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nnb den Beilagen: „Literarischer Anzeiger-. „L-mdn-irtfchnMche Beilage« und „JUnstriertes Sanntagsdlatt«.
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Marburg
Mittwoch 4 November 1908.
Die InsertionSgebübr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Ioh. Bug. Koch, llniversitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. T. Hitzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43. Jahrg.
Die neue Dienstaltersliste der Oberlehrer an den preußischen höheren Lehranstalten
Soeben erscheint bk neue Dienstaltersliste 1er Oberlehrer an den preußischen höheren Lehranstalten zum 15. Male, mit Benutzung amtlichen Materials herausgegeben von Prof. Dr. Toeplitz und Prof. Malberg als H. Teil des sog. Kunze-Kalenders im Verlag von Trewendt und Eranien (Alfred Preuß) in Breslau.
Im Berichtsjahre 1. Mai 1907 bis 1. Mai 1908 ist die Zahl der höheren Lehranstalten auf 699 gestiegen, von denen 37 Vollanstalten und 48 Nichtvollanstalten noch in der Entwicklung begriffen sind. Den 485 Vollanstalten stehen 214 Nichtvollanstalten gegenüber, im vorigen Iabre waren es 458 Vollanstalten und 219 Nicktvollanstalten. 94 (1907 88) höhere Lehranstalten sind Reformanstalten zumeist nach dem Frankfurter System — Anfangs-Fremdsprache Französisch, Beginn des Latein in III2 —; nur am Reform-Realgymnasium i. E. in Geestemünde und am Realgymnasium in Osnabrück bildet das Englische die Anfangs-Fremdsprache. Dem Laien erscheint es befremdlich, daß die Zabl der Gymnasien, Progymnasien, Realgymnasien, Realprogymnasien, Oberrealschulen und Realschulen sich nicht mit den vorherigen Zahlen deckt. Es segeln nämlich vielfach unter einer Flagge mehrere Anstalten. In zwei Provinzen, Hannover und Westfalen, gibt es Gymnasien, die Realgymnasien angegliedert und deshalb nur für den Kenner vorhanden sind. Ausgebaut oder in der Entwickelung begriffen sind 334 Gymnasien, 34 Progymnasien, 141 Realgymnasien, 38 Realprogymnafien, 79 Oberealschulen
155 Realschulen, in Hessen-Nassau, 20 Gymnasien, 2 Progymnasien, 6 Realgymnasien, 5 Realprogymnasien, 9 Oberrealschulen, 14 Realschulen. Trotz aller Proteste der preußischen Delegierten - Versammlung und des verstorbenen Professors Paulsen-Berlin, welche 500 Schüler als die Höchstgrenze der einem Direktor zu unterstellenden Cchülerzahl festsetzen, hat der Direktor der Kgl. Berger- Oberrealschule in Polen eine Anstalt zu leiten, welche in 16 Klassen 803 Schüler faßt; der städt. Gymnasialdirektor in Mülheim a. d. R. trägt gar die Verantwortung für die Ausbildung von 859 Schülern in 26 Klassen. An diesen höheren Lehranstalten gibt es insgesamt 8498 etats- mäßige Oberlehrerstellen, doch waren davon 359 gegen 384 im Vorjahre unbesetzt. Unter Berücksichtigung der im Juni erfolgten Professorennennungen wurden die etatsmäßigen Stellen von 4155 Professoren und 3984 Oberlehrern verwaltet. Neu angestellt wurden 586 (589) etatsmäßige Oberlehrer. Der älteste neue Oberlehrer war 60vt Iabre alt, 10 Oberlehrer über 40, 15 über 35, 81 über 30 und 2 unter 25 (beide 2411/,,) je einer in Rbeine und Clausthal. Von den unbesetzten 359 etatsmäßigen Stellen waren 4 mit seminarisch Gebildeten besetzt. An wissenschaftlichen Hilfskräften — auch beute fehlen noch die zweckentsprechenden Amtsbezeichnungen — wurden 1115 gegen 1004 im Vorjahre vollbeschäftigt, darunter 116 anstellungsfähige und in einer preußischen Liste geführte Kandidaten, 555 Probekandidaten und 377 Seminarmitglieder, dazu 24 Theologen und 43 sonstige Hilfslehrer. Ueber das Schwanken im Personalbestände der höheren Lehranstalten und den daraus folgenden besseren oder schlechteren Aussichten gibt folgende kleine Tabelle Aufschluß:
April 94
Dogma von
der
dauernden
und
In
Buenos-Aires.
