MchW Immg mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhains «ud de« KrUage«: Literarischer Anzeiger", „Kandwirtschafttiche Keilage" vnd „ILnstriertr* Smmta-sblatt".
55
(üincbbtud ocrtoltn.j
am (be.
ge-
Ein großer Teil der ausländischen und inländischen Presse richtet wegen des im „Daily Telegraph" veröffentlichten Artikels kritische Betrachtungen gegen die Person des Kaisers, wobei von der Annahme ausgegangen wurde, de: Kaiser hätte diese Publikation ohne Vorwissen der für die Politik des Reiches verantwortlichen Stelle veranlaßt. Diese Annahme ist unbegründet. Der Kaiser hatte von einem englischen Privatmann mit der Bitte, die Veröffentlichung zu genehmigen, das Manuskript eines Artikels erhalten, in dem eine Reihe von Gesprächen Seiner Majestät mit verschiedenen englischen Persönlichkeiten und zu verschiedenen Zeiten zusammengefaßt war. Jener Bitte lag der Wunsch zugrunde, die Aeußerungen Sr. Majestät einem möglichst großen Kreise englischer Leser bekanntzugeben und dainit den guten Beziehungen zwischen England und Deutschland zu dienen. Der Kaiser ließ den Entwurf des Artikels an den Reichskanzler gelangen, de: das Manuskript dem Auswärtigen Amte mit der Weisung überwies, dasselbe einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen. Rachdem in dem Bericht des Auswärtigen Amtes Bedenken nicht erhoben waren, ist die Veröffentlichung erfolgt. Als der Reichskanzler durch die Publikation des „Daily Telegraph" von dem Inhalt des Artikels Kenntnis erhielt, erklärte er dem Kaiser, er hätte den Entwurf des Artikels nicht selbst gelesen, andernfalls würde er Bedenken erhoben und der Veröffentlichung widerraten haben. Er betrachte sich aber als für den Vorgang allein verantwortlich und decke die ihm unterstellten Ressorts und Beamten. Gleichzeitig unterbreitete der Reichskanzler dem Kaiser sein Abschiedsgesuch. Der Kaiser hat diesem Gesuche keine Folge gegeben, jedoch auf Antrag des Reichskanzlers genehmigt, daß dieser durch die Veröffentlichung des oben dargestellten Sachverhalts in die Lage gesetzt werde, ungerechten Angriffen auf den Kaiser den Boden zu entziehen.
Rach einer Meldung aus Berlin fuhr der K a i se r am Samstag um 6 Uhr beim Reichskanzler vor, hatte mit ihm eine zweistündige Besprechung und nahm dann dort den Ter.
Die Ausführungen der „Rordd. Allg. Ztg." stellen zunächst fest, daß der Kaiser nicht unkonstitutionell gehandelt hat, sodann ersieht man aus ihnen, daß die englische Zeitung keine Indiskretion begangen hat. Der Reichskanzler erkennt an, daß die Veröffentlichung ein Fehler und stellt sich selbst vor den Riß. Zwar wird das mutige Eingeständnis des Fürsten Bülow allgemein sympathisch ausgenommen werden. Immerhin läßt sich nicht verhehlen, daß die Erklärung der „Rordd. Allg. Ztg." nicht beruhigend
wirken kann, und es wird Sache des Parlaments sein, einmütig die Frage zu erörtern, welche Reorganisationen nötig sein werden, um derartige Fehler im Auswärtigen Amt in Zukunft zu verhüten. In der Erkenntnis, daß uns durch die Enthüllung de» „Daily Telegraph" schwerer Schaden in der auswärtigen Politik zugefügt worden ist, dürfen wir eben nicht beharren. Es nützt nichts, jetzt durch die Erörterung des Mißgeschicks bie Lage noch weiter zu verschlimmern, im Gegenteil, gilt es jetzt gerade den Kopf hochzuhalten, denn die Situation ist für uns in der Tar nicht günstig.
