mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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43. Jahrg«
Die Nachlaßsteuer.
Rach wie vor verurteilt die konservative Partei die geplante Nachlatzsteuer, vor allem die Besteuerung des Nachlasses an Kinder und Ehegatten. Sieht man von dem idealen Grund ab, datz diese Steuer dem deutschen Familtentum widerspricht, so ist vor allen Dingen ihre Wir- J*«ß für den werktätigen Mittelstand, die Besitzer von kleinen Gütern, Geschäfte, Handwerks- und Fabrtkbetriebe, wo der ganze Besitz in dem Betriebe selbst steckt, eine autzerordentich drückende. Wer heute von seinem Bater 20000 Mark erbt, kann schon etwas für den Staat davon abgeben. Aber wie steht es bei den Erbschaften, wo kein mobiles Kapital vererbt wird? Wenn hier bei der Uebernahme eines kleinen Besitze», wo der neue Besitzer gewühnlich durch Herauszahlen anderer Geschwister uff. schon genug schwere Jahre zu tragen hat, soll ihm danach erschwert werden durch die Auflage einer neuen Steuer für die er das Geld auch vielleicht erst leihen mutz. Es ist nur zu begrüben, daß die konservative Partei gegen diese Steuer entschieden Front macht. Wir wollen noch hinzu fügen, datz auch nationalliberale und sogar einige aus der Rolle gefallene freisinnige Korporationen sich gegen diese Steuer ausgesprochen haben. Herr v. Gerlach freilich bezeichnet sich mit Stolz als Vater der Nachlatzsteuer, ob mit Recht oder Unrecht, sei dahingestellt.
Von dem richtigen Gedanken ausgehend, datz ein Heranziehen der mittleren und gröberen vermögen bei der Neugestaltung unseres Finanzwesens nötig ist und das Finanzelend verschwinden zu machen, meinte kürzlich die Kreuz- Zeitung. Es lietze sich an Stelle der höchst ungerechten Nachlatzbesteuerung eine Steuerform finden, die das Vermögen selbst nicht antastet, sondern es nur durch jährliche Abgaben zu den erforderten Mehreinnahmen des Reiches heranzieht. Das Blatt schlägt also eine Reichs-Vermögenssteuer unter besonderen Umständen vor. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt aber heute zu diesen auch auf der linken Seite mit Befriedigung aufgenommenen Steuerplänen: „Die verbündeten Regierungen haben wiederholt bestimmt darauf hingewiesen, datz die Vermögenssteuer und deren Ausbau für die Bedürfnisse der einzelnen Bundesstaaten unentbehrlich sei, und datz Eingriffe in die Art ihrer Veranlagung oder Erhebung von Seiten des Reiches mit ber finanziellen Selbständigkeit der Bundesstaaten unvereinbar wäre. Es liegt nicht der mindeste Grund zu der Annahme vor, daß irgend welche Veränderung dieses Standpunktes bei den Bundesregierungen eingetreten oder zu erwarten ist. Einigen der neuerlich beigebrachten Vorschläge scheint der Gedanke zu Grunde zu liegen, datz die als Ersatz für die allgemeine Nachlatzsteuer gedachte Reichsvermögenssteuer unter Umständen von den Bundesstaaten nach eigenem Ermesien aufzubringen sei. Dies würde also auf eine Erhöhung der Matrikularbeiträge hinauskommen. Nun ist zuzugeben, datz eine Erhöhung der Ma-
42 l nerhnten »
Getrennte Welten.
Roman von Clarissa Lohde.
(Fortsetzung.)
