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uü dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain S
und de« S erläge«: .Merarifchrr Anzeiger", „Kaudmirlfchaftliche Beilage" und „ZLNKrisr-s^ S«mL-tH-dlatt-.
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Marburg
-militaü, 1. November 1908.
Die InsertionSgebühr beträgt für die ^gespaltene Zeile ober deren Raum 16 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Unioerfitättbuchdruckerei Inhaber Dr. E. Hetzerath, Marburg, Markt 21. — Telephon SS
43. Jahrg.
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Ernes Blatt.
Die Indiskretionen
des „Daily Telegraph-.
Noch immer will die Erregung, die die Ausführungen des Kaisers gegenüber dem englischen Interview hervorgerufen haben, nicht zur Ruhe kommen. Die Russische „Nowoje Wremja" schreibt: „Europa wird gut tun, dieses deutsche Bekenntnis zu registrieren, von seinem Standpunkt rus alle von Deutschland übernommenen internationalen Verpflichtungen abzuschätzen und unter diesem Gesichtswinkel alles zu betrachten, was Deutschland in Wort und Schrift zukünftig übernimmt."
Die Amerikanischen Blätter mißbilligen gleichfalls die Ausführungen.
Wie weit in England die Erregung geht, kann man daraus ersehen, daß der bekannte kriegerische Friedensapostel, Mister Stead, ein besonders typischer Vertreter dieser mit allen Mitteln arbeitenden Raffe in der „Daily Mail" «inen offenen Brief an den Kaiser veröffentlicht, kn dem er offenbar sein wahres Gesicht zeigt. Er fordert, daß England sofort sechs Kriegsschiffe in der Art der „Dreadnoughts" in Angriff nehme, da an eine Entente zwischen Deutschland u. England doch nicht zu denken sei. Der Standard läßt sich das Erzählen kleiner Geschichten angelegen sein, die natürlich überall geglaubt werden. Er berichtet über einen angeblichen Zwischenfall, der sich in den neunziger Jahren während des Jameson-Einfalles in Transvaal zugetragen haben soll. Es sei bei einem Botschasterempfang im Berliner königlichen Schlöffe gewesen. Als der Kaiser eintrat, habe er sofort den britischen Botschafter bemerkt. Er sei auf ihn zugegangen und habe folgendes gesagt: Ich höre, daß Eure Leute in Transvaal eingefallen sind, und hoffe, daß die ganze Gesellschaft erschaffen werden wird. — Der Botschafter sei über diesen Empfang so verblüfft und verwirrt gewesen, daß er sofort darüber an das Auswärtige Amt nach London berichtet habe.
Herr D e l c a s s 6 läßt durch einen Vertrauten im „Echo de Paris" eine Darstellung über die Intervention im Burenkriege verbreiten. Danach ging die Sache von Murawiew aus, der nach Rücksprache mit Delcaff«? in Deutschland für eine Vermittlung Stimmung zu machen suchte. Als Ende 1900 die Engländer einige Teile errungen hatten, erschien eine Dazwischenkunft nötig. Man wollte Kaiser Wilhelm veranlassen, die Initiative zu ergreifen. Delcass6 hob hervor, daß Einschreitungen wiederholt vom Grafen Bülow ausgegangen seien. Nachdem der russische Botschafter v. Osten-Sacken, am 28. Februar 1900 den Plan einer Intervent tion dem Kaiser voraelegt hatte, ließ dieser in Petersburg wissen, er fordere, ,chaß Deutschland Rußland und Frankreich vorher einander ihren Besitzstand verbürgten. Rußland erkannte sofort, daß diese Bedingng für Frankreich unannehmbar sei und das Verschwinden des zwecklos werdenden französisch-russischen Bündnisses nach ' ssich ziehen müsse. In Paris begriff man, daß Deutschland Frankreich für immer seiner eng- landfeindlichen Politik dienstbar machen wolle. Das bedeutete, daß Frankreich zum zweiten Male jben Frankfurter Frtsdensvertrag unterzeichnen und sich verpflichten sollte, niemals das Reichs- -land wiederzufordern. Darauf bestrebte sich DelcassS, andere Freundschaften und Stützen in Europa zu suchen, die ibm Deutschlands Mitwirkung unnötig machten."