der Anwärter
95
90
97
98
99 0‘
Of
Das stellitng
mb-'ebt
Stegen
0<
04 05
06
07
<8
beib'r
1216
1472
1467 1268
1106
924 693
68 3
340
204
165
1'0
124
125
169
.12 199 199 165 139 150 164 174 2?5
43 849 449 494 550
6 6
-iffe ima^. I I Seminar»
t-n^nren | 8 obavden | Mitglieder
asien: Tsingtau. Zur Vollanstalt ist ausgebaut die Oberrealschule in Antwerpen, in der Entwickelung dazu befinden sich Brüssel und Bukarest. Den Ausbau erstrebt Konstantinopel. Lüttich und Madrid erstreben die Militärberechtigung.
Unter den neuen ministeriellen Bestimmungen, welche die Dienstaltersliste bringt, ist die Ordnung der praktischen Ausbildung der Kandidaten für das Lehramt an höheren Schulen in Preußen vom 15. März 1908 in einzelnen Punkten für weitere Kreise von Wichtigkeit. § 3 verlangt unter 2) als Anlagen des Gesuchs um Zulassung zum Seminarjahre ein
unbet. 112 103 73 80 83
127 118
188 249 836 315 337
384
359
Velgrano
51-7 5261
5337 5597
5790 5847
6060
6106 6516 677'
6947
7185 74-3
7791
8189
An-
Nov. Mar Aprl
Mai Nov.
Mai
192
194
185
144
150
169
212
211
253
394
486
545
596
68
7-6
Deutsch-Ost-
frühen ....
des Oberlehrerberufs dürfte dem objektiven Beobachter doch etwas wankend werden. Lehrreich ist auch die Verteilung der Anwärter der Oberlehrerlaufbahn auf die Hauptfächer. Von allen haben als Hauptfach: Religion und Häbräisch 141 (in den beiden vorhergehenden Jahren 150 u. 159), darunter 30 (26, 25) katholische Religion, Lateinisch und Griechisch 286 (183, 163), Französisch und Englisch 394 (346, 330), Mathematik und Physik 444 (401. 338), Chemie und beschreibende Naturwissenschaften 120 (101, 78), Geschichte und Erdkunde 331 (251, 213), Deutsch 352 (285, 245), Turnen 147 (104, 93).
Anstalten
ktatsmämpe
Professoren
Oberlehrer
512
17p6
3481
521
1751
8507
525
1776
3561
539
1859
3738
541
1984
3806
548
1942
3905
564
19 1
4069
564
2035
4071
573
2170
434 i
596
2246
4524
612
2207
4740
635
2349
4836
651
.3648
3m5
677
397-
381 i
699
4’55
3984
Durch den Erlaß vom 15. Aug. 1908 treten die öffentlichen höheren Mädchenschulen in den Aussichtskreis der Provinzialschulkollegien mit der Maßgabe, daß hinsichtlich der Rang- und Titelverbältnisse der Direktoren und akademisch gebildeten Oberlehrer die für die höheren Lehranstalten d->r männlichen Jugend geltenden Vorschriften entsprechende Anwendung finden. Die von Obl. Dr. Beyte-Hannover S. bearbeitete Zusammenstellung des Kunzekalenders weist 159 öffentliche höhere Mädchenschulen nach, wovon bisher 60 bereits unter dem Provinzialschulkollegium, 99 unter der Regierung stehen. 119 besolden ihre akademisch gebildeten Lehrer nach dem Normaletat, darunter 10 in Hessen-Nassau. Bei 40 höheren Mädchenschulen in Hessen-Nassau stehen die Sätze unter dem Normaletat. Mit Realgymnasialklassen oder Abteilungen verbunden sind bisher nur 8 höhere Mädchenschulen, davon in Hessen - Nassau eine. 49 höheren Mädchenschulen sind Lehrerinnenseminare angegliedert. Der Bedarf an akademisch gebildeten Lehrern belief sich auf 152 Direktoren.und. 446 Professoren und Oberlehrer.