Er trat auf den Balkon hinaus und blickte hrniiber, dahin, wo der durch die Helligkeit des elektrischen Lichtes sich auszeichnende Bahnhof lag. Dort in dem kleinen versteckten Hotel daneben, wo die Passanten, die Hochgebirgstouren unternehmen wollten, zu nächtigen pflegten, wellte sie jetzt, die reizende Randolf, die Herr- scherm seines Herzens. Wie zufällig war er bei ^rer Ankunft am Bahnhof gewesen, und als Frau von Brinkhoff hatte sie sich ins Fremdenbuch eingetragen. Sie waren sich kühl und höf- »ch, wie zwei entfernte Bekannte begegnet. Niemand konnte ahnen, in welchen Beziehungen sie zu einander standen, niemand, selbst wenn er dort gesehen, erkannt worden wäre, würde rhm irgend etwas Verfängliches nachsagen können. Morgen erst auf der Straße nach dem Baderiee wollten sie sich treffen, und dann —I Er lachte befriedigt vor sich hin. Es wäre doch auch zu töricht gewesen, die schöne Sommerzeit so hingehen zu lassen in dieser oben Einförmigkeit. Einige vergnügte Tage bazwischen in so rerzenber Gesellschaft, er empfanb wirklich etwas nehr für die geniale Schauspielerin, als sonst Ür Frauen, deren Gunst er besessen hatte, dann ietz es sich aushalten. Alten freilich würde vtel- eicht die Wahrheit ahnen; doch datz er schwieg, »essen war Dietrich sicher. I
Oben auf ihrem Zimmer aber lag Edith« üit weit geöffneten Augen auf ihrem Lager |
i trikularbeiträge tatsächlich wie eine Belastung de» Besitzes wirkt, und in mätzigen Grenzen mag eine solche Erhöhung noch möglich sein. Daß aber ein so erheblicher Betrag, wie er zum Ersatz für die allgemeine Nachlatzsteuer, in ihrem ganzen Betrage oder auch nur zum wesentlichen Teile, erforderlich wäre, in der Form der Matrikularbeiträge auf die Schultern der Bundesstaaten gelegt werden könnte, ohne deren Leistungs-
I fähigkeit zu Überlasten, ist völlig ausgeschlossen. ! Somit steht für die Heranziehung de» Besitze» neben einer vielleicht noch möglichen mätzigen Erhöhung der Matrikularbeiträge oet der Neuregelung der Reichsfinanzreform eine andere Form al« die allgemeine Nachlaß st euer nicht zur Verfügung. Der Gedanke, sie ganz oder teilweise durch eine Vermögenssteuer zu ersetzen, hat keineAussicht auf Erfolg."
Die rechtsstehenden Parteien werden trotzdem darauf bestehen muffen, daß ihnen in dieser Form der Beteuerung de» Besitze« entgegengekommen wird.
Die Lage im Orient.
Deutschland und Bulgarien.
Köln, 14. Okt. Der deutsche Gesandte hat, wie die „Köln. Ztg." aus Sofia meldet, der bulgarischen Regierung mttgeteilt, datz, solange Bulgarien sich nicht bereit erklärt, seiner Verpflichtung gegen die Türkei nachzukommen und die Orientbahn wegen ungesetzlicher Beschlag- nähme zurückzugeben, oder eine Tagesentschädig- ung von 15 000 Francs an die Betrtebsgesell- schaft zu bezahlen, die Frage der Anerkennung der Unabhängigkeit Bulgarien» nicht erörtert werden könne.
Au» Serbien.
Belgrad, 14. Okt. Die Meldungen auswärtiger Blätter, daß zwischen dem König und dem Kronprinzen Mißverständnisse bestehen, sind, wie von zuständiger Seite erklärt wird, vollständig erfunden. Dem König und dem Kronprinzen wurden enthusiastische Kundgebungen von der Bevölkerung dargebracht, die nach wie vor gegen eine Angliederung Bosnien« und der Herzegowina protestiert.
Belgrad, 14. Okt. Der Minister de« Aeußeren wird sich nach Berlin, London, Pari« und Rom begeben, um über Angelegenheiten des Orients zu unterhandeln. Der Führer der Oppositionsparteien Pafchitsch wird im Einverständnis mit der Regierung nach Petersburg reisen.
Au» Montenegro.
Cetinje, 14. Okt. Der italienische Gesandte, der auf Urlaub weilte, ist von seiner Regierung beauftragt worden, unverzüglich nach Cetinje zurückzukehren. Er ist in der vergangenen Nacht hier eingetroffen. Auch der griechische diplomatische Agent ist hierher zurückgekehrt. Gestern fanden vor der serbischen Gesandtschaft große Sympathiekundgebungen für die Solidarität der Serben statt. Im ganzen Lande werden
und starrte durch das geöffnete Fenster hinaus in die Nacht. War der Kelch endlich gefüllt bis zum Ueberflietzen? Sollte sie noch warten, ausharren, noch weitre ohne Abwehr sich hintergehen lasien?