Man wird wohl bebaupten können, daß diese Ausführungen zum größten Teil unwahr sind. Daß ein Einschreiten der Mächte durch Deutschland verhindert worden ist, dürfte doch wohl als feststehend betrachtet werden. Daß man der freundschaftlichen Aufforderung in dieser delikaten Angelegenheit die Führung zu übernehmen, die uns von Frankreich so bereitwillig hier zu- gestanden wurde, nicht annahm, zeugt davon, daß man den Fuchs erkannte. Am wertvollsten erscheint uns aber das Zugeständnis des Herrn Delcossö, daß der Zweibund allein den Zweck verfolgt, Frankreich wieder zu El faß - Lothringen zu verhelfen, woran freilich niemand gezweifelt hat.
Das Urteil der deutschen Presse ist noch immer liberwiegend scharf. Der „Reichsbote" schreibt: „Die englischen Enthüllungen find für die deutsche Politik ein so schwerer Schlag, wie sie noch kein zweiter betroffen hat. ,.. Wird
man sich wundern dürfen, wenn jetzt im Reichstag Einrichtungen verlangt werden, welche die deutsche Polittk gegen persönliche Neigungen schützen, da die deutsche Nation die Folgen einer fehlerhaften Politik zu tragen hat, und sie seit Jahren trägt?"
Die „Leipz. R. R." meinen: „Der Kaiser träumt noch immer von goldenen Aepfeln, die auf Dornensträuchern wachsen. Ach, das Leben greift noch immer mit harter Faust in die Traumwelt? Immer und immer wieder hat der Kaiser versichert, daß er ein Friedensfürst sei, und daß er England liebe. Und er ist hinüber gezogen über die Nordsee, immer wieder: man hat ihn festlich empfangen. Die Ernte war ander», als die freudige Erwartung des Säemannes sich ausgemalt hat. — Es ließen sich noch eine Reihe Preßstimmen anführen, die meistens in demselben Sinne gehalten find.
Absseordnetenhaus.
Im Abgeordnetenhaus« wurde am Freitag, 30. Oktober, die erste Beratung der Besoldungsvorlage fortgesetzt. Die Abgg. Dippe (nL) und Viereck (freikons.) begrüßten die Pfarrgehaltsvorlagen und fanden es gerechtfertigt, wenn die Zulagen den polnisch-katholischen Geistlichen, die das Deutschtum und den Staat fanattsch bekämpften, versagt bleiben sollen. Abg. Eickhoff (freis. 53p.) wünschte auch Berücksichtigung der jüdischen Gemeinden. Abg. Stqchel (Pole) behauptete, daß die polnische Geistlichkeit lediglich für Erhaltung der polnischen Unterrichtssprache im Religionsunterricht eintrete. Demgegenüber wies Ministerialdirettor v. Chappuis auf die deutsch-feindliche Tätigkeit der polnisch-katholischen Geistlichkeit in der Presse, in den polnischen Genossenschaften und Vereinen und auf den Kampf gegen ihre deutschfühlenden Amtsbrüder hin. Abg. Hoffmann (Soz.) sprach gegen die Vorlagen. Seine maßlose Redeweise zog ihm einen dreimaligen Ordnungsruf zu. Darauf wurde ihm auf Beschluß des Hauses das Wort entzogen. Abg. Meyenfchein skonf.) verzichtete darauf, den Ausfällen des Gegners gegen die Kirche und deren Angehörige zu entgegnen. Das deutsche Volk wüßte, was es an der Sozialdemokratie habe. Der Kampf um die Kirche werde im Lande und nicht im Abgeordnetenhause ausgefochten. Die Annahme eines Schlußantrages beendete hierauf die Debatte und ersteLesung der Pfarrerbesoldungsvorlagen. Bei der folgenden ersten Beratung der neuen Steuerentwürfe wies der Abg. v. Bappenheim (kons.) darauf hin, daß sich in den letzten Jahren das Verhältnis zwischen Einnnahmen und Ausgaben immer mehr zu Angunsten der Einnahmen verschoben habe. Die Eisenbahnverwaltung werde im laufenden Jahre gegenüber dem