Einige Preßstimmen seien noch angefügt. Die „Freis. Ztg." meint: Die Veröffentlichung der „Rordd. Allg. Ztg." soll dazu dienen, ungerechten Angriffen auf den Kaiser den Boden zu entziehen. Schön, aber desto gerechter sind die Angriffe, die aus dem ganzen schlimmen Handel gegen die leitenden und verantwortlichen Männer unserer Regierung zu erheben sind. Mit dem Fürsten Bülow wird der Reichstag alsball» ebenso, wie mit den Herren vom Auswärtigen Amt ein ernstes Wort sprechen.
Die alldeutsche „Deutsche Zeitung" schreibt u. a.: Uns ist, als ob das Dach über dem Hause des deutschen Volkes niederzustürzen drohe. Es werden manche Opfer fallen. Der Reichskanzler wankt, und das Auswärtige Amt ist so bloßgestellt, daß man eine völlige Neuordnung und Neubesetzung für notwendig halten muß.
In dieser Tonart geht es fort durch die gesamte deutsche Presie. Die „Köln. Ztg." schreibt zu den Mitteilungen der „Nordd. Allg. Ztg.": Fassen wir den ganzen Hergang zu jammen, so kommen wir zu dem Schlüsse, daß das Interview, das einer englischen Initiative entstammte, nur durch Fehler in der amtlichen Behandlung das Licht der Welt erblickt hat, und keineswegs für eine amtliche Staatshandlung und auch nicht für eine persönliche Aktion des Kaisers angesehen werden kann. Wir haben es hier mit einer großen Irrung zu tun, deren Folgen sehr unerfreulich sind. Was die Aeußerun- gen des Kaisers selbst angeht, so haben wir unsere Meinung schon dahin ausgesprochen, daß wir in den Chor der Tadler nicht einstimmen können. Der gegenwärtige Augenblick war zwar zu einer derartigen Veröffentlichung recht ungeeignet, aber ein offenes, aufrichtiges Wort muß eine gute Statt finden, und so wiro auch diese Aufklärung über das Verhältnis des Kaisers zum englischen Volke schließlich bewirken, daß alle, denen der Friede zwischen den eiben Nationen am Herzen liegt, in geschloffener Phalanx gegen die internationalen Brunnenvergifter und Störenfriede Front machen.
den diese Dementis mit Interesse lesen, aber st« werden unsere Art, die Haltung Frankreichs und Rußlands während des Burenkrieges zu beurteilen, nicht wesentlich ändern können. Wir kennen den allgemeinen Charak.er der Steig« niffe aus dieser Zeit sehr genau, und seit Ungern sind wir entschlossen, diese Ereignisse zu vergessen, soweit die beiden genannten Mächte da« bei in Frage kommen. Hätte Deutschland von seinem aufrichtigen Wunsch, gute Bezie^ mgen zu England zu unterhalten, so klare Beweise ge< führt, wie Frankreich und Rußland sie uns gegeben haben, so hätte die Mehrheit der Engländer auch schon die Haltung Deutschlands während der genannten Epoche vergessen. Der Versuch, die alten Zwistigkeiten wieder zu erwecken, hat das Resultat gehabt, das Band, das die drei großen Mächte vereint, noch inniger zu gestalten."
— Adelsoerleihung. Wie der „Reichsanz." mitteilt, ist dem Direktor Koch Besitzer der Herrschaft Bärenwalde im Kreise Schlochau, der erbliche Adel verliehen worden.
— Eine geheimnisvolle Geschichte. Rostock, 31. Okt. Kurz vor der Einfahrt des Großherzog- paares gestern nachmittag wurde von dem Weichenwärter auf We.che LI, die der großh'rzogliche Salonwagen passieren mußte, eine Knallkapsel gefunden. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung eingeleitet.
— Die Ueberfüllung der juristischen Laufbahn. Das Justizministerialblatt veröffentlicht eine Statistik der bei den preußischen Justizbehörden in den Jahren 1896 bis 1908 beschäftigt gewesenen Referendare. Während am 1. Juli 1896 die Zahl 3506 betrug und die Steigerung bis zum 1. August 1906, also in 10 Jahren, 100 Prozent erreicht hatte, indem die Zahl auf 7003 Referendare gewachsen war, belief sie sich am 1. August d. I. bereits auf 7528. Die durchschnittliche jährliche Steigerung im Jahrzehnt 1896—1906 ist daher mit etwa350 anzusetzen. In dem Jahrgang vom 1. August 1906 bis zum 1. August 1907 steigerte sich bic Zahl von 7003 auf nur 7182. Der Zuwachs betrug nur 179. Im Jahrgang 1907/08 ist aber der Zuwachs wieder auf 346 gestiegen.
