mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Die Armeen der Halkanstaaten.
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Die Neugestaltung der Dinge in der ^kürkei, sowie die großserbische Beweg» »ng und die mazedonische Frage bilden uach wie Hör den Gegenstand des politischen JnterreffeS für Europa. Selbstverständlich find für die Gestaltung der Dinge auf dem Balkan die Armeen der einzelnen Balkanstaaten die wichtigste« Faktoren. Aus unserer Tafel find verschiedene Balkan-Armeen in ihrem Grö- ßenvethüitms zu einander dargestellt. AuS diesem Grunde bringen wir nebenstehend unseren Lesern eine vergleichende Ueberficht der Truppenstärken, über welche die Balkanstaaten verfügen. Dabei ist die Zahl der Truppen durch entsprechend große Figuren mit charakteristischen Typen dargestellt.
Die Türkei verfügt demnach für den Krieg über eine Armee von 1200 000 Mann, die sich zusammensetzt auS 8 Nizam- korp?, 12 Redieskorps und 5 Musthafi- korps. Diese ganz bedeutende Streitmacht soll 3 Monate nach Mobilmachungsbefehl im Felde stehen können. Im Frieden verfügt die Türkei über ein stehendes Heer von 3 00 000 Mann, welches in 7 Armeekorps zerfällt und ein jährliches Nekrutenkontingent von 65—70000 auf- weist.
Hinsichtlich sWier militärischen Qualifikation rangiert nächst dem türkischen Heere die rumänische Armee, die in dem russisch-türkischen Kriege 1877,78 sichgkünzend bewährt hat, und seitdem unter der Leitung ihres trefflichen König« Karl immer weiter ausgebildet wird. Im Frieden besteht diese Armee aus 4 Korps und einer Kavalleriedivifion in der Gesamtstärke von 116000 Mann. Sie zerfällt in 102 Infanterie-Bataillone, 84 Schwadronen Kavallerie und 65 Batterien. Im Kricasfalle soll die Armee eine Stärke von 168000 Mann erster Linie und 65 000 Mann Miliz-Truppen erreichen.
Nach der rumänischen Armee bildet auf dem Balkan den wichtigsten Faktor die bulgarische, wenngleich sie nicht annähernd auf gleicher Stufe mit dieser steht. Der Fürst Ferdinand verfügt im Frieden über ein stehendes Heer
von 35 000 Mann, welches in 6 Divisionen eingeteilt ist, und 24 Infanterie-Regimenter (96 Bataillone), 5 Kavallerie - Regimenter (23 Schwadronen) und 6 Feldartillerie-Regimenter (54 Batterien) umfaßt. Die serbische Armee zählt im Frieden nach dem Etat eine Stärke von 21100 Mann, sie ist in fünf Divisionen zu 30 Infanterie-Regimentern (60 Bataillone, 16 Schwadronen und 45 Batterien) eingeteilt. Im Kriegsfälle wird ihrs Stärke auf 100000 Mann angegeben. Die etatsmäßige Friedensstärke des griechischen HeereS beträgt 23000 Mann, indessen stehen effektiv nur 14 000 Mann unter der Fahne., Die Armee ist eingekeilt in drei Divisionen zu 10 Infanterie-, 3 Kavallerie-Regimentern und einem Artillerie- Regiment. Für den Krieg ist di« Aufstellung einer Operationsarmee von 6 Divisionen in
der Stärke von 82 000 Mann und einer Territorialarmee von derselben Stärke geplant.
Ein kleiner aber durchaus nicht zu unterschätzender Faktor bei den Wirren auf dem Balkan ist die Streitmacht des Fürsten von Montenegro. Letzterer verfügt zwar nicht über ein stehende« Heer in unserem Sinne (er besitzt nur eine Leibwache von ca. 300 Mann), dagegen werden alljährlich cr. 1200 Mann zu einem viermonatlichen Kursus eingezogen, so daß das Fürstentum Montenegro im Falle eines Krieges 38 000 Mann, und zwar 25 000 davon in erster Linie, ausstellen zu können glaubt. Diese kleine Armee dürfte eine der zuverlässigsten und bestbewaffnetsten sein, die gleichzeitig über einen hochentwickelten Patriotismus verfügt.