Erfreulich ist es, daß die deutschen Auslands- schulen den Anschluß an die Dienstaltersliste der Oberlehrer Preußens und der meisten norddeutschen Staaten gesucht und gefunden haben. Zeigt der erste Versuch auch nur ein unvollständiges Ergebnis, weil bisher nicht alle Schulen die erforderlichen Angaben gemacht haben, so wird sich auch hier bald die nötige Vollständigkeit erzielen lassen. Zur Ausstellung des Zeugnisses für Lte wissenschaftliche Befähigung zum «inj.-freiw. Militärdienst sind berechtigt in Europa: Antwerpen, Brüssel, Buckarest, Genua, Konstantinopel und Mailand. I» Süd-Amerika:
von einem beamteten Arzte ausgestelltes Zeugnis, in welchem dem Kandidaten bescheinigt wird, daß er die' für den Beruf eines Lehrers erforderliche Gesundheit und Körperbeschaffen- heit hat, insbesondere frei ist von wahrnehmbaren Anlaaen zu chronischen Krankheiten sowie von Sprachstörungen, und ausreichendes Seh- !ind Hörvermögen besitzt. 3J Eine Aeußerung über die Vermögenslage und die Aufbringung der für den Unterhalt während der Zeit der praftischen Ausbildung erforderlichen Mittel. § 4. Die Ueberweisung der Kandidaten erfolgt zweimal im Jahre, zu Ostern oder zu Michaelis. — Kandidaten, gegen deren sittliche Unbescholtenheit erhebliche Zweifel vorliegen, sind von der Ueberweisung auszuschließen; für diese Maßregel ist jedoch zuvor die Genehmigung des Ministers einzuholen. § 7. Das Provinzial- schulkollegium hat solche Kandidaten, gegen deren Zulassung zum Probejahre wegen dienstlicher oder außerdienstlicher Mängel noch Bedenken bestehen, zur Verlängerung der Seminarzeit um ein halbes oder ganzes Jahr einer anderen Seminaranstalt zu überweisen. Solchen Kandidaten, welche nach dem übereinstimmenden Urteil des Provinzialschulkollegiums und des Direktors für den Lehrerberuf ungeeignet erscheinen, ist zu eröffnen, daß sie zum Probejahr nicht zugelassen werden können. § 15. — Bestehen Zweifel darüber, ob der Kandidat (Probekandidat) bereit» für anstellungsfähig zu et« achten ist, so hat da» Provinzialschulkollegium eine Verlängerung de« Probejahres zunächst auf ein halbes Jahr anzuordnen und di« Entscheidung über bk Anstellungsfäbigkeit auszusetzen, lleberbaupt zu versagen ist bk Anstellungsfä- higkett, wenn sich inzwischen herausgestellt Men
sollte, baß ber Kanbibat wegen körperlicher Gebrechen ober wegen unverbesserlichen pädagogischen Ungeschicks zur Erfüllung der Amtspflichten eines Lehrers und Erziehers der Jugend dauernd unfähig ist, oder wenn der Kandidat nach seiner amtlichen oder außeramtlichen Führung zur Bekleidung des Amtes eines Jugendlehrers ungeeignet erscheint. Der betreffende Beschluß des Provinzialschulkollegiums ist dem Kandidaten samt den Entscheidungsgründen schriftlich mitzuteilen. § 18. Der Minister behält sich vor, in einzelnen Fällen, z. B. bei Berufung von Geistlichen in das höhere Lehramt, von der Ableistung der'zweijährigen praktischen Ausbildung ganz oder teilweise zu entbinden. Constantin Ewoldt.
Marburg und Um-ftgend.
Nachdruck oller O'ig n üartikel ist gemäß 8 18 be8 Urbeberrechts nvr mit bet deutlichen Ouellenanaabe .Oberbesf. Ztg * uestattet. Mr die Ausnahme größerer Einsendungen an einem bestimmten Tage können wir keine Garantie übernehmen, ebenso f r Rücksendung unverlangter Manuskripte.»
■filflrhnrrt 3. Nopbr.
* Feiertage im November. Für die bevorstehenden, in den Monat November fallenden Feiertage sei auf die Bestimmungen über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage aufmerksam gemacht. Danach dürfen an den Vorabenden des Bußtages und der dem Andenken der Verstorbenen der christlichen Konfessionen gewidmeten Jahrestage, sowie an diesen genannten Tagen selbst weder öffentliche noch private Tanzmusiken veranstaltet werden. Ferner dürfen am Bußtage außerdem auch öffentliche theatralische Vorstellungen, Schaustellungen und sonstige öffentliche Lustbarkeiten, mit Ausnahme der Aufführung ernster Musikstücke (Oratorien usw.), nicht stattfinden. Endlich find an dem dem Andenken der Verstorbenen der christlichen Konfessionen gewidmeten Jahrestagen nur theatralische Vorstellungen ernsten Inhalts gestattet.
