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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den KrUagerr: ^Zitrrarischrr^Aureigrr-,zaudmirtschastliche Dettage^ undILustriertr* K«mtag*l»laM.

Die Jnsertionsgebithr beträgt für die ^gespaltene Zeile oder deren Staunt 15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H itz « r o th, Marburg, Markt 21. Telephon 55,

Man abonniert auf die täglich erscheinendeOberhessiscke

txpw Zeitung" bei allen Postämtern und unfern Zeitungtstellen in

Zv)l Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition Markt 21.

Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,35 Mk. (o^w ©ÜltttttbCttb, 31. OttDbCt 1908.

Bestellgeld), bei unfern ZeitungSstellen und der Expedition 2 ML WlUiuwHV, ui, vhvvh -Lavu

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 86.

Bchellmgen

<it die Monate Rovemb«« tt. De,e«dr» auf bi«

^b«rh«ssisch, 3 «11 m e g* nebst ihren Beilagen werden noch von unserer Expedition stMartt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch- Sain, Neustadt und Wetter, sowie von Men Postanstalten und LandbrieftrLgern ent- ^gegengenommLN.

Das Echo.

P' Wir haben gestern di« Unterredung unsere» Kaisers mit einem Engländer wiedergegeben, die in demDaily Telegraph" veröffentlicht wurde. Man zweifelt bis jetzt nicht, dah dies« Aeuherungen authentisch find. Eine deutschamt- jliche Mitteilung darüber wird man jedoch erst Erwarten können, wenn der Wortlaut des eng- ilischen Blattes dem Kaiser vorgelegt wird. Vor einiget Zeit hat bereits Fürst Bülow Gelegen­heit genommen, sich bei einem Engländer Über die wenig deutschfreundliche Haltung der englischen Presse bitter zu beklagen und bessere Beziehungen zu wünschen. Die Folge war ein höhnisches Abtun der Worte des Reichskauz- fers in England. Wir haben damals dem Ge­danken Ausdruck gegeben, daß derartige Inter­views nicht nur nicht geeignet find, bessere Be­ziehungen in England zu uns herbeizuführen, sondern sogar oft den umgekehrten Erfolg haben; die Haltung der englischen Presse zeigte das da- mals wie auch heute wieder. Noch weiß man zwar nicht, ob der Kaiser seine Ausführungen rein persönlich gemacht hat und fie durch eine .Indiskretion in die Oeffentlichkeit gekommen find oder ob Eine Veröffentlichung im Sinne des Kaisers gelegen hat. Festgestellt kann aber wer­den, daß der Eindruck der Worte des Kaisers im Ausland und im Inlands dem was er gewollt hat, nicht entsprechen. Das ist wohl höchst be­dauerlich, aber wir dürfen vor dieser Erkenntnis Nicht verschließen. ,

Die englischen Preßstimmen find sogar von einer Deutlichkeit, von einer unangenehmen Schärfe, die bemerkt zu werden verdient. So meint dieDaily May", auf die Gefühle des Kaisers sei kein Verlaß.

DerDaily Expreß" erklärt unter-Berufung auf einen hohen Militär, daß die englischen Mi­litärbehörden den südafrikanischen Feldzugsplan des Kaisers niemals gesehen haben und daß ein solcher Plan in den Schloßarchiven zu Windsor nicht liegt, auch niemals gelegen hat.

DiePall Mall Gazette,, schreibt: Mehr auf Taten als auf Worte schauen wir, und die Ab- fichten, aus denen der deutsche Souverän und die deutsche Regierung eine mächtige

53 «Rachd-.r-ck terbeira !

Getrennte Welten.

Roman von Clarissa Lohde.

(Sortierung.)

Frau Schott," rief Fräulein Christine auf­fahrend,ich muß doch sehr bitten"

Nur nicht gleich so hitzig, Fräulein Chri­stine," rief nun die Schott beschwichtigend. Habe ja durchaus nichts gegen Ihren Herrn Baron. Ist ja auch ein Rothenfels, wenn auch nicht ein ganz echter wie unser Baron Dietrich."