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SMutr; und Umgegend.
lNacvdruck aller Originalartikel ist gemäß 8 18 bei Urheberrecht« nur mit der deutlichen Quellenangabe
.Lberbeff. Rtg.* gestattet.)
Mardirrq 20. Ottbr.
* Regierungsversügung. Der Regierungspräsident hat folgende Verfügung erlassen: Die mißbräuchliche Verwendung von Bier-, Mineralwasser- usw. Flaschen zum Auffüllen mit giftigen Flüssigkeiten hat in den letzten Jahren vielfach zu verhänignisvollen Verwechselungen und infolgedessen zu schwere Gesundheitsschä- dioungen geführt. Ich nehme hieraus Veranlassung, die Vorschrift im § 15 der Polizeiverordnung des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten über den Handel mit Giften vom 22. Februar 1906 — Amtsblatt Rr. 10 — in Erinnerung zu bringen, wonach „es verboten ist, Gifte in Trink- oder Kochgefäßen, oder in solchen Flaschen und Krügen abzugeben, deren Form, oder Bezeichnung die Gefahr einer Verwechselung des Inhalts mit Nahrungs- und Eenußmitteln her- veizuführen geeignet ist." Die Ortspolizeibehörden haben die Beachtung dieser Vorschrift sorgfältig zu überwachen und Zuwiderhandlungen auf Grund des § 22 a. a. O. unnachsichtlich zu ahnden.
* Aus dem Amtsblatt. Der Bureauasfistent und Kanzlist bei der Universität Marburg Voeckel wurde zum Universitäts-Sekretär ernannt. — Beauftragt: der Pfarrer Krapf in Obervellmar mit der Verfehung des durch die Pensionierung des Metropolitans Riebeling erledigten Metropolitanats der Klaffe Ahna. — Verliehen: dem Metropolitan und Kreisschulinspektor Riebeling in Wolfsanger der Königliche Kronenorden 3. Klaffe. — Erteilt: Dem Regierungs- und Schulrat Martin in Caffel die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienste unter Beilegung des Eharakters als Geheimer Regierungsrat.
* Neuerungen auf der Poft. Nach dem am 1. Oktober d. I. in Kraft tretenden Gesetze betreffend Erleichterung des Wechselproteste« vom 30. Mai 1908 und gemäß § 30 des Scheckgesetzes vom 11. März 1908 find auch die Postbeamten plr Aufnahme von Wechsel- und Scheckprotesten
berufen. Von wesentlichem Interesse ist nun, zu erfahren, daß die Postverwaltung vom 1. Oktober d. I. ab die Erhebung von Wechsel- und Scheckprotesten mit folgenden Beschränkungen übernimmt: 1. Proteste, die sich auf eine andere wechselrechtliche Leistung als die Zahlung beziehen, werden nicht erhoben. 2. Die Erhebung von Protesten mangels Zahlung bleibt ausgeschlossen: a) für Wechsel und Schecks, die über mehr als 800 JA lauten: b) für Wechsel und Schecks, die in fremder Sprache ausgestellt find; c) für Wechsel und Schecks, die auf eine ausländische Münzsorte lauten, sofern der Aussteller durch den Gebrauch des Wortes „effektiv" oder eines ähnlichen Zusatzes in der im Wechsel benennten Münzsorte ausdrücklich bestimmt hat; d) für Wechsel, die mit Notadreffe oder Ehren- akzept versehen find; e) für Wechsel, die unter Vorlegung mehrerer Exemplare desselben Wechsels oder unter Vorlegung des Originals und einer Kopie zu protestieren find.