— Kein Betrat militärischer Geheimnisse durch einen fremdländischen Offizier. Die „Tgl. Rdsch." bezeichnet die Meldung, daß ein Offizier einer ausländischen Macht, welcher als Hospitant zu einer militärischen Vildungsanstalt kommandiert war, ein wichtiges militärisches Geheimnis erfahren und einer fremden Macht mit» geteilt habe, als „von A bis Z erlogen“.
— Ein Beamtenbestechungsprozeß im Saarrevier. Saarbrücken, 31. Okt. In dem Prozeß gegen 52 Beamte und Bergleute der Grube Reeden wurde um 6 Uhr abends das Urteil gefällt. Wegen schwerer Beamtenbestechung wurde der Fahrsteiger Riß zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, seine angeklagte Ehefrau wegen Beihilfe zu 1 Woche Gefängnis. Schwere Bestechung
Getrennte Welten.
Roman von Elarissa Lohde.
(Kortfetzung.)
Er fährt bei diesen rasch hingeworfenen Worten erschrocken zusammen.
„Editha, wie soll ich das verstehen?"
Sie sieht ihn mit großen traurigen Augen ernst an.
„Daß ich eine unglückliche Frau bin, Bruno, die Sie bedauern dürfen."
„Das ahnte ich längst, und doch, und doch. Ich bitte Sie Editha, fassen Sie keine übereilten Entschlüsse."
„Nennen Sie es übereilt, was ich seit Jahren in langen schlaflosen Nächten durchdacht habe, was, wenn ich nicht selbst zu Grunde gehen will, zur unabweislichen Notwendigkeit für mich geworden ist?"
„Sie denken an eine Trennung von Ihrem Gemahl? Und Ihr Kind?"
„Um meines Günthers willen habe ich geduldet, mehr als ein Mensch ahnen tann; jetzt aber ist meine Kraft zu Ende. Und da denke ich, besser ein schneller Schnitt, als eine ewig blutende Wunde. Mein Sohn soll nicht Zeuge der unglücklichen Ehe seiner Eltern werden."
„Und wenn man Ihnen diesen Sohn nimmt. Editha?"
Sie blickte zu Bruno mit einem solchen Ausdruck von innerem Weh auf, daß es ihm in die Seele schneidet.
„Das Gesetz steht auf des Vaters Seite. Sie müssen mit allem rechnen, Editha!"
Sie senkt das Haupt auf die Brust, aus der es wie ein Stöhnen empordrängt.
„Dann freilich! Von meinem Kinde mich trennen, das kann ich nimmer, dann ist mein Schicksal besiegelt, dann gibt es keine Rettung für mich!"
„Sie müssen vor allem daran denken, sich für Ihr Kind zu erhalten, Editha, dürfen sich nicht so ganz der Verzweiflung hingeben."
Er ergreift ihre Hand und drückt sie warm ermutigend.
Eine Kauzlerkrifis.
Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlichte Samstag nachmittag folgende Mitteilung reits Samstag durch Extrablatt bekannt geben):
Abgeordnetenhaus.
Der Abgeordnete Hoffmann hatte nach § 64 der Geschäftsordnung gegen die ihm in der letzten Sitzung erteilten Ordnungsrufe schriftlich
— Zum Kaiser - Interview schreibt die „Times": Wenn die Unterhaltung des Kaisers die Absicht und den Zweck hatte, Zwistigkeiten zwischen England und Frankreich oder England und Rußland zu erzeugen, so kann ihre Veröffentlichung die gewünschte Ursache nicht geben. Die französischen und russischen Zeitungen veröffentlichen Informationen, um zu beweisen, daß der erwähnte Bericht über die Versuche, eine europäische Aktion gegen England während des Burenkrieges herbeizuführen, ungenau ist. Zu diesen Informationen werden wohl Dementts authentischen Charakters hinzutreten. Wir wer
„Leben Sie wohl," wiederholte er tonlos, während sein Blick mit einem seltsamen Ausdruck auf ihr haftet.
