mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
vud de« Kerlagen: „Literarischer Anzeiger", „Landwirtschaftliche Derlage" «ud „Illustrierte- S-nntagsblatt".
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Man abonniert auf die täglich erscheinende „Oberhessische Zeitung" bet allen Postämtern und unfern Zeitungsstellen in Kirchhain und Wetter ]orote bei unserer Expedition — Markt 21. — Der Bezugspreis beträgt durch die Post 2,25 Mk. «ohne Bestellgeld), bet unfern Zeitungsstellen und der Expedition 2 Mk.
Marburg
Diene tat;, 27. Oktober 1908.
Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 1 gehaltene Zeile oder deren Raum "15 Pfennig, für Reklamen 30 Pfennig. — Druck und Verlag: Joh. tlug. Koch, Unwersitätsbuchdruckerei Inhaber Dr. C. H itzeroth, Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
43. Jahrg.
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Pir die Monate November u. Dezember aus die
berhes s ische Zeitung» nebst ihren Veilagen werden noch von unserer Expedition tMartt 21) unseren Ausgabestellen in Kirch. Hai«, Neustadt und Wetter, sowie von allen Postanstalten und Landbriesträgern ent» gegengenommen.
&ui Wahlrechtsfrage in Preußen.
Die „Eons. Korr." schreibt:
Die Thronrede zur Eröffnung des preußischen Landtags bringt die Mitteilung, daß eine organische Reform des Wahlrechts zum Abgeordnetenhaus als ein dringendes Erfordernis unserer staatlichen Entwickelung erscheine.
Wir wollen abwarten welche positiven Unterlagen die von der Regierung betriebenen Vorarbeiten für jene Annahme, deren Resultat ja der Beschlußfassung des Landtags unterliegen würde, bieten, bezweifeln aber einstweilen, daß eine Reformbedürftigkeit sich bei dem preußischen Wahlrecht in höherem Maße bemerklich gemacht hat, als bei den Wahlrechten anderer Staaten und auch des Deutschen Reiches.
Man hat bisher nicht gehört, daß auch in letzter Beziehung seitens der beteiligten Faktoren Aenderungen betrieben würden zur Verstärkung des Einflusies von Besitz, Bildung und staatlichem Verantwortlichkeitsgefühl.
Das preußische Wahlrecht ist ein Hort der besitzenden Arbeit, aufgebaut auf dem Maße der Pflicht, zu den Staatslasten beizutragen. Freilich der Herrschaft der Masten ist es nicht günstig.
Jedenfalls hat das preußische Abgeordnetenhaus sich in seinen positiven Leistungen zum Wohle des Staates und zur Vertretung des preußischen Volkes seit langer Zeit so völlig auf der Höhe seiner Aufgabe geneigt, daß Aenderungen in seiner Zusamm-tsetzung diesen Erfolg nur gefährden, nicht aber fördern könnten.
Unsere Partei möge aber aus der anscheinend doch hiervon abweichenden Kritik der Thronrede und der sich daraus ergebenden Situation die ernste Mahnung entnehmen, mit allen Kräften und mit allem Eifer an der inneren Verbindung mit den wahren Jnteresten des Volkes weiter zu arbeiten. Sie muß sich mit ihnen völlig verketten, ihre Förderung im Sinne eines gesunden, den modernen Verhältnisten angepaßten Fortschrittes auf der Grundlage des bewährten Alten mit solcher Energie betreiben, daß sie der Machtfaktor unseres Staatslebens, welcher sie dadurch bisher schon geworden ist, auch in den neuen Formen zu bleiben vermag, die uns vielleicht angesonnen werden.
Ob freilich diese Vorschläge dem Wohle des Staates entsprechend erscheinen, werden wir ja zunächst sehen und lediglich danach unsere Haltung dazu einrichten
Das Eine allerdings wird als ein — wohl nicht gewolltes, aber, wie die Erfahrung lehrt, leicht mögliches, vielleicht sogar wahrscheinliche, Ergebnis solcher modernen Entwicklungsphase«
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Getrennte Welten.
Roman von Elarissa Lohd«.
I Fortsetzung.)