* Kegen die Cholera. Die Kgl. Regierung zu Cassel hat folgende Verfügung erlassen: § 1. Alle aus Rußland kommenden Personen sind, sofern zwischen ihrer Abreise von dort und ihrer Ankunft nicht mehr als sechs Tage verflossen find, unverzüglich nach ihrer Ankunft bei der Ortspolizeibehörde zu melden. § 2. Zur Erstattung der Meldung (§ 1) sind verpflichtet: 1. die aus Rußland kommenden Personen, 2. diejenigen Personen, welche aus Rußland kommende Personen aufnehmen. (Gast- und Herbergswirte, Vermieter, Schlasstellenhalter, Dienstherrschaften usw.). Die Verpflichtung der Personen unter Ziffer 2 tritt dann nicht ein, wenn die Personen unter Ziffer 1 der Meldepflicht genügt habe«. § 3. Die Ortspolizeibehörden haben Personen, welche aus Petersburg, Warschau oder anderen choleraverdächtigen Orten Rußlands kommen, einer unauffälligen Beobachtung zu unterwerfen, welche jedoch die Dauer von fünf Tagen von dem Zeitpunkte der Abreise aus Rußland nicht überschreiten darf. § 4. llebertretungen dieser Polizeiverordnung werden, sofern sie nicht nach gesetzlichen Vorschriften mit höheren Strafen zu ahnden find, mit Geldstrafe bi« zu 60 JA, an deren Stelle im Unvermögensfalle entsprechend« Haft tritt, bestraft.
)( Vom Kaiser-Panorama am Steinweg. Eine herrliche Reise nach dem Süden bringt diese Woche das Kaiser-Panorama. Italienische Städte und Landschaften sind so naturgetreu zu sehen, wie sie in Wirklichkeit sind. Für Vereine stellt sich der Eintrittspreis billiger.
* Falsche Einmarkstücke. Neuerdings find wieder falsche Einmarkstücke in Verkehr gebracht worden. Die Stücke sind mit der Jahreszahl 1902 versehen, haben einen dumpfen Klang und fühlen sich fettig an. Es wird darauf aufmerksam gemacht, die Einmarkstücke genau anzusehen und namentlich auf die Randverzierung der Rückseite zu achten, da diese unregelmäßig ge- . formt ist. Die Stücke find bis jetzt nur in Cassel und Umgegend im Verkehr angetroffen und es muß angenommen werden, daß eine Falschmünzerbande sich dort aufhält.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk Caffel herrschen zur Zeit in folgenden Ortschaften Viehseuchen: Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Caffel: Caffel. Landkreis Cassel: Obervellmar, Ihringshausen, Ochshausen, Rengershausen. Kreis Fritzlar: Hunds- Haufen, Zwesten. Kreis Gelnhausen: Waldensberg Bieber, Gondsroth, Rothenbergen, Wächtersbach, Kirchbracht, Hettersroth. Landkreis Hanau: Langenselbold, Bergen, Ostheim, Wachenbuken, Niederdorfelden, Marköbel, Großauheim, Rückingen. Kreis Hersfeld: Rosbach. Kreis Hofgeismar: Trendelburg, Hümme, Sielen, Beberbeck, Veckerhagen. Kreis Kirchhain: Todenmühle. Kreis Herrschaft Schmalkalden: Struth. Influenza der Pferde (A.SBrufc seuche): Kreis Witzenhausen: Unterrieden, Ermschwerd. (B. Pferdestaupe): Kreis Marburg: Aumühle, Bauerbach.
A Von der ober« Lahn, 18. Ott. Durch die andauernd gute Herbstwitterung konnte die diesjährige Kartoffelernte rasch vonstatten gehen, sodaß sie in unserer Gegend soweit beendet ist. Der Ernteausfall ist nur ein mittelmäßiger und sehr verschieden. Während fick die Aussaat zumteil, besonders auf feuchten uno an der sog. „Winterseite" gelegenen Feldern, »et» zehnfältigt hat, ist der Ertrag auf steinigen, an der sog. .Sommerseite" gelegenen Äeckern fast
durchweg sehr gering. Der Preis schwankt zwt» scheu 2,70 bis 3 -K per Zentner. Da in hiesiger Gegend, sowie im Breidenbacher Grund eint sehr gute Kartoffel gezogen wird, werden diese in großen Mengen von den Händlern aus dem westfälischen Industriegebiet aufgekauft und auf den Bahnhöfen zum Versandt gebracht.
* Gladenbach, 17. Okt. Herr Dekan Korndörfer dahier hat mit dem 1. Oktober sein Nebenamt als Kreisschulinspektor des Bezirks Gladenbach aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt. Als Nachfolger hat die König!. Regierung zu Wiesbaden den hiesigen zweiten Pfarrer Premer ernannt. Die Lehrer des Bezirks Gladenbach verlieren in ihrem „alten Dekan" einen wahren Freund und väterlichen Berater. Am liebsten weilte Herr Korndörfer unter seinen Lehrern und suchte er gern ihre private Versammlungen auf. Als Dekan bleibt Herr Korndörfer selbstverständlich noch im Amte.