„So Gott will, auf Wiedersehen, ein bessere» Wiedersehen! Und wenn einmal die Zeit kommen sollte, wo Sie meiner Hilfe bedürfen, wo ich sie Ihnen leisten darf, dann denken Sie an mich als einen Freund, für den es kein höheres Glück gäbe, als Ihnen beweisen zu dürfen, wie hoch er Sie im Herzen hält! Ja, Editha, so hoch, wie kein anderes Weib. Wenden Sie sich nicht ab; in dieser Stunde, in der Sie an einem Scheidewege Ihres Lebens stehen, darf, muß ich Ihnen bas sagen."
Sie neigt nur ohne zu antworten, das Haupt, dann noch ein Wink mit der Hand, und sie schreitet weiter. Lange verhartt er auf derselben Stelle, die zarte Gestalt mit seinem Blick verfolgend. Nun ist sie an einer Biegung des Wald- roeges angelangt, die im Winde sich wiegenden Zweige der Bäume find das Einzige, was et noch sieht. Ein tiefer Seufzer hebt seine Brust, dann schlägt auch er den Rückweg ein.
XXI.
Bruno legte ungeduldig die Feder au» bet Hand, er fühlte sich außer stände, zu arbeiten.
Einspruch erhoben. Es wurde mit erdrückender Majorität in einem Fall nur gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, in den beiden anderen Fällen gegen die Stimmen der Polen, bet Freisinnigen und Sozialdemokraten, der Einspruch des Abg. Hoffmann zurückgewiesen.
Dr. Wiemet (frs. Vp.) meinte, es sei schon richtig, daß dauernde Mehrausgaben nur auf dauernde Mehreinnahmen zu begründen seien, es müsse nur sorgfältig nachgeprüft werben ob die Rechnung des Finanzministers stimme. Abg. v. Arnim-Züsedom (kons.) betonte, baß die Besoldungserhöhungen durch den Aufschwung auf allen Gebieten, die Lohnerhöhungen und die allgemein gesteigerten Ansprüche, nicht aber durch unsere Wirtschaftspolitik notwendig geworden sei. Eine heilsame Gestaltung der Finanzen könne nur durch eine dauernde Erhöhung der Steuern erreicht werden, deshalb würden seine Parteifreunde den Vorlagen der Regierung zustimmen. Die Frage sei offen zu lassen, ob an der von der Regierung vorgeschlagenen Grenze, nur die Zensiten von 7000 J*. aufwärts zur erhöhten Einkommensteuer heranzuziehen, festzuhalten sei. (Lebhafter Beifall). Abg. Dr. Paqnicke (frs. Vgg.) will nur vorübergehende Steuerzuschläge haben. Minister v. Rheinba- beu betonte nochmals die Notwendigkeit, dauernde Steuererhöhungen einzuführen. Wenn die Eesellschaftssteur sortfallen soll, müsse eine Verdoppelung der Erhöhung der Einkommensteuer eintreten. Das sei bedenklicher wie die Gesellschaftssteuer. Abg. v. Saß-Zaworski (Pole) behauptete, baß an der notwendigen Mehrbelastung des Volkes durch Steuererhöhungen die Ostmarkenpolitik schuld sei. Abg. Dr. Röchling (natl.) will einer provisorischen Deckung zustimmen, da für die Notwendigkeit einer bauernden Steuererhöhung die nötigen Unterlagen zur Nachprüfung fehlen. Abg. Dr. Gerschel (frs. Vp.) beklagte es, daß durch die Eesellschafts- steuer wieder eine neue Belastung des mobilen Kapitals, unter Schonung des fundierten, geschaffen werden soll. Die Aktiengesellschaften würden abwandern. Der Finanzminister konnte diese Befürchtungen nicht teilen. Abg. Hirsch (Soz.) wünschte eine Ausdehnung der Steuerfreiheit über die Einkommen von 900 M. bis zu 1200 resp. 1500 M. Ein Schlußanrrag wurde angenommen. Die Anjetzung der nächsten Plenarsitzung wurde dem Präsidenten überlassen.
bleibt mir übrig? Es gibt Dinge, die über menschliche Kraft gehen, ich kann ihm nach dieser letzten, mir angetanen Schmach nicht mehr begegnen, ich kann nicht."