Ach, reden Sie auch aus der Tonart," schmollte Christine.Lasten Sie doch unfern Herrn und erzählen Sie lieber weiter, warum die Frau Baronin so bald schon zurückgekom- men ist!"

3i, wenn ich das wüßte!" entgegnete Frau Schott nun bekümmert, den Kopf hin- und her- wiegend.Die Junger sagt, die Frau Baronin sei dort im Gebirge in letzter Zeit sehr leidend gewesen; der Arzt habe Luftwechsel verordnet. Aber sie scheint doch gar nicht lange in Frauen­stein bleiben zu wollen, denn die Jungfer packt schon wieder neue Koffer, und mit allerhand Dingen, die darauf schließen lasten, daß die Frau Baronin lange fortbleiben will."

Na, vielleicht geht sie mit nach Baden- Ba­den?" warf Christine ein.

Gott bewahre!" widersprach Frau Schott entschieden,daran denkt sie nicht. Das jagte auch die Jungfer, die im übrigen sehr versckwie- gen ist. Gestern ganz in der Frühe schon ist der alte Herr Lorenz aus Berlin angekommen «ab erst spät abends wieder fortgefahren, und

Schlachtflotte bauen, kümmern uns fein Iota. Der Punkt, auf den es ankommt, ist der Bau dieser Flott«. Di«se Tatsache zwingt uns zum Weiterbauen, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein."

DieTim«»" spricht von der Möglichkeit, daß die Veröffentlichung gerade jetzt erschienen sei, um Mißtrauen zwischen Rußland und Frankreich einerseits und England andererseits zu säen; aber man würde nur das Gegenteil erreichen. Sie läßt sich von ihrem Pariser Korrespondenten mitteilen, Kaiser Wilhelm pflege seine Mittei­lungen je nach dem Adressaten einzurichten, den Rusten gegenüber spreche er ost von der eng­lischen Gefahr. Ebenso habe er bei dem Gast­spiel der Madame RHan« in Berlin mit dem französischen Botschafter über die englische Ge­fahr unterhalten.

Dies Echo ist wahrlich nicht erfreulich und «ine bittere Satyre auf die guten und edlen Abfichten des Kaisers. In Paris ist man we­nig erfreut und sucht fich zu rächen. DerPetit Parifien" behauptet in einem längeren Artikel, daß Frankreich England gegenüber niemals drohende Maßregeln gewünscht habe. D i e deutsche Presse steht gleichfalls den Veröf- fenttichungen sehr wenig freundlich gegenüber. DieDtsch. Tagesztg." nimmt sogar eine beab­sichtigte Indiskretion an. Sie schreibt: Sollte der Indiskretion nicht direkt der Plan zugrunde liegen, Rußland und Frankreich durch die Mit­teilung, daß Deutschland damals nicht nur ihren Vorschlag abgelehnt, sondern fie auch durch Wei­tergabe an die englische Adresse in London ge­wissermaßen bloßgestellt hat, vor einer zur Zeit sonst naheliegenden Verständigung mit Deutsch­land wieder ab- und an die englische Seite zu- rückzuziehen?? Es ist sehr zu befürchten, daß die Veröfentlichung in dieser Richtung wirkt. Wie wird man ferner in Japan den neuen Hinweis auf diegelbe Gefahr" aufnehmen? Leider wird er nicht nur d eutsche Freundlichkeiten wie die eben erfolgte Verleihung des Schwarzen Adler­ordens an einen japanischen Prinzen wett- machen, sondern darüber hinaus die deutsche Politik allgemein als zweideutig und unzuver­lässig verdächtigen. Das ist wohl der schwerste Schaden der Indiskretion, daß sie diesen trotz aller Unrichtigkeit immer wieder auftauchenden Verdachte neue Nahrung geben wird! Gerade in der jetzigen Orientkrise, wo für Deutschland die Rolle einesehrlichen Maklers" zwischen Wien, Petersburg und Konstantinopel sehr nahe läge, könnte das zur Durchführung einer solchen Rolle nötige Vertrauen unliebsam geschwächt werden selbst in Wien, wo man sogar wieder an eine Annäherung an England denken könnte! Und das könnte wohl auch der letzte und vornehmste Zweck der ganze Uebung sein.