,O>, Gott, gib mir Klarheit," betete sie. Und während ihr Kopf müde auf das Kissen sank, durchzitterte krampfhaftes Schluchzen ihren Körper. „Ich werde daran zu Grunde gehen, wenn ich nicht den Mut zur Tat finde," klagte sie leise, „und um meines Kindes willen muß ich leiden!"
XVI.
Der Abend breitet sich über das feenreiche Berggelände, das sich von den bayerischen Alpen zum oberen Jnntal herabsentt. Die Sonne ist nahe dem Untergang und durchzieht das smaragdgrüne Wasier des waldumkränzten Sees am Fernstein mit rötlich feurigen Streifen. Ein Sonnenblick trifft noch den waldigen Felskegel, wo aus wogenden Tannenwipfeln die Ruine Sigmundburg mit ihren zerbröckelten Mauern hervorschaut, ein Bild der Vergänglichkeit aller Werke von Menschenhand. Ihr gegenüber, wo die Schatten schon dunkel sich breiten, und zwischen zerklüftetem Felsgestern ein roitber Bergstrom mit aufspritzendem Gischt zu Tale stürzt, erhebt sich neben einem neu erbauten Schlößchen in gothischem Stil mit rundem Turm und schmalen, mit Butzenscheiben vep- fthenen Fenstern eine zweite Ruine. Es ist die Bura Fernstein, jetzt nur noch ein viereckiger auf steilem Fels sich erhebender, ruinenhaster Bau, mit zerbrochenen Fensterscheiben, durch die
die Proteftversammlungen fortgesetzt, die Resolutionen an die Regierung absenden, in denen diese zu sofortiger energischer Attton zur Wahrung der Interesse» Montenegro» und der serbischen Nation aufgefordert wird. — Die außerordentliche Session der Skupschttna ist gestern ge- schlosien worden.
Oefterreichischer Protest.
Konstantinopel, 14. Okt. Der österreichisch-ungarische Botschafter hat im Namen seiner Regierung wegen der Boykottierung der Dampfer des Oesterreichischen Lloyds beim Grotzwestr ernste Schritte getan. Der Grotzwestr versprach, dem Polizeiminister für Konstantinopel und dem Minister des Innern für die Provinz die nötigen Weisungen zu geben.
Zwei Entzückte.
Der 19jährige montenegrinische Prinz Petar, Großwojwode von Zachlam und Stud. jur. sandte an den Kronprinzen Georg von Serbien, der bekanntlich dem Volke sein Blut zur Verfügung stellte, folgendes Telegramm: „Ich bin entzückt über die feurigen und richtigen Worte, die Du gestern an eine gleich begeisterte Versammlung unserer teuren Brüder gerichtet hast. Ich umarme Dich herzlich, lieber Vetter, und bete zu Gott, daß er uns bald auf dem blutigen Felde zusammenführen möge." — Der Kronprinz von Serbien antwortete: „Deine freundlichen Worte haben mich tief gerührt. Ewig treu den Idealen unserer teuren serbischen Rationalität, bin ich ohne Maßen beglückt darüber, datz mir eine Gelegenheit geboten wurde, wenn auch in bescheidenster Weise, an dem vereinigten enthusiastischen Ausdruck des patriotischen Empfindens unserer teuren Brüder in diesem großen Moment teilzunehmen. Ich umarme Dich Herz- lich, Dein Georg."
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Keilijches WU
— vom ReichÄanzler. Berlin, 14. Ott. Reichskanzler Fürst von Bülow empfing im Laufe de» heutigen Tages die Botschafter der Türkei, Japans und Englands und konferierte mit ihnen über die politischen Tagesfragen. Wie wir hören, dürften sich hieran auch Empfänge auch anderer Vertreter der auswärtigen Mächte schließen. Gestern hatte der Kanzler eine längere Unterredung mit dem österreichisch- ungarischen Botschafter; sie ergab im wesentlichen ein volles Einvernehmen der beiden Staatsmänner in allen Fragen der auswärtigen Politik.