* Stadttheater. Auf die am Montag, den 9. November, stattfindenden Gastspiele der französischen Gesellschaft des Herrn Roubaud sei das kunstsinnige Marburger Publikum ganz besonders hingewiesen. Die Gesellschaft, die sich aus Mitgliedern der „Comedie Franeaise", des „Odeon" und „Gymnase"-Theaters in Paris zusammensetzt, bereist seit 4 Monaten im November und Dezember Deutschland und kommt zum ersten Male nach Marburg. Es dürfte wohl wenige deutsche Mittelstädte geben in denen ein gleich großer Prozentsatz der Bevölkerung in der Sprache Mottöres mit Verständnis zu folgen vermag, wie Marburg. So dürfte denn auch dem ersten Gastspiel der Pariser Gesellschaft — der übrigens ein vorzüglicher Ruf vorausgeht — ein voller Erfolg beschieden sein. Gegeben werden zwei Werke von literarischem Wert: Nachmittags 4T/2 Uhr: Sandeaus „Mademoiselle de la Seiiflieie“ und abends 8 Uhr: Mo- Iftres „Malade imaginaire". Die Preise sind sehr niedrig gestellt und bewegen sich zwischen M. 2.— und 75 Pfg. Scküler und Schülerinnen genießen noch besondere Preisermäßigung.
* Wach- und Schließgesellschaft. Die Arbeitsstatistik vom Monat Oktober hatte folgendes Ergebnis: 1352 mal Haustüren zugeschlossen. 599 mal aufgeschlossen: 116 mal Hoftüren zugeschlossen, 52 mal aufgeschlossen; 262 mal Gartentüren zugeschlossen, 203 mal aufgeschlossen; 19 mal Kellertüren, 2 mal Waschküchen, 3 mal Schlachthäuser und 1 mal Werkstatt zugeschlossen. Offen angetroffen und für Schließen Sorge getragen: 7 mal Ladentüren, 4 mal Saaltüren. 1 mal Kontor, 1 mal Stalltüre, 12 mal Fenster und 1 mal Balkon. 9 mal steckende Schlüsselbunde abgezogen; 62 mal elektrische Leitungen abgestellt; 113 mal diverse andere Lichte gelöscht; 5 Pferde angebunden; eine unbefugte Person in fremden Räumen angetroffen.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk Cassel herrschen zur Zeit in folgenden Ortschaften Viehseuchen: Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel. Landkreis Cassel: Obervellmar, " Ochshausen, Rengershauien, Großenritte. Kreis Fritzlar: Hundshausen, Zwesten. Kreis Gelnhausen: Gondsroth, Rothenbergen, Wächtersbach, Kirchbracht, Hettersroth, Röhrig, Leisenwald, Altenmittlau, Niedermittlau. Landkreis Hanau: Langenselbold, Niederdorfelden, Großauheim, Rückingen, Bruchköbel, Großkrotzenburg. Kreis Hersfelb: Roßbach. Kreis Hofgeismar: Trendelburg, Hümme, Sielen, Beberbeck, Veckerhagen, Vaake, Hofgeismar. Kreis Kirchhain: Todenmühle. Kreis Grafschaft Schaumburg: Hattendorf, Beckedorf. Influenza der Pferde (A. Brustseuche): Kreis Hersfeld: Obergeis. (B. Pferdestaupe): Kreis Marburg: Aumühle, Bauerbach.
;: Frankenberg, 2. Nov. Gestern nacht
Mrde bet dem Kaufmann 6. Marx hier einge
brochen. Es wurden Anzüge gestohlen; auch soll noch bares Geld den Dieben in die Hände gefallen fein. Auch bei dem Schuhmacher Aßhauer wurde ein Einbruch versucht, die Täter wurden jedoch verscheucht. Es sollen vier Personen sein, welche mit dem Zug 4.35 Uhr früh von hier fortgefahren sein sollen. Es soll sich um Sträflinge, welche aus der Strafanstalt Wehlheiden entsprungen sein sollen, handeln. Wie man weiter erfährt, sind am Eisenbahndamm auch 4 Sträflingsanzüge gefunden worden.
BermiMs.