„Sie werden ruhiger werden, Editha, werden über bas Geschehene, was es auch sei, milber denken lernen.“
„Ach, sprechen Sie nicht auch so, Bruno!" unterbricht sie ihn heftig. „Die Ruhe, von der Sie reden, kann nicht über mich kommen. Mein ganzes Wesen empört sich gegen die Frivolität einet Anschauung, die Dietrich zum Prinzip seines Lebens gemacht hat. Sie, Bruno, müssen das verstehen, oder ich habe mich in Ihnen getäuscht und was Sie geschrieben haben sind nicht Ihre wahren Gedanken, sind Phrasen gewesen, die vor der Wirklichkeit nicht Stand halten."
Er machte eine abwehrende Bewegung. „Und wenn ich es auch verstehe," sagt er schmerzlich, „darf ich Ihnen in diesem ernsten Augenblick hier wohl bekennen, daß auch mir ähnliche Kämpfe nicht fremd find. Wie kann ich Ihnen helfen? Sie wissen, müssen wissen, daß ich von Herzen bereit bin, für Sie einzutreten, Ihr Schützer zu werden. Aber es wäre Unverstand, wenn ich mir nicht sagen wollte, daß jeder Beistand von, mir, dem gehaßten Eindringling in die Familie Rothenfels, nur das Gegenteil von dem, was ich wünsche, erzielen, Ihre Stellung nur erschweren könnte."
Marburg ™ __
J12. ZDeJ Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition — Markt 21. __ m , ,, _____, 43
- Der Bezugspreis beträgt durch di-Post 2,25 Mk. (ohne T)«rt8t(Iß 3 NüVeMbkr 1Q0R ^uck inw Verlag: Joh. Äug. Koch Unwersitatsbuchdruckerei Bestellgeld), bei unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk. O. VlUUCUlUCt 19UÖ. Inhaber Dr. E.H stz er o th, Marburg. Marit 21. — Telephon 55.
„Wenn Sie wüßten, Bruno, wenn Sie wüßten!" schluchzte sie nun auf, sich an einen Baum lehnend und ihr Antlitz in den Händen bergend.
„Mit so großer Liebe, mit so schönen Vorsätzen zog ich in Frauenstein ein. Er hat in mir alles getötet, alles, alles, Vertrauen, Liebe, Hoffnung. Eine Enttäuschung kam nach der anderen. Er sank vor mir, sank, bis jede Achtung vor ihm verloren war. Alle seine Ansichten von Welt und Leben sind ganz den meinen entgegengesetzt. Er kennt als einzigen Lebenszweck nur den Genuß. Seinen Leidenschaften opfert er alles, alles. Wie habe ich mich bemüht, eine Brücke zu finden, die zwischen mir und ihm zu einem Verständnis führt; unmöglich! Selbst diese letzte Reise — ach, was malt uns die Hoffnung nicht vor? — und ich klammerte mich krampfhaft an diese Hoffnung, die ein kleines Entgegenkommen in mir erregt hatte. Ich hoffte, im Alleinsein, umgeben von einer großen . . , schönen Natur, doch noch irgend eine Saite in
t „Ich hoffe, man wird nicht die Grausamkeit I ihm zu finden, die von einziger Liebe zu mir haben, mich von meinem Kinde trennen zu I erklänge; vergeblich. Alles auch da Lug und »ollen." ...- - -■ . I Trug. Leichtsinn und Gewissenlosigkeit. Was
Und doch drängte ihn eine der vornehmsten Bühnen Berlins um Einreichung seines Dramas. Es fehlte an neuen Bühnenwerken. Fast überall war klägliches Fiasko zu verzeichnen. Es schien, als wäre der Genius der bramatitoen _ Kunst von den Dichtern gewichen. Selbst di»
Editha richtet sich straffer empor. I heftigste, leidenschaftlichste Reklame «rmochtt
»cte haben recht, Bruno, nur zu recht, «s nicht mehr, ilbe$ die stetigen Mißerfolge hinweg, gibt Dmge im menschlichen Leben, die allein I zutauschen, "Dämpft "erden müssen Verleihen Sie | lFortfetzAng folaU
meine Schwache und leben Sie »ohll" I M