Dietrich vergaß beim Durchschreiten der Ställe, bei dem Anblick der durch Jockeys ihm vorgeführten, für Baden-Baden ausgesuchten Renner alle Verdrießlichkeiten, die ihm bisher das Gemüt bedrückt hatten. Wetten wurden entriert, gegen und für das eine oder andere Pferd, auf welches man nun das meiste Vertrauen setzte. Mit Erstaunen bemerkte Dietrich, als er sein Buch und die einggangenen Wetten durchsah, wie hoch die Summen lauteten, mit denen er sich engagiert hatte. Das unangenehme Gefühl beschlich ihn, um den Gewinn oder Verlust wie die meisten der anderen Gäste des Fürsten und dieser vor allen selbst gelasten mit ansehen zu können. Er mußte rechnen, und wenn es schlimm ging, und er verlor, stand ihm vielleicht noch das Unangenehme bevor, sich ein zweites Mal an Edithas Großmut wenden zu müssen. Würde sie so ohne Bedenken aufs neue ihm beispringen, wie das erste Mal? Auch darüber war er nicht ganz sicher. Aber je peinlicher ihm diese Gedanken innerlich wurden, umsomehr suchte er äußerlich die gewohnte, sorglose Miene zu zeigen. Und wenn des Abends, wie es häufig geschah, einer der Herren Bank auf» legte, war er es, der am kühnsten pointierte; anfangs mit wechselndem Glück, zuletzt mit entschiedenem Verlust . Er fühlte, daß es Zeit sei, abzubrechen, und so wenig es ihn auch nach Var- tenkirche» zu der einsamen Villa zurüazog.
zu befürchten stehen, daß zugleich die Machtstellung der Krone, die mit der Geschichte und den Geschicken Preußens unaufhaltsam verbunden erschien, eine Schwächung und Trübung erfahren könnte, die nicht zum Heil des Landes dient.
Wir glauben nicht, daß diese parteioffiziöse Auslastung der Korrespondenz wirklich den Gedanken der Partei wiedergibt. Auch der konservativen Partei muß daran liegen, daß der Ausbreitung der Bildung und des politischen Verftändnistes, auch des politischen Verantwortungsgefühls, wie es in der Thronrede heißt, Rechnung getragen wird. Es muß einigermaßen überraschen, daß in dieser schroffen Weise von vrnherein Stellung Benommen wird, die man nur in ganz allgemeinen Umrissen kennt. Wir glauben aber auch, daß die Veröffentlichung au» parteitaktischen Gründen nicht gerade geschickt zu nennen ist.
i&iiljdjes vic'ch. ■<,
— Iswolski in Berlin. Berlin, 24. Ott. Der russische Minister des Aeußern Iswolski hatte heute Besprechungen mit dem Staatssekretär von Schoen und dem Reichskanzler von Bülow. Morgen wird Iswolski vom Kaiser in Audienz empfangen werden. — Berlin, 25. Oktober. Zu Ehren des russischen Ministers des Aeußern, Iswolski, fand am Samstag Abend bei dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts und Frau v. Schoen ein Diner statt. Der Staatssekretär v. Schoen stattete Iswolski einen Besuch in der russischen Botschaft ab.
— Gegen die Gas- und Elettrizitätsstener. Mannheim, 25. Okt. Wie die „R. Bad. Ldsztg." meldet, nahm der Verband Süddeutscher Industrieller in seiner heutigen ersten Jahresversammlung Resolutionen gegen die Gas- und Elektrizitätssteuern, sowie gegen die Brausteuererhöhung an.
— Ein energisches Dementi des deutsche« Gesandten in Konstantinopel. Berlin, 24. Ott. Die „Rordd. Allg. Ztg." meldet: Im Auswärtigen Amte ist heute das nachstehende Telegramm eingegangen: Therapia, 23. Okt:. Aus heute hier eingetroffenen Blättern ersehe ich, daß die Pattser Preste mich beschuldigt, ich hätte hier den Krieg gepredigt und gesagt, die Türkei solle Bulgarien den Krieg erklären. Ich erkläre pflichtgemäß, daß ich niemals und niemanden ein Wort in diesem Sinne gesagt habe, sondern im Gegenteil alle meine Anstrengungen entsprechend den mir erteilten Instruktionen ausschließlich daraus gerichtet waren, einen solchen Krieg zu verhindern, gez. Marschall.