Voranschläge von 228 Millionen zurückbleiben und nur 88 Millionen liefern. Gegenüber einer dauernden Mehrbelastung um ca. 200 Millionen, verlange die Regierung nur eine Mehr- einnahme ausSteuererträgen von 55 Millionen, welche durch Erhöhung der Einkommen- und Ergänzungssteuer und eine Gesellschaftssteuer aufgebracht werden sollen. Dauernde Ausgaben dürften grundsätzlich auch nur durch dauernde Einnahmen gedeckt werden. Die neugeforderten Steuern müßten natürlich zunächst den leistungsfähigsten Schultern, unter möglichster Schonung des Mittelstandes, auferlegt werden. Von diesem Eesichtspuntte würden sich seine — des Redners — Freunde bei Beratung der Steuervor- lag« leiten lassen. (Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Friedeberg (nL) riet, sich zurzeit mit vorübergehenden Zuschlägen zu begnügen und keine Revision der Einkommensteuer "vorzunehmen. Minister v. Rheinbaben erklärte namens des gesamten Ctaatsministeriums, daß mit der Annahme der dauernden Deckungsmittel dieDienst- besoldungsvorlage stehe oder falle. Abg. Herold (Ztr.) und Abg. Fhr. v. Zedlitz (fteikons.) wollen — wenn möglich — die verlangten Steuern nur auf Zeit bewilligen. Hierauf vertagte sich das Haus um 4y2 Uhr auf Sonabend vormittags 10 Uhr. Tagesordnung: Entscheidung über den Einspruch des Abg. Hoffman« (Soz.) gegen die ihm erteilten Ordnungsrufe.
Mssi-HeS Vrl'lh, '
— Der Besuch de» Kaisers in Oesterreich. Wien, 30. Okt. Die Korrespondenz Wilhelm meldet: Einer im Sommer des laufenden Jahres ergangenen Einladung des Erzherzogs Franz Ferdinand folgend, trifft der deutsche Kaiser am 4. November in Eckartsau ein, um dort einige Tage als Gast des Erzherzogs zu verweilen. Se. Majestät werden in den wildreichen Auen von Eckartsau jagen. Erzherzog Franz Ferdinand trifft die Vorbereitungen für die Jagd, sowie sämtliche Arrangement« für den
Aufenthalt des Monarchen höchstpersönlich. In Begleitung des deutschen Kaiser» werden sich befinden Generaladjutant Graf Hülsen-Häseler, Flügeladjutant Oberst Baron v. Marschall un5 Leibarzt Dr. Nieder. Die Abreise des deutschen Kaisers erfolgt Freitag, den 8. November.
— Rekrutenvereidigung. Potsdam, 30. Ott. Heute Vormittag wurden die Rettuten der Garnison Potsdam in Gegenwart des Kaisers vereidigt und zwar nicht wie ftüher im sogenannten Langen stalle, sondern tm Lustgarten bei sehr schönem Wetter. Der Feier wohnten von den Fenstern des Stadtschlosses aus bei: die Kaiserin, die Kronprinzessin mit ihrem ältesten Söhnchen und die Prinzessin Ettel-Friedrich.
— Zusammensetzng des Abgeordnetenhauses. Nach dem in neuer Auflage erschienen vorzüglichen Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1908 von A. Plate, welches wiederum alles wissenswerte über dieses Haus wie über die Abgeordneten (einschließlich der Bildnisse) enthält, sitzen in im 44 höhere Beamten, 50 Zustizbeamte, 15 hauptamtliche Kommunalbe- omte, 7 ehrenamtliche, 14 pensionierte Beamte, 7 Militärs j. D. oder z. D., 21 Lehrer oder gewesene Lehrer aller Arien, 5 evangelische und "15 katholische Geistliche, 26 Rechtsanwälte und Notare, 4 Aerzie, 10 Privatbeamte, 159 Landwirte, davon 46 aus Mittel- und Kleinbetrieben 10 Kaufleute, 17 Industrielle, 6 Handwerker, 2 Arbeiter, 6 Schriftsteller und Redakteure, 29 Rentner und 5 Männer aus sonstigen Berufen. Diese Statistik zeigt, daß rlle Berufe und Stände ein- schließlich der Beamten im Abgeordnetenhause vertreten sind.