— Konferenz zur Revision der Berner Ur. heberrechts-llebereinkunft. Berlin, 14. Okt. Die zweite internationale Konferenz zur Revision der Berner Urheberrechts-Uebereinkunst wurde heute eröffnet. Auf den Vorschlag des spanischen Botschafters Bernabs, der als Doyen der Konferenz auf die Rede des Staatssekretär» erwiderte und für die Gastfreundschaft dankte, wurde Staatsminister v. Studt als Präsident der Konfernz gewählt. Auf v. Studts Vorschlag wurde als Vizepräsident der ftanzösische Botschafter Cambon gewählt. Hierauf erklärte der Präsident die Arbeiten der Konferenz für
eröffnet und verlas ein Begrüßungsschreiben de» Reichskanzlers. Der französische Botschafter dantte als Vizepräsident namens der Konferenz dem Reichskanzler für die begrüßenden Worte und beantragte, dem Kaiser eine Huldigung der Konfernez zum Ausdruck zu bringen. Alsdann wurde der Entwurf der Geschäftsordnung genehmigt, die sich eng an diejenige der Pariser Konferenz von 1906 anschließt. Die Sitzung wurde daraus auf Donnerstag Vormittag 10 Uhr vertagt. Die Beratungen sind öffentlich.
— Hundertjahrfeiern von Regimentern. Im Laufe des letzten Vierteljahres 1908 feiern noch folgende Truppenteile ihr lOOjähriges Bestehen: das Grenadier-Regiment 10 am 20. Nov.; das Grenadier-Regiment 11 am 18. Ott.; das Husa- ren-Regiment 6 am 14. Nov.; die Feldartillerie. Regimenter 2 und 6 am 24. Nov. Zur Feier des 11. Grenadier-Regiments kommt der Chef des Regiments, die Erbprinzejstn von Sachsen- Meiningen. mit ihrem Gemahl, dem früheren kommandierenden General des schlesischen Armeekorps; auch steht man der Anwesenheit des Kaisers entgegen. Zu den Feiern der übrigen Regimenter werden preußische Prinzen erwar. tet. Ob der Chef des 6. Husaren-Regiments, Großfürst Alexis Älexandrowitfch von Rutzland, der Feier seines Regiments am 14. November beiwohnen wird, steht noch nicht fest.
— ’Äeine Flottenvereinstagung in Nürnberg? Der „Darmst. Tgl. Anz." will erfahren haben, daß der Deutsche Flottenverein seine nächste Tagung nicht in Nürnberg abhalten werde. Da eine Anzahl von Landesverbänden im Falle der Haltung der bayerischen Führer erklärt habe, Nürnberg nicht zu beschicken, sei e» die Absicht des Präsidiums, Nürnberg überhaupt fallen zu lasien. Ob das der richtige Weg wäre, einem Konflitte aus dem Wege zu gehen, erscheint uns denn doch recht zweifelhaft. Und deshalb wird man wohl auch gut daran tun, hinter die Meldung des Darmstädter Blattes vorläufig eine großes Fragezeichen zu setzen.
— Zur Gas- und Elektrizitätssteuer. Angesichts der vielfachen Angriffe auf die Gas- und Elettrizitätssteuer, die in einem Teil der Presie sogar als unerhört bezeichnet wird, dürfte es, schreibt die „Neue Politische Korrespondenz", nicht uninteressant sein, darauf hinzuweisen, daß die englische Presie den Gedanken als durchaus gesund bezeichnet, in Italien aber eine Gas- und Elektrizitätssteuer schon über ein Jahrzehnt besteht. Der Ertrag ergab im Jahre 1897 3y2 Millionen Lire, und im Jahre 1906 ist derselbe fast auf 10 Millionen Lire gestiegen. Die Steuer wird dort von Beleuchtungs- wie von Kraftanlagen erhoben und bet steigenbe Bedarf hat die elektrische Industrie nicht nur nicht beeinträchtigt, sondern ist sogar mit ihrer Entwickelung parallel gegangen. Der Hinweis auf die anderen Länder dürfte aber dem gewerb- tätigen Mittelstände kaum die Ueberzeugung nehmen, datz es sich in dieser Steuer um eine neue Belastung der ohnedies schon hochbernesie. nen Betriebskosten handelt.