— Besondere Automobilstraßen. Wie die „Mil.-pol. Korrespondenz" hört, soll an maßgebender Stelle, auch bei der Regierung, die Absicht bestehen, demnächst in die Vorarbeiten zum planmäßigen Ausbau von Automobilstraßen einzutreten. Als erster solcher Hochwege für Kraftwagen soll eine Straße zwischen Berlin und Hamburg in Aussicht genommen fein. Dazu bemerkt die „D. Tgsztg." sehr richtig, daß die Volksvertretung die Kosten für eine derartige Straße bewilligen sollte, ist gänzlich ausge- schlosten. Auch wir sind Freunde besonderer Straßen für Luxus- und Sportfraftroagen; aber
mußte er sich doch endlich zu dem Entschluß auf- raffen; um so mehr, da er schon in der nächsten Woche nach Baden-Baden wollte, wo seine Rennpferde bereits eingetroffen waren. Einige Tage würde er Editha schon noch widmen müssen, um sie nicht ernstlich zu erzürnen.
Es war abends, als er von Mittenwald, wohin er über den Walchensee gegangen war, in Partenkirchen eintraf. Er hatte sich Extrapost genommen, und lustig blies der Postillon sein Lied in den Abend hinaus, als er die Pferde den Fahrweg hinauf nach der Villa auf die Höhe lenkte. Rur die Fenster des Salons waren erleuchtet. Sonst lag alles in Dunkel gehüllt,' Selbst aus dem Zensier des Turmzimmers, wo der kleine Günther mit der Bonne schlief und wo immer eine Nachlampe zu brennen pflegte, blinkte kein Lichtschein zu dem Heimkehrenden nieder. Was bedeutet das? Dietrich konnte sich einer eigenen Beklemmung nicht erwehren. Hastig sprang er aus dem Wagen. Der Postillon knallte von neuem mit der Peitsche, um die Bewohner des Hauses, besten Tür sich nicht öffnen wollte, herbeizurufen. Endlich wurde aufge- schlosten, die Köchin trat, die Lampe hoch in der Hand haltend, hinaus.
„Ach, der Herr Baron!"
Dieser hatte eiligst den Postillon abgelohnt, warf seinen Rucksack dem Mädchen zu und rief ärgerlich:
„Ist denn niemand hier zu meinem Empfang?"
,Lch werde gleich den Herren Grafen benachrichtigen. Er wollte eben zur Ruhe gehen."
„Der Herr Staf^"
selbstverständlich müssen diese Straßen von den Wagenbesitzern selbst und allein bezahlt werden.
— Die demokratische Vereingung konstituiert« sich, wie das „B. T." meldet, gestern in einer stark besuchten Generalversammlung, die auch von zahlreichen auswärtigen Delegierten besucht war, endgiltig als politische Partei. Es ist selbstverständlich, daß diese neue politische Partei sich als erstes Opfer unfern hiesigen Kreis aussuchen wird, der ja das Schicksal hat, eine Art Versuchskarnickel zu bilden. 31jre Freunde find Bereits an der Arbeit, um den ■ftt Blockfreifinn an die Wand zu drücken.
Ausland.
*♦ Der Zwischenfall in Lasablanca. Patts, 24, Ott. Mehrere hiesige, dem Ministerium des Aeußern nahestehende Blätter bezeichnen die von einem deutschen Blatt gebrachte Nachricht, daß die französischen Behörden die in Casablanca festgenommenen Deserteure derFremden- legion heimlich erschießen lasten wolle, als durchaus unbegründet. (Das wäre aber auch noch schöner!)
** Ein französischer Militäraeroplan. Paris, 24. Ott. Der Wochenschrift „Oponion" zufolge wurde soeben im Auftrage des französischen Kriegsministeriums ein Militäraeroplan fertig gestellt. Dasselbe ist der Dreidecker und befindet sich unter der Bewachung von Arttllerie und Eeniesoldaten im Lager von Santory bei Versailles. Die Versuche sollen demnächst beginnen.