— Aus dem Flottenverei«. Hannover, 30. Ott. Der hannoversche Provinzialausschuß des deutschen Flottenvereins trat hier heute zu einer Besprechung über die Krisis im Flottenverein zusammen. Das Ergebnis war die Absendung emes Telegrammes an Großadmiral v. Köster, in welchem betont wird, daß der Provinzialausschuß in seiner Auffassung von den nationalen Zielen und Aufgaben des deutschen Flottenver- erns zu dem neuen Programm steht. „Oberstes Gesetz", so schließt das Telegramm, „ist das Heil des Vaterlandes."
— Ueber die Reklamesteuer. Berlin, 30. Ott. Die in dem Abendblatte des „Berliner Lokalanzeiger" vom 29. Oktober veröffentlichten angeblich zuverlässigen Mitteilungen über die Annoncen- und Reklamesteuer beruhen, wie das W. B. von maßgebender Seite erfährt, in ihren wesentlichen Teilen auf freier Erfindung, sowohl hinsichtlich der einzelnen Steuersätze, wie hinsichtlich der angeblich wieder zurückgezogenen 10 prozentigen Erhebungsentsckädigung für die Presse, wie auch hinsichtlich der materiellen Angaben über die Reklamesteuer. Ein zweites Dementi zu dieser Frage besagt: Ueber die Hauptpuntte der geplanten Anzeigen- und Reklamesteuer, wie sie sich nach den letzten Beschlüssen des Bundesrats gestaltet haben soll, werden in einem Teil der Presse angeblich zuverlässige Mitteilungen veröffentlicht. Die „Reue polittsche Correspondenz" ist von maßgebender Stelle ermächtigt, festzustellen, daß diese Mitteilungen teils nicht mehr im Gesetz stehen, teils auch nie darin gestanden haben.
— Ueber die französisch« Fremdenlegion wird der „Freikons. Korresp." geschrieben: Aus parlamentarischen Kreisen wird uns geschrieben: Durch die deutsche Presse gehen neuerdings allerlei sentimentale Berichte über die Gefahren, die einzelne Fremdenlegionäre bestanden, und über die Laufbahn, die manche derselben durchmessen haben. Es drängt sich dem Leser dabei das Gefühl auf, daß die Berichterstatter das schmachvolle der Existenz einer Elchen Einrichtung und die niedrige Rolle, die deutschen Soldaten dort spielen, garnicht empfinden. Den Höhepuntt nationaler Erniedrigung aber bildet doch eine Nachricht aus München, wonach in dieser deutschen Stadt ein „Verein -ttqer Fremdenlegionäre" besteht, der ' wieder zählt
und den französischen cegriei ,um
Ehrenpräsidenten gewählt haben soll. Da fehlt uns wohl nur noch ein Verein ehemaliger Zuchthäusler! Der traurige Zwischenfall von Easa- blanca ist noch immer nicht gesühnt. Niemand wird sich für das Schicksal der elenden Deserteure interessieren. Habeant sibi! Es handelt sich nur um eine Genugtuung für die beteiligten deutschen Konsulatsbeamten. Die verbündeten Regierungen sollten aber doch die nächste sich bietende Gelegenheit ergreifen, um durch eine brkrnationale Instanz die Beseittgung der fran
zösischen Fremdenlegion zu erreichen, die eie« dauernde Schändung des deutschen Namens bedeutet.
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•* 3* den Exzesse« in Böhmen. Wien, 30. Ott. In Königinhof fanden gestern Nacht, bei „Neuen Freien Presse" zufolge, arge Ausschreitungen des tschechischen Pöbels statt. Da» Deutsche Haus wurde demoliert, die deutschen Häuser wurden mit Steinen bombardiert und viele Gewalttätigketten gegen deutsches Eigentum verübt. Die Stadt ist von Gendarmerie entblößt, da sie in Prag Dienst tut. — Prag, 30. Ot. In Brüx, Saaz, Teplitz und anderen Städten kam es gestern Abend zu Gegendemonstrationen gegen die Tschechen. Bei den Demonstrationen gegen die Deutschen in Königinhof wurde der Bezirkskommissar einen Steinwurf schwer verletzt,' ebenso wurde in Teplitz der intervenierende Beamte durch einen Steinwurf verwundet.