Aehnlich äußert sich dieGermania". Das Berliner Tageblatt" meint:Wir sind aufrich­tig überzeugt, daß der Kaiser nur seine eigene Haltung England gegenüber erläutern wollte, aber wieder einmal find seine Worte geeignet,

morgen wird der Herr Justizrat Eberhardt er­wartet!"

Die beiden Frauen sahen sich an.

Wenn das nur nicht was bedeutet," begann Fräulein Christine wieder nach einer Pause.

Was glauben Sie denn?"

Nun, ich meine, daß sie des Treibens des flotten Herrn überdrüssig ist und an Scheidung bentt.

Aber, Fräulein Christine," schalt Frau Schott nun unwillig,was für unchristliche Re­den führen Sie da? Wer wird denn gleich an so etwas denken. Dazu sind wir doch zu vornehm!"

Christine neigte nachdenklich den Kopf.

Ach, was das betrifft," meinte sie,ist vor­nehm und gering wohl ganz gleich. Wenn die Frau Baronin wirklich unglücklich ist, wie Sie sagen, wäre es doch zu wünschen, sie ließe sich scheiden."

Frau Schott erhob sich voll Zorn.

Sie scheinen wirklich zu viel von Dingen zu hören, die Sie nicht verstehen," meinte sie.

Da habe ich andere Erfahrungen und weiß, witz es beim Adel zugeht."

Nun, und Ihr gepriesener, seliger Herr Ba­ron?" warf Christine spitz ein.Ist er nicht auch von unseres Herrn Barons Mutter geschie­den worden?"

Frau Schott blickte sie ganz verdutzt an. Daran hatte sie gar nicht gedacht.

Das war ganz etwas anderes," sagte fie dann etwas kleinlaut.

Christine triumphiert«.

Ja, ja, Frau Schott, das Aufhorchen ist doch »gut. Aber, da höre ich schon meine Herr-

zurückkommen," tief sie, ans Fenster tre-

im Auslande mißverstanden zu werden. Wäh­rend angeficht» der Orienttrifis alles darauf an- kommt, neue Konflitte zu vermeiden und die Zahl der Reibungsflächen zu vermindern, wird hier, völlig überflüssig, neue Verstimmung aus­gesät. Der ungenannte Diplomat, der des Kaisers angebliche Worte veröffentlicht hat, be­hauptet, unser Freund zu fein. Der intriganteste Feind Deutschland» und des Deutschen Kaisers hätte nichts Schlimmeres ersinnen können."

Auch dieTägl. Rundschau" und die . Rhei­nisch-westfälische Zeitung" betrachten die ßonbo= ner Indiskretion als einen schweren Schlag.

Wie verschiedene Blätter hören, ist unmittel­bar nach Zusammentritt des Reichstags eine konservative Interpellation geplant, der sich auch andere Parteien anschließen wollen. Noch sei daraus hingewiesen, daß dieKöln. Ztg." in ihrer letzten Nummer von den Worten des Kaisers an das englische Volk in einem längeren Artikel auseinandersetzt,daß fie richtig ver­standen und ohne Rückhalt aufgenommen, ihren Zweck, die guten Beziehungen zum englischen Volke zu fördern, erfüllen müssen. Denn zum englischen Volke spricht der Kaiser durch den Mittelsmann des Daily Telegraph, nicht zu den Diplomaten und den Leuten, denen das, was er dort ausführt, längst bekannt war." Das Blatt meint weiter: Man sollte auch den gegenwärti­gen Aeußerungen des Kaisers gegenüber in Eng­land wie anderwärts vor allen Dingen gerecht sein. Wir haben uns nie gescheut, Worten des Kaisers, die wir nicht billigen konnten, in allem Respekt als Sr. Majestät allertreueste Opposition unsere Ansicht entgegenzustellen; aber wenn der Kaiser, getrieben von der Entrüstung über die gehässigen und unwahren Urteile, denen die deutsche Politik ausgesetzt ist, einem seiner eng­lischen Freunde in aller Aufrichtigkeit fein Herz ausschüttet, so verdient er nach unserer Meinung nicht Tadel und Mißgunst, sondern darf erwar­ten, daß wenigstens das deutsche Volk wie ein Mann an seine Seite tritt. Das Blatt schließt: Wenn wir aufrichtig und gerade unfern Weg gehen und uns auch nicht scheuen, einmal ein offenes Wort zu sprechen, wie der Kaiser es ge­tan hat, müssen und werden wir auch in der aus­wärtigen Politik ein gutes Stück weiter kommen, und die Leute der Kummen Wege und der krum­men Mittel, die auf diesem Gebiet so geschäftig an der Arbeit sind, werden schließlich das Nach­sehen haben.