“ Marokko. Paris, 24. Ott. Aus Tanger wird berichtet: Die Untersuchung habe ergeben, daß die in Mogador vom Pöbel und den Soldaten des Maghzen auf die internationale Polizei unternommenen Angriffe von dem Schwiegersohn des Pascha von Mogador angestistet worden feien.
Aus dem Orient.
Serbien und die Türkei.
Konstantinopel, 25. Ott. Die „Jeni Gazetta" veröffentlicht eine Unterredung mit dem früheren serbischen Gesandten Nowakowitsch, welcher es bestreite, in offizieller Mission hierher gekommen zu fein. Nowakowitsch erklärte, da die Türkei und Serbien durch die letzten Er- eigniste am meisten betroffen seien, fei es vorteilhaft, daß sich die beiderseitigen Staatsmänner besprächen. Was eine Territorialkompen- sation anbelange, so sei es vorläufig nicht richtig, davon zu sprechen. — Die serbische Gesandtschaft bezeichnet es als falsch, daß Nowakowitsch ein Königliches Handschreiben überbringe. Nowakowitsch bleibe zehn Tage hier, da seine Besprechungen durch das Vairam-Fest unterbrochen würden. — Heute Vormittag statteten Nowakowitsch und der jetzige serbische Gesandte Nenaldo- witsch dem Eroßvezier einen Bssuch ab. Sodann fand eine Besprechung mit dem montenegrinischen Geschäftsträger Gregowitsch statt.
liebet die Konferenz.
Konstantinopel, 24. Ott. Der frühere serbische Gesandte in Konstantinopel Novako-
Dietrich blieb im Hausflur, in den er eben getreten war, stehen und sah das Mädchen mit staunendem Blick an.
„Nun ja," fuhr dieses fort, „der Herr Graf Alten!"
„Ah so!" Sie find also noch hier, dachte er. Aber seine Frau, sein Söhnchen? Er wußte nicht, warum, aber die Frage nach ihnen wollte ihm nicht über die Lippen. Graf Alten, der über einem Buche gesessen, hatte bereits Dietrichs Stimme gehört und trat ihm jetzt oben an der Treppe entgegen. Die Tür zum Salon stand offen. Mit raschem Blick überflog Dietrich den bekannten Raum: es war niemand darin.
Der Graf reichte Dietrich zum Willkommen die Hand und zog die Tür hinter sich zu, während die Magd den Rucksack in das Schlafzimmer des Barons trug. Jetzt erst, als er im hellen Lampenlicht dem Schwager gegenüberstand, bemerkte Dietrich den teils ernsten, teils verlegenen Ausdruck in feinem Gesicht.
„Zum Teufel, was ist denn hier los?" rief er, feinet Unruhe wie gewöhnlich durch zornige Worte Lust machend. „Wo ist meine Frau und Asta?«
„Setze Dich erst," sagte der Grat den nie seine Ruhe und Höflichkeit verließ. „Du wirst bald genug alles erfahren."
„Bald genug?“ Dietrich warf den Hut mit der Spielhahnfeder wütend auf das Sopha, knüpfte die Lodenjacke auf, als fehle ihm die Lust zum Atmen, und ließ sich auf einen Stuhl gleiten.
„Also kurz, Odo, was ist geschehen?"
»Das, was ich Dir warnend vorausgesagt
witsch besuchte heute Nachmittag gemeinsam mit dem jetzigen Vertreter Serbiens am hiesige» Hose Nenadwitsch den Minister des Aeußern. Dem Eroßvezier wurde, da er erkältet war und nicht auf der Pforte erschien, kein Besuch obge* stattet.
Der Minister des Aeußern bestätigt am Nachmittag, daß eine Antwort der Pforte auf da« Konferenzprogramm noch nicht abgegangen ist. In Kreisen, die der Pforte nahestehen, wird die« darauf zurückgeführt, daß noch direkte Derstän» bigungen angestrebt werden. Aus der Umgebung des Eroßveziers verlautet, daß England der Pforte die Verständigung mit Bulgarien und Oesterreich-Ungarn anrät.