** Zur Bombenexplosion in Barcelona. Paris, 30. Okt. Der spanische Minister des Innern Lacierva erklärte dem Madrider Korrespondenten des „Eclair", daß die gestern und vorgestern in Barcelona vorgckommenen „Explosionen" lediglich als eine ohnmächtige Kundgebung der letzten Reste der Terroristenpartei anzusehen seien und einen Beweis für die Wirksamkeit der polizeilichen ^?^breaeln bilde. Köniz Alfonso, der in Saragaffa : . k Explosion erfuhr, soll erklärt haben, daß er rabe deshalb und mehr denn je entschlossen sei, nach Barcelona zurückzukehren.
** Aus Marokko. Paris, 30. Ott. Dem „Echo de Paris" wird aus Tanger gemeldet, daß die Bevölkerung von Sofft gegen die Polizei sehr erbittert sei, ' -en Kommandant de« Befehl erteilt habe, y. . Deserteure, die sich in einer Grabmoschee in der Nähe von Saffi geflüchtet hatten, festzunehmen, sobald sie dieselben verlassen hätten. Unter den Eingeborenen ist das Gerücht verbreitet, daß die Franzosen in das als unverletzlich Zettende Heiligtum eindringen wollten. Das Kriegsschiff „Jsly" liegt auf der Reede von Saffi vor Anker.
Ans dem Orient.
Der Kronprinz von Serbien in Petersburg.
Peterhof, 30. Ott. Der Empfang des serbischen Kronprinzen hat heute Nachmittag stattgefunden. Die Unterredung des Kaisers mit dem Kronprinzen währte fast eine Stunde. Nach der Unterredung wurde das militärische Gefolge des Kronprinzen dem Kaiser vorgestellt. Paschitsch und der russische Minister des Neußer» waren bei der Audienz nicht zugegen.
Die Türkei in Verbindung mit Bulgarien?
Sofia, 30. Okt. Die Meldung, die Pforte habe offiziell mitgeteilt, sie sei bereit, mit Bulgarien in direkte Verhandlungen zu treten, wird an maßgebender Stelle bestritten. Die Bereitwilligkeit der Pforte zu direkten Verhandlungen wurde bereits vor mehreren Tagen den bulgarischen Delegierten Dimitrow und Stojanowitsch mitgeteilt. Die bulgarischen Delegierten socken noch heute Abend ernannt werden und morgen Vormittag nach Konstantinopel abreisen. Einer von ihnen wird ein bulgarischer Minister, wahrscheinlich der bulgarische Finanzminister Sala- baschew, sein.
Ztadtverordnelen-Sitzuna.
Marburg, 30. Oktober.
Nach einwöchiger Pause traten heute Abend die Stadtverordneten abermals zu einer Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung standen 10 Punkte und zwar handelte es sich zunächst um die Wahl einer Kommission für den Wiederaufbau des Elektrizitätswerke» und die Bewilligung eines Kredits für die Vorarbeiten.
Der Magistrat hat vorgeschlagen, derselben Kommission, welcher der Rathausumbau anvertraut ist, auch diese Frage zu übertragen und 1000 <M. zu bewilligen. Der genannten Kommission gehören an die Magistratsmitglieder Troje, Schimpff, Sardemann, Schaaf und die Stadtverordneten Dörffler, Dr. Schirmer, Reissing, Bang und Hering. Die Wahlvorschlagskommission hat dagegen eine besondere Kommission vorgeschlagen, nämlich die Stadtverordneten Engel, Dr. Maurmann, Bang, Eichelberg, Rohde oder Dörffler.
Es fnünften ftcfi hieran veri-hied?,,« schlage, in denen auch eruJtujiii wurde, wozu