Die reinen Absichten unseres Kaisers wird niemand in Abrede stellen. Leider finden seine von edlem Wahrheitsmut getragenen- Worte ein nur allzugehässiges Echo bei dein englischen Volke, was beweist, daß das angewandte Mittel einen Erfolg nicht hat.

Abgeordnetenhaus.

Brsoldungsvorlage.

Den Ausführungen der Abg. Borgmann (Soz) und Hoff (frs. Vgg.) die namentlich die

tend, durch das sie die Einfahrt in das Schloß Übersehen konnte.Die Rätin und Fräulein Gertrud allein. Der Herr Baron macht wohl wieder seinen gewohnten Abendspaziergang. Er komponiert dann an seinem Drama, sagt Fräu­lein Gertrud."

Na, ja, Gott seg'ns ihm, wenn ich auch nichts davon verstehe. Aber ich will nicht weiter stören, Fräulein Christine."

Frau Schott hatte sich bei diesen Worten er­hoben und trat nun vor den Spiegel, ihre Hut­bänder unter dem Kinn sorgfältig zu einer Schleife knüpfend.

And halten Sie reinen Mund, Fräulein Christine," fügte sie noch hinzu. ,Jch will nichts gesagt haben. Kann ja auch alles in bester Ordnung sein."

Christine versprach tiefstes Schweigen. Dann geleitete sie Frau Schott durch den vorderen Schloßgarten und über den Wirtschaftshof bis ans Tor. Diese spannten den Sonnenschirm auf und schritt nach einer zärtlichen Umarmung der Freundin, so schnell es ihre kurzen Beine erlaubten, die Dorfstraße hinunter, von wo beim Amtmannshause der die Chaussee um vieles kürzende Feldweg abging.

Der Amtmann stand auf dem Felde und be­aufsichtigte die Arbeiter, die die letzten Garben ein füllten. Er grüßte Frau Schott freundlich.

Wie geht es Ihnen, Frau Schott?" fragte et entgegenkommend.

O, ganz gut. Wissen Sie denn schon, daß die Frau Baronin zurück ist?"

Wer? Die Frau Baronin?" rief der Amt­mann erstaunt.Na, da wird sich aber die Försterin heuen, die hat sich di« gnädige Fra«

Gehaltsaufbesserungen für zu niedrig erachteten, trat zunächst Ministerialdirektor Schwartzkoptt entgegen. In der Zeit von 1896 bis 1906 sei die Zahl der evangelischen Lehrer um 49 Pro­zent, die der katholischen um 64 Prozent ver­mehrt worden. Auf fein Lehrermaterial könne Preußen stolz sein. Die Vorlage wolle ein Min­destgehalt festsetzen und den Gemeinden ihre Be­wegungsfreiheit lassen. An der Hand von Zah­len wies der Redner nach, daß Preußen in bezug auf die Lehrergehälter an der Spitze der deut­schen Bundesstaaten marschiere.

Abg. Frhr. ». Richthofen (kons.) hielt dem Abg. Borgmann (Soz.) vor, daß er überSchul­patrone" in den Reihen der Rechten gesprochen habe, ohne zu wissen, daß die Schulpatrone durch das Gesetz von 1906 abgeschafft worden sind. Die Volksschule werde nicht von der Rechten, wohl aber von der Linken zu politische« Zwecken b e n u tzt. Die Lehrerschaft wisse, daß ihre Freunde in den Reihen der Rechten und nicht bei der Linken allein zu suchen wären. Seine politischen Freunde wünschten von den Tüchtigen die Tüchtgsten als Lehrer auf dem Lande, um eine gesunde Jugend zu erziehen. Die Anerkennung der Lehrer auf dem Lande müsse auch auf die Lehrerinnen ausgedehnt werden, die sich vorzüglich bewährt hätten und ebenfalls eine Aufbesserung in jeder Beziehung verdien­ten. Es müsse mit allem Ernst an die Fertig­stellung des Gesetzes gegangen werden, um ein Werk zu schaffen, das unter Berücksichtigung der Notlage der Lehrerschaft auch den Steuerzah­lern gerecht werde. (Lebhafter Beifall.)

