, für Zigaretten in 7 Sufen von 1.50 JA bis 24 JA für 1000 Stück, für feingeschnittenen Tabak in 5 Stufen von 0.80 JA bis 12.80 JA für 1 Kilogramm. Die Steuersätze betragen für Zigarren 10 bis 13 Prozent, bei Zigaretten 15 bis 20 Prozent des Kleinverkaufspreises. Das Verhältnis der Steuerbelastung der Zigarren zu den Zigaretten ist auf etwa 1 bis iy2 bemessen. Die geltende Tabakbesteuerung soll ohne Aenderung des Zollsatzes für ausländischen Rohtabak und des Steuersatzes für inländischen Tabak bestehen bleiben.
5. Elektrizität»- und Gassteuer.
Die Steuer beträgt für Elektrizität und Gas, die gegen Entgelt abgegeben werden, 5 Proz. des Abgabepreises, jedoch nicht mehr als 0.4 Pfennig für die Kilowattstunde oder das Kubikmeter. Bei Herstellung zum eigenen Bedarf beträgt der Steuersatz 0.4 Pfennig für die Kilowattstunde und für das Kubikmeter Eas von wenigstens 3000 Wärmeeinheiten, 0.2 Pfennig für Eas von 1000 bis 3000 Wärmeeinheiten. Die Steuer auf Glühlampen beträgt für solche bis 15 Watt 5 Pfennig, von über 15 bis 20 Watt 10 Pfennig, von über 25 bis 60 Watt 20 Pfennig, von über 60 bis 100 Watt 30 Pfennig für das Stück. Für Glühkörper für Gasglühlicht 10 Pfennig für das Stück.
8. Anzeigensteuer.
Durch die Vorlagen sollen Anzeigen, die in Zeitungen und Zeitschriften enthalten sind (Einrückungen) oder Sonderbeilagen, sowie Ankündigungen besteuert werden. Die Steuer beträgt
als Begleiter der Damen gefunden, ein Graf Holm. Er soll ein Bekannter von Baron Rothenfels, dem Sport-Rothenfels, wie man ihn jetzt zum Unterschiede von unserem Freunde Bruno, dem Dichter Rothenfels, nennt, und des Grafen Alten sein. So sagt wenigstens Deine Kousine Winter, um damit den, ich muß gestehen, gar zu vertrauten Verkehr Ellens mit diesem Kavalier zu entschuldigen.
Da sie schon morgens weite' Ritte in die Berge unternehmen und oft erst nachmittags zu- rückkehren, sehe ich sie nicht zuviel, höre aber beim Diner und Abendessen, wo auch Graf Holm zumeist zugegen ist, wie die Unterhaltung sich ausschließlich um Pferde und die großen bevorstehenden Rennen dreht, wie man Überhaupt hier selbst bei den exquisiten Konzerten im Kur- Hause fast nur von den Rennen spricht. Ueberall umschwirren Namen aus dem Altertum, wie Sphinx, Merkur, Hebe, Phöbus usw. die Ohren und ich zerbreche mir den Kopf, warum gerade die Pferde alle aus dem Olymp stammen sollen. Indessen, da mir selbst dieses von ganz Baden- Baden geteilte Interesse Ellens und ihres Kavaliers für den Sport zu intim wurde, in An betracht dessen, daß sie die Braut unseres Freunde» ist, der Dir eine so außerordentlich liebenswürdige Gastfreundschaft gewährt, erlaubte ich mir, mit Deiner Kousine Winter ein Wort im Vertrauen zu sprechen. Aber Du kennst diese guten Winters. Ja, liebes Weib, ein Graf, mag er nun sein, wie er wolle! Graf Holm aber ist, wie ich bezeugen muß, äußerlich wenigstens durchaus vornehm und hat bei ihnen an und für sich ein Vorrecht vor allen anderen, dem Range nach unter ihm stehenden Menschen. Er kann nach ihrer Ansicht ja gar nichts anderes tun, als was der feinsten Sitte entspricht. Also, um kurz
für Anzeigeblätter, die mehr als einmal wScheut, lich erscheinen, bei einer Auflage bis 5000 Stück 2 Prozent, bis 10 000 Stück 4 Prozent, bis 50 000 Stück 6 Prozent, bis 100 000 Stück 8 Prozent und über 100 000 Stück 10 Prozent der Einrück- ungsgebühr. Anzeigeblätter, die wöchentlich einmal oder in größeren Zwischenräumen erscheinen, entrichten 10 Prozent der Einrückungsge- bühr. Für Sonderbeilagen beträgt die Steuer 20 Prozent der Beilagegebühr. Steuerfrei bleiben Arbeits- und Stellengesuche von nicht mehr als 5 Zeilen. Ankündigungen in Schrift und Bild, für deren Anbringung ein Entgelt entrichtet wird, unterliegt einer Steuer von 10 Prozent. Ankündigungen, für deren Anbringung ein Entgelt nicht entrichtet wird, unterliegen einer Steuer nach dem Flächenraume. Firmenschilder und andere Aufschriften, die lediglich den Geschäftsbetrieb der Bewohner oder Inhaber betreffen sind steuerfrei.