Da» Organ des jungtürkischen Komitees, „Schurai Ummet" behauptet, das türkische Ee- genprogramm umfasse folgende Hauptpunkte: 1. Anerkennung Bulgariens als Königreich und Ostrumeliens als privilegierter Provinz gegen Regelung der finanziellen Verpflichtungen, 2. Regelung der bosnischen Frage, wofür eine Teilnahme an der türkischen Staatsschuld erhofft wird, 3. Integrität der Türkei. — Das Blatt sagt jedoch, daß die Türkei ihre Integrität selbst schützen müsse und nicht die Mächte.
Serbien und Montenegro.
Belgrad, 24. Ott. Heute Abend fand im Königlichen Palais zu Ehren des montenegrinischen Sondergesandten Wukowitsch ein Eala- diner statt, während dessen der König einen Trinkspruch auf den Fürsten Nikolaus und dessen Familie, sowie auf Montenegro ausbrachte. In dem Trinkspruch hob der König mit hervor, daß zwischen den beiden unabhängigen serbischen Staaten sowohl, was die heutige schwere Lage als auch was ihre zukünftige gemeinsame Tätig- teil anlange, vollkommene Uebereinstimmung herrsche. Von dem diplomatischen Korps war nur der türkische Gesandte zugegen.
Bulgarien und die Türkei.
Sofia, 24. Ott. Die aus Konstantinopel hierher zurückgekehrten bulgarischen Delegierten haben bei ihren Unterredungen mit den leitenden türkischen Kreisen den Eindruck gewonnen, daß die Türkei bezüglich der ostrumelischen Frage lieber die Entscheidung Europas abwarten wolle und nur bei größerer Nachgiebigkeit Bulgariens einer direkten Verständigung mit Sofia nicht abgeneigt wäre. Die prinzipielle Annahme de- türttschen Hauptforderung, welche in der Zahlung einer kapitalisierten Entschädigung für Ost- rumelien bestehen würde die einzige Basis für die Wiederaufnahme der Verhandlungen bilden können. Die politischen Kreise halten dafür, daß die Regierung in ihrem Bestreben nach einer di- retten Verständigung mit Konstantinopel dem Wunsche des Fürsten Ferdinand nachgeben und im Prinzip der Zahlung zustimmen werde. Die Festsetzung der Entschädigungssumme würde im gegenseitigen Einvernehmen erfolgen.
Deutschland u«d England in Konstantinopel
Wien, 24. Ott. Die „Lpz. N. Nachr." lassen sich aus Wien melden: In hiesigen diplo-
habe, Dietrich. Ein böser Zufall hat Editha alles verraten."
„Was alles? Ich habe ihr die Wahrheit gesagt, komme dirett vom Fürsten Soeben.“
„Ich zweifle nicht daran. Indessen hast D« vorher mit der Randolf die schon in München geplante ©ebirgstour ausgeführt."
Dietrichs Stirn zog sich in finstere Falten.
„Nun, und wenn?" trotzte er. „Hat Graf Holm etwa geschwatzt ober der neue, edle Rothenfels durch seine Braut davon erfahren und nicht. Eiligeres zu tun gehabt, als Editha zu benachrichtigen. Ich trau’s ihm zu!"
„Mit Unrecht, Diettich, ganz mit Unrecht," fiel ihm Alten ins Wort. „Wenn Du durchaus einen Schuldigen haben willst, so bin ich's, doch ohne es zu wollen."
Und während Dietrichs Blicke durchbohrend auf ihm ruhten, erzählte Graf Alten von seiner Begegnung mit dem Grafen Holm und was dar, auf gefolgt sei.
„Natürlich, dieser Holm!" stieß Dietrich wütend hervor. „Ich ahnte es, daß er zum Verräter werden würde; ein Mann wie er, der sich nicht für zu gut hält, um mit solchen Geldleute« in einem Wagen zu fahren."
„Die Eeldleute," entgegnete Alten mit einem halben Lächeln, „die übrigens durchaus ehrenhafte Menschen find, haben keine Schuld a« Holm, Indiskretion, die eher ein Racheakt gegen mich und Dich war, weil wir ihn in Wie« j öfters geschnitten haben."
_______(Fortsetzung folgt}