Glückliches Lük'ck! Der Provinzialrat der Fürstentums Lübeck beschloß angesichts des Mn- zenden Finanzabschlusses 25 Prozent der Einkommens- und Vermögenssteuer nicht pl erheben.
imd
Gießen, 31. Ott. Ein neues großes indusirft elles Unternehmen ist hier im Entstehen begriffen. Eine schweizerische Firma Bänninaer hat bereits im Frühjahr mit dem großen Fabrikbau begonnen. Es bandelt sich um eine Weicheisen- und Stahlgießerei. Das Hauntoebände hat eine Länoe von 150 M-ter und befindet sich östlich der Stadt an der Bahnlinie Gießen-Gelnhanftn. Der Unternehmer bat von der Stadt 16 000 Quadratmeter Gelände für rund 50 000 M angekauft. Die Fabrik soll im nässten Frühjahr eröffnet werden; jetzt ist sie im Rohbau fertig- gestellt.
Frankfurt a. M., 31. Ott. Auf bet Strecke Frankfurt-Mannheim.Miesbaden'-Langenschwal- bach, Wiesbaden-Niedernhausen, Mainz-Lud- wigsbafen, Worms-Darmstadt und Bingerbrück- Saarbrücken ist im Laufe des Monats die erste Wagenklasse aus den Personenzügen ausgeschal- tet worden. In der nächsten Zeit wird dieselbe Maßnahme noch auf einer Anzahl anderer Strecken getroffen werden.
Birlenbach bei Diez, 31. Oft. Der 52jäbrige Kolonialwarenhändler Heim. Kröller von hier, gegen den ein Strafverfahren wegen Cittttch- keitsverbrechen, begangen an Schulkindern, eingeleitet war und der vorgestern in Haft genommen werden sollte, erschoß sich in einem hinter dem Hause stehenden Bienenbaus mit feinem Flobert. Der Tot trat sofort ein.
Efchwege, 1. Novs Ein hiesiger Weißbinder- meister bekam infolge starker Erkältung eine kleine Entzündung an der rechten Backe. Da diese ihm immer heftigere Schmerzen verursachte und immer schlimmer wurde, nahm er ärztliche Hilfe in Anspruch. Ein Professor der Göttinaer Klinik stellte Wasserkrebs ftst, eine Krankheitt die äußerst selten ist und in Deutschland nach ärztlicher Feststellung seit dem Jahre 1861 nicht vorgekommen ist. Die verschiedenen Operationen verliefen bis jeüt glücklich. Ein Teil des Kinnbackens mußte aboefägt werden. Die Le« ben-mefahr ist aber noch nicht beseitigt.
Spangenberg, 31. Okt. Gestern mittag gegen 12 Uhr wurde das benachbarte Dörfchen Kaltenbach durch Feuerruf erschreckt. Es brannte das Haus des Pflastermeisters Schwalm. Die Feuerwehr aus Elbersdorf war rasch zur Stelle. Da man aber befürchtete, daß das Feuer einen größeren Umfang nehmen würde, so wurde auch gegen 1 Uhr die hiesige freiwillige Feuerwehr alarmiert. Auf dem Wege dorthin wurde dies« aber wieder zurückbeordert, da es der Elbers- dorfer Feuerwehr inzwischen gelungen war, des Feuers Herr zu werden. Ueber die Entstehung des Brandes verlautet noch nichts.
Breitenbach a. H., 31. Okt. In der Wohnung des Schuhmachers H. Stein brach heute vormittag in Abwesenheit der Eltern Feuer aus, anscheinend durch Kleidungsstücke, welche dem Ofen zu nahe hingen. Ein in der Nähe stehender Kinderwagen mit einem etwa 6 Monate alten Kinde fing sofort Feuer. Einem Nachbar gelang es, das Kind den Flammen zu entreißen. Leider hat dasselbe schwere Brandwunden erlitten, denen es erlegen ist.
Arenshausen, 1. Nov. Eine gewaltige Feuersbrunst hatte heute Nachmittag das benachbarte große Dorf Uder heimgesucht. Vermutlich durch Kinderbrandstiftung entstand in der Scheune des Bäckermeisters Seng ein Brand, der sich mit großer Schnelligkeit ausbreitete und einen großen Umfang annahm. Vier mit Erntevorräten gefüllte Scheunen nebst Wirtschaftsgebäuden gingen in Flammen auf. Außerdem wurde der große Saal der HLnermundschen Gastwirtschaft, die Hünermundschen Wirtschaftsgebäude, sowie das Wohnhaus des Bäckermeisters Seng ein Raub der Flammen. 7 Feuerwehren waren auf der Brandstätte erschienen. Auch in den umliegenden Ortschaften, sowie in bet Stadt Heiligenstadt wurde Sturm gelautet.
Krefeld, 31. Okt. Bei der Auswahl bet Schöffen und Geschworenen sind zum ersten Mal« sechs Arbeiter aus bet Vorschlagsliste gewählt worben.
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