7. Erbschaftssteuer.
Der Entwurf einer Nachlaßsteuer trifft den Nachlaß als Ganzes ohne Rücksicht auf die Personen, an welche die Erbschaft fällt und ergreift so auch das Erbe der Kinder und Ehegatten Die Steuerpflicht ist auf solche Nachlässe be- schränkt, die 20 000 JA übersteigen. Die Steuer steigt von 0,5 Prozent bei einem Nachlaß von 20 000 bis 30 000 JL auf 3 Prozent bei einem Nachlaß von mehr als 1 Million. Ein Nachlaß von 100 000 bis 125 000 Jl zahlt 1,4 Prozent. Für die Landwirtschaft sind wesentliche Erleichterungen geschaffen durch Gestaltung der Rentenzahlung, durch Steuerberechnung nach dem Ertragswert und ähnliches. Als Zuschlag zur Nach, laßsteuer soll von dem Nachlasse derjenigen wehrpflichtigen Personen, die nicht aktiv gedient haben, eine Wehrsteuer von 1,5 Prozent erhoben werden. Der Ertrag aus der Nachlaßsteuer ist auf 14 Millionen JA veranschlagt.
In dem Entwürfe über das Erbrecht de» Staates wird das gesetzliche Verwandtenerbrecht auf Ehegatten und Verwandte erster und zwei- ter Ordnung (Abkömmlinge, Eltern, Geschwister und deren Abkömmlinge und die Großeltern) beschränkt. An die Stelle der weiteren Verwandten tritt als gesetzlicher Erbe der Fiskus. Als finanzieller Ertrag ist die Summe von etwa 25 Millionen JA angenommen.
8. Da» Gesetz betreffend Aenderungen im Finanzwesen
regelt vor allem das finanzielle Verhältnis zwischen Reich und Einzelstaaten. Es bestimmt, daß der Höchstbetrag der Matrikularbeitrüge auf di« Dauer von fünf zu fünf Jahren durch besonderes Gesetz festgesetzt wird. Ferner trifft das Gesetz Bestimmungen über die Tilgung der Reichsschuld und ähnliches.
Heber die einzelnen Vorschläge der Regierung wird noch manches zu sagen sein.
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— Bon Auswärtigen Amt. Wie die „Neu« polit. Korr." erfährt, wird der vorübergehend mit der Leitung der Geschäfte des Auswärtigen Arnis betraute Gesandte von Kiderlen in den
zu sein, er ist ein noli me tangere, und um alle» in der Welt, möchte man seine Gesellschaft nicht entbehren. Da er nun auch mit einigen Pferden, ob sie nun Apoll ober Artemis, Mars oder Aphrodite heißen, ist mir unbekannt und offen gestanden auch gleichgültig, sich an dem Rennen beteiligt, so verspricht man sich auch durch ihn mannigfache Vorteile, wie bevorzugte Plätze usw. Also ich habe nichts ausgerichtet, doch halte ich es für meine Pflicht, Dir ein Avis zu geben. Handle nach Deiner immer das Richtige treffenden Ansicht."
„Das Richtige," wiederholte sich die Rätin kopfschüttelnd. „Wieviel, er mir zutraut! Zuviel! Hier das Richtige zu treffen, ist schwerer, als er ahnt. Wie kann ich aus der Ferne über das Verhalten des leichtsinnigen Mädchens urteilen? Und weiß ich denn, wie es mit ihm, dem Baron eigentlich steht?"
Sie gedachte, wie schweigsam er sich in Beziehung auf Ellen in letzter Zeit ihr gegenüber verhalten hatte; aber dqnnoch schien et an dem Gedanken festzuhalten, im Herbst feine Hochzeit zu feiern. Neulick erst, als er Fräulein Christine aufgeforbert hatte, mit ihm nach Berlin zu gehen, hatte et hinzugefügt: Bis meine Frau bas Regiment im Hause übernimmt. In Herzensangelegenheiten sich zu mischen, schien ihr immer eine mißliche Sache. Und Bruno warnen, wie ihr Mann vielleicht wünschte? Warum aber? Vor einem Nebenbuhler, der mit Ellen ritt, von seinen Pferden mit ihr sprach? War ein solcher Mann von ihm zu fürchten?
Bruno» und de» Pastor» Eintritt enttisseU sie ihrem Sinnen. '
v...... .. (Fortsetzung folgt)
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