V Vöhl, 18. Okt. Der Diehversicherungs- verein Vöhl, der auch einige umliegende Orte umfaßt, hielt heute seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Verein hat sich auch im verflossenen Jahre gut entwickelt und sich als eine Wohltat für die kleineren Besitzer betätigt. Zur Zeit gehören ihm 355 Mitglieder mit einet Stückzahl an Rindvieh von 1084 an. Die Versicherungssumme beträgt 311350 JA. Die Einnahmen betrugen über 3000 JA, an Entschädigungen wurden 1845 JA gezahlt. Der Reservefonds beträgt 8564 JA. An Prämien wurden auch am neuen Jahre 1 Proz. des Wertes erhoben. Im Auftrage des Herrn Landrats war Herr Kreissekretär Wessel erschienen, um über den Anschluß an den Verband Hessischer Viehver- sicherungsvereine zu referieren. Es machte sich in der Diskussion eine starke Abneigung dagegen geltend. Rendant Schnaer trat dagegen warm für den Anschluß ein. Schließlich wurde nach lebhafter Debatte mit allen gegen 3 Stimmen bet Beitritt beschlossen.
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Hann.-Münben, 18. Ott. Im Walde erhängt aufgefunden wurde in der Nähe der „8. Oktober- Eiche" der Schlachtergeselle H. von hier. Er hatte ca. 20 JA, die et von bet Kundschaft einkassiert batte, ftit sich behalten und in einem Briefe an seine Braut die Absicht, sich im Walde zu erhän- den, mitgeteilt. Man fand noch 6 M 5 in seiner Tasche.
Apolda, 18. Okt. Von bet treuen Anhänglichkeit eines Pserbes gibt folgende Tatsache Kunde. Ein hiesiger Fuhrhalter hatte, sein Pferd an einen Besitzer in Bischleben bei Erfurt verkauft. Acht Tage nach dem Verkauf stand es völlig angeschirrt wieder vor seiner Tür. Es hatte den Weg allein nach Apolda zurückge- funden.
Vergnüg: m - Anzeiger
stepertoir-Sntwurf der flronlfuttet Stadttheater.
Frankfurter Orernhaus.
Mittwoch, 21, Oktober, i/28 Uhr: „Ein Walzer- träum."
Donnerstag. 22. Oktober, 7 llbr: „La Dohöme.*
Samstag, 24. Oktober, y28 Uhr: „Salome."
Sonntag, 25. Oktober, y?4 Uhr: „Der Zigeunerbaron." — 7 Uhr: „La Boheme."
Montag, 26. Oktober, y2S Uhr: „Zar unb Zimmermann."
Dienstag, 27. Oktober, 7 Uhr: „Der Mann mit den drei Frauen."
Mittwoch, 28. Oktober, 7 Uhr: „Hoffmanns» Mittwoch, 28. Oktober, 7 Uhr: „Hoffmann»
Jeder ist zufrieden, denn die
krüsligrnde Wirkung verfaßt nie.
Cassel, den 3. August 1908 Ich trank etliche Wochen Ihr .Biosan' zur allaemeinen Krästi-mng. Nach Verbrauch von3Pak-ten konnte ich erfreulicher- tonfe eine mir nicht unfcebeutenbe Gewichts »unahme konstatieren Von Bioson habe ich die Ueberzeugung erlangt, daß es wirk!, ein gutes Nähr» und KrSligungs- mittrl ist. Der Geichmack war mir sehr angenehm. Tie Zuberntung sehr einlach. Hochachtungsvoll Carl Hahne, Humboldtstrohe 5 II. Bioson ist ein Kraft spendet für alle Schwache und Elende, Kinder in der Entwicklung usw., besten belebende er- ftischende Wirkung au' Körper und Geist sich meistens nach wenigen Tagen bemerkbar macht. Erhältlich •fc Äilo 8 Mk., für einige Wochen ausreichend, in Apotheken, Drogerien usw. Ulan lese die Urteile bet Professoren und Aerz'e und beachte die Billigkeit.
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