— Ein kräftiger Fußtritt. In der „Freisinnigen Zeitung" liest man: „Ein braves Mit. glied der Demokratischen Vereinigung in Schöne, berg ist bei der jüngsten Landtagswahl in Schö. neberg-Rixdorf zu den Sozialdemokraten gegan.
der Wind fährt und innen in den alten Sälen und Gemächern, wo noch Reste von Malerei sich erhalten haben, fein lustiges Spiel treibt. In der alten Burg wohnte einst ein eisenhartes Geschlecht, das den auf steiler Fahrstraße de« Fernpaß überschreitenden Warenzügen den Zoll abnahm, ehe sie ihren Weg weiter zum Inn fortsetzen durften. Jetzt führt eine prächtige, in Serpentinen vom Fernpaß herniedersteigende Chausiee, mit steinernen Brücken die stürzenden Wasser überspannend, weiter unten am grün schimmernden See vorüber, und zieht sich durch den gelichteten Wald hin, wo die Alpenrosen neben dem zu baumartiger Höhe emporwachsen- den dornigen Waldrosenstrauch gedeiht, den der Sommer mit einer Fülle farbenreicher Blüten von hellstem Rosa bis zum dunkelsten Rot bedeckt.
Dort unten am Fuße der trotzig von ihrem Felsen herunterschauenden Ruine Fernstein, wo der Weg sich zu der über den Ausläufer des Sees führenden Brücke wendet, steht ein kleines Wirtshaus: das Wirtshaus zum Fernstein. Die niedrigen Fenster sind zum Teil gegen das Sonnenlicht mit dichten Vorhängen geschützt; denn es befinden sich darin einige mit allem Glanz königlicher Herrlichkeit eingerichteter Gemächer. Hier rastete König Ludwig II., so ost et, durch die Schönheit der Gegend angezogen, von Linderhof oder Schwanstein herüberkam, ost auch zur Winterzeit in Mondscheinnächten, wenn Berg und Wald in schimmerndes Weiß gehüllt waren. Dann jagte er in goldglänzendem, von feurigen Rosien gezogenem Schlitten daher, von dem eine elektrische Sonne wett In bie Rächt
strahlte, ein wahret Fürst aus dem Feenlande, um, wie auf einer Tafel zu lesen ist, die auf purpurner Decke in dem einstigen Königlichen Schlafgemach aufgestellt ist, in den niedrigen Zimmern des Wirtshauses mit einem vertrauten Freunde einige ungetrübte Stunden frohen Genusses zu verleben. Auch die Hand dessen, der dieses aufgeschrieben hat zur Erinnerung an den edlen und unglücklichen Monarchen, des Wirtes vom Fernstein, ist lange schon erkaltet. Jetzt führt die Wirtin mit einer jungen Tochter die Wirtschaft weiter, die Königszimmet werden gegen ein Einrittsgeld gezeigt, und mancher Wanderer kehrt zur Reisezeit hier ein, um den Zauber der Ratur und der Erinnerung vereint auf sich wirken zu lassen. Andere machen auch nur Rast für einige Stunden, um von der kleinen hölzernen Veranda an der Landstraße hinunter zu blicken auf den je nach der wechselnden Beleuchtung seine Farbe ändernden, smaragdgrünen See und auf die Siegmundburg mit den grasidios übereinander sich türmende» Bergriesen ringsher, deren kahle Spitzen, abends in feurige Glut getaucht, den letzte» Gruß der Sonne ins Tal senden. Auch die PoL die von Imst über den Fernpaß nach Lermoot zur bayerischen Grenze führt, kommt an diesem Gasthaus vorüber, und ost unterbrechen noch abends spät die Klänge eines Posthorns obet Peitschengeknall die heimliche Stille, wenn spät» Reisende in Extrapost oder gemieteten Wage» den Patz herabkommen oder zu ihm hinaus« fahre», .. 1
i (Fortsetzung folgtH