Abg. D. Hackenberg (ntl.) betonte, daß es mit einem gesunden Volksschulbetriebe nicht ver­einbar sei, wenn ein eben abgegangener Semi­narist zum alleinstehendenLehrer gemacht werde. Die einklassige Schule brauche einen Lehrer, der kein Anfänger, sondern ein erfahrener Prakti­ker sei.

Es sprachen noch zur Sache die Abgg. Jder» hoff (freit), Cassel (frs. Vp.) und Zieschü (Ztr.) Ministerildirektor Schwarzkopfs erklärte noch, daß die Regierung auch der Besoldungsfrage der Mittelschullehrer sympathisch gegenüberstehe, daß aber noch keine festen Entschließungen vor­lägen. Bei der folgenden ersten Lesung der Vorlagen betr. die Pfarrbesoldung, das Ruhe­gehalt und die Hinterbliebenenfürsorge für die evangelischen Geistlichen und betr. das Dienst­einkommen der katholischen Pfarrer, begrüßte Abg. Winckler die Vorlagen und betonte, daß sie auf eine wohlwollende, glatte Erledigung seiner Partei rechnen könnten. Synoden und Generalsynoden hätten in erfreulicher Ein­mütigkeit der Vorlage für die evangelischen Geistlichen zugestimmt. Seine des Redners politischen Freunde würden dieser, wie auch der Vorlage für die katholischen Geistlichen ebenfalls zustimmen. (Beifall.) Nachdem noch Abg. Dr. Porsch (Ztr.) den Standpunkt seiner Parteifreunde dahin präzisiert hatte, daß die differenzielle Behandlung der evangelischen und der katholischen Geistlichen in den beiden Vor­lagen zu bedauern sei, vertagte sich das Haus auf Freitag vorm. 10 Uhr. Fortsetzung der heu, tigen Beratung. Schluß der Sitzung 4% Uh^

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ordentlich herbeigebetet; meinte ja, nicht ftqrbeg zu können ohne die Frau Baronin."

Frau Schott nickte.

Ja, sie ist schon bei ihr. Grüßen Sie mir Ihre Frau. Fräulein Gertrud geht ja nun bald wieder fori?

Ist ja überhaupt jetzt nicht viel bei uns* meinte Amtmann Wese, den Hut abnehmend, und sich unmutig durchs Haar fahrend.Die ist fürs Landleben schon verdorben, hat nur noch Sinn fürs Städtische."

Und für die Schriftstellerei, Herr Amtmann. Na, sehen Sie sich nur vor. daß sie nicht so ge­lehrt wird wie Fräulein Christine."

Beide sahen sich an und lachten. Wenn von Christine gesprochen wurde, lachte man fast immer. Im Grunde aber hatte sie doch jeder gern, denn fie war brav und tüchtig.

XX.

Die Rätin weilte noch immer in Schönwald«, da ihr Gatte auf die Einladung seines Vetters, des Kommerzienrats Winter, nach Baden-Ba­den gegangen war und zum mindesten bis nach dem Rennen dort bleiben wollte. Sie hatte erfahren, daß die Krankheit der Förstersfrau sich sehr verschlimmere, und fuhr deshalb am näch­sten Tage mit Bruno und Gertrud hinüber, um nach ihr zu sehen, da ihr« Auflösung jeden Augenblick zu erwarten war. Voll Uebenaschung sahen sie die Frauensteiner Chaise vor bet För­sterei stehen. Bruno springt eiligst aus dem Wagen, um der Rätin beim Aussteigen zu hel­fen, während Gertrud das zur Erquickung d« Kranken mit Wein und Früchte« gefüllt« Körb« chen in das Haus trägt.

(Fortsetzung folgt)