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■ mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilage«: .Literarischer Anzeiger-, „ßandwirtschaftliche Keilsgr« und „ILustriertes Sormtagsblatt«.
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JlSL 254 Kirchhain und Wetter sowie bei unserer Expedition - Markt 21. 9 obet deren Raum 15 Pfennig, für Reklamen 90 Pfennig. —
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43. Iahrg.
Zweites Blatt.
Gegen halb 4 Ahr
Ott.
aus dem Dachstuhl des am
JC Aus dem Kreise Kirchhain wird uns
Ge- der
werden muffen, um eine des Feuers unmöglich z«
kleine Wirtgestern abend während das
hatte niedergerissen Weiterverbreitung machen.
Hofgeismar, 25. heute früh brachen
daran grenzende vierte Häuschen, das des Franz Lenhof an der Bau- und Mauerstraßen-Ecke
Altstädter Kirchplatz belegenen Oberförstereigebäudes. das von dem Herrn Forstmeister Grebe bewohnt wird, Flammen hervor, die sich in kurzer Zeit über das ganze Gebäude verbreiteten. Die drei hiesigen Feuerwehren waren bald zur Stelle und griffen die Flammen von verschiedenen Seiten an, sodaß der Brand auf den oberen Teil des Gebäudes beschränkt blieb und um 4 Uhr weitere Gefahr beseitigt war.
Bom Eichsfelde, 24. Ott. Der 19jährige Sohn Louis des Fleischermeisters Johannes Schwarz von Niederorschel kam zu Rad von einer Ee- schäftstour heimwärts und fuhr die ziemlich steile Serpentine von Hüpstedt nach Rüdigers- Hausen herab. Er begegnete dabei einem Fuhrwerk, angeblich aus Mühlhausen, das ohne La- -terne bergan fuhr. In der Dunkelbeit fuhr nun Schwarz gegen die Deichsel des Gefährtes so heftig an, daß sich diese in den Leib bohrte, wodurch ihm schwere Verletzungen zugefügt wurden. Abends wurde der Verunglückte nach Hüpstedt zurück und von dort nach Niederorschel transportiert. Am Mittwoch ist der Verunglückte unter furchtbaren Schmerzen gestorben. — Ein großes Feuer äscherte in Dingelstädt die Mühlenbauanstalt von Meister ein und beschädigte die Maschinenfabrik von Wegerich.
Gelsenkirchen, 23. Ott. In dem benachbarten Wattenschid hat ein Arbeiter in der Absicht, Schnaps zu trinken, irrtümlich aus einer mit Gift gefüllten Flasche getrunken und ist unter gräßlichen Schmerzen gestorben.
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Volkmarsen, 25. Ott. Drei schaftshäuser wurden bei dem ausgebrochenen Brande zerstört,
Der Saatenstand im Reich.
Berlin, 24. Ott. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht den Saatenstand um Mitte Oktober. Die eingeklammerten Zahlen bedeuten Oktobermitte 1907. Winterweizen 2,4 (2,4); Winterspelz 2,2 (2,5); Winterroggen 2,6 (2,4) und Kartoffeln 2,5 (2,6). In den Bemerkungen heißt es: Während des Berichtsmonats war das Wetter überall heiter, trocken und warm. Die hier und da gefallenen Niederschläge waren gering. Wegen des trockenen Bodens wurden die Bestellungsarbeiten vielfach verzögert. Durchdringender Regen wird allseittg gewünscht. Aus den verschiedensten Teilen des Reiches wird über Mäuse, Schnecken, Hamster und Engerlinge geklagt. Für die Ernte der noch auf den Feldern verbliebenen Halm- und Futterfrüchte und Kartoffeln war die Witterung sehr günstig, während das Ausheben der Rübengewächse in hartem Boden mit Schwierigkeiten und Mehrkosten verbunden war. Was die Witterung betrifft, so ist die Einsaat der Winterhalmfrüchte wegen Trockenheit vielfach rückständig. Wo bestellt werden konnte, gingen die Saaten gar nicht oder lückenhaft auf; nur ganz früh bestellte Saaten, namentlich Roggen, zeigen besonders in Süddeutschland einen guten Stand. Ein zuverlässiges Urteil läßt sich über den Stand der Wintersaaten noch nicht abgeben. Kartoffeln wurden vielfach bereits eingeerntet, weshalb die angegebenen Noten nur die um Mitte Ottober auf den Feldern noch stehende Frucht betreffen. Der Ertrag entspricht in einigen Gegenden an Menge und Güte nicht den gehegten Erwartungen, ist aber anderswo gut. Im Durchschnitt scheint man auf eine Mittelernte rechnen zu können. Die Kartofselfäule wird vielfach durch das trockene Wetter gehemmt.
geschloffen sind. Davon ist die Sammlung für den preußischen Wahlfonds noch ziemlich harmlos, sie trug im ganzen 26173 M ein. An und für sich ein ziemlich hoher Betrag — für „darbende" Arbeiter. Aber merkwürdig genug ist es, daß die Sammlung zur „Förderung sozialdemokratischer Dumawahlen", die gleichzeitig umlief, nicht erheblich weniger brachte als die für die preußischen Wahlen, nämlich rund 22 000 X Viel ertragreicher war aber die dritte Sammlung, die für „die Opfer des russischen Befreiungskampfes" — deutlicher zur Förderung der russischen Revolution — veranstaltet wurde. Diese ergab im ganzen 341516 X Darnach find für die revolutionären Zwecke der russischen Sozialdemokratie den deutschen Arbeitern rund 363 500
abgepreßt worden. Daß die Sammellisten freiwillig durch Beitragszeichnungen gefüllt worden seien, wird die Sozialdemokratie niemandem weißmachen dürfen. Man kennt die Werkstätten- und Haus-Sammlungen zur Genüge. Es ist aber doch wahrlich ein starkes Stück, der Arbeiterschaft Hunderttausende abzunehmen und sie den russischen Revolutionären, die es sich zum Teil in der Schweiz und anderwärts wohl sein laffen, zuzuwenden, während die Sozialdemokratie davon spricht, daß die deutschen Arbeiter sich wegen hoher Lebensmittelpreise kaum noch satt essen könnten.
lichung würden alle diese Mißstände und Umständlichkeiten mit einem Male völlig beseitigt werden und normale und geregelte Verhält- niffe für die Ohmtalstrecke und die Bewohner des Ohmtales eintreten, die lleberleitung des nach den gegebenen Verhältniffen auf die Ohmtalbahn gehörenden Durchgangsverkehrs auf diese Verbindungsbahn würde derselben aber auch einen ganz erheblichen Zuwachs im Güterverkehr bringen, sodaß auf dieser Linie täglich mindestens zwei reine ELterzüge notwendig wären. Damit wäre wieder die für die Bevöft kerung äußerst willkommene Trennung des Personenverkehrs vom ELterdienst bedingt, es würden also reine Personenzüge gefahren werden, bei deren Benutzung die Mitfahrenden nicht mehr halbstündige und längere Verschiebepausen auf einzelnen Bahnhöfen abzuwarten hätten. Es würden also Vorteile und Annehmlichkeiten nach vielen Richtungen hin zu verzeichnen sein. Daß durch die lleberleitung des Durchgangsverkehrs über die Ohmtalbahn auch eine jedenfalls willkommene Entlastung des stark in Anspruch genommenen Bahnhofs Gießen eintreten würde, mag hier nur nebenbei erwähnt werden. — Hoffentlich macht man sich mit dem Verstaatlichungsgedanken seitens der Kreisverwaltung end- lich vertraut und tritt ihm im wohlverstandenen Jntereffe des Kreises und seiner Einwohner, wie namentlich auch im Jntereffe der Bewohner des Ohmtales baldigst näher. Je mehr weitere Verbindungslinien über die Landesgrenze gebaut werden — bekanntlich sind mehrere derartige Linien in Erwägung und in der Entwickelung — desto ungünstiger wird die Lage für die Ohmtalbahn voraussichtlich werden. Es liegt also Gefahr im Verzüge. Man ziehe daraus rechtzeitig die richtige Lehre.
Die Erziehung des Kindes während des erste« Lebensjahres. (Aus dem „Eesundheits- lehre r".) Die Erziehung des Kindes soll bereits im Säuglingsalter einsetzen und jetzt schon soll das Kind an Ordnung und Pünttlich- keit gewöhnt werden, wie Dr.' Eschle, Direktor der Kreispflegeanstalt Sinsheim, in einer in- tereffanten Studie ausführt. Diese Pünktlichkeit muß vor allem sich auf die Ernährung beziehen, es darf nicht bei jedem Schrei nach der Flasche gelaufen werden. Mit dem Elocken- schlag muß dem Kinde die Nahrung geboten werden, weder sein Schreien, noch sein Schlaf darf ein Rechtfertigungspunkt für die Unpüntt- lichkeit abgeben. Von der Reinlichkeit, vom Bade, von der Wäsche gilt das Gleich«. Mit dem zweiten Lebensquartale beginnt ein neues Stadium der Erziehung. Jetzt muß das Kind dirett beeinflußt und an Gehorsam gewöhnt
ist Bewegung, Turnen ist Leben, Turnen ist Arbeit im Gewände jugendlicher Freude." rode jetzt, beim Nahen des Winters, möge Stubenhocker ans Turnen denken.
Marburg Md Umgegend.
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27. Ottbr.
)( Eewerheverein. Der Gewerbeverein hält heute Dienstag abend 9 Uhr im vorderen Boppschen Lokale eine Versammlung ab, in der vollzähliger Besuch erwünscht ist.
* Atif zum Turnen! „Wir turnen," heißt es in einer Bekanntmachung der Turngemeinde Pirna, „zur Erhaltung und Befferung der Gesundheit, zur Verhütung und Vorbeugung von Krankheiten, zur Pflege und Vervollkommnung körperlicher Schönheit und Gewandtheit, zur Stärkung des Willens und des Mutes. Turnen
Tie Ausbeutung der Arbeiter durch die Sozialdemokratie.
Die Monatsquittungen für die Parteibeiträge, die der „Vorwärts" regelmäßig bringt, und aus denen man ersieht, wie stark die Arbeiter durch die Sozialdemokratie mit Steuern belegt werden, sind nicht allein die Zeugniffe so- ; zialdemokratischer Arbeiterausbeutung. Ganz abgesehen von den hohen Beiträgen, die an die Gewerkschaften zu leisten find, stellen die „außergewöhnlichen" Sammlungen, die jahraus jahrein nicht abreitzen, ein Stück ganz exorbitanter Abpreffung von Arbeitergroschen dar. In einer der letzten Nummern des „Vorwätts" berichtet für den Parteivorstand der Kasfierer A. Eerisch allein über drei Sammlungen, die jetzt
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schrieben: Zuverlässigem Vernehmen nach wäre
— Universitätsprofefsoren und Besoldungs- I Vorlage. Wir werden um Aufnahme folgender I Zeilen gebeten: In der Veröffentlichung über I die Besoldungsvorlage der Beamten sind die I Gehaltssätze der verschiedenen Beamtenklaffen I mit genauen Ziffern angegeben. Indes fehlen I zufällig die Angaben über die Universitätspro- I sefforen. Da die Veröffentlichungen vor allem I den Zweck haben, das Publikum aufzuklären, so I seien hier die normalen Gehaltssätze der Profes- I soren angeführt. Der Extraordinarius beginnt I in Preußen mit einem Gehalt von 2000 M | und steigt bis zum Höchstgehalt von 4000 X Der I Ordinarius hat ein Anfangsgehalt von 4000 -tt I und ein Endgehalt von 6000 X In der neuen I Vesoldungsvorlage ist das Gehalt für die Ober- I lehrer auf 7200 M als Maximum festgesetzt. I Nach derselben Vorlage sollen die Extraordinarien eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von 500 M erhalten, die Ordinarien keine. Somit bleiben die Univerfitätsprofessoren erheblich hinter dsm Gehalt der Oberlehrer, ihrer ehemaligen Schüler, zurück. Allerdings haben die Profefforen ihre Kollegiengelder, und der Staat garantiert ihnen an solchen 1000 X Sehr viele Profefforen kommen faktisch über die^e Summe nicht hinaus; also bleibt das Gesamteinkommen der Universitätsprofefforen, außerordentlicher und ordentlicher, bedeutend hinter dem Gehalt der Oberlehrer zurück. Dabei heißt es in der Vorlage, daß alle Beamten mit akademischer Bildung ein gleiches Höchstgehalt Beziehen sollen. Von dieser Bestimmung sind offenbar die Lehrer der akademisch Gebildeten ausgeschloffen.
— Neuregelung des Bahnhofsbuchhandels. Der freikonservative Abgeordnete Brütt hatte in der vorigen Session in einem Anträge die Regierung ersucht, darauf Bedacht zu nehmen, i daß die Verträge, betreffend Verpachtung des i Bahnhofsbuchhandels, kurzfristig, höchstens auf drei Jahre abgeschlossen werden, daß der Verpachtungstermin rechtzeitig vorher bekannt gemacht wird, und daß die Verpachtung öffentlsich und zwar in der Regel an den Meistbietenden erfolgt. In der Begründung waren dazu noch einige weitere, vom Abgeordnetenhause zu den seinigen gemachte Wünsche ausgesprochen worden, wie Unparteilichkeit usw. Auf diese Anregung hat sich nun der Eisenbahnminister am 10. d. M. dem Staatsministerium gegenüber ge- I äußert. Danach soll anscheinend den Bahnhofs- I Buchhändlern die Verpflichtung auferlegt wer- I den, von jeder Partei das führende Blatt nicht I nur in den Verkaufsständsn vorrätig zu halten, I sondern auch in den Körben der die Züge bedie- I nenden Zeitungsausträger feilzubieten. Aus- I geschlossen sind sozialdemokratische Blätter. Die Anschaffung der führenden Provinzparteiblätter können in den Provinzen die Direttionen verfügen. Die Prüfung der Forderung einer Neu- vergebung des Buchhandels auf einen Zeitraum I von drei Jahren ist noch nicht abgeschlossen, wohl I aber besteht die Anweisung bereits, an der I Strecke ansässige Buchhändler in erster Linie zu I berücksichtigen. Neuvergebungen sollen ausge- I schrieben werden. Bedenken find gegen die llebernahme des Bahnhofsbuchhandels in die I eigene Regie der Bahnhofsverwaltung geäußert, I die aus der dann eintretenden Notwendigkeit I der Perfonalvermehrung hergeleitet werden. Bis zur Beratung des Eifenbahnetats werden an- I scheinend die Erwägungen zu Ende geführt I werden. I
die Stimmung in maßgebenden Kreisen für eine I Verstaatlichung der Ohmtal-(Klein-)Bahn zurzeit günstig. Das Mißverhältnis des gegenwärtigen Zustandes, wonach ein Teil der einheitlichen und durchgehenden Verbindungslinie Kirchhain—Nieder-Gemünden staatliche Nebenbahn (Nieder-Eemünden—Nieder-Ofleiden — Landesgrenze), der andere Teil aber Kleinbahn des Kreises Kirchhain ist (Landesgrenze bei Schweinsberg—Kirchhain), und die mit diesem unprakttschen und ganz unzeitgemäßen Verhältnis verbundenen Schwierigkeiten und Umständlichkeiten, haben nach und nach zu der Erkenntnis geführt, daß der jetzige Zustand doch ein recht unzweckmäßiger und verbesserungsbäiürf- tiger'ist. Dazu kommen noch die bereits wiederholt in diesem Blatt näher dargelegten Nachteile, die der jetzige Zustand für die Bewohner der Kleinbahnstrecke mit sich bringt, nämlich eine Verteuerung der Fracht für die Gütersendungen. Von ganz allgemeiner Bedeutung aber ist der große Nachteil des derzeitigen Zustandes, daß die Durchgangssendungen, also Güter, die von der Main-Weserbahn und deren Hinterland nach der Oberhesfischen Bahn und weiter oder umgekehrt gehen, also von Treysa. Marburg, Biedenkopf, Westfalen usw. nach Alsfeld, Lauterbach, Fulda, Gersfeld usw. — oder umgekehrt — sämtlich den nahe hundert Kilometer weiten Umweg Über Gießen gefahren werden, anstatt über die vorhandene nächste Verbindungslinie. die Ohmtalbahn. — Selbstredend muß bei solchen Gütern auch die Mehrfracht für I den Umweg über Gießen entrichtet werden. Dieser unwirtschaftliche und unzeitgemäße Umstand wäre gewiß schon ganz allein ausreichende und wohlbegründete Veranlassung, endlich eine Aenderung herbeizuführen. Diese kann aber nur durch einen Uebergang der Kreisbahnstrecke in Staatseigentum erfolgen. Mit der Verstaut-
Die Diamanten von der Lüderitz- ducht in Deutsch-Südwestafrika.
Die Diamanten vo« Lüderitzbucht in Deutsch. «üdwest-Ufrika. In der „Deutschen Kolonial- Jettung" berichtet Ferd. Geffert, einer der älteren Farmer int Süden von Deutsch-Südwest- «frika, aus Lüderitzbucht: „Wir leben hier im trockensten Klima. Das Regenwaffer trägt hier kerne Berge ab, sondern der fast unaufhörliche Wrnd, der den Sand und Kies aufwühlend im Laufe der Jahrtausende als äußerst wirkungsvolles Sandgebläse groteske Formen aus dem Urgeliein ausmodelliert hat. Da man die Halbedelsteine. die im Verein mit den Diamanten gefunden werden, auch im Granit sieht, ist es wahrscheinlich, daß dieser ebenfalls Diamanten enthält, jedenfalls aber in weit geringerer Menge als der Kies. Denn der Kies ist allmählich angereichert worden, dadurch, daß alles weichere und flächenhaft vorkommende Gestein, zunächst Glimmer und Kupferblättchen, ausgeblasen wurde, während die harten, spezifisch schweren Diamanten liegen blieben, um so mehr, als sie dank ihrer tetragonalen Kristallform dem Sturm wenig Anhaltspunkte bieten. Die übrigen Steine sind von dem scharfen, Diamant führenden Schleifmittel fast kuglich gerundet, kommen in allen Farben vor und würden sich zu sehr haltbaren Mosaiken verwenden laffen. Da sich in den Tälern der Verwitterungsschutt im Windschatten der Berge anhäuft, so werden ta die meisten Diamanten gefunden. Doch könnte man auch annehmen, daß einst ein Alluvium das Urgestein bedeckte, daß von höheren Lagen »ie Diamanten angespült wurden und nun nach Jahrtausende langem Windfraß das einzige Ueberbleibsel sind. Dann wäre es nicht ausqr- fchloffer daß in der Gegend von Tsauchaib oöer Tiras noch Blaugrundpfeifen gefunden würden. Wahrscheinlich ist das nicht. Denn auf Kilometer haben die breit Quarz gebänderten Era- nitschichten den gleichen steilen Einfallswinkel von etwa 70 Grab. Daraus läßt sich schließen, daß ein enormes Gebirge abgetragen wurde. In der Zeit, die dazu benötigt wurde, waren längst alle Diamanten, hätten sie allzuviel dem Urgestein aufgelegen, zu Staub weggeschliffen wor- j : den. Die Schürfer haben die Natur zur Lehrmeisterin genommen und blasen zunächst durch eine Windfege, nicht unähnlich einer Getreide- reinivungsmaschine, den Sand vom Kies weg. .Der Kies kommt alsdann in ein Handsieb. Durch eigenartiges Schütteln kommen die Diamanten unten auf der Mitte des Siebes zu liegen. Das Sieb wird dann umgestülpt. Die gleich schweren Granaten zeigen durch ihre dunkelrote Färbung an, wo man auch die Diamanten zu suchen hat. Solange ich zusah, wurden fast jeder Handsiebfüllung mit der Pinzette ein ober meh- I rere Diamanten entnommen. Da auf viele Ki- I ■ lometer in der Runde die Edelsteine gefunden I werden, kann man sich eine Vorstellung von dem I beispiellosen Reichtum machen. Unwillkürlich I denkt man an den Neid, den der Niebelungen- I hort hervorrief, denkt daran, daß der Grund, I wo jetzt Kimberley steht, als dort die ersten I Diamanten gefunden wurden, nicht britisch I .war, daß Johannesburg, als dort unermeßliche I Schätze gehoben wurden, nicht unter dem Union I Jack stand. Es ist ein besonders glücklicher Um- I .stand, daß der als wasserlos verschrieene Wüsten- I streifen reich an Brackwasser ist. In den Tälern I stößt man bereits in einer Tiefe von drei bis I vier Metern auf zum Waschen durchaus geeig- I netes Brackwasser. Es ist keineswegs ausge- I schlossen, daß noch Süßwasser erbohrt wird. I Denn hierzulande ist es Regel, daß das Brack- I wasser dem Süßwaffer überlagert. Sonst kämen I ;bie Quellen von Anichab oder die neu erschloß I lenen Brunnen bei GaraB als Trinkwaffer in I ,Betracht. Das Wasser wird also keine Abbauer- I schwerung